Filme über das Bleiben und Gehen
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Filme über das Bleiben und Gehen
Basel-Stadt 20 Nordwestschweiz | Dienstag, 12. März 2013 Über, unter und hinter Grenzen Wer sucht, der findet. Bei Eigentumswohnungen braucht es allerdings Geduld. KEYSTONE Eigentumswohnungen: Markt trocken Kaufwünsche Wegen tiefer Zinsen ist Wohneigentum beliebt wie nie – aber das Angebot ist knapp bote sind rar – besonders in der Stadt oder in guter stadtnaher Lage. Ein Eine ganz einfache Rechnung zeigt: Blick in die einschlägigen ImmobiEine Wohnung im Eigenbesitz ist be- lienportale zeigt dies sofort: Bei deutend günstiger als eine gemietete. www.immoscout24.ch waren gerade Verantwortlich dafür sind die rekord- mal 36 Eigentumswohnungen im Angebot, bei www.homegate.ch 49. Ettiefen Zinsen. Zwei Rechenbeispiele: • Eine gut ausgestattete neue 150- was besser ist das Angebot im Kanton Quadratmeter-Wohnung in Reinach Baselland, wo 279 respektive 266 Wohnungen zum kostet 1,5 Millionen Verkauf stehen. Franken. Bei einem Ebenso wenig ist es Prozent Zins (Liborkein Wunder, dass Hypothek) sind das die Preise für 15 000 Franken im Wohneigentum anJahr oder pro Mogezogen haben. In nat 1250 Franken, Michel Molinari, Präsident des SVIT-Präsident beider Basel ihrem jüngsten Imwobei damit auch mobilienreport das Eigenkapital verzinst wäre. Die Angebote für Miet- stuft die UBS Baselland als «Gefahrenwohnungen im unteren Baselbiet region» ein, Basel als «Monitorregimit ähnlichem Standard gehen bei on». Konkret heisst das, der Markt ist 3000 Franken los – das ist mehr als überhitzt, oder zumindest «heiss gelaufen» (vgl. bz vom 8. März). das Doppelte. • Eine Viereinhalbzimmerwohnung auf dem Bruderholz mit 161 Quadrat- Auch Angebot eher mager «Wir erleben seit 15 Jahren einen metern kostet 1,639 Millionen Franken. Zinsaufwand pro Monat: 1365 Boom bei Eigentumswohnungen», Franken. Eine andere mit der exakt bestätigt denn auch Michel Molinari, gleichen Fläche, nur wenige hundert Präsident des Schweizerischen VerMeter nördlich (allerdings auf Stadt- bands der Immobilienwirtschaft beider Basel (SVIT). boden), kostet 4500 Franken Miete. Angebotsseitig sieht es auch nicht Kein Wunder versuchen heute viele Mieterinnen und Mieter, eine rosig aus. Der ImmobilienspezialisWohnung zu kaufen. Doch gerade ten Wüest & Partner (W&P) hat behier beginnt das Problem: Gute Ange- rechnet, dass die von ihm berechnete VON STEFAN SCHUPPLI «Wir erleben seit 15 Jahren einen Boom bei Eigentumswohnungen.» Angebotsziffer in der Region um 16 Prozent abgenommen hat. Die beste Ziffer weist das untere Baselbiet aus, dann folgt das Fricktal mit 4,6, das ober Baselbiet mit 3,8 und Basel mit nur 1,7 Punkten. Dass die Lage auf der Landschaft besser ist, liegt auf der Hand: Hier gibt es zahlreiche Neubauprojekte. Gemäss W&P hätten sich die Immobilienpreise im unteren Baselbiet, im Laufental und im Fricktal im Vergleich zur Restschweiz hingegen unterdurchschnittlich, im oberen Baselbiet sogar stark unterdurchschnittlich entwickelt. Einige Tipps zum Wohnungskauf Wie können potenzielle Käuferinnen und Käufer trotz Knappheit zu Wohneigentum kommen? Sechs Tipps: • Zuerst müssen die Ansprüche an das Objekt möglichst genau definiert werden und die Konsequenzen abgeschätzt werden, auch die finanziellen: Wie viel Kapital kann eingesetzt werden? Welche Objekte kommen dafür infrage? • Kontakt zu Banken aufnehmen, Offerten für Hypothekarbedingungen und -zinsen einfordern. • Wer sich auf die Suche macht, muss dafür sorgen, dass von der Wahl-Bank innerhalb kürzester Filme über das Bleiben und Gehen Cinema Querfeld Das 8. Interkulturelle Kinofestival kommendes Wochenende thematisiert die Suche, die Sehnsucht nach und das Finden von Heimat. VON PASCALE HOFMEIER Die Frage stellt sich für viele Menschen immer wieder: Bleiben oder gehen? Manche fliehen vor Armut, andere sind abenteuerlustig oder getrieben von der Sehnsucht nach einem besseren Leben. Das 8. Interkulturelle