Schweizer Weinernte 2012
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Schweizer Weinernte 2012
4 / 12 Inhalt / Sommaire / Sommario Aktuell Editorial / Editoriale Ein heisses Eisen Une question délicate Un ferro rovente 4 5 6 Dossier Schweizer Weinernte 2012 Vendanges suisses 2012 Vendemmia svizzera 2012 Weinhefe überdauerte 113 Jahre in Flasche Des levures du vin ont subsisté 113 ans dans la bouteille Schweizer Weinernte 2012 Die Weinernte 2012 zeichnet sich durch eine gute Qualität aus, liegt jedoch aufgrund der variablen Wetterbedingungen mit 1’004’040 hl rund 7 Prozent unter dem fünfjährigen Mittel. 8 12 15 50 52 La Vie de l’ANAV Der Brief des Präsidenten Le Billet du Président Il biglietto del Presidente Coupe ANAV 2013 Sektionsberichte / Nouvelles des sections 16 16 17 18 22 Magazin Le retour de deux AOC historiques en Lavaux 54 MVVV: Workshops et visites guidées 54 Würenlingen: Neue Sternen-Trotte 55 Impressum / Agenda 55 4/12 Frost, Regen, Trockenheit: Das Wetter hat im Weinjahr 2012 teilweise verrückt gespielt und es den Weinbäuerinnen und -bauern nicht leicht gemacht (Siehe Seite 8). Vendanges suisses 2012 Pagina di copertina: Jean-Pierre W. Oulevey, «Epesses sous la neige» (vedi pagina 7) 2e grande fête du Chasselas Samedi 6 juillet 2013 les amateurs du chasselas sont invités à la 2e grande fête du Chasselas au Château d’Aigle. Lors de ce rencontre festive consacré à ce cépage unique on pourra découvrir et apprécier les meilleurs vins venus du monde entier, primée dans le cadre du Vendemmia svizzera 2012 Des crus vaudois protégés Page de couverture: Jean-Pierre W. Oulevey, «Epesses sous la neige» (voir page 6) Dans le cadre de la 20e confrontation internationale des meilleurs Chardonnay du Monde®, organisée par l’association Forum Œnologie du 13 au 16 mars 2013 en Bourgogne, les experts jurés ont attribué 291 Médailles représentants un tiers des échantillons présentés issus de 42 pays participants. La Suisse a remporté 17 médailles dont trois d’Or et 14 d’Argent. Les producteurs suisses les plus distingués sont la Cave de Genève avec deux médailles d’Or et une médaille d’Argent ainsi que les maisons Les Caves du Château d’Auvernier et Mauler & Cie SA avec trois médailles d’Argent chacune. Les vendanges 2012 sont de bonne qualité, mais en raison de conditions météorologiques variables, le volume – 1’004’040 hectolitres – est inférieur de près de 7 pour cent à la moyenne des cinq dernières années (voir page 12). La vendemmia 2012 è caratterizzata da una buona qualità, anche se il volume totale, pari a 1’004’040 ettolitri, fa registrare un calo del 7 per cento circa rispetto alla media quinquennale, imputabile alla variabilità delle condizioni meteorologiche (vedi pagina 15). Zum Titelbild: Jean-Pierre W. Oulevey, «Epesses im Winterkleid» (siehe Seite 5) Succès suisse au Chardonnay du Monde Les productions viticoles du Dézaley et du Calamin deviennent des appellations d’origine contrôlée. Le Conseil d’Etat souhaite ainsi renforcer leur visibilité. 60 mille bouteilles de Dézaley et de Calamin arriveront en moins sur le marché qu’auparavant, suite à cette nouvelle réglementation (voir page 54). concours Mondial du Chasselas 2013. Stands de dégustation, restauration et produits du terroir, animation musicale. (www.mondialduchasselas.com) Arvinis 2013 L’édition 2013 de la foire Arvinis aura lieu du 17 au 22 avril 2013 dans les Halles CFF de Morges. Les visiteurs ont la possibilité de déguster plus de 2500 vins de tous les continents – entre autres les vins du Liban, hôte d’honneur d’Arvinis 2013. www.arvinis.ch Ami du Vin 4/12 Aktuell «Esprit de Genève» Schweizer Erfolge am Chardonnay du Monde An dem zum 20. Mal im Burgund durchgeführten Wettbewerb Chardonnay du Monde holten sich die Schweizer Teilnehmer 17 Medaillen, drei in Gold und 14 in Silber. Unter den Gewinnern von Silber waren auch zwei Deutschschweizer Produzenten, Sabine Steiner, Schernelz, und Lukas Baumgartner, Lengnau. Von insgesamt 872 aus 42 Ländern eingereichten Weinen wurde ein Drittel ausgezeichnet. Die grösste Ausbeute hatte das «Stammland» des Chardonnay, Frankreich, mit 154 Medaillen. Schaffhauser GourmetFestival 2013 Vom 1. bis 31. Mai 2013 lädt das Schaffhauser Blauburgunderland zum Gourmet-Festival ein. 20 Top-Restaurants – vom gutbürgerlichen Gasthof bis zur GaultMillau-Adresse – präsentieren zu Köstlichkeiten aus der Küche Schaffhauser Spitzenweine. www.blauburgunderland.ch Sierre: photographier le paysage Que photographier dans les vignes et comment s’y prendre? Les 11 et 12 mai, dans le cadre du week-end des musées européens et des Caves ouvertes du Valais, le Musée valaisan de la Vigne et du Vin propose un workshop animé par le photographe Yann Mingard. Les participants apprendront à construire leur sujet avant d’arpenter le vignoble pour ramener des images. Le photographe leur montrera comment raconter une histoire ou défendre un point de vue à travers leur travail photographique. Inscriptions: [email protected] ou 027 456 35 25 (voir page 54). agroPreis 2012 für «Fasstastische Ferien» Gewinner des mit 20’000 Franken dotierten Hauptpreises der emmental versicherung ist das Projekt «Fasstastische Ferien» der Familie Ami du Vin 4/12 Rüedi aus Trasadingen (SH). Bei ihr haben die Gäste seit 2002 die Möglichkeit, in 15’000 Liter grossen Fässern zu übernachten. 2012 eröffneten Rüedis ein Hotel, das richtige Schlafzimmer in Form eines Fasses bietet. www.rueedi-ferien.ch Wein- und Gourmetwanderung im Thurtal Am Sonntag, 9. Juni 2013, findet im thurgauischen Weinfelden die 3. Wein- und Gourmetwanderung im Rebgebiet am Ottenberg oberhalb Weinfelden statt. Der Ottenberg Ist ein markanter Hügelzug dem oberen Thurtal entlang, an dessen Südhänge bevorzugte Rebparzellen das Landschaftsbild prägen. www.weinfelden.ch Chemin des vignes en terrasses Le «chemin des vignes en terrasses» sera inauguré samedi 25 mai 2013 dans le vignoble de Martigny. Un atout oeno-touristique du Valais qui intéressera sans doute les amis du vin! Durch Reben im Terrassenanbau wandern Ein «Wanderweg durch die Reben im Terrassenanbau» wird am Samstag, dem 25. Mai 2013 in Martigny eröffnet. Das Wallis kann damit eine weitere weintouristische Attraktion anbieten! – Bericht folgt. AdV. In den Schweizer Weinanbaugebieten wird seit Jahren der Vielfalt gefrönt. Die Kantone überbieten sich mit immer neuen «Rekorden», was die Zahl der gepflanzten und vinifizierten Rebsorten betrifft. Obwohl in den meisten Regionen nach wie vor traditionelle Gewächse wie Pinot noir, Gamay, Chasselas, Merlot oder Riesling-Silvaner dominieren und zur Kernkompetenz zählen, fehlt es mehr und mehr an typischen «Bannerträgern». Als Gegenbewegung zur wachsenden Diversifizierung ist das Projekt «Esprit de Genève» zu verstehen, das unlängst in Zürich vorgestellt wurde. Dessen Ziel ist es, einen Rotwein-Typ zu kreieren, der als Botschafter der Genfer Weine auftreten kann. Es handelt sich dabei, wie in einer Charta festgehalten wird, um eine Assemblage von mindestens 50 Prozent Gamay sowie 20 Prozent Gamaret und / oder Garanoir. Ein restlicher Anteil von maximal 20 Prozent darf aus anderen roten Sorten wie z. B. Merlot, Cabernet Sauvignon, Pinot noir, Diolinoir u.a.m. bestehen. Letztere geben jedem Kelterer die Möglichkeit, seine Schöpfung individuell auszugestalten, sollen aber den gleichzeitig Genfer Typus nicht verdrängen. Die Charta stellt auch Bedingungen für die Arbeit im Rebberg und im Keller. So dürfen u.a. die für die Produktion des «Esprit de Genève» erlaubten Traubenerträge 50 Hektoliter pro Hektare nicht überschreiten. Der Mostzuckergehalt der Traubenernte muss mindestens 85° Oechsle beim Gamay und 90° Oechsle bei den übrigen Traubensorten betragen. Der ganz oder teilweise in Eichenholzfässern ausgebaute Wein muss höchsten Qualitätsansprüchen genügen, einen Alkoholgehalt von mindestens 20 Volumenprozent aufweisen, im Gaumen gut strukturiert sein und eine grosse Dichte von runden, seidigen Tanninen besitzen. Er darf erst nach mindestens 13-monatigem Ausbau in den Verkauf kommen. Eine Kommission kontrolliert die Einhaltung aller in der Charta festgehaltenen Vorschriften. Sie entscheidet schliesslich in einer Blinddegustation darüber, ob ein Wein als «Esprit de Genève» angeboten werden darf. – Mit dem Jahrgang 2010 hatten 17 führende Genfer Winzer die Bedingungen der Charta erfüllt und ihren«Esprit de Genève auf den Markt gebracht. 3 Editorial Othmar Stäheli, Chefredaktor Ein heisses Eisen habe ich im Editorial der Ende Oktober letzten Jahres erschienenen Ausgabe angerührt, als ich für die «Weinwahl-Freiheit» plädierte. Meine Meinung, es sei Sache jeder Weinfreundin und jedes Weinfreunds frei nach Lust und Laune zu entscheiden, ob ein Schweizer oder ein ausländischer Tropfen kredenzt werden soll, veranlasste einige Leser zu entrüsteten Reaktionen. Viele sind der Ansicht, die «Verteidigung der Schweizer Weine gehöre zu den Zielen unserer Vereinigung», andere erinnerten mich in ihren Protestnoten daran, dass zahlreiche namhafte Winzer zu unseren Mitgliedern zählten. Allen gemeinsam ist leider der ausrückliche Wunsch anonym zu bleiben und die Reaktion nur ohne Angabe ihres Namens zu veröffentlichen. – Schade! Der «Ami du Vin» ist ebenso das Organ unserer Vereinigung und das Sprachrohr der Sektionen wie auch ein Forum für deren Mitglieder. Ein Ort, an dem freundschaftlich auch unterschiedliche Meinungen aufeinander treffen dürfen. Die «Regel» missachtend, dass anonyme Schreiben im Papierkorb des Redaktors landen sollten, möchte ich kurz den beiden obgenannten Vorwürfen entgegnen: Wir Weinfreunde haben zwar ein besonderes Flair für die Schweizer 4 Weine und sind auf unsere einheimischen Gewächse und Winzer auch entsprechend stolz. Das Ziel unserer Vereinigung geht aber, wie ein Blick in die Statuten zeigt, darüber hinaus. «Die Vereinigung hat den Zweck, auf gesamtschweizerischer Ebene die Freunde des Weins zusammenzuschliessen, den Wein als edles und bekömmliches Getränk bekanntzumachen, seinen Ruf zu erhalten und zu fördern.» Trotzdem ist eine grosse Zahl von Schweizer Winzern in verschiedenen Sektionen aktiv mit dabei! Und viele von ihnen teilen mit uns die Meinung, dass die Weinliebhaber, Konsumentinnen und Konsumenten nach ihrem Gustus die freie Wahl darüber treffen sollen, ob es ein Schweizer oder ein Ausländer sein soll. Wenn nur ein halbes Jahr nach dem «Marsch auf den Bundesplatz» eine Intervention des Bundes zugunsten des Schweizer Rebbaus und der Schweizer Weine kein Thema mehr ist, dann nicht Dank der Politik. Zwar fanden die extremsten Forderungen gewisser Produzenten und Parlamentarier weder beim Bundesrat noch im Parlament Gehör, aber für die Wende hat die Natur gesorgt: In der Schweiz wurde nämlich mit 100 Millionen Litern Wein eine mengenmässig bescheidene Ernte eingekellert, 10 Prozent weniger als im 2011. Noch kleiner waren die Erträge in den wichtigsten europäischen Weinbauländern. Frankreich meldet bei einem Rückgang um fast 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr die mengenmässig schwächste Ernte seit 50 Jahren. Nicht ganz so krass sind die Einbussen in Spanien,doch auch auf der Pyrenäenhalbinsel wurden extrem reduzierte Erträge eingekellert. Und schliesslich beklagt man in Italien, dem wichtigsten ausländischen «Weinlieferanten» der Schweiz, bei den frühreifen roten und vor allem den weissen Gewächsen magere Ernten, nachdem bereits 2011 unterdurchschnittliche Mengen gelesen worden waren. Die Ertragseinbussen sind für die Winzer sowohl im In- als auch im Ausland kein Segen. Und trotzdem dürften die reduzierten Ernten für gewisse Schweizer Produzenten aber auch positive Effekte haben: Von den im Inland befürchteten «Überschüssen» und «übervollen Kellern» spricht niemand mehr. Das mengenmässig bescheidene ausländische Angebot kann – in Verbindung mit festeren und auch steigenden Preisen – die Konkurrenzfähigkeit der Schweizer Weine aller Farben stärken. Je- denfalls scheinen sich der ruinöse Preisdruck sowie die Aktionitis etwas abzuschwächen. Das Weinjahr 2012 fand also namentlich für die Schweizer Winzer trotz allem ein gutes Ende. Die Politik und die Diskussionen um zu grosse oder zu kleine Mengen sind etwas in den Hintergrund getreten. Der Wein und die Qualität des neuen Jahrgangs stehen wieder im Mittelpunkt unseres Interesses. Und wir haben nach dem zum Teil schwierigen Rebjahr durchaus Grund zu Optimismus! Die Walliser Weissen bestechen durch intensive Aromatik, während die Waadtländer «Kollegen» durch Fruchtigkeit überzeugen. Unter den roten Gewächsen der ganzen Romandie dürfte es nicht an Schmeichlern mit weichen Tanninen mangeln. Mengenmässig mussten dankder Wetterkapriolen auch die Winzer in der Deutschschweiz Einbussen in Kauf nehmen. Schliesslich gelang es aber den meisten, mit Geduld und erhöhtem Arbeitsaufwand die Trauben bei bester Gesundheit und Reife einzukellern. Frisch-fruchtig soll der 2012-er werden, hört man aus den Kellern vom Jura bis zum jungen Rhein. Ergänzt werden die vielversprechenden Prognosen aus den Tessiner Cantine. Der Merlot kam bei überdurchschnittlicher Reife in die Keller. Man spricht von einem der besten Jahrgänge der (hervorragenden) letzten zehn Jahre. Freuen wir uns also auf den neuen Schweizer Jahrgang! Und hoffen wir, unsere Importeure würden uns trotz des stark reduzierten ausländischen Angebots eine Auswahl schöner Tropfen zu erschwinglichen Preisen anbieten können! PS. Der Redaktor möchte sich bei allen Weinfreundinnen und Weinfreunden entschuldigen und sie um Verständnis dafür bitten, dass die vorliegende Ausgabe mit dreimonatiger Verspätung erscheint. Gesundheitliche Gründe sind dafür verantwortlich. Ami du Vin 4/12 Editorial Zum Titelbild Jean-Pierre W. Oulevey, «Epesses im Winterkleid» Der Maler des Werks, welches die Titelseite dieser Ausgabe schmückt, ist den Weinfreundinnen und Weinfreunden bereits in Ausgabe 4/2009 begegnet: Jean-Pierre W. Oulevey, der einstige Präsident der Sektion Waadt und von 1995 bis 2000 als Vertreter der Romandie Mitglied des ANAV-Zentralvorstandes. Der Künstler entführt uns mit dem 2011 geschaffenen Ölbild «Epesses im Winterkleid» in die Reben des Lavaux, zweifellos eines der faszinierendsten Anbaugebiete der Schweiz. Die Verbundenheit mit den Weinbergen an den Steilhängen des Léman, über denen er von seinem Wohnort Renens aus gleichsam wacht, brachte Jean-Pierre W. Oulevey in zahlreichen Werken zum Ausdruck. Mit diesem Teil seines künstlerischen Schaffens hat er sich einen breiten Platz und eine reich illustrierte Würdigung in dem von Philippe Margot edierten Band 2 der Reihe «LAVAUX & les ARTS – de 1933 à aujourd’hui» verdient. Jean-Pierre W. Oulevey hat in den vergangenen Jahrzehnten zudem für verschiedene Waadtländer Winzer unzählige Etiketten entworfen und realisiert, wobei nicht selten auch seine Bilder als Vorlage dienten. Vergangenen Herbst wählte die Confrérie de l’Etiquette eines seiner Werke zur «Schönsten Etikette 2012». Den Wettbewerb gewann er mit der Ausstattung des Weins «La Grande Vigne» des Selbstkelterers Pascal Dace aus Aran-Villette. Die siegreiche Etikette ist geschmückt mit einem von Jean-Pierre W. Oulevey geschaffenen Bild. Austellungen: Noch bis zum 29. Juni 2013 bietet eine Ausstellung in der «Badouxthèque» in Yvorne einen Einblick in das künstlerische Schaffen von Jean-Pierre W. Oulevey (Montag bis Samstag von 10 bis 20 Uhr, Freitag bis 21 Uhr, Auffahrt und Pfingstmontag geschlossen.) – Von 30. August bis 15. September 2013 sind Werke von Jean-Pierre W. Oulevey zudem in Ecublens ausgestellt, in der «Galerie du Pressoir» Rue Bassenges. www.jpw-oulevey.ch Une question délicate Celle que j’avais abordée dans mon édito paru fin octobre 2012, dans lequel je me prononçais pour la «liberté dans le choix du vin». Mon opinion, selon laquelle tout amateur de vin devrait pouvoir choisir selon son humeur s’il veut goûter un vin suisse ou étranger, n’est apparemment pas du goût de tout le monde, comme certaines réactions outrées le laissent penser. Beaucoup sont d’avis que «la défense des vins suisses fait partie des buts de notre association», d’autres m’ont rappelé dans leurs lettres de protestation, que de nombreux producteurs de renom figurent parmi nos membres. Tous ont malheureusement souhaité conserver l’anonymat et exigé que leurs réactions ne soient publiées qu’à condition de ne pas en révéler l’auteur. Dommage! Car «L’Ami du Vin» est Ami du Vin 4/12 autant l’organe de notre association que le porte-voix des sections et un forum pour ses membres. Un lieu donc, où des opinions divergentes peuvent s’exprimer en toute amitié. Ignorant la règle selon laquelle les écrits anonymes finissent toujours dans la corbeille du rédacteur, je voudrais tout de même répondre aux deux reproches exposés plus haut: les amateurs de vin que nous sommes ont un penchant pour les vins suisses et sont fiers de la production suisse et de ses vignerons. Mais le but de notre association, va au-delà de cela, comme le montrent les statuts. «L’Association a pour but de grouper sur le plan national tous les Amis du Vin, de faire connaitre cette noble et saine boisson, de maintenir et de promouvoir sa renommée.» Cela n’empêche pas un grand nombre de vignerons suisses de participer activement aux différentes sections! Et la plupart d’entre eux partagent notre avis, selon lequel les amateurs de vin, les consommateurs, doivent être libres de choisir comme ils l’entendent entre un vin suisse et un vin étranger. Si quelques mois après la grande manifestation des vignerons sur la Place fédérale, une intervention de la Confédération en faveur de la viticulture et des vins suisses n’est plus à l’ordre du jour, la politique n’y est pour rien. Car si les revendications les plus extrêmes de certains producteurs et parlementaires ne semblent avoir été entendues ni au Conseil Fédéral ni au parlement, c’est bien la nature qui a fait la différence, puisque la maigre récolte de 2012, soit 100 millions de litres était inférieure de 10 pour cent à celle de 2011. Les volumes étaient même encore inférieurs dans les plus grands pays producteurs européens. En France 5 Editorial la baisse de presque 20 pour cent par rapport à l’année précédente a fait de 2012 la plus petite récolte depuis 50 ans. Les baisses de rendement ne sont certes pas aussi extrêmes en Espagne, mais les volumes de vendange étaient là encore extrêmement réduits. En Italie, le plus important «fournisseur en vin» de la Suisse, on déplore également de faibles vendanges dans les rouges précoces et surtout dans les blancs, alors même que les volumes récoltés en 2011 avait déjà atteint des records de baisse. Les chutes de rendements ne réjouissent certainement pas les producteurs, qu’ils soient Suisses ou étrangers. Et pourtant, cette baisse naturelle des volumes peut aussi prendre une tournure intéressante pour certains vignerons suisses, puisque plus personne ne parle «d’excédents» et de «chais remplis à ras bord» dans le pays. La maigre offre étrangère, combinée avec des prix plus stables voire en hausse, peut aussi renforcer la compétitivité des vins suisses quelle qu’en soit la couleur. La lourde pression sur les prix ainsi que les promotions à tout va, semblent en tous cas baisser d’intensité. L’année 2012 se sera donc malgré tout avérée positive, en particulier pour les producteurs suisses. La politique et le débat concernant les trop gros ou les trop petits volumes sont passés au second plan. Le vin et la qualité du nouveau millésime sont redevenus nos centres d’intérêt. Et après ce millésime parfois difficile, nous avons toutes les raisons d’être optimistes! Les blancs du Valais éblouissent par une expression aromatique intense, alors que les «confrères» vaudois séduisent par leur fruit. Parmi les rouges pris sur l’ensemble de la Suisse Romande, les vins séducteurs aux tanins tendres ne manquent pas. Pour ce qui est des volumes, les producteurs en Suisse germanophone ont enregistré des baisses, caprices de la météo obligent. Mais la plupart d’entre eux ont malgré tout réussi, au prix d’une patience et d’une charge de travail accrus, à rentrer des raisins d’excellente qualité et maturité. Du Jura jusqu’au jeune Rhin, le millésime 2012 est annoncé comme étant frais et fruité. Les caves tessinoises confirment ces annonces prometteuses. Le Merlot a été rentré avec une maturité supérieure à la moyenne. On parle même de l’un des meilleurs millésimes de ces (excellentes) dix dernières années. Réjouissons-nous donc de ce nouveau millésime suisse! Et espérons que nos importa- 6 teurs, malgré une offre étrangère fortement réduite, soient en mesure de nous proposer une sélection de beaux crus à des prix abordables! PS. L’auteur de ces lignes souhaite s’excuser auprès de toutes les amies et tous les amis du vin pour les trois mois de retard concernant la parution du présent numéro. Des raisons de santé sont à l’origine de ce désagrément. Page de couverture Jean-Pierre W. Oulevey «Epesses sous la neige» Pour beaucoup d’amies et amis du vin l’auteur de l’œuvre illustrant la page de couverture est bien connu: Jean-Pierre W. Oulevey, l’ancien président de la section Vaud et membre du Comité central de 1995 à 2000. C’est en 2011 qu’il a créé l’œuvre intitulé «Epesses sous la neige». Il y a quatre ans que les amies et amis du vin avaient déjà la chance de faire la connaissance du talent artistique de Jean-Pierre W. Oulevey. La page de couverture de l’édition 4/2009 a été illustrée de son œuvre «Rhône sauvage». Le tableau «Epesses sous la neige», huile sur toile, créé en 2011, illustre la liaison cordiale de l’artiste avec «sa» région viticole, le Lavaux. L’artiste et ami du vin est aussi un créateur fameux des habillages du vin. En octobre 2012 la Confrérie de l’Etiquette a élu une création de Jean-Pierre W. Oulevey «La plus belle 2012». C’est «La Grande Vigne» de Pascal Dace, vigneron-encaveur à Aran-Villette, a remporté la récompense de la Confrérie de l’Etiquette. Illustré d’un tableau Jean-Pierre W. Oulevey! Une récompense extraordinaire du travail de l’artiste est la présence importante de JeanPierre W. Oulevey dans l’édition «LAVAUX & les ARTS, tome 2 – de 1933 à aujourd’hui», publié par Philippe Margot 2012. Ce livre bien illustré (Cepdivin Edition) est dédié aux artistes inspirés des paysages de Lavaux. Expositions d’œuvres de Jean-Pierre W. Oulevey en 2013: Jusqu’au 30 juin, «Badouthèque», Yvorne. Du 30 août au 15 septembre, «Galerie du Pressoir», Ecublens. www.jpw-oulevey.ch Un ferro rovente Nell’editoriale dell’edizione apparsa alla fine di ottobre dello scorso anno ho preso in mano un ferro rovente perorando la «libertà di scelta del vino». La mia opinione secondo cui ogni amica e ogni amico del vino potrebbe decidere a proprio piacimento se offrire un bicchiere di vino svizzero o di vino straniero ha suscitato grande indignazione presso alcuni lettori. Molti di loro sono dell’avviso che «la difesa dei vini svizzeri rientrerebbe negli obiettivi della nostra Associazione», altri mi hanno ricordato nelle loro note di protesta che parecchi noti viticoltori sarebbero nostri membri. Purtroppo, tutti esprimono l’esplicito desiderio che sia mantenuto il loro anonimato e che la loro reazione venga pubblicata senza indicazione del proprio nome. – Peccato! L’«Ami du Vin» è contemporaneamente l’organo della nostra Associazione e il portaparola delle sezioni come pure un forum per i loro membri. Quindi, un luogo in cui possono essere espresse amicalmente anche delle opinioni controverse. Disattendendo alla «regola» che