Schweizer Weinernte 2012

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Schweizer Weinernte 2012
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Inhalt / Sommaire /
Sommario
Aktuell
Editorial / Editoriale
Ein heisses Eisen
Une question délicate
Un ferro rovente
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Dossier
Schweizer Weinernte 2012
Vendanges suisses 2012
Vendemmia svizzera 2012
Weinhefe überdauerte 113 Jahre in Flasche
Des levures du vin ont subsisté 113 ans
dans la bouteille
Schweizer Weinernte 2012
Die Weinernte 2012 zeichnet sich durch eine
gute Qualität aus, liegt jedoch aufgrund der
variablen Wetterbedingungen mit 1’004’040 hl
rund 7 Prozent unter dem fünfjährigen Mittel.
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La Vie de l’ANAV
Der Brief des Präsidenten
Le Billet du Président
Il biglietto del Presidente
Coupe ANAV 2013
Sektionsberichte / Nouvelles des sections
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Magazin
Le retour de deux AOC historiques en Lavaux 54
MVVV: Workshops et visites guidées
54
Würenlingen: Neue Sternen-Trotte
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Impressum / Agenda
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4/12
Frost, Regen, Trockenheit: Das Wetter hat
im Weinjahr 2012 teilweise verrückt gespielt
und es den Weinbäuerinnen und -bauern nicht
leicht gemacht (Siehe Seite 8).
Vendanges suisses 2012
Pagina di copertina: Jean-Pierre W. Oulevey,
«Epesses sous la neige» (vedi pagina 7)
2e grande fête du Chasselas
Samedi 6 juillet 2013 les amateurs du chasselas sont invités à la 2e grande fête du Chasselas au Château d’Aigle. Lors de ce rencontre
festive consacré à ce cépage unique on pourra
découvrir et apprécier les meilleurs vins venus
du monde entier, primée dans le cadre du
Vendemmia svizzera 2012
Des crus vaudois protégés
Page de couverture: Jean-Pierre W. Oulevey,
«Epesses sous la neige» (voir page 6)
Dans le cadre de la 20e confrontation internationale des meilleurs Chardonnay du Monde®,
organisée par l’association Forum Œnologie du
13 au 16 mars 2013 en Bourgogne, les experts
jurés ont attribué 291 Médailles représentants
un tiers des échantillons présentés issus de
42 pays participants. La Suisse a remporté 17
médailles dont trois d’Or et 14 d’Argent. Les
producteurs suisses les plus distingués sont la
Cave de Genève avec deux médailles d’Or et
une médaille d’Argent ainsi que les maisons
Les Caves du Château d’Auvernier et Mauler &
Cie SA avec trois médailles d’Argent chacune.
Les vendanges 2012 sont de bonne qualité, mais
en raison de conditions météorologiques variables, le volume – 1’004’040 hectolitres – est
inférieur de près de 7 pour cent à la moyenne
des cinq dernières années (voir page 12).
La vendemmia 2012 è caratterizzata da una
buona qualità, anche se il volume totale, pari
a 1’004’040 ettolitri, fa registrare un calo del
7 per cento circa rispetto alla media quinquennale, imputabile alla variabilità delle condizioni
meteorologiche (vedi pagina 15).
Zum Titelbild: Jean-Pierre W. Oulevey,
«Epesses im Winterkleid» (siehe Seite 5)
Succès suisse au
Chardonnay du Monde
Les productions viticoles du Dézaley et du
Calamin deviennent des appellations d’origine
contrôlée. Le Conseil d’Etat souhaite ainsi renforcer leur visibilité. 60 mille bouteilles de
Dézaley et de Calamin arriveront en moins sur
le marché qu’auparavant, suite à cette nouvelle
réglementation (voir page 54).
concours Mondial du Chasselas 2013. Stands
de dégustation, restauration et produits du terroir, animation musicale.
(www.mondialduchasselas.com)
Arvinis 2013
L’édition 2013 de la foire Arvinis aura lieu du 17
au 22 avril 2013 dans les Halles CFF de Morges.
Les visiteurs ont la possibilité de déguster plus
de 2500 vins de tous les continents – entre
autres les vins du Liban, hôte d’honneur d’Arvinis 2013.
www.arvinis.ch
Ami du Vin 4/12
Aktuell
«Esprit de Genève»
Schweizer Erfolge am
Chardonnay du Monde
An dem zum 20. Mal im Burgund durchgeführten Wettbewerb Chardonnay du Monde
holten sich die Schweizer Teilnehmer 17 Medaillen, drei in Gold und 14 in Silber. Unter den Gewinnern von Silber waren auch
zwei Deutschschweizer Produzenten, Sabine
Steiner, Schernelz, und Lukas Baumgartner,
Lengnau. Von insgesamt 872 aus 42 Ländern
eingereichten Weinen wurde ein Drittel ausgezeichnet. Die grösste Ausbeute hatte das
«Stammland» des Chardonnay, Frankreich, mit
154 Medaillen.
Schaffhauser GourmetFestival 2013
Vom 1. bis 31. Mai 2013 lädt das Schaffhauser Blauburgunderland zum Gourmet-Festival
ein. 20 Top-Restaurants – vom gutbürgerlichen Gasthof bis zur GaultMillau-Adresse –
präsentieren zu Köstlichkeiten aus der Küche
Schaffhauser Spitzenweine.
www.blauburgunderland.ch
Sierre: photographier
le paysage
Que photographier dans les vignes et comment
s’y prendre? Les 11 et 12 mai, dans le cadre du
week-end des musées européens et des Caves
ouvertes du Valais, le Musée valaisan de la
Vigne et du Vin propose un workshop animé par
le photographe Yann Mingard. Les participants
apprendront à construire leur sujet avant d’arpenter le vignoble pour ramener des images. Le
photographe leur montrera comment raconter
une histoire ou défendre un point de vue à travers leur travail photographique. Inscriptions:
[email protected] ou 027 456 35 25 (voir
page 54).
agroPreis 2012
für «Fasstastische Ferien»
Gewinner des mit 20’000 Franken dotierten
Hauptpreises der emmental versicherung ist
das Projekt «Fasstastische Ferien» der Familie
Ami du Vin 4/12
Rüedi aus Trasadingen (SH). Bei ihr haben die
Gäste seit 2002 die Möglichkeit, in 15’000 Liter
grossen Fässern zu übernachten. 2012 eröffneten Rüedis ein Hotel, das richtige Schlafzimmer
in Form eines Fasses bietet.
www.rueedi-ferien.ch
Wein- und Gourmetwanderung im Thurtal
Am Sonntag, 9. Juni 2013, findet im thurgauischen Weinfelden die 3. Wein- und Gourmetwanderung im Rebgebiet am Ottenberg oberhalb Weinfelden statt. Der Ottenberg Ist ein
markanter Hügelzug dem oberen Thurtal entlang, an dessen Südhänge bevorzugte Rebparzellen das Landschaftsbild prägen.
www.weinfelden.ch
Chemin des vignes
en terrasses
Le «chemin des vignes en terrasses» sera inauguré samedi 25 mai 2013 dans le vignoble de
Martigny. Un atout oeno-touristique du Valais
qui intéressera sans doute les amis du vin!
Durch Reben im Terrassenanbau wandern
Ein «Wanderweg durch die Reben im Terrassenanbau» wird am Samstag, dem 25. Mai
2013 in Martigny eröffnet. Das Wallis kann
damit eine weitere weintouristische Attraktion
anbieten! – Bericht folgt.
AdV. In den Schweizer Weinanbaugebieten
wird seit Jahren der Vielfalt gefrönt. Die Kantone überbieten sich mit immer neuen «Rekorden», was die Zahl der gepflanzten und
vinifizierten Rebsorten betrifft. Obwohl in den
meisten Regionen nach wie vor traditionelle
Gewächse wie Pinot noir, Gamay, Chasselas,
Merlot oder Riesling-Silvaner dominieren und
zur Kernkompetenz zählen, fehlt es mehr und
mehr an typischen «Bannerträgern».
Als Gegenbewegung zur wachsenden Diversifizierung ist das Projekt «Esprit de Genève»
zu verstehen, das unlängst in Zürich vorgestellt
wurde. Dessen Ziel ist es, einen Rotwein-Typ
zu kreieren, der als Botschafter der Genfer
Weine auftreten kann. Es handelt sich dabei,
wie in einer Charta festgehalten wird, um eine
Assemblage von mindestens 50 Prozent Gamay
sowie 20 Prozent Gamaret und / oder Garanoir.
Ein restlicher Anteil von maximal 20 Prozent
darf aus anderen roten Sorten wie z. B. Merlot,
Cabernet Sauvignon, Pinot noir, Diolinoir u.a.m.
bestehen. Letztere geben jedem Kelterer die
Möglichkeit, seine Schöpfung individuell auszugestalten, sollen aber den gleichzeitig Genfer
Typus nicht verdrängen.
Die Charta stellt auch Bedingungen für die
Arbeit im Rebberg und im Keller. So dürfen u.a.
die für die Produktion des «Esprit de Genève»
erlaubten Traubenerträge 50 Hektoliter pro
Hektare nicht überschreiten. Der Mostzuckergehalt der Traubenernte muss mindestens
85° Oechsle beim Gamay und 90° Oechsle bei
den übrigen Traubensorten betragen.
Der ganz oder teilweise in Eichenholzfässern ausgebaute Wein muss höchsten Qualitätsansprüchen genügen, einen Alkoholgehalt
von mindestens 20 Volumenprozent aufweisen, im Gaumen gut strukturiert sein und eine
grosse Dichte von runden, seidigen Tanninen
besitzen. Er darf erst nach mindestens 13-monatigem Ausbau in den Verkauf kommen. Eine
Kommission kontrolliert die Einhaltung aller
in der Charta festgehaltenen Vorschriften. Sie
entscheidet schliesslich in einer Blinddegustation darüber, ob ein Wein als «Esprit de
Genève» angeboten werden darf. – Mit dem
Jahrgang 2010 hatten 17 führende Genfer
Winzer die Bedingungen der Charta erfüllt
und ihren«Esprit de Genève auf den Markt
gebracht.
3
Editorial
Othmar Stäheli, Chefredaktor
Ein heisses Eisen
habe ich im Editorial der Ende Oktober letzten Jahres erschienenen Ausgabe angerührt,
als ich für die «Weinwahl-Freiheit» plädierte.
Meine Meinung, es sei Sache jeder Weinfreundin und jedes Weinfreunds frei nach Lust und
Laune zu entscheiden, ob ein Schweizer oder
ein ausländischer Tropfen kredenzt werden
soll, veranlasste einige Leser zu entrüsteten
Reaktionen. Viele sind der Ansicht, die «Verteidigung der Schweizer Weine gehöre zu den
Zielen unserer Vereinigung», andere erinnerten
mich in ihren Protestnoten daran, dass zahlreiche namhafte Winzer zu unseren Mitgliedern
zählten. Allen gemeinsam ist leider der ausrückliche Wunsch anonym zu bleiben und die
Reaktion nur ohne Angabe ihres Namens zu
veröffentlichen. – Schade! Der «Ami du Vin» ist
ebenso das Organ unserer Vereinigung und das
Sprachrohr der Sektionen wie auch ein Forum
für deren Mitglieder. Ein Ort, an dem freundschaftlich auch unterschiedliche Meinungen
aufeinander treffen dürfen.
Die «Regel» missachtend, dass anonyme
Schreiben im Papierkorb des Redaktors landen
sollten, möchte ich kurz den beiden obgenannten Vorwürfen entgegnen: Wir Weinfreunde haben zwar ein besonderes Flair für die Schweizer
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Weine und sind auf unsere einheimischen Gewächse und Winzer auch entsprechend stolz.
Das Ziel unserer Vereinigung geht aber, wie ein
Blick in die Statuten zeigt, darüber hinaus. «Die
Vereinigung hat den Zweck, auf gesamtschweizerischer Ebene die Freunde des Weins zusammenzuschliessen, den Wein als edles und
bekömmliches Getränk bekanntzumachen, seinen Ruf zu erhalten und zu fördern.» Trotzdem
ist eine grosse Zahl von Schweizer Winzern in
verschiedenen Sektionen aktiv mit dabei! Und
viele von ihnen teilen mit uns die Meinung,
dass die Weinliebhaber, Konsumentinnen und
Konsumenten nach ihrem Gustus die freie Wahl
darüber treffen sollen, ob es ein Schweizer
oder ein Ausländer sein soll.
Wenn nur ein halbes Jahr nach dem
«Marsch auf den Bundesplatz» eine Intervention des Bundes zugunsten des Schweizer Rebbaus und der Schweizer Weine kein Thema
mehr ist, dann nicht Dank der Politik. Zwar fanden die extremsten Forderungen gewisser Produzenten und Parlamentarier weder beim Bundesrat noch im Parlament Gehör, aber für die
Wende hat die Natur gesorgt: In der Schweiz
wurde nämlich mit 100 Millionen Litern Wein
eine mengenmässig bescheidene Ernte eingekellert, 10 Prozent weniger als im 2011. Noch
kleiner waren die Erträge in den wichtigsten
europäischen Weinbauländern. Frankreich meldet bei einem Rückgang um fast 20 Prozent
gegenüber dem Vorjahr die mengenmässig
schwächste Ernte seit 50 Jahren. Nicht ganz
so krass sind die Einbussen in Spanien,doch
auch auf der Pyrenäenhalbinsel wurden extrem
reduzierte Erträge eingekellert. Und schliesslich
beklagt man in Italien, dem wichtigsten ausländischen «Weinlieferanten» der Schweiz, bei
den frühreifen roten und vor allem den weissen
Gewächsen magere Ernten, nachdem bereits
2011 unterdurchschnittliche Mengen gelesen
worden waren.
Die Ertragseinbussen sind für die Winzer
sowohl im In- als auch im Ausland kein Segen.
Und trotzdem dürften die reduzierten Ernten
für gewisse Schweizer Produzenten aber auch
positive Effekte haben: Von den im Inland befürchteten «Überschüssen» und «übervollen
Kellern» spricht niemand mehr. Das mengenmässig bescheidene ausländische Angebot
kann – in Verbindung mit festeren und auch
steigenden Preisen – die Konkurrenzfähigkeit
der Schweizer Weine aller Farben stärken. Je-
denfalls scheinen sich der ruinöse Preisdruck
sowie die Aktionitis etwas abzuschwächen.
Das Weinjahr 2012 fand also namentlich
für die Schweizer Winzer trotz allem ein gutes
Ende. Die Politik und die Diskussionen um zu
grosse oder zu kleine Mengen sind etwas in
den Hintergrund getreten. Der Wein und die
Qualität des neuen Jahrgangs stehen wieder
im Mittelpunkt unseres Interesses. Und wir
haben nach dem zum Teil schwierigen Rebjahr
durchaus Grund zu Optimismus!
Die Walliser Weissen bestechen durch intensive Aromatik, während die Waadtländer
«Kollegen» durch Fruchtigkeit überzeugen. Unter den roten Gewächsen der ganzen Romandie
dürfte es nicht an Schmeichlern mit weichen
Tanninen mangeln. Mengenmässig mussten
dankder Wetterkapriolen auch die Winzer in
der Deutschschweiz Einbussen in Kauf nehmen. Schliesslich gelang es aber den meisten,
mit Geduld und erhöhtem Arbeitsaufwand die
Trauben bei bester Gesundheit und Reife einzukellern. Frisch-fruchtig soll der 2012-er werden,
hört man aus den Kellern vom Jura bis zum jungen Rhein. Ergänzt werden die vielversprechenden Prognosen aus den Tessiner Cantine. Der
Merlot kam bei überdurchschnittlicher Reife in
die Keller. Man spricht von einem der besten
Jahrgänge der (hervorragenden) letzten zehn
Jahre.
Freuen wir uns also auf den neuen Schweizer Jahrgang! Und hoffen wir, unsere Importeure würden uns trotz des stark reduzierten
ausländischen Angebots eine Auswahl schöner
Tropfen zu erschwinglichen Preisen anbieten
können!
PS. Der Redaktor möchte sich bei allen
Weinfreundinnen und Weinfreunden entschuldigen und sie um Verständnis dafür bitten, dass
die vorliegende Ausgabe mit dreimonatiger
Verspätung erscheint. Gesundheitliche Gründe
sind dafür verantwortlich.
Ami du Vin 4/12
Editorial
Zum Titelbild
Jean-Pierre W. Oulevey, «Epesses im Winterkleid»
Der Maler des Werks, welches die Titelseite dieser Ausgabe schmückt, ist den Weinfreundinnen und Weinfreunden bereits in Ausgabe 4/2009
begegnet: Jean-Pierre W. Oulevey, der einstige Präsident der Sektion Waadt und von 1995 bis 2000 als Vertreter der Romandie Mitglied des
ANAV-Zentralvorstandes. Der Künstler entführt uns mit dem 2011 geschaffenen Ölbild «Epesses im Winterkleid» in die Reben des Lavaux,
zweifellos eines der faszinierendsten Anbaugebiete der Schweiz. Die Verbundenheit mit den Weinbergen an den Steilhängen des Léman,
über denen er von seinem Wohnort Renens aus gleichsam wacht, brachte Jean-Pierre W. Oulevey in zahlreichen Werken zum Ausdruck. Mit
diesem Teil seines künstlerischen Schaffens hat er sich einen breiten Platz und eine reich illustrierte Würdigung in dem von Philippe Margot
edierten Band 2 der Reihe «LAVAUX & les ARTS – de 1933 à aujourd’hui» verdient.
Jean-Pierre W. Oulevey hat in den vergangenen Jahrzehnten zudem für verschiedene Waadtländer Winzer unzählige Etiketten entworfen und realisiert, wobei nicht selten auch seine Bilder als Vorlage dienten. Vergangenen Herbst wählte die Confrérie de l’Etiquette eines seiner Werke zur «Schönsten Etikette 2012». Den Wettbewerb gewann er mit der Ausstattung des Weins «La Grande Vigne» des Selbstkelterers Pascal Dace aus Aran-Villette. Die
siegreiche Etikette ist geschmückt mit einem von Jean-Pierre W. Oulevey geschaffenen Bild.
Austellungen: Noch bis zum 29. Juni 2013 bietet eine Ausstellung in der «Badouxthèque» in Yvorne einen Einblick in das künstlerische Schaffen von
Jean-Pierre W. Oulevey (Montag bis Samstag von 10 bis 20 Uhr, Freitag bis 21 Uhr, Auffahrt und Pfingstmontag geschlossen.) – Von 30. August bis 15.
September 2013 sind Werke von Jean-Pierre W. Oulevey zudem in Ecublens ausgestellt, in der «Galerie du Pressoir» Rue Bassenges.
www.jpw-oulevey.ch
Une question délicate
Celle que j’avais abordée dans mon édito paru
fin octobre 2012, dans lequel je me prononçais
pour la «liberté dans le choix du vin». Mon opinion, selon laquelle tout amateur de vin devrait
pouvoir choisir selon son humeur s’il veut goûter un vin suisse ou étranger, n’est apparemment pas du goût de tout le monde, comme
certaines réactions outrées le laissent penser.
Beaucoup sont d’avis que «la défense des vins
suisses fait partie des buts de notre association», d’autres m’ont rappelé dans leurs lettres
de protestation, que de nombreux producteurs
de renom figurent parmi nos membres. Tous
ont malheureusement souhaité conserver l’anonymat et exigé que leurs réactions ne soient
publiées qu’à condition de ne pas en révéler
l’auteur. Dommage! Car «L’Ami du Vin» est
Ami du Vin 4/12
autant l’organe de notre association que le
porte-voix des sections et un forum pour ses
membres. Un lieu donc, où des opinions divergentes peuvent s’exprimer en toute amitié.
Ignorant la règle selon laquelle les écrits
anonymes finissent toujours dans la corbeille
du rédacteur, je voudrais tout de même répondre aux deux reproches exposés plus haut:
les amateurs de vin que nous sommes ont un
penchant pour les vins suisses et sont fiers de
la production suisse et de ses vignerons. Mais
le but de notre association, va au-delà de cela,
comme le montrent les statuts. «L’Association
a pour but de grouper sur le plan national tous
les Amis du Vin, de faire connaitre cette noble
et saine boisson, de maintenir et de promouvoir
sa renommée.»
Cela n’empêche pas un grand nombre de
vignerons suisses de participer activement aux
différentes sections! Et la plupart d’entre eux
partagent notre avis, selon lequel les amateurs
de vin, les consommateurs, doivent être libres
de choisir comme ils l’entendent entre un vin
suisse et un vin étranger.
Si quelques mois après la grande manifestation des vignerons sur la Place fédérale, une
intervention de la Confédération en faveur de
la viticulture et des vins suisses n’est plus à
l’ordre du jour, la politique n’y est pour rien.
Car si les revendications les plus extrêmes
de certains producteurs et parlementaires ne
semblent avoir été entendues ni au Conseil Fédéral ni au parlement, c’est bien la nature qui a
fait la différence, puisque la maigre récolte de
2012, soit 100 millions de litres était inférieure
de 10 pour cent à celle de 2011. Les volumes
étaient même encore inférieurs dans les plus
grands pays producteurs européens. En France
5
Editorial
la baisse de presque 20 pour cent par rapport à
l’année précédente a fait de 2012 la plus petite
récolte depuis 50 ans. Les baisses de rendement ne sont certes pas aussi extrêmes en Espagne, mais les volumes de vendange étaient
là encore extrêmement réduits. En Italie, le plus
important «fournisseur en vin» de la Suisse, on
déplore également de faibles vendanges dans
les rouges précoces et surtout dans les blancs,
alors même que les volumes récoltés en 2011
avait déjà atteint des records de baisse.
Les chutes de rendements ne réjouissent
certainement pas les producteurs, qu’ils soient
Suisses ou étrangers. Et pourtant, cette baisse
naturelle des volumes peut aussi prendre une
tournure intéressante pour certains vignerons
suisses, puisque plus personne ne parle «d’excédents» et de «chais remplis à ras bord» dans
le pays. La maigre offre étrangère, combinée
avec des prix plus stables voire en hausse, peut
aussi renforcer la compétitivité des vins suisses
quelle qu’en soit la couleur. La lourde pression
sur les prix ainsi que les promotions à tout va,
semblent en tous cas baisser d’intensité.
L’année 2012 se sera donc malgré tout avérée positive, en particulier pour les producteurs
suisses. La politique et le débat concernant les
trop gros ou les trop petits volumes sont passés
au second plan. Le vin et la qualité du nouveau
millésime sont redevenus nos centres d’intérêt.
Et après ce millésime parfois difficile, nous
avons toutes les raisons d’être optimistes!
Les blancs du Valais éblouissent par une
expression aromatique intense, alors que les
«confrères» vaudois séduisent par leur fruit.
Parmi les rouges pris sur l’ensemble de la
Suisse Romande, les vins séducteurs aux tanins
tendres ne manquent pas. Pour ce qui est des
volumes, les producteurs en Suisse germanophone ont enregistré des baisses, caprices de
la météo obligent. Mais la plupart d’entre eux
ont malgré tout réussi, au prix d’une patience
et d’une charge de travail accrus, à rentrer
des raisins d’excellente qualité et maturité. Du
Jura jusqu’au jeune Rhin, le millésime 2012
est annoncé comme étant frais et fruité. Les
caves tessinoises confirment ces annonces prometteuses. Le Merlot a été rentré avec une
maturité supérieure à la moyenne. On parle
même de l’un des meilleurs millésimes de ces
(excellentes) dix dernières années.
Réjouissons-nous donc de ce nouveau millésime suisse! Et espérons que nos importa-
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teurs, malgré une offre étrangère fortement
réduite, soient en mesure de nous proposer une
sélection de beaux crus à des prix abordables!
PS. L’auteur de ces lignes souhaite s’excuser auprès de toutes les amies et tous les amis
du vin pour les trois mois de retard concernant
la parution du présent numéro. Des raisons de
santé sont à l’origine de ce désagrément.
Page de couverture
Jean-Pierre W. Oulevey
«Epesses sous la neige»
Pour beaucoup d’amies et amis du vin
l’auteur de l’œuvre illustrant la page de
couverture est bien connu: Jean-Pierre W.
Oulevey, l’ancien président de la section
Vaud et membre du Comité central de
1995 à 2000. C’est en 2011 qu’il a créé
l’œuvre intitulé «Epesses sous la neige». Il
y a quatre ans que les amies et amis du vin
avaient déjà la chance de faire la connaissance du talent artistique de Jean-Pierre W.
Oulevey. La page de couverture de l’édition 4/2009 a été illustrée de son œuvre
«Rhône sauvage». Le tableau «Epesses sous
la neige», huile sur toile, créé en 2011,
illustre la liaison cordiale de l’artiste avec
«sa» région viticole, le Lavaux.
L’artiste et ami du vin est aussi un créateur
fameux des habillages du vin. En octobre
2012 la Confrérie de l’Etiquette a élu une
création de Jean-Pierre W. Oulevey «La plus
belle 2012». C’est «La Grande Vigne» de Pascal Dace, vigneron-encaveur à Aran-Villette,
a remporté la récompense de la Confrérie de
l’Etiquette. Illustré d’un tableau Jean-Pierre
W. Oulevey!
Une récompense extraordinaire du travail de
l’artiste est la présence importante de JeanPierre W. Oulevey dans l’édition «LAVAUX &
les ARTS, tome 2 – de 1933 à aujourd’hui»,
publié par Philippe Margot 2012. Ce livre
bien illustré (Cepdivin Edition) est dédié aux
artistes inspirés des paysages de Lavaux.
Expositions d’œuvres de Jean-Pierre W.
Oulevey en 2013: Jusqu’au 30 juin, «Badouthèque», Yvorne. Du 30 août au 15 septembre, «Galerie du Pressoir», Ecublens.
www.jpw-oulevey.ch
Un ferro rovente
Nell’editoriale dell’edizione apparsa alla fine
di ottobre dello scorso anno ho preso in mano
un ferro rovente perorando la «libertà di scelta
del vino». La mia opinione secondo cui ogni
amica e ogni amico del vino potrebbe decidere
a proprio piacimento se offrire un bicchiere di
vino svizzero o di vino straniero ha suscitato
grande indignazione presso alcuni lettori. Molti
di loro sono dell’avviso che «la difesa dei vini
svizzeri rientrerebbe negli obiettivi della nostra
Associazione», altri mi hanno ricordato nelle
loro note di protesta che parecchi noti viticoltori sarebbero nostri membri. Purtroppo, tutti
esprimono l’esplicito desiderio che sia mantenuto il loro anonimato e che la loro reazione
venga pubblicata senza indicazione del proprio
nome. – Peccato! L’«Ami du Vin» è contemporaneamente l’organo della nostra Associazione e
il portaparola delle sezioni come pure un forum
per i loro membri. Quindi, un luogo in cui possono essere espresse amicalmente anche delle
opinioni controverse.
Disattendendo alla «regola» che le lettere
anonime dovrebbero essere incestinate immediatamente dal redattore, vorrei controbattere
brevemente i due succitati rimproveri: Noi
amici del vino abbiamo in vero buon naso per i
vini svizzeri e siamo anche particolarmente fieri
dei vini indigeni e dei nostri viticoltori. Tuttavia,
come si può dedurre dagli statuti, l’obiettivo
della nostra Associazione va ben oltre. «L’Associazione ha lo scopo di riunire sul piano nazionale tutti gli amici del vino, di far conoscere
questa nobile e sana bevanda, di conservare e
promuovere la sua reputazione.»
Ciononostante, un gran numero di viticoltori vi partecipa attivamente in diverse sezioni!
E molti di loro condividono la nostra opinione
che gli appassionati del vino, consumatori e
consumatrici, devono decidere liberamente secondo il proprio gusto se optare per un vino
svizzero o un vino straniero. Non è certamente
merito della politica se solo mezz’anno dopo
la «dimostrazione sulla piazza antistante il Palazzo federale» l’intervento della Confederazione in favore della viticoltura svizzera e dei
vini svizzeri non è più un argomento di discussione. Le richieste le più estremi di determinati
produttori e parlamentari non hanno in vero
trovato ascolto né presso il Consiglio federale
né in Parlamento, ma è stata la natura stessa
Ami du Vin 4/12
Editorial
che ha provveduto alla svolta. Con 100 milioni
di litri di vino è stato messo in cantina un
raccolto quantitativamente modesto, ossia il
10 percento in meno rispetto al 2011. Ancora
più piccoli si sono rivelati i raccolti nei principali paesi vinicoli europei. Con un calo di quasi
il 20 percento rispetto all’anno precedente,
la Francia registra il raccolto quantitativo più
esiguo degli ultimi 50 anni. Non proprio così
estreme sono le perdite accertate in Spagna.
Tuttavia, anche nella Penisola pirenaica sono
state vinificate delle quantità estremamente
ridotte. E infine anche in Italia, il principale
«fornitore di vini esteri» della Svizzera, si lamentano dei raccolti magri per le varietà di uva
nera a maturazione precoce e soprattutto per i
tipi di uva bianca, considerato che già nel 2011
le rese erano inferiori alla media.
Le perdite registrate non sono una benedizione né per i viticoltori svizzeri né per quelli
esteri. Ciononostante, per determinati produttori svizzeri i raccolti ridotti dovrebbero avere
anche effetti positivi: In Svizzera nessuno parla
più delle temute «eccedenze» e di «cantine
strapiene». L’offerta estera quantitativamente
modesta – connessa a prezzi fissi e parzialmente in aumento – può rafforzare la concorrenzialità dei vini svizzeri di ogni tipo. Sembra
comunque che la rovinosa pressione sui prezzi
e le numerose «azioni» stiano leggermente diminuendo.