Kinofestival «Cinema Querfeld» im Gundeli zeigt am Wochenende von Freitag bis Sonntag acht Filme zum Thema Heimat suchen, finden oder verlieren. Das Programm ist eine Mischung aus Dokumentarfilmen und bekannteren und weniger bekannten Studiofilmen. Zum Beispiel der Dokumentarfilm «Eigentlich wollten wir zurückkehren» von Yusuf Yesilöz porträtiert drei Ehepaare aus der Türkei und dem Balkan, die sich nach vielen Jahren in der Schweiz im Pensionsalter die Frage stellen, ob sie nun wirklich wieder wie geplant in die Heimat zurückkehren sollen oder nicht. «Le Havre» des finnischen Filmemachers Aki Kaurismäki befasst sich mit der Flüchtlingsproblematik Europas. Auch ein Klassiker wird gezeigt: Der Stummfilm «The Immigrant», in dem Charlie Chaplin einen europäischen Auswanderer spielt, der sein Glück in Amerika sucht. Kino soll Perspektiven erweitern Organisiert wird das Festival von einem Organisationskomitee mit Menschen aus 11 Ländern. «Einige haben die Thematik der Filme am eigenen Leib erlebt», sagt Mitorganisatorin Claudine Gaibrois. Das Ziel sei, Filminteressierten an den drei Tagen verschiedene Perspektiven zu zeigen und sie auf eine Reise mitzunehmen. Auch kulinarisch kann das Publikum reisen: Am Freitag sind pakistanische und kurdische Gerichte im kulinarischen Begleitprogramm, am Samstag bulgarische und italienische. Am Freitag kochen Jugendliche aus dem Wohnheim für unbegleitete minderjährige Asylsuchende. Sie haben auch einen Film selber ausgewählt: «Va, vis et deviens» von Radu Mihaileanu. Der Film erzählt die Ge- Cinema Querfeld (15.–17.3.) Auszug aus dem Programm: • Freitag, 15.3.: «Eigentlich wollten wir zurückkehren» (18.30), «Va, vis et deviens» (21.00). • Samstag, 16.3.: «Familie Feierabend – von der Schweiz in die Karibik und zurück» (17.30), Konzert Tonino Castiglione (19.45), «Le Havre» (21 Uhr), «The Mosquito Problem and other stories» (22.45). • Sonntag, 17.3.: Brunch (10 Uhr), «The Immigrant» (11.45), «Havanna Blues» (12.15). Mehr Infos: www.querfeld-basel.ch Vorverkauf: Buchhandlung und Kaffee Nasobem, Frobenstrasse 2, 061 271 22 23, www.nasobem.ch. Eintritt: Fr. 10.– (pro Abend), Sonntag: Brunch 15.–, Filme gratis. (HPA) schichte eines äthiopischen Kindes, das sich als Jude ausgibt, um dem Hungertod zu entkommen. Die Geschichte steht im Kontext der Hungerkatastrophe 1984 in Äthiopien, nach der die israelische Regierung äthiopische Juden nach Israel holte. Zeit eine schriftliche Finanzierungszusage vorliegt. Sonst ist man vielleicht im entscheidenden Moment zu spät. • Internetportale wie die beiden obgenannten oder das der Basellandschaftlichen Kantonalbank geben einen guten Überblick über Angebot und Preise. Vergleiche sind durch einfache Rechnungen (z.B. Quadratmeter-Preise) zu erreichen. Ein wichtiges Preis- und Qualitätselement ist die Lage. • Bei Neubauten gilt es, möglichst früh auf die Interessentenliste zu kommen. Informieren Sie sich in der Wunschgemeinde über Bauprojekte oder direkt bei Architekten oder Baufirmen. • Wer bereits in der Nähe des Objekts wohnt, kann getrost auf einen Vermittler verzichten. Michel Molinari vom SVIT schlägt vor, einfach mal mit dem Velo durch die Quartiere zu fahren und zu schauen, wo gebaut wird. Am kommenden Freitag, Samstag und Sonntag findet in der Messe Basel die Immoexpo statt (Halle 4.1). Sie ist zugeschnitten auf Kaufinteressenten, die sich einen Überblick über den regionalen Markt für Wohneigentum verschaffen wollen. Öffnungszeiten: Freitag: 14–20 Uhr, Samstag/Sonntag 10–17 Uhr. Tanz Wie ein wildes Sammelsurium wirkt die Druckereihalle im Ackermannshof. Ein riesiges Zelt, bespannt mit Silberfolie, thront in der Mitte; dort hinein führt die Sängerin und Tänzerin Cornelia Huber ihr Publikum. Charmant bittet sie die Leute, Platz zu nehmen. Zwölf musikalische, gedankliche und visuelle Kompositionen wird sie in den nächsten eineinhalb Stunden präsentieren. Allesamt Grenzgänge und Grenzüberschreitungen. Sprachlich, indem sie auf Deutsch, französisch, spanisch