le lettere anonime dovrebbero essere incestinate immediatamente dal redattore, vorrei controbattere brevemente i due succitati rimproveri: Noi amici del vino abbiamo in vero buon naso per i vini svizzeri e siamo anche particolarmente fieri dei vini indigeni e dei nostri viticoltori. Tuttavia, come si può dedurre dagli statuti, l’obiettivo della nostra Associazione va ben oltre. «L’Associazione ha lo scopo di riunire sul piano nazionale tutti gli amici del vino, di far conoscere questa nobile e sana bevanda, di conservare e promuovere la sua reputazione.» Ciononostante, un gran numero di viticoltori vi partecipa attivamente in diverse sezioni! E molti di loro condividono la nostra opinione che gli appassionati del vino, consumatori e consumatrici, devono decidere liberamente secondo il proprio gusto se optare per un vino svizzero o un vino straniero. Non è certamente merito della politica se solo mezz’anno dopo la «dimostrazione sulla piazza antistante il Palazzo federale» l’intervento della Confederazione in favore della viticoltura svizzera e dei vini svizzeri non è più un argomento di discussione. Le richieste le più estremi di determinati produttori e parlamentari non hanno in vero trovato ascolto né presso il Consiglio federale né in Parlamento, ma è stata la natura stessa Ami du Vin 4/12 Editorial che ha provveduto alla svolta. Con 100 milioni di litri di vino è stato messo in cantina un raccolto quantitativamente modesto, ossia il 10 percento in meno rispetto al 2011. Ancora più piccoli si sono rivelati i raccolti nei principali paesi vinicoli europei. Con un calo di quasi il 20 percento rispetto all’anno precedente, la Francia registra il raccolto quantitativo più esiguo degli ultimi 50 anni. Non proprio così estreme sono le perdite accertate in Spagna. Tuttavia, anche nella Penisola pirenaica sono state vinificate delle quantità estremamente ridotte. E infine anche in Italia, il principale «fornitore di vini esteri» della Svizzera, si lamentano dei raccolti magri per le varietà di uva nera a maturazione precoce e soprattutto per i tipi di uva bianca, considerato che già nel 2011 le rese erano inferiori alla media. Le perdite registrate non sono una benedizione né per i viticoltori svizzeri né per quelli esteri. Ciononostante, per determinati produttori svizzeri i raccolti ridotti dovrebbero avere anche effetti positivi: In Svizzera nessuno parla più delle temute «eccedenze» e di «cantine strapiene». L’offerta estera quantitativamente modesta – connessa a prezzi fissi e parzialmente in aumento – può rafforzare la concorrenzialità dei vini svizzeri di ogni tipo. Sembra comunque che la rovinosa pressione sui prezzi e le numerose «azioni» stiano leggermente diminuendo. Malgrado tutto, l’annata vinicola 2012 ha quindi registrato una buona riuscita, segnatamente per i viticoltori svizzeri. La politica e le discussioni in merito a quantità troppo grandi o troppo piccole sono passate in seconda linea. Il vino e la qualità della nuova annata sono nuovamente al centro del nostro interesse. E dopo l’annata vitivinicola piuttosto difficile abbiamo assolutamente motivo di essere ottimisti! I vini bianchi vallesani seducono con il loro aroma intenso, mentre quelli vodesi incantano con il loro sapore fruttato. Tra i vini rossi di tutta la Romandia non dovrebbero mancare quelli seduttivi dai morbidi tannini. Dal punto di vista quantitativo anche i viticoltori della Svizzera tedesca hanno dovuto prendere in considerazione delle perdite a causa delle bizze meteorologiche. Tuttavia, con tanta pazienza e con un maggior aggravio di lavoro la più parte di loro è riuscita a mettere in cantina le uve in buona salute e al giusto grado di maturazione. Dalle cantine giurassiane sino a quelle situate Ami du Vin 4/12 Pagina di copertina Jean-Pierre W. Oulevey, «Epesses sous la neige» Per molti Amiche e Amici del Vino l’autore dell’opera illustrante la pagina di copertina è noto: Jean-Pierre W. Oulevey, già presidente della Sezione Vaud e membro del Comitato Centrale dal 1995 al 2000. E’ nel 2011 che Jean-Pierre ha creato l’opera intitolata «Epesses sous la neige». I Amiche e Amici del Vino conoscono l’artiste anche dell’opera «Rhône sauvage» illustrante la pagina di copertina dell’edizione 4/2009. La pittura all’olio «Epesses sous la neige» mostra lo straordinario talento artistico di Jean-Pierre W. Oulevey. Il suo curriculum vitae ci indica che questo talento ha radici nella famiglia. «Caduto in terra il 25 ottobre 1939 a Territet ha vissuto la sua prima giovinezza tra due funicolari, all’ombra della statua dell’imperatrice Sissi, dei grandi alberghi di allora, quando non era sotto l’ombra dei salici piangenti in riva al lago, a pescare in compagnia di un bisnonno che aveva frequentato le Belle Arti di Milano sul gesso e vissuto fino alla venerabile età di novantaquattro anni. Nel 1955 inizia il tirocinio di litografo. Ricordi di odori e di gesti: l’inchiostro per la litho da preparare arrivando il lunedì, la punta delle piume da affilare sulla pietra, giorni e giorni ad allineare bastoni verticali, in corsivo, orizzontali prima di passare a disegni più seri popolati da angeli, mortadella di cinghiale e vestali nei pudici drappi delle loro tuniche. E velocemente il grande cambiamento: l’abbandono della pietra litografica, la repro su placche di vetro fotografico, il film e già si parlava di scanner di riproduzione. Nonostante ciò, anni ricchi di scoperte, il disegno, l’acquarello, la pittura all’olio, la fotografia. Alcune evasioni, Parigi, l’Inghilterra, la Russia, la Danimarca. Un’attrattiva, sempre presente per paesaggi nordici, grandi spazi, flutti scatenati, cieli tormentati, ambienti di creazione del mondo. – Seguono alcuni decenni a “vestire” il vino tra grafici, stampatori e vignaioli. Ricordi ramuziani di amici, alcuni dei quali già partiti a coltivare le celesti vigne. Era già deciso, venuto il momento di andare in pensione, cambiamento di attività, riaprire la scatola dei colori. E’ cosa fatta ma con una predilezione per l’olio, il suo odore, la sua pasta da spalmare e mescolare sulla tavolozza, reminescenze indubbie del mestiere della tipografia. I soggetti, dal profondo del cuore. La natura, nei suoi stato d’anima tutta fugacità. L’acqua, viva o sonnolenta, paesaggi lacustri, fiumi e canali, un’ammirazione senza limiti per Turner. Facciate di case dalle porte e finestre dissimulatrici, protettive d’una vita intima e segreta, un marcato interesse per Hopper. Lavoro su fotografie personali e schizzi, un soggetto che può restare in gestazione per mesi, dipinto dieci volte nella testa prima di raggiungere la tela. E poi le parole di Charles Albert Cingria: se non si trova sopranaturale l’ordinario, qual’è la continuazione?» Esposizioni 2013; fino al 30 giugno, «Badouthèque», Aigle; dal 30 agosto al 15 settembre, «Galerie du Pressoir», Ecublens. www.jpw-oulevey.ch lungo il giovane Reno si sente dire che il vino dell’annata 2012 diverrebbe fresco e fruttato. Queste promettenti previsioni sono confermate anche dalle cantine ticinesi. Il Merlot è stato messo in cantina con un grado di maturazione superiore alla media. Si parla di una delle migliori annate dell’ (eccellente) ultimo decennio. Rallegriamoci quindi della nuova annata svizzera! Speriamo che i nostri importatori sappiano offrirci una scelta di ottimi vini a prezzi abbordabili nonostante la forte riduzione dell’offerta straniera! PS. Il redattore si scusa presso tutte le amiche e tutti gli amici del vino e fa affidamentro sulla loro comprensione per il ritardo di tre mesi con cui è pubblicata la presente edizione. Impossibilità di osservanza dei termini dovuta a motivi di salute. 7 Dossier Schweizer Weinernte 2012 – geringere Menge als im 2011 Gute Qualität nach einem schwierigen Weinjahr von Othmar Stäheli Die Schweizer Weinernte 2012 zeichnet sich durch eine überraschend gute Qualität aus, liegt jedoch infolge der oft schwierigen Wetterbedingungen mit 1,004 Mio hl rund 7 Prozent unter dem fünfjährigen Mittel. Laut Bericht des Bundesamts für Landwirtschaft wurde insgesamt um 10 Prozent weniger geerntet als im Rekordjahr 2011. Die Rebfläche ist mit 14’915 ha fast konstant geblieben. 8 D as Wetter machte es im Weinjahr 2012 den Weinbäuerinnen und -bauern nicht leicht. Oft hat es geradezu verrückt gespielt. Der Winter war aussergewöhnlich hart. Er hat aber in den meisten Regionen weniger Schäden hinterlassen als befürchtet. Sehr warm und trocken war es in weiten Teilen des Landes zum Ende des Frühlings, dafür blieb der Hochsommer aus, und im Frühherbst sowie zur Zeit der Traubenernte fielen öfters ergiebige Niederschläge. Es kam in deren Folge zu einem Anstieg des Fäulnisdruckes. In Handarbeit mussten Weinbäuerinnen und -bauern befallene Beeren aussortieren. Dank dieser zusätzlichen Anstrengung konnten qualitativ hochstehende Trauben verarbeitet werden, sodass sich die Konsumentinnen und Konsumenten auf einen guten Jahrgang 2012 freuen dürfen. – Im Folgenden werfen wir einen Blick auf die Weinlese und den Jahrgang 2012 in verschiedenen Kantonen: Kleine, aber feine Weinernte im Wallis Die Walliser Weinernte 2012 liegt mit 37,7 Millionen Liter um 7,2 Prozent unter dem Durchschnitt der letzten 10 Jahre und um 12,9 Prozent unter der 2011 gewonnenen Menge. Der Anteil an weissen (42 Prozent) respektive roten (58 Prozent) Sorten blieb stabil. An Chasselas wurden mit 9,2 Millionen Liter 780’000 Liter weniger eingekellert als 2011. Stark reduzierte Mengen gabe es auch beim Pinot noir (11,3 Millionen Liter) und beim Gamay (4,5 Millionen Liter). Zugenommen haben hingegen weisse und rote Spezialitäten wie Petite Arvine, Cornalin oder Syrah. – Die ersten Degustationen lassen auf ein schönes aromatisches Potenzial und eine interessante Struktur mit einer sehr präsenten Typizität der Rebsorte schliessen. Ami du Vin 4/12 Dossier Waadt: fruchtige Chasselas und samtene Rote Im Waadtland wurde mit 28,5 Milionen Liter eine mengenmässig bescheidene Ernte eingebracht, davon rund 7,8 Millionen Liter rote Gewächse. Rigoroses Söndern ermöglichte die Einkellerung von gesundem Traubengut. Man darf Weine von überdurchschnittlicher Qualität erwarten: Der harmonisch-fruchtige Chasselas lässt sich mit den hervorragenden Jahrgängen 2000 und 2011 vergleichen, der dichte Pinot noir mit 2003 und 2011, der Gamay mit 2005. Der Jahrgang 2012 werde auch höchsten Erwartungen gerecht und brauche keine Konkurrenz zu scheuen, hört man vom Waadtländer Weinamt. Genf: interessante Spezialitäten Der einst von Gamay und Chasselas total dominierte Weinbaukanton an der Südwestecke der Schweiz hat sich in nur zwei Jahrzehnten zu einem Paradies für Spezialisten und SortenSpezialitäten gemausert. Von den im 2012 eingekellerten 103’665 hl (10 Prozent weniger als im 2011) waren rund 52 Prozent rote Gewächse. Der Anteil des Gamay nimmt weiter ab. Dafür legten Merlot, Gamaret, Cabernet Sauvignon und weitere rote Spezialitäten zu. Bei den weissen Sorten hält sich der Ersatz des Chasselas durch Spezialitäten wie Chardonnay, Sauvignon blanc, Viognier und andere Gewächse 2012 in Grenzen. Markant zurück gegangen ist die Produktion von Weinen der Klasse 2. – Die Qualität der Ernte und des Jahrgangs 2012 wird als vielversprechend beurteilt. Neuenburg: Chasselas wird rar Die Neuenburger Winzer kellerten mit rund 30’300 hl die kleinste Ernte der letzten zehn Jahre ein. Rund 40 Prozent der zwischen Vaumarcus und Le Landeron geernteten Traubenmenge waren im 2012 noch Chasselas, fast 46 Prozent Pinot noir. Die sogenannten Spezialitäten haben einen Anteil von über 14 Prozent am diesjährigen Ertrag. Obwohl der Ernte-Auftakt verregnet war – es goss bei der Fête des Vignerons aus Kübeln –, kam eine erstaunlich gute Qualität in den Keller. Gute Arbeit im Reb- Ami du Vin 4/12 berg und konsequentes Söndern ermöglichten schliesslich die Kelterung eines frisch-fruchtigen Chasselas (71° Oechsle) und aromatisch intensiver, fein gegliederter Pinot noir. Kanton Bern: ein «Durchschnittsjahr» Auf drei aussergewöhnliche sei ein «Durchschnittsweinjahr» gefolgt, meldete nach der Ernte das Landwirtschaftsamt des Kantons Bern. Der Zuckergehalt beim Blauburgunder liegt im Zehnjahresmittel, beim Chasselas leicht darunter. Geerntet wurden 1,75 Milionen Kilogramm. In guten Jahren wurden schon über zwei Millionen Kilogramm Trauben eingekellert. Region Basel: Menge schwach, Qualität optimal In den Kantonen Baselland, Baselstadt und Solothurn wurden rund 5’000 hl Wein eingekellert. Mengenmässig liegt 2012 damit deutlich unter dem Durchschnitt. Was die Qualität betrifft, darf man aber laut regionalem Rebbaukommissariat namentlich mit den Zuckergehalten zurieden sein. Die Mostgewichte seien im «optimalen Bereich» und gut sei zudem die physiologische Reife. Aargau: wenig Rotwein Im Aargau wurde 2012 mit rund 17’000 hl mengenmässig eine der kleinsten Ernten der letzten zehn Jahre eingebracht. Nur im 2006 wurden noch weniger Trauben gelesen. Mangeln dürfte es wohl an Rotwein. Mit 10’669 hl buchten die Aargauer Winzer in dieser «Disziplin» einen negativen Rekord. Zürich: «versöhnlicher Abschluss» «Mit der Weinlese fand ein herausforderndes Weinjahr ein versöhnliches Ende», kommentiert der Zürcher Rebbaukommissär. Der Ertrag dürfe als zufriedenstellend, die Qualität als überraschend gut bezeichnet werden. Insgesamt wurden 31’424 hl gekeltert. – Der Ertrag liegt beim Riesling-Sylvaner im Bereich eines mittleren Jahres. Der Blauburgunder hingegen litt etwas stärker; hier konnten lediglich 82 Prozent einer Normalernte gelesen werden 9 Dossier Thurgauer Winzer «trotz allem zufrieden» Schaffhausen: stark reduzierter Rotweinertrag In Schaffhausen wurde mengenmässig insgesamt mit 27’730 hl eine beinahe «normale» Ernte eingekellert. Dies «dank» überdurch- schnittlich grosszügigen Erträgen bei den weissen und reduzierten bei den roten Sorten. Was die Qualität anbelangt, spricht man von einem sehr guten Jahrgang. Der Blauburgunder wog im Mittel 91.2° Oechsle, der RieslingSilvaner 75.5° Oechsle. Auch im Thurgau ist man mit den Ernteergebnissen mehrheitlich zufrieden, obwohl die Mengen deutlich unterdurchschnittlich ausgefallen sind. Insbesondere der Blauburgunder dürfte in diesem Jahr im Thurgau ein rarer Jahrgang werden. Im Mittel wurden bei der roten Hauptsorte 570 g/m2 bei einem Mostgewicht von 89.4° Oechsle gelesen. Bei der weissen Haupt-sorte Müller-Thurgau resultierten 879 g/m2 und ein durchschnittlicher Zuckergehalt von 75.8° Oechsle. Schweizer Weinernten seit 2005 in hl (2012 provisorische Resultate) Vendanges suisses dès 2005 en hl (2012 résultats provisoires) KanTOnE 2012 2011 2010 2009 2008 2007 2006 2005 31’424 14’080 2’195 145 1’488 75 97 4’907 27’730 148 8’536 23’576 16’977 13’786 37’600 16’800 2’360 150 1’050 70 40 8’512 26’211 160 9’500 23’986 21’000 17’120 31’813 13’625 1’922 134 1’478 64 38 6’701 30’452 148 7’347 23’392 18’540 14’138 36’823 16’979 2’074 150 2’710 117 146 7’392 30’750 123 10’608 25’400 23’490 12’835 37’533 15’566 2’128 121 2’451 90 109 7’439 33’829 181 11’168 25’739 24’497 17’739 33’636 13’566 1’422 32 1’751 90 123 6’534 28’131 225 9’665 24’055 18’213 14’084 27’500 13’611 1’522 48 1’684 86 113 5’386 26’084 198 8’649 19’645 16’701 12’888 32’733 14’779 1’535 34 2’109 113 97 5’666 28’069 208 10’140 24’575 20’166 13’947 145’164 164’359 149’191 153’749 164’150 138’956 121’377 140’413 55’215 58’000 53’292 58’987 42’433 50’679 58’659 54’075 FR VD VS NE GE JU 7’790 284’992 376’747 30’316 103’665 151 9’000 306’000 434’000 33’290 115’000 400 8’024 286’548 394’156 31’126 102’968 377 9’067 290’501 452’806 36’670 94’099 556 8’555 293’781 412’582 36’905 100’252 472 7’394 307’571 394’519 30’902 96’667 411 7’811 271’815 411’856 32’642 92’409 243 7’714 282’772 380’428 32’949 87’692 171 Romandie 803’661 897’690 823’199 889’768 852’547 837’464 816’776 791’726 1’004’040 1’120’240 1’026’915 1’113’543 1’074’468 1’040’431 1’011’122 1’001’403 ZH BE (inkl. Bielersee 12’787 hl) LU UR / OW / NW SZ GL ZG SO / BL / BS SH AR / AI SG GR (inkl. Misox 1’436 hl) AG TG Deutschschweiz Ticino Total 10 Ami du Vin 4/12 Dossier St. Gallen: Föhn und Sonne sei Dank! Die St. Galler Weinernte 2012 ist trotz des schwierigen Herbstes sehr gut ausgefallen. Dank dem – allerdings spät einsetzenden – Föhn konnten hohe Qualitäten gelesen werden. Der Blauburgunder erreichte sehr gute 94° Oechsle. Der Müller-Thurgau wog im Mittel stolze 81° Oechsle. Die Menge der geernteten Trauben ist geringer ausgefallen als erwartet. Es sind rund 15 Prozent weniger gelesen worden als im Durchschnitt der letzten zehn Jahre. Bündner Winzer sehr zufrieden Mit 22’140 hl wurde im Kanton Graubünden eine mengenmässig bescheidene Ernte eingekellert, doch dürfen Winzerinnen und Winzer mit der Qualität mehr als zufrieden sein. Der Riesling-Silvaner erreichte einen mittleren Zuckergehalt von 81 Grad Oechsle bei 966 g/m2. Und der Blauburgunder wog im Durchschnitt 98 Grad Oechsle 681 g/m2. Rund drei Viertel der Bündner Weinernte entfällt auf Rotwein. Ami du Vin 4/12 Tessin: «ein sehr gutes Jahr» Die Tessiner Weinbauern und ihre Bündner Kollegen im Misox sind von der Ernte 2012 begeistert. 2012 bezeichnen sie als «ein sehr gutes Jahr». Mengenmässig wurde – anders als nördlich der Alpen – mit 55’215 hl ein überdurchschnittlicher Ertrag eingekellert. Qualitativ zählt die Merlot-Ernte 2012 zu den drei besten der letzten zehn Jahre. Der mittlere Zuckergehalt des Merlot der 1. Kategorie lag bei 89,2° Oechsle. Er wird nur noch von jenem der Jahrgänge 2003 und 2007 übertroffen. – Fast ein Viertel des Ertrags sind Weissweine. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass die zunehmenden Mengen an weiss gekeltertem Merlot in der Statistik als Weissweine auftreten. 11 Dossier Vendange suisse 2012 – volumes plus faibles qu’en 2011 Bonne qualité après une année viticole difficile par Othmar Stäheli Selon le bilan de l’Office fédéral de l’agriculture la vendange 2012 est de bonne qualité, mais en raison de conditions météorologiques variables, le volume – 1,004 mio d’hectolitres – est inférieur de près de 7 pour cent à la moyenne des cinq dernières années. La surface viticole est restée pratiquement constante en 2012. Elle est actuellement de 14’915 ha (– 5 ha). G el, pluie, sécheresse: le temps s’est montré par moments très capricieux durant l’année viticole 2012 et n’a pas rendu la tâche aisée aux viticulteurs. Toutefois, dans la plupart des régions, l’hiver exceptionnellement rude a heureusement occasionné moins de dégâts qu’on ne l’avait redouté. Alors qu’au début de l’été, le temps a été par endroit particulièrement chaud et sec, le début de l’automne a été marqué par de nombreux épisodes de précipitations autour de la période des vendanges, avec pour conséquence une extension des risques de pourriture. De nombreux viticulteurs ont dû trier manuellement les grains pour éliminer ceux qui étaient infectés. Grâce à ces laborieux efforts, des raisins de haute qualité ont pu être vinifiés, si bien que le millésime 2012 ne décevra pas les amateurs de bon vin. La récolte 2012 s’est élevée à 1’004’040 hl, soit 116’018 hl (environ –10 pour cent) de moins que la récolte record de l’année passée. Sur la période des cinq dernières années, la baisse de rendement est d’environ 7 pour cent. Par comparaison avec l’année précédente. – Par ce qui suit un aperçu sur les vendanges dans les trois cantons vinicoles romands et suisses les plus importants: Vendanges en baisse de près de 13 pour cent en Valais Les vins valaisans du millésime 2012 s’annoncent prometteurs. La récolte a atteint 37,7 millions de litres, soit 12,9 pour cent de moins qu’en 2011 et 7,2 pour cent de moins que la moyenne. La proportion entre le raisin blanc encavé (42 pour cent) et le rouge (58 pour cent) est restée stable au cours des dernières années. Avec 9,2 millions de litre encavés, le chasselas représente 780’000 litres de moins qu’en 2011. Moins de pinot noir: Le pinot noir (11,3 millions de litres) et le gamay (4,5 millions) sont en baisse respectivement de 15,7 pour cent et de 22,4 pour cent par rapport à la moyenne de ces dix dernières années. Le cornalin (0,91 million) consolide sa position. Quant à la quantité vinifiée de païen (0,8 million), elle est toujours en progression. Quant à la qualité du millésime 2012, la teneur en sucre du Chasselas (77.2° Oechsle) est 12 Ami du Vin 4/12 Dossier légèrement en dessous de la moyenne décennale (79.4° Oechsle). Par contre, le Pinot Noir (94.1° Oechsle) et le Gamay (91.4° Oechsle), sont dans la moyenne des 10 dernières années. Le millésime est jugé «plein de promesses», avec «un beau potentiel aromatique, une structure intéressante avec une typicité de cépage bien présente». En ce qui concerne les spécialités blanches et rouges, les quantités encavées concordent à celles des dernières années. Pour la Petite Arvine, une certaine consolidation a été établie au cours des quatre dernières années et se situe aux environs de 1,4 millions de litres. Le Païen représente un accroissement permanent au cours des trois dernières années; la quantité atteint 0,8 millions de litres. La quantité de Syrah encavée en 2012 (1,2 millions de litres) laisse apparaître une petite diminution par rapport à l’année dernière (1,4 millions de litres); celle du Cornalin (0,91 millions de litres) est comparable avec l’année 2011 et celle du Merlot (0,8 millions de litres) démontre une légère augmentation de 5 pour cent. Selon le communiqué officiel de l’Office de la viticulture et du laboratoire cantonal les premières dégustations laissent augurer d’un beau potentiel aromatique, d’une struc- Ami du Vin 4/12 ture intéressante avec une typicité de cépage bien présente. La Petite Arvine révèle toute sa puissance aromatique avec ses notes intenses de pamplemousse rose et d’agrumes. Une jolie surprise aussi pour le Païen qui exprime un caractère viril et une fraîcheur bienvenue. Le Fendant se caractérise par un minéral bien marqué, un fruité et un floral tout en subtilité. Le Pinot Noir et le Gamay ont bénéficié de bonnes conditions de vendange. On retrouve des arômes de fruits rouges, d’épices et de sousbois. Les tanins sont souples et fondus avec une jolie fraîcheur finale. Le Cornalin, à la robe intense et profonde, offre une palette d’épices et de fruits noirs: une très belle concentration pour ce cépage emblématique. Un millésime plein de promesse. Vaud: une récolte de haute qualité mais quantitativement modeste La récolte vaudoise atteinte en chiffres arrondis: 28,49 millions de litres de vin clair (2011: 30,59) dont 20,72 de blancs (2011: 21,54) et 7,77 de rouges (2011: 9,05). (Règle de conversion: 100 litres de moût donnent 95 litres de vin clair.) Le volume global de cette vendange est inférieur de 1,23 mio de litres de vin clair ou de 4,14 pour cent à la moyenne des récoltes 2002 à 2011. Inférieure de 2,1 mio de litres de vin clair à celle du millésime précédent, la récolte 2012 de classe 1 (Premier grand cru, Grand cru et AOC) le reste aussi de 14,56 pour cent aux quantités de production maximales autorisées, soit de 11,20 pour cent pour les blancs et de 22,33 pour cent pour les rouges. En ce qui concerne la qualité, le millésime 2012 – est issu d’une vendange à l’état sanitaire parfait, à l’exception de certains parchets dont la récolte n’a pas été encavée car trop atteinte par de virulentes attaques d’oïdium et de mildiou; – se charctérise par des sondages moyens comparables et si l’on remonte dans le temps, s’apparente aux excellents millésimes de Chasselas 2000 et 2011, de Pinot noir 2003 et 2011 et de Gamay 2005; – promet des Chasselas très fruités et équilibrés, des Rouges denses aux tannins souples et mûrs, des Spécialités blanches typées et charmeuses et des Assemblages rouges charnus et de belle concentration aromatique. 