Malgrado tutto, l’annata vinicola 2012 ha
quindi registrato una buona riuscita, segnatamente per i viticoltori svizzeri. La politica e le
discussioni in merito a quantità troppo grandi o
troppo piccole sono passate in seconda linea. Il
vino e la qualità della nuova annata sono nuovamente al centro del nostro interesse. E dopo
l’annata vitivinicola piuttosto difficile abbiamo
assolutamente motivo di essere ottimisti!
I vini bianchi vallesani seducono con il loro
aroma intenso, mentre quelli vodesi incantano
con il loro sapore fruttato. Tra i vini rossi di
tutta la Romandia non dovrebbero mancare
quelli seduttivi dai morbidi tannini. Dal punto
di vista quantitativo anche i viticoltori della
Svizzera tedesca hanno dovuto prendere in considerazione delle perdite a causa delle bizze
meteorologiche. Tuttavia, con tanta pazienza e
con un maggior aggravio di lavoro la più parte
di loro è riuscita a mettere in cantina le uve in
buona salute e al giusto grado di maturazione.
Dalle cantine giurassiane sino a quelle situate
Ami du Vin 4/12
Pagina di copertina
Jean-Pierre W. Oulevey, «Epesses sous la neige»
Per molti Amiche e Amici del Vino l’autore dell’opera illustrante la pagina di copertina è noto:
Jean-Pierre W. Oulevey, già presidente della Sezione Vaud e membro del Comitato Centrale
dal 1995 al 2000. E’ nel 2011 che Jean-Pierre ha creato l’opera intitolata «Epesses sous la
neige». I Amiche e Amici del Vino conoscono l’artiste anche dell’opera «Rhône sauvage» illustrante la pagina di copertina dell’edizione 4/2009.
La pittura all’olio «Epesses sous la neige» mostra lo straordinario talento artistico di Jean-Pierre W.
Oulevey. Il suo curriculum vitae ci indica che questo talento ha radici nella famiglia.
«Caduto in terra il 25 ottobre 1939 a Territet ha vissuto la sua prima giovinezza tra due funicolari,
all’ombra della statua dell’imperatrice Sissi, dei grandi alberghi di allora, quando non era sotto
l’ombra dei salici piangenti in riva al lago, a pescare in compagnia di un bisnonno che aveva frequentato le Belle Arti di Milano sul gesso e vissuto fino alla venerabile età di novantaquattro anni.
Nel 1955 inizia il tirocinio di litografo. Ricordi di odori e di gesti: l’inchiostro per la litho da preparare arrivando il lunedì, la punta delle piume da affilare sulla pietra, giorni e giorni ad allineare
bastoni verticali, in corsivo, orizzontali prima di passare a disegni più seri popolati da angeli, mortadella di cinghiale e vestali nei pudici drappi delle loro tuniche.
E velocemente il grande cambiamento: l’abbandono della pietra litografica, la repro su placche di
vetro fotografico, il film e già si parlava di scanner di riproduzione. Nonostante ciò, anni ricchi di
scoperte, il disegno, l’acquarello, la pittura all’olio, la fotografia.
Alcune evasioni, Parigi, l’Inghilterra, la Russia, la Danimarca. Un’attrattiva, sempre presente per
paesaggi nordici, grandi spazi, flutti scatenati, cieli tormentati, ambienti di creazione del mondo.
– Seguono alcuni decenni a “vestire” il vino tra grafici, stampatori e vignaioli. Ricordi ramuziani
di amici, alcuni dei quali già partiti a coltivare le celesti vigne.
Era già deciso, venuto il momento di andare in pensione, cambiamento di attività, riaprire la
scatola dei colori. E’ cosa fatta ma con una predilezione per l’olio, il suo odore, la sua pasta da
spalmare e mescolare sulla tavolozza, reminescenze indubbie del mestiere della tipografia.
I soggetti, dal profondo del cuore. La natura, nei suoi stato d’anima tutta fugacità. L’acqua, viva o
sonnolenta, paesaggi lacustri, fiumi e canali, un’ammirazione senza limiti per Turner.
Facciate di case dalle porte e finestre dissimulatrici, protettive d’una vita intima e segreta, un marcato interesse per Hopper. Lavoro su fotografie personali e schizzi, un soggetto che può restare in
gestazione per mesi, dipinto dieci volte nella testa prima di raggiungere la tela. E poi le parole di
Charles Albert Cingria: se non si trova sopranaturale l’ordinario, qual’è la continuazione?»
Esposizioni 2013; fino al 30 giugno, «Badouthèque», Aigle; dal 30 agosto al 15 settembre, «Galerie
du Pressoir», Ecublens.
www.jpw-oulevey.ch
lungo il giovane Reno si sente dire che il vino
dell’annata 2012 diverrebbe fresco e fruttato.
Queste promettenti previsioni sono confermate
anche dalle cantine ticinesi. Il Merlot è stato
messo in cantina con un grado di maturazione
superiore alla media. Si parla di una delle migliori annate dell’ (eccellente) ultimo decennio.
Rallegriamoci quindi della nuova annata
svizzera! Speriamo che i nostri importatori
sappiano offrirci una scelta di ottimi vini a
prezzi abbordabili nonostante la forte riduzione
dell’offerta straniera!
PS. Il redattore si scusa presso tutte le
amiche e tutti gli amici del vino e fa affidamentro sulla loro comprensione per il ritardo di tre
mesi con cui è pubblicata la presente edizione.
Impossibilità di osservanza dei termini dovuta a
motivi di salute.
7
Dossier
Schweizer Weinernte 2012 – geringere Menge als im 2011
Gute Qualität nach einem
schwierigen Weinjahr
von Othmar Stäheli
Die Schweizer Weinernte 2012
zeichnet sich durch eine
überraschend gute Qualität aus,
liegt jedoch infolge der oft
schwierigen Wetterbedingungen
mit 1,004 Mio hl rund 7 Prozent
unter dem fünfjährigen Mittel.
Laut Bericht des Bundesamts
für Landwirtschaft wurde insgesamt um 10 Prozent weniger
geerntet als im Rekordjahr 2011.
Die Rebfläche ist mit 14’915 ha
fast konstant geblieben.
8
D
as Wetter machte es im Weinjahr
2012 den Weinbäuerinnen und -bauern
nicht leicht. Oft hat es geradezu verrückt gespielt. Der Winter war aussergewöhnlich hart. Er hat aber in den meisten Regionen
weniger Schäden hinterlassen als befürchtet.
Sehr warm und trocken war es in weiten Teilen
des Landes zum Ende des Frühlings, dafür blieb
der Hochsommer aus, und im Frühherbst sowie
zur Zeit der Traubenernte fielen öfters ergiebige Niederschläge.
Es kam in deren Folge zu einem Anstieg
des Fäulnisdruckes. In Handarbeit mussten
Weinbäuerinnen und -bauern befallene Beeren
aussortieren. Dank dieser zusätzlichen Anstrengung konnten qualitativ hochstehende Trauben
verarbeitet werden, sodass sich die Konsumentinnen und Konsumenten auf einen guten
Jahrgang 2012 freuen dürfen. – Im Folgenden
werfen wir einen Blick auf die Weinlese und
den Jahrgang 2012 in verschiedenen Kantonen:
Kleine, aber feine Weinernte
im Wallis
Die Walliser Weinernte 2012 liegt mit 37,7 Millionen Liter um 7,2 Prozent unter dem Durchschnitt der letzten 10 Jahre und um 12,9 Prozent unter der 2011 gewonnenen Menge. Der
Anteil an weissen (42 Prozent) respektive roten
(58 Prozent) Sorten blieb stabil.
An Chasselas wurden mit 9,2 Millionen
Liter 780’000 Liter weniger eingekellert als
2011. Stark reduzierte Mengen gabe es auch
beim Pinot noir (11,3 Millionen Liter) und beim
Gamay (4,5 Millionen Liter). Zugenommen haben hingegen weisse und rote Spezialitäten
wie Petite Arvine, Cornalin oder Syrah. – Die
ersten Degustationen lassen auf ein schönes
aromatisches Potenzial und eine interessante
Struktur mit einer sehr präsenten Typizität der
Rebsorte schliessen.
Ami du Vin 4/12
Dossier
Waadt: fruchtige Chasselas
und samtene Rote
Im Waadtland wurde mit 28,5 Milionen Liter
eine mengenmässig bescheidene Ernte eingebracht, davon rund 7,8 Millionen Liter rote
Gewächse. Rigoroses Söndern ermöglichte die
Einkellerung von gesundem Traubengut. Man
darf Weine von überdurchschnittlicher Qualität
erwarten: Der harmonisch-fruchtige Chasselas
lässt sich mit den hervorragenden Jahrgängen
2000 und 2011 vergleichen, der dichte Pinot
noir mit 2003 und 2011, der Gamay mit 2005.
Der Jahrgang 2012 werde auch höchsten Erwartungen gerecht und brauche keine Konkurrenz zu scheuen, hört man vom Waadtländer
Weinamt.
Genf: interessante Spezialitäten
Der einst von Gamay und Chasselas total dominierte Weinbaukanton an der Südwestecke
der Schweiz hat sich in nur zwei Jahrzehnten
zu einem Paradies für Spezialisten und SortenSpezialitäten gemausert. Von den im 2012 eingekellerten 103’665 hl (10 Prozent weniger als
im 2011) waren rund 52 Prozent rote Gewächse.
Der Anteil des Gamay nimmt weiter ab. Dafür
legten Merlot, Gamaret, Cabernet Sauvignon
und weitere rote Spezialitäten zu. Bei den weissen Sorten hält sich der Ersatz des Chasselas
durch Spezialitäten wie Chardonnay, Sauvignon
blanc, Viognier und andere Gewächse 2012
in Grenzen. Markant zurück gegangen ist die
Produktion von Weinen der Klasse 2. – Die
Qualität der Ernte und des Jahrgangs 2012 wird
als vielversprechend beurteilt.
Neuenburg: Chasselas wird rar
Die Neuenburger Winzer kellerten mit rund
30’300 hl die kleinste Ernte der letzten zehn
Jahre ein. Rund 40 Prozent der zwischen Vaumarcus und Le Landeron geernteten Traubenmenge waren im 2012 noch Chasselas, fast
46 Prozent Pinot noir. Die sogenannten Spezialitäten haben einen Anteil von über 14 Prozent
am diesjährigen Ertrag. Obwohl der Ernte-Auftakt verregnet war – es goss bei der Fête des
Vignerons aus Kübeln –, kam eine erstaunlich
gute Qualität in den Keller. Gute Arbeit im Reb-
Ami du Vin 4/12
berg und konsequentes Söndern ermöglichten
schliesslich die Kelterung eines frisch-fruchtigen Chasselas (71° Oechsle) und aromatisch
intensiver, fein gegliederter Pinot noir.
Kanton Bern:
ein «Durchschnittsjahr»
Auf drei aussergewöhnliche sei ein «Durchschnittsweinjahr» gefolgt, meldete nach der
Ernte das Landwirtschaftsamt des Kantons
Bern. Der Zuckergehalt beim Blauburgunder
liegt im Zehnjahresmittel, beim Chasselas leicht
darunter. Geerntet wurden 1,75 Milionen Kilogramm. In guten Jahren wurden schon über
zwei Millionen Kilogramm Trauben eingekellert.
Region Basel: Menge schwach,
Qualität optimal
In den Kantonen Baselland, Baselstadt und
Solothurn wurden rund 5’000 hl Wein eingekellert. Mengenmässig liegt 2012 damit deutlich unter dem Durchschnitt. Was die Qualität
betrifft, darf man aber laut regionalem Rebbaukommissariat namentlich mit den Zuckergehalten zurieden sein. Die Mostgewichte seien
im «optimalen Bereich» und gut sei zudem die
physiologische Reife.
Aargau: wenig Rotwein
Im Aargau wurde 2012 mit rund 17’000 hl mengenmässig eine der kleinsten Ernten der letzten
zehn Jahre eingebracht. Nur im 2006 wurden
noch weniger Trauben gelesen. Mangeln dürfte
es wohl an Rotwein. Mit 10’669 hl buchten die
Aargauer Winzer in dieser «Disziplin» einen
negativen Rekord.
Zürich: «versöhnlicher
Abschluss»
«Mit der Weinlese fand ein herausforderndes
Weinjahr ein versöhnliches Ende», kommentiert
der Zürcher Rebbaukommissär. Der Ertrag dürfe
als zufriedenstellend, die Qualität als überraschend gut bezeichnet werden. Insgesamt wurden 31’424 hl gekeltert. – Der Ertrag liegt beim
Riesling-Sylvaner im Bereich eines mittleren
Jahres. Der Blauburgunder hingegen litt etwas
stärker; hier konnten lediglich 82 Prozent einer
Normalernte gelesen werden
9
Dossier
Thurgauer Winzer «trotz allem
zufrieden»
Schaffhausen: stark reduzierter
Rotweinertrag
In Schaffhausen wurde mengenmässig insgesamt mit 27’730 hl eine beinahe «normale»
Ernte eingekellert. Dies «dank» überdurch-
schnittlich grosszügigen Erträgen bei den weissen und reduzierten bei den roten Sorten.
Was die Qualität anbelangt, spricht man von
einem sehr guten Jahrgang. Der Blauburgunder wog im Mittel 91.2° Oechsle, der RieslingSilvaner 75.5° Oechsle.
Auch im Thurgau ist man mit den Ernteergebnissen mehrheitlich zufrieden, obwohl die
Mengen deutlich unterdurchschnittlich ausgefallen sind. Insbesondere der Blauburgunder
dürfte in diesem Jahr im Thurgau ein rarer
Jahrgang werden. Im Mittel wurden bei der
roten Hauptsorte 570 g/m2 bei einem Mostgewicht von 89.4° Oechsle gelesen. Bei der weissen Haupt-sorte Müller-Thurgau resultierten
879 g/m2 und ein durchschnittlicher Zuckergehalt von 75.8° Oechsle.
Schweizer Weinernten seit 2005 in hl (2012 provisorische Resultate)
Vendanges suisses dès 2005 en hl (2012 résultats provisoires)
KanTOnE
2012
2011
2010
2009
2008
2007
2006
2005
31’424
14’080
2’195
145
1’488
75
97
4’907
27’730
148
8’536
23’576
16’977
13’786
37’600
16’800
2’360
150
1’050
70
40
8’512
26’211
160
9’500
23’986
21’000
17’120
31’813
13’625
1’922
134
1’478
64
38
6’701
30’452
148
7’347
23’392
18’540
14’138
36’823
16’979
2’074
150
2’710
117
146
7’392
30’750
123
10’608
25’400
23’490
12’835
37’533
15’566
2’128
121
2’451
90
109
7’439
33’829
181
11’168
25’739
24’497
17’739
33’636
13’566
1’422
32
1’751
90
123
6’534
28’131
225
9’665
24’055
18’213
14’084
27’500
13’611
1’522
48
1’684
86
113
5’386
26’084
198
8’649
19’645
16’701
12’888
32’733
14’779
1’535
34
2’109
113
97
5’666
28’069
208
10’140
24’575
20’166
13’947
145’164
164’359
149’191
153’749
164’150
138’956
121’377
140’413
55’215
58’000
53’292
58’987
42’433
50’679
58’659
54’075
FR
VD
VS
NE
GE
JU
7’790
284’992
376’747
30’316
103’665
151
9’000
306’000
434’000
33’290
115’000
400
8’024
286’548
394’156
31’126
102’968
377
9’067
290’501
452’806
36’670
94’099
556
8’555
293’781
412’582
36’905
100’252
472
7’394
307’571
394’519
30’902
96’667
411
7’811
271’815
411’856
32’642
92’409
243
7’714
282’772
380’428
32’949
87’692
171
Romandie
803’661
897’690
823’199
889’768
852’547
837’464
816’776
791’726
1’004’040
1’120’240
1’026’915
1’113’543
1’074’468
1’040’431
1’011’122
1’001’403
ZH
BE (inkl. Bielersee 12’787 hl)
LU
UR / OW / NW
SZ
GL
ZG
SO / BL / BS
SH
AR / AI
SG
GR (inkl. Misox 1’436 hl)
AG
TG
Deutschschweiz
Ticino
Total
10
Ami du Vin 4/12
Dossier
St. Gallen: Föhn und Sonne
sei Dank!
Die St. Galler Weinernte 2012 ist trotz des
schwierigen Herbstes sehr gut ausgefallen.
Dank dem – allerdings spät einsetzenden –
Föhn konnten hohe Qualitäten gelesen werden. Der Blauburgunder erreichte sehr gute 94°
Oechsle. Der Müller-Thurgau wog im Mittel
stolze 81° Oechsle. Die
Menge der geernteten Trauben ist geringer
ausgefallen als erwartet. Es sind rund 15 Prozent weniger gelesen worden als im Durchschnitt der letzten zehn Jahre.
Bündner Winzer sehr zufrieden
Mit 22’140 hl wurde im Kanton Graubünden
eine mengenmässig bescheidene Ernte eingekellert, doch dürfen Winzerinnen und Winzer
mit der Qualität mehr als zufrieden sein. Der
Riesling-Silvaner erreichte einen mittleren Zuckergehalt von 81 Grad Oechsle bei 966 g/m2.
Und der Blauburgunder wog im Durchschnitt 98
Grad Oechsle 681 g/m2. Rund drei Viertel der
Bündner Weinernte entfällt auf Rotwein.
Ami du Vin 4/12
Tessin: «ein sehr gutes Jahr»
Die Tessiner Weinbauern und ihre Bündner
Kollegen im Misox sind von der Ernte 2012
begeistert. 2012 bezeichnen sie als «ein sehr
gutes Jahr». Mengenmässig wurde – anders
als nördlich der Alpen – mit 55’215 hl ein
überdurchschnittlicher Ertrag eingekellert. Qualitativ zählt die Merlot-Ernte 2012 zu den drei
besten der letzten zehn Jahre. Der mittlere
Zuckergehalt des Merlot der 1. Kategorie lag
bei 89,2° Oechsle. Er wird nur noch von jenem
der Jahrgänge 2003 und 2007 übertroffen. –
Fast ein Viertel des Ertrags sind Weissweine.
Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass
die zunehmenden Mengen an weiss gekeltertem Merlot in der Statistik als Weissweine
auftreten.
11
Dossier
Vendange suisse 2012 – volumes plus faibles qu’en 2011
Bonne qualité après une
année viticole difficile
par Othmar Stäheli
Selon le bilan de l’Office fédéral
de l’agriculture la vendange 2012
est de bonne qualité, mais en
raison de conditions météorologiques
variables, le volume – 1,004 mio
d’hectolitres – est inférieur de près
de 7 pour cent à la moyenne des
cinq dernières années. La surface viticole est restée pratiquement
constante en 2012. Elle est actuellement de 14’915 ha (– 5 ha).
G
el, pluie, sécheresse: le temps s’est
montré par moments très capricieux
durant l’année viticole 2012 et n’a pas
rendu la tâche aisée aux viticulteurs. Toutefois,
dans la plupart des régions, l’hiver exceptionnellement rude a heureusement occasionné
moins de dégâts qu’on ne l’avait redouté. Alors
qu’au début de l’été, le temps a été par endroit
particulièrement chaud et sec, le début de l’automne a été marqué par de nombreux épisodes
de précipitations autour de la période des vendanges, avec pour conséquence une extension
des risques de pourriture.
De nombreux viticulteurs ont dû trier manuellement les grains pour éliminer ceux qui
étaient infectés. Grâce à ces laborieux efforts,
des raisins de haute qualité ont pu être vinifiés,
si bien que le millésime 2012 ne décevra pas
les amateurs de bon vin.
La récolte 2012 s’est élevée à 1’004’040 hl,
soit 116’018 hl (environ –10 pour cent) de
moins que la récolte record de l’année passée.
Sur la période des cinq dernières années, la
baisse de rendement est d’environ 7 pour cent.
Par comparaison avec l’année précédente. –
Par ce qui suit un aperçu sur les vendanges
dans les trois cantons vinicoles romands et
suisses les plus importants:
Vendanges en baisse de près de
13 pour cent en Valais
Les vins valaisans du millésime 2012 s’annoncent prometteurs. La récolte a atteint 37,7
millions de litres, soit 12,9 pour cent de moins
qu’en 2011 et 7,2 pour cent de moins que la
moyenne. La proportion entre le raisin blanc
encavé (42 pour cent) et le rouge (58 pour cent)
est restée stable au cours des dernières années.
Avec 9,2 millions de litre encavés, le chasselas
représente 780’000 litres de moins qu’en 2011.
Moins de pinot noir: Le pinot noir (11,3
millions de litres) et le gamay (4,5 millions) sont
en baisse respectivement de 15,7 pour cent et
de 22,4 pour cent par rapport à la moyenne de
ces dix dernières années. Le cornalin (0,91 million) consolide sa position. Quant à la quantité
vinifiée de païen (0,8 million), elle est toujours
en progression.
Quant à la qualité du millésime 2012, la teneur en sucre du Chasselas (77.2° Oechsle) est
12
Ami du Vin 4/12
Dossier
légèrement en dessous de la moyenne décennale (79.4° Oechsle). Par contre, le Pinot Noir
(94.1° Oechsle) et le Gamay (91.4° Oechsle),
sont dans la moyenne des 10 dernières années.
Le millésime est jugé «plein de promesses»,
avec «un beau potentiel aromatique, une structure intéressante avec une typicité de cépage
bien présente».
En ce qui concerne les spécialités blanches
et rouges, les quantités encavées concordent
à celles des dernières années. Pour la Petite
Arvine, une certaine consolidation a été établie
au cours des quatre dernières années et se
situe aux environs de 1,4 millions de litres. Le
Païen représente un accroissement permanent
au cours des trois dernières années; la quantité atteint 0,8 millions de litres. La quantité
de Syrah encavée en 2012 (1,2 millions de
litres) laisse apparaître une petite diminution
par rapport à l’année dernière (1,4 millions de
litres); celle du Cornalin (0,91 millions de litres)
est comparable avec l’année 2011 et celle du
Merlot (0,8 millions de litres) démontre une
légère augmentation de 5 pour cent.
Selon le communiqué officiel de l’Office
de la viticulture et du laboratoire cantonal
les premières dégustations laissent augurer
d’un beau potentiel aromatique, d’une struc-
Ami du Vin 4/12
ture intéressante avec une typicité de cépage
bien présente. La Petite Arvine révèle toute sa
puissance aromatique avec ses notes intenses
de pamplemousse rose et d’agrumes. Une jolie
surprise aussi pour le Païen qui exprime un
caractère viril et une fraîcheur bienvenue. Le
Fendant se caractérise par un minéral bien marqué, un fruité et un floral tout en subtilité. Le
Pinot Noir et le Gamay ont bénéficié de bonnes
conditions de vendange. On retrouve des
arômes de fruits rouges, d’épices et de sousbois. Les tanins sont souples et fondus avec
une jolie fraîcheur finale. Le Cornalin, à la robe
intense et profonde, offre une palette d’épices
et de fruits noirs: une très belle concentration
pour ce cépage emblématique. Un millésime
plein de promesse.
Vaud: une récolte de haute
qualité mais quantitativement
modeste
La récolte vaudoise atteinte en chiffres arrondis: 28,49 millions de litres de vin clair (2011:
30,59) dont 20,72 de blancs (2011: 21,54) et
7,77 de rouges (2011: 9,05). (Règle de conversion: 100 litres de moût donnent 95 litres de vin
clair.) Le volume global de cette vendange est
inférieur de 1,23 mio de litres de vin clair ou de
4,14 pour cent à la moyenne des récoltes 2002
à 2011. Inférieure de 2,1 mio de litres de vin
clair à celle du millésime précédent, la récolte
2012 de classe 1 (Premier grand cru, Grand cru
et AOC) le reste aussi de 14,56 pour cent aux
quantités de production maximales autorisées,
soit de 11,20 pour cent pour les blancs et de
22,33 pour cent pour les rouges.
En ce qui concerne la qualité, le millésime
2012
– est issu d’une vendange à l’état sanitaire
parfait, à l’exception de certains parchets
dont la récolte n’a pas été encavée car
trop atteinte par de virulentes attaques
d’oïdium et de mildiou;
– se charctérise par des sondages moyens
comparables et si l’on remonte dans le
temps, s’apparente aux excellents millésimes de Chasselas 2000 et 2011, de Pinot
noir 2003 et 2011 et de Gamay 2005;
– promet des Chasselas très fruités et équilibrés, des Rouges denses aux tannins
souples et mûrs, des Spécialités blanches
typées et charmeuses et des Assemblages
rouges charnus et de belle concentration
aromatique.
13
Dossier
Selon l’Office Cantonal de la Viticulture
vaudoise, le millésime 2012 s’inscrit au chapitre des récoltes quantitativement les plus
modestes des ces trente dernières années, très
proche des volumes encavés lors des somptueuses vendanges 2003 et 2005. Une volonté
généralisée des vignerons de maîtriser la récolte dans un souci d’obtenir des vins de haute
qualité – concrétisée par l’adoption de quotas
de production nettement plus restrictifs que
ceux exigés par l’Autorité fédérale – est à l’origine d’un millésime 2012 de belle veine, apte à
répondre à d’exigeantes attentes et à se mesurer sans crainte à toute forme de concurrence.
Genève: Une récolte dans
la moyenne
Avec une production totale de 10’366’479
litres, le volume encavé est inférieur de
1’142’910 litres (–9.9 pour cent) à l’an dernier.
La vendange 2012 est la deuxième, en terme
de quantité, de ces dix dernières années, elle
14
est supérieure à la moyenne décennale de
620’839 litres. Le volume de la classe 1 (AOC)
a diminué de 195’435 litres (–2.6 pour cent)
alors que dans le même temps celui de la
classe 2 (VDP), régresse fortement de 952’285
litres (–24.3 pour cent). (Pour mémoire, cette
dernière catégorie a connu l’an dernier une
augmentation d’environ 1’100’000 litres.) Par
rapport à 2011, la production de presque tous
les cépages diminue à l’exception du Merlot
(22’692 litres / 8.6 pour cent) et des autres spécialités rouges dont l’augmentation est marginale (5’925 litres / 4.3 pour cent).
La proportion par couleur de l’encavage
varie légèrement, elle représente aujourd’hui
47.5 pour cent pour le blanc et 52.5 pour cent
pour le rouge. Cette variation s’explique notamment par une baisse de la récolte de 8.3 pour
cent (–445’647 litres) pour le blanc et de
11.4 pour cent (–697’263 litres) pour le rouge.
Quant à la qualité, les sondages sont comparables à ceux de 2007. Pour tous les cépages,
la teneur naturelle en sucre dépasse significativement les exigences fédérales. A titre
d’exemple, le Gamay les dépasse de 16° et le
Chasselas de 9° Oechsle. – En conclusion, la
vendange se caractérise par une production de
qualité indéniable. Il s’agit sans aucun doute
d’un millésime prometteur.
Trois Lacs: peu de chasselas
Avec un total de 50’893 hl la région des Trois
Lacs a encavé des rendements bien sous la
moyenne. Dans le canton de Neuchâtel on a
récolté la vendange quantitativement la plus
faible des dix dernières années soit 30’315 hl,
dont 46 pour cent pinot noir. C’est particulièrement le chasselas qui a souffert des conditions
difficiles. On en a encavé 12’000 hl seulement.
La récolte dans le Vully fribourgeois est, avec
un volume de 7’790 hl, de 10 pour cent plus
faible qu’en 2011 et au bord du Lac de Bienne
on a encavé 12’787 hl, de 4 pour cent moins
que’en 2011. – Quant à la qualité, on attend
des blancs frais et fruités, des pinots noirs
denses aux tannins souples.
Ami du Vin 4/12
Dossier
Vendemmia svizzera 2012
Buona qualità,
ma quantitativi in calo
par Othmar Stäheli
Secondo le informazioni dell’Ufficio federale dell’agricoltura la
vendemmia 2012 è caratterizzata
da una buona qualità, anche se
il volume totale, pari a 1’004’040
ettolitri, fa registrare un calo del
7 per cento circa rispetto alla
media quinquennale, imputabile
alla variabilità delle condizioni
meteorologiche.
Ami du Vin 4/12
G
elo, pioggia, siccità: nel corso dell’anno
viticolo 2012 il tempo alle volte è sembrato impazzito complicando la vita dei
vitivinicoltori. L’inverno eccezionalmente rigido ha tuttavia provocato danni meno ingenti
del previsto nella maggior parte delle regioni.
All’inizio dell’estate si è registrato localmente
un clima secco e molto caldo, mentre all’inizio
dell’autunno le numerose precipitazioni durante
la stagione della vendemmia hanno determinato
un incremento nell’insorgenza di marciumi.
Molti vitivinicoltori hanno dovuto rimuovere a mano gli acini colpiti. Questa fatica
aggiuntiva ha permesso loro di trasformare uva
d’alta qualità, cosicché i consumatori potranno
apprezzare una buona annata 2012.
La vendemmia 2012 ha raggiunto un volume di 1’004’040 ettolitri, segnando un calo
di 116’018 ettolitri rispetto alla vendemmia
record dell’anno scorso (ca. –10 per cento).
Rispetto agli ultimi cinque anni, invece, la
perdita è stata del 7 per cento circa. Nel 2012
la superficie viticola è rimasta praticamente
costante rispetto all’anno scorso, raggiungendo 14’915 ettari (– 5 ha). – I quantitativi
raccolti in Ticino e Mesolcina ed il volume
della vendemmia svizzera non corrispondono.
Particolarmente i condizioni ideali durante la
maturazione hanno permesso vendemmiare
quantitativi leggermente superiori alla media
decennale e una qualità ottima (vedi il rapporto all pagina seguente).