singt; musikalisch, indem Klavier (Gabriel Walter), Perkussion (Sebastien Apert) und Gesang in einen unkonventionellen Austausch treten; gedanklich mit persönlichen Texten, die ihre Sicht auf die Welt dokumentieren, und schliesslich visuell: Rund um das Zelt sind verschiedene Objekte, Projektionen und Schatten zu sehen. Nicht für jeden gleich, der Blickwinkel ist entscheidend. Plötzlich schweben Planeten im Raum, die sich im Nachhinein als leuchtende Köpfe entpuppen. Ein kleines Einmannzelt aus weisser Spitze, eine Voliere, alles Dinge, die man sehen kann, wenn man will. So mancher im Publikum hält aber zeitweise die Augen geschlossen. «Es geht nicht darum, neue Wege in alten Systemen zu begehen, sondern die Grenzen des Systems zu überschreiten», lautet der Untertitel zu «Grenzfall». Alles mitbekommen geht nicht Man kann nur lauschen, oder sehen, oder versuchen, den Abend ganzheitlich in sich aufzunehmen, aber alles mitbekommen wird man kaum. Das Zauberspiel, das Huber entwirft, funktioniert auf verstörende und berührende Art und Weise. Tatsächlich drängen sich Gedanken an die Grenzen des eigenen Körpers auf. Ist meine Haut tatsächlich meine äussere Hülle, oder kommt da noch mehr? Ist meine Wahrnehmung mein Massstab der Betrachtung, oder vertraue ich mehr den gesellschaftlichen Konventionen? Sobald jedoch Musik erklingt, verschwinden diese Gedanken und man lauscht gebannt den Klangwelten der drei Musiker. Begleitet wurden sie beim Proben von Fritz Hauser, und manchmal hört man das sogar. Am Ende frenetischer Applaus. Grenzfall ist definitiv eine Reise wert, allerdings empfiehlt es sich, mit offenen Augen und Ohren in diesen Abend zu gehen, ansonsten man vieles verpassen könnte. (CLA) Kein GAV für die Spitex-Branche Verhandlungen Mit einer Petition forderte das Personal der Spitex Basel vor knapp zwei Jahren von der Geschäftsleitung und dem Stiftungsrat der Spitex Basel einen Gesamtarbeitsvertrag (GAV). Nun sind die GAV-Verhandlungen zwischen den Gewerkschaften und der Spitex-Branche gescheitert. Wie die Spitex Basel und der Verband der privaten SpitexUnternehmen ASPS gemeinsam mitteilten, wollen sie anstelle des GAV gemeinsam einen Basis-Rahmenvertrag für die Spitex-Branche erarbeiten. Damit werde eine korrekte Anstellung der Mitarbeitenden gesichert. Einer versus verschiedene Verträge Gescheitert sind die GAV-Verhandlungen laut den Branchenvertretern an unterschiedlichen Vorstellungen. Während die Branchenverbände einen Vertrag wollten, der für alle Anbieter im Spitex-Bereich gültig ist, hätten die Gewerkschaft für Angestellte im öffentlichen Dienst (VPOD) und der Schweizerische Berufsverband für Pflegefachleute (SBK) unterschiedliche Verträge in Abhängigkeit der Firmengrösse gefordert. «Wir waren kompromissbereit, aber ein GAV, der nur die geltenden gesetzlichen Minimalstandards einhält, macht keinen Sinn», sagt die VPOD-Sekretärin Marianne Meyer. «Für uns entsteht der Eindruck, dass eine gute Sozialpartnerschaft nicht gewünscht ist.» Die Spitex Basel verfüge heute über «relativ gute» Arbeitsbedingungen. Aber die vom Personal geforderte Flexibilität sei enorm und die Mitspracherechte ungenügend. Prekär schätzt sie die Bedingungen bei den privaten Anbietern ein: Es gebe es immer wieder Fälle, in denen die Arbeitsrechte nicht eingehalten würden. «Wir haben von solchen Fällen keine Kenntnis», sagt David Wüest-Rudin, Vertreter der ASPS-Delegation Basel. «Es ist wichtig, dass uns solche Fälle gemeldet werden.» Er und auch die Geschäftsführerin der Spitex Basel, Dorothea Zeltner bedauern, dass der GAV nicht zustande kam. Zeltner weist den Vorwurf, die Spitex sei nicht an einer Sozialpartnerschaft interessiert, dezidiert zurück: «Die Verbände wollten sich nicht auf einen Vertrag für alle Anbieter einlassen.» Sie hätten sich an den Arbeitsbedingungen der Spitex Basel orientieren wollen. «Das ist nicht sinnvoll, gerade für sehr kleine Anbieter», sagt Zeltner. (HPA)
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