13 Dossier Selon l’Office Cantonal de la Viticulture vaudoise, le millésime 2012 s’inscrit au chapitre des récoltes quantitativement les plus modestes des ces trente dernières années, très proche des volumes encavés lors des somptueuses vendanges 2003 et 2005. Une volonté généralisée des vignerons de maîtriser la récolte dans un souci d’obtenir des vins de haute qualité – concrétisée par l’adoption de quotas de production nettement plus restrictifs que ceux exigés par l’Autorité fédérale – est à l’origine d’un millésime 2012 de belle veine, apte à répondre à d’exigeantes attentes et à se mesurer sans crainte à toute forme de concurrence. Genève: Une récolte dans la moyenne Avec une production totale de 10’366’479 litres, le volume encavé est inférieur de 1’142’910 litres (–9.9 pour cent) à l’an dernier. La vendange 2012 est la deuxième, en terme de quantité, de ces dix dernières années, elle 14 est supérieure à la moyenne décennale de 620’839 litres. Le volume de la classe 1 (AOC) a diminué de 195’435 litres (–2.6 pour cent) alors que dans le même temps celui de la classe 2 (VDP), régresse fortement de 952’285 litres (–24.3 pour cent). (Pour mémoire, cette dernière catégorie a connu l’an dernier une augmentation d’environ 1’100’000 litres.) Par rapport à 2011, la production de presque tous les cépages diminue à l’exception du Merlot (22’692 litres / 8.6 pour cent) et des autres spécialités rouges dont l’augmentation est marginale (5’925 litres / 4.3 pour cent). La proportion par couleur de l’encavage varie légèrement, elle représente aujourd’hui 47.5 pour cent pour le blanc et 52.5 pour cent pour le rouge. Cette variation s’explique notamment par une baisse de la récolte de 8.3 pour cent (–445’647 litres) pour le blanc et de 11.4 pour cent (–697’263 litres) pour le rouge. Quant à la qualité, les sondages sont comparables à ceux de 2007. Pour tous les cépages, la teneur naturelle en sucre dépasse significativement les exigences fédérales. A titre d’exemple, le Gamay les dépasse de 16° et le Chasselas de 9° Oechsle. – En conclusion, la vendange se caractérise par une production de qualité indéniable. Il s’agit sans aucun doute d’un millésime prometteur. Trois Lacs: peu de chasselas Avec un total de 50’893 hl la région des Trois Lacs a encavé des rendements bien sous la moyenne. Dans le canton de Neuchâtel on a récolté la vendange quantitativement la plus faible des dix dernières années soit 30’315 hl, dont 46 pour cent pinot noir. C’est particulièrement le chasselas qui a souffert des conditions difficiles. On en a encavé 12’000 hl seulement. La récolte dans le Vully fribourgeois est, avec un volume de 7’790 hl, de 10 pour cent plus faible qu’en 2011 et au bord du Lac de Bienne on a encavé 12’787 hl, de 4 pour cent moins que’en 2011. – Quant à la qualité, on attend des blancs frais et fruités, des pinots noirs denses aux tannins souples. Ami du Vin 4/12 Dossier Vendemmia svizzera 2012 Buona qualità, ma quantitativi in calo par Othmar Stäheli Secondo le informazioni dell’Ufficio federale dell’agricoltura la vendemmia 2012 è caratterizzata da una buona qualità, anche se il volume totale, pari a 1’004’040 ettolitri, fa registrare un calo del 7 per cento circa rispetto alla media quinquennale, imputabile alla variabilità delle condizioni meteorologiche. Ami du Vin 4/12 G elo, pioggia, siccità: nel corso dell’anno viticolo 2012 il tempo alle volte è sembrato impazzito complicando la vita dei vitivinicoltori. L’inverno eccezionalmente rigido ha tuttavia provocato danni meno ingenti del previsto nella maggior parte delle regioni. All’inizio dell’estate si è registrato localmente un clima secco e molto caldo, mentre all’inizio dell’autunno le numerose precipitazioni durante la stagione della vendemmia hanno determinato un incremento nell’insorgenza di marciumi. Molti vitivinicoltori hanno dovuto rimuovere a mano gli acini colpiti. Questa fatica aggiuntiva ha permesso loro di trasformare uva d’alta qualità, cosicché i consumatori potranno apprezzare una buona annata 2012. La vendemmia 2012 ha raggiunto un volume di 1’004’040 ettolitri, segnando un calo di 116’018 ettolitri rispetto alla vendemmia record dell’anno scorso (ca. –10 per cento). Rispetto agli ultimi cinque anni, invece, la perdita è stata del 7 per cento circa. Nel 2012 la superficie viticola è rimasta praticamente costante rispetto all’anno scorso, raggiungendo 14’915 ettari (– 5 ha). – I quantitativi raccolti in Ticino e Mesolcina ed il volume della vendemmia svizzera non corrispondono. Particolarmente i condizioni ideali durante la maturazione hanno permesso vendemmiare quantitativi leggermente superiori alla media decennale e una qualità ottima (vedi il rapporto all pagina seguente). 15 La vie de l’ANAV Der Brief des Präsidenten Tony Stampfli Wenn Sie diesen Brief lesen, wird das Jahr 2012 längst hinter uns sein. Und 2013 haben Sie sicher mit viel Elan in Angriff genommen, voller Hoffnung, Ihre Wünsche mögen sich erfüllen und es werde Ihnen gelingen, die Ziele, die Sie sich gesetzt haben, im Laufe der noch verbleibenden Monate zu erreichen. Trotz der Verspätung, die eine Folge der gesundheitlichen Probleme unseres Freundes Othmar ist, möchte ich es nicht unterlassen, Euch allen meine besten Wünsche zu übermitteln – Gesundheut, Glück und Erfolg! Gleichzeitig hoffe ich, dass die Aktivitäten, welche die Sektionsvorstände in diesem Jahr vorgesehen haben, Euere Erwartungen erfüllen werden. Die Attraktivität der Veranstaltungen möge nicht nur alle dazu bewegen, mit dabei zu sein, sondern auch dazu anspornen, unsere Vereinigung bei Freunden und Gleichgesinnten bekannt zu machen. Ja, dies ist eine Aufgabe aller Weinfreundinnen und Weinfreunde! Auch wenn Sie es an dieser Stelle schon mehrmals lesen mussten, so komme ich nicht umhin, mich zu wiederholen: Nur der Gewinn neuer Mitglieder bie- 16 tet Gewähr für die Zukunft unserer Vereinigung. Zurzeit zählen wir rund 3’500 Mitglieder. Ich bin aber davon überzeugt, dass wir mit einer aktiven Mund-zu-MundPropaganda wieder die Schwelle von 4’000 Mitgliedern erreichen, ja überschreiten können. Dieser Brief bietet mir auch Gelegenheit zu danken. Allen Präsidentinnen und Präsidenten unserer Sektionen sowie den Vorstandsmitgliedern, die sich engagiert und mit Hingabe für die gemeinsame Sache einsetzen. Ja, durch Euere Aktivität geben Sie unserer Vereinigung den Sinn! Ohne Euere Bereitschaft und die Verlässlichkeit gegenüber Eueren Mitgliedern gäbe es die ANAV nicht. Der Beginn des neuen Jahres ist für mich auch Anlass, den Winzerinnen und Winzern unseres Landes Erfolg zu wünschen. Die Herausforderung, mit der sie konfrontiert sind, ist enorm. Die konjunkturellen Probleme wachsen. Auch wenn die Qualität unserer Weine unbestritten und anerkannt ist, wird es immer schwieriger, ihnen den auf dem Markt und in der Gesellschaft gebührenden Platz zu sichern. Wenn das vergangene Jahr für unsere Vereinigung vom grossartigen Kongress in Schaffhausen mit der Verleihung des Prix ANAV an Werner Koblet geprägt war, so steht 2013 im Zeichen der 7. Auflage der Coupe ANAV. Und – Sie hören es nicht zum ersten Mal – ich hoffe von ganzem Herzen, dass sich jede Sektion mit mindestens einem Team am Wettbewerb beteiligen wird. 2013 wird auch geprägt sein von den Bemühungen, die Zukunft unseres Verbandsorgans, des Bindeglieds aller Weinfreundinnen und Weinfreunde der Schweiz, des «Ami du Vin», zu klären. Eine Arbeitsgruppe hat sich ans Werk gemacht mit dem Ziel, bis Ende August dem Zentralvorstand eine Studie mit Analysen, Schlussfolgerungen und Vorschlägen zu präsentieren. Diese relativ kurze Frist ist zweifelsohne nötig, was auch durch das geflügelte Wort, «führen bedeutet vorbeugen», bekräftigt wird. Kurz: Wir sind dafür verantwortlich, eine Lösung für unsere Zeitschrift aufzuzeigen. Der Jahresbeginn sei uns aber auch Aufmunterung dazu, Optimisten zu sein und zu bleiben! Einmal mehr bin ich davon überzeugt, dass in dieser von Stress und täglichen Sorgen geprägten Welt die ANAV ein Hort des Friedens ist, wo die Freundschaft und die Geselligkeit in vollem Umfang zum Ausdruck kommen – rund um das, was uns vereinigt: der WEIN. Tony Stampfli Tony Stampfli et le nouveau vice-président, Jean-Claude Hofstetter. Le Billet du Président Lorsque vous lirez ce billet, l’année 2012 sera derrière nous et, sans conteste, vous aurez attaqué 2013 plein d’élan et d’espoir face à vos souhaits et objectifs que vous entendez réalisés tout au long des 365 jours qui l’égrèneront. Aussi, même si ce sera avec un peu de retard, et ceci suite aux soucis de santé que connaît notre ami Othmar, je tiens à vous adresser, à toutes et à tous, mes meilleurs vœux de santé, de bonheur et de succès. Pour chaque section, je souhaite également que les activités qui vous seront proposées par vos comités respectifs répondront à vos attentes et que, de par leur attractivité, chacune et chacun aura à cœur de faire connaître, une fois de plus et encore plus, notre association auprès de ses Amis et Connaissances. Oui, cette mission incombe à chaque Amie et Ami du Vin car, même si vous me trouverez un peu rébarbatif sur ce sujet, il ne fait aucun doute que seule l’acquisition de nouveaux membres est le garant de l’avenir de l’ANAV. A ce jour nous sommes quelques 3500 membres et, j’ose l’affirmer, par une action de bouche à oreille, nous pourrions très vite retrouver le cap des 4000 membres, voir plus. Je profite de ce billet pour exprimer ma reconnaissance à Ami du Vin 4/12 La vie de l’ANAV chaque présidente et président de nos sections ainsi qu’aux membres de leur comité, pour leur engagement et leur dévouement. Oui, chers Présidentes et Présidents. par vos activités vous donnez sens à notre association et sans cette disponibilité infaillible à l’égard de vos membres, l’ANAV ne serait rien. En ce début d’année, je tiens également à exprimer tous mes vœux de succès aux vigneronnes et vignerons de ce pays qui, face à une conjoncture des plus difficile, se battent pour donner à nos vins, dont la qualité est unanimement reconnue, la place, non pas qu’il mérite mais qui leur appartient face à la concurrence étrangère. Pour l’ANAV, après 2012 et son superbe Congrès à Schaffhouse avec la remise du Prix ANAV à Werner Koblet, 2013 sera marqué par la 7ème édition de la Coupe ANAV. Et, au risque de me répéter, c’est plein d’espoir que j’espère voir chaque sec- tion inscrire pour le moins une équipe. Mais 2013 sera également marqué par la mise en route d’une étude pour fixer l’avenir de notre périodique, l’Ami du Vin, trait d’union entre tous les Amies et Amis du vin de Suisse. A cet effet, un groupe de travail s’est mis à l’œuvre, avec pour objectif, de pouvoir présenter au comité central ses conclusions et propositions d’ici la fin août. Ce délai, relativement bref, est sans conteste une nécessité car, comme dit le dicton: « gouverner c’est prévenir »,et il est de notre responsabilité d’apporter une solution, quelle qu’elle soit, pour notre journal. Alors, en début d’année, soyons et restons optimistes car, une fois de plus, je suis persuadé, dans ce monde marqué par le stress et les soucis journaliers, que l’ANAV est un havre de paix où l’amitié et la convivialité peut pleinement s’exprimer autour de celui qui nous unit: Le VIN. Tony Stampfli Il Biglietto del Presidente Quando leggerete questo biglietto il 2012 sarà alle spalle e avrete iniziato il 2013 con slancio e pieni di speranza di fronte agli auspici e agli obiettivi che intendete realizzare nel corso dei prossimi 365 giorni che si succederanno. Anche se con un po’ di ritardo, a seguito dei problemi di salute del nostro Amico Othmar, tengo a formulare a tutte e a tutti i migliori auguri di buona salute, felicità e successo. Ad ogni sezione auguro che le attività proposte dai rispettivi comitati rispondano alle vostre attese e che ciascuno si impegni per far conoscere la nostra Associazione ai vostri Amici e Conoscenti. Ami du Vin 4/12 Si, questa missione incombe ad ogni Amica e Amico del Vino. Anche se mi trovate un po’ barboso in merito è certo l’unico mezzo per l’acquisizione di nuovi membri a garanzia del futuro dell’ANAV. A tutt’oggi siamo in tremilacinquecento e di sicuro con una buona azione da bocca a orecchio possiamo raggiungere la meta del 4mila e oltre. Colgo l’occasione di questo biglietto per esprimere la mia riconoscenza ad ogni presidente delle nostre sezioni ed ai membri dei loro comitati per il loro impegno e la loro dedizione. Certo cari presidenti, con il vostro impegno date senso alla nostra associazione; Congresso superbo di Sciaffusa con il pranzo al Munot e Cena al Park Casino (in basso). senza la vostra disponibilità versi i membri l’ANAV sarebbe niente. In questo inizio d’anno voglio pure esprimere i migliori auguri di successo alle viticoltrici e ai viticoltori di questo paese che si battono in una delle più difficili congiunture per darci vini la cui qualità è unanimemente riconosciuta ma non hanno il posto che meritano a causa della concorrenza straniera. Circa l’ANAV dopo il 2012 ed il suo superbo Congresso di Sciaffusa con l’assegnazione del Premio ANAV a Werner Koblet, il 2013 sarà marcato dalla settima edizione della Coppa ANAV e, mi ripeto, auspicando la partecipazione di almeno una terna per sezione. Il 2013 vedrà pure l’inizio di uno studio per il nostro periodico Ami du Vin, punto d’incontro per tutti gli Amici del Vino della Svizzera. Al riguardo un gruppo di lavoro si è messo all’opera con l’obiettivo di presentare delle proposte al Comitato Centrale entro fine agosto. Questo termine, relativamente breve, è incontestabilmente necessario perché, come recita il detto: governare è prevedere, è nostra responsabilità trovare la soluzione per il nostro giornale. In questo inizio d’anno siamo e rimaniamo ottimisti poiché, sono persuaso, in questo mondo segnato da stress e preoccupazioni giornaliere l’ANAV è un’ oasi di pace dove amicizia e conviviabilità s’esprimono attorno a quanto ci unisce: IL VINO. Tony Stampfli 17 La vie de l’ANAV Sélections régionales en Suisse allemande, en Romandie et au Tessin Coupe ANAV 2013: 15 équipes qualifiées pour la finale OS. Au total 49 équipes de 21 sections se sont inscrites pour la Coupe ANAV 2013 et «affrontées» le 23 mars à cinq endroits différents dans le cadre des Sélections régionales pour une place en finale. 15 équipes de 12 sections différentes ont obtenu leur «billet» pour la finale qui se déroulera le 8 juin à Sion, Ecole Cantonale d’agriculture Châteauneuf. a Würenlingen. Jean-Claude Hofstetter (droite) impressionné de l‘organisation parfaite. Ce bouquet, qu’est-ce qu’il révèle? Des arômes d’un pinot noir? au Restaurant du Centre de Congrès à Rorschach la dégustation peut commencer. Six équipes tessinoises se sont rencontrées à Bellinzona au «Centro Spazio Aperto» (organisation section Bellinzona et valli) et dix équipes romandes à Rivaz, au Caveau des Vignerons (organisé par la section Vaud). Les 33 autres équipes se sont réunies en Suisse allemande, dont 11 à l’hôtel Restaurant «Sternen» à Würenlingen (section Zurzibiet), 12 à Rors- chach au Restaurant du Centre de congrès Stadthof (Weingilde Gallus) et 10 à Thoune à l’hôtel restaurant «Krone» (section Lac de Thoune). ambiance amicale Christophe Venetz, président de la commission Coupe ANAV, ainsi que les membres de la commission qui ont participé comme observateurs aux sélections, se disent très heureux du déroulement des concours et jugent l’organisation assurée par les sections d’excellente. Ils se sont réjouis particulièrement de l’ambiance amicale qui règnait dans le cadre de ces éliminatoires régionales. Ruedi Kollbrunner: «Eher ein Humagne?» Zurzibiet nicht nur in der Theorie Samedi 8 juin et Dimanche 9 juin 2013 à Sion sehr stark. Finale de la Coupe anaV 2013 et assemblée des des délégués La Finale de la Coupe ANAV 2013 aura lieu Samedi 8 juin à l’Ecole Cantonale d’agriculture Châteauneuf à Sion. Dimanche 9 juin l’Assemblée des délégués aura lieu dans une salle du Restaurant des îles (situé sur le domaine de la Bourgeoisie de Sion à l’ouest de la ville, sortie autoroute Sion-ouest). 18 Ami du Vin 4/12 La vie de l’ANAV Resultate der Regionalen Ausscheidung vom 23. März 2013 / Résultats des Sélections régionales du 23 mars 2013 / Risultati delle Selezioni regionali del 23 marzo 2013 aUSSCHEIDUnG TEaM anaV-SEKTIOn TEILnEHMER PUnKTE THEORIE DEGU TOTaL FInaLE Würenlingen SCHAFFHAUSEN 1 Schaffhausen SCHMID Thomas – GAMPER Ralph – FESER Kurt 330 152 482 X Würenlingen ZURZIBIET Zurzibiet WICKI Peter – EVERS Erwin – MEIER Andreas 345 132 477 X Rorschach ENGADIN 1 Engadin GREMLICH Rolf – CONDRAD Benno – ZANOLARI Giuliano 360 116 476 X Rivaz LES ÉT OILES DU VALAIS Valais LINDER Marie – LAGGER Liliane – MICHELLOD Nicole 360 116 476 X Thun AMBASSADOREN WEINFREUNDE Solothurn MURBACH Roger – LÜDI Sy lvia – FLÜCK René 345 112 457 X Rivaz CORTONOS Valais GFELLER Christian – VOUILLAMOZ Christian – HÉRITIER Valéry 345 112 457 X Würenlingen SCHAFFHAUSEN 2 Schaffhausen OERTLE Cornel – RAPP Elke – BÜHRER Peter 345 100 445 X Rivaz ORDRE BIENFAISANT DES GOUTTE-VIN Neuchâtel TRIPONEZ Pierre-André – TRIPONEZ Mado – HELFER André 330 112 442 X Rorschach TEAM RIVANER Weingilde Gallus HERZOG Christian – EBERHARD Andy – RIESER Paul 330 112 442 X Thun RÄUSCHLING Zofingen BACHMANN Reinhard – GAILLARD Jeanny F. – MEYER Edi 315 124 439 X Rorschach UFNAU 4 Ufnau VUILLEMIER Edi – HUG Claire – HENSLER Edith 330 100 430 X Rorschach PINOT Weingilde Gallus INDERMAUR Felix – BERTSCH Franz – TAISCH DUDLI Silvia 330 100 430 Bellinzona DREAM TEAM Mendrisiotto VALLI Anna – FAGETTI Vittoria – CALIGARI Stefano 315 112 427 Rorschach UFNAU 1 Ufnau PULVER Daniel – PETER Betty – FRÖHLICH Antoinette 330 96 426 Rorschach THURGAU 1 Thurgau WELLAUER Ruedi – SCHWEIZER Reto – SAXER Alfred 300 112 412 Thun THUNERSEE 2 Thunersee WILLENER Peter – BAUMANN Markus – HODEL Martin 270 140 410 Rorschach GRAUBÜNDEN 1 Graubünden HUNGER Hans-Jakob – GADIENT Regina – RENZ Jules 330 80 410 408 Rorschach ENGADIN 2 Engadin KELLER Jürg P. – DUCHÊNE Mario – CRAMERI Leo 300 108 Thun BERN MIXED Bern ADAM Beat – HOLLIGER ADAM Barbara – LANTHEMANN Daniel 315 92 407 Rivaz LES VIEUX BRISCARDS Vaud MARTIN Edmond – HAEBERLIN Walter – AEBERHARD Charles 285 112 397 Rivaz HAUT-LAC 1 Haut-Lac BUTTET Raphy – CRETTENAND Mickael – FELLAY Jacques 300 96 396 Würenlingen EICHREBE Limmattal Baden HUNZIKER Franco – BERNAUER Nelly – LIENBERGER Werner 300 96 396 Thun THUNERSEE 1 Thunersee BURKHALTER Konrad – BAUMANN Ursula – ZAHND Hans-Jörg 285 100 385 Würenlingen AARAU 1 Aarau KOLLBRUNNER Annelies – LAUBER Bettina – HIPPEN Maria 300 84 384 Würenlingen AARAU 3 Aarau KOLLBRUNNER Rudolf – MÜLLER Alfred – FUCHS Markus 300 84 384 X X Bellinzona SJK Bellinzona e Valli SPINELLI Karim – WEIBEL Jarno – MEIER Sara 285 92 377 X Bellinzona REA Bellinzona e Valli D’ALESSANDRI Elena – GIUDICI Anna – GUIDOTTI Reno 285 92 377 X Würenlingen FREIAMT 1 Freiämter Weinfreunde KUENG Markus – MEIER Peter – MEIER Erich 270 104 374 Würenlingen CHOLFIRST Cholfirst AMSTUTZ Hermann – BAUMER Hansruedi – KILCHMANN Ruedi 285 80 365 Bellinzona I TRE PERSI Mendrisiotto BIZZOZERO Giorgio – FOSSATI Antonio – CERBONI Orazio 270 92 362 Rorschach ENGADIN 3 Engadin BAUMGARTNER Peter – CALUORI Régine – THOM Regula 270 92 362 Rivaz HAUT-LAC 2 Haut-Lac CLERC Dominique – CARRON Louis Philippe – LOGEAN Marie-Claude 270 88 358 Rivaz HAUT-LAC 3 Haut-Lac GEX-COLLET Pierre – POT Sandra 240 116 356 Thun BIEL 2 Biel MÜLLER Dominique – MÜLLER Kurt – BECK Yves 240 116 356 Rorschach UFNAU 2 Ufnau HUG Christoph – WUHRMANN Jürg – KORNER Willy 285 68 353 Rorschach UFNAU 3 Ufnau WÜEST Fredy – MÄCHLER Adolf – SCHILLING Klaus 270 80 350 Würenlingen AARAU 2 Aarau SCHÄRER Margrit – PAVLOVIC Vladimir – GISLER Markus 285 64 349 Würenlingen FREIAMT 2 Freiämter Weinfreunde LEUTENEGGER Maureen – SPRENGER Otto – ZUEND Erwin 285 64 349 Thun BERN 1 Bern LIECHTI Peter – SOMMER Heinz – ANDREY Marcel 270 78 348 Rivaz PETCHOP Vaud MAIRE Jean-Claude – MAIRE Jacqueline – THÉVENAZ Berty 240 104 344 Thun ZOFINGEN 2 Zofingen REY Paul – PAINTENDRE Roland – SCHENK Marcel 255 88 343 Bellinzona THE SWISS BANKERS Mendrisiotto GAROBBIO Ivo – GUALTIERI Claudio – CADEI Fabio 210 132 342 Thun THUNERSEE 3 Thunersee LOCHER Ursula – MANI Marlies – SCHNEIDER Monika 210 132 342 Bellinzona LAX Bellinzona e Valli PEDRAZZETTI Luca – ZEHNDER Alberto – RIVOLA Massimo 225 92 317 Rivaz LES CARYAT IDES Vaud PERRIRAZ François – BRON Georgette – DANCE Cécile 240 72 312 Thun BIEL 1 Biel STAMPFLI Jean-Michel – STAMPFLI Christian – KAATZSCH Martin 255 56 311 Rorschach GRAUBÜND EN 2 Graubünden ZECH Harry – KÜHNE Fritz – DAVARAE Ursina 255 56 311 Rivaz LES RETARDATAIRES Vaud THÉVENAZ René – THÉVENAZ Michel – MÉGROZ Michel 180 116 296 Würenlingen ÜBERHÖCKLER Limmattal Baden LÜTHI Fredi – LÜTHI Lisbet – EGLOFF Sales 225 56 281 Ami du Vin 4/12 19 La vie de l’ANAV Selezioni regionali nella Svizzera tedesca, in Romandia e Ticino Coppa ANAV 2013: 15 squadre qualificate per la finale OS. Alla Coppa ANAV 2013 si erano iscritte complessivamente 49 squadre di 21 sezioni. Il 23 marzo esse si sono «battute» in cinque diverse località svizzere nell’ambito delle qualificazioni regionali per la partecipazione alla finale. 15 squadre di 12 sezioni hanno «staccato il biglietto» per la finale che avrà luogo il 8 giugno a Sion. Ecole Cantonale d’agriculture Châteauneuf Sei squadre ticinesi si sono misurate tra di loro a Bellinzona al «Centro Spazio Aperto» (organizzazione sezione Bellinzona et valli) e dieci squadre romande a Rivaz al Caveau des Vignerons (organizzazione sezione Vaud). Le rimanenti 33 squadre si sono presentate al via nella Svizzera tedesca, 11 a Würenlingen, Hotel gionali. Egli considera eccellente l’organizzazione da parte delle sezioni e particolarmente l’ambiente amicale durante i concorsi. Restaurant «Sternen» (organizzazione sezione Zurzibiet), 12 a Rorschach al Ristorante del Centro Stadthof (Weingilde Gallus), e 10 a Thun al Hotel Restaurant «Krone» (sezione Thunersee). ambiente amicale La commissione Coppa ANAV con il presidente Christophe Venetz sono molto soddisfatti del modo in cui si svolgono le selezioni re- Sabato 8 giugno e Domenica 9 giugno 2013 a Sion Finale Coppa anaV 2013 e assemblea dei delegati Sabato 8 giugno 2013 la finale della Coppa ANAV 2013 avrà luogo nei locali della scuola cantonale dell’agricoltura a Châteauneuf, Sion. Domenica 9 giugno l’Assemblea dei delegati 2013 avra luogo nel «Restaurant des îles» à Sion-ovest (uscita autostrada Sion ovest). Due squadre di Sciaffusa a Würenlingen con successo. Ufnau 1 – l’ambiente era molto amicale. 20 Ufnau 4 con successo a Rorschach. Ami du Vin 4/12 La vie de l’ANAV Regionalausscheidungen in der Deutschschweiz, in der Romandie und im Tessin Coupe ANAV 2013: 15 Teams für Finale qualifiziert OS. Insgesamt 49 Teams aus 21 Sektionen hatten sich für die Coupe ANAV 2013 eingeschrieben und «kämpften» am 23. März an fünf Orten im Rahmen der Regionalausscheidungen um die Teilnahme am Final. 