15
La vie de l’ANAV
Der Brief des Präsidenten
Tony Stampfli
Wenn Sie diesen Brief lesen, wird
das Jahr 2012 längst hinter uns
sein. Und 2013 haben Sie sicher
mit viel Elan in Angriff genommen, voller Hoffnung, Ihre Wünsche mögen sich erfüllen und es
werde Ihnen gelingen, die Ziele,
die Sie sich gesetzt haben, im
Laufe der noch verbleibenden
Monate zu erreichen. Trotz der
Verspätung, die eine Folge der gesundheitlichen Probleme unseres
Freundes Othmar ist, möchte ich
es nicht unterlassen, Euch allen
meine besten Wünsche zu übermitteln – Gesundheut, Glück und
Erfolg!
Gleichzeitig hoffe ich, dass
die Aktivitäten, welche die Sektionsvorstände in diesem Jahr
vorgesehen haben, Euere Erwartungen erfüllen werden. Die Attraktivität der Veranstaltungen
möge nicht nur alle dazu bewegen, mit dabei zu sein, sondern
auch dazu anspornen, unsere
Vereinigung bei Freunden und
Gleichgesinnten bekannt zu machen. Ja, dies ist eine Aufgabe
aller Weinfreundinnen und Weinfreunde! Auch wenn Sie es an
dieser Stelle schon mehrmals lesen mussten, so komme ich nicht
umhin, mich zu wiederholen: Nur
der Gewinn neuer Mitglieder bie-
16
tet Gewähr für die Zukunft unserer Vereinigung. Zurzeit zählen
wir rund 3’500 Mitglieder. Ich bin
aber davon überzeugt, dass wir
mit einer aktiven Mund-zu-MundPropaganda wieder die Schwelle
von 4’000 Mitgliedern erreichen,
ja überschreiten können.
Dieser Brief bietet mir auch
Gelegenheit zu danken. Allen
Präsidentinnen und Präsidenten
unserer Sektionen sowie den
Vorstandsmitgliedern, die sich engagiert und mit Hingabe für die
gemeinsame Sache einsetzen. Ja,
durch Euere Aktivität geben Sie
unserer Vereinigung den Sinn!
Ohne Euere Bereitschaft und die
Verlässlichkeit gegenüber Eueren
Mitgliedern gäbe es die ANAV
nicht.
Der Beginn des neuen Jahres ist für mich auch Anlass, den
Winzerinnen und Winzern unseres
Landes Erfolg zu wünschen. Die
Herausforderung, mit der sie konfrontiert sind, ist enorm. Die konjunkturellen Probleme wachsen.
Auch wenn die Qualität unserer
Weine unbestritten und anerkannt
ist, wird es immer schwieriger, ihnen den auf dem Markt und in der
Gesellschaft gebührenden Platz zu
sichern.
Wenn das vergangene Jahr
für unsere Vereinigung vom grossartigen Kongress in Schaffhausen
mit der Verleihung des Prix ANAV
an Werner Koblet geprägt war, so
steht 2013 im Zeichen der 7. Auflage der Coupe ANAV. Und – Sie
hören es nicht zum ersten Mal –
ich hoffe von ganzem Herzen, dass
sich jede Sektion mit mindestens
einem Team am Wettbewerb beteiligen wird.
2013 wird auch geprägt sein
von den Bemühungen, die Zukunft
unseres Verbandsorgans, des Bindeglieds aller Weinfreundinnen
und Weinfreunde der Schweiz,
des «Ami du Vin», zu klären. Eine
Arbeitsgruppe hat sich ans Werk
gemacht mit dem Ziel, bis Ende
August dem Zentralvorstand eine
Studie mit Analysen, Schlussfolgerungen und Vorschlägen zu
präsentieren. Diese relativ kurze
Frist ist zweifelsohne nötig, was
auch durch das geflügelte Wort,
«führen bedeutet vorbeugen», bekräftigt wird. Kurz: Wir sind dafür
verantwortlich, eine Lösung für
unsere Zeitschrift aufzuzeigen.
Der Jahresbeginn sei uns aber
auch Aufmunterung dazu, Optimisten zu sein und zu bleiben!
Einmal mehr bin ich davon überzeugt, dass in dieser von Stress
und täglichen Sorgen geprägten
Welt die ANAV ein Hort des Friedens ist, wo die Freundschaft und
die Geselligkeit in vollem Umfang
zum Ausdruck kommen – rund um
das, was uns vereinigt: der WEIN.
Tony Stampfli
Tony Stampfli et le nouveau vice-président, Jean-Claude Hofstetter.
Le Billet du Président
Lorsque vous lirez ce billet, l’année 2012 sera derrière nous et,
sans conteste, vous aurez attaqué 2013 plein d’élan et d’espoir
face à vos souhaits et objectifs
que vous entendez réalisés tout
au long des 365 jours qui l’égrèneront. Aussi, même si ce sera avec
un peu de retard, et ceci suite
aux soucis de santé que connaît
notre ami Othmar, je tiens à vous
adresser, à toutes et à tous, mes
meilleurs vœux de santé, de bonheur et de succès.
Pour chaque section, je souhaite également que les activités
qui vous seront proposées par vos
comités respectifs répondront à
vos attentes et que, de par leur
attractivité, chacune et chacun
aura à cœur de faire connaître,
une fois de plus et encore plus,
notre association auprès de ses
Amis et Connaissances. Oui, cette
mission incombe à chaque Amie
et Ami du Vin car, même si vous
me trouverez un peu rébarbatif
sur ce sujet, il ne fait aucun doute
que seule l’acquisition de nouveaux membres est le garant de
l’avenir de l’ANAV. A ce jour nous
sommes quelques 3500 membres
et, j’ose l’affirmer, par une action
de bouche à oreille, nous pourrions très vite retrouver le cap des
4000 membres, voir plus.
Je profite de ce billet pour
exprimer ma reconnaissance à
Ami du Vin 4/12
La vie de l’ANAV
chaque présidente et président
de nos sections ainsi qu’aux
membres de leur comité, pour leur
engagement et leur dévouement.
Oui, chers Présidentes et Présidents. par vos activités vous donnez sens à notre association et
sans cette disponibilité infaillible
à l’égard de vos membres, l’ANAV
ne serait rien.
En ce début d’année, je tiens
également à exprimer tous mes
vœux de succès aux vigneronnes
et vignerons de ce pays qui, face à
une conjoncture des plus difficile,
se battent pour donner à nos vins,
dont la qualité est unanimement
reconnue, la place, non pas qu’il
mérite mais qui leur appartient
face à la concurrence étrangère.
Pour l’ANAV, après 2012 et
son superbe Congrès à Schaffhouse avec la remise du Prix
ANAV à Werner Koblet, 2013 sera
marqué par la 7ème édition de la
Coupe ANAV. Et, au risque de
me répéter, c’est plein d’espoir
que j’espère voir chaque sec-
tion inscrire pour le moins une
équipe. Mais 2013 sera également marqué par la mise en
route d’une étude pour fixer l’avenir de notre périodique, l’Ami du
Vin, trait d’union entre tous les
Amies et Amis du vin de Suisse.
A cet effet, un groupe de travail
s’est mis à l’œuvre, avec pour
objectif, de pouvoir présenter au
comité central ses conclusions
et propositions d’ici la fin août.
Ce délai, relativement bref, est
sans conteste une nécessité car,
comme dit le dicton: « gouverner
c’est prévenir »,et il est de notre
responsabilité d’apporter une
solution, quelle qu’elle soit, pour
notre journal.
Alors, en début d’année,
soyons et restons optimistes car,
une fois de plus, je suis persuadé,
dans ce monde marqué par le
stress et les soucis journaliers,
que l’ANAV est un havre de paix
où l’amitié et la convivialité peut
pleinement s’exprimer autour de
celui qui nous unit: Le VIN.
Tony Stampfli
Il Biglietto del Presidente
Quando leggerete questo biglietto il 2012 sarà alle spalle e
avrete iniziato il 2013 con slancio e pieni di speranza di fronte
agli auspici e agli obiettivi che
intendete realizzare nel corso dei
prossimi 365 giorni che si succederanno. Anche se con un po’ di
ritardo, a seguito dei problemi di
salute del nostro Amico Othmar,
tengo a formulare a tutte e a tutti
i migliori auguri di buona salute,
felicità e successo.
Ad ogni sezione auguro che
le attività proposte dai rispettivi
comitati rispondano alle vostre attese e che ciascuno si impegni per
far conoscere la nostra Associazione ai vostri Amici e Conoscenti.
Ami du Vin 4/12
Si, questa missione incombe ad
ogni Amica e Amico del Vino. Anche se mi trovate un po’ barboso
in merito è certo l’unico mezzo per
l’acquisizione di nuovi membri a
garanzia del futuro dell’ANAV. A
tutt’oggi siamo in tremilacinquecento e di sicuro con una buona
azione da bocca a orecchio possiamo raggiungere la meta del
4mila e oltre.
Colgo l’occasione di questo
biglietto per esprimere la mia riconoscenza ad ogni presidente delle
nostre sezioni ed ai membri dei
loro comitati per il loro impegno e
la loro dedizione. Certo cari presidenti, con il vostro impegno date
senso alla nostra associazione;
Congresso superbo di Sciaffusa con il pranzo al Munot e Cena al Park
Casino (in basso).
senza la vostra disponibilità versi
i membri l’ANAV sarebbe niente.
In questo inizio d’anno voglio
pure esprimere i migliori auguri
di successo alle viticoltrici e ai
viticoltori di questo paese che si
battono in una delle più difficili
congiunture per darci vini la cui
qualità è unanimemente riconosciuta ma non hanno il posto che
meritano a causa della concorrenza straniera.
Circa l’ANAV dopo il 2012
ed il suo superbo Congresso di
Sciaffusa con l’assegnazione del
Premio ANAV a Werner Koblet,
il 2013 sarà marcato dalla settima edizione della Coppa ANAV
e, mi ripeto, auspicando la partecipazione di almeno una terna per
sezione.
Il 2013 vedrà pure l’inizio di
uno studio per il nostro periodico
Ami du Vin, punto d’incontro per
tutti gli Amici del Vino della Svizzera. Al riguardo un gruppo di
lavoro si è messo all’opera con
l’obiettivo di presentare delle proposte al Comitato Centrale entro fine agosto. Questo termine,
relativamente breve, è incontestabilmente necessario perché,
come recita il detto: governare è
prevedere, è nostra responsabilità
trovare la soluzione per il nostro
giornale.
In questo inizio d’anno siamo
e rimaniamo ottimisti poiché,
sono persuaso, in questo mondo
segnato da stress e preoccupazioni giornaliere l’ANAV è un’ oasi
di pace dove amicizia e conviviabilità s’esprimono attorno a
quanto ci unisce: IL VINO.
Tony Stampfli
17
La vie de l’ANAV
Sélections régionales en Suisse allemande, en Romandie et au Tessin
Coupe ANAV 2013:
15 équipes qualifiées pour la finale
OS. Au total 49 équipes de 21 sections se sont inscrites pour la Coupe ANAV 2013 et «affrontées» le 23 mars à cinq endroits différents dans le cadre des Sélections régionales pour une place en finale. 15 équipes de 12 sections différentes
ont obtenu leur «billet» pour la finale qui se déroulera le 8 juin à Sion, Ecole Cantonale d’agriculture Châteauneuf.
a Würenlingen. Jean-Claude
Hofstetter (droite) impressionné
de l‘organisation parfaite.
Ce bouquet, qu’est-ce qu’il révèle?
Des arômes d’un pinot noir?
au Restaurant du Centre de Congrès à Rorschach la dégustation peut commencer.
Six équipes tessinoises se sont
rencontrées à Bellinzona au «Centro Spazio Aperto» (organisation
section Bellinzona et valli) et dix
équipes romandes à Rivaz, au
Caveau des Vignerons (organisé
par la section Vaud). Les 33 autres
équipes se sont réunies en Suisse
allemande, dont 11 à l’hôtel Restaurant «Sternen» à Würenlingen
(section Zurzibiet), 12 à Rors-
chach au Restaurant du Centre
de congrès Stadthof (Weingilde
Gallus) et 10 à Thoune à l’hôtel
restaurant «Krone» (section Lac de
Thoune).
ambiance amicale
Christophe Venetz, président
de la commission Coupe ANAV,
ainsi que les membres de la
commission qui ont participé
comme observateurs aux sélections, se disent très heureux du
déroulement des concours et
jugent l’organisation assurée par
les sections d’excellente. Ils se
sont réjouis particulièrement de
l’ambiance amicale qui règnait
dans le cadre de ces éliminatoires
régionales.
Ruedi Kollbrunner:
«Eher ein Humagne?»
Zurzibiet nicht nur in der Theorie
Samedi 8 juin et Dimanche 9 juin 2013 à Sion
sehr stark.
Finale de la Coupe anaV 2013 et assemblée des des délégués
La Finale de la Coupe ANAV 2013 aura lieu Samedi 8 juin à l’Ecole Cantonale d’agriculture Châteauneuf à
Sion.
Dimanche 9 juin l’Assemblée des délégués aura lieu dans une salle du Restaurant des îles (situé sur le
domaine de la Bourgeoisie de Sion à l’ouest de la ville, sortie autoroute Sion-ouest).
18
Ami du Vin 4/12
La vie de l’ANAV
Resultate der Regionalen Ausscheidung vom 23. März 2013 / Résultats des Sélections régionales du 23 mars 2013 /
Risultati delle Selezioni regionali del 23 marzo 2013
aUSSCHEIDUnG
TEaM
anaV-SEKTIOn
TEILnEHMER
PUnKTE
THEORIE
DEGU
TOTaL
FInaLE
Würenlingen
SCHAFFHAUSEN 1
Schaffhausen
SCHMID Thomas – GAMPER Ralph – FESER Kurt
330
152
482
X
Würenlingen
ZURZIBIET
Zurzibiet
WICKI Peter – EVERS Erwin – MEIER Andreas
345
132
477
X
Rorschach
ENGADIN 1
Engadin
GREMLICH Rolf – CONDRAD Benno – ZANOLARI Giuliano
360
116
476
X
Rivaz
LES ÉT OILES DU VALAIS
Valais
LINDER Marie – LAGGER Liliane – MICHELLOD Nicole
360
116
476
X
Thun
AMBASSADOREN WEINFREUNDE
Solothurn
MURBACH Roger – LÜDI Sy lvia – FLÜCK René
345
112
457
X
Rivaz
CORTONOS
Valais
GFELLER Christian – VOUILLAMOZ Christian – HÉRITIER Valéry
345
112
457
X
Würenlingen
SCHAFFHAUSEN 2
Schaffhausen
OERTLE Cornel – RAPP Elke – BÜHRER Peter
345
100
445
X
Rivaz
ORDRE BIENFAISANT DES GOUTTE-VIN
Neuchâtel
TRIPONEZ Pierre-André – TRIPONEZ Mado – HELFER André
330
112
442
X
Rorschach
TEAM RIVANER
Weingilde Gallus
HERZOG Christian – EBERHARD Andy – RIESER Paul
330
112
442
X
Thun
RÄUSCHLING
Zofingen
BACHMANN Reinhard – GAILLARD Jeanny F. – MEYER Edi
315
124
439
X
Rorschach
UFNAU 4
Ufnau
VUILLEMIER Edi – HUG Claire – HENSLER Edith
330
100
430
X
Rorschach
PINOT
Weingilde Gallus
INDERMAUR Felix – BERTSCH Franz – TAISCH DUDLI Silvia
330
100
430
Bellinzona
DREAM TEAM
Mendrisiotto
VALLI Anna – FAGETTI Vittoria – CALIGARI Stefano
315
112
427
Rorschach
UFNAU 1
Ufnau
PULVER Daniel – PETER Betty – FRÖHLICH Antoinette
330
96
426
Rorschach
THURGAU 1
Thurgau
WELLAUER Ruedi – SCHWEIZER Reto – SAXER Alfred
300
112
412
Thun
THUNERSEE 2
Thunersee
WILLENER Peter – BAUMANN Markus – HODEL Martin
270
140
410
Rorschach
GRAUBÜNDEN 1
Graubünden
HUNGER Hans-Jakob – GADIENT Regina – RENZ Jules
330
80
410
408
Rorschach
ENGADIN 2
Engadin
KELLER Jürg P. – DUCHÊNE Mario – CRAMERI Leo
300
108
Thun
BERN MIXED
Bern
ADAM Beat – HOLLIGER ADAM Barbara – LANTHEMANN Daniel
315
92
407
Rivaz
LES VIEUX BRISCARDS
Vaud
MARTIN Edmond – HAEBERLIN Walter – AEBERHARD Charles
285
112
397
Rivaz
HAUT-LAC 1
Haut-Lac
BUTTET Raphy – CRETTENAND Mickael – FELLAY Jacques
300
96
396
Würenlingen
EICHREBE
Limmattal Baden
HUNZIKER Franco – BERNAUER Nelly – LIENBERGER Werner
300
96
396
Thun
THUNERSEE 1
Thunersee
BURKHALTER Konrad – BAUMANN Ursula – ZAHND Hans-Jörg
285
100
385
Würenlingen
AARAU 1
Aarau
KOLLBRUNNER Annelies – LAUBER Bettina – HIPPEN Maria
300
84
384
Würenlingen
AARAU 3
Aarau
KOLLBRUNNER Rudolf – MÜLLER Alfred – FUCHS Markus
300
84
384
X
X
Bellinzona
SJK
Bellinzona e Valli
SPINELLI Karim – WEIBEL Jarno – MEIER Sara
285
92
377
X
Bellinzona
REA
Bellinzona e Valli
D’ALESSANDRI Elena – GIUDICI Anna – GUIDOTTI Reno
285
92
377
X
Würenlingen
FREIAMT 1
Freiämter Weinfreunde
KUENG Markus – MEIER Peter – MEIER Erich
270
104
374
Würenlingen
CHOLFIRST
Cholfirst
AMSTUTZ Hermann – BAUMER Hansruedi – KILCHMANN Ruedi
285
80
365
Bellinzona
I TRE PERSI
Mendrisiotto
BIZZOZERO Giorgio – FOSSATI Antonio – CERBONI Orazio
270
92
362
Rorschach
ENGADIN 3
Engadin
BAUMGARTNER Peter – CALUORI Régine – THOM Regula
270
92
362
Rivaz
HAUT-LAC 2
Haut-Lac
CLERC Dominique – CARRON Louis Philippe – LOGEAN Marie-Claude
270
88
358
Rivaz
HAUT-LAC 3
Haut-Lac
GEX-COLLET Pierre – POT Sandra
240
116
356
Thun
BIEL 2
Biel
MÜLLER Dominique – MÜLLER Kurt – BECK Yves
240
116
356
Rorschach
UFNAU 2
Ufnau
HUG Christoph – WUHRMANN Jürg – KORNER Willy
285
68
353
Rorschach
UFNAU 3
Ufnau
WÜEST Fredy – MÄCHLER Adolf – SCHILLING Klaus
270
80
350
Würenlingen
AARAU 2
Aarau
SCHÄRER Margrit – PAVLOVIC Vladimir – GISLER Markus
285
64
349
Würenlingen
FREIAMT 2
Freiämter Weinfreunde
LEUTENEGGER Maureen – SPRENGER Otto – ZUEND Erwin
285
64
349
Thun
BERN 1
Bern
LIECHTI Peter – SOMMER Heinz – ANDREY Marcel
270
78
348
Rivaz
PETCHOP
Vaud
MAIRE Jean-Claude – MAIRE Jacqueline – THÉVENAZ Berty
240
104
344
Thun
ZOFINGEN 2
Zofingen
REY Paul – PAINTENDRE Roland – SCHENK Marcel
255
88
343
Bellinzona
THE SWISS BANKERS
Mendrisiotto
GAROBBIO Ivo – GUALTIERI Claudio – CADEI Fabio
210
132
342
Thun
THUNERSEE 3
Thunersee
LOCHER Ursula – MANI Marlies – SCHNEIDER Monika
210
132
342
Bellinzona
LAX
Bellinzona e Valli
PEDRAZZETTI Luca – ZEHNDER Alberto – RIVOLA Massimo
225
92
317
Rivaz
LES CARYAT IDES
Vaud
PERRIRAZ François – BRON Georgette – DANCE Cécile
240
72
312
Thun
BIEL 1
Biel
STAMPFLI Jean-Michel – STAMPFLI Christian – KAATZSCH Martin
255
56
311
Rorschach
GRAUBÜND EN 2
Graubünden
ZECH Harry – KÜHNE Fritz – DAVARAE Ursina
255
56
311
Rivaz
LES RETARDATAIRES
Vaud
THÉVENAZ René – THÉVENAZ Michel – MÉGROZ Michel
180
116
296
Würenlingen
ÜBERHÖCKLER
Limmattal Baden
LÜTHI Fredi – LÜTHI Lisbet – EGLOFF Sales
225
56
281
Ami du Vin 4/12
19
La vie de l’ANAV
Selezioni regionali nella Svizzera tedesca, in Romandia e Ticino
Coppa ANAV 2013:
15 squadre qualificate per la finale
OS. Alla Coppa ANAV 2013 si erano iscritte complessivamente 49 squadre di 21 sezioni. Il 23 marzo esse si sono «battute» in cinque diverse località svizzere
nell’ambito delle qualificazioni regionali per la partecipazione alla finale. 15 squadre di 12 sezioni hanno «staccato il biglietto» per la finale che avrà luogo
il 8 giugno a Sion. Ecole Cantonale d’agriculture Châteauneuf
Sei squadre ticinesi si sono misurate tra di loro a Bellinzona al
«Centro Spazio Aperto» (organizzazione sezione Bellinzona et
valli) e dieci squadre romande a
Rivaz al Caveau des Vignerons
(organizzazione sezione Vaud).
Le rimanenti 33 squadre si sono
presentate al via nella Svizzera
tedesca, 11 a Würenlingen, Hotel
gionali. Egli considera eccellente
l’organizzazione da parte delle sezioni e particolarmente l’ambiente
amicale durante i concorsi.
Restaurant «Sternen» (organizzazione sezione Zurzibiet), 12 a
Rorschach al Ristorante del Centro Stadthof (Weingilde Gallus),
e 10 a Thun al Hotel Restaurant
«Krone» (sezione Thunersee).
ambiente amicale
La commissione Coppa ANAV con
il presidente Christophe Venetz
sono molto soddisfatti del modo
in cui si svolgono le selezioni re-
Sabato 8 giugno e Domenica 9 giugno 2013 a Sion
Finale Coppa anaV 2013 e assemblea
dei delegati
Sabato 8 giugno 2013 la finale della Coppa ANAV 2013 avrà luogo
nei locali della scuola cantonale dell’agricoltura a Châteauneuf,
Sion.
Domenica 9 giugno l’Assemblea dei delegati 2013 avra luogo nel
«Restaurant des îles» à Sion-ovest (uscita autostrada Sion ovest).
Due squadre di Sciaffusa a Würenlingen con successo.
Ufnau 1 – l’ambiente era molto amicale.
20
Ufnau 4 con successo a Rorschach.
Ami du Vin 4/12
La vie de l’ANAV
Regionalausscheidungen in der Deutschschweiz,
in der Romandie und im Tessin
Coupe ANAV 2013:
15 Teams für Finale qualifiziert
OS. Insgesamt 49 Teams aus 21 Sektionen hatten sich für die Coupe ANAV
2013 eingeschrieben und «kämpften» am 23. März an fünf Orten im Rahmen der Regionalausscheidungen um die Teilnahme am Final. 15 Equipen
aus 12 Sektionen holten sich das «Ticket». Der Final wird am 8. Juni in der
Kant. Landwirtschaftlichen Schule Châteauneuf in Sion ausgetragen.
Engadin 1 knackt Theorie-nüsse.
Sechs Tessiner Teams massen
sich im «Centro Spazio Aperto»
in Bellinzona (Organisation Sektion Bellinzona e valli), und zehn
Westschweizer Equipen «kämpften» im Caveau des Vignerons von
Rivaz (Sektion Waadt). Die restlichen 33 «Mannschaften» gingen
in der Deutschschweiz an den
Start. Elf von ihnen im Hotel Restaurant «Sternen» in Würenlingen (Sektion Zurzibiet), zwölf im
Restaurant des Tagungszentrums
Stadthof in Rorschach (Weingilde
Gallus) und zehn im Hotel Restaurant «Krone» in Thun (Sektion
Thunersee).
Freundschaftliche Stimmung
Sehr zufrieden mit dem Ablauf der
Regionalausscheidungen sind der
Präsident und die Mitglieder der
Coupe-ANAV-Kommission, die als
«Inspektoren» und Berater an den
verschiedenen Austragungsorten
im Einsatz standen. Francesco
Tettamanti in Bellinzona, François
Murisier in Rivaz, Jean-Claude
Hofstetter und Rudolf Wey in
Würenlingen, Erich Müller in
Rorschach und Kommissionspräsident Christophe Venetz in Thun.
Sie würdigten insbesondere die
tadellose Arbeit und den Einsatz
der Sektionen, die sich für die Organisation zur Verfügung gestellt
hatten und freuten sich insbesondere über die gute Stimmung, die
überall herrschte: «Die Organisa-
Ami du Vin 4/12
tion der einzelnen Wettbewerbe
durch die Sektionen war tadellos,
das Ambiente freundschaftlich
und fröhlich!»
Weinwissen und Degustation
Im ersten, dem «theoretischen»
Teil der Prüfung galt es, Fragen zu
Rebbau, Rebsorten, Weingeografie und Vinifikation zu beanworten. Für jede Frage standen drei
Antworten zur Auswahl. Im zweiten Teil waren degustative Fähigkeiten gefordert. Neun Weine
mussten blind verkostet und jeweils Rebsorte, Herkunft sowie
Jahrgang erkannt werden. Diese
Aufgabe stellte selbst erfahrene
Degustatoren vor echte Probleme,
obwohl die Qualität und die Typizität der angestellten Gewächse
sehr hoch waren.
Team Pinot diskutiert über das Rot des Pinot noir.
Team Rivaner schaffte erneut die Qualifikation.
Samstag, 8. und Sonntag, 9. Juni 2013 in Sitten
Final Coupe anaV 2013 und Delegiertenversammlung
Das Finale der Coupe ANAV 2013 wird am Samstag, 8. Juni, in den Räumen der Kantonalen Landwirtschaftlichen Schule Châteauneuf in Sion durchgeführt.
Am Sonntag, 9. Juni, findet im Restaurant les îles im westlichen Teil von Sitten, die Delegiertenversammlung
statt (Autobahnausfahrt Sitten West).
21
La vie de l’ANAV
Valais
Excursion dans le sud de l’allemagne et le
«pays de pinot noir schaffhousois»
Du Kaiserstuhl à Schaffhouse
Ce fut une escapade joyeuse, cordiale et conviviale que firent 14 amies et
amis du vin, du 23 au 26 août 2012. – Dominique Favre rapporte:
La joyeuse cohorte visite, le 23
août, la région du Kaiserstuhl,
énorme rocher volcanique couvert de loess, entre le Rhin et la
Forêt Noire, au nord ouest de Freiburg. On dit que le soleil brille ici
jusqu’à 1280 heures par an.
A Ihringen, village viticole
le plus chaud d’Allemagne, nous
sommes reçus chez Weingut Dr
Heger, où une superbe dégustation de dix vins nous fait découvrir
sylvaner, pinot blanc, riesling et
pinot gris. Nous avons très apprécié le Ruländer Beerenauslese
(pinot gris) que les participants
ont désigné comme vin de «table
de nuit», avec des notes de fraise,
de caramel et de cacao. Mais le
«clou» de la dégustation restera
les Spätburgunder (pinot noir)
avec des passages en barriques
de 12 à 18 mois, puissants et
concentrés, avec des arômes de
framboise, de mûre et de torréfaction. Des vins de grand potentiel!
Freiburg, ville médiévale,
ses canaux, sa belle cathédrale
gothique, son ambiance estudiantine et ses bicyclettes ensuite
nous font découvrir un style de vie
envié par beaucoup.
au Château Staufenberg
Le 24 août, nous nous dirigeons
vers Durbach-Ortenau et sommes
accueillis au Château Staufenberg, magnifiquement situé sur
une colline d’où nous jouissons
d’un panorama unique sur les
vignobles et le paysage rhénans.
Il fut construit au 11ème siècle
par les Zähringer et appartient,
depuis 900 ans, à la famille des
comtes de Baden.
Une dégustation itinérante,
originale et inédite dans les
vignes, nous attend, commentée
par un «wineguide» retraité, dont
la compétence nous surprend.
La culture du vin et la tradition sont omniprésentes dans ce
Le Château Staufenberg fut construit au 11ème siècle par les Zähringer.
domaine familial qui présente une
gamme «Fidelitas» dont la devise
prône: fidélité et vérité. Le cépage
roi du domaine est le riesling, vin
vif, sec et minéral dégageant des
arômes de citron vert, d’abricot et
de pomme, à l’acidité marquée.
Une belle visite conduite de manière professionnelle et des vins
prometteurs!
Visite du vignoble sous
le Château Staufenberg.
22
Vue du Château Staufenberg sur la vallée viticole Durbach-Ortenau.
Ami du Vin 4/12
La vie de l’ANAV
Le joyeux groupe devant les chutes du Rhin.
Dans la Forêt noire
Nous faisons une halte bienfaisante au romantique Titisee, niché
au milieu des beaux épicéas de
la Forêt Noire avant de rejoindre
notre hôtel paradisiaque au bord
du Schluchsee.
Un merveilleux moment de
relaxation et de plaisirs gastronomiques! Merci de tout cœur à
notre ami P. Melly pour ce choix
judicieux.
au Congrès anaV
à Schaffhouse
Nous rejoignons, le 25 août, le
Congrès ANAV à Schaffhouse
durant la journée de laquelle se
succèdent visite animée de la
vieille ville, assemblée des délégués, repas campagnard au Munot,
dégustation de plus de 200 vins
de 25 producteurs et dîner festif
au Park Casino.
Lors de l’apéritif, nous fêtons
notre secrétaire Ida, qui reçoit
pour ses dix ans de comité, un
diplôme d’honneur, remis par le
président central. Une distinction
méritée tant la disponibilité et la
gentillesse de notre secrétaire
sont saluées!
Tout est organisé de manière
parfaite et les amies et amis du
Ami du Vin 4/12
vin du Valais garderont un lumineux souvenir du congrès de
Schaffhouse.
Les vins dégustés étaient de
qualité spécialement les pinots
noirs aux couleurs rubis, aux
bouquets de baies de cassis, aux
tanins bien présents et les rieslings-sylvaner (Müller-Thurgau),
fruités et musqués.
– Rappelons que le pinot
noir représente plus du 70 pour
cent de la production des vins
de Schaffhouse et fait l’objet de
nombreuses distinctions depuis
plusieurs années.
Dans le Klettgau
Après avoir flâné aux abords des
chutes du Rhin, le 26 août au
matin, le joyeux groupe, très en
verve après la soirée schaffhousoise, visite le Klettgau, vallée
calcaire très ensoleillée et riche
de près de 200 hectares, le plus
grand ensemble de vignes de
Suisse alémanique.
Nous prenons un apéritif en
plein air, au milieu du vignoble et
rejoignons la cave familiale Schlatter à Hallau pour une riche dégustation de la gamme «Terra Florales»: riesling-sylvaner, pinot blanc,
pinot gris, pinot noir et regent.
L’excellent et puissant «Pinokrat», élevé en barrique,
venant de ceps âgés de 40 ans et
l’aromatique et fin «Krios», issu
de gewürztraminer flétri, ont particulièrement flatté nos palais,
avides de découvertes.
L’amicale compagnie rejoint
le Valais après quatre jours de
plaisirs gustatifs et de cordiales rencontres, consciente d’un
accueil chaleureux, que ce soit
dans une vaste région viticole de
17’000 hectares comme le Bade
allemand ou une petite zone viticole de 500 hectares comme le
pays de Schaffhouse.
Programme 2013
20 janvier: La Bourgogne
revisitée
16 avril: Le merlot à travers
la Suisse
08 juin: Finale suisse de la
Coupe ANAV- Sion
09 juin: Assemblée suisse des
délégués ANAV- Sion
28 août – 1er septembre: Voyage
en Languedoc-Roussillon
02 novembre: Assemblée
général (Repas de chasse)
Lors de l’apéro du Congrès anaV au Munot à Schaffhouse nous fêtons
notre secrétaire Ida (à droite), qui reçoit pour ses dix ans de comité un
diplôme d’honneur.
23
La vie de l’ANAV
Haut Lac
Découvertes oeno- et gastrophiles entre Santenay et nuits-St-Georges
Week-end en Bourgogne
73 amies et amis du vin de la section Haut Lac ont découvert du 3 au
4 novembre les spécialités des caves et de la cuisine de la Bourgogne. – Sandra
Pot, Secrétaire Anav Haut-Lac, rapporte:
Samedi 3 novembre 06 h du matin
départ prévu pour la Bourgogne.
Départ retardé à 06 h 30 pour cause
de panne d’oreiller chez notre ami
Joël!! L’apéro lui coûtera cher …
Petit soucis avec des désistements inhabituels de dernière
minute mais finalement 73 personnes prennent enfin la route de
ce week-end qui s’annonce avec
du soleil. Direction Genève, Nantua, Dijon. Petit arrêt déjeuner à
8 h 30 sur une aire d’autoroute,
au calme et au soleil déjà. Cafés
et croissants pour tout le monde.
Initiative bien sympathique avec
une température clémente.
On reprend la route et vers
9 h 30 Dominique, Jacqueline et
Sandra s’occupent de la distribution du premier apéritif: un fendant accueilli avec le sourire de
tous nos participants. Petits feuilletés en plus offert par Jacqueline
notre nouvelle membre du comité.
a la cave Prosper Maufoux
Nous arrivons à 11 h à Santenay
à la cave Prosper Maufoux pour
une dégustation. Cette cave fondée en 1860 est réputée pour ses
vins blancs. Spécialisée Côtes de
Beaune et Côtes de nuits.
Nous dégustons en blancs:
Bourgogne Chardonnay «Elégance»
2010, Santenay «Comme Dessus»
2007 et Saint Aubin 1er Cru 2009.
En rouges on nous présente: Bourgogne Hautes Côtes de Beaune
2010, Santenay 2009, Santenay
1er Cru «les Gravières» 2008 et
Gevrey-Chambertin 1er cru «Petite
chapelle» 2010.
A 13 h nous rejoignons le restaurant «L’Ouillette» pour le repas. Filet de Bar, crème d’avocat
et sauce sésame.
Civet de chevreuil, semoule,
confit de poireaux. Plateau de
fromages Mousse abricot et biscuit aux noix. Accompagné de vin
Santenay blanc et rouge. Café et
mignardises.
16 h 30 arrivée à Beaune
à l’Hôtel Henri II et prise des
chambres. Temps libre. 20 h 30
repas à l’Hôtel. Le menu qui nous
attend est celui-ci: Pressé de Paleron aux condiments et Magrets
fumés, verdure du marché. Filet
mignon de Porc, sauce Cassis,
pommes de terres aux senteurs
de fumée Crème brûlée. Vin en
accompagnement, Beaune du
Château 1er cru en blanc et rouge.
Une soirée qui s’est terminée au
bar pour un grand nombre de nos
membres.
au Château de Meursault
Dimanche 4 novembre après
un petit déjeuner copieux nous
voilà repartis à 9 h 30 pour une
dégustation à Meursault. Arrivée
au Château de Meursault où l’on
ne nous attendait pas … Eh oui
ils nous avaient oubliés. Petites
sueurs de quelques minutes pour
notre Président Jean-Maurice en
attendant que quelqu’un arrive
pour «sauver» notre matinée.
En route dans les fonds du
château et ses caves: L’origine
du Château date de 1032 et au
début du 19ème siècle celui-ci a
été agrandi et le développement
du Domaine viticole fût considérable. 60 hectares, 50 pour
cent de blancs et 50 pour cent
de rouges. Le domaine comporte les communes de PulignyMontrachet, Meursault, Volnay,
Pommard, Beaune, Savigny les
Beaune, Aloxe-Corton et à Corton en Grand Crus Blancs et en
rouges. Appellation régionale de
base, blanc chardonnay et rouge
pinot noir. Appellation village, 1er
Cru et Grand Cru. 33 Grand crus
en Bourgogne. 300’000 bouteilles
par an. 800’000 bouteilles sont
entreposées dans les caves ainsi
que 2’000 fûts.
Nous avons dégusté: Beaune
Blanc 2011, Meursault du Château 2006 et Château Meursault
1er Cru 2008, pour les blancs,
pour terminer avec deux rouges,
le Pommard «les petits Noizons»
2008 et le Beaune 1er Cru 2002.
«Coup de l’étrier»
à nuits-St-Georges
Départ de la cave à midi pour
se rendre à Nuits-St-Georges au
restaurant «L’Alambic» pour le
dîner. Au menu: Aspic d’écrevisses et pousses de salade et
sa vinaigrette printanière. Filet de
Canard, tomates-cerises, polenta au
cassis. Assiette de fromages. Glace
au lait Fermier et sa soupe de Fruits
rouges. Cafés. Vin blanc Marsannay 2011 de la cave Huguennot et vin rouge Nuits-St-Georges
2010 Domaine François Legros.
16 h 15 tout le monde s’installe à sa place dans le car et
nous prenons la direction de la
Suisse par Vallorbe. Le retour fût
arrosé autant à l’extérieur, car la
pluie était apparue, qu’à l’intérieur
… notre petite équipe savourant
quelques derniers petits verres
tout en créant la bonne humeur.
– 20 h 45 arrivée sur Monthey,
tous satisfaits de notre charmant
petit week-end.
Vignes à nuits-St-Georges.
24
Ami du Vin 4/12
La vie de l’ANAV
Vaud
a la salle des spectacles au Casino de Montbenon à Lausanne
Assemblée générale et Frairie
Voilà déjà une année de passée et nous sommes au jour J de l’assemblée
générale et de la frairie automnale ce samedi 27 octobre. Cette année nous
avons choisi pour ces manifestations de se rendre à Lausanne au Casino de
Montbenon à la salle des spectacles. – Gilberte Feusi-Pittet rapporte:
A 9 h 45 précise le président
Constant Jomini entouré des
membres du comité, remercie
M. Marc Vuilleumier municipal
de la Ville de Lausanne de sa
présence, ainsi que les membres
présents environ une centaine de
personnes. – Constant demande
une minute de silence pour les
membres décédés cette année,
souhaite la bienvenue aux nouveau membres ils sont une dizaine
environ. Il relate les manifestations de l’année 2012, et est très
content de la participation des
membres. Il y a quatre membres
ayant 10 ans de sociétariat recevant le Pinz d’argent et sept
membres pour 25 ans de sociétariat recevant le Pinz d’or. La
caisse se porte bien, notre trésorier Alain est heureux.
Nous voici à la position 7
de l’ordre du jour: élection d’un
membre du comité, en effet après
10 ans de comité Gilberte désire
se retirer de cette fonction, nous
attendons une réponse d’une personne pour la remplacer. Notre
président d’honneur Hervé Detomasi à l’honneur de lui faire son
éloge … elle en est toute bouleversée. – Il est remis 3 diplômes
de la Charte de convivialité par la
commission spéciale.
Concours de dégustation
Comme il n’y a pas eu de propositions individuelles nous passons directement au concours de
Ami du Vin 4/12
dégustation pour l’obtention d’un
grade, cette année: Millésimes
de vins rouges, il faut trouver le
cépage …
A 11 h 30 environ, le Commandeur de Bourgeoisie, Jean-Daniel
Dubois, fait son entrée suivi du
Conseil de Bourgeoisie en grand
apparat, pour les intronisations
et la remise des grades. Ils sont
environs 50 membres. Pourquoi
aussi nombreux? Cela vient du
changement des statuts. – Ensuite chacun se dirige vers la
galerie pour l’apéritif offert par la
Ville de Lausanne.
Dîner superbe
Pendant ce temps la brigade de
M… prépare les tables pour
les 83 convives inscrits pour la
disnée, Gilberte a décoré les
tables avec de petits paniers garnis de roses et de coloquintes de
couleurs, chacun gagne sa place
soit à la table Gamay ou Pinot
Noir ou etc…
Pour la 1ère entrée Laurence
(œnologue) présente le vin:
Riesling Sylvaner 2011 de Thomas Max Schmid à Schlattingen.
Françoise (secrétaire) annonce:
Terrine de lapin et son Chetney
pommes-raisins, sauce à l’orange.
Pour la 2ème entrée Constant
(président) présente le vin: Clair
de Nuit 2010 Blanc de Noir de
la Cave des 13 Coteaux, Gilberte
(chancelière) annonce: Filet de
Féra, sur son nid de julienne à
l’aneth et moutarde douce.
Plat principal, Laurence présente le vin: Merlot 2009 d’Henri
Cruchon à Echichens. Jean-Daniel
(commandeur) annonce: Médaillon de chevreuil, et ses accompagnants.
Pour le fromage Jean-Daniel
présente le vin: Dézaley 2001
(médaille d’Or) de Dubois & Fils
à Epesses. Alain (trésorier) annonce: duo de fromages avec pain
aux noix.
Pour le dessert: Laurence présente le vin: Mousseux mi-sec,
méthode traditionnelle de Daniel
Marendaz à Mathod. Jean-Claude
(membre) présente le Trio de tentations.
Il est 18 heures environ,
quand chacun se dis au revoir,
content de cette journée pleine
d’amitié et de joie. Votre comité
vous remercie de votre présence
et vous souhaite ses meilleurs
vœux pour 2013.
Programme 2013
23 janvier: Concours pizza à
Savuit / Lutry
26 mars: Dégustation chez
Badoux à Aigle
21 mai: Initiation dégustation
par notre Oenologue Laurence
Keller
06 juillet: Accueil au caveau
Maison du Vigneron à Epesses
31 août: Course
16 novembre: Assemblée
générale et frairie d’automne
au Château de la Sarraz
Casino de Montbenon à Lausanne.
25
La vie de l’ANAV
Biel und Umgebung
Vielfältig, nah und beinahe unbekannt
Degustation
«Zürcher Weinland»
Wenn man von Schweizerwein spricht, so kommt die Region Zürich eher
wenig zu Wort, und deren Weine sind deshalb kaum bekannt. Um dies zu
ändern, versammelten sich die Weinfreundinnen und Weinfreunde der
Sektion Biel und Umgebung am 26. Oktober im Restaurant Bahnhöfli in
Brügg. – Kurt Brunner berichtet in Wort und Bild:
Das Zürcher Weinland erstreckt
sich südlich von Schaffhausen bis
nach Neftenbach. Gut ein Drittel der Reben des Kantons Zürichs wächst in diesem Gebiet.
Die hauptsächlich angebauten
Rebsorten sind Pinot Noir und
Riesling – Sylvaner; es werden
aber auch immer mehr Spezialitä-
ten wie zum Beispiel Räuschling,
Pinot gris oder Vidal Blanc angebaut.
Wein und Poesie
Der Anlass wurde vom Vorstandsmitglied Robert Stettler
organisiert. Als Referent stellte
sich Ernst Nohl, Vertreter des
Referent Ernst nohl rezitierte zu jedem Wein ein Gedicht.
Die degustierten Weine
– Vidal Blanc 2010, Strasser Benken
– Räuschling Uhwiesen 2011, Volg Weinkellerei, Winterthur
– Riesling - Sylvaner 2011, Kilchsberger, Flaach
– Pinot Gris 2010, Hertli, Flurlingen
– Goldenberger Blauburgunder 2010, Schloss Goldenberg, Dorf
– Himmelsleiterli Blauburgunder 2010, Landolt Weine, Zürich
– Truttiker Blauburgunder 2008, Zahner, Truttikon
– Der Besondere (Dornfelder, Regent, Blauburgunder) 2011,
Saxer, Neftenbach
– Cuvée (Blauburgunder, Cabernet, Malbec) 2010,
Glesti, Stammheim
– Symphonie Rouge (Blauburgunder, Zweigelt, Cab. Dorsa) 2010,
Strasser, Uhwiesen
– Würzer Benken 2011, Strasser, Benken
– Essentia Riesling-Sylvaner 2009, Zahner Truttikon
– «Oro Dolce» Riesling-Sylvaner 2010, Saxer Neftenbach
26
Vereins Weinland, zur Verfügung.
Er stellte uns zuerst das Gebiet
in einem interessanten Bildvortrag vor. Darauf präsentierte er
auf seine ganz spezielle Art die
Weine: Er gab nämlich zu jedem
Gewächs immer ein passendes,
lustiges Gedicht zum Besten, was
sehr gut ankam.
Weisse zur Fischsuppe
Die Degustation wurde mit einem
«Apérowein» eröffnet, einem Vidal
Blanc. Anschliessend verkosteten
wir drei Weissweine (Räuschling,
Riesling-Sylvaner und Pinot gris).
Dazu wurde eine feine Zürcher
Fischsuppe serviert. Schon diese
war für viele eine Überraschung
und kam bei den Weinfreundinnen und Weinfreunden sehr gut
an. Die Weissweine harmonierten damit bestens. Vor allem der
Räuschling überzeugte durch
seine präsente, elegante Säure
und einem Abgang, der an Äpfel
erinnert.
Rote zum «Zürigschnätzlets»
Darauf degustierten wir drei Rotweine, alles Pinot Noir, die leicht
und gefällig daher kamen, mit einer erfrischenden Säurestruktur
ausgestattet waren und sich mit
eher kurzem Abgang verabschiedeten. Der Truttiker Pinot Noir hob
sich in dieser Serie etwas ab, da er
einen Ausbau im kleinen Holzfass-
Ami du Vin 4/12
La vie de l’ANAV
Programm 2013
22. Febuar
Treberwurst, Weingut Schlössli, Ligerz
Saucisson au marc, Weingut Schlössli, Ligerz
23. März
Regionalausscheidung Coupe ANAV, Thun
Eliminatoires régionales Coupe ANAV, Thoune
24. Mai
Degustation Côtes du Rhône, Brügg
Dégustation Côtes du Rhône, Brügg
8. – 9. Juni
Final Coupe ANAV / Delegiertenversammlung, Wallis
Finale Coupe ANAV / Assemblée des délégués, Valais
17. August
Tagesausflug in die Bündner Herrschaft
Excursion dans la Seigneurie grisonne
19. Oktober
Degustation Weine aus Südamerika, Brügg
Dégustation de vins de l’Amérique du Sud, Brügg
25. Januar 2014
Haupt Bott 2013 / Assemblée générale 2013
Degustation Waadtländer Weine, Brügg
Dégustation de vins vaudois, Brügg
Hatten hinter den Kulissen nur wenig Zeit zum Degustieren.
anlässe / manifestations
Twanner Weinstrasse: 07. – 08. September
Läset-Sunntige, Erlach: 21. – 22. September / 28. – 29. September
Ligerzer Läset-Sunntige: 28. – 29. September / 05. – 06. Oktober
Trüelete Twann: 25. – 27. Oktober
hinter sich hat. Er bringt dadurch
leichte Vanille- und Röstaromen
in die Nase, verfügt über feine
Tannine und präsentiert sich füllig, mit einem warmen Abgang. –
Die dritte Serie, alles Assemblagen mit Barriqueausbau, trat dadurch etwas gehaltvoller auf als
die Vorgänger. Die Weine passten
ausgezeichnet zum Essen – wie
könnte es anders sein? – zu einem
original «Zürigschnätzlets».
Süsser ausklang
Jetzt fehlte nur noch die Nachspeise: Drei Süssweine, ein Gewürztraminer und zwei RieslingSylvaner, waren die Begleiter zu
einer Schokoladencrème mit Ap-
Ami du Vin 4/12
felmusschaum. Hier setzte sich
der «Oro dolce» ab, eine edle
Trockenbeerenauslese, die es auf
stattliche 150° Oechsle brachte
und ihresgleichen sucht. Die Aromatik von Aprikosen und Honig
und reifen Bananen passte gut
zum Dessert.
Nach so viel Weingenuss
blieb noch Zeit für einen gemütlichen Schwatz und angeregter
Diskussion. Zum Schluss sei dem
Referenten Ernst Nohl und dem
Wirte Ehepaar Jegerlehner für
den gelungenen Abend herzlich
gedankt!
Der «ausflug» ins Zürcher Weinland bestätigte einmal mehr des Dichters
Worte: «Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah!»
27
La vie de l’ANAV
Bern
Vereinsversammlung mit fordernder Blinddegustation
Grosser Spass ungeachtet
der Resultate
Nach der Vereinsversammlung mit 42 Teilnehmenden folgte bei den Berner
Weinfreunden die traditionelle Blinddegustation. Hier machten 59 Personen
mit, aber niemandem gelang ein Glanzresultat. – Fritz Sahli war dabei und
hat sich folgendes notiert:
Mitgliederwerbung nötig
Nach Bereinigung der Liste der
zahlenden Mitglieder ist bei den
Bern Weinfreunden noch ein Mitgliederbestand von 146 Personen
zu vermelden. Deshalb ist es verständlich, dass die Präsidentin,
Suzanne Hauswirth, erneut zur
Mitgliederwerbung aufforderte.
Dabei sei, wie sie betonte, immer darauf hinzuweisen, dass die
Anlässe der Weinfreunde keine
Verkaufsveranstaltungen sind.
Für das Jahr 2012 kann gemeldet werden, dass die acht
Anlässe (wenn man die VV und
Blinddegustation separat betrachtet) doch recht gut besucht wurden: Insgesamt sind hier inklusive Reise ins Blauburgunderland
nämlich rund 430 Teilnehmende
zu zählen.
Kassierin Pia Rhyn musste
nach Jahren erstmals eine Vermögensverminderung bekanntgeben.
Und auch fürs 2013 war ein Voranschlag zu genehmigen, der einen Ausgabenüberschuss vorsieht.
Da die Kasse das aber auffangen
kann, wurde (nochmals) auf eine
Beitragserhöhung verzichtet. Immerhin wurden dem Vorstand aus
der Versammlungsmitte zahlreiche
Sparvorschläge mit auf den Weg
gegeben. So soll z. B. die Korrespondenz vermehrt über E-Mail laufen. Deshalb wird um Mitteilung
der entsprechenden Adressen an
die Präsidentin gebeten.
28
Vorstand wiedergewählt
Suzanne Hauswirth wird die Sektion Bern der Weinfreunde auch
in den kommenden zwei Jahren
präsidieren. Dazu wurden auch
alle andern Vorstandmitglieder
wiedergewählt: Alexander Koller
(Vize), Pia Rhyn (Kassierin), Paul
Hess (Sekretär) sowie Marianne
Bätscher, Pierre Jeanneret, Christian Lauterburg und Matthias Rindisbacher.
Am ANAV-Cup nehmen wieder
zwei Berner Teams teil: Marcel
Andrey, Peter Liechti und Heinz
Sommer sowie Daniel Lanthemann mit Barbara und Beat Adam.
Wenn diese Zeilen erscheinen,
werden die regionalen Ausscheidungen des Wettbewerbs der
Vergangenheit angehören und die
hoffentlich guten Resultate bekannt sein.
Reise in die Genfer Reben
Auch auf die Anlässe des zweiten
Halbjahres kann an dieser Stelle
noch aufmerksam gemacht werden: Am 17./18. August ist eine
zweitägige Reise in die Genfer
Weingebiete geplant, am 19. September gibt es einen Weinabend
zum Thema «La Mancha», und auf
den 15. November wird zum Jahresabschluss-Abend eingeladen.
Mit dem Dank an alle, die sich
immer wieder für den Verein einsetzen, schloss die Präsidentin die
Versammlung. Nicht ohne beson-
ders Alexander Koller zu erwähnen, der mit seinen kunstvollen
und treffenden Bildern immer wieder für eine wertvolle Illustration
der Einladung sorgt.
Blinddegustation:
Grosse Punktverluste auch
von Könnern
Die Blinddegustation wurde von
bewährten Degustatoren gewonnen. Aber auch sie mussten grosse Punkteverluste in Kauf nehmen. Bei möglichen 28 Zählern
kamen die Besten, Peter Liechti,
Belp, Heinz Sommer, Murten, und
Christian Wyss, Laupen, gerade
mal auf 18 Punkte. 17 erreichten
Peter Kienle, Zollikofen, Suzanne
Hauswirth, Bern, sowie Heidi
Wyss, Laupen. 16 richtige Antworten gaben Susi Hofmann,
Bremgarten, und Peter Studer,
Kehrsatz. Mit 15 Zählern mussten sich Hans Hostettler, Belp,
Suzanne-Cathrine Jost, Bern,
Heinz Pfister, Bern, Fritz Sahli,
Belp, sowie Eva Streit, Biberen,
zufrieden geben. Zudem gehörten
auch Jean-Jaques Jaquier und
Bruno Zürcher, beide Bern, mit 14
Punkten zu jenen Teilnehmern, die
über 50 Prozent der Antworten
richtig hatten.
Der Chef der Blinddegustation, Alexander Koller, stellte
am Schluss fest, dass sich die
Blindverkostung (ohne Absicht der
Organisatoren) als schwieriger erwies als jene von 2012: Damals
lag der Durchschnitt der richtigen
Antworten bei 57 Prozent, dieses
Jahr nur bei knapp 38. Es waren
die Runden 2 und 3 (siehe nächsten Abschnitt «zu den Weinen»),
die mit einer «Trefferquote» von
nur 21 und 32 Prozent die schlechtesten Resultate brachten.
«Wir nehmen die Kritik daran, dass Folgefragen mit Folgefehlern verbunden sind, ernst und
werden uns bemühen, dies bei
der nächsten Blinddegustation zu
korrigieren», versprach Alexander
Koller gegenüber dem Schreibenden. Was ihn freute, war der
gleichbleibende Frauenanteil von
41 Prozent an dieser vereinsinternen Konkurrenz und der Umstand,
dass die Teilnehmenden ungeachtet der Resultate grossen Spass
an der Verkostung hatten.
Zu den Weinen
Zur Blinddegustation wurden
zwölf Gewächse (Durchschnittspreis CHF 14.35) serviert. Den feinen Teller mit einem Stück Kalbsbraten aus der Hotel Bern-Küche
begleitete ausserdem der Barbera
d’Asti «I tre Verscovi», DOCG,
2009, 13,5 Prozent vol., aus dem
Wyhus Belp.
In der ersten Rund der Degustation galt es, den Neuenburger
Chasselas (Château d’Auvernier,
2012, 11,5 Prozent / Lieferant
Coop Bern), den Genfer Aligoté
de Peissy (Les Perrières, 2010,
13 Prozent / Wyhus Belp) sowie
den Schaffhauser Rieling-Sylvaner (2011, 11,5 Prozent, Weinbau
Ruch / Cultivino Liebefeld) zu erkennen. Trotz Zusatzfragen war
das die leichteste Runde.
Bei der zweiten gab es erhebliche Erschwernisse: Die drei total unterschiedlichen Provenienzen sorgten mindestens punkto
Herkunft und Anbaugebieten für
einiges Kopfzerbrechen, da hier
nicht sehr bekannt ist, dass die
Malvasia auch bei Parma reift und
dass man im Pays d’Oc zunehmend
Vermentino anbaut, der im Bereich
der Provence «Rolle» genannt wird:
Vermentino Les Yeuses (2011,
13 Prozent, Dardé in Mèze / Vin doc
Rombach); Malvasia Monte delle
Vignie, Poem (2011, 13 Prozent,
Taro Collecchio bei Parma / Wyhus
Belp) und Riesling (2010, 11,5 Prozent, Schloss Johannisberg, Rheingau / Wyhus Belp).
Auch die dritte Serie mit drei
kräftigen Pinot Noir-Weinen mit
Ami du Vin 4/12
La vie de l’ANAV
unterschiedlichem Jahrgang und
Ausbau erwies sich als schwierig: Der Walliser Hurlevent (2011,
13,9 Prozent, Favre Sion / Coop
Bern), war wohl als einziger sofort richtig zu erfassen. Mehr
Mühe bereitete die Zuteilung
des Vully Vieux Moulin (2011,
13,2 Prozent / Derron Môtier) und
die Pinot-Spätlese aus dem Blauburgunderland (2010, 13,5 Prozent / Lindenhof AG Osterfingen).
Ebenso die 4. Runde gab zu
denken, wurde aber nicht als so
schwer wie die Unterscheidung
der drei gleichsortigen Schweizer
Weine aufgefasst. Immerhin standen aber bei den vorgegebenen
Ländern je drei Sorten zur Auswahl, die unter den Teilnehmenden nicht an allen Tischen eine
grosse Einigkeit brachte. Zu bestimmen gab es den nachhaltige
Malbec Septima (2011, 14 Prozent, Septima Argentinien / Coop
Bern) und den mit einem Preis
von CHF 6.65 billigsten Wein
des Abends, den Barbera Amarato, Piemont (2011, 13 Prozent,
Borgovecchio Chiasso / Coop), sowie den vorzüglichen Tempranillo
La Legua (2010, 13,5 Prozent, La
Legua Cigales / Schwander Zürich).
Spannender Weingenuss!
Wem es diesmal nicht zu einem
vorderen Rang reichte, der hatte
immerhin das Vergnügen gute
Weine zu verkosten. Und es bleibt
ja nun wieder fast ein Jahr, um
sich auf die nächste spannende
Blinddegustation vorzubereiten. –
Besten Dank an Alexander Koller
und Marianne Bätscher sowie ihren Helfern für die Vorbereitung
und Durchführung des trotz hohem
Schwierigkeitsgrad interessanten
Abends!
Ami du Vin 4/12
Thunersee
Degustation im Hotel Freienhof in Thun
Entdeckungen aus Südwest- und
Südfrankreich
Rund 30 Weinfreundinnen und Weinfreunde konnte Präsident Konrad
Burkhalter am 16. November 2012 zur Degustation im Hotel Freienhof in
Thun begrüssen. Unter dem Motto «Entdeckungsreise durch Südfrankreich»
wurden den Teilnehmern Landschaft, Weinbaugebiete und die Vielfalt an
Weinen dieser Region nähergebracht. Viele der degustierten Weine waren
wahrlich eine Entdeckung und alle haben durch ihre hohe Qualität und ihr
ausgezeichnetes Preis- / Leistungsverhältnis überzeugt. – Christoph Mutti
berichtet:
werden unter anderem aus Syrah,
Grenache, Mourvèdre, Cinsault,
Carignan und Merlot gekeltert,
die Weissweine unter anderem
aus Trauben der Rebsorten Chardonnay, Viognier und Sauvignon
Blanc verwendet.
Vor allem aber betonte der
Referent, dass in den letzten Jahren die Qualität im ehemals weltweit grössten Tafelweingebiet
enorm gesteigert worden ist und
diese Region heute ausgezeichnete Weine hervorbringt. Diese
Aussage konnten die Weinfreunde
aufgrund der nachfolgenden Degustation bestätigen. Kann diese
Entwicklung noch fortgeführt werden und gelingen noch weitere
Qualitätssteigerungen, muss ein
Vergleich mit Weinen aus dem
Bordeaux nicht gescheut werden.