15 Equipen aus 12 Sektionen holten sich das «Ticket». Der Final wird am 8. Juni in der Kant. Landwirtschaftlichen Schule Châteauneuf in Sion ausgetragen. Engadin 1 knackt Theorie-nüsse. Sechs Tessiner Teams massen sich im «Centro Spazio Aperto» in Bellinzona (Organisation Sektion Bellinzona e valli), und zehn Westschweizer Equipen «kämpften» im Caveau des Vignerons von Rivaz (Sektion Waadt). Die restlichen 33 «Mannschaften» gingen in der Deutschschweiz an den Start. Elf von ihnen im Hotel Restaurant «Sternen» in Würenlingen (Sektion Zurzibiet), zwölf im Restaurant des Tagungszentrums Stadthof in Rorschach (Weingilde Gallus) und zehn im Hotel Restaurant «Krone» in Thun (Sektion Thunersee). Freundschaftliche Stimmung Sehr zufrieden mit dem Ablauf der Regionalausscheidungen sind der Präsident und die Mitglieder der Coupe-ANAV-Kommission, die als «Inspektoren» und Berater an den verschiedenen Austragungsorten im Einsatz standen. Francesco Tettamanti in Bellinzona, François Murisier in Rivaz, Jean-Claude Hofstetter und Rudolf Wey in Würenlingen, Erich Müller in Rorschach und Kommissionspräsident Christophe Venetz in Thun. Sie würdigten insbesondere die tadellose Arbeit und den Einsatz der Sektionen, die sich für die Organisation zur Verfügung gestellt hatten und freuten sich insbesondere über die gute Stimmung, die überall herrschte: «Die Organisa- Ami du Vin 4/12 tion der einzelnen Wettbewerbe durch die Sektionen war tadellos, das Ambiente freundschaftlich und fröhlich!» Weinwissen und Degustation Im ersten, dem «theoretischen» Teil der Prüfung galt es, Fragen zu Rebbau, Rebsorten, Weingeografie und Vinifikation zu beanworten. Für jede Frage standen drei Antworten zur Auswahl. Im zweiten Teil waren degustative Fähigkeiten gefordert. Neun Weine mussten blind verkostet und jeweils Rebsorte, Herkunft sowie Jahrgang erkannt werden. Diese Aufgabe stellte selbst erfahrene Degustatoren vor echte Probleme, obwohl die Qualität und die Typizität der angestellten Gewächse sehr hoch waren. Team Pinot diskutiert über das Rot des Pinot noir. Team Rivaner schaffte erneut die Qualifikation. Samstag, 8. und Sonntag, 9. Juni 2013 in Sitten Final Coupe anaV 2013 und Delegiertenversammlung Das Finale der Coupe ANAV 2013 wird am Samstag, 8. Juni, in den Räumen der Kantonalen Landwirtschaftlichen Schule Châteauneuf in Sion durchgeführt. Am Sonntag, 9. Juni, findet im Restaurant les îles im westlichen Teil von Sitten, die Delegiertenversammlung statt (Autobahnausfahrt Sitten West). 21 La vie de l’ANAV Valais Excursion dans le sud de l’allemagne et le «pays de pinot noir schaffhousois» Du Kaiserstuhl à Schaffhouse Ce fut une escapade joyeuse, cordiale et conviviale que firent 14 amies et amis du vin, du 23 au 26 août 2012. – Dominique Favre rapporte: La joyeuse cohorte visite, le 23 août, la région du Kaiserstuhl, énorme rocher volcanique couvert de loess, entre le Rhin et la Forêt Noire, au nord ouest de Freiburg. On dit que le soleil brille ici jusqu’à 1280 heures par an. A Ihringen, village viticole le plus chaud d’Allemagne, nous sommes reçus chez Weingut Dr Heger, où une superbe dégustation de dix vins nous fait découvrir sylvaner, pinot blanc, riesling et pinot gris. Nous avons très apprécié le Ruländer Beerenauslese (pinot gris) que les participants ont désigné comme vin de «table de nuit», avec des notes de fraise, de caramel et de cacao. Mais le «clou» de la dégustation restera les Spätburgunder (pinot noir) avec des passages en barriques de 12 à 18 mois, puissants et concentrés, avec des arômes de framboise, de mûre et de torréfaction. Des vins de grand potentiel! Freiburg, ville médiévale, ses canaux, sa belle cathédrale gothique, son ambiance estudiantine et ses bicyclettes ensuite nous font découvrir un style de vie envié par beaucoup. au Château Staufenberg Le 24 août, nous nous dirigeons vers Durbach-Ortenau et sommes accueillis au Château Staufenberg, magnifiquement situé sur une colline d’où nous jouissons d’un panorama unique sur les vignobles et le paysage rhénans. Il fut construit au 11ème siècle par les Zähringer et appartient, depuis 900 ans, à la famille des comtes de Baden. Une dégustation itinérante, originale et inédite dans les vignes, nous attend, commentée par un «wineguide» retraité, dont la compétence nous surprend. La culture du vin et la tradition sont omniprésentes dans ce Le Château Staufenberg fut construit au 11ème siècle par les Zähringer. domaine familial qui présente une gamme «Fidelitas» dont la devise prône: fidélité et vérité. Le cépage roi du domaine est le riesling, vin vif, sec et minéral dégageant des arômes de citron vert, d’abricot et de pomme, à l’acidité marquée. Une belle visite conduite de manière professionnelle et des vins prometteurs! Visite du vignoble sous le Château Staufenberg. 22 Vue du Château Staufenberg sur la vallée viticole Durbach-Ortenau. Ami du Vin 4/12 La vie de l’ANAV Le joyeux groupe devant les chutes du Rhin. Dans la Forêt noire Nous faisons une halte bienfaisante au romantique Titisee, niché au milieu des beaux épicéas de la Forêt Noire avant de rejoindre notre hôtel paradisiaque au bord du Schluchsee. Un merveilleux moment de relaxation et de plaisirs gastronomiques! Merci de tout cœur à notre ami P. Melly pour ce choix judicieux. au Congrès anaV à Schaffhouse Nous rejoignons, le 25 août, le Congrès ANAV à Schaffhouse durant la journée de laquelle se succèdent visite animée de la vieille ville, assemblée des délégués, repas campagnard au Munot, dégustation de plus de 200 vins de 25 producteurs et dîner festif au Park Casino. Lors de l’apéritif, nous fêtons notre secrétaire Ida, qui reçoit pour ses dix ans de comité, un diplôme d’honneur, remis par le président central. Une distinction méritée tant la disponibilité et la gentillesse de notre secrétaire sont saluées! Tout est organisé de manière parfaite et les amies et amis du Ami du Vin 4/12 vin du Valais garderont un lumineux souvenir du congrès de Schaffhouse. Les vins dégustés étaient de qualité spécialement les pinots noirs aux couleurs rubis, aux bouquets de baies de cassis, aux tanins bien présents et les rieslings-sylvaner (Müller-Thurgau), fruités et musqués. – Rappelons que le pinot noir représente plus du 70 pour cent de la production des vins de Schaffhouse et fait l’objet de nombreuses distinctions depuis plusieurs années. Dans le Klettgau Après avoir flâné aux abords des chutes du Rhin, le 26 août au matin, le joyeux groupe, très en verve après la soirée schaffhousoise, visite le Klettgau, vallée calcaire très ensoleillée et riche de près de 200 hectares, le plus grand ensemble de vignes de Suisse alémanique. Nous prenons un apéritif en plein air, au milieu du vignoble et rejoignons la cave familiale Schlatter à Hallau pour une riche dégustation de la gamme «Terra Florales»: riesling-sylvaner, pinot blanc, pinot gris, pinot noir et regent. L’excellent et puissant «Pinokrat», élevé en barrique, venant de ceps âgés de 40 ans et l’aromatique et fin «Krios», issu de gewürztraminer flétri, ont particulièrement flatté nos palais, avides de découvertes. L’amicale compagnie rejoint le Valais après quatre jours de plaisirs gustatifs et de cordiales rencontres, consciente d’un accueil chaleureux, que ce soit dans une vaste région viticole de 17’000 hectares comme le Bade allemand ou une petite zone viticole de 500 hectares comme le pays de Schaffhouse. Programme 2013 20 janvier: La Bourgogne revisitée 16 avril: Le merlot à travers la Suisse 08 juin: Finale suisse de la Coupe ANAV- Sion 09 juin: Assemblée suisse des délégués ANAV- Sion 28 août – 1er septembre: Voyage en Languedoc-Roussillon 02 novembre: Assemblée général (Repas de chasse) Lors de l’apéro du Congrès anaV au Munot à Schaffhouse nous fêtons notre secrétaire Ida (à droite), qui reçoit pour ses dix ans de comité un diplôme d’honneur. 23 La vie de l’ANAV Haut Lac Découvertes oeno- et gastrophiles entre Santenay et nuits-St-Georges Week-end en Bourgogne 73 amies et amis du vin de la section Haut Lac ont découvert du 3 au 4 novembre les spécialités des caves et de la cuisine de la Bourgogne. – Sandra Pot, Secrétaire Anav Haut-Lac, rapporte: Samedi 3 novembre 06 h du matin départ prévu pour la Bourgogne. Départ retardé à 06 h 30 pour cause de panne d’oreiller chez notre ami Joël!! L’apéro lui coûtera cher … Petit soucis avec des désistements inhabituels de dernière minute mais finalement 73 personnes prennent enfin la route de ce week-end qui s’annonce avec du soleil. Direction Genève, Nantua, Dijon. Petit arrêt déjeuner à 8 h 30 sur une aire d’autoroute, au calme et au soleil déjà. Cafés et croissants pour tout le monde. Initiative bien sympathique avec une température clémente. On reprend la route et vers 9 h 30 Dominique, Jacqueline et Sandra s’occupent de la distribution du premier apéritif: un fendant accueilli avec le sourire de tous nos participants. Petits feuilletés en plus offert par Jacqueline notre nouvelle membre du comité. a la cave Prosper Maufoux Nous arrivons à 11 h à Santenay à la cave Prosper Maufoux pour une dégustation. Cette cave fondée en 1860 est réputée pour ses vins blancs. Spécialisée Côtes de Beaune et Côtes de nuits. Nous dégustons en blancs: Bourgogne Chardonnay «Elégance» 2010, Santenay «Comme Dessus» 2007 et Saint Aubin 1er Cru 2009. En rouges on nous présente: Bourgogne Hautes Côtes de Beaune 2010, Santenay 2009, Santenay 1er Cru «les Gravières» 2008 et Gevrey-Chambertin 1er cru «Petite chapelle» 2010. A 13 h nous rejoignons le restaurant «L’Ouillette» pour le repas. Filet de Bar, crème d’avocat et sauce sésame. Civet de chevreuil, semoule, confit de poireaux. Plateau de fromages Mousse abricot et biscuit aux noix. Accompagné de vin Santenay blanc et rouge. Café et mignardises. 16 h 30 arrivée à Beaune à l’Hôtel Henri II et prise des chambres. Temps libre. 20 h 30 repas à l’Hôtel. Le menu qui nous attend est celui-ci: Pressé de Paleron aux condiments et Magrets fumés, verdure du marché. Filet mignon de Porc, sauce Cassis, pommes de terres aux senteurs de fumée Crème brûlée. Vin en accompagnement, Beaune du Château 1er cru en blanc et rouge. Une soirée qui s’est terminée au bar pour un grand nombre de nos membres. au Château de Meursault Dimanche 4 novembre après un petit déjeuner copieux nous voilà repartis à 9 h 30 pour une dégustation à Meursault. Arrivée au Château de Meursault où l’on ne nous attendait pas … Eh oui ils nous avaient oubliés. Petites sueurs de quelques minutes pour notre Président Jean-Maurice en attendant que quelqu’un arrive pour «sauver» notre matinée. En route dans les fonds du château et ses caves: L’origine du Château date de 1032 et au début du 19ème siècle celui-ci a été agrandi et le développement du Domaine viticole fût considérable. 60 hectares, 50 pour cent de blancs et 50 pour cent de rouges. Le domaine comporte les communes de PulignyMontrachet, Meursault, Volnay, Pommard, Beaune, Savigny les Beaune, Aloxe-Corton et à Corton en Grand Crus Blancs et en rouges. Appellation régionale de base, blanc chardonnay et rouge pinot noir. Appellation village, 1er Cru et Grand Cru. 33 Grand crus en Bourgogne. 300’000 bouteilles par an. 800’000 bouteilles sont entreposées dans les caves ainsi que 2’000 fûts. Nous avons dégusté: Beaune Blanc 2011, Meursault du Château 2006 et Château Meursault 1er Cru 2008, pour les blancs, pour terminer avec deux rouges, le Pommard «les petits Noizons» 2008 et le Beaune 1er Cru 2002. «Coup de l’étrier» à nuits-St-Georges Départ de la cave à midi pour se rendre à Nuits-St-Georges au restaurant «L’Alambic» pour le dîner. Au menu: Aspic d’écrevisses et pousses de salade et sa vinaigrette printanière. Filet de Canard, tomates-cerises, polenta au cassis. Assiette de fromages. Glace au lait Fermier et sa soupe de Fruits rouges. Cafés. Vin blanc Marsannay 2011 de la cave Huguennot et vin rouge Nuits-St-Georges 2010 Domaine François Legros. 16 h 15 tout le monde s’installe à sa place dans le car et nous prenons la direction de la Suisse par Vallorbe. Le retour fût arrosé autant à l’extérieur, car la pluie était apparue, qu’à l’intérieur … notre petite équipe savourant quelques derniers petits verres tout en créant la bonne humeur. – 20 h 45 arrivée sur Monthey, tous satisfaits de notre charmant petit week-end. Vignes à nuits-St-Georges. 24 Ami du Vin 4/12 La vie de l’ANAV Vaud a la salle des spectacles au Casino de Montbenon à Lausanne Assemblée générale et Frairie Voilà déjà une année de passée et nous sommes au jour J de l’assemblée générale et de la frairie automnale ce samedi 27 octobre. Cette année nous avons choisi pour ces manifestations de se rendre à Lausanne au Casino de Montbenon à la salle des spectacles. – Gilberte Feusi-Pittet rapporte: A 9 h 45 précise le président Constant Jomini entouré des membres du comité, remercie M. Marc Vuilleumier municipal de la Ville de Lausanne de sa présence, ainsi que les membres présents environ une centaine de personnes. – Constant demande une minute de silence pour les membres décédés cette année, souhaite la bienvenue aux nouveau membres ils sont une dizaine environ. Il relate les manifestations de l’année 2012, et est très content de la participation des membres. Il y a quatre membres ayant 10 ans de sociétariat recevant le Pinz d’argent et sept membres pour 25 ans de sociétariat recevant le Pinz d’or. La caisse se porte bien, notre trésorier Alain est heureux. Nous voici à la position 7 de l’ordre du jour: élection d’un membre du comité, en effet après 10 ans de comité Gilberte désire se retirer de cette fonction, nous attendons une réponse d’une personne pour la remplacer. Notre président d’honneur Hervé Detomasi à l’honneur de lui faire son éloge … elle en est toute bouleversée. – Il est remis 3 diplômes de la Charte de convivialité par la commission spéciale. Concours de dégustation Comme il n’y a pas eu de propositions individuelles nous passons directement au concours de Ami du Vin 4/12 dégustation pour l’obtention d’un grade, cette année: Millésimes de vins rouges, il faut trouver le cépage … A 11 h 30 environ, le Commandeur de Bourgeoisie, Jean-Daniel Dubois, fait son entrée suivi du Conseil de Bourgeoisie en grand apparat, pour les intronisations et la remise des grades. Ils sont environs 50 membres. Pourquoi aussi nombreux? Cela vient du changement des statuts. – Ensuite chacun se dirige vers la galerie pour l’apéritif offert par la Ville de Lausanne. Dîner superbe Pendant ce temps la brigade de M… prépare les tables pour les 83 convives inscrits pour la disnée, Gilberte a décoré les tables avec de petits paniers garnis de roses et de coloquintes de couleurs, chacun gagne sa place soit à la table Gamay ou Pinot Noir ou etc… Pour la 1ère entrée Laurence (œnologue) présente le vin: Riesling Sylvaner 2011 de Thomas Max Schmid à Schlattingen. Françoise (secrétaire) annonce: Terrine de lapin et son Chetney pommes-raisins, sauce à l’orange. Pour la 2ème entrée Constant (président) présente le vin: Clair de Nuit 2010 Blanc de Noir de la Cave des 13 Coteaux, Gilberte (chancelière) annonce: Filet de Féra, sur son nid de julienne à l’aneth et moutarde douce. Plat principal, Laurence présente le vin: Merlot 2009 d’Henri Cruchon à Echichens. Jean-Daniel (commandeur) annonce: Médaillon de chevreuil, et ses accompagnants. Pour le fromage Jean-Daniel présente le vin: Dézaley 2001 (médaille d’Or) de Dubois & Fils à Epesses. Alain (trésorier) annonce: duo de fromages avec pain aux noix. Pour le dessert: Laurence présente le vin: Mousseux mi-sec, méthode traditionnelle de Daniel Marendaz à Mathod. Jean-Claude (membre) présente le Trio de tentations. Il est 18 heures environ, quand chacun se dis au revoir, content de cette journée pleine d’amitié et de joie. Votre comité vous remercie de votre présence et vous souhaite ses meilleurs vœux pour 2013. Programme 2013 23 janvier: Concours pizza à Savuit / Lutry 26 mars: Dégustation chez Badoux à Aigle 21 mai: Initiation dégustation par notre Oenologue Laurence Keller 06 juillet: Accueil au caveau Maison du Vigneron à Epesses 31 août: Course 16 novembre: Assemblée générale et frairie d’automne au Château de la Sarraz Casino de Montbenon à Lausanne. 25 La vie de l’ANAV Biel und Umgebung Vielfältig, nah und beinahe unbekannt Degustation «Zürcher Weinland» Wenn man von Schweizerwein spricht, so kommt die Region Zürich eher wenig zu Wort, und deren Weine sind deshalb kaum bekannt. Um dies zu ändern, versammelten sich die Weinfreundinnen und Weinfreunde der Sektion Biel und Umgebung am 26. Oktober im Restaurant Bahnhöfli in Brügg. – Kurt Brunner berichtet in Wort und Bild: Das Zürcher Weinland erstreckt sich südlich von Schaffhausen bis nach Neftenbach. Gut ein Drittel der Reben des Kantons Zürichs wächst in diesem Gebiet. Die hauptsächlich angebauten Rebsorten sind Pinot Noir und Riesling – Sylvaner; es werden aber auch immer mehr Spezialitä- ten wie zum Beispiel Räuschling, Pinot gris oder Vidal Blanc angebaut. Wein und Poesie Der Anlass wurde vom Vorstandsmitglied Robert Stettler organisiert. Als Referent stellte sich Ernst Nohl, Vertreter des Referent Ernst nohl rezitierte zu jedem Wein ein Gedicht. Die degustierten Weine – Vidal Blanc 2010, Strasser Benken – Räuschling Uhwiesen 2011, Volg Weinkellerei, Winterthur – Riesling - Sylvaner 2011, Kilchsberger, Flaach – Pinot Gris 2010, Hertli, Flurlingen – Goldenberger Blauburgunder 2010, Schloss Goldenberg, Dorf – Himmelsleiterli Blauburgunder 2010, Landolt Weine, Zürich – Truttiker Blauburgunder 2008, Zahner, Truttikon – Der Besondere (Dornfelder, Regent, Blauburgunder) 2011, Saxer, Neftenbach – Cuvée (Blauburgunder, Cabernet, Malbec) 2010, Glesti, Stammheim – Symphonie Rouge (Blauburgunder, Zweigelt, Cab. Dorsa) 2010, Strasser, Uhwiesen – Würzer Benken 2011, Strasser, Benken – Essentia Riesling-Sylvaner 2009, Zahner Truttikon – «Oro Dolce» Riesling-Sylvaner 2010, Saxer Neftenbach 26 Vereins Weinland, zur Verfügung. Er stellte uns zuerst das Gebiet in einem interessanten Bildvortrag vor. Darauf präsentierte er auf seine ganz spezielle Art die Weine: Er gab nämlich zu jedem Gewächs immer ein passendes, lustiges Gedicht zum Besten, was sehr gut ankam. Weisse zur Fischsuppe Die Degustation wurde mit einem «Apérowein» eröffnet, einem Vidal Blanc. Anschliessend verkosteten wir drei Weissweine (Räuschling, Riesling-Sylvaner und Pinot gris). Dazu wurde eine feine Zürcher Fischsuppe serviert. Schon diese war für viele eine Überraschung und kam bei den Weinfreundinnen und Weinfreunden sehr gut an. Die Weissweine harmonierten damit bestens. Vor allem der Räuschling überzeugte durch seine präsente, elegante Säure und einem Abgang, der an Äpfel erinnert. Rote zum «Zürigschnätzlets» Darauf degustierten wir drei Rotweine, alles Pinot Noir, die leicht und gefällig daher kamen, mit einer erfrischenden Säurestruktur ausgestattet waren und sich mit eher kurzem Abgang verabschiedeten. Der Truttiker Pinot Noir hob sich in dieser Serie etwas ab, da er einen Ausbau im kleinen Holzfass- Ami du Vin 4/12 La vie de l’ANAV Programm 2013 22. Febuar Treberwurst, Weingut Schlössli, Ligerz Saucisson au marc, Weingut Schlössli, Ligerz 23. März Regionalausscheidung Coupe ANAV, Thun Eliminatoires régionales Coupe ANAV, Thoune 24. Mai Degustation Côtes du Rhône, Brügg Dégustation Côtes du Rhône, Brügg 8. – 9. Juni Final Coupe ANAV / Delegiertenversammlung, Wallis Finale Coupe ANAV / Assemblée des délégués, Valais 17. August Tagesausflug in die Bündner Herrschaft Excursion dans la Seigneurie grisonne 19. Oktober Degustation Weine aus Südamerika, Brügg Dégustation de vins de l’Amérique du Sud, Brügg 25. Januar 2014 Haupt Bott 2013 / Assemblée générale 2013 Degustation Waadtländer Weine, Brügg Dégustation de vins vaudois, Brügg Hatten hinter den Kulissen nur wenig Zeit zum Degustieren. anlässe / manifestations Twanner Weinstrasse: 07. – 08. September Läset-Sunntige, Erlach: 21. – 22. September / 28. – 29. September Ligerzer Läset-Sunntige: 28. – 29. September / 05. – 06. Oktober Trüelete Twann: 25. – 27. Oktober hinter sich hat. Er bringt dadurch leichte Vanille- und Röstaromen in die Nase, verfügt über feine Tannine und präsentiert sich füllig, mit einem warmen Abgang. – Die dritte Serie, alles Assemblagen mit Barriqueausbau, trat dadurch etwas gehaltvoller auf als die Vorgänger. Die Weine passten ausgezeichnet zum Essen – wie könnte es anders sein? – zu einem original «Zürigschnätzlets». Süsser ausklang Jetzt fehlte nur noch die Nachspeise: Drei Süssweine, ein Gewürztraminer und zwei RieslingSylvaner, waren die Begleiter zu einer Schokoladencrème mit Ap- Ami du Vin 4/12 felmusschaum. Hier setzte sich der «Oro dolce» ab, eine edle Trockenbeerenauslese, die es auf stattliche 150° Oechsle brachte und ihresgleichen sucht. Die Aromatik von Aprikosen und Honig und reifen Bananen passte gut zum Dessert. Nach so viel Weingenuss blieb noch Zeit für einen gemütlichen Schwatz und angeregter Diskussion. Zum Schluss sei dem Referenten Ernst Nohl und dem Wirte Ehepaar Jegerlehner für den gelungenen Abend herzlich gedankt! Der «ausflug» ins Zürcher Weinland bestätigte einmal mehr des Dichters Worte: «Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah!» 27 La vie de l’ANAV Bern Vereinsversammlung mit fordernder Blinddegustation Grosser Spass ungeachtet der Resultate Nach der Vereinsversammlung mit 42 Teilnehmenden folgte bei den Berner Weinfreunden die traditionelle Blinddegustation. Hier machten 59 Personen mit, aber niemandem gelang ein Glanzresultat. – Fritz Sahli war dabei und hat sich folgendes notiert: Mitgliederwerbung nötig Nach Bereinigung der Liste der zahlenden Mitglieder ist bei den Bern Weinfreunden noch ein Mitgliederbestand von 146 Personen zu vermelden. Deshalb ist es verständlich, dass die Präsidentin, Suzanne Hauswirth, erneut zur Mitgliederwerbung aufforderte. Dabei sei, wie sie betonte, immer darauf hinzuweisen, dass die Anlässe der Weinfreunde keine Verkaufsveranstaltungen sind. Für das Jahr 2012 kann gemeldet werden, dass die acht Anlässe (wenn man die VV und Blinddegustation separat betrachtet) doch recht gut besucht wurden: Insgesamt sind hier inklusive Reise ins Blauburgunderland nämlich rund 430 Teilnehmende zu zählen. Kassierin Pia Rhyn musste nach Jahren erstmals eine Vermögensverminderung bekanntgeben. Und auch fürs 2013 war ein Voranschlag zu genehmigen, der einen Ausgabenüberschuss vorsieht. Da die Kasse das aber auffangen kann, wurde (nochmals) auf eine Beitragserhöhung verzichtet. Immerhin wurden dem Vorstand aus der Versammlungsmitte zahlreiche Sparvorschläge mit auf den Weg gegeben. So soll z. B. die Korrespondenz vermehrt über E-Mail laufen. Deshalb wird um Mitteilung der entsprechenden Adressen an die Präsidentin gebeten. 28 Vorstand wiedergewählt Suzanne Hauswirth wird die Sektion Bern der Weinfreunde auch in den kommenden zwei Jahren präsidieren. Dazu wurden auch alle andern Vorstandmitglieder wiedergewählt: Alexander Koller (Vize), Pia Rhyn (Kassierin), Paul Hess (Sekretär) sowie Marianne Bätscher, Pierre Jeanneret, Christian Lauterburg und Matthias Rindisbacher. Am ANAV-Cup nehmen wieder zwei Berner Teams teil: Marcel Andrey, Peter Liechti und Heinz Sommer sowie Daniel Lanthemann mit Barbara und Beat Adam. Wenn diese Zeilen erscheinen, werden die regionalen Ausscheidungen des Wettbewerbs der Vergangenheit angehören und die hoffentlich guten Resultate bekannt sein. Reise in die Genfer Reben Auch auf die Anlässe des zweiten Halbjahres kann an dieser Stelle noch aufmerksam gemacht werden: Am 17./18. August ist eine zweitägige Reise in die Genfer Weingebiete geplant, am 19. September gibt es einen Weinabend zum Thema «La Mancha», und auf den 15. November wird zum Jahresabschluss-Abend eingeladen. Mit dem Dank an alle, die sich immer wieder für den Verein einsetzen, schloss die Präsidentin die Versammlung. Nicht ohne beson- ders Alexander Koller zu erwähnen, der mit seinen kunstvollen und treffenden Bildern immer wieder für eine wertvolle Illustration der Einladung sorgt. Blinddegustation: Grosse Punktverluste auch von Könnern Die Blinddegustation wurde von bewährten Degustatoren gewonnen. Aber auch sie mussten grosse Punkteverluste in Kauf nehmen. Bei möglichen 28 Zählern kamen die Besten, Peter Liechti, Belp, Heinz Sommer, Murten, und Christian Wyss, Laupen, gerade mal auf 18 Punkte. 