Mit der Entwicklung weg von
der Mengenproduktion hin zu
Qualitätsweinen gingen auch die
Schaffung von Qualitätsstufen,
der einheitliche Auftritt und die
Einführung des AOC Languedoc
im Jahr 2007 einher. Das an der
Ostseite der Pyrenäen gelegene
Weinbaugebiet Roussillon weist
das sonnenreichste Klima Frankreichs auf und ist bekannt für trockene Weine. Im Süden, in der
Provence, ist der Anteil der Rosés
sehr bedeutend.
Der kompetente Referent, Präsident Konrad Burkhalter.
In einem ersten Teil wurden die
Weinfreunde mit einer Bild- und
Textpräsentation ins Thema eingestimmt, welche Konrad Burkhalter eigens für diesen Abend
vorbereitet hatte. Auf sehr informative und kurzweilige Weise
wurden die Karten und stichwortartigen Kurztexte kommentiert
und die Weinbaugebiete Languedoc, Roussillon, Pays d’Oc, SudOuest und Provence vorgestellt.
Kaum jeder Teilnehmer war sich
vorher bewusst gewesen, dass al-
lein die Rebfläche des Languedoc
mit rund 250’000 Hektaren grösser ist als die Weinanbaugebiete
Australiens.
Grosse Vielfalt
Das warme, mediterrane und regenarme Klima sowie die sehr
verschiedenartigen Böden, wie
Sand, Kalk oder Schiefer tragen zu
einer grossen Vielfalt an Weinen
dieser Region bei. Breit ist der
Rebsortenspiegel: die Rotweine
(rund 87 Prozent der Produktion)
Pays d’Oc IGP?
Das Pays d’Oc wird mit seinen
Landweinen unter der Bezeichnung Vin de Pays d’Oc in Verbindung gebracht. Nach neuer
Gesetzgebung wird die Herkunftsbezeichnung Vin de Pays nun
durch die Kategorienbezeichnung
IGP-Wein ersetzt (Indication Géographique Protegée – Weine
mit geschützter geographischer
Herkunft). Die Bezeichnung Vin
de Pays wird aufgrund der neuen
Bestimmungen der EU-Weinmarktordnung nur noch bis 2014
erlaubt sein.
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La vie de l’ANAV
neten Puig Oriol AOC Collioure,
einer Assemblage aus Grenache,
Syrah und Carignan, waren leicht
pfeffrige Noten auszumachen. Der
Vent d’Est 2008 mit einem hohen
Anteil Syrah hinterliess bei den
Weinfreunden eigenartige Geruchsund Geschmackseindrücke.
Die degustierten Weine.
In dem vom Bordeaux beeinflussten Weinbaugebiet Sud-Ouest,
zu welchem unter anderem das
Bergerac, die Dordogne und die
Gascogne gehören, sind ebenfalls
sehr grosse Anstrengungen zur
Verbesserung der Qualität unternommen worden. Der Aufwand hat
sich gelohnt: Das Preis-Leistungsverhältnis darf ohne Übertreibung
als hervorragend be-zeichnet werden, und für Weinfreunde gibt es
in dieser Region besonders viele
Trouvaillen zu entdecken.
Weisse Überraschungen aus
dem Sud-Ouest
Nach dieser professionellen Einführung und der Hervorhebung der
hohen Qualität waren die Teilnehmer natürlich sehr gespannt auf
die nachfolgende Degustation.
Enttäuscht wurden sie nicht: Bereits der Apérowein, ein reinsortiger Sauvignon Blanc Pays d’Oc
IGP sorgte für einen gelungenen
Auftakt. Ebenfalls auf grosse Zustimmung bei den Weinfreunden
stiessen der Château La Rayre aus
dem Bergerac und der Domaine de
Miselle Blanc aus der Gascogne.
Beide Weissweine sind prämiert
worden und weisen ein gutes
Preis- / Leistungsverhältnis auf –
für viele Degustationsteilnehmer
waren diese beiden Vertreter des
Sud-Ouest wahre Entdeckungen!
Rote von West bis Ost
Weiter ging es mit einer Serie
Rotweine. Besondere Erwähnung
30
verdient der La négrette AOC aus
Fronton (Sud-Ouest), welcher zu
100 Prozent aus der gleichnamigen Traubensorte gekeltert worden ist. Es gibt nur eine geringe
Produktion und Weine aus Négrette-Trauben sind deshalb Raritäten. Favorit dieser Serie war aber
der Entre nous selon Valensac IGP
Pays d’Oc, welcher durch seine
besondere Aromatik begeisterte.
In der nächsten Folge wurde ein
Clos Victoire, eine Assemblage
aus Syrah und Cabernet Sauvig-
non, aus den Côteaux d’Aix-enProvence ausgeschenkt. Dieser
elegante und kräftige Tropfen
zeigt, dass die Provence neben
Rosés auch überzeugende Rotweine hervorbringt.
Würzige noten in nase und
Gaumen
Konrad Burkhalter wusste bei jedem
Wein in kurzen und prägnanten
Worten auf Besonderheiten hinzuweisen und stellte uns die nächsten Serien vor. Beim ausgezeich-
Die degustierten Weine:
– Domaine de Valensac 2010 IGP, Pays d’Oc
– Château La Rayre 2011, Bergerac AOC
– Domaine de Miselle 2011 IGP, Côtes de Gascogne
– La négrette de Bouissel 2009 AOC, Fronton (Sud-Ouest)
– Entre nous selon Valensac 2011, Petit Verdot, IGP, Pays d’Oc
– AOC Minervois, Cuvée Michel 2010 (Languedoc-Roussillon)
– Clos Victoire 2008, AOC Côteaux d’Aix-en-Provence
– Château Grand Moulin Terres rouges 2007,
AOC Corbières (Languedoc)
– L’azerolle vieilles vignes 2009,
AOC Minervois (Languedoc-Roussillon)
– AOC Collioure Puig Oriol 2008 (Languedoc-Roussillon)
– Vent d’Est Domaine de Cabrol, AOC Cabardès 2008 (Sud-Ouest)
– Mas Gabinèle Rarissime 2010, AOC Faugères (Languedoc)
– AVARUS 2008, AOC Muscat de Frontignan (Languedoc)
– Domaine Cloche Dalbo, Carthagène des Terres 2008,
Laure-Minervois (Languedoc-Roussillon)
Kräftige Gewächse zum
Hauptgang
Zum servierten Hauptgang, einem
Rindsragout nach Burgunder Art
mit Bratkartoffeln und Ratatouille,
schmeckte der Vent d’Est aus dem
Anbaugebiet Cabardès hervorragend und war ein guter Essensbegleiter. Viel Freude machte zudem der im Barrique ausgebaute
und mehrfach ausgezeichnete Mas
Gabinèle Rarissime 2010 (mit 90
Prozent Syrah-Anteil) aus dem
Faugères, einem der nobelsten
Subregionen des Languedoc, welcher bereits heute ein grosser
Genuss ist, aber noch weiteres
Potential hat.
Edelsüsser ausklang
Zum Abschluss dieser abwechslungsreichen Degustation wurden
zwei Süssweine zur hausgemachten Apfeltarte mit Vanilleglace
gereicht. Der aus Muscat à petits
grains gekelterte Avarus gilt als
einer der qualitativ besten Süssweine des Languedoc. Krönender
Abschluss dieser Entdeckungsreise durch die Weinwelt Südfrankreichs war der rote Dessertwein Laure-Minervois.
Konrad Burkhalter hat es verstanden, durch eine ebenso abwechslungsreiche wie sorgfältige
Auswahl und eine kurzweilige
Präsentation die Faszination der
Weinregion Südfrankreich und das
Qualitätsbewusstsein der Winzer
auf überzeugende Art vorzustellen.
Dafür wurde er mit einem lang
anhaltenden Applaus der Weinfreunde belohnt.
Ami du Vin 4/12
La vie de l’ANAV
Gstaad-Saanenland
doch eigentlich mehr an Weinen
wie dem Friulano, der Ribolla
Gialla oder dem roten Refosco.
Degustation im Ristorante La Vinoteca, Schönried
«Weine und Gerichte aus
dem Friaul»
Eine interessierte Schar von Weinfeundinnen und Weinfreunden fand sich
am 8. Dezember 2012 im Ristorante La Vinoteca, Schönried, ein, um in die
Reben, den Wein und die bewegte Geschichte des Friaul entführt zu werden.
Vorgestellt wurden die Gegend und die Weine von Robert Princic, Azienda
Gradis’ciutta. Assistiert wurde der Winzer aus San Floriano del Collio von
Martin Riedi, Vinoteca Martino. – Hans Liechti berichtet:
Obwohl Friaul zu den fünf kleinsten Provinzen Italiens gehört
überrascht sie uns mit sehr vielfältigen kulturellen, sprachlichen
und kulinarischen Eindrücken.
Die Küche der Region ist so vielfältig wie ihre Mentalitäten. Als
Grenzgebiet unterlag das Land im
Laufe des Jahrhunderte dem Einfluss wechselnder Mächte, wurde
von den verschiedensten Völkern
erobert und besiedelt. Das hat
das Wesen der Menschen stark
geprägt. Als konservativ, ängstlich und verschlossen werden
sie beschrieben. Und tatsächlich
sind die Friauler bei der ersten
Begegnung nicht besonders herzlich. Zurückhaltend und skeptisch
sind die meisten Winzer anfangs
und tauen erst während eines Gesprächs allmählich auf.
«Die Menschen hier hassen
Veränderungen», sagt der Weinbauer. Vielleicht hängen sie deswegen so an ihrenTraditionen, halten
an Altem fest und sind scheu gegenüber Fremden. Auch Sprachen
und Bräuche wechseln innerhalb
von wenigen Kilometern. Während
der Einfluss des Venetischen in
der Provinz Pordenone noch stark
zu spüren ist, sprechen die Udinesi
tiefstes Friaulisch, und Slowenisch
hört man umso häufiger, je weiter
man nach Osten kommt.
Ami du Vin 4/12
Dass sich nicht alle in der
Region als Friauler sehen, erfährt
man erst vor Ort. Die Bewohner
der Provinz Pordenone gehören eigentlich mehr zum Veneto und die
aus Gorizia und Triest sind auch
keine Friauler. Tatsächlich kommt
den Flüssen, welche die Region in
nordsüdlicher Richtung zerschneiden, die Bedeutung natürlicher
Grenzen zu. Egal ob Tagliamento,
Isonzo oder Judrio: Jedes Gewässer trennte in der Vergangenheit
ganze Völkergruppen und stelllt
auch heute noch eine kulturelle
Barriere dar. Es gibt hier viel zu
entdecken.
Vom Pinot Grigio dominiert
Im Friaul ist momentan einiges
in Bewegung. Gerade bei den
Weissweinen gibt es Veränderungen, die das künftige Bild der
Region prägen werden. Trotz der
Vielfalt seiner Rebsorten ist das
Friaul im Ausland vor allem für Pinot Grigio bekannt, der mit knapp
4’500 Hektar ein gutes Viertel der
gesamten Anbaufläche einnimmt.
Viele Winzer verbinden mit ihm
jedoch eine Hassliebe. Einerseits
brauchen sie ihn, insbesondere
diejenigen, die einen hohen Exportanteil haben. Anderseits sind
sie es leid, auf diese Sorte reduziert zu werden, hängt ihr Herzbut
Die roten Hauptsorten:
Merlot und Cabernet
In den 60er Jahren des letzten
Jahrhunderts haben die Winzer im
Friaul begonnen, auf die internationalen Sortenweine zu setzen.
Damals gab es noch keinen Wein
aus Argentinien, Chile, Südafrika
oder Australien in Europa. Und
daher auch keine grosse Preiskonkurrenz. Erst in den 80er- und
90er-Jahren begannen die Absatzprobleme mit Merlot und Cabernet. Die Friauler Produzenten haben zu spät gemerkt, dass sie sich
stärker für die autochthonen Rebsorten hätten einsetzen müssen.
Die internationalen Sorten
sind hier so stark etabliert, dass
es schwierig wird, etwas daran
zu ändern. Der Friauler Pinot Grigio muss sich zusätzlich noch mit
dem des benachbarten Veneto
und dem des Trentino messen.
Beide kommen in den meisten
Fällen günstiger auf den Markt,
da sie in grösseren Mengen pro-
duziert werden. Trotz allem steht
Pinot Grigio noch relativ gut da.
Die Nachfrage in Deutschland und
den USA scheint ungebrochen.
Gradis’ciutta
Das Weingut Gradis’ciutta ist
ein Familienbetrieb. Ziel ist es,
an Hanglagen typische Weine zu
produzieren, die sich durch grosse Eleganz und Harmonie auszeichnen. Weine die auf ehrliche
Weise die Eigenheiten des Landes
wiedergeben, in dem sie gedeihen
und die seine Natur unverfälscht
umsetzen. Produziert werden in
verschiedenen Lagen des Collio
auf einer Rebfläche von 17 Hektar
jährlich rund 60’000 Flaschen.
Kulinarische Vielfalt
Mit ausgezeichnetem Fachwissen
leitete Robert Princic die Degustation. Da wir normalerweise
immer die Speisen der Region
zusammen mit den passenden
Weinen servieren, hatten wir an
diesem Degustationsabend insgesamt acht Gänge mit vielfältigsten Speisen wie Stuzzichini
(Häppchen) Frittata del Collio,
Kredenzt wurden
– Sinefis Ribolla Brut, Spumante, Princic und Cetrtic, Collio / Italien
und Brda (Slowenien) italienisch / slowenische Koproduktion aus
Collio und dem Brda; Qualitäts Schaumwein Brut, metodo classico,
2 Jahre auf Hefe, 100 Prozent Ribolla Gialla.
– Collio Ribolla Gialla DOC, 2011, Azienda Gradis’ciutta,
San Floriano di Collio Pinot Grigio DOC, 2011, Azienda Gradis’ciutta
– Collio Sauvignon DOC, 2011, Azienda Gradis’ciutta
– Collio Cabernet Franc DOC, 2010, Azienda Gradis’ciutta
– Collio Rosso Riserva DOC, 2006, Azienda Gradis’ciutta
– Collio Rosso Riserva DOC, 2007, Azienda Gradis’ciutta
– Rebus, Bianco Passito I.G.T. 2007, Robert Princic, San Floriano
di Collio, Gorizia
– Grappa dello Zio, 2011, Robert Princic, wieder eine slowenisch /
Italienische Gemeinschaftsproduktion
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La vie de l’ANAV
Prosciutto d’Osvaldo e salame di
Dorce,
Carpaccio die cervo (Hirsch)
con rucola, Ravioli di zucca (Kürbis) con il suo ragout e gambero,
Cotechino in crosta di pane
(Kochwurst aus Schweinefleisch
im Teig), Stinco di vitello (Kalbshackse) con polenta e verza con
porcini (Wirsing / Kohl), Formaggi
Friulani, Gubana di Gorizia (Gebäck mit Früchten, Rosinen, Nüssen und etwas Grappa), Caffé e
biscottini.
Die meisten Spezialitäten
wurden aus dem Friaul direkt importiert, insbesondere der Schinken sowie das Gebäck (Gubana)
und natürlich auch der Grappa
dello Zio, welcher bei einer Degustation von italienischen Weinen bei den Weinfreunden nicht
mehr fehlen darf. Zu jedem einzelnen Gang wurde der passende
Wein serviert.
Die rustikale, heimelige, aber
auch sehr romantische Atmosphäre trug viel zum guten Gelingen des Abends bei, der den
Weinfreunden einmal mehr sehr
viele kulinarische Höhepunkte
bot. Hiermit sei Herrn und Frau
Riedi, dem Winzer und dem Servicepersonal sowie der Kücheherzlich gedankt!
Ambassadoren Solothurn
Erste Verkostung in der neuen «Heimat, dem Zunfthaus zu Wirthen
Degustation «Vulkanweine»
Unser Mitglied Sylvia Lüdi lud die Ambassardoren Weinfreunde am 19. Oktober 2012 zu einer spannenden Degustation ein. Zur Verkostung standen
«Vulkanweine». Die Kannenmeisterinnen hatten an diesem Freitagabend
alle Hände voll zu tun, damit keine Kehle trocken blieb. Stattliche 85 Mitglieder und Gäste fanden den Weg in das Zunfthaus zu Wirthen. Nach der
Schliessung des Hotels Krone war dies übrigens die erste Degustation in
unserer neuen «Heimat». Urs Goetschi sass auf dem Vulkan und degustierte
mit. – Sylvia Gisiger berichtet:
Manche Degustationsteilnehmer
hatten sich im Vorfeld bestimmt
Gedanken gemacht, wo auf dieser Erde Weine an bzw. auf Vulkanen wachsen. Den «Eyjafjallajökull» auf Island konnte man
getrost schon mal ausklammern.
Dies stellte auch Sylvia Lüdi einleitend fest und erntete für das
fehlerfreie Aussprechen des Namens dieses isländischen Vulkans
einen ersten spontanen Applaus!
Vulkane bergen gewisse Risiken –
hatte doch schon der Vesuv Pom-
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peji vernichtet. Ob dies bei den
Weinen auch so ist, sollten wir
nach unserer «Exkursion» in Anbaugebiete nördlich der Alpen und
des Mittelmeerraums sowie auf
eine Kanarische Insel wissen.
Steiermark
Mit einem Vulkan-Ausbruch im
wahrsten Sinn des Wortes eröffnete unsere Referentin den munteren Reigen. Sie präsentierte weitgehend Weine aus autochthonen
Rebsorten. Den Anfang machte
Programm 2013 / 14
Samstag, 16. März; Frankreich, Burgunder, Hauptversammlung,
Hotel Le Grand Chalet, Restaurant Le Grand Cru
Sonntag, 9. Juni: Delegiertenversammlung Schweizerische
Vereinigung der Weinfreunde, Sierre / Wallis
Samstag, 29. Juni: Italien, Toskana, Brunello di Montalcino,
Stamm / Degustation, Palace Hotel Gstaad
Samstag, 21. September: Soiree «Wine & Dine», Pinot Noir
autour du monde, Feines aus Küche und Keller, Roberth Speth,
Restaurant Chesery Gstaad
Samstag, 7. Dezember: Ueberraschung, Ristorante Vinoteca
Schönried, Martin Riedi, Stamm / Degustation
Samstag. 15. März 2014: Südfrankreich, Rhönetal / Languedoc,
Hauptversammlung, Hotel Le Grand Chalet, Restaurant Le Grand Cru
ein «Vulkan-Sekt» aus der Südost-Steiermark. Hersteller dieses
Schilcher-Sekts (Rebsorte: Blauer
Wildbacher) ist das Weingut Domäne Müller, Gross St. Florian;
die Trauben wachsen am Klöcher Vulkan auf 650 Metern über
Meer. Ebenfalls vom Klöcher Vulkan stammte der danach servierte
und sehr überraschende Gewürztraminer-Sekt.
Südbaden
Vier stille Weissweine folgten den
«Schäumern». Vom Kaiserstuhl
in Südbaden kredenzten uns die
Kannenmeisterinnen einen Silvaner Spätlese «Achkarrer Schlossberg» 2011 des Weinguts Dr.
Heger und einen Weissburgunder
«Burkheimer Feuerberg» (grosses
Gewächs) 2009 vom Weingut
Bercher. Letzterer wächst in einem besonderen Mikroklima einer
Spitzenlage am Kaiserstuhl. Das
vulkanische Gestein sorgt für eine
besonders gute Wärmespeicherung. Wir genossen diese beiden
Tropfen sehr. Dabei zeigte sich,
dass Vulkanweine nicht unbedingt
von sehr weit her kommen müs-
«Reiseleiterin» Sylvia Lüdi
wusste zu begeistern.
sen. Oft wird vergessen, dass es
sich beim Kaiserstuhl um einen
vor rund 30 Millionen Jahren entstandenen Vulkan handelt.
Santorini und Lanzarote
Etwas weiter muss man für die
anderen beiden Weissweine
fliegen: Der Assyrtiko 2011 von
GAIA Wein wächst auf der Insel
Santorini; der Malvasia (lieblich)
Ami du Vin 4/12
La vie de l’ANAV
Die «ambassadoren» degustierten erstmals im Zunfthaus zu Wirthen.
2009 der Weinkellerei «El Grifo»
auf der Insel Lanzarote. Nur dank
spezieller Erziehungsmethoden ist
es überhaupt möglich in der Glutofenhitze dieser Weinbauregionen Reben erfolgreich gedeihen
zu lassen.
Zurück in den «norden»
Zum Einstieg bei den Rotweinen
kletterten wir erneut auf den Kaiserstuhl. Sylvia Lüdi präsentierte
zwei Spätburgunder – wiederum
von den bereits bekannten Weingütern Dr. Heger und Bercher:
«Mimus» 2009, Ihringer Winklerberg und den Spätburgunder
«Jechtinger Eichert» 2007. Durch
starke Ertragsreduzierung erreichen diese Weine das Qualitätsniveau von grossen Burgundern.
Auf unserer Reise von Vulkan zu
Vulkan kehrten wir dann in die
Südost-Steiermark zurück. Der
Blaue Zweigelt «Olivin» 2009 von
Winkler-Hermaden stand auf dem
Programm. Die Bezeichnung «Olivin» stammt übrigens von einem
grünen Kristall, welcher sich im
dort heimischen Gestein findet.
Sizilien, Äolische Inseln
und Kampanien
Ein erstaunlich frischer Etna
Rosso (Tenuta delle Terre Nere,
Randazzo, Sizilien) aus der Nerello Mascalese-Traube leitete
über zum «Hierà» 2009 von Carlo
Hauner. Die Trauben dieses Weines – nämlich Calabrese, Alicante
und Nocera – wachsen auf der
äolischen Insel Salina. Den Abschluss der Rotweine machte ein
sehr polarisierender Wein. Der
Lacryma Christi del Vesuvio 2010
von Mastroberardino führte zu angeregten Diskussionen im Saal.
Robert Parker kürte den Wein
mit 90 Punkten. Zahlreiche Weinfreunde schlossen sich diesem
Urteil an – bei anderen wiederum
sorgte dieser aus der Traube «Piedirosso» (rote Füsse) hergestellte
Wein wohl eher für rote Köpfe.
Man mag ihn eben – oder man
mag ihn nicht. Am Beispiel dieses
Weines zeigte sich wieder einmal,
wie spannend das Thema Wein
sein kann. Ein herzliches Dankeschön an Sylvia Lüdi, dass sie den
Mut hatte, einen Wein dieser Art
zu präsentieren!
Pantelleria zum abschluss
Das Team des Restaurants verwöhnte uns nach den letzten
Rotweinen mit einem leckeren
Saltimbocca mit Risotto und Ratatouille. Beim Imbiss war nun Zeit
zum weiterdiskutieren und die
präsentierten Weine noch einmal
nach Lust und Laune zu verkosten. Die Degustation rundeten wir
dann nach dem Imbiss standesgemäss mit einem Süsswein ab.
Sylvia Lüdi stellte einen Moscato
di Alessandria 2006 von der Vulkan-Insel Pantelleria vor.
Sylvia Lüdi durfte zum Schluss
einen tosenden Applaus entgegennehmen. Ihre kompetenten
Ausführungen wussten sehr zu
gefallen. Sie zeigte in eindrücklicher Weise, wie stark sie sich
im Vorfeld mit dem Thema «Vulkanweine» und deren Böden auseinander gesetzt hatte. Der erste
Degustationsabend der «Ambassadoren» im Zunfthaus zu Wirthen
war ein schöner Erfolg.
Erstes Chapitre im neuen Vereinslokal
Österreich zu Gast im Zunfthaus zu Wirthen
Das Chapitre, der feierliche Höhepunkt im Jahresprogramm der Ambassadoren Weinfreunde Solothurn, fand am 30. November 2012 erstmals im neuen Vereinslokal im Zunfthaus zu Wirthen statt. Rund 70 Weinfreundinnen und Weinfreunde, geschmückt mit ihren Orden, waren gekommen, um das traditionell
Wine & Dine zu geniessen. Hermann Saxenhofer und Jürg Allemann präsentierten eine herrliche Palette österreichischer Kreszenzen, die das vom Wirthenteam komponierte Menü begleiteten. – Sylvia Gisiger berichtet:
Mit einem herrlich spritzigen
«Bründelmayer» Brut vom gleichnamigen Weingut in Langenlois
wurden die Teilnehmer empfangen. Altgeselle Urs Götschi hiess
die Weinfreundinnen und Weinfreunde zum feierlichen Chapitre
Ami du Vin 4/12
willkommen und gab damit dem
Wirthenteam das Zeichen für den
Service.
Frisch-fruchtige Weisse
Als erste Vorspeise wurde ein
köstlicher Österreichischer Ge-
müse und Hackstrudel an Kräutersauce serviert. Dazu gab es
den klassischen Grünen Veltliner
«Kies» 2007 aus dem Kamptal,
gekeltert vom Weingut Kurt Angerer, und den frischen und fruchtigen Grünen Veltliner Smaragd
«Achleiten» 2009 von der Domäne
Wachau, Dürnstein. Weiter ging
es mit der Vorarlberger Räucherforelle im Rohschinkenmantel mit
Walnüssen, unterlegt mit Avocado und Mango. Dazu wurden
der köstliche, nach exotischen
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La vie de l’ANAV
Früchten duftende Rotgipfler
«Rodauner» 2010 aus der Thermenregion, vom Weingut Alphart,
Traiskirchen, und der wunderbare
Riesling Smaragd «Ried Bruck»
2009 aus der Wachau vom Weingut Josef M. Högl, Spitz / Donau,
gereicht.
Vielfältige Rotweinpalette
Passend zur Österreichischen
Knoblauchsuppe wurde nun der
St. Laurent Classic 2007 von Gerhard Pittnauer, Gols-Neusiedlersee, serviert.
Zum Hauptgang, dem Wiener
Rahmbraten mit Pilzen, Schupfnudeln und Broccoli, kredenzten
Kannenmeisterinnen und Kannenmeister den frischen Zweigelt
Classic 2006 vom Weingut Pöckl,
Münchhof-Neusiedlersee und den
kräftigen «In’amera» Reserva 2008
vom Weingut Juris, Gols-Neusiedlersee – eine herrliche Cuvé aus
den Rebsorten Cabernet Sauvignon, Merlot und Blaufränkisch.
Weiter ging es mit einem
reichhaltigen Käseteller. Begleitet
wurde dieser vom würzigen Blaufränkisch Heideboden 2009 von
Georg Preisinger, Gols-Neusiedlersee, sowie dem kräftigen und
noblen «Bärnreiser» 2009 vom
Weingut Grassl, GöttlesbrunnCarnuntum – eine hervorragende
Cuvé aus den Rebsorten Zweigelt,
Merlot, Blaufränkisch und Cabernet Sauvignon.
Eiswein zum Finale
Den süssen Abschluss bildete das
köstliche Mozartkugeln-Eisparfait.
Dazu servierten wir passend den
Eiswein 2011 vom Stift Klosterneuburg, Wagram.
Hermann Saxenhofer und Jürg
Allemann wählten hauptsächlich
klassische Weinsorten aus Österreich. Mit Charme und Witz führten sie durch den Abend. Die
Auswahl der köstlichen Weine
aus dem Nachbarland mundete
den Weinfreundinnen und Wein-
freunde, die sich mit einem kräftigen und herzlichen Applaus bedankten.
Es war schon sehr spät, als
sich die ersten Weinfreundinnen
und Weinfreunde in die kühle
Dezembernacht begaben und den
nach Hause Weg antraten. Die Zusammenarbeit mit dem Wirthenteam funktionierte auf Anhieb
wunderbar und so war es nicht
erstaunlich, dass man noch bis
spät in die Nacht einzelne «Stubenräte» im Office beim Reinigen
der über 400 Gläser antraf!
St. Martin zu Zofingen
Wanderdegustation Schaffhausen machte Halt in Zofingen
Schaffhauser Blauburgunderland –
ein kleines Paradies!
Auf erfreulich grosses Interesse stiess am 22. Februar die im Rahmen der diesjährigen ANAV-Wanderdegutsation im Stucksaal des Hotels Zofingen veranstaltete
Präsentation der Weine aus dem nördlichsten – und trotzdem von der Sonne verwöhnten – Weinanbaugebiet der Schweiz. Beat Hedinger, Geschäftsführer
der Vereinigung Schaffhauser Blauburgunderland und Direktor von Schaffhauserland Tourismus präsentierte vier weisse und acht rote Gewächse, alle am
«rechten» Rheinufer gereift. – Urania Balatoni berichtet:
Das Weinbaugebiet
Eine lange Liebesgeschichte verbindet das Schaffhauser Blauburgunderland mit seinem Wein. Sie begann schon im Mittelalter. Über
alte Handschriften der weinbaukundigen Römer gebeugt, entdeckten
Mönche und Nonnen den Weinbau
und förderten ihn. Sie schätzten
einen guten Tropfen nicht nur für die
Liturgie. Schriften bezeugen, dass
das Schaffhauser Kloster zu Allerheiligen spätestens im Jahr 1100
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eigene Reben in Hallau besass.
Bis die Welschen zur Eidgenossenschaft stiessen, war Schaffhausen gar wichtigster Weinlieferant der damaligen Schweiz.