17 erreichten Peter Kienle, Zollikofen, Suzanne Hauswirth, Bern, sowie Heidi Wyss, Laupen. 16 richtige Antworten gaben Susi Hofmann, Bremgarten, und Peter Studer, Kehrsatz. Mit 15 Zählern mussten sich Hans Hostettler, Belp, Suzanne-Cathrine Jost, Bern, Heinz Pfister, Bern, Fritz Sahli, Belp, sowie Eva Streit, Biberen, zufrieden geben. Zudem gehörten auch Jean-Jaques Jaquier und Bruno Zürcher, beide Bern, mit 14 Punkten zu jenen Teilnehmern, die über 50 Prozent der Antworten richtig hatten. Der Chef der Blinddegustation, Alexander Koller, stellte am Schluss fest, dass sich die Blindverkostung (ohne Absicht der Organisatoren) als schwieriger erwies als jene von 2012: Damals lag der Durchschnitt der richtigen Antworten bei 57 Prozent, dieses Jahr nur bei knapp 38. Es waren die Runden 2 und 3 (siehe nächsten Abschnitt «zu den Weinen»), die mit einer «Trefferquote» von nur 21 und 32 Prozent die schlechtesten Resultate brachten. «Wir nehmen die Kritik daran, dass Folgefragen mit Folgefehlern verbunden sind, ernst und werden uns bemühen, dies bei der nächsten Blinddegustation zu korrigieren», versprach Alexander Koller gegenüber dem Schreibenden. Was ihn freute, war der gleichbleibende Frauenanteil von 41 Prozent an dieser vereinsinternen Konkurrenz und der Umstand, dass die Teilnehmenden ungeachtet der Resultate grossen Spass an der Verkostung hatten. Zu den Weinen Zur Blinddegustation wurden zwölf Gewächse (Durchschnittspreis CHF 14.35) serviert. Den feinen Teller mit einem Stück Kalbsbraten aus der Hotel Bern-Küche begleitete ausserdem der Barbera d’Asti «I tre Verscovi», DOCG, 2009, 13,5 Prozent vol., aus dem Wyhus Belp. In der ersten Rund der Degustation galt es, den Neuenburger Chasselas (Château d’Auvernier, 2012, 11,5 Prozent / Lieferant Coop Bern), den Genfer Aligoté de Peissy (Les Perrières, 2010, 13 Prozent / Wyhus Belp) sowie den Schaffhauser Rieling-Sylvaner (2011, 11,5 Prozent, Weinbau Ruch / Cultivino Liebefeld) zu erkennen. Trotz Zusatzfragen war das die leichteste Runde. Bei der zweiten gab es erhebliche Erschwernisse: Die drei total unterschiedlichen Provenienzen sorgten mindestens punkto Herkunft und Anbaugebieten für einiges Kopfzerbrechen, da hier nicht sehr bekannt ist, dass die Malvasia auch bei Parma reift und dass man im Pays d’Oc zunehmend Vermentino anbaut, der im Bereich der Provence «Rolle» genannt wird: Vermentino Les Yeuses (2011, 13 Prozent, Dardé in Mèze / Vin doc Rombach); Malvasia Monte delle Vignie, Poem (2011, 13 Prozent, Taro Collecchio bei Parma / Wyhus Belp) und Riesling (2010, 11,5 Prozent, Schloss Johannisberg, Rheingau / Wyhus Belp). Auch die dritte Serie mit drei kräftigen Pinot Noir-Weinen mit Ami du Vin 4/12 La vie de l’ANAV unterschiedlichem Jahrgang und Ausbau erwies sich als schwierig: Der Walliser Hurlevent (2011, 13,9 Prozent, Favre Sion / Coop Bern), war wohl als einziger sofort richtig zu erfassen. Mehr Mühe bereitete die Zuteilung des Vully Vieux Moulin (2011, 13,2 Prozent / Derron Môtier) und die Pinot-Spätlese aus dem Blauburgunderland (2010, 13,5 Prozent / Lindenhof AG Osterfingen). Ebenso die 4. Runde gab zu denken, wurde aber nicht als so schwer wie die Unterscheidung der drei gleichsortigen Schweizer Weine aufgefasst. Immerhin standen aber bei den vorgegebenen Ländern je drei Sorten zur Auswahl, die unter den Teilnehmenden nicht an allen Tischen eine grosse Einigkeit brachte. Zu bestimmen gab es den nachhaltige Malbec Septima (2011, 14 Prozent, Septima Argentinien / Coop Bern) und den mit einem Preis von CHF 6.65 billigsten Wein des Abends, den Barbera Amarato, Piemont (2011, 13 Prozent, Borgovecchio Chiasso / Coop), sowie den vorzüglichen Tempranillo La Legua (2010, 13,5 Prozent, La Legua Cigales / Schwander Zürich). Spannender Weingenuss! Wem es diesmal nicht zu einem vorderen Rang reichte, der hatte immerhin das Vergnügen gute Weine zu verkosten. Und es bleibt ja nun wieder fast ein Jahr, um sich auf die nächste spannende Blinddegustation vorzubereiten. – Besten Dank an Alexander Koller und Marianne Bätscher sowie ihren Helfern für die Vorbereitung und Durchführung des trotz hohem Schwierigkeitsgrad interessanten Abends! Ami du Vin 4/12 Thunersee Degustation im Hotel Freienhof in Thun Entdeckungen aus Südwest- und Südfrankreich Rund 30 Weinfreundinnen und Weinfreunde konnte Präsident Konrad Burkhalter am 16. November 2012 zur Degustation im Hotel Freienhof in Thun begrüssen. Unter dem Motto «Entdeckungsreise durch Südfrankreich» wurden den Teilnehmern Landschaft, Weinbaugebiete und die Vielfalt an Weinen dieser Region nähergebracht. Viele der degustierten Weine waren wahrlich eine Entdeckung und alle haben durch ihre hohe Qualität und ihr ausgezeichnetes Preis- / Leistungsverhältnis überzeugt. – Christoph Mutti berichtet: werden unter anderem aus Syrah, Grenache, Mourvèdre, Cinsault, Carignan und Merlot gekeltert, die Weissweine unter anderem aus Trauben der Rebsorten Chardonnay, Viognier und Sauvignon Blanc verwendet. Vor allem aber betonte der Referent, dass in den letzten Jahren die Qualität im ehemals weltweit grössten Tafelweingebiet enorm gesteigert worden ist und diese Region heute ausgezeichnete Weine hervorbringt. Diese Aussage konnten die Weinfreunde aufgrund der nachfolgenden Degustation bestätigen. Kann diese Entwicklung noch fortgeführt werden und gelingen noch weitere Qualitätssteigerungen, muss ein Vergleich mit Weinen aus dem Bordeaux nicht gescheut werden. Mit der Entwicklung weg von der Mengenproduktion hin zu Qualitätsweinen gingen auch die Schaffung von Qualitätsstufen, der einheitliche Auftritt und die Einführung des AOC Languedoc im Jahr 2007 einher. Das an der Ostseite der Pyrenäen gelegene Weinbaugebiet Roussillon weist das sonnenreichste Klima Frankreichs auf und ist bekannt für trockene Weine. Im Süden, in der Provence, ist der Anteil der Rosés sehr bedeutend. Der kompetente Referent, Präsident Konrad Burkhalter. In einem ersten Teil wurden die Weinfreunde mit einer Bild- und Textpräsentation ins Thema eingestimmt, welche Konrad Burkhalter eigens für diesen Abend vorbereitet hatte. Auf sehr informative und kurzweilige Weise wurden die Karten und stichwortartigen Kurztexte kommentiert und die Weinbaugebiete Languedoc, Roussillon, Pays d’Oc, SudOuest und Provence vorgestellt. Kaum jeder Teilnehmer war sich vorher bewusst gewesen, dass al- lein die Rebfläche des Languedoc mit rund 250’000 Hektaren grösser ist als die Weinanbaugebiete Australiens. Grosse Vielfalt Das warme, mediterrane und regenarme Klima sowie die sehr verschiedenartigen Böden, wie Sand, Kalk oder Schiefer tragen zu einer grossen Vielfalt an Weinen dieser Region bei. Breit ist der Rebsortenspiegel: die Rotweine (rund 87 Prozent der Produktion) Pays d’Oc IGP? Das Pays d’Oc wird mit seinen Landweinen unter der Bezeichnung Vin de Pays d’Oc in Verbindung gebracht. Nach neuer Gesetzgebung wird die Herkunftsbezeichnung Vin de Pays nun durch die Kategorienbezeichnung IGP-Wein ersetzt (Indication Géographique Protegée – Weine mit geschützter geographischer Herkunft). Die Bezeichnung Vin de Pays wird aufgrund der neuen Bestimmungen der EU-Weinmarktordnung nur noch bis 2014 erlaubt sein. 29 La vie de l’ANAV neten Puig Oriol AOC Collioure, einer Assemblage aus Grenache, Syrah und Carignan, waren leicht pfeffrige Noten auszumachen. Der Vent d’Est 2008 mit einem hohen Anteil Syrah hinterliess bei den Weinfreunden eigenartige Geruchsund Geschmackseindrücke. Die degustierten Weine. In dem vom Bordeaux beeinflussten Weinbaugebiet Sud-Ouest, zu welchem unter anderem das Bergerac, die Dordogne und die Gascogne gehören, sind ebenfalls sehr grosse Anstrengungen zur Verbesserung der Qualität unternommen worden. Der Aufwand hat sich gelohnt: Das Preis-Leistungsverhältnis darf ohne Übertreibung als hervorragend be-zeichnet werden, und für Weinfreunde gibt es in dieser Region besonders viele Trouvaillen zu entdecken. Weisse Überraschungen aus dem Sud-Ouest Nach dieser professionellen Einführung und der Hervorhebung der hohen Qualität waren die Teilnehmer natürlich sehr gespannt auf die nachfolgende Degustation. Enttäuscht wurden sie nicht: Bereits der Apérowein, ein reinsortiger Sauvignon Blanc Pays d’Oc IGP sorgte für einen gelungenen Auftakt. Ebenfalls auf grosse Zustimmung bei den Weinfreunden stiessen der Château La Rayre aus dem Bergerac und der Domaine de Miselle Blanc aus der Gascogne. Beide Weissweine sind prämiert worden und weisen ein gutes Preis- / Leistungsverhältnis auf – für viele Degustationsteilnehmer waren diese beiden Vertreter des Sud-Ouest wahre Entdeckungen! Rote von West bis Ost Weiter ging es mit einer Serie Rotweine. Besondere Erwähnung 30 verdient der La négrette AOC aus Fronton (Sud-Ouest), welcher zu 100 Prozent aus der gleichnamigen Traubensorte gekeltert worden ist. Es gibt nur eine geringe Produktion und Weine aus Négrette-Trauben sind deshalb Raritäten. Favorit dieser Serie war aber der Entre nous selon Valensac IGP Pays d’Oc, welcher durch seine besondere Aromatik begeisterte. In der nächsten Folge wurde ein Clos Victoire, eine Assemblage aus Syrah und Cabernet Sauvig- non, aus den Côteaux d’Aix-enProvence ausgeschenkt. Dieser elegante und kräftige Tropfen zeigt, dass die Provence neben Rosés auch überzeugende Rotweine hervorbringt. Würzige noten in nase und Gaumen Konrad Burkhalter wusste bei jedem Wein in kurzen und prägnanten Worten auf Besonderheiten hinzuweisen und stellte uns die nächsten Serien vor. Beim ausgezeich- Die degustierten Weine: – Domaine de Valensac 2010 IGP, Pays d’Oc – Château La Rayre 2011, Bergerac AOC – Domaine de Miselle 2011 IGP, Côtes de Gascogne – La négrette de Bouissel 2009 AOC, Fronton (Sud-Ouest) – Entre nous selon Valensac 2011, Petit Verdot, IGP, Pays d’Oc – AOC Minervois, Cuvée Michel 2010 (Languedoc-Roussillon) – Clos Victoire 2008, AOC Côteaux d’Aix-en-Provence – Château Grand Moulin Terres rouges 2007, AOC Corbières (Languedoc) – L’azerolle vieilles vignes 2009, AOC Minervois (Languedoc-Roussillon) – AOC Collioure Puig Oriol 2008 (Languedoc-Roussillon) – Vent d’Est Domaine de Cabrol, AOC Cabardès 2008 (Sud-Ouest) – Mas Gabinèle Rarissime 2010, AOC Faugères (Languedoc) – AVARUS 2008, AOC Muscat de Frontignan (Languedoc) – Domaine Cloche Dalbo, Carthagène des Terres 2008, Laure-Minervois (Languedoc-Roussillon) Kräftige Gewächse zum Hauptgang Zum servierten Hauptgang, einem Rindsragout nach Burgunder Art mit Bratkartoffeln und Ratatouille, schmeckte der Vent d’Est aus dem Anbaugebiet Cabardès hervorragend und war ein guter Essensbegleiter. Viel Freude machte zudem der im Barrique ausgebaute und mehrfach ausgezeichnete Mas Gabinèle Rarissime 2010 (mit 90 Prozent Syrah-Anteil) aus dem Faugères, einem der nobelsten Subregionen des Languedoc, welcher bereits heute ein grosser Genuss ist, aber noch weiteres Potential hat. Edelsüsser ausklang Zum Abschluss dieser abwechslungsreichen Degustation wurden zwei Süssweine zur hausgemachten Apfeltarte mit Vanilleglace gereicht. Der aus Muscat à petits grains gekelterte Avarus gilt als einer der qualitativ besten Süssweine des Languedoc. Krönender Abschluss dieser Entdeckungsreise durch die Weinwelt Südfrankreichs war der rote Dessertwein Laure-Minervois. Konrad Burkhalter hat es verstanden, durch eine ebenso abwechslungsreiche wie sorgfältige Auswahl und eine kurzweilige Präsentation die Faszination der Weinregion Südfrankreich und das Qualitätsbewusstsein der Winzer auf überzeugende Art vorzustellen. Dafür wurde er mit einem lang anhaltenden Applaus der Weinfreunde belohnt. Ami du Vin 4/12 La vie de l’ANAV Gstaad-Saanenland doch eigentlich mehr an Weinen wie dem Friulano, der Ribolla Gialla oder dem roten Refosco. Degustation im Ristorante La Vinoteca, Schönried «Weine und Gerichte aus dem Friaul» Eine interessierte Schar von Weinfeundinnen und Weinfreunden fand sich am 8. Dezember 2012 im Ristorante La Vinoteca, Schönried, ein, um in die Reben, den Wein und die bewegte Geschichte des Friaul entführt zu werden. Vorgestellt wurden die Gegend und die Weine von Robert Princic, Azienda Gradis’ciutta. Assistiert wurde der Winzer aus San Floriano del Collio von Martin Riedi, Vinoteca Martino. – Hans Liechti berichtet: Obwohl Friaul zu den fünf kleinsten Provinzen Italiens gehört überrascht sie uns mit sehr vielfältigen kulturellen, sprachlichen und kulinarischen Eindrücken. Die Küche der Region ist so vielfältig wie ihre Mentalitäten. Als Grenzgebiet unterlag das Land im Laufe des Jahrhunderte dem Einfluss wechselnder Mächte, wurde von den verschiedensten Völkern erobert und besiedelt. Das hat das Wesen der Menschen stark geprägt. Als konservativ, ängstlich und verschlossen werden sie beschrieben. Und tatsächlich sind die Friauler bei der ersten Begegnung nicht besonders herzlich. Zurückhaltend und skeptisch sind die meisten Winzer anfangs und tauen erst während eines Gesprächs allmählich auf. «Die Menschen hier hassen Veränderungen», sagt der Weinbauer. Vielleicht hängen sie deswegen so an ihrenTraditionen, halten an Altem fest und sind scheu gegenüber Fremden. Auch Sprachen und Bräuche wechseln innerhalb von wenigen Kilometern. Während der Einfluss des Venetischen in der Provinz Pordenone noch stark zu spüren ist, sprechen die Udinesi tiefstes Friaulisch, und Slowenisch hört man umso häufiger, je weiter man nach Osten kommt. Ami du Vin 4/12 Dass sich nicht alle in der Region als Friauler sehen, erfährt man erst vor Ort. Die Bewohner der Provinz Pordenone gehören eigentlich mehr zum Veneto und die aus Gorizia und Triest sind auch keine Friauler. Tatsächlich kommt den Flüssen, welche die Region in nordsüdlicher Richtung zerschneiden, die Bedeutung natürlicher Grenzen zu. Egal ob Tagliamento, Isonzo oder Judrio: Jedes Gewässer trennte in der Vergangenheit ganze Völkergruppen und stelllt auch heute noch eine kulturelle Barriere dar. Es gibt hier viel zu entdecken. Vom Pinot Grigio dominiert Im Friaul ist momentan einiges in Bewegung. Gerade bei den Weissweinen gibt es Veränderungen, die das künftige Bild der Region prägen werden. Trotz der Vielfalt seiner Rebsorten ist das Friaul im Ausland vor allem für Pinot Grigio bekannt, der mit knapp 4’500 Hektar ein gutes Viertel der gesamten Anbaufläche einnimmt. Viele Winzer verbinden mit ihm jedoch eine Hassliebe. Einerseits brauchen sie ihn, insbesondere diejenigen, die einen hohen Exportanteil haben. Anderseits sind sie es leid, auf diese Sorte reduziert zu werden, hängt ihr Herzbut Die roten Hauptsorten: Merlot und Cabernet In den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts haben die Winzer im Friaul begonnen, auf die internationalen Sortenweine zu setzen. Damals gab es noch keinen Wein aus Argentinien, Chile, Südafrika oder Australien in Europa. Und daher auch keine grosse Preiskonkurrenz. Erst in den 80er- und 90er-Jahren begannen die Absatzprobleme mit Merlot und Cabernet. Die Friauler Produzenten haben zu spät gemerkt, dass sie sich stärker für die autochthonen Rebsorten hätten einsetzen müssen. Die internationalen Sorten sind hier so stark etabliert, dass es schwierig wird, etwas daran zu ändern. Der Friauler Pinot Grigio muss sich zusätzlich noch mit dem des benachbarten Veneto und dem des Trentino messen. Beide kommen in den meisten Fällen günstiger auf den Markt, da sie in grösseren Mengen pro- duziert werden. Trotz allem steht Pinot Grigio noch relativ gut da. Die Nachfrage in Deutschland und den USA scheint ungebrochen. Gradis’ciutta Das Weingut Gradis’ciutta ist ein Familienbetrieb. Ziel ist es, an Hanglagen typische Weine zu produzieren, die sich durch grosse Eleganz und Harmonie auszeichnen. Weine die auf ehrliche Weise die Eigenheiten des Landes wiedergeben, in dem sie gedeihen und die seine Natur unverfälscht umsetzen. Produziert werden in verschiedenen Lagen des Collio auf einer Rebfläche von 17 Hektar jährlich rund 60’000 Flaschen. Kulinarische Vielfalt Mit ausgezeichnetem Fachwissen leitete Robert Princic die Degustation. Da wir normalerweise immer die Speisen der Region zusammen mit den passenden Weinen servieren, hatten wir an diesem Degustationsabend insgesamt acht Gänge mit vielfältigsten Speisen wie Stuzzichini (Häppchen) Frittata del Collio, Kredenzt wurden – Sinefis Ribolla Brut, Spumante, Princic und Cetrtic, Collio / Italien und Brda (Slowenien) italienisch / slowenische Koproduktion aus Collio und dem Brda; Qualitäts Schaumwein Brut, metodo classico, 2 Jahre auf Hefe, 100 Prozent Ribolla Gialla. – Collio Ribolla Gialla DOC, 2011, Azienda Gradis’ciutta, San Floriano di Collio Pinot Grigio DOC, 2011, Azienda Gradis’ciutta – Collio Sauvignon DOC, 2011, Azienda Gradis’ciutta – Collio Cabernet Franc DOC, 2010, Azienda Gradis’ciutta – Collio Rosso Riserva DOC, 2006, Azienda Gradis’ciutta – Collio Rosso Riserva DOC, 2007, Azienda Gradis’ciutta – Rebus, Bianco Passito I.G.T. 2007, Robert Princic, San Floriano di Collio, Gorizia – Grappa dello Zio, 2011, Robert Princic, wieder eine slowenisch / Italienische Gemeinschaftsproduktion 31 La vie de l’ANAV Prosciutto d’Osvaldo e salame di Dorce, Carpaccio die cervo (Hirsch) con rucola, Ravioli di zucca (Kürbis) con il suo ragout e gambero, Cotechino in crosta di pane (Kochwurst aus Schweinefleisch im Teig), Stinco di vitello (Kalbshackse) con polenta e verza con porcini (Wirsing / Kohl), Formaggi Friulani, Gubana di Gorizia (Gebäck mit Früchten, Rosinen, Nüssen und etwas Grappa), Caffé e biscottini. Die meisten Spezialitäten wurden aus dem Friaul direkt importiert, insbesondere der Schinken sowie das Gebäck (Gubana) und natürlich auch der Grappa dello Zio, welcher bei einer Degustation von italienischen Weinen bei den Weinfreunden nicht mehr fehlen darf. Zu jedem einzelnen Gang wurde der passende Wein serviert. Die rustikale, heimelige, aber auch sehr romantische Atmosphäre trug viel zum guten Gelingen des Abends bei, der den Weinfreunden einmal mehr sehr viele kulinarische Höhepunkte bot. Hiermit sei Herrn und Frau Riedi, dem Winzer und dem Servicepersonal sowie der Kücheherzlich gedankt! Ambassadoren Solothurn Erste Verkostung in der neuen «Heimat, dem Zunfthaus zu Wirthen Degustation «Vulkanweine» Unser Mitglied Sylvia Lüdi lud die Ambassardoren Weinfreunde am 19. Oktober 2012 zu einer spannenden Degustation ein. Zur Verkostung standen «Vulkanweine». Die Kannenmeisterinnen hatten an diesem Freitagabend alle Hände voll zu tun, damit keine Kehle trocken blieb. Stattliche 85 Mitglieder und Gäste fanden den Weg in das Zunfthaus zu Wirthen. Nach der Schliessung des Hotels Krone war dies übrigens die erste Degustation in unserer neuen «Heimat». Urs Goetschi sass auf dem Vulkan und degustierte mit. – Sylvia Gisiger berichtet: Manche Degustationsteilnehmer hatten sich im Vorfeld bestimmt Gedanken gemacht, wo auf dieser Erde Weine an bzw. auf Vulkanen wachsen. Den «Eyjafjallajökull» auf Island konnte man getrost schon mal ausklammern. Dies stellte auch Sylvia Lüdi einleitend fest und erntete für das fehlerfreie Aussprechen des Namens dieses isländischen Vulkans einen ersten spontanen Applaus! Vulkane bergen gewisse Risiken – hatte doch schon der Vesuv Pom- 32 peji vernichtet. Ob dies bei den Weinen auch so ist, sollten wir nach unserer «Exkursion» in Anbaugebiete nördlich der Alpen und des Mittelmeerraums sowie auf eine Kanarische Insel wissen. Steiermark Mit einem Vulkan-Ausbruch im wahrsten Sinn des Wortes eröffnete unsere Referentin den munteren Reigen. Sie präsentierte weitgehend Weine aus autochthonen Rebsorten. Den Anfang machte Programm 2013 / 14 Samstag, 16. März; Frankreich, Burgunder, Hauptversammlung, Hotel Le Grand Chalet, Restaurant Le Grand Cru Sonntag, 9. Juni: Delegiertenversammlung Schweizerische Vereinigung der Weinfreunde, Sierre / Wallis Samstag, 29. Juni: Italien, Toskana, Brunello di Montalcino, Stamm / Degustation, Palace Hotel Gstaad Samstag, 21. September: Soiree «Wine & Dine», Pinot Noir autour du monde, Feines aus Küche und Keller, Roberth Speth, Restaurant Chesery Gstaad Samstag, 7. Dezember: Ueberraschung, Ristorante Vinoteca Schönried, Martin Riedi, Stamm / Degustation Samstag. 15. März 2014: Südfrankreich, Rhönetal / Languedoc, Hauptversammlung, Hotel Le Grand Chalet, Restaurant Le Grand Cru ein «Vulkan-Sekt» aus der Südost-Steiermark. Hersteller dieses Schilcher-Sekts (Rebsorte: Blauer Wildbacher) ist das Weingut Domäne Müller, Gross St. Florian; die Trauben wachsen am Klöcher Vulkan auf 650 Metern über Meer. Ebenfalls vom Klöcher Vulkan stammte der danach servierte und sehr überraschende Gewürztraminer-Sekt. Südbaden Vier stille Weissweine folgten den «Schäumern». Vom Kaiserstuhl in Südbaden kredenzten uns die Kannenmeisterinnen einen Silvaner Spätlese «Achkarrer Schlossberg» 2011 des Weinguts Dr. Heger und einen Weissburgunder «Burkheimer Feuerberg» (grosses Gewächs) 2009 vom Weingut Bercher. Letzterer wächst in einem besonderen Mikroklima einer Spitzenlage am Kaiserstuhl. Das vulkanische Gestein sorgt für eine besonders gute Wärmespeicherung. Wir genossen diese beiden Tropfen sehr. Dabei zeigte sich, dass Vulkanweine nicht unbedingt von sehr weit her kommen müs- «Reiseleiterin» Sylvia Lüdi wusste zu begeistern. sen. Oft wird vergessen, dass es sich beim Kaiserstuhl um einen vor rund 30 Millionen Jahren entstandenen Vulkan handelt. Santorini und Lanzarote Etwas weiter muss man für die anderen beiden Weissweine fliegen: Der Assyrtiko 2011 von GAIA Wein wächst auf der Insel Santorini; der Malvasia (lieblich) Ami du Vin 4/12 La vie de l’ANAV Die «ambassadoren» degustierten erstmals im Zunfthaus zu Wirthen. 2009 der Weinkellerei «El Grifo» auf der Insel Lanzarote. Nur dank spezieller Erziehungsmethoden ist es überhaupt möglich in der Glutofenhitze dieser Weinbauregionen Reben erfolgreich gedeihen zu lassen. Zurück in den «norden» Zum Einstieg bei den Rotweinen kletterten wir erneut auf den Kaiserstuhl. Sylvia Lüdi präsentierte zwei Spätburgunder – wiederum von den bereits bekannten Weingütern Dr. Heger und Bercher: «Mimus» 2009, Ihringer Winklerberg und den Spätburgunder «Jechtinger Eichert» 2007. Durch starke Ertragsreduzierung erreichen diese Weine das Qualitätsniveau von grossen Burgundern. Auf unserer Reise von Vulkan zu Vulkan kehrten wir dann in die Südost-Steiermark zurück. Der Blaue Zweigelt «Olivin» 2009 von Winkler-Hermaden stand auf dem Programm. Die Bezeichnung «Olivin» stammt übrigens von einem grünen Kristall, welcher sich im dort heimischen Gestein findet. Sizilien, Äolische Inseln und Kampanien Ein erstaunlich frischer Etna Rosso (Tenuta delle Terre Nere, Randazzo, Sizilien) aus der Nerello Mascalese-Traube leitete über zum «Hierà» 2009 von Carlo Hauner. Die Trauben dieses Weines – nämlich Calabrese, Alicante und Nocera – wachsen auf der äolischen Insel Salina. Den Abschluss der Rotweine machte ein sehr polarisierender Wein. Der Lacryma Christi del Vesuvio 2010 von Mastroberardino führte zu angeregten Diskussionen im Saal. Robert Parker kürte den Wein mit 90 Punkten. Zahlreiche Weinfreunde schlossen sich diesem Urteil an – bei anderen wiederum sorgte dieser aus der Traube «Piedirosso» (rote Füsse) hergestellte Wein wohl eher für rote Köpfe. Man mag ihn eben – oder man mag ihn nicht. Am Beispiel dieses Weines zeigte sich wieder einmal, wie spannend das Thema Wein sein kann. Ein herzliches Dankeschön an Sylvia Lüdi, dass sie den Mut hatte, einen Wein dieser Art zu präsentieren! Pantelleria zum abschluss Das Team des Restaurants verwöhnte uns nach den letzten Rotweinen mit einem leckeren Saltimbocca mit Risotto und Ratatouille. Beim Imbiss war nun Zeit zum weiterdiskutieren und die präsentierten Weine noch einmal nach Lust und Laune zu verkosten. Die Degustation rundeten wir dann nach dem Imbiss standesgemäss mit einem Süsswein ab. Sylvia Lüdi stellte einen Moscato di Alessandria 2006 von der Vulkan-Insel Pantelleria vor. Sylvia Lüdi durfte zum Schluss einen tosenden Applaus entgegennehmen. Ihre kompetenten Ausführungen wussten sehr zu gefallen. Sie zeigte in eindrücklicher Weise, wie stark sie sich im Vorfeld mit dem Thema «Vulkanweine» und deren Böden auseinander gesetzt hatte. Der erste Degustationsabend der «Ambassadoren» im Zunfthaus zu Wirthen war ein schöner Erfolg. Erstes Chapitre im neuen Vereinslokal Österreich zu Gast im Zunfthaus zu Wirthen Das Chapitre, der feierliche Höhepunkt im Jahresprogramm der Ambassadoren Weinfreunde Solothurn, fand am 30. November 2012 erstmals im neuen Vereinslokal im Zunfthaus zu Wirthen statt. Rund 70 Weinfreundinnen und Weinfreunde, geschmückt mit ihren Orden, waren gekommen, um das traditionell Wine & Dine zu geniessen. Hermann Saxenhofer und Jürg Allemann präsentierten eine herrliche Palette österreichischer Kreszenzen, die das vom Wirthenteam komponierte Menü begleiteten. – Sylvia Gisiger berichtet: Mit einem herrlich spritzigen «Bründelmayer» Brut vom gleichnamigen Weingut in Langenlois wurden die Teilnehmer empfangen. Altgeselle Urs Götschi hiess die Weinfreundinnen und Weinfreunde zum feierlichen Chapitre Ami du Vin 4/12 willkommen und gab damit dem Wirthenteam das Zeichen für den Service. Frisch-fruchtige Weisse Als erste Vorspeise wurde ein köstlicher Österreichischer Ge- müse und Hackstrudel an Kräutersauce serviert. Dazu gab es den klassischen Grünen Veltliner «Kies» 2007 aus dem Kamptal, gekeltert vom Weingut Kurt Angerer, und den frischen und fruchtigen Grünen Veltliner Smaragd «Achleiten» 2009 von der Domäne Wachau, Dürnstein. Weiter ging es mit der Vorarlberger Räucherforelle im Rohschinkenmantel mit Walnüssen, unterlegt mit Avocado und Mango. Dazu wurden der köstliche, nach exotischen 33 La vie de l’ANAV Früchten duftende Rotgipfler «Rodauner» 2010 aus der Thermenregion, vom Weingut Alphart, Traiskirchen, und der wunderbare Riesling Smaragd «Ried Bruck» 2009 aus der Wachau vom Weingut Josef M. Högl, Spitz / Donau, gereicht. Vielfältige Rotweinpalette Passend zur Österreichischen Knoblauchsuppe wurde nun der St. Laurent Classic 2007 von Gerhard Pittnauer, Gols-Neusiedlersee, serviert. Zum Hauptgang, dem Wiener Rahmbraten mit Pilzen, Schupfnudeln und Broccoli, kredenzten Kannenmeisterinnen und Kannenmeister den frischen Zweigelt Classic 2006 vom Weingut Pöckl, Münchhof-Neusiedlersee und den kräftigen «In’amera» Reserva 2008 vom Weingut Juris, Gols-Neusiedlersee – eine herrliche Cuvé aus den Rebsorten Cabernet Sauvignon, Merlot und Blaufränkisch. Weiter ging es mit einem reichhaltigen Käseteller. Begleitet wurde dieser vom würzigen Blaufränkisch Heideboden 2009 von Georg Preisinger, Gols-Neusiedlersee, sowie dem kräftigen und noblen «Bärnreiser» 2009 vom Weingut Grassl, GöttlesbrunnCarnuntum – eine hervorragende Cuvé aus den Rebsorten Zweigelt, Merlot, Blaufränkisch und Cabernet Sauvignon. Eiswein zum Finale Den süssen Abschluss bildete das köstliche Mozartkugeln-Eisparfait. Dazu servierten wir passend den Eiswein 2011 vom Stift Klosterneuburg, Wagram. Hermann Saxenhofer und Jürg Allemann wählten hauptsächlich klassische Weinsorten aus Österreich. Mit Charme und Witz führten sie durch den Abend. Die Auswahl der köstlichen Weine aus dem Nachbarland mundete den Weinfreundinnen und Wein- freunde, die sich mit einem kräftigen und herzlichen Applaus bedankten. Es war schon sehr spät, als sich die ersten Weinfreundinnen und Weinfreunde in die kühle Dezembernacht begaben und den nach Hause Weg antraten. Die Zusammenarbeit mit dem Wirthenteam funktionierte auf Anhieb wunderbar und so war es nicht erstaunlich, dass man noch bis spät in die Nacht einzelne «Stubenräte» im Office beim Reinigen der über 400 Gläser antraf! St. Martin zu Zofingen Wanderdegustation Schaffhausen machte Halt in Zofingen Schaffhauser Blauburgunderland – ein kleines Paradies! Auf erfreulich grosses Interesse stiess am 22. Februar die im Rahmen der diesjährigen ANAV-Wanderdegutsation im Stucksaal des Hotels Zofingen veranstaltete Präsentation der Weine aus dem nördlichsten – und trotzdem von der Sonne verwöhnten – Weinanbaugebiet der Schweiz. Beat Hedinger, Geschäftsführer der Vereinigung Schaffhauser Blauburgunderland und Direktor von Schaffhauserland Tourismus präsentierte vier weisse und acht rote Gewächse, alle am «rechten» Rheinufer gereift. – Urania Balatoni berichtet: Das Weinbaugebiet Eine lange Liebesgeschichte verbindet das Schaffhauser Blauburgunderland mit seinem Wein. Sie begann schon im Mittelalter. Über alte Handschriften der weinbaukundigen Römer gebeugt, entdeckten Mönche und Nonnen den Weinbau und förderten ihn. Sie schätzten einen guten Tropfen nicht nur für die Liturgie. Schriften bezeugen, dass das Schaffhauser Kloster zu Allerheiligen spätestens im Jahr 1100 34 eigene Reben in Hallau besass. Bis die Welschen zur Eidgenossenschaft stiessen, war Schaffhausen gar wichtigster Weinlieferant der damaligen Schweiz. Und wie ist das heute? In 20 Gemeinden wird Weinbau auf ca. 500 Hektaren Rebland betrieben. Auf drei von vier Rebstöcken wächst die Blauburgundertraube oder eben der Pinot Noir. Wie in anderen Weinbaugebieten sind auch aus Schaffhausen Weine aus sortentypischen Trauben wie Regent, Dornfelder, Merlot, Cabernet Sauvignon usw. oder als Cuvées auf dem Markt. Bei den weissen Rebsorten dominiert der Riesling-Sylvaner. Erweitert wurde dieses Sortiment durch die Traubensorten Pinot Gris, Chardonnay, Pinot Blanc, Gewürztraminer, Räuschling und weitere. Dank dem wechselhaften Wetter haben die Weine aus dem Blauburgunderland eine besondere Feinfruchtigkeit, ein reichhaltiges Bouquet, feine Aromen-Nuancen und einen harmonischen Körper. «Botschafter» des Schaffhauser Blauburgunderlands Der Referent Beat Hedinger kam auf Umwegen zu seiner Berufung als «Botschafter» des Schaffhauser Blauburgunderlands. Der gelernte Zimmermann wechselte mit 24 Jahren zur Polizei und wurde schliesslich Mitarbeiter der Kripo. Ami du Vin 4/12 La vie de l’ANAV 2008 durch die schweizweit einzigartige Zusammenarbeit mit Schaffhausen Tourismus. Die degustierten Weine – Riesling-Silvaner Räckedorn 2011, Gächlingen, GVS Weinkellerei, Schaffhausen: grüngelb, intensive Frucht, Duft nach Kiwi, Zitrus und grünen Bananen. – Seyval Blanc 2011, Löhningen, Weinbaugenossenschaft Löhningen: dezentes Hellgelb, feinfruchtiges Bouquet, recht gehaltvoll, überrascht durch exotische Aromatik – Pinot Gris 2011, Hallau: VOLG Weinkellereien Hallau / Winterthur: reiffruchtiger Duft nach Birnen, Caramel und Honig, gut strukturiert, Schmelz. würziger, fruchtiger Mittelteil, anhaltender Abgang. – Pinot Blanc / Chardonnay 2011, AOC Schaffhausen-Hallau, Aagne v. Schopf, Hallau: gehaltvoller, eleganter und harmonischer Weisswein, dezentes Holz, raffiniertes Gaumenspiel. – Dichterwii 2011, Wilchingen, Rötiberg Kellerei, Wilchingen: duftet nach frischen Himbeeren und schwarzen Kirschen, samtigweich, feinkörnig, ausgeprägter Gaumen. – Pinot Noir 2010, Osterfingen, Weingut Lindenhof, Osterfingen: eleganter, harmonischer, fruchtiger Pinot, kräftig, ausgewogene Gaumenstruktur – Hedinger Tradition 2011, Wilchingen, Sunneberg Kellerei Hedinger, Wilchingen: aromareiches Bouquet, breit, voll, angenehme Tannine, anhaltend. – Osterfingen Barrique 2009, Osterfingen, Weingut Hirschen, Osterfingen: reife Beerenfrucht mit feiner Würze und ausgereiften Tanninen: eleganter, stoffiger Wein. – Pinokrat 2009, Hallau, Weinbau und Kellerei Schlatter, Hallau: komplexes Bouquet von roten und schwarzen Beeren sowie würzige Noten. – ZWAA Osterfingen / Oberhallau 2010, Osterfingen / Oberhallau, Gasthaus & Weingut Bad Osterfingen / Baumann Weingut Oberhallau: schwarze Kirschen, Erdbeeren, dezent Tabak, weicher, fruchtiger Auftakt, mit guter Fülle, Steinfrüchte, noch jugendlich, mit saftigem Abgang. – Cabernet Merlot 2010, Hallau, WeinStamm Thayngen: Frucht- und Gewürznoten, dunkle Beeren, füllig-wuchtig auf dem Gaumen. Lang anhaltend. – Cuvée Excellence 2009, Hallau, Rimuss Weinkellerei Rahm AG, Hallau: dunkle Beeren, Gewürznelken, Leder- und Tabaknoten, schwarze Schokolade; vielschichtiger, voller Gaumen, reife und gut eingebundene Tannine, hat Potential. In dieser Zeit fand er Gelegenheit, seinen Bekannten- und Freundeskreis zu pflegen. Im Jahre 2002 bot sich dem damals 40-Jährigen die Chance, die Kontaktfreude mit der aufkeimenden Liebe zum Wein zu verbinden: Er wurde Geschäftsführer der Förder-Vereinigung Schaffhauser Blauburgunderland und ein paar Jahre darauf Direktor von Schaffhauserland Tourismus. Mit dieser Symbiose vereint er hervorragend beide Kulturen. Ami du Vin 4/12 Winzer, Kellereien und Tourismus gemeinsam Der Branchenverband Schaffhauser Wein wurde im November 2001 in Siblingen gegründet. In ihm verbinden sich Interessen von Rebbauern und Kellereien, die sich gemeinsame Zielsetzungen gaben und seither diesen entsprechend produzieren. Die Geburt des Markenzeichens «Schaffhauser Blauburgunderland», der den alten Spruchs «Schenk dir ein – Schaffhauserwein» ersetzt, war gleichsam das äussere Zeichen des neuen Windes, der im nördlichsten Weinbaugebiet der Schweiz weht. Und weil dahinter mehr steht als nur ein Werbeslogan, sondern eine gewaltige Steigerung der Weinqualität sowie namhafte Massnahmen zur Absatzförderung, liess auch der Erfolg nicht lange auf sich warten. Verstärkt wird die von Optimismus geprägte Initiative seit Die Weinregionen im Schaffhausen Blauburgunderland In Schaffhausen dominiert die Blauburgundertraube. Nach ihr wurde die Region benannt. Mit aller Kraft setzen sich 500 Winzer auf 500 Hektar Rebfläche ein, um die PinotNoir-Traube zu höchster Qualität reifen zu lassen. 19 Kellereibetriebe bemühen sich um die optimale Kälterung des Weines. Im Jahre 2010 wurde der Winzer des Jahres aus dem Blauburgunderland erkoren. Die hervorragende Weinqualität erreichte an der von der Expovina veranstalteten Internationalen Weinprämierung Zürich 12 Mal Gold und 18 Mal Silber – ein ausgezeichnetes Resultat. Dank an den Referenten Stubenmeister Alex Haller dankt Beat Hedinger für den interessanten Abend, die hervorragenden Weine und die detaillierten Erklärungen. Er überreicht dem Referenten zwei echte Aargauer Weine, Häzler von René Wälchli aus Rothrist. Mit kräftigem Applaus verdanken die Teilnehmer den äusserst überzeugender Auftritt. Beat Hedingers offene und spontane Art, den Teilnehmern sein Wissen zu kommunizieren, hat alle weinkundlich einen grossen Schritt weiter und den Zofingern die Schaffhauser Weine näher gebracht. 35 La vie de l’ANAV Weiterbildungsabend in Würenlingen Reblaus ist Arbeitgeberin für Rebschulen Einmal im Jahr findet eine Veranstaltung ausschliesslich für die Gesellen und Magister Vini der Weinbruderschaft St. Martin zu Zofingen statt. Oft steht dieser im Zeichen der Weiterbildung. So auch der Besuch der Rebschule Auer in Würenlingen vom 5. März 2013. Organisiert wurde der Anlass vom Konvent. – Reinhard Bachmann berichtet: andreas Meier zeigt die Veredelung der Rebe. Der Önologe und Rebschulist andreas Meier (Mitte) findet aufmerksame Zuhörer. «Der Reblaus, deren unheilvolles Wirken erstmals 1863 im Bordeaux-Gebiet festgestellt wurde, verdanken wir die Gründung unserer Rebschule», erwähnte Andreas Meier, Önologe FH, einleitend bei der Begrüssung der Mitglieder der Zofinger Weinfreunde. Die Reblaus war ein höchst unwillkommener Import aus Amerika. Sie vernichtete riesige Rebflächen in Frankreich und breitete sich anschliessend in ganz Europa aus. Im Aargau wurde sie erstmals 1905 in Remigen entdeckt. Heute beugt man der Reblausgefahr durch das Pfropfen eines Edelreises auf eine amerikanische Unterlagsrebe vor, wobei die charakteristischen Eigenschaften der aufgepfropften Rebsorte, zum Beispiel eines Pinot noir, Chasselas oder Riesling-Sylvaner, bewahrt werden. Gegenwärtig dürfen nur noch veredelte und zertifizierte Reben angepflanzt werden. 36 Drei amerikanische Rebenspezies haben die grösste Resistenz gegen die Reblaus: Vitis riparia (Uferrebe), Vitis Rupestris (Felsenrebe) und Vitis Berlandieri (Kalkrebe). Diese Sorten wurden mehrfach untereinander und mit europäischen Sorten gekreuzt, so dass, angepasst an unsere Böden, ideale Unterlagsreben für die Veredelung mit Edelreisern zur Verfügung stehen. Über 500 Sorten im Lager Auf dem Rundgang erklärte Andreas Meier die verschiedenen Arbeitsschritte der Veredelung und die dazu benötigten Maschinen. Letztere wurden grösstenteils selber entwickelt. Jeder Arbeitsschritt ist dokumentiert und rückverfolgbar. Beeindruckend sind auch die Kühl-, Vortreib- und Lagerräume, in welchen über 500 verschiedene, exakt geordnete Rebensetzlinge auf Auslieferung im Frühling warten. Jährlich werden gegen 1 Million Reben veredelt. Darunter befinden sich alle international bekannten Keltersorten sowie alle schweizerischen Spezialitäten, ferner pilzresistente interspezifische Traubensorten und Tafeltrauben. Die Andreas Meier & Co ist der bedeutendste Rebschulbetrieb in der Schweiz. Mit einfachen Mitteln und grossem Arbeitsaufwand begann Albert Meier im Jahre 1921 auf privater Basis mit der Rebveredelung und der Selektion bester Klone. Bald entwickelte sich die Rebschule zu einem beachtlichen Betrieb, den in der Folge zwei weitere Generationen Meier zu einem Unternehmen von nationaler Bedeutung ausbauten. neue Trotte vereinfacht die arbeitsabläufe Im Weingut zum Sternen werden zudem über vierzig Weine von bewährten und neuen Rebsorten gekeltert. Nebst eigenen Weinen werden jene der Weinbaugenossenschaften Würenlingen und Klingnau sowie der neuen Weinfirma Besserstein AG, Villigen, gekeltert. Anschliessend an den hochinteressanten Rebschulbesuch konnte die anfangs September 2012 eingeweihte neue Sternen Trotte besichtigt werden, welche die Arbeitsabläufe im Herbst wesentlich vereinfacht. Ein exquisites Nachtessen, zubereitet von Küchenchef Adrian Meier und begleitet von Sternen-Weinen, die Andreas Meier beschrieb, rundete den Abend ab. andreas Meier, alex Haller, Stubenmeister, und adrian Meier (rechts). Ami du Vin 4/12 La vie de l’ANAV Zurzibiet «Ordentliches» und Köstliches in Leuggern genossen GV mit Weinpirsch in der Bündner Herrschaft 53 Mitglieder und Gäste der Zurzibieter Weinfreunde gaben sich ein Stelldichein zur Generalversammlung in Leuggern im Restaurant Sonne. Die Erwartungen waren aus mehreren Gründen hoch gesteckt. Referent Markus Utiger ist bekannt für seine meisterhaften Moderationen, die Weine aus der Bündner Herrschaft erfreuen sich nach wie vor eines ausgezeichneten Rufs, und die exzellente Leuggener Sonnen-Küche ist mehr als ein «sicherer Wert». – Erwin Ewers genoss mit und berichtet: Eine derart «aufgestellte» Sektion sollte kaum nachwuchsprobleme haben. Die Zurzibieter Weinfreude haben sich anlässlich ihrer GV zum wiederholten Male an Weinen aus der Bündner Herrschaft gelabt und erfreut und werden es wohl auch in Zukunft tun. An grosszügig dimensionierten und diskret geschmückten Tischen des Restaurants Sonne in Leuggern durften sie in Verbindung mit einem Mehrgangmenu Weine degustieren, die auf hohem Niveau die Vielfalt, Opulenz und das Schaffen bekannter Winzernamen wie Lamprecht, Stäger, Donatsch, Studach, C. Hermann, P. Hermann, Obrecht, Adank und Gantenbein repräsentierten. und ihrer Region näherzubringen wussten. Ein Referent mit besten Referenzen Präsentiert wurden die Tropfen von einem den «Zurzibietern» seit Jahren verbundenen Kenner der Weinszene, Markus Utiger, seines Zeichens Sommelier und Weinakademiker. In der ihm eigenen Art – brilliant, sprachgewandt und kompetent – vermochte er den Weinfreundinnen und Weinfreunden Details zu vermitteln, die ihnen die Eigenart der Weine Terroir und Reben Die Bündner Herrschaft als nördlichste Ecke Graubündens ist mit 420 ha Rebfläche das grösste Weinbaugebiet Graubündens, das Tor zum Bündnerland und bekannte Heimat der Kinderbuchfigur Heidi. Es ist die wärmste Weinbauregion der Deutschschweiz und erzielt u. a. dank Föhneinfluss hohe Oechslegrade, die nebst kleingehaltenen Erträgen und säurearmen Strukturen eine hohe Traubenqualität garantieren. Die Anbauflächen konzentrieren sich auf die Gemeinden Fläsch, Malans, Jenins und Maienfeld als Zentrum. Mit einem Anteil von 78 Prozent dominiert der Blauburgunder nebst 44 weiteren Rebsorten, darunter Exoten und Raritäten wie der moselähnliche Riesling (von Gantenbein) oder der seltene Completer, den man im Wallis als Lafnetscha kennt. Die genossenen Weine Apero (Jenins) Obrecht Brut – Pinot Noir 2011 1. Serie (Maienfeld) Lamperts Cuvée Blanc 2011, Hanspeter Lampert Maienfelder R-S 2011, Markus Stäger 2. Serie (Malans) Malanser Chardonnay Passion 2011, Weingut Donatsch Malanser Completer 2010, Thomas Studach 3. Serie (Fläsch) Fläscher Pinot Noir Barrique 2010, Hansruedi Adank Fläscher Pinot Noir Reserve 2010, Christian Herrmann Fläscher Pinot Noir Selection 2009, Peter Herrmann 4. Serie (Süss) Riesling Spätlese 2009, Martha und Daniel Gantenbein Ami du Vin 4/12 Generalversammlung und Co. Ein gesundheitlich angeschlagener, weil von einer Kehlkopfentzündung geplagter Präsident, Peter Wicki, vermochte sich dank Mikrophon-Unterstützung tapfer und besser als befürchtet ohne weitere Belastung seines Organs Gehör für die Abwicklung der GV zu verschaffen. So erfuhren die Anwesenden Details über das erfolgreiche zurückliegende Vereinsjahr und die geplanten Aktivitäten 2013. Zudem wurde Rechenschaft abgelegt über die Vereinsfinanzen, die es stabil zu halten gelang. Der Entlastung des Vorstands gilt die Suche nach weiteren Mitgliedern, und betrübt wäre man durchaus nicht, wenn sich weitere Junge sowie im Alter Fortgeschrittene den Zurzibietern als Mitglieder anschliessen würden. Fazit Ein gelungener Abend, der wunderbare Weine, ein exzellentes Essen und aufmerksamen Service bescherte, so dass sich jeder freute, dabei gewesen zu sein. Auch Michael Hauenstein, Chef der Sonne und in seiner Freizeit aufstrebender Opernbassist, hatte augenscheinlich Freude am fröhlichen Geschehen. Zu einer Gesangseinlage konnten wir ihn aus verständlichen Gründen leider nicht bewegen, werden sein Restaurant jedoch in bester Erinnerung behalten. 37 La vie de l’ANAV Fricktal Degustation im «Ochsen» von Wölfliswil Grosses Interesse für Fricktaler Spezialitäten Am 16. November 2012 trafen sich Weinfreunde und Weinfreundinnen im Restaurant Ochsen in Wölflinswil zu einem «kleinen Jubiläum». Der 45. Geburtstag wollte gefeiert werden, und zwar mit mit heimischen weissen und roten Spezialitäten. Dass das Besondere, was in der Nähe reift, durchaus «in» ist, bewies die stattliche Schar von 53 Teilnehmern an dieser ungewöhnlichen Verkostung. Und sie wurden nicht enttäuscht, wie Th. Jakopp zu berichten weiss: Die erwartungsvolle Schar wurde im festlich vorbereiteten Saal mit einem Glas Schaumwein, Chardonnay Blanc de blanc und herrlichen Amuse bouches, zur Degustation erwartet. Präsident Ulrich Jehle, begrüsste die Anwesenden zur kleinen 45-Jahr Jubiläumsfeier mit einem kurzen, launischen Rückblick auf die Entstehung der Fricktaler Weinfreunde und Reminiszenzen über diejeweiligen Präsidenten. Fricktaler Forelle begleitet von «eigenen» Weissen Nach Ueli Jehle übernahm der Degustatonsleiter Rene Wehrli das Wort. Gekonnt stellte er uns ver- schiedene Weisswein-Spezialitäten wie Sauvignion blanc, Pinot Gris, Pinot blanc sowie einen Blanc de Noir vor. Zu diesen weissen Spezialitäten wurde der erste Gang aus der GaultMillauKüche, ein Trio der Fricktaler Forelle mit kleinem Salatbouquet an Kürbiskerndressing, serviert. Weltumspannende rote «aargauer» zum Hauptgang Die roten Spezialitäten wie Pinotage, Blaufränkisch, Merlot, Syrah und Malbec wurden zum Hauptgang, einem Schweinsfilet im Rohschinkenmantel an Merlotjus mit Kartoffelstock und Gemüsegarnitur, serviert. Rene Wehrli wusste uns Eigenheiten und Hintergründe, dieser im Fricktal nicht überall geläufigen Sorten und Weine, näherzubringen. Dass Gewächse im Aargau reifen und gekeltert werden, die heute auf der südlichen Hemisphäre den Ton angeben, irritierte kam, liess vielmehr da und dort Stolz aufkommen. – Zum herrlichen Käsedessert wurde schliesslich ein hervorragend dazu passender Riesling Dessertwein eingeschenkt. Rundum gelungen! Ueli Jehle durfte anschliessend an die Degustation Rene Wehrli für die Vorbereitung und Durchführung mit einem kleinen Präsent Verschiedenheit durch gemeinsame Philosophie vereinigt Die «etwas andere» Degustation Die Verkostung, zu welcher die Fricktaler Weinfreundinnen und Weinfreunde ins Gesundheitszentrum Rheinfelden eingeladen wurden, war tatsächlich eine «etwas andere». Dies lag nicht am Ablauf des Anlasses, sondern vielmehr an den Weinen, die zur Degustation kredenzt wurden. Sind diese in der Regel Produkte einzelner Produzenten aus bestimmten Ländern, Regionen oder Sorten, so standen für einmal Gemeinschaftswerke einzelner Winzer aus verschiedenen Regionen im Mittelpunkt des Interesses. – Ein gewagtes Unterfangen, spannend präsentiert und kommentiert von Kathi Hirt. – Thomas Jakopp berichtet: In der Einladung der Fricktaler Weinfreunde zu einem Wine-andDine-Erlebnis im Gesundheitszentrum Rheinfelden, wurde der 38 Anlass wie folgt umschrieben: Die Kreation eines Weins aus Gewächsen von verschiedenen Winzern sei die Herausforderung und dem Applaus der Anwesenden danken. Einen besonderen Dank durfte er auch der ganzen Küchenbrigade für das hervorragende Menü und den Service übermitteln, der von kräftigem Applaus der Anwesenden begleitet wurde. Eine rundum gelungene Degustation gehört damit leider der Vergangenheit an. Ich bin aber zuversichtlich, dass weitere tolle Abende im Kreis der Weinfreunde folgen werden. Degustationsleiterin Käthi Hirt ist mit Herzblut dabei. schlechthin. Dies vor allem deshalb, weil der Wein von verschiedenen Lagen, Böden, Gemeinden, Höhenlagen etc. gekeltert wird. Die zusätzliche Herausforderung liege auch darin, dass sich an einem derartigen Produkt verschiedene Erzeuger-Persönlichkeiten beteiligen. Ist so etwas überhaupt möglich? Findet man Winzer, die sich über die Qualität der Rebarbeiten, der Kelterung sowie der Vermarktung einig sind dazu, gemeinsam einen Wein kreieren? Können sich grosse Individualisten auf Gemeinsamkeiten einigen? Solche und andere Fragen stellten sich die 43 erwartungsvollen Mitglie- Ami du Vin 4/12 La vie de l’ANAV der an den festlich gedeckten Tischen im Saal des Gesundheitszentrums Rheinfelden. Es braucht Herzblut! Degustationsleiterin Käthi Hirt hat mit grosser Recherchierarbeit Trouvaillen aus der Schweiz, Deutschland, Portugal und Südafrika gefunden, welche die oben erwähnten Kriterien mehr als erfüllten. Dank ihrer grossen Qualität passten die aussergewöhnlichen Kreationen hervorragend zum ausgezeichneten 4-GangMenü der hauseigenen Küchenbrigade. Bei den Ausführungen der Winzerin Käthi Hirt wurde rasch klar, dass sie selbst begeistert in einem solchen gemeinsamen Weinprojekt engagiert ist, nämlich dem «Syydebändel». Dass dabei viel Herzblut der einzelnen Winzer mit im Spiel ist, zeigen bereits auch die Namen der Weine, wie zum Beispiel «Fünf Freunde», «Hand in Hand», «ZWAA» oder etwa «Quatromani». Sie bringen zudem zum Ausdruck, dass hier Winzer am Werk sind, die wirklich die gleiche Philosophie vertreten Erwartungsvolle Weinfreunde an den festlich gedeckten Tischen. und gemeinsam bestrebt sind, zusammen einen noch besseren Wein zu keltern. Und es wird auf sehr hohem Niveau gearbeitet! Verschiedene an Gemeinschaftsprojekten beteiligte Winzer sind Besitzer von renommierten Weingütern und selbst Produzenten hervorragender Weine. Dies gibt ihnen die Freiheit, sich an Experimenten zu beteiligen, die ihnen Präsident Ueli Jehle bedankt sich bei der Referentin für die begeisternde Präsentation. Ami du Vin 4/12 die Möglichkeit bieten, sich weiter zu entwickeln, Meinungen, Wissen und Können ihrer Kollegen aufzunehmen, um gemeinsam eine noch bessere Qualität zu erzielen. Begeistert von der «anderen art» Die Referentin hat es verstanden, mit viel Hintergrundinformation und grossem Fachwissen die Anwesenden an diese «andere» Philosophie der Weinkelterung und an die vorgestellten Weine heranzuführen. Der verdiente Dank des Präsidenten, Ueli Jehle, an die Degustationsleiterin, wurde von einem lang anhaltenden Applaus der Anwesenden begleitet. Er durfte auch der gesamten Küchenmannschaft des Gesundheitszentrums für die wiederum ausgezeichnete Bewirtung herzlich danken. Dieser Anlass wurde der Bezeichnung «Wine and Dine» wirklich gerecht: Ausgewählte Weine in sehr guter Qualität begleiteten ein fein abgestimmtes, ausgezeichnetes Menü – und alles wurde präsentiert von einer pro- funden Kennerin dieser «anderen» Art Weine zu keltern und zu einem harmonischen Ganzen zu komponieren. – Herzlichen Dank, Käthi, für den wunderschönen Abend! Lenzburg – Seetal Programm 2013 21. Februar: WaadtländerWeine mit Christophe Venetz 25. April: Autochthone Rebsorten mit Wolfgang Beiss 15. Juni: Tagesausflug Murten-NeuenburgerBielersee 12. September: SavoyenWeine mit Jean-Claude Hofstetter 09. November: GV / Dîner (Toscana) 39 La vie de l’ANAV Goldwand Baden Rückblick und Dank der Präsidentin 2012 – ein ereignisreiches Vereinsjahr In ihrem Rückblick lässt die Präsidentin die wichtigsten Ereignisse des Vereinsjahres 2012 Revue passieren. Verena Stucki zieht in ihrem «Bericht nach den ersten 366 Tagen» eine durchaus positive Bilanz und hofft, dass das Problem des Mitgliederschwundes, von dem auch die Sektion Baden Goldwand nicht verschont ist, gelöst werden kann. Die Pflege einer breiten Palette auch anderer als weinkundlicher kultureller Interessen soll dazu beitragen. – Im Folgenden, von der Redaktion gekürzt und angepasst, der Rückblick der Präsidentin auf das vergangene Jahr: Woran misst man ein Jahr? Woran denkt man, wenn man das Erlebte über eine gewisse Zeitspanne hinweg Revue passieren lässt? Was ist wichtig im Moment? Was war wichtig vor einer gewissen Zeit? Lohnt es sich überhaupt, sich an frühere Ereignisse zu erinnern? Diese Fragen gehen mir jetzt durch den Kopf: Ich versuche, einen Bericht über das vergangene Vereinsjahr zu verfassen. Über das LanguedocRoussillon … Den Höhepunkt der Generalversammlung 2012 im Hotel Du Parc in Baden, an welcher mich die anwesenden 48 Mitglieder zur Präsidentin gewählt haben, bildete der von Rolf Reichmuth geleitete «Ausflug» in das Gebiet Languedoc-Roussillon, eine faszinierende Weinregion Frankreichs. Mit dem Küchenchef des Du Parc durften wir vorgängig ein Essen zusam- menstellen, das in dieses Gebiet gehört. Anschliessend wählten wir die dazu passenden Weine aus. – Eine Harmonie von Speisen und Wein! … ins Waadtland Bis kurz vor der Durchführung des Anlasses schien es, er müsste wegen Mangels an Interesse abgesagt werden. Aber schliesslich konnten wir die Präsentation mit 33 Teilnehmern durchführen. Christophe Venetz, ist ein brillanter Kommentator. Obwohl Walliser kennt er die Gewächse der Region ausgezeichnet. Entsprechend interessant und aufschlussreich waren seine Ausführungen dazu. Tagesausflug Einen Tag lang wegfahren und ohne Hektik Neues sehen und auch geniessen. Das gönnten wir uns am Donnerstag, 13. September 2012. Die Teilnehmerzahl hätte ich mir noch etwas höher gewünscht. Aber immerhin 35 Weinfreundinnen und Weinfreunde liessen sich an den Bielersee entführen. Nach einem Besuch bei der Winzerfamilie Lisbeth und Robert Andrey in Schafis und einem feinen Mittagessen in La Neuveville waren wir bei Herrn Zünd, einem Glasbläser in der Twannbachschlucht, zu Gast. Er betreibt sein Handwerk in einer Liegenschaft mit Restaurant mitten im Wald. Ein eindrückliches Erlebnis! aargauer Degustation Den Höhepunkt im Vereinsjahr bildete ohne Zweifel die Aargauer Degustation am 22. November im Kulturraum des Historischen Museums des Landvogteischlosses in Baden. Mehr als 50 Personen haben sich auf unsere Einladung hin angemeldet. Ein idealer Rahmen für den Anlass! Hier zeigte sich, wie wichtig zuverlässige Helfer sind, die gekonnt und unkompliziert Hand anlegen. «Kultur und Genuss rund um die Goldwand» lautete das Motto des Abends, an dem wir, nicht nur auf eine kurze Reise zurück in die Vergangenheit von Baden entführt, sondern auch mit saftiger Speis und (unter der kundigen Leitung von Michael Wetzel) mit hervorragenden Weinen verwöhnt wurden. Hoffen auf «nachwuchs» Am 1. Januar 2013 zählte unsere Sektion 142 Mitglieder. Zwar konnten wir im 2012 drei neue Mitglieder hinzugewinnen, aber trotzdem ist die Zahl infolge Austritten rückläufig. Diese Entwicklung haben leider fast alle Sektionen zu beklagen. Einen kleinen Lichtblick bildet das Interesse einiger Personen an einer Mitgliedschaft. – Bleibt zu hoffen, die Verbindung von Wein-Anlässen mit anderen kulturellen Sparten möge die Attraktivität unserer Vereinigung stärken. Reise an den Bielersee – einer der Höhepunkte des Vereinsjahrs 2012 40 Ami du Vin 4/12 La vie de l’ANAV Freiamt 131 Weinfreundinnen und Weinfreunde in der «Krone» Lenzburg Apulien zu Gast an der GV Ein schönes Wine and Dine sollte es werden, obwohl eine Stunde Zeit für die Durchführung der 30. Generalversammlung der Freiämter Weinfreunde eingeräumt werden musste. Der Vorstand wusste um den Zeitdruck. Trotzdem wollte er durch eine tadellose Vorbereitung und äusserste Disziplin bei der «Erledigung» der Traktandenliste den Teilnehmenden ein gefälliges Abendprogramm bieten. – Otto Sprenger berichtet: Ueli Schiess, Referent (rechts), und Präsident Markus aellen. Schon die Informationen in der Einladung mussten viele Leserinnen und Leser angesprochen haben. Sie wollten – abgesehen von den Geschäften der Generalversammlung – über die Geschichte, die Entwicklung des Weinbaus in der Region Puglia, zu Deutsch Apulien, und natürlich über deren Weine mehr erfahren. Jedenfalls setzten sich am 17. November 131 Personen an die festlich gedeckten Tische im grossen Saal der «Krone» in Lenzburg. Drei apulische Weisse zur Begrüssung Als genügend frisches Wasser und die ersten drei Weissweine eingeschenkt waren, eröffnete Präsident Markus Aellen den Abend mit einem Willkommensgruss. Speziell begrüsste er den Ami du Vin 4/12 anwesenden Ehrenpräsidenten René Saxer sowie die Ehrenmitglieder Willy Geissmann und Peter Schürmann. Es folgte die Kurzvorstellung der Persönlichkeit, die nach Lenzburg gekommen war, um die Freiämter Weinfreundinnen und Weinfreunden über Geschichte und Weine der Region Apulien zu infomieren: Ueli Schiess, Ingenieur für Rebbau und Oenologie, Inhaber der Caratello Weine AG in St. Gallen. Der Referent ist Spezialist für italienische Weine. In seinem Sortiment führt er ausschliesslich Weine aus Italien – und nur solche, die italienische Winzer aus Trauben keltern, welche aus ihren eigenen Rebbergen stammen. Der persönliche Kontakt zu den Produzenten ist für Ueli Schiess unabdingbar. Rote Top Weine zum Hauptgang Die Griechen brachten um ca. 2000 v.Chr. Reben nach Apulien. Es folgten die Römer, dann die Goten, die Byzantiner, die Araber, die Lombarden und die Normannen. Apulien besteht aus Hochebenen und Flachland, und es herrscht ein trocken-heisses Klima mit wenig Niederschlag. Mit über 100’000 Hektar Rebfläche liegt Apulien gemeinsam mit Sizilien an der Spitze der italienischen Weinproduktionsmenge. In die Flaschen kommen aber nur knapp 10 Prozent. Die Hauptmenge wird für die Destillation von IndustrieAlkohol und für die Herstellung von Massenweinen verwendet. Die Ausrichtung auf die Erzeugung von Qualitätsweinen begann erst gegen Ende des letzten Jahrhunderts. Weinhäuser, wie Torre Quarto, Castel di Salve und Gianfranco Fino erzeugen heute Spitzengewächse, die einen Vergleich mit anderen Top Weinen nicht fürchten müssen. Ueli Schiess liess uns sechs Rotweine dieser Spitzen-Winzer zum Hauptgang und zum Käseteller servieren und erntete Zustimmung sowie grosse Anerkennung. Speditiv erledigte GV-Traktanden Die Abwicklung der notwendigen GV-Traktanden nach dem Hauptgang verlief zügig. Der Jahresrückblick des Präsidenten mit Konzentration auf die wesentlichen Ereignisse erreichte die Zuhörer. Die wichtigsten Zahlen des Kassiers stiessen umsomehr auf Interesse, als sie gut lesbar präsentiert wurden. Martin Vifian erläuterte und begründete sie zudem sehr verständlich. Die Beiträge bleiben für 2013 gleich. Die Neu-Eintritte überwiegen die Abgänge. Der Präsident fand die richtigen Worte, dem verstorbenen langjährigen Mitglied und ehemaligen Vorstandsmitglied Ruedi Fischer zu gedenken. Das Erheben von den Sitzen und das kurze Innehalten der ganzen Versammlung sollte die besondere Wertschätzung unterstreichen. Der versierte Ehrenpräsident erledigte die Wahlgeschäfte in kürzester Zeit. Die Versammlung bekräftigte René Saxers Lob für den amtierenden und für die nächsten zwei Jahre wiedergewählten Vorstand mit einem aufmunternden Applaus. Den geänderten Statuten wurde vorbehaltlos zugestimmt. Spannendes Jahresprogramm 2013 Als Vizepräsident Bruno Schmid mit der Vorstellung des provisorischen Programmes für das nächste Jahr begann, stieg die Spannung im Saal erheblich an. Die sympathisch vorgetragenen Erläuterungen entlockten den Zuhörenden zustimmendes Nicken und ab und zu auch ein Schmunzeln. In weniger als 60 Minuten konnte der Vorstand die GVPflichten zur Zufriedenheit aller anwesenden Mitglieder erfüllen. Dessertwein in Rot Das feine Dessert mit einem mundenden roten Dessertwein zauberten die flinken Serviererinnen im Nu auf den Tisch. Es folgte ein letztes Zuprosten und Verkosten. Präsident Markus Aellen durfte zum Schluss des Abends allseits herzlich danken. Das starke Kroneteam, aus Küche und Saal, erwirkte einen frenetischen Applaus, und wurde mit Blumen und mit einem Couvert für die Personalkasse beschenkt. Mit einem Kistchen feinster Zigarren unterstrich der Präsident seinen Dank an Ueli Schiess für die Wahl der feinen Weine und für seine fundierten Ausführungen über die Weinregion Puglia und deren Gewächse. 41 La vie de l’ANAV Gelungener Start ins Jubiläumsjahr Spezialitäten vom Hallwilersee begeisterten Die beiden Winzerfamilien Lindenmann aus Seengen und Huwiler aus Aesch (LU) überzeugten am 15. Februar die Freiämter Weinfreunde mit ihren besten Erzeugnissen. Fast hundert Mitglieder folgten der Einladung ins Seehotel «Delphin» nach Meisterschwanden. Sie alle wollten den Auftakt ins Jubiläumsjahr, 30-Jahre Freiämter Weinfreunde, miterleben. – Otto Sprenger berichtet: Präsident Markus Aellen durfte kurz nach halb acht Uhr fröhlich gestimmte Gäste willkommen heissen und die Referenten, Thomas Lindenmann und Kurt Huwiler, vorstellen. Dass es sich hier nicht um Betriebe mit grossen Rebflächen handeln werde, wussten die meisten Anwesenden. Thomas Lindenmann hat im Jahre 2007 den Betrieb von seinen Eltern übernommen und bewirtschaftet insgesamt 9,5 ha Rebfläche. Das Weingut Lindenmann setzt auf viel Handarbeit und konzentriert sich ganz auf Spezialitäten in bester Qualität. Im Weingut Klosterhof mit gerade 1,5 ha Reben engagieren sich Verena und Kurt Huwiler seit dem Neustart im Jahre 2002. Der Klosterhof, mit der Zugehörigkeit zum Kloster Muri, schreibt über tausend Jahre Geschichte. Die Namen der Klosterhofweine wie «Abt Hieronymus», «Abt Ambros» oder «Abt Bonaventura» nehmen somit auch Bezug auf jene Zeit, als Gottesleute ihre Reben pflanzten. auf Spezialitäten konzentriert Als uns Kurt Huwiler kundtat, dass er erst seit dem Jahre 2009, zusammen mit einem befreundeten Oenologen, seine Weine selber im eigenen Keller vinifiziere, staunten viele der kritischen WeinkennerInnen. Es ist kaum zu glauben, was der Klosterhof in so kurzer Zeit an Kreativität bewies und an Qualität hervorbrachte. Beide jungen Winzer überzeugten zudem Präsident Markus aellen mit Verena & Kurt Huwiler. 42 durch ihre Art, wie sie offen und ehrlich über ihre Gewächse sprachen. Obschon sich das Haus Lindenmann im Weinbau nach dem Kanton Aargau ausrichtet und der Klosterhof Luzern orientiert wirtschaftet, spürte man eine grosse Gemeinsamkeit: Thomas Lindenmann und Kurt Huwiler wollen ihre Kunden auch in Zukunft mit liebevoll ausgetüftelten Spezialitäten aus eigenem Anbau verwöhnen. Die Delphin Crew aus Küche und Service legte zu diesem unvergesslichen Wine and Dine den kulinarischen Rahmen in einem sehr schönen Ambiente, bei angenehmen akustischen Verhältnissen. Präsident Markus Aellen gab seiner grossen Freude über den Thomas Lindenmann gelungenen Abend Ausdruck, als er eine halbe Stunde vor Mitternacht den Referenten, dem Hotel, den Organisatoren aus dem Vorstand und allen erschienen Mitgliedern herzlich dankte. Zürcher Weinland Interessante und lehrreiche Blinddegustation Sinne und Wissen gefordert Für den Novemberanlass im Restaurant Strauss hatte unser WeinfreundeMitglied Reto Schweizer eine interessante und lehrreiche Blinddegustation von Schweizer Weinen zusammengestellt. Im freundschaftlichen Wettbewerb standen Gewächse, die am Grand Prix du Vin Suisse 2012 mit einer Goldmedaille ausgezeichneten worden waren. Vorgegangen wurde analog dem Coupe ANAV. Es galt, in vier Durchgängen je zwei weisse und je zwei rote Weine nach Herkunft, Rebsorte und Jahrgang zu bestimmen sowie acht Fragen zu beantworten. – Text und Bilder von Agi Winter: Besonders gefordert bei Weinproben dieser Art bekanntlich drei unserer Sinne: das Sehen sowie der Geruchs- und der Geschmackssinn. Die sensorische Analyse von Weinqualitäten verlangt von den Degustierenden höchste Konzentration. In unserer interessierten Runde fanden lebhafte Diskussionen insbesondere über Aromen und Geschmacksrichtungen statt. Farbe, aromen und Geschmackstöne Bereits der prüfende Blick kann über das Alter des Weins Auskunft oder Hinweise auf die Rebsorte geben. Junge Weissweine, zum Beispiel, haben in der Regel einen blassgelben Farbton mit grünlichen Reflexen, während ein bernsteinfarbener Ton anzeigt, dass der Wein reif ist. Ein rosa- Ami du Vin 4/12 La vie de l’ANAV farbener Schimmer am Rande des Rotwein-Glases deutet auf einen jungen Wein hin. Ist der Schimmer aber orangefarben, so sind bereits die ersten Alterungserscheinungen erkennbar. Der Wein enthält sehr viele Geruchsstoffe und bereits die erste geruchliche Wahrnehmung zeigt an, ob der Wein «sauber» ist oder ob er Mängel aufweist. Unsere Nase kann blumige, fruchtige, pflanzliche, würzige, tierische oder auch holzbetonte Gerüche wahrnehmen. Die geschmackliche Analyse entwickelt sich in drei Stufen: Auftakt, Entwicklung, Abgang. Als Auftakt bezeichnet man den ersten Eindruck, den man empfindet. Die Entwicklung ist die Phase, in der man die Ausgewogenheit eines Weines (Säure, Alkohol, Gerbstoff) spürt. Den geschmacklich-aromatischen Eindruck des Weins beschreiben wir im Begriff «Abgang». Degustationsleiter Reto Schweizer. Foto agi Winter. Zur Blinddegustation gelangten folgende Weine: – Schlattinger Müller-Thurgau 2011 von Schmidweine, Schlattingen / TG – La Perle, Epesses 2011 (Chasselas) der Domaine Blondel, Cully / VD Ami du Vin 4/12 nach den augen war die nase gefordert. – Viognier 2011, Cave Gilbert Devayes, Leytron / Wallis – Schafiser Sauvignon Blanc 2011, Johannes Louis, Schafis / Bern – Gamay de Vétroz 2011, Cave des Deux Rives, Brignon / Wallis – Gamaret de Vétroz 2011, Cave la Tine, Vétroz / Wallis – Osterfinger Blauburgunder Barrique Spätlese 2011, Familie Richli, Hirschen, Osterfingen / SH – San Domenico Ticino Doc 2010 (Merlot), Cantine Carlo Tamborini, Lamone / TI «Weinwissen» Das Wissen über Rebe und Wein wurde mit folgenden Fragen geprüft (in Klammer die richtigen Antworten): – Was ist «Simazin»? (Unkrautvertilgungsmittel) – Mit was bekämpft man den Echten Mehltau? (Schwefel) – Wie heisst die 2012 eingeführte Qualitätsbezeichnung im Waadtland? (Premier Grand Cru) – Was ist das Thema der diesjährigen Ausstellung im Weinbaumuseum Salgesch? (Stein- & Rebmauern) – Wie heisst die Rebsorte aus der Kreuzung Dornfelder x Cabernet Sauvignon? (Cabenet Dorsa) – «Charmont» ist eine Kreuzung aus? (Chasselas x Chardonnay) – Was versteht man unter Abstechen? (Abziehen des Weins von Trub und Hefe nach Abschluss der Gärung)) – Wie heisst der Winzer des Jahres 2012 am Grand Prix du Vin Suisse? (Claudio Tamborini) Hätten Sie es gewusst? Köstlichkeiten aus der Strauss-Küche Die Crew des Restaurant Strauss unter Roland Häusermann verwöhnte uns anschliessend mit ihren dem Thema des Anlasses angepassten Köstlichkeiten. Zum Apéro wurden «kleine Rösti-Tartelettes» und ein Cuvée Salomée 2011 AOC Zürichsee aus dem Hause Weinbau Welti gereicht, gekeltert aus Trauben der Sorte Muscat Oliver. Die Vorspeise «Weinländer Riesling-SilvanerSchaumsüppchen mit Knusperflûtes» begleitete ein Yvorne Clos de l’Abbaye Grand Cru 2011 der Domaine de la Commune d’Yvorne. Als Hauptgang wurde das «Trio vom Oberländer WeidekalbRöllchen mit Spinatmousse gefüllt, kleiner schmackhafter Bitok und «Bolognaise» mit Espuma, serviert mit feinstem KartoffelGratin und Gemüsetürmchen» gereicht. Drei mit der Goldmedaille ausgezeichnete Rote krönten die herrlich angerichteten Speisen: der Exclusive Pinot Noir 2011 und der Barrique Selection Pinot Noir 2010, beide von Saxer, Nussbaumen / TG, sowie der Syrah de Vétroz 2011, Cave des Deux Rives, Brignon (Nendaz). Die Gebrannte Crème nach Grossmutter Art, begleitet von «La Vita à Bella» 2009 aus dem Hause Carlo Tamborini, Lamone, beschloss den lehrreichen Abend. 43 La vie de l’ANAV GV mit Blick in die Zürcher Unterländer nachbarschaft Urs Pircher zu Gast im Weinland Die Weinfreunde Zürcher Weinland trafen sich am 8. Februar 2013 in der Mehrzweckanlage Teuchelweiher zur Jahresversammlung. Präsident Stephan Wälti informierte dabei über die Vorstands- und Vereinstätigkeiten, über Rechnung und Budget sowie die vorgesehenen Aktivitäten im Jubiläumsjahr. Gleichsam zu dessen Auftakt war mit Urs Pircher einer der renommiertesten Schweizer Winzer zu Gast bei den Weinländer Weinfreundinnen und Weinfreunden. Ihm galt die besonders herzliche Begrüssung durch den Präsidenten an diesem Abend. Dem Wirken des Weinbauern und Weinmachers aus Eglisau ist das folgende Winzerporträt gewidmet. Verfasst und illustriert hast es Agi Winter: Die «Geschichte» des Weinguts Pircher beginnt kurz nach Mitte des vergangenen Jahrhunderts. Urs Pirchers Eltern begannen 1958 in ihrem Rebbaubetrieb am hinteren Stadtberg in Eglisau mit der Produktion eigener Weine. Für die Verarbeitung des Traubenguts wurde ein Kellermeister aus dem Südtirol engagiert. Dieser sollte noch viele Jahre für die Kelterung verantwortlich sein, da 1964 der Urs Pircher vor seinen Reben. Vater starb und Mutter Pircher zusammen mit dem Angestellten den Betrieb weiter führte. Sohn Urs wirkt seit Abschluss seiner Ausbildungs- und Wanderzeit im Jahre 1975 im elterlichen Betrieb. 1984 übernahm er die Führung des Weinguts, wobei er den Kellermeister weiter bis zu dessen Pensionierung beschäftigte. Zurzeit arbeiten im Weingut Pircher neben Urs ein Winzer so- Das Weingut Pircher am Hinteren Stadtberg von Eglisau. 44 Ami du Vin 4/12 La vie de l’ANAV wie ein Lehrling und zu gegebener Zeit die Rebfrauen. am Südhang hoch über dem Rhein Das nördliche Rheinufer bei Eglisau, mit seiner nach Süden gerichteten Hanglage, ist für den Weinbau sehr gut geeignet und sorgt für eine optimale Traubenqualität. Besonders der hintere Stadtberg, mit seinen zum Rhein steil abfallenden Südhängen jahrhundertelang Teil einer vom Weinbau geprägten Kulturlandschaft, gilt als Spitzenlage der Region. Urs Pircher kultiviert hier 6 Hektaren Reben im Terrassenbau nach den Grundsätzen der integrierten Produktion. Extrem reduzierte Erträge Dank der rigorosen Ertragsbeschränkung – im Mittel auf 500 bis 600 gr Trauben pro m2 – erntet Pircher qualitativ hochstehendes Traubengut, das im Keller zu Spitzenerzeugnissen vinifiziert wird. Je nach Traubensorte und Wein werden verschiedene Behälter benützt. Für die temperaturkontrollierte Gärung und zum Ausbau der Weissweine kommen Stahltanks zum Einsatz. Für die Lagerung des Blauburgunders eignen sich grosse Eichenfässer (1000 bis 2000 Liter). Der Ausbau der Blauburgunder Auslese und des kraftvollen Pinot noir geschieht in kleinen Holzfässern (225 und 500 Liter). Fruchtig-elegante Weisse Urs Pirchers Riesling – Sylvaner ist ein fruchtiger, eleganter Wein mit feiner Würze und eignet sich sehr gut als Apérowein oder zu Fondue. Der Räuschling besticht durch seine lebhafte, delikate Art. Dank seiner prägnanten Säure ist er der ideale Begleiter zu Fisch. Der vornehme Charakter des goldgelben Pinot gris, der zum Teil im Holzfass ausgebaut wird, ver- Ami du Vin 4/12 bindet sich vortrefflich mit Fisch, Spargeln und Meerfrüchten. Einer der interessantesten Weissweine ist der aromatische Gewürztraminer mit seinem einmaligen Bouquet und seiner Restsüsse. Er passt zu asiatischen Currygerichten und zu «Sweet and Sour». Blauburgunder als Kernkompetenz Der Federweisse aus Urs Pirchers Keller ist ein fruchtig, frischer Wein aus kurz nach der Lese gepressten Blauburgunder Trauben ohne Säureabbau und eignet sich als Begleiter zu leichten Speisen und Geflügel. Blauburgunder (Pinot noir) ist eine der besten Rotweintrauben der Welt und die Hauptsorte der Region. Der Blauburgunder, der in 2000-LiterFässern ausgebaut wird, ist der regionale Traditionswein, fruchtig und elegant und passend zu jeder Gelegenheit. Für die Blauburgunder Auslese werden selektionierte Trauben bei einer langen Maischestandzeit gekeltert. Dieser Wein ist köperreich, verfügt über eine gute Struktur und vielschichtige Aromatik. Die Trauben für den Pinot noir, den Urs Pircher in der Barrique erzieht, reifen an der steilsten Lage am Hinteren Stadtberg (bis zu 80 Prozent Gefälle) an über 50-jährigen Stöcken. Nach der traditionellen Standengärung wird der Wein eineinhalb Jahre in der Barrique ausgebaut. Er ist der ideale Begleiter zu kräftigem Fleisch. Regent, Strohwein und Gebranntes Die frühreife pilzwiderstandsfähige Rebsorte Regent ist eine Kreuzung zwischen Diana (Silvaner x Müller-Thurgau) und Chambourcin und bereichert das Sortiment mit einem farbintensiven, gut strukturierten Wein, der ein- Urs Pircher im Barrique-Keller. einhalb Jahre in kleinen Holzfässern reift. Beim Strohwein trocknen die Trauben nach der Lese eine gewisse Zeit auf Gestellen, so dass der Zuckergehalt infolge der Wasserverdunstung steigt. Erst dann werden sie gepresst und zu süssem Strohwein vinifiziert. – Marc und Weindrusen runden das Sortiment des Weingutes Pircher aus Eglisau aufs Schönste ab. 45 La vie de l’ANAV Cholfirst Degustation im Pfarreizentrum St. Konrad «Weine aus dem Kanton Schwyz» Am 13. Oktober fanden sich 27 Weinfreundinnen und Weinfreunde der Sektion Cholfirst im Pfarreizentrum St. Konrad, um Weine des Kantons Schwyz kennen zu lernen. Dies dem Wunsch von Mitgliedern entsprechend, sowohl was die Weinprovenienzen als auch die Lokalität betraf, zur ursprünglichen «Einfachheit» zurückzukehren. – Monika Kolb berichtet: Beim Begrüssungstrunk, einem Federweissen von der Insel Ufnau, erklärte Werner Müller, dass seine Frau Gabi und er bei der Organisation und Durchführung des Abends auf die spontane Hilfe ihrer Kinder Cornelia, Steffi und Dominik zählen könnten. Werner verteilte allen ein Informationsblatt über die Weine und übergab dann für die Präsentation der Degustation das Wort charmant an seine Frau. Diese eröffnete darauf die Präsentation mit einer kurzen Vorstellung der beiden Produzenten, welche anschliessend degustiert wurden. Kellerei Kloster Einsiedeln Das Kloster entstand 835, und heute leben noch rund 70 Mönche dort. Neben den kirchlichen Aufgaben und Tätigkeiten betrei- Degustierte Weine – Federweisser von der Insel Ufnau 2010, 12,5 Prozent Vol., leichter Rosé aus Pinot noir Trauben (Gebr. Kümin) – «Hemina» weiss, 11,5 Prozent Vol, Kloster-Tischwein, hergestellt aus in- und ausländischen Trauben (20 Prozent Blauburgunder Schweiz, 40 Prozent Chardonnay und 40 Prozent Sauvignon Blanc, Pays d’Oc, Frankreich). Hemina ist ein altes römisches Hohlmass, von ca. 0.273 Liter. Der heilige Benedikt von Nursia erlaubt in seiner Klosterregel täglich eine Hemina Wein. Er betont aber, dass Masshalten das richtige Verhalten sei! (Kellerei Kloster Einsiedeln) – «Initio» 2011, 11,5 Prozent Vol, Assemblage aus Riesling-Sylvaner, Blauburgunder Weissherbst und Muscat (Kellerei Kloster Einsiedeln). – Leutschner Freisamer AOC 2010, 12,8 Prozent Vol. Der Freisamer ist eine Neuzüchtung, eine Kreuzung von Silvaner und Ruländer (Gebrüder Kümin). – Hemina rot, 12,5 Prozent Vol, Rotwein aus 20 Prozent Blauburgunder Schweiz, 40 Prozent Tinto de Espana Spanien und 40 Prozent Primitivo de Salento Italien; gefälliger als sein weisser Bruder (Kellerei Kloster Einsiedeln). – Leutschner Clevner Spätlese AOC 2010, 13 Prozent Vol. Clevner d. h. – Blauburgunder (Gebrüder Kümin). – «Residenza» 2009 12,7 Prozent Vol. Merlot aus der Region Bellinzona. Die Residenz und der Weinberg des Klosters Einsiedeln in Bellinzona wurde 1852 vom Kanton Tessin enteignet. Um an die Geschichte anzuknüpfen, bezieht das Kloster Merlot aus der Region Bellinzona als Jungwein, reift ihn im Holzfass und füllt ihn in der Kellerei des Klosters ab. – Tuggener AOC 2011, 12,5 Prozent Vol. Assemblage aus Pinot noir, Dornfelder und Cabernet, die separat vinifiziert, traditionell verarbeitet und in Stahltanks ausgebaut werden (Gebrüder Kümin). – «Trio Classico» 2009, 13 Prozent Vol. Assemblage aus 60 Prozent Pinot noir, 30 Prozent Cabernet und 10 Prozent Diolinoir, die separat vinifiziert werden. 12 Monate Ausbau in Barriques (Gebrüder Kümin). Familie Müller organisierte den «Schwyzer abend» nicht nur vorbildlich, sondern zeichnete auch für die perfekte «eigenhändige» Durchführung verantwortlich (rechts die Referentin). 46 Ami du Vin 4/12 La vie de l’ANAV ben die Mönche eine Schule und Landwirtschaft. Drei Rebberge mit etwa 8 ha Reben im Leutschen in Freienbach / SZ und auf der Insel Ufnau gehören zum Klosterbesitz. Die Weine können im Klosterladen bestellt und bezogen werden. Gebrüder Kümin Weinbau und Weinhandel aG, Freienbach Die Geschichte des Familienbetriebes Kümin begann 1902 mit der ersten Kelterung. 1913 wurde dann die Weinhandlung eröffnet. Die Kümin AG besitzt sieben Weinberge mit fast 16 ha Reben, vor allem am oberen Zürichsee, aber auch in Quinten und in Buchberg SH (3,8 ha). Zum Betrieb gehört auch eine eigene Brennerei. Auf die gelungenen Degustation der Weine, die von Gabi zügig und humorvoll kommentiert und ihren Kindern präzis serviert wurden, folgte ein einfaches, feines Essen: Hörnli und Ghackets mit Apfelmus à discretion. Mmh! Jeder und jede konnte von den degustierten Weinen nachschenken und zum Essen seinen Favoriten geniessen. Zum Kaffee gab es noch zwei Spirituosen aus dem Hause Kümin, einen Gravensteiner- und einen Quitten-Brand. Die feinen Rüeblioder Schokoladen-Muffins mit der speziellen «Schwyzer Kreuz-Glasur» schmeckten süss und rundeten den Abend fröhlich ab. – Im Namen aller Beteiligten sei an dieser Stelle Gabi und Werner Müller für die Organisation der Degustation «Back to the Roots» sowie Cornelia, Steffi und Dominik für den tollen Service gedankt! Weingilde Gallus In der Gaststube zum Schlössli, St.Gallen, klang das Gildenjahr aus «Tour-Vuelta» – Weine aus Spanien Die Erfahrung der letztjährigen Präsidentenkonferenz in der historischen Gaststube zum Schlössli im Herzen der Stadt St.Gallen überzeugte Gildenmeister Christian Gerber derart, dass er unseren diesjährigen Herbstanlass am selben Ort durchführte. Weinmagister Felix Indermauer präsentierte am 17. November 2012 eine «Tour-Vuelta» mit Weinen aus Spanien als Thema beim Ausklang des Gildenjahres 2012 jedoch ohne die Velorennfahrer. – Paul Rieser berichtet: Dine» kennen. Es hatte Mainstream-Weine und die eine oder andere «Wettertanne». Schäumende Einstimmung Als Aperitif kam nichts anderes als ein Cava in Frage. Mit etwas Käse, Oliven und hauchdünnem Rohschinken stimmten wir uns bestens ein. Cava ist übrigens der meistproduzierte Schaumwein weltweit. Felix Indermaur klärte uns in bewährter Manier über die Geheimnisse des eigentlich noch jungen spanischen Weinbaus auf. Einige Aha-Erlebnisse waren zu vernehmen, als uns bewusst wurde, welche Bedeutung Spaniens Weinbau insbesondere in der Menge hat. Interessant auch, dass 60 Prozent Weisswein angebaut wird. Im Laufe des Abends bot uns die Qualität der Weine dann viel Freude. Getreu dem Leitgedanken – Wein, der nicht getrunken wird, hat seinen Beruf verfehlt. Souverän wie immer: Tour-Chef und Weinmagister Felix Indermaur. 65 Weinfreundinnen und Weinfreunde erlebten einen interessanten Abend mit Weinen aus verschiedenen spanischen Anbaugebieten und äusserst breiter Ami du Vin 4/12 Preisspanne. Gastgeber Ambros Wirth, Gewinner der CulinariumKrone 2012, wählte passende Speisen dazu aus. Wir lernten die Vielfalt Spaniens in «Wein und 47 La vie de l’ANAV Gildenmeister Christian Gerber begrüsst die festlich gestimmten Weingilde-Mitglieder. Weisse aus dem norden zur Vorspeise Zu den Tapas-Variationen aus Crevetten mit Knoblauch, Gemüseomelette, Serano-Schinken, Artischocken, Klippfischkugeln und Oliven wurde eine 3er-Serie Weissweine gereicht: – Albarinõ 2011, Bodegas Valmiñor DO, Galicia – Nuestra Señora del Portal Blanco 2011, Celler Piñol, Terra Alta – Xipella Blanc 2011, Bodegas Clos Montblanc, Conca de Barberä DO Bei der zweiten Serie wurde ein zusätzliches Glas eingesetzt. Nebst einem weiteren Weisswein, waren zwei Rotweine geplant. Als Überraschung wurde ein dritter Rotwein eingeschenkt. Er erreichte erst vor kurzem die Schweiz. Durch persönliche Beziehungen von Felix Indermaur erhielten wir die Möglichkeit, einen Wein zu probieren, den es hier sonst gar nicht zu kaufen gibt. 48 Zur Paella Valencia degustierten wir: – Rueda Blanco, Hermanos de Lurton 2011, Rueda – Enate Crianza 2005, Enate Viñedos del Alto Aragon, Somontano – Castillo de Almansa, 2008, Bodgas Piqueras, Almansa DO Und die Überraschung: – Obanca, Qualitätswein von Cangas, 20 11, Bodegas Obanca, Cangas, Asturias, 13 Prozent Vol.; Traubensorten Albarin Negro, Carrasquin, Verdejeo Negro und Mencia. Stark fruchtbetonte Ausprägung eines «cool climat – Weins», aromabetont mit feinen Gerbstoffen, erfreuliches Erlebnis! Hochkarätiges zum Hauptgang … Während sich die ersten Weine in sehr moderaten Preislagen befanden, durften wir bei der Rotweinserie zum Hauptgang Weine kredenzen, die im Ankauf weit über 100 Franken kosteten. Solche Erlebnisse sind einer Weingilde würdig, haben aber höhere Preise für den Anlass zur Folge. Natürlich wird diskutiert, und es scheiden sich die Geister darüber. Zum Hauptgang servierte die vorzügliche Küche am Stück gebratenes Schweinkarree, Bratensauce mit Oloroso-Sherry, Linsengemüse mit Chorizo und Bratkartoffeln. Das Fleisch stammte nicht aus Spanien sondern aus dem Toggenburg. Dazu eine 3-Serie Bomben-Weine: – Vega Sicilia Valbuena 2005, Bodegas Y Viñedos Ribera del Duero DO – Torre Muga Reserva, 2006, Bodegas Muga, Rioja DOCa – Fariña Gran Collegiata Reserva 2004, Bodegas Fariña, Toro DO … und Höhergrädiges zum Finale Das Dessert-Trio «Schlössli» aus Orangencrème, Malaga-Glacé mit Sultaninen und Crema Catalana wurde von einem Sherry begleitet: – Jerez Pedro Ximenez V.O.S, Bodegas Tradicion VOS 15 ProzentVol Christian Gerber schloss den Anlass mit Dank an Weinmagister Felix Indermaur und Gastgeber Ambros Wirth und einem speziellen Gruss an das hervorragende Küchenteam. Der historische Saal im «Schlössli» bot einen idealen Rahmen für diesen festlichen Anlass. Für den Nachhauseweg nach dieser Tour-Vuelta nutzten viele den ÖV statt des Rennvelos, was sehr zu empfehlen war. Ami du Vin 4/12 La vie de l’ANAV Hauptbott mit feierliche Ordensverleihung im Hotel Bad Horn Vier neue Ordensträger Am Abend des 12. Januar 2013 verlieh Gildenmeister Christian Gerber im Hotel Bad Horn vier Personen der Weingilde Gallus den Orden. – Paul Rieser berichtet: In diesem Jahr stellten sich Annelies und Franz Bertsch aus Koblach sowie Franziska und André Eberhard aus Staad den «gestrengen» Weinmagistern zum Weingespräch. Seit längerem sind sie aktive, am Wein und dessen Geschichte interessierte Mitglieder der Weingilde Gallus. So wurden sie von den Fachleuten Christian Herzog und Felix Indermaur während rund zwei Stunden auf ihr Wissen um Wein und Rebe geprüft und durch den Gildenmeister ehrenvoll zu Ordensträgern er- nannt. Sie werden dem Grundsatz der Weingilde Gallus, «schätze unsere Ostschweizer Weine, trinke sie mit Mass und helfe, dass sie uns rein und unverfälscht erhalten bleiben», nachleben. neuer Gildenrat Die Ordensverleihung gehört zum Hauptbott der Weingilde Gallus (Hauptversammlung), der zum 46. Mal stattfand und an dem 58 Personen beiwohnten. Speziell an dieser Weinbruderschaft ist die Form der Hauptversammlung. Der Zeremonienmeister ermahnt zur Ruhe, während der in Roben gekleidete Gildenrat aufmarschiert. Er verkündet die goldenen Regeln des Weingeniessens und übergibt dem Gildenmeister, der dann durch die Traktanden führt. Als neuen Gildenrat wählten die Weinfreunde Yves Zollinger aus Mörschwil. Im Anschluss an die kurzweilige Zeremonienstunde folgte wiederum ein feines Nachtessen aus der Küche des Hotels Bad Horn, begleitet von auserlesenen Ostschweizer Weinen. Zeremonienmeister Charles Martignoni stellte die einzelnen Speisen in Vers und Reim vor – eine Spezialität schreibender Mitglieder. Dem neugewählten Vorstandsmitglied (Gildenrat) gehörte der letzte Vers. Mit anregenden Gesprächen und Tanz ging ein schöner Abend zu Ende. Die neuen Ordensträger, (v. l.) andré Eberhard, Franziska Eberhard, annelies Bertsch und Franz Bertsch. Foto: Irène Rieser. Ami du Vin 4/12 49 Dossier Weinhefe überdauerte 113 Jahre in Flasche «Dornröschen»-Hefe ist praxistauglich Ein Bericht der Forschungsanstalt Agroscope Wädenswil 2008 sorgte ein Wein mit Jahrgang 1895 für eine kleine Sensation: Mikrobiologen von Agroscope fanden darin Weinhefen, die 113 Jahre in der Weinflasche überdauert haben. Heute wissen die Forschenden, weshalb dies möglich war: Als ihr Leben davon abhing, haben die Hefen in der Flasche eine andere Energiequelle als Traubenzucker angezapft. Diese Flexibilität der Hefen wird heute genutzt, um so genannte Gärstockungen zu verhindern und zu beheben – einen Zustand, bei dem die Gärung stoppt und ein Wein mit unerwünschter Restsüsse resultiert: D iese Entdeckung der Agroscope-Experten hilft mit, finanzielle Einbussen von der Schweizer Weinbranche abzuwenden. Auch bei Destillaten und der Flaschengärung von Sekt und Champagner hat man die «Dornröschen»-Hefe bereits erfolgreich eingesetzt, um neue, erstklassige Produkte zu kreieren. – Anschliessend an die erfolgreichen Agroscope-Versuche gegen Gärstockungen wurde die «Dornröschen»-Hefe in grösseren Mengen produziert und der Weinpraxis zur Verfügung gestellt. Begeisterung der Weinpraxis für die Hefe 1895 Der Hefestamm 1895 wurde auch in der Praxis erfolgreich dazu eingesetzt, um Gärstockungen zu beheben (Details siehe Kasten). Dani Fürst aus Hornussen wurde «zum Fan dieser einzigartigen Hefe» und erklärt: «2011 habe ich sie erfolgreich als Reparaturhefe eingesetzt; 2012 habe ich die Hefe auf 8’000 kg BlauburgunderMaische eingesetzt und strahlende, fruchtige Weine mit herrlicher Fülle erhalten.» Hermann Schwarzenbach aus Obermeilen wiederum hat beobachtet, «dass die Hefe nicht nur eine ausgezeichnete Reparaturhefe zum Beheben von Gärstockungen ist, sondern dass sie schon im Traubensaft eingesetzt sehr interessante, traubensortentypische Weinaromen erzeugt und fast kein Böckserbildungsproblem festzustellen ist, auch ohne Zusatz von Hefenährstoffen». «Die Hefe 1895 ergibt fadengrade Weine ohne Grundrauschen, ohne ausgefranstes Aromaprofil», freut sich Niklaus Zahner aus Truttikon. Und Daniel Huber aus Monteggio findet «die Frucht von mit 1895 vergorenen Weinen schön (fast sexy)». «Die Weine sind komplex, nobel und haben einen authentischen Sortencharakter», ist für Gärstockungen beheben Weinhefen verarbeiten bei der alkoholischen Gärung bevorzugt Traubenzucker (Glukose) – sie sind glucophil. Fruchtzucker (Fruktose) wird nicht so effizient wie Glucose umgesetzt. Bis zum Ende der alkoholischen Gärung nimmt daher der Glukose-Anteil stark ab. Das führt dazu, dass sich das Verhältnis der beiden Zuckerarten zugunsten der Fruktose verschiebt. Erreicht dieser Prozess ein bestimmtes Verhältnis (zehnmal mehr Fruktose als Glukose) stockt die Gärung. Herkömmliche Weinhefen können nämlich mit zehnmal mehr Fruktose nichts anfangen. Die alte Hefe aber schon, denn sie musste vor Jahrzehnten einen Weg finden, um zu überleben – so haben sie in ihrer Not eine überlebensnotwendige Evolution durchgemacht: von der glucophilen zur fructophilen Ernährungsweise. Die Forschenden von Agroscope haben schnell gemerkt, dass die entdeckten Hefestämme fructophil sind, also Gärstockungen verhindern und beheben können. 50 Ami du Vin 4/12 Dossier Dreizehn Jahrgänge untersucht Die Agroscope-Fachleute haben dreizehn Jahrgänge auf lebende Weinhefezellen untersucht: 1895, 1897, 1911, 1927, 1935, 1936, 1940, 1943, 1944, 1945, 1947, 1959 und 1962. Bei insgesamt fünf Jahrgängen wurden sie fündig: beim Jahrgang 1895 dreizehn Kolonien Saccharomyces cerevisiae (S. cerevisiae) aus drei verschiedenen Hefestämmen und drei Kolonien von Candida stellata (C. stellata), beim Jahrgang 1897 siebzehn Kolonien C. stellata, beim Jahrgang 1911 vierzehn Kolonien C. stellata und ein Bakterium, beim Jahrgang 1935 siebzehn Kolonien S. cerevisiae aus zwei verschiedenen Hefestämmen und beim Jahrgang 1962 siebzehn Kolonien S. cerevisiae aus einem Hefestamm. Das Vorkommen von S. cerevisiae weist auf gute Jahrgänge hin; das Vorkommen von C. stellata ist ein Indikator für feucht-kalte Weinjahre. Martin Aurich aus dem Südtirol klar. Und Armin Sütterlin aus Bischoffingen bemerkt, dass «die Weine kurz nach der Gärung schon relativ gut entwickelt sind und sich durch ein reduziertes Säureempfinden auszeichnen». Weniger Biomasse als andere Hefen Die Hefe 1895 ist darüber hinaus wegen eines technologischen Aspekts von hohem Wert für die Praxis: Sie bildet im Vergleich zu den andern Weinhefen nur ein Drittel so viel Biomasse aus. Diese Eigenschaft ist nicht nur für die Weinbereitung sehr wünschenswert, sondern auch bei der Flaschengärung von Sekt und Champagner – das so genannte Dégorgieren ist dadurch viel einfacher (Entfernen der festen Partikel in der Flasche durch kurzes Öffnen des Verschlusses). Und auch Alain Helmrich aus Visperterminen freut sich: «Die Hefe 1895 ist eine absolute Sicherheit gegen Gärstockungen im Keller und bildet wenig Biomasse». Die Hefe, die von agroscope- Auch für Produktion von Edelbränden geeignet Seit zwei Jahren wird die Hefe1895 zudem bei der Herstellung von Destillaten erfolgreich eingesetzt. «Fruchtig, fruchtiger, am fruchtigsten!», so das Zitat von Edelbrand-Spezialistin Sonia Petignat-Keller von Agroscope. Achtzig Degustatoren am Schweizerischen Obstverband-Meeting 2011 haben dieses sensorische Ergebnis bei Fruchtbränden ebenfalls bestätigt. Ami du Vin 4/12 Experten in einer Weinflasche mit Jahrgang 1895 gefunden und im Labor eingehend erforscht und getestet wurde, hat den Schritt in die Praxis geschafft: Sie dient sowohl dazu, finanzielle Einbussen wegen Gärstockungen von der Schweizer Weinbranche abzuwenden, als auch neue Produkte von hoher Qualität zu kreieren. 51 Dossier Des levures de vin qui avaient subsisté 113 ans dans la bouteille «La Belle au bois dormant» – une levure a fait ses preuves dans la pratique Un rapport des chercheurs d’Agroscope Wädenswil En 2008, un millésime 1895 fit sensation: des microbiologistes d’Agroscope y trouvèrent des levures de vin qui avaient subsisté 113 ans dans la bouteille. Les chercheurs savent aujourd’hui comment ce fut possible: leur survie en dépendant, les levures dans la bouteille utilisèrent une autre source d’énergie que le glucose: C ette flexibilité des levures est utilisée aujourd’hui pour éviter ou rectifier ce que l’on appelle un arrêt de fermentation – en l’occurrence un état pendant lequel le processus de fermentation s’interrompt occasionnant une teneur en sucres résiduels du vin non souhaitée. Cette découverte des experts d’Agroscope contribue à prévenir les pertes financières du secteur vinicole suisse. Cette levure a également été utilisée avec succès pour créer de nouveaux produits de qualité, notamment dans les distillats et la fermentation en bouteille de vin mousseux et de champagne. – Suite aux essais fructueux menés par Agroscope contre l’arrêt de fermentation, la levure 1895 a été produite en quantités plus importantes et mise à disposition de la pratique. Enthousiasme du secteur de l’œnologie pour la levure 1895 La souche de levure 1895 a également permis de manière efficace d’éliminer les problèmes d’arrêt de fermentation dans la pratique (voir détails dans l’encadré). Dani Fürst de Hornussen a été totalement séduit par cette «levure absolument unique en son genre» et explique: «En 2011, je l’ai utilisée avec succès comme levure de réparation; en 2012, j’ai utilisé la levure sur 8’000 kg de moût de Pinot noir. J’ai obtenu des vins rayonnants et fruités, avec des arômes d’une grande richesse.» De son côté, Hermann Schwarzenbach de Obermeilen constate que «cette levure est non Élimination de l’arrêt de fermentation Pour la fermentation alcoolique, les levures œnologiques utilisent de préférence le glucose – elles sont glucophiles. Le fructose n’est pas transformé aussi activement que le glucose. Par conséquent, la part de glucose diminue fortement jusqu’à ce que le processus de fermentation alcoolique soit achevé. Cela implique que la proportion des deux types de sucres évolue en faveur du fructose. Si ce rapport atteint un certain seuil (dix fois plus de fructose que de glucose), le processus de fermentation s’arrête. Les levures de vin traditionnelles sont en effet incapables de traiter dix fois plus de fructose. Obligée de trouver un moyen de survivre pendant plusieurs décennies, la vieille levure subit un processus d’évolution: passer de l’alimentation à base de glucose, à l’alimentation à base de fructose. Les chercheurs d’Agroscope remarquèrent rapidement que les souches de levure découvertes transformaient le fructose, ce qui prévenait l’arrêt de fermentation. 52 Ami du Vin 4/12 Dossier après avoir été analysée en profondeur et testée en laboratoire, la levure découverte par les experts d’agroscope dans une bouteille du millésime 1895 a donc fait ses preuves dans la pratique: Elle permet à la fois d’éviter au secteur vinicole suisse des pertes financières dues aux arrêts de fermentation et de créer de nouveaux produits de haute qualité. seulement une excellente solution contre l’arrêt de fermentation, mais qu’en plus, utilisée dans le jus de raisin, elle libère des arômes très intéressants, typiques aux cépages. En plus, elle ne produit presque pas d’odeur de réduit, même sans ajouter de nutriments pour levure.» «1895 nous permet d’obtenir des vins linéaires, sans bruit de fond ni profil aromatique effiloché», se réjouit Niklaus Zahner de Truttikon. Et Daniel Huber de Monteggio trouve que «les vins fermentés avec de la levure 1895 ont une saveur séduisante (pour ne pas dire sensuelle)». «Ces vins sont complexes, nobles et se distinguent par leur caractère authentique, fidèle à leur cépage d’origine.», souligne Martin Aurich du Tyrol du Sud. Quant à Armin Sütterlin de Bischoffingen, il observe que «les vins sont déjà relativement bien développés peu après la fermentation et se caractérisent par une acidité réduite.» Par comparaison aux autres levures, une biomasse réduite indéniables pour la vinification, mais aussi pour la fermentation en bouteille de vin mousseux et de champagne – elle facilite notamment considérablement le processus que l’on appelle le dégorgement (élimination des particules solides dans la bouteille par brève ouverture du dispositif de fermeture). «La levure 1895 offre une protection absolue contre l’arrêt de fermentation en cave et réduit la formation de biomasse.», observe Alain Helmrich de Visperterminen en se réjouissant. Utilisée avec succès pour la production de distillats De plus, depuis deux ans, la levure 1895 est utilisée avec succès pour la production de distillats. Citons Sonia Petignat-Keller, la spécialiste d’Agroscope des eaux-de-vie: «Fruitée, encore plus fruitée, la plus fruitée!». À la réunion de l’association Fruit-Union Suisse en 2011, quatre-vingt dégustateurs d’eaux-de-vie de fruits ont également confirmé ce résultat sensoriel. Treize millésimes ont été examinés Les spécialistes d’Agroscope ont cherché des cellules de levure de vin vivantes dans douze autres millésimes: 1895, 1897, 1911, 1927, 1935, 1936, 1940, 1943, 1944, 1945, 1947, 1959 et 1962. Ils en ont trouvé dans cinq millésimes au total: dans le millésime de 1895 treize colonies de Saccharomyces cerevisiae (S. cerevisiae) issues de trois souches de levure différentes et trois colonies de Candida stellata (C. stellata), dans le millésime de 1897, dix-sept colonies de C. stellata, dans le millésime de 1911 quatorze colonies de C. stellata et une bactérie, dans le millésime de 1935 dix-sept colonies de S. cerevisiae issues de deux souches de levure différentes et dans le millésime de 1962 dix-sept colonies de S. cerevisiae issues d’une souche de levure. La présence de colonies de S. cerevisiae indique la bonne qualité des millésimes; la présence de colonies de C. stellata indique des années humides et froides. Par ailleurs, sur le plan technologique, la levure 1895 est d’une grande valeur pratique: Comparée aux autres levures œnologiques, elle ne produit qu’un tiers de biomasse. Cette propriété présente non seulement des avantages Ami du Vin 4/12 53 Magazin Les vignerons du Dézaley et du Calamin récupèrent leurs appellations historiques, avec des exigences supplémentaires Le retour de deux AOC historiques en Lavaux «Le Conseil d’Etat a écouté la production, c’est une excellente nouvelle!» Blaise Duboux, président de l’Interprofession du vin de Lavaux, est heureux: le Canton a modifié sa loi sur les AOC et redonné au