Und wie ist das heute? In 20
Gemeinden wird Weinbau auf
ca. 500 Hektaren Rebland betrieben. Auf drei von vier Rebstöcken
wächst die Blauburgundertraube
oder eben der Pinot Noir. Wie
in anderen Weinbaugebieten sind
auch aus Schaffhausen Weine
aus sortentypischen Trauben wie
Regent, Dornfelder, Merlot, Cabernet Sauvignon usw. oder als
Cuvées auf dem Markt. Bei den
weissen Rebsorten dominiert
der Riesling-Sylvaner. Erweitert
wurde dieses Sortiment durch die
Traubensorten Pinot Gris, Chardonnay, Pinot Blanc, Gewürztraminer, Räuschling und weitere.
Dank dem wechselhaften Wetter
haben die Weine aus dem Blauburgunderland eine besondere
Feinfruchtigkeit, ein reichhaltiges
Bouquet, feine Aromen-Nuancen
und einen harmonischen Körper.
«Botschafter» des Schaffhauser Blauburgunderlands
Der Referent Beat Hedinger kam
auf Umwegen zu seiner Berufung
als «Botschafter» des Schaffhauser Blauburgunderlands. Der gelernte Zimmermann wechselte mit
24 Jahren zur Polizei und wurde
schliesslich Mitarbeiter der Kripo.
Ami du Vin 4/12
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2008 durch die schweizweit einzigartige Zusammenarbeit mit
Schaffhausen Tourismus.
Die degustierten Weine
– Riesling-Silvaner Räckedorn 2011, Gächlingen, GVS Weinkellerei, Schaffhausen: grüngelb,
intensive Frucht, Duft nach Kiwi, Zitrus und grünen Bananen.
– Seyval Blanc 2011, Löhningen, Weinbaugenossenschaft Löhningen: dezentes Hellgelb, feinfruchtiges
Bouquet, recht gehaltvoll, überrascht durch exotische Aromatik
– Pinot Gris 2011, Hallau: VOLG Weinkellereien Hallau / Winterthur: reiffruchtiger Duft nach Birnen,
Caramel und Honig, gut strukturiert, Schmelz. würziger, fruchtiger Mittelteil, anhaltender Abgang.
– Pinot Blanc / Chardonnay 2011, AOC Schaffhausen-Hallau, Aagne v. Schopf, Hallau: gehaltvoller,
eleganter und harmonischer Weisswein, dezentes Holz, raffiniertes Gaumenspiel.
– Dichterwii 2011, Wilchingen, Rötiberg Kellerei, Wilchingen: duftet nach frischen Himbeeren und schwarzen Kirschen, samtigweich, feinkörnig, ausgeprägter Gaumen.
– Pinot Noir 2010, Osterfingen, Weingut Lindenhof, Osterfingen: eleganter, harmonischer,
fruchtiger Pinot, kräftig, ausgewogene Gaumenstruktur
– Hedinger Tradition 2011, Wilchingen, Sunneberg Kellerei Hedinger, Wilchingen: aromareiches Bouquet,
breit, voll, angenehme Tannine, anhaltend.
– Osterfingen Barrique 2009, Osterfingen, Weingut Hirschen, Osterfingen: reife Beerenfrucht mit feiner
Würze und ausgereiften Tanninen: eleganter, stoffiger Wein.
– Pinokrat 2009, Hallau, Weinbau und Kellerei Schlatter, Hallau: komplexes Bouquet von roten und
schwarzen Beeren sowie würzige Noten.
– ZWAA Osterfingen / Oberhallau 2010, Osterfingen / Oberhallau, Gasthaus & Weingut Bad Osterfingen / Baumann Weingut Oberhallau: schwarze Kirschen, Erdbeeren, dezent Tabak, weicher, fruchtiger
Auftakt, mit guter Fülle, Steinfrüchte, noch jugendlich, mit saftigem Abgang.
– Cabernet Merlot 2010, Hallau, WeinStamm Thayngen: Frucht- und Gewürznoten, dunkle Beeren,
füllig-wuchtig auf dem Gaumen. Lang anhaltend.
– Cuvée Excellence 2009, Hallau, Rimuss Weinkellerei Rahm AG, Hallau: dunkle Beeren,
Gewürznelken, Leder- und Tabaknoten, schwarze Schokolade; vielschichtiger, voller Gaumen,
reife und gut eingebundene Tannine, hat Potential.
In dieser Zeit fand er Gelegenheit,
seinen Bekannten- und Freundeskreis zu pflegen. Im Jahre 2002 bot
sich dem damals 40-Jährigen die
Chance, die Kontaktfreude mit der
aufkeimenden Liebe zum Wein zu
verbinden: Er wurde Geschäftsführer der Förder-Vereinigung Schaffhauser Blauburgunderland und ein
paar Jahre darauf Direktor von
Schaffhauserland Tourismus. Mit
dieser Symbiose vereint er hervorragend beide Kulturen.
Ami du Vin 4/12
Winzer, Kellereien und Tourismus gemeinsam
Der Branchenverband Schaffhauser Wein wurde im November
2001 in Siblingen gegründet. In
ihm verbinden sich Interessen von
Rebbauern und Kellereien, die
sich gemeinsame Zielsetzungen
gaben und seither diesen entsprechend produzieren. Die Geburt des Markenzeichens «Schaffhauser Blauburgunderland», der
den alten Spruchs «Schenk dir
ein – Schaffhauserwein» ersetzt,
war gleichsam das äussere Zeichen des neuen Windes, der im
nördlichsten Weinbaugebiet der
Schweiz weht. Und weil dahinter
mehr steht als nur ein Werbeslogan, sondern eine gewaltige
Steigerung der Weinqualität sowie namhafte Massnahmen zur
Absatzförderung, liess auch der
Erfolg nicht lange auf sich warten. Verstärkt wird die von Optimismus geprägte Initiative seit
Die Weinregionen im Schaffhausen Blauburgunderland
In Schaffhausen dominiert die Blauburgundertraube. Nach ihr wurde
die Region benannt. Mit aller Kraft
setzen sich 500 Winzer auf 500
Hektar Rebfläche ein, um die PinotNoir-Traube zu höchster Qualität
reifen zu lassen. 19 Kellereibetriebe bemühen sich um die optimale Kälterung des Weines. Im
Jahre 2010 wurde der Winzer des
Jahres aus dem
Blauburgunderland erkoren. Die
hervorragende Weinqualität erreichte an der von der Expovina
veranstalteten Internationalen Weinprämierung Zürich 12 Mal Gold
und 18 Mal Silber – ein ausgezeichnetes Resultat.
Dank an den Referenten
Stubenmeister Alex Haller dankt
Beat Hedinger für den interessanten Abend, die hervorragenden Weine und die detaillierten
Erklärungen. Er überreicht dem
Referenten zwei echte Aargauer
Weine, Häzler von René Wälchli
aus Rothrist. Mit kräftigem Applaus verdanken die Teilnehmer
den äusserst überzeugender Auftritt. Beat Hedingers offene und
spontane Art, den Teilnehmern
sein Wissen zu kommunizieren,
hat alle weinkundlich einen grossen Schritt weiter und den Zofingern die Schaffhauser Weine
näher gebracht.
35
La vie de l’ANAV
Weiterbildungsabend in Würenlingen
Reblaus ist Arbeitgeberin
für Rebschulen
Einmal im Jahr findet eine Veranstaltung ausschliesslich für die Gesellen
und Magister Vini der Weinbruderschaft St. Martin zu Zofingen statt. Oft steht
dieser im Zeichen der Weiterbildung. So auch der Besuch der Rebschule Auer
in Würenlingen vom 5. März 2013. Organisiert wurde der Anlass vom Konvent. – Reinhard Bachmann berichtet:
andreas Meier zeigt die Veredelung der Rebe.
Der Önologe und Rebschulist andreas Meier (Mitte) findet aufmerksame
Zuhörer.
«Der Reblaus, deren unheilvolles
Wirken erstmals 1863 im Bordeaux-Gebiet festgestellt wurde,
verdanken wir die Gründung unserer Rebschule», erwähnte Andreas
Meier, Önologe FH, einleitend bei
der Begrüssung der Mitglieder der
Zofinger Weinfreunde. Die Reblaus war ein höchst unwillkommener Import aus Amerika. Sie
vernichtete riesige Rebflächen in
Frankreich und breitete sich anschliessend in ganz Europa aus.
Im Aargau wurde sie erstmals
1905 in Remigen entdeckt.
Heute beugt man der Reblausgefahr durch das Pfropfen eines
Edelreises auf eine amerikanische
Unterlagsrebe vor, wobei die charakteristischen Eigenschaften der
aufgepfropften Rebsorte, zum Beispiel eines Pinot noir, Chasselas
oder Riesling-Sylvaner, bewahrt
werden. Gegenwärtig dürfen nur
noch veredelte und zertifizierte
Reben angepflanzt werden.
36
Drei amerikanische Rebenspezies haben die grösste Resistenz gegen die Reblaus: Vitis
riparia (Uferrebe), Vitis Rupestris
(Felsenrebe) und Vitis Berlandieri
(Kalkrebe). Diese Sorten wurden
mehrfach untereinander und mit
europäischen Sorten gekreuzt, so
dass, angepasst an unsere Böden,
ideale Unterlagsreben für die Veredelung mit Edelreisern zur Verfügung stehen.
Über 500 Sorten im Lager
Auf dem Rundgang erklärte Andreas
Meier die verschiedenen Arbeitsschritte der Veredelung und die
dazu benötigten Maschinen. Letztere wurden grösstenteils selber
entwickelt. Jeder Arbeitsschritt
ist dokumentiert und rückverfolgbar. Beeindruckend sind auch die
Kühl-, Vortreib- und Lagerräume,
in welchen über 500 verschiedene, exakt geordnete Rebensetzlinge auf Auslieferung im Frühling
warten. Jährlich werden gegen
1 Million Reben veredelt. Darunter befinden sich alle international bekannten Keltersorten sowie
alle schweizerischen Spezialitäten, ferner pilzresistente interspezifische Traubensorten und Tafeltrauben.
Die Andreas Meier & Co ist
der bedeutendste Rebschulbetrieb
in der Schweiz. Mit einfachen
Mitteln und grossem Arbeitsaufwand begann Albert Meier
im Jahre 1921 auf privater Basis
mit der Rebveredelung und der
Selektion bester Klone. Bald entwickelte sich die Rebschule zu
einem beachtlichen Betrieb, den
in der Folge zwei weitere Generationen Meier zu einem Unternehmen von nationaler Bedeutung
ausbauten.
neue Trotte vereinfacht die
arbeitsabläufe
Im Weingut zum Sternen werden
zudem über vierzig Weine von
bewährten und neuen Rebsorten
gekeltert. Nebst eigenen Weinen werden jene der Weinbaugenossenschaften Würenlingen
und Klingnau sowie der neuen
Weinfirma Besserstein AG, Villigen, gekeltert. Anschliessend an
den hochinteressanten Rebschulbesuch konnte die anfangs September 2012 eingeweihte neue
Sternen Trotte besichtigt werden,
welche die Arbeitsabläufe im
Herbst wesentlich vereinfacht. Ein
exquisites Nachtessen, zubereitet
von Küchenchef Adrian Meier und
begleitet von Sternen-Weinen,
die Andreas Meier beschrieb, rundete den Abend ab.
andreas Meier, alex Haller, Stubenmeister, und adrian Meier (rechts).
Ami du Vin 4/12
La vie de l’ANAV
Zurzibiet
«Ordentliches» und Köstliches in Leuggern genossen
GV mit Weinpirsch
in der Bündner Herrschaft
53 Mitglieder und Gäste der Zurzibieter Weinfreunde gaben sich ein Stelldichein zur Generalversammlung in Leuggern im Restaurant Sonne. Die
Erwartungen waren aus mehreren Gründen hoch gesteckt. Referent Markus
Utiger ist bekannt für seine meisterhaften Moderationen, die Weine aus der
Bündner Herrschaft erfreuen sich nach wie vor eines ausgezeichneten Rufs,
und die exzellente Leuggener Sonnen-Küche ist mehr als ein «sicherer
Wert». – Erwin Ewers genoss mit und berichtet:
Eine derart «aufgestellte» Sektion sollte kaum nachwuchsprobleme
haben.
Die Zurzibieter Weinfreude haben
sich anlässlich ihrer GV zum wiederholten Male an Weinen aus
der Bündner Herrschaft gelabt
und erfreut und werden es wohl
auch in Zukunft tun. An grosszügig dimensionierten und diskret
geschmückten Tischen des Restaurants Sonne in Leuggern durften sie in Verbindung mit einem
Mehrgangmenu Weine degustieren, die auf hohem Niveau die
Vielfalt, Opulenz und das Schaffen bekannter Winzernamen wie
Lamprecht, Stäger, Donatsch, Studach, C. Hermann, P. Hermann,
Obrecht, Adank und Gantenbein
repräsentierten.
und ihrer Region näherzubringen
wussten.
Ein Referent mit
besten Referenzen
Präsentiert wurden die Tropfen
von einem den «Zurzibietern» seit
Jahren verbundenen Kenner der
Weinszene, Markus Utiger, seines
Zeichens Sommelier und Weinakademiker. In der ihm eigenen
Art – brilliant, sprachgewandt
und kompetent – vermochte er
den Weinfreundinnen und Weinfreunden Details zu vermitteln,
die ihnen die Eigenart der Weine
Terroir und Reben
Die Bündner Herrschaft als nördlichste Ecke Graubündens ist mit
420 ha Rebfläche das grösste
Weinbaugebiet Graubündens, das
Tor zum Bündnerland und bekannte Heimat der Kinderbuchfigur Heidi. Es ist die wärmste
Weinbauregion der Deutschschweiz
und erzielt u. a. dank Föhneinfluss hohe Oechslegrade, die
nebst kleingehaltenen Erträgen
und säurearmen Strukturen eine
hohe Traubenqualität garantieren.
Die Anbauflächen konzentrieren
sich auf die Gemeinden Fläsch,
Malans, Jenins und Maienfeld als
Zentrum. Mit einem Anteil von 78
Prozent dominiert der Blauburgunder nebst 44 weiteren Rebsorten,
darunter Exoten und Raritäten
wie der moselähnliche Riesling
(von Gantenbein) oder der seltene
Completer, den man im Wallis als
Lafnetscha kennt.
Die genossenen Weine
Apero (Jenins)
Obrecht Brut – Pinot Noir 2011
1. Serie (Maienfeld)
Lamperts Cuvée Blanc 2011, Hanspeter Lampert
Maienfelder R-S 2011, Markus Stäger
2. Serie (Malans)
Malanser Chardonnay Passion 2011, Weingut Donatsch
Malanser Completer 2010, Thomas Studach
3. Serie (Fläsch)
Fläscher Pinot Noir Barrique 2010, Hansruedi Adank
Fläscher Pinot Noir Reserve 2010, Christian Herrmann
Fläscher Pinot Noir Selection 2009, Peter Herrmann
4. Serie (Süss)
Riesling Spätlese 2009, Martha und Daniel Gantenbein
Ami du Vin 4/12
Generalversammlung und Co.
Ein gesundheitlich angeschlagener, weil von einer Kehlkopfentzündung geplagter Präsident,
Peter Wicki, vermochte sich dank
Mikrophon-Unterstützung tapfer
und besser als befürchtet ohne
weitere Belastung seines Organs
Gehör für die Abwicklung der
GV zu verschaffen. So erfuhren
die Anwesenden Details über
das erfolgreiche zurückliegende
Vereinsjahr und die geplanten
Aktivitäten 2013. Zudem wurde
Rechenschaft abgelegt über die
Vereinsfinanzen, die es stabil zu
halten gelang. Der Entlastung des
Vorstands gilt die Suche nach
weiteren Mitgliedern, und betrübt
wäre man durchaus nicht, wenn
sich weitere Junge sowie im Alter
Fortgeschrittene den Zurzibietern
als Mitglieder anschliessen würden.
Fazit
Ein gelungener Abend, der wunderbare Weine, ein exzellentes
Essen und aufmerksamen Service
bescherte, so dass sich jeder
freute, dabei gewesen zu sein.
Auch Michael Hauenstein, Chef
der Sonne und in seiner Freizeit
aufstrebender Opernbassist, hatte
augenscheinlich Freude am fröhlichen Geschehen. Zu einer Gesangseinlage konnten wir ihn aus
verständlichen Gründen leider
nicht bewegen, werden sein Restaurant jedoch in bester Erinnerung behalten.
37
La vie de l’ANAV
Fricktal
Degustation im «Ochsen» von Wölfliswil
Grosses Interesse für Fricktaler Spezialitäten
Am 16. November 2012 trafen sich Weinfreunde und Weinfreundinnen im Restaurant Ochsen in Wölflinswil zu einem «kleinen Jubiläum». Der 45. Geburtstag
wollte gefeiert werden, und zwar mit mit heimischen weissen und roten Spezialitäten. Dass das Besondere, was in der Nähe reift, durchaus «in» ist, bewies die
stattliche Schar von 53 Teilnehmern an dieser ungewöhnlichen Verkostung. Und sie wurden nicht enttäuscht, wie Th. Jakopp zu berichten weiss:
Die erwartungsvolle Schar wurde
im festlich vorbereiteten Saal mit
einem Glas Schaumwein, Chardonnay Blanc de blanc und herrlichen Amuse bouches, zur Degustation erwartet. Präsident Ulrich
Jehle, begrüsste die Anwesenden
zur kleinen 45-Jahr Jubiläumsfeier mit einem kurzen, launischen
Rückblick auf die Entstehung der
Fricktaler Weinfreunde und Reminiszenzen über diejeweiligen
Präsidenten.
Fricktaler Forelle begleitet
von «eigenen» Weissen
Nach Ueli Jehle übernahm der Degustatonsleiter Rene Wehrli das
Wort. Gekonnt stellte er uns ver-
schiedene Weisswein-Spezialitäten wie Sauvignion blanc, Pinot
Gris, Pinot blanc sowie einen
Blanc de Noir vor. Zu diesen
weissen Spezialitäten wurde der
erste Gang aus der GaultMillauKüche, ein Trio der Fricktaler Forelle mit kleinem Salatbouquet an
Kürbiskerndressing, serviert.
Weltumspannende rote
«aargauer» zum Hauptgang
Die roten Spezialitäten wie Pinotage, Blaufränkisch, Merlot, Syrah
und Malbec wurden zum Hauptgang, einem Schweinsfilet im
Rohschinkenmantel an Merlotjus
mit Kartoffelstock und Gemüsegarnitur, serviert. Rene Wehrli
wusste uns Eigenheiten und
Hintergründe, dieser im Fricktal
nicht überall geläufigen Sorten
und Weine, näherzubringen. Dass
Gewächse im Aargau reifen und
gekeltert werden, die heute auf
der südlichen Hemisphäre den
Ton angeben, irritierte kam, liess
vielmehr da und dort Stolz aufkommen. – Zum herrlichen Käsedessert wurde schliesslich ein hervorragend dazu passender Riesling Dessertwein eingeschenkt.
Rundum gelungen!
Ueli Jehle durfte anschliessend
an die Degustation Rene Wehrli
für die Vorbereitung und Durchführung mit einem kleinen Präsent
Verschiedenheit durch gemeinsame Philosophie vereinigt
Die «etwas andere» Degustation
Die Verkostung, zu welcher die Fricktaler Weinfreundinnen und Weinfreunde
ins Gesundheitszentrum Rheinfelden eingeladen wurden, war tatsächlich
eine «etwas andere». Dies lag nicht am Ablauf des Anlasses, sondern vielmehr an den Weinen, die zur Degustation kredenzt wurden. Sind diese in der
Regel Produkte einzelner Produzenten aus bestimmten Ländern, Regionen
oder Sorten, so standen für einmal Gemeinschaftswerke einzelner Winzer
aus verschiedenen Regionen im Mittelpunkt des Interesses. – Ein gewagtes
Unterfangen, spannend präsentiert und kommentiert von Kathi Hirt. – Thomas
Jakopp berichtet:
In der Einladung der Fricktaler
Weinfreunde zu einem Wine-andDine-Erlebnis im Gesundheitszentrum Rheinfelden, wurde der
38
Anlass wie folgt umschrieben:
Die Kreation eines Weins aus
Gewächsen von verschiedenen
Winzern sei die Herausforderung
und dem Applaus der Anwesenden danken. Einen besonderen
Dank durfte er auch der ganzen
Küchenbrigade für das hervorragende Menü und den Service
übermitteln, der von kräftigem Applaus der Anwesenden begleitet
wurde. Eine rundum gelungene
Degustation gehört damit leider
der Vergangenheit an. Ich bin aber
zuversichtlich, dass weitere tolle
Abende im Kreis der Weinfreunde
folgen werden.
Degustationsleiterin Käthi Hirt ist
mit Herzblut dabei.
schlechthin. Dies vor allem deshalb, weil der Wein von verschiedenen Lagen, Böden, Gemeinden,
Höhenlagen etc. gekeltert wird.
Die zusätzliche Herausforderung
liege auch darin, dass sich an einem derartigen Produkt verschiedene Erzeuger-Persönlichkeiten beteiligen.
Ist so etwas überhaupt möglich? Findet man Winzer, die sich
über die Qualität der Rebarbeiten,
der Kelterung sowie der Vermarktung einig sind dazu, gemeinsam
einen Wein kreieren? Können sich
grosse Individualisten auf Gemeinsamkeiten einigen? Solche
und andere Fragen stellten sich
die 43 erwartungsvollen Mitglie-
Ami du Vin 4/12
La vie de l’ANAV
der an den festlich gedeckten
Tischen im Saal des Gesundheitszentrums Rheinfelden.
Es braucht Herzblut!
Degustationsleiterin Käthi Hirt
hat mit grosser Recherchierarbeit Trouvaillen aus der Schweiz,
Deutschland, Portugal und Südafrika gefunden, welche die oben
erwähnten Kriterien mehr als erfüllten. Dank ihrer grossen Qualität passten die aussergewöhnlichen Kreationen hervorragend
zum ausgezeichneten 4-GangMenü der hauseigenen Küchenbrigade.
Bei den Ausführungen der
Winzerin Käthi Hirt wurde rasch
klar, dass sie selbst begeistert
in einem solchen gemeinsamen
Weinprojekt engagiert ist, nämlich dem «Syydebändel». Dass
dabei viel Herzblut der einzelnen
Winzer mit im Spiel ist, zeigen bereits auch die Namen der Weine,
wie zum Beispiel «Fünf Freunde»,
«Hand in Hand», «ZWAA» oder
etwa «Quatromani». Sie bringen
zudem zum Ausdruck, dass hier
Winzer am Werk sind, die wirklich
die gleiche Philosophie vertreten
Erwartungsvolle Weinfreunde an den festlich gedeckten Tischen.
und gemeinsam bestrebt sind,
zusammen einen noch besseren
Wein zu keltern. Und es wird auf
sehr hohem Niveau gearbeitet!
Verschiedene an Gemeinschaftsprojekten beteiligte Winzer sind
Besitzer von renommierten Weingütern und selbst Produzenten
hervorragender Weine. Dies gibt
ihnen die Freiheit, sich an Experimenten zu beteiligen, die ihnen
Präsident Ueli Jehle bedankt sich bei der Referentin für
die begeisternde Präsentation.
Ami du Vin 4/12
die Möglichkeit bieten, sich weiter zu entwickeln, Meinungen,
Wissen und Können ihrer Kollegen aufzunehmen, um gemeinsam
eine noch bessere Qualität zu erzielen.
Begeistert von
der «anderen art»
Die Referentin hat es verstanden,
mit viel Hintergrundinformation
und grossem Fachwissen die Anwesenden an diese «andere» Philosophie der Weinkelterung und
an die vorgestellten Weine heranzuführen. Der verdiente Dank
des Präsidenten, Ueli Jehle, an
die Degustationsleiterin, wurde
von einem lang anhaltenden Applaus der Anwesenden begleitet.
Er durfte auch der gesamten Küchenmannschaft des Gesundheitszentrums für die wiederum
ausgezeichnete Bewirtung herzlich danken.
Dieser Anlass wurde der Bezeichnung «Wine and Dine» wirklich gerecht: Ausgewählte Weine
in sehr guter Qualität begleiteten ein fein abgestimmtes, ausgezeichnetes Menü – und alles
wurde präsentiert von einer pro-
funden Kennerin dieser «anderen»
Art Weine zu keltern und zu einem
harmonischen Ganzen zu komponieren. – Herzlichen Dank, Käthi,
für den wunderschönen Abend!
Lenzburg – Seetal
Programm 2013
21. Februar: WaadtländerWeine mit Christophe
Venetz
25. April: Autochthone Rebsorten mit Wolfgang Beiss
15. Juni: Tagesausflug
Murten-NeuenburgerBielersee
12. September: SavoyenWeine mit Jean-Claude
Hofstetter
09. November: GV / Dîner
(Toscana)
39
La vie de l’ANAV
Goldwand Baden
Rückblick und Dank der Präsidentin
2012 – ein ereignisreiches
Vereinsjahr
In ihrem Rückblick lässt die Präsidentin die wichtigsten Ereignisse des Vereinsjahres 2012 Revue passieren. Verena Stucki zieht in ihrem «Bericht nach
den ersten 366 Tagen» eine durchaus positive Bilanz und hofft, dass das Problem des Mitgliederschwundes, von dem auch die Sektion Baden Goldwand
nicht verschont ist, gelöst werden kann. Die Pflege einer breiten Palette auch
anderer als weinkundlicher kultureller Interessen soll dazu beitragen. – Im
Folgenden, von der Redaktion gekürzt und angepasst, der Rückblick der Präsidentin auf das vergangene Jahr:
Woran misst man ein Jahr? Woran denkt man, wenn man das
Erlebte über eine gewisse Zeitspanne hinweg Revue passieren
lässt? Was ist wichtig im Moment? Was war wichtig vor einer gewissen Zeit? Lohnt es sich
überhaupt, sich an frühere Ereignisse zu erinnern? Diese Fragen
gehen mir jetzt durch den Kopf:
Ich versuche, einen Bericht über
das vergangene Vereinsjahr zu
verfassen.
Über das LanguedocRoussillon …
Den Höhepunkt der Generalversammlung 2012 im Hotel Du Parc
in Baden, an welcher mich die anwesenden 48 Mitglieder zur Präsidentin gewählt haben, bildete
der von Rolf Reichmuth geleitete
«Ausflug» in das Gebiet Languedoc-Roussillon, eine faszinierende
Weinregion Frankreichs. Mit dem
Küchenchef des Du Parc durften
wir vorgängig ein Essen zusam-
menstellen, das in dieses Gebiet
gehört. Anschliessend wählten
wir die dazu passenden Weine
aus. – Eine Harmonie von Speisen
und Wein!
… ins Waadtland
Bis kurz vor der Durchführung des
Anlasses schien es, er müsste
wegen Mangels an Interesse
abgesagt werden. Aber schliesslich konnten wir die Präsentation
mit 33 Teilnehmern durchführen.
Christophe Venetz, ist ein brillanter Kommentator. Obwohl Walliser kennt er die Gewächse der Region ausgezeichnet. Entsprechend
interessant und aufschlussreich
waren seine Ausführungen dazu.
Tagesausflug
Einen Tag lang wegfahren und
ohne Hektik Neues sehen und
auch geniessen. Das gönnten wir
uns am Donnerstag, 13. September 2012. Die Teilnehmerzahl
hätte ich mir noch etwas höher gewünscht. Aber immerhin 35 Weinfreundinnen und Weinfreunde liessen sich an den Bielersee entführen. Nach einem Besuch bei der
Winzerfamilie Lisbeth und Robert
Andrey in Schafis und einem feinen Mittagessen in La Neuveville
waren wir bei Herrn Zünd, einem
Glasbläser in der Twannbachschlucht, zu Gast. Er betreibt sein
Handwerk in einer Liegenschaft
mit Restaurant mitten im Wald.
Ein eindrückliches Erlebnis!
aargauer Degustation
Den Höhepunkt im Vereinsjahr bildete ohne Zweifel die Aargauer
Degustation am 22. November im
Kulturraum des Historischen Museums des Landvogteischlosses in
Baden. Mehr als 50 Personen haben sich auf unsere Einladung hin
angemeldet. Ein idealer Rahmen
für den Anlass! Hier zeigte sich,
wie wichtig zuverlässige Helfer
sind, die gekonnt und unkompliziert Hand anlegen. «Kultur und
Genuss rund um die Goldwand»
lautete das Motto des Abends, an
dem wir, nicht nur auf eine kurze
Reise zurück in die Vergangenheit von Baden entführt, sondern
auch mit saftiger Speis und (unter
der kundigen Leitung von Michael
Wetzel) mit hervorragenden Weinen verwöhnt wurden.
Hoffen auf «nachwuchs»
Am 1. Januar 2013 zählte unsere
Sektion 142 Mitglieder. Zwar
konnten wir im 2012 drei neue
Mitglieder hinzugewinnen, aber
trotzdem ist die Zahl infolge Austritten rückläufig. Diese Entwicklung haben leider fast alle Sektionen zu beklagen. Einen kleinen
Lichtblick bildet das Interesse einiger Personen an einer Mitgliedschaft. – Bleibt zu hoffen, die Verbindung von Wein-Anlässen mit
anderen kulturellen Sparten möge
die Attraktivität unserer Vereinigung stärken.
Reise an den Bielersee – einer der Höhepunkte des Vereinsjahrs 2012
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Ami du Vin 4/12
La vie de l’ANAV
Freiamt
131 Weinfreundinnen und Weinfreunde in der «Krone» Lenzburg
Apulien zu Gast an der GV
Ein schönes Wine and Dine sollte es werden, obwohl eine Stunde Zeit für
die Durchführung der 30. Generalversammlung der Freiämter Weinfreunde
eingeräumt werden musste. Der Vorstand wusste um den Zeitdruck. Trotzdem
wollte er durch eine tadellose Vorbereitung und äusserste Disziplin bei der
«Erledigung» der Traktandenliste den Teilnehmenden ein gefälliges Abendprogramm bieten. – Otto Sprenger berichtet:
Ueli Schiess, Referent (rechts), und Präsident Markus aellen.
Schon die Informationen in der
Einladung mussten viele Leserinnen und Leser angesprochen haben. Sie wollten – abgesehen von
den Geschäften der Generalversammlung – über die Geschichte,
die Entwicklung des Weinbaus
in der Region Puglia, zu Deutsch
Apulien, und natürlich über deren
Weine mehr erfahren. Jedenfalls
setzten sich am 17. November 131
Personen an die festlich gedeckten Tische im grossen Saal der
«Krone» in Lenzburg.
Drei apulische Weisse zur
Begrüssung
Als genügend frisches Wasser
und die ersten drei Weissweine
eingeschenkt waren, eröffnete
Präsident Markus Aellen den
Abend mit einem Willkommensgruss. Speziell begrüsste er den
Ami du Vin 4/12
anwesenden Ehrenpräsidenten
René Saxer sowie die Ehrenmitglieder Willy Geissmann und
Peter Schürmann. Es folgte die
Kurzvorstellung der Persönlichkeit, die nach Lenzburg gekommen war, um die Freiämter Weinfreundinnen und Weinfreunden
über Geschichte und Weine der
Region Apulien zu infomieren:
Ueli Schiess, Ingenieur für Rebbau und Oenologie, Inhaber der
Caratello Weine AG in St. Gallen. Der Referent ist Spezialist
für italienische Weine. In seinem
Sortiment führt er ausschliesslich
Weine aus Italien – und nur solche, die italienische Winzer aus
Trauben keltern, welche aus ihren eigenen Rebbergen stammen.
Der persönliche Kontakt zu den
Produzenten ist für Ueli Schiess
unabdingbar.
Rote Top Weine zum Hauptgang
Die Griechen brachten um ca.
2000 v.Chr. Reben nach Apulien.
Es folgten die Römer, dann die
Goten, die Byzantiner, die Araber,
die Lombarden und die Normannen. Apulien besteht aus Hochebenen und Flachland, und es
herrscht ein trocken-heisses Klima
mit wenig Niederschlag. Mit über
100’000 Hektar Rebfläche liegt
Apulien gemeinsam mit Sizilien
an der Spitze der italienischen
Weinproduktionsmenge. In die
Flaschen kommen aber nur knapp
10 Prozent. Die Hauptmenge wird
für die Destillation von IndustrieAlkohol und für die Herstellung
von Massenweinen verwendet.
Die Ausrichtung auf die Erzeugung von Qualitätsweinen begann
erst gegen Ende des letzten Jahrhunderts. Weinhäuser, wie Torre
Quarto, Castel di Salve und Gianfranco Fino erzeugen heute Spitzengewächse, die einen Vergleich
mit anderen Top Weinen nicht
fürchten müssen. Ueli Schiess
liess uns sechs Rotweine dieser
Spitzen-Winzer zum Hauptgang
und zum Käseteller servieren und
erntete Zustimmung sowie grosse
Anerkennung.
Speditiv erledigte
GV-Traktanden
Die Abwicklung der notwendigen
GV-Traktanden nach dem Hauptgang verlief zügig. Der Jahresrückblick des Präsidenten mit
Konzentration auf die wesentlichen Ereignisse erreichte die
Zuhörer. Die wichtigsten Zahlen
des Kassiers stiessen umsomehr
auf Interesse, als sie gut lesbar
präsentiert wurden. Martin Vifian
erläuterte und begründete sie zudem sehr verständlich. Die Beiträge bleiben für 2013 gleich.
Die Neu-Eintritte überwiegen
die Abgänge. Der Präsident fand
die richtigen Worte, dem verstorbenen langjährigen Mitglied
und ehemaligen Vorstandsmitglied
Ruedi Fischer zu gedenken. Das
Erheben von den Sitzen und das
kurze Innehalten der ganzen Versammlung sollte die besondere
Wertschätzung unterstreichen.
Der versierte Ehrenpräsident
erledigte die Wahlgeschäfte in
kürzester Zeit. Die Versammlung
bekräftigte René Saxers Lob für
den amtierenden und für die
nächsten zwei Jahre wiedergewählten Vorstand mit einem aufmunternden Applaus. Den geänderten Statuten wurde vorbehaltlos zugestimmt.
Spannendes Jahresprogramm
2013
Als Vizepräsident Bruno Schmid
mit der Vorstellung des provisorischen Programmes für das
nächste Jahr begann, stieg die
Spannung im Saal erheblich an.
Die sympathisch vorgetragenen
Erläuterungen entlockten den Zuhörenden zustimmendes Nicken
und ab und zu auch ein Schmunzeln. In weniger als 60 Minuten
konnte der Vorstand die GVPflichten zur Zufriedenheit aller
anwesenden Mitglieder erfüllen.
Dessertwein in Rot
Das feine Dessert mit einem mundenden roten Dessertwein zauberten die flinken Serviererinnen im
Nu auf den Tisch. Es folgte ein
letztes Zuprosten und Verkosten.
Präsident Markus Aellen durfte
zum Schluss des Abends allseits
herzlich danken. Das starke Kroneteam, aus Küche und Saal, erwirkte einen frenetischen Applaus,
und wurde mit Blumen und mit
einem Couvert für die Personalkasse beschenkt. Mit einem Kistchen feinster Zigarren unterstrich
der Präsident seinen Dank an Ueli
Schiess für die Wahl der feinen
Weine und für seine fundierten
Ausführungen über die Weinregion
Puglia und deren Gewächse.
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La vie de l’ANAV
Gelungener Start ins Jubiläumsjahr
Spezialitäten vom Hallwilersee
begeisterten
Die beiden Winzerfamilien Lindenmann aus Seengen und Huwiler aus Aesch
(LU) überzeugten am 15. Februar die Freiämter Weinfreunde mit ihren
besten Erzeugnissen. Fast hundert Mitglieder folgten der Einladung ins
Seehotel «Delphin» nach Meisterschwanden. Sie alle wollten den Auftakt ins
Jubiläumsjahr, 30-Jahre Freiämter Weinfreunde, miterleben. – Otto Sprenger
berichtet:
Präsident Markus Aellen durfte
kurz nach halb acht Uhr fröhlich
gestimmte Gäste willkommen heissen und die Referenten, Thomas
Lindenmann und Kurt Huwiler,
vorstellen. Dass es sich hier nicht
um Betriebe mit grossen Rebflächen handeln werde, wussten die
meisten Anwesenden. Thomas
Lindenmann hat im Jahre 2007
den Betrieb von seinen Eltern
übernommen und bewirtschaftet insgesamt 9,5 ha Rebfläche.
Das Weingut Lindenmann setzt
auf viel Handarbeit und konzentriert sich ganz auf Spezialitäten
in bester Qualität. Im Weingut
Klosterhof mit gerade 1,5 ha Reben engagieren sich Verena und
Kurt Huwiler seit dem Neustart
im Jahre 2002. Der Klosterhof,
mit der Zugehörigkeit zum Kloster Muri, schreibt über tausend
Jahre Geschichte. Die Namen der
Klosterhofweine wie «Abt Hieronymus», «Abt Ambros» oder «Abt
Bonaventura» nehmen somit auch
Bezug auf jene Zeit, als Gottesleute ihre Reben pflanzten.
auf Spezialitäten konzentriert
Als uns Kurt Huwiler kundtat, dass
er erst seit dem Jahre 2009, zusammen mit einem befreundeten
Oenologen, seine Weine selber im
eigenen Keller vinifiziere, staunten viele der kritischen WeinkennerInnen. Es ist kaum zu glauben,
was der Klosterhof in so kurzer
Zeit an Kreativität bewies und
an Qualität hervorbrachte. Beide
jungen Winzer überzeugten zudem
Präsident Markus aellen mit Verena & Kurt Huwiler.
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durch ihre Art, wie sie offen und
ehrlich über ihre Gewächse sprachen. Obschon sich das Haus
Lindenmann im Weinbau nach
dem Kanton Aargau ausrichtet
und der Klosterhof Luzern orientiert wirtschaftet, spürte man eine
grosse Gemeinsamkeit: Thomas
Lindenmann und Kurt Huwiler
wollen ihre Kunden auch in Zukunft mit liebevoll ausgetüftelten
Spezialitäten aus eigenem Anbau
verwöhnen.
Die Delphin Crew aus Küche
und Service legte zu diesem unvergesslichen Wine and Dine den
kulinarischen Rahmen in einem
sehr schönen Ambiente, bei angenehmen akustischen Verhältnissen. Präsident Markus Aellen gab
seiner grossen Freude über den
Thomas Lindenmann
gelungenen Abend Ausdruck, als
er eine halbe Stunde vor Mitternacht den Referenten, dem Hotel,
den Organisatoren aus dem Vorstand und allen erschienen Mitgliedern herzlich dankte.
Zürcher Weinland
Interessante und lehrreiche Blinddegustation
Sinne und Wissen gefordert
Für den Novemberanlass im Restaurant Strauss hatte unser WeinfreundeMitglied Reto Schweizer eine interessante und lehrreiche Blinddegustation
von Schweizer Weinen zusammengestellt. Im freundschaftlichen Wettbewerb
standen Gewächse, die am Grand Prix du Vin Suisse 2012 mit einer Goldmedaille ausgezeichneten worden waren. Vorgegangen wurde analog dem
Coupe ANAV. Es galt, in vier Durchgängen je zwei weisse und je zwei rote
Weine nach Herkunft, Rebsorte und Jahrgang zu bestimmen sowie acht
Fragen zu beantworten. – Text und Bilder von Agi Winter:
Besonders gefordert bei Weinproben dieser Art bekanntlich drei unserer Sinne: das Sehen sowie der
Geruchs- und der Geschmackssinn. Die sensorische Analyse von
Weinqualitäten verlangt von den
Degustierenden höchste Konzentration. In unserer interessierten
Runde fanden lebhafte Diskussionen insbesondere über Aromen
und Geschmacksrichtungen statt.
Farbe, aromen und
Geschmackstöne
Bereits der prüfende Blick kann
über das Alter des Weins Auskunft oder Hinweise auf die Rebsorte geben. Junge Weissweine,
zum Beispiel, haben in der Regel
einen blassgelben Farbton mit
grünlichen Reflexen, während ein
bernsteinfarbener Ton anzeigt,
dass der Wein reif ist. Ein rosa-
Ami du Vin 4/12
La vie de l’ANAV
farbener Schimmer am Rande des
Rotwein-Glases deutet auf einen
jungen Wein hin. Ist der Schimmer aber orangefarben, so sind
bereits die ersten Alterungserscheinungen erkennbar.
Der Wein enthält sehr viele
Geruchsstoffe und bereits die
erste geruchliche Wahrnehmung
zeigt an, ob der Wein «sauber»
ist oder ob er Mängel aufweist.
Unsere Nase kann blumige, fruchtige, pflanzliche, würzige, tierische oder auch holzbetonte Gerüche wahrnehmen.
Die geschmackliche Analyse
entwickelt sich in drei Stufen:
Auftakt, Entwicklung, Abgang. Als
Auftakt bezeichnet man den ersten Eindruck, den man empfindet.
Die Entwicklung ist die Phase, in
der man die Ausgewogenheit eines
Weines (Säure, Alkohol, Gerbstoff)
spürt. Den geschmacklich-aromatischen Eindruck des Weins beschreiben wir im Begriff «Abgang».
Degustationsleiter Reto Schweizer.
Foto agi Winter.
Zur Blinddegustation gelangten folgende Weine:
– Schlattinger Müller-Thurgau
2011 von Schmidweine,
Schlattingen / TG
– La Perle, Epesses 2011
(Chasselas) der Domaine
Blondel, Cully / VD
Ami du Vin 4/12
nach den augen war die nase gefordert.
– Viognier 2011, Cave Gilbert
Devayes, Leytron / Wallis
– Schafiser Sauvignon Blanc
2011, Johannes Louis,
Schafis / Bern
– Gamay de Vétroz 2011,
Cave des Deux Rives,
Brignon / Wallis
– Gamaret de Vétroz 2011,
Cave la Tine, Vétroz / Wallis
– Osterfinger Blauburgunder
Barrique Spätlese 2011,
Familie Richli, Hirschen,
Osterfingen / SH
– San Domenico Ticino Doc
2010 (Merlot), Cantine Carlo
Tamborini, Lamone / TI
«Weinwissen»
Das Wissen über Rebe und Wein
wurde mit folgenden Fragen geprüft (in Klammer die richtigen
Antworten):
– Was ist «Simazin»?
(Unkrautvertilgungsmittel)
– Mit was bekämpft man den
Echten Mehltau? (Schwefel)
– Wie heisst die 2012 eingeführte Qualitätsbezeichnung
im Waadtland?
(Premier Grand Cru)
– Was ist das Thema der
diesjährigen Ausstellung im
Weinbaumuseum Salgesch?
(Stein- & Rebmauern)
– Wie heisst die Rebsorte aus
der Kreuzung Dornfelder x
Cabernet Sauvignon?
(Cabenet Dorsa)
– «Charmont» ist eine Kreuzung
aus?
(Chasselas x Chardonnay)
– Was versteht man unter
Abstechen? (Abziehen des
Weins von Trub und Hefe
nach Abschluss der Gärung))
– Wie heisst der Winzer des
Jahres 2012 am Grand Prix
du Vin Suisse?
(Claudio Tamborini)
Hätten Sie es gewusst?
Köstlichkeiten aus der
Strauss-Küche
Die Crew des Restaurant Strauss
unter Roland Häusermann verwöhnte uns anschliessend mit
ihren dem Thema des Anlasses
angepassten Köstlichkeiten. Zum
Apéro wurden «kleine Rösti-Tartelettes» und ein Cuvée Salomée
2011 AOC Zürichsee aus dem
Hause Weinbau Welti gereicht,
gekeltert aus Trauben der Sorte
Muscat Oliver. Die Vorspeise
«Weinländer Riesling-SilvanerSchaumsüppchen mit Knusperflûtes» begleitete ein Yvorne Clos de
l’Abbaye Grand Cru 2011 der Domaine de la Commune d’Yvorne.
Als Hauptgang wurde das
«Trio vom Oberländer WeidekalbRöllchen mit Spinatmousse gefüllt, kleiner schmackhafter Bitok
und «Bolognaise» mit Espuma,
serviert mit feinstem KartoffelGratin und Gemüsetürmchen» gereicht. Drei mit der Goldmedaille
ausgezeichnete Rote krönten die
herrlich angerichteten Speisen:
der Exclusive Pinot Noir 2011 und
der Barrique Selection Pinot Noir
2010, beide von Saxer, Nussbaumen / TG, sowie der Syrah de Vétroz 2011, Cave des Deux Rives,
Brignon (Nendaz). Die Gebrannte
Crème nach Grossmutter Art, begleitet von «La Vita à Bella» 2009
aus dem Hause Carlo Tamborini,
Lamone, beschloss den lehrreichen Abend.
43
La vie de l’ANAV
GV mit Blick in die Zürcher Unterländer nachbarschaft
Urs Pircher zu Gast im Weinland
Die Weinfreunde Zürcher Weinland trafen sich am 8. Februar 2013 in der
Mehrzweckanlage Teuchelweiher zur Jahresversammlung. Präsident Stephan Wälti informierte dabei über die Vorstands- und Vereinstätigkeiten,
über Rechnung und Budget sowie die vorgesehenen Aktivitäten im Jubiläumsjahr. Gleichsam zu dessen Auftakt war mit Urs Pircher einer der renommiertesten Schweizer Winzer zu Gast bei den Weinländer Weinfreundinnen
und Weinfreunden. Ihm galt die besonders herzliche Begrüssung durch
den Präsidenten an diesem Abend. Dem Wirken des Weinbauern und Weinmachers aus Eglisau ist das folgende Winzerporträt gewidmet. Verfasst und
illustriert hast es Agi Winter:
Die «Geschichte» des Weinguts
Pircher beginnt kurz nach Mitte
des vergangenen Jahrhunderts.
Urs Pirchers Eltern begannen
1958 in ihrem Rebbaubetrieb am
hinteren Stadtberg in Eglisau mit
der Produktion eigener Weine. Für
die Verarbeitung des Traubenguts
wurde ein Kellermeister aus dem
Südtirol engagiert. Dieser sollte
noch viele Jahre für die Kelterung
verantwortlich sein, da 1964 der
Urs Pircher vor seinen Reben.
Vater starb und Mutter Pircher
zusammen mit dem Angestellten
den Betrieb weiter führte.
Sohn Urs wirkt seit Abschluss
seiner Ausbildungs- und Wanderzeit im Jahre 1975 im elterlichen
Betrieb. 1984 übernahm er die
Führung des Weinguts, wobei er
den Kellermeister weiter bis zu
dessen Pensionierung beschäftigte. Zurzeit arbeiten im Weingut
Pircher neben Urs ein Winzer so-
Das Weingut Pircher am Hinteren Stadtberg von Eglisau.
44
Ami du Vin 4/12
La vie de l’ANAV
wie ein Lehrling und zu gegebener
Zeit die Rebfrauen.
am Südhang hoch über
dem Rhein
Das nördliche Rheinufer bei Eglisau, mit seiner nach Süden gerichteten Hanglage, ist für den
Weinbau sehr gut geeignet und
sorgt für eine optimale Traubenqualität. Besonders der hintere
Stadtberg, mit seinen zum Rhein
steil abfallenden Südhängen jahrhundertelang Teil einer vom
Weinbau geprägten Kulturlandschaft, gilt als Spitzenlage der
Region. Urs Pircher kultiviert hier
6 Hektaren Reben im Terrassenbau nach den Grundsätzen der integrierten Produktion.
Extrem reduzierte Erträge
Dank der rigorosen Ertragsbeschränkung – im Mittel auf 500 bis
600 gr Trauben pro m2 – erntet
Pircher qualitativ hochstehendes
Traubengut, das im Keller zu Spitzenerzeugnissen vinifiziert wird. Je
nach Traubensorte und Wein
werden verschiedene Behälter benützt. Für die temperaturkontrollierte Gärung und zum Ausbau der
Weissweine kommen Stahltanks
zum Einsatz. Für die Lagerung des
Blauburgunders eignen sich grosse Eichenfässer (1000 bis 2000
Liter). Der Ausbau der Blauburgunder Auslese und des kraftvollen Pinot noir geschieht in kleinen
Holzfässern (225 und 500 Liter).
Fruchtig-elegante Weisse
Urs Pirchers Riesling – Sylvaner
ist ein fruchtiger, eleganter Wein
mit feiner Würze und eignet sich
sehr gut als Apérowein oder zu
Fondue. Der Räuschling besticht
durch seine lebhafte, delikate Art.
Dank seiner prägnanten Säure ist
er der ideale Begleiter zu Fisch.
Der vornehme Charakter des goldgelben Pinot gris, der zum Teil
im Holzfass ausgebaut wird, ver-
Ami du Vin 4/12
bindet sich vortrefflich mit Fisch,
Spargeln und Meerfrüchten. Einer
der interessantesten Weissweine
ist der aromatische Gewürztraminer mit seinem einmaligen
Bouquet und seiner Restsüsse. Er
passt zu asiatischen Currygerichten und zu «Sweet and Sour».
Blauburgunder als
Kernkompetenz
Der Federweisse aus Urs Pirchers
Keller ist ein fruchtig, frischer
Wein aus kurz nach der Lese gepressten Blauburgunder Trauben
ohne Säureabbau und eignet sich
als Begleiter zu leichten Speisen und Geflügel. Blauburgunder
(Pinot noir) ist eine der besten
Rotweintrauben der Welt und
die Hauptsorte der Region. Der
Blauburgunder, der in 2000-LiterFässern ausgebaut wird, ist der
regionale Traditionswein, fruchtig
und elegant und passend zu jeder
Gelegenheit.
Für die Blauburgunder Auslese werden selektionierte Trauben bei einer langen Maischestandzeit gekeltert. Dieser Wein
ist köperreich, verfügt über eine
gute Struktur und vielschichtige
Aromatik. Die Trauben für den Pinot noir, den Urs Pircher in der
Barrique erzieht, reifen an der
steilsten Lage am Hinteren Stadtberg (bis zu 80 Prozent Gefälle) an
über 50-jährigen Stöcken. Nach
der traditionellen Standengärung
wird der Wein eineinhalb Jahre
in der Barrique ausgebaut. Er ist
der ideale Begleiter zu kräftigem
Fleisch.
Regent, Strohwein und
Gebranntes
Die frühreife pilzwiderstandsfähige Rebsorte Regent ist eine
Kreuzung zwischen Diana (Silvaner x Müller-Thurgau) und Chambourcin und bereichert das Sortiment mit einem farbintensiven,
gut strukturierten Wein, der ein-
Urs Pircher im Barrique-Keller.
einhalb Jahre in kleinen Holzfässern reift. Beim Strohwein trocknen die Trauben nach der Lese
eine gewisse Zeit auf Gestellen,
so dass der Zuckergehalt infolge
der Wasserverdunstung steigt.
Erst dann werden sie gepresst und
zu süssem Strohwein vinifiziert. –
Marc und Weindrusen runden das
Sortiment des Weingutes Pircher
aus Eglisau aufs Schönste ab.
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La vie de l’ANAV
Cholfirst
Degustation im Pfarreizentrum St. Konrad
«Weine aus dem Kanton
Schwyz»
Am 13. Oktober fanden sich 27 Weinfreundinnen und Weinfreunde der Sektion Cholfirst im Pfarreizentrum St. Konrad, um Weine des Kantons Schwyz
kennen zu lernen. Dies dem Wunsch von Mitgliedern entsprechend, sowohl
was die Weinprovenienzen als auch die Lokalität betraf, zur ursprünglichen
«Einfachheit» zurückzukehren. – Monika Kolb berichtet:
Beim Begrüssungstrunk, einem Federweissen von der Insel Ufnau,
erklärte Werner Müller, dass seine
Frau Gabi und er bei der Organisation und Durchführung des Abends
auf die spontane Hilfe ihrer Kinder
Cornelia, Steffi und Dominik zählen
könnten. Werner verteilte allen ein
Informationsblatt über die Weine
und übergab dann für die Präsentation der Degustation das Wort
charmant an seine Frau. Diese eröffnete darauf die Präsentation mit
einer kurzen Vorstellung der beiden
Produzenten, welche anschliessend degustiert wurden.
Kellerei Kloster Einsiedeln
Das Kloster entstand 835, und
heute leben noch rund 70 Mönche dort. Neben den kirchlichen
Aufgaben und Tätigkeiten betrei-
Degustierte Weine
– Federweisser von der Insel Ufnau 2010, 12,5 Prozent Vol.,
leichter Rosé aus Pinot noir Trauben (Gebr. Kümin)
– «Hemina» weiss, 11,5 Prozent Vol, Kloster-Tischwein,
hergestellt aus in- und ausländischen Trauben (20 Prozent
Blauburgunder Schweiz, 40 Prozent Chardonnay und 40 Prozent
Sauvignon Blanc, Pays d’Oc, Frankreich). Hemina ist
ein altes römisches Hohlmass, von ca. 0.273 Liter. Der heilige
Benedikt von Nursia erlaubt in seiner Klosterregel täglich
eine Hemina Wein. Er betont aber, dass Masshalten das richtige
Verhalten sei! (Kellerei Kloster Einsiedeln)
– «Initio» 2011, 11,5 Prozent Vol, Assemblage aus Riesling-Sylvaner,
Blauburgunder Weissherbst und Muscat
(Kellerei Kloster Einsiedeln).
– Leutschner Freisamer AOC 2010, 12,8 Prozent Vol.
Der Freisamer ist eine Neuzüchtung, eine Kreuzung von
Silvaner und Ruländer (Gebrüder Kümin).
– Hemina rot, 12,5 Prozent Vol, Rotwein aus 20 Prozent
Blauburgunder Schweiz, 40 Prozent Tinto de Espana Spanien
und 40 Prozent Primitivo de Salento Italien; gefälliger als
sein weisser Bruder (Kellerei Kloster Einsiedeln).
– Leutschner Clevner Spätlese AOC 2010, 13 Prozent Vol. Clevner
d. h. – Blauburgunder (Gebrüder Kümin).
– «Residenza» 2009 12,7 Prozent Vol. Merlot aus der Region
Bellinzona. Die Residenz und der Weinberg des Klosters Einsiedeln
in Bellinzona wurde 1852 vom Kanton Tessin enteignet.
Um an die Geschichte anzuknüpfen, bezieht das Kloster Merlot
aus der Region Bellinzona als Jungwein, reift ihn im Holzfass
und füllt ihn in der Kellerei des Klosters ab.
– Tuggener AOC 2011, 12,5 Prozent Vol. Assemblage aus Pinot noir,
Dornfelder und Cabernet, die separat vinifiziert, traditionell
verarbeitet und in Stahltanks ausgebaut werden (Gebrüder Kümin).
– «Trio Classico» 2009, 13 Prozent Vol. Assemblage aus 60 Prozent
Pinot noir, 30 Prozent Cabernet und 10 Prozent Diolinoir,
die separat vinifiziert werden. 12 Monate Ausbau in Barriques
(Gebrüder Kümin).
Familie Müller organisierte den «Schwyzer abend» nicht nur
vorbildlich, sondern zeichnete auch für die perfekte «eigenhändige»
Durchführung verantwortlich (rechts die Referentin).
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Ami du Vin 4/12
La vie de l’ANAV
ben die Mönche eine Schule und
Landwirtschaft. Drei Rebberge mit
etwa 8 ha Reben im Leutschen in
Freienbach / SZ und auf der Insel
Ufnau gehören zum Klosterbesitz.
Die Weine können im Klosterladen
bestellt und bezogen werden.
Gebrüder Kümin Weinbau und
Weinhandel aG, Freienbach
Die Geschichte des Familienbetriebes Kümin begann 1902 mit
der ersten Kelterung. 1913 wurde
dann die Weinhandlung eröffnet.
Die Kümin AG besitzt sieben Weinberge mit fast 16 ha Reben, vor
allem am oberen Zürichsee, aber
auch in Quinten und in Buchberg
SH (3,8 ha). Zum Betrieb gehört
auch eine eigene Brennerei.
Auf die gelungenen Degustation der Weine, die von Gabi zügig
und humorvoll kommentiert und ihren Kindern präzis serviert wurden,
folgte ein einfaches, feines Essen:
Hörnli und Ghackets mit Apfelmus
à discretion. Mmh! Jeder und jede
konnte von den degustierten Weinen nachschenken und zum Essen
seinen Favoriten geniessen.
Zum Kaffee gab es noch zwei
Spirituosen aus dem Hause Kümin,
einen Gravensteiner- und einen
Quitten-Brand. Die feinen Rüeblioder Schokoladen-Muffins mit der
speziellen «Schwyzer Kreuz-Glasur» schmeckten süss und rundeten den Abend fröhlich ab. – Im
Namen aller Beteiligten sei an dieser Stelle Gabi und Werner Müller
für die Organisation der Degustation «Back to the Roots» sowie
Cornelia, Steffi und Dominik für
den tollen Service gedankt!
Weingilde Gallus
In der Gaststube zum Schlössli, St.Gallen, klang das Gildenjahr aus
«Tour-Vuelta» – Weine aus Spanien
Die Erfahrung der letztjährigen Präsidentenkonferenz in der historischen Gaststube zum Schlössli im Herzen der
Stadt St.Gallen überzeugte Gildenmeister Christian Gerber derart, dass er unseren diesjährigen Herbstanlass am
selben Ort durchführte. Weinmagister Felix Indermauer präsentierte am 17. November 2012 eine «Tour-Vuelta» mit
Weinen aus Spanien als Thema beim Ausklang des Gildenjahres 2012 jedoch ohne die Velorennfahrer. – Paul Rieser
berichtet:
Dine» kennen. Es hatte Mainstream-Weine und die eine oder
andere «Wettertanne».
Schäumende Einstimmung
Als Aperitif kam nichts anderes
als ein Cava in Frage. Mit etwas
Käse, Oliven und hauchdünnem
Rohschinken stimmten wir uns
bestens ein. Cava ist übrigens
der meistproduzierte Schaumwein
weltweit. Felix Indermaur klärte
uns in bewährter Manier über die
Geheimnisse des eigentlich noch
jungen spanischen Weinbaus
auf. Einige Aha-Erlebnisse waren
zu vernehmen, als uns bewusst
wurde, welche Bedeutung Spaniens Weinbau insbesondere in
der Menge hat. Interessant auch,
dass 60 Prozent Weisswein angebaut wird. Im Laufe des Abends
bot uns die Qualität der Weine
dann viel Freude. Getreu dem
Leitgedanken – Wein, der nicht
getrunken wird, hat seinen Beruf
verfehlt.
Souverän wie immer: Tour-Chef und Weinmagister Felix Indermaur.
65 Weinfreundinnen und Weinfreunde erlebten einen interessanten Abend mit Weinen aus
verschiedenen spanischen Anbaugebieten und äusserst breiter
Ami du Vin 4/12
Preisspanne. Gastgeber Ambros
Wirth, Gewinner der CulinariumKrone 2012, wählte passende
Speisen dazu aus. Wir lernten die
Vielfalt Spaniens in «Wein und
47
La vie de l’ANAV
Gildenmeister Christian Gerber begrüsst die festlich gestimmten Weingilde-Mitglieder.
Weisse aus dem norden
zur Vorspeise
Zu den Tapas-Variationen aus Crevetten mit Knoblauch, Gemüseomelette, Serano-Schinken, Artischocken, Klippfischkugeln und Oliven
wurde eine 3er-Serie Weissweine
gereicht:
– Albarinõ 2011, Bodegas
Valmiñor DO, Galicia
– Nuestra Señora del Portal
Blanco 2011, Celler Piñol,
Terra Alta
– Xipella Blanc 2011, Bodegas
Clos Montblanc, Conca de
Barberä DO
Bei der zweiten Serie wurde ein zusätzliches Glas eingesetzt. Nebst
einem weiteren Weisswein, waren zwei Rotweine geplant. Als
Überraschung wurde ein dritter
Rotwein eingeschenkt. Er erreichte
erst vor kurzem die Schweiz.
Durch persönliche Beziehungen
von Felix Indermaur erhielten wir
die Möglichkeit, einen Wein zu
probieren, den es hier sonst gar
nicht zu kaufen gibt.
48
Zur Paella Valencia
degustierten wir:
– Rueda Blanco, Hermanos de
Lurton 2011, Rueda
– Enate Crianza 2005, Enate
Viñedos del Alto Aragon,
Somontano
– Castillo de Almansa, 2008,
Bodgas Piqueras, Almansa DO
Und die Überraschung:
– Obanca, Qualitätswein von
Cangas, 20 11, Bodegas
Obanca, Cangas, Asturias,
13 Prozent Vol.; Traubensorten Albarin Negro, Carrasquin, Verdejeo Negro und
Mencia. Stark fruchtbetonte
Ausprägung eines
«cool climat – Weins»,
aromabetont mit feinen Gerbstoffen, erfreuliches Erlebnis!
Hochkarätiges zum
Hauptgang …
Während sich die ersten Weine
in sehr moderaten Preislagen befanden, durften wir bei der Rotweinserie zum Hauptgang Weine
kredenzen, die im Ankauf weit
über 100 Franken kosteten. Solche Erlebnisse sind einer Weingilde würdig, haben aber höhere
Preise für den Anlass zur Folge.
Natürlich wird diskutiert, und
es scheiden sich die Geister darüber. Zum Hauptgang servierte
die vorzügliche Küche am Stück
gebratenes Schweinkarree, Bratensauce mit Oloroso-Sherry, Linsengemüse mit Chorizo und Bratkartoffeln. Das Fleisch stammte
nicht aus Spanien sondern aus
dem Toggenburg.
Dazu eine 3-Serie
Bomben-Weine:
– Vega Sicilia Valbuena 2005,
Bodegas Y Viñedos Ribera del
Duero DO
– Torre Muga Reserva, 2006,
Bodegas Muga, Rioja DOCa
– Fariña Gran Collegiata Reserva 2004, Bodegas Fariña,
Toro DO
… und Höhergrädiges
zum Finale
Das Dessert-Trio «Schlössli» aus
Orangencrème, Malaga-Glacé mit
Sultaninen und Crema Catalana
wurde von einem Sherry begleitet:
– Jerez Pedro Ximenez V.O.S,
Bodegas Tradicion VOS
15 ProzentVol
Christian Gerber schloss den Anlass mit Dank an Weinmagister
Felix Indermaur und Gastgeber
Ambros Wirth und einem speziellen Gruss an das hervorragende
Küchenteam. Der historische Saal
im «Schlössli» bot einen idealen
Rahmen für diesen festlichen Anlass. Für den Nachhauseweg nach
dieser Tour-Vuelta nutzten viele
den ÖV statt des Rennvelos, was
sehr zu empfehlen war.
Ami du Vin 4/12
La vie de l’ANAV
Hauptbott mit feierliche Ordensverleihung im Hotel Bad Horn
Vier neue Ordensträger
Am Abend des 12. Januar 2013 verlieh Gildenmeister Christian Gerber im Hotel Bad Horn vier Personen der Weingilde Gallus den Orden. – Paul Rieser berichtet:
In diesem Jahr stellten sich Annelies und Franz Bertsch aus Koblach sowie Franziska und André
Eberhard aus Staad den «gestrengen» Weinmagistern zum Weingespräch. Seit längerem sind sie
aktive, am Wein und dessen Geschichte interessierte Mitglieder
der Weingilde Gallus. So wurden
sie von den Fachleuten Christian
Herzog und Felix Indermaur während rund zwei Stunden auf ihr
Wissen um Wein und Rebe geprüft und durch den Gildenmeister
ehrenvoll zu Ordensträgern er-
nannt. Sie werden dem Grundsatz
der Weingilde Gallus, «schätze unsere Ostschweizer Weine, trinke
sie mit Mass und helfe, dass sie
uns rein und unverfälscht erhalten
bleiben», nachleben.
neuer Gildenrat
Die Ordensverleihung gehört zum
Hauptbott der Weingilde Gallus
(Hauptversammlung), der zum
46. Mal stattfand und an dem
58 Personen beiwohnten. Speziell
an dieser Weinbruderschaft ist die
Form der Hauptversammlung. Der
Zeremonienmeister ermahnt zur
Ruhe, während der in Roben gekleidete Gildenrat aufmarschiert.
Er verkündet die goldenen Regeln des Weingeniessens und
übergibt dem Gildenmeister, der
dann durch die Traktanden führt.
Als neuen Gildenrat wählten die
Weinfreunde Yves Zollinger aus
Mörschwil.
Im Anschluss an die kurzweilige Zeremonienstunde folgte
wiederum ein feines Nachtessen
aus der Küche des Hotels Bad
Horn, begleitet von auserlesenen
Ostschweizer Weinen. Zeremonienmeister Charles Martignoni
stellte die einzelnen Speisen in
Vers und Reim vor – eine Spezialität schreibender Mitglieder.
Dem neugewählten Vorstandsmitglied (Gildenrat) gehörte der letzte
Vers. Mit anregenden Gesprächen
und Tanz ging ein schöner Abend
zu Ende.
Die neuen Ordensträger, (v. l.) andré Eberhard, Franziska Eberhard, annelies Bertsch und Franz Bertsch. Foto: Irène Rieser.
Ami du Vin 4/12
49
Dossier
Weinhefe überdauerte 113 Jahre in Flasche
«Dornröschen»-Hefe ist
praxistauglich
Ein Bericht der Forschungsanstalt Agroscope Wädenswil
2008 sorgte ein Wein mit Jahrgang 1895 für eine kleine Sensation: Mikrobiologen von Agroscope fanden darin Weinhefen,
die 113 Jahre in der Weinflasche
überdauert haben. Heute wissen
die Forschenden, weshalb dies
möglich war: Als ihr Leben davon
abhing, haben die Hefen in der
Flasche eine andere Energiequelle als Traubenzucker angezapft.
Diese Flexibilität der Hefen wird
heute genutzt, um so genannte
Gärstockungen zu verhindern
und zu beheben – einen Zustand, bei dem die Gärung stoppt
und ein Wein mit unerwünschter
Restsüsse resultiert:
D
iese Entdeckung der Agroscope-Experten hilft mit, finanzielle Einbussen von
der Schweizer Weinbranche abzuwenden.
Auch bei Destillaten und der Flaschengärung von
Sekt und Champagner hat man die «Dornröschen»-Hefe bereits erfolgreich eingesetzt,
um neue, erstklassige Produkte zu kreieren. –
Anschliessend an die erfolgreichen Agroscope-Versuche gegen Gärstockungen wurde die «Dornröschen»-Hefe in grösseren Mengen produziert
und der Weinpraxis zur Verfügung gestellt.
Begeisterung der Weinpraxis
für die Hefe 1895
Der Hefestamm 1895 wurde auch in der Praxis
erfolgreich dazu eingesetzt, um Gärstockungen
zu beheben (Details siehe Kasten). Dani Fürst
aus Hornussen wurde «zum Fan dieser einzigartigen Hefe» und erklärt: «2011 habe ich sie
erfolgreich als Reparaturhefe eingesetzt; 2012
habe ich die Hefe auf 8’000 kg BlauburgunderMaische eingesetzt und strahlende, fruchtige
Weine mit herrlicher Fülle erhalten.»
Hermann Schwarzenbach aus Obermeilen
wiederum hat beobachtet, «dass die Hefe nicht
nur eine ausgezeichnete Reparaturhefe zum
Beheben von Gärstockungen ist, sondern dass
sie schon im Traubensaft eingesetzt sehr interessante, traubensortentypische Weinaromen
erzeugt und fast kein Böckserbildungsproblem
festzustellen ist, auch ohne Zusatz von Hefenährstoffen».
«Die Hefe 1895 ergibt fadengrade Weine
ohne Grundrauschen, ohne ausgefranstes
Aromaprofil», freut sich Niklaus Zahner aus
Truttikon. Und Daniel Huber aus Monteggio
findet «die Frucht von mit 1895 vergorenen
Weinen schön (fast sexy)».
«Die Weine sind komplex, nobel und haben
einen authentischen Sortencharakter», ist für
Gärstockungen beheben
Weinhefen verarbeiten bei der alkoholischen Gärung bevorzugt Traubenzucker (Glukose) –
sie sind glucophil. Fruchtzucker (Fruktose) wird nicht so effizient wie Glucose umgesetzt.
Bis zum Ende der alkoholischen Gärung nimmt daher der Glukose-Anteil stark ab. Das führt
dazu, dass sich das Verhältnis der beiden Zuckerarten zugunsten der Fruktose verschiebt.
Erreicht dieser Prozess ein bestimmtes Verhältnis (zehnmal mehr Fruktose als Glukose)
stockt die Gärung. Herkömmliche Weinhefen können nämlich mit zehnmal mehr Fruktose nichts anfangen. Die alte Hefe aber schon, denn sie musste vor Jahrzehnten einen Weg
finden, um zu überleben – so haben sie in ihrer Not eine überlebensnotwendige Evolution
durchgemacht: von der glucophilen zur fructophilen Ernährungsweise. Die Forschenden
von Agroscope haben schnell gemerkt, dass die entdeckten Hefestämme fructophil sind, also
Gärstockungen verhindern und beheben können.
50
Ami du Vin 4/12
Dossier
Dreizehn Jahrgänge untersucht
Die Agroscope-Fachleute haben dreizehn Jahrgänge auf lebende Weinhefezellen untersucht: 1895, 1897, 1911, 1927, 1935, 1936, 1940, 1943, 1944, 1945, 1947, 1959 und 1962.
Bei insgesamt fünf Jahrgängen wurden sie fündig: beim Jahrgang 1895 dreizehn Kolonien
Saccharomyces cerevisiae (S. cerevisiae) aus drei verschiedenen Hefestämmen und drei
Kolonien von Candida stellata (C. stellata), beim Jahrgang 1897 siebzehn Kolonien C.
stellata, beim Jahrgang 1911 vierzehn Kolonien C. stellata und ein Bakterium, beim Jahrgang 1935 siebzehn Kolonien S. cerevisiae aus zwei verschiedenen Hefestämmen und beim
Jahrgang 1962 siebzehn Kolonien S. cerevisiae aus einem Hefestamm. Das Vorkommen von
S. cerevisiae weist auf gute Jahrgänge hin; das Vorkommen von C. stellata ist ein Indikator
für feucht-kalte Weinjahre.
Martin Aurich aus dem Südtirol klar. Und Armin
Sütterlin aus Bischoffingen bemerkt, dass «die
Weine kurz nach der Gärung schon relativ gut
entwickelt sind und sich durch ein reduziertes
Säureempfinden auszeichnen».
Weniger Biomasse als
andere Hefen
Die Hefe 1895 ist darüber hinaus wegen eines technologischen Aspekts von hohem Wert
für die Praxis: Sie bildet im Vergleich zu den
andern Weinhefen nur ein Drittel so viel Biomasse aus. Diese Eigenschaft ist nicht nur für
die Weinbereitung sehr wünschenswert, sondern auch bei der Flaschengärung von Sekt und
Champagner – das so genannte Dégorgieren
ist dadurch viel einfacher (Entfernen der festen
Partikel in der Flasche durch kurzes Öffnen des
Verschlusses). Und auch Alain Helmrich aus
Visperterminen freut sich: «Die Hefe 1895 ist
eine absolute Sicherheit gegen Gärstockungen
im Keller und bildet wenig Biomasse».
Die Hefe, die von agroscope-
Auch für Produktion von
Edelbränden geeignet
Seit zwei Jahren wird die Hefe1895 zudem
bei der Herstellung von Destillaten erfolgreich
eingesetzt. «Fruchtig, fruchtiger, am fruchtigsten!», so das Zitat von Edelbrand-Spezialistin
Sonia Petignat-Keller von Agroscope. Achtzig
Degustatoren am Schweizerischen Obstverband-Meeting 2011 haben dieses sensorische
Ergebnis bei Fruchtbränden ebenfalls bestätigt.
Ami du Vin 4/12
Experten in einer Weinflasche
mit Jahrgang 1895 gefunden
und im Labor eingehend
erforscht und getestet wurde,
hat den Schritt in die Praxis
geschafft: Sie dient
sowohl dazu, finanzielle
Einbussen wegen Gärstockungen von der Schweizer
Weinbranche abzuwenden,
als auch neue Produkte
von hoher Qualität zu kreieren.
51
Dossier
Des levures de vin qui avaient subsisté 113 ans dans la bouteille
«La Belle au bois dormant» –
une levure a fait ses preuves
dans la pratique
Un rapport des chercheurs d’Agroscope Wädenswil
En 2008, un millésime 1895 fit
sensation: des microbiologistes
d’Agroscope y trouvèrent des
levures de vin qui avaient subsisté
113 ans dans la bouteille. Les
chercheurs savent aujourd’hui
comment ce fut possible: leur
survie en dépendant, les levures
dans la bouteille utilisèrent
une autre source d’énergie que le
glucose:
C
ette flexibilité des levures est utilisée
aujourd’hui pour éviter ou rectifier ce que
l’on appelle un arrêt de fermentation – en
l’occurrence un état pendant lequel le processus
de fermentation s’interrompt occasionnant une
teneur en sucres résiduels du vin non souhaitée.
Cette découverte des experts d’Agroscope
contribue à prévenir les pertes financières du
secteur vinicole suisse. Cette levure a également été utilisée avec succès pour créer de
nouveaux produits de qualité, notamment dans
les distillats et la fermentation en bouteille de
vin mousseux et de champagne. – Suite aux
essais fructueux menés par Agroscope contre
l’arrêt de fermentation, la levure 1895 a été
produite en quantités plus importantes et mise
à disposition de la pratique.
Enthousiasme du secteur de
l’œnologie pour la levure 1895
La souche de levure 1895 a également permis
de manière efficace d’éliminer les problèmes
d’arrêt de fermentation dans la pratique (voir
détails dans l’encadré). Dani Fürst de Hornussen a été totalement séduit par cette «levure
absolument unique en son genre» et explique:
«En 2011, je l’ai utilisée avec succès comme
levure de réparation; en 2012, j’ai utilisé la
levure sur 8’000 kg de moût de Pinot noir. J’ai
obtenu des vins rayonnants et fruités, avec des
arômes d’une grande richesse.»
De son côté, Hermann Schwarzenbach de
Obermeilen constate que «cette levure est non
Élimination de l’arrêt de fermentation
Pour la fermentation alcoolique, les levures œnologiques utilisent de préférence le glucose –
elles sont glucophiles. Le fructose n’est pas transformé aussi activement que le glucose.
Par conséquent, la part de glucose diminue fortement jusqu’à ce que le processus de fermentation alcoolique soit achevé. Cela implique que la proportion des deux types de sucres
évolue en faveur du fructose. Si ce rapport atteint un certain seuil (dix fois plus de fructose
que de glucose), le processus de fermentation s’arrête. Les levures de vin traditionnelles
sont en effet incapables de traiter dix fois plus de fructose. Obligée de trouver un moyen de
survivre pendant plusieurs décennies, la vieille levure subit un processus d’évolution: passer
de l’alimentation à base de glucose, à l’alimentation à base de fructose. Les chercheurs
d’Agroscope remarquèrent rapidement que les souches de levure découvertes transformaient le fructose, ce qui prévenait l’arrêt de fermentation.
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Ami du Vin 4/12
Dossier
après avoir été analysée en profondeur et
testée en laboratoire, la levure découverte par
les experts d’agroscope dans une bouteille du
millésime 1895 a donc fait ses preuves dans
la pratique: Elle permet à la fois d’éviter au
secteur vinicole suisse des pertes financières
dues aux arrêts de fermentation et de créer de
nouveaux produits de haute qualité.
seulement une excellente solution contre l’arrêt de fermentation, mais qu’en plus, utilisée
dans le jus de raisin, elle libère des arômes
très intéressants, typiques aux cépages. En
plus, elle ne produit presque pas d’odeur de
réduit, même sans ajouter de nutriments pour
levure.»
«1895 nous permet d’obtenir des vins linéaires, sans bruit de fond ni profil aromatique
effiloché», se réjouit Niklaus Zahner de Truttikon. Et Daniel Huber de Monteggio trouve
que «les vins fermentés avec de la levure 1895
ont une saveur séduisante (pour ne pas dire
sensuelle)».
«Ces vins sont complexes, nobles et se
distinguent par leur caractère authentique, fidèle à leur cépage d’origine.», souligne Martin
Aurich du Tyrol du Sud. Quant à Armin Sütterlin
de Bischoffingen, il observe que «les vins sont
déjà relativement bien développés peu après la
fermentation et se caractérisent par une acidité
réduite.»
Par comparaison aux
autres levures, une biomasse
réduite
indéniables pour la vinification, mais aussi pour
la fermentation en bouteille de vin mousseux
et de champagne – elle facilite notamment
considérablement le processus que l’on appelle
le dégorgement (élimination des particules
solides dans la bouteille par brève ouverture
du dispositif de fermeture). «La levure 1895
offre une protection absolue contre l’arrêt de
fermentation en cave et réduit la formation de
biomasse.», observe Alain Helmrich de Visperterminen en se réjouissant.
Utilisée avec succès
pour la production
de distillats
De plus, depuis deux ans, la levure 1895 est
utilisée avec succès pour la production de distillats. Citons Sonia Petignat-Keller, la spécialiste d’Agroscope des eaux-de-vie: «Fruitée,
encore plus fruitée, la plus fruitée!». À la
réunion de l’association Fruit-Union Suisse en
2011, quatre-vingt dégustateurs d’eaux-de-vie
de fruits ont également confirmé ce résultat
sensoriel.
Treize millésimes ont été
examinés
Les spécialistes d’Agroscope ont cherché
des cellules de levure de vin vivantes
dans douze autres millésimes: 1895,
1897, 1911, 1927, 1935, 1936, 1940,
1943, 1944, 1945, 1947, 1959 et 1962.
Ils en ont trouvé dans cinq millésimes au total: dans le millésime de
1895 treize colonies de Saccharomyces
cerevisiae (S. cerevisiae) issues de trois
souches de levure différentes et trois colonies de Candida stellata (C. stellata),
dans le millésime de 1897, dix-sept colonies de C. stellata, dans le millésime
de 1911 quatorze colonies de C. stellata
et une bactérie, dans le millésime de
1935 dix-sept colonies de S. cerevisiae
issues de deux souches de levure différentes et dans le millésime de 1962
dix-sept colonies de S. cerevisiae issues
d’une souche de levure. La présence
de colonies de S. cerevisiae indique la
bonne qualité des millésimes; la présence de colonies de C. stellata indique
des années humides et froides.
Par ailleurs, sur le plan technologique, la levure
1895 est d’une grande valeur pratique: Comparée aux autres levures œnologiques, elle
ne produit qu’un tiers de biomasse. Cette propriété présente non seulement des avantages
Ami du Vin 4/12
53
Magazin
Les vignerons du Dézaley et du Calamin récupèrent leurs appellations
historiques, avec des exigences supplémentaires
Le retour de deux
AOC historiques en Lavaux
«Le Conseil d’Etat a écouté la production, c’est une excellente nouvelle!»
Blaise Duboux, président de l’Interprofession du vin de Lavaux, est heureux:
le Canton a modifié sa loi sur les AOC et redonné au Dézaley et au Calamin
leurs appellations qui avaient disparu de la loi il y a quatre ans.
Pour le vigneron d’Epesses et
beaucoup de ses pairs de Lavaux,
cette loi de 2009 était une hérésie
qui gommait leurs deux terroirs
mythiques, et ils se sont battus
pour la faire modifier. La refonte
des AOC voulait alors simplifier
les appellations pour le consommateur, en réduisant leur nombre
à six: La Côte, Lavaux, Chablais,
Côtes-de-l’Orbe, Bonvillars et
Vully. Et elle devait également
hiérarchiser les vins, avec la notion de Grand Cru et de 1er Grand
Cru.
Terroir particulier
Le Conseil d’Etat, répondant à la
demande de la Commission interprofessionnelle du vin vaudois
(CIVV), a donc remis deux AOC
spécifiques au Dézaley et au Calamin, «en regard de leur réputation
historique». Il faut dire que les
deux régions en bénéficiaient déjà
dans la loi précédente de 1949.
Et «le terroir particulier de ces
deux régions a été reconnu dans
l’étude des terroirs viticoles vaudois publiée en 2004», poursuit le
communiqué.
Exigences plus strictes
Les vins de ces deux régions pourront donc porter leur AOC, accompagnée de la mention Grand
Cru, mais devront satisfaire à des
exigences plus strictes, gages
de la qualité et du prestige de
ces noms. Les cépages blancs
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auront au minimum 71° Oechsle,
soit cinq à six de plus que dans
les autres régions, le gamay 80°
Oechsle et les autres cépages
rouges 85° Oechsle, soit dix de plus
qu’ailleurs. Les rendements seront également limités à 0,8 1 / m2
pour le chasselas et 0,64 1 / m2
pour les rouges. Tout coupage
est interdit, mais le vin pourra
être assemblé avec au maximum
10 pour cent d’un autre vin de
Lavaux. S’ils ne remplissent pas
ces conditions, les vins ne porteront que l’AOC Lavaux. «Bien
sûr, c’est un sacrifice à la qualité, mais nous sommes prêts à le
faire», s’exclame Blaise Duboux.
(Article de David Moginier tiré
du quotidien «24 heures» du 22
mars 2013.)
Programme 2013 du Musée valaisan
de la Vigne et du Vin, Sierre
Workshops et visites guidées
Cette année, Le Musée valaisan de la Vigne et du Vin (MVVV),
Sierre, organise trois manifestations qui devraient intéresser
particulièrement les amies et amis du vin: Samedi 11 et dimanche 12 mai 2013, «photographier le paysage», un workshop
animé par Yann Mingard. Dimanche 27 octobre 2013, visite
guidée de l’exposition Oswald Ruppen, guidée par Robert Hofer,
photographe. Jeudi 21 novembre 2013, sous le titre «Le vin, la
vie, la mort», en collaboration avec Gabriel Bender, sociologue,
MVVV Sierre invite à saisir l’imaginaire du vin:
«photographier le paysage»
Que photographier dans les vignes et comment s’y prendre? Les 11
et 12 mai, dans le cadre du week-end des musées européens et des
Caves ouvertes du Valais, le Musée valaisan de la Vigne et du Vin
propose un workshop animé par le photographe Yann Mingard. Les
participants apprendront à construire leur sujet avant d’arpenter le
vignoble pour ramener des images. Le photographe leur montrera
comment raconter une histoire ou défendre un point de vue à travers
leur travail photographique.
MVVV Sierre, Rendez-vous samedi 11 mai, 9h. Prix CHF 80.– (étudiant CHF 50.–) Nombre limité. L’atelier se déroule sur 2 jours. Inscriptions obligatoires: [email protected] ou 027 456 35 25.
Prendre un appareil photo numérique et un pique-nique. Chaussures de marche. Par tous les temps.
Visite guidée de l’exposition Oswald Ruppen.
Le regard que porte Oswald Ruppen sur la vigne et le vin en Valais est
original, précieux, incontournable. Pour entrer dans la démarche et
lire les images de ce grand photographe, le MVVV vous offre une
visite guidée avec son ancien apprenti et ami, Robert Hofer.
MVVV Sierre, Rue Ste-Catherine 6, 11 h 00. Entrée libre sur réservation, apéritif offert. [email protected] ou 027 456 35 25
«Le vin, la vie, la mort»
Boire est un acte intime et collectif. De la bouteille qu’on ouvre pour
marquer une naissance à celle qui est vidée lors d’un enterrement,
le vin accompagne et participe à la vie sociale. Il est à la fois le marqueur temporel et le témoin de l’intensité dramatique de l’instant.
Il donne le rythme, le tempo et soutient la mélodie. A chaque jour,
à chaque instant son vin. Invitation à saisir l’imaginaire du vin et
son pouvoir d’évocation au détour de quelques images d’Oswald
Ruppen.
MVVV Sierre, Château de Villa, Sensorama, 19h00. Entrée libre sur
réservation, apéritif offert. [email protected] ou 027 456 35 25
Ami du Vin 4/12
Magazin
Optimierte Betriebsabläufe und integrierte Vinothek
Neue Sternen-Trotte feierlich
eingeweiht
Anfang September 2012 wurde mit offenen Türen und im Beisein von
Wein- und Politprominenz sowie vielen Gästen die neu erbaute Trotte des
Weingutes zum Sternen, Andreas Meier + Co, Würenlingen, eingeweiht.
– Reinhard Bachmann berichtet:
«Sie werden schon an Eröffnungsfeiern von viel grösseren Bauwerken dabei gewesen sein. Wenn
Sie es aber aus der Sicht der
Hefezelle betrachten, ist dieser
Bau gigantisch. Für die kleine Hefezelle ist diese Trotte das Haus,
in welchem aus Trauben Most und
durch Gärung Wein entsteht», erklärte einleitend Andreas Meier.
Die alte Trotte hinter dem Restaurant Sternen hatte funktionale und
statische Probleme. Ein Umbau
hätte nur zu einem Flickwerk geführt. Somit entschieden sich Andreas, Adrian und Manuel Meier
zu einem Neubau. Der Standort
war gegeben, und die erfolgreiche
Verbindung der beiden Betriebe
Hotel / Restaurant und Weingut
sollte weitergeführt werden.
Die Kapazität der Trotte
wurde bewusst nicht erhöht, aber
die Arbeitsabläufe optimiert und
eine Vinothek eingebaut. Diese
wird von anthrazitfarbenen, hölzernen Weingestellen umschlossen. Wer die Trotte betritt, sieht
ein offenes Gebäude mit viel
Transparenz. Es gibt nur wenige
Türen.
Allen Materialien wie Stahl,
Beton oder Holz wurde ihre natürliche Farbe belassen. Das Dach ist
mit Biberschwanzziegeln gedeckt,
die Fassaden mit einer Holzschalung und die Dachaufbauten mit
Kupferblech verkleidet. Die Bretter der Zugangsfassade sind jeweils so ausgeschnitten, dass
sich die Fugen zu einem Stern
Ami du Vin 4/12
erweitern. Dieses Muster nimmt
die Tradition von Holzbauten sowie das Symbol des Weingutes
auf und ermöglicht ein interessantes Lichtspiel. Bei Tag von aussen
nach innen, in der Dämmerung
oder bei Nacht in der entgegengesetzten Richtung.
Im Weingut zum Sternen
werden über vierzig verschiedene
Weine von bewährten sowie
neuen Rebsorten gekeltert und
nebst den eigenen Weinen auch
jene der Weinbaugenossenschaften Würenlingen und Klingnau
verarbeitet. Seit letztem Herbst
wird hier zudem das Traubengut
der neuen Weinfirma Besserstein
AG, Villigen, gekeltert.
550 Jahre «Sternen»
Gleichzeitig mit der Trotten-Eröffnung konnten die Familien Meier
ein Jubiläum feiern. Am 6. Dezember 1452, also vor 550 Jahren,
ist in einer Urkunde der Probstei
Zurzach die Familie Meier erstmals als Pächter des Widumhofs –
dem heutigen «Sternen» – in
Würenlingen erwähnt. Aus der
einstigen Trinklaube im ersten
Stock wurde eine Wirtschaft und
später ein renommiertes Hotel /
Restaurant, das heute von Adrian
Meier geführt wird. Andreas und
Manuel Meier betreuen Rebschule und Weinbau. Die drei Brüder bilden die 17. Generation.
Impressum
«Ami du Vin»
Organe officiel de l’Association nationale des amis du vin (ANAV)
Offizielles Organ der Schweizerischen Vereinigung der Weinfreunde
Organo ufficiale dell’Associazione nazionale degli amici del vino
Erscheint 4 x jährlich / Paraît 4 fois par an / 4 edizioni per anno
Redaktion / Rédaction / Redazione:
Othmar Stäheli (Chefredaktor), Dammstrasse 5, 8180 Bülach
E-Mail: [email protected]
Layout: Umbruch, Susanna Bieglin-Besserer, E-mail: [email protected]
Sekretariat und anzeigenverwaltung / Secrétariat et
Régie des annonces:
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prochaine édition de l’«ami du Vin» / argomenti della prossima edizione
Panorama
Weinheilige / Saints du vin / Santi del vino
Dossier
Schweizer Weinkonsum / Consommation de vin en Suisse / Consumo di
vino in Svizzera
La vie de l’ANAV
Coupe ANAV 2013
Delegiertenversammlung 2013 / Assemblée des délégués 2013 /
Assemblea dei delegati 2013
Sektionsnachrichten / Nouvelles des sections / Notizie delle sezioni
«ami du Vin» 1/13 erscheint Ende Juni 2013 / «ami du Vin» 1/13 paraîtra
à la fin juin 2013 / «ami du Vin» 1/13 uscirà fine giugno 2013. Redaktionsschluss / délai de rédaction / chiusura della redazione: 9. Mai 2013
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AusErlEsENE DElIkATEssEN
Montag, 29. april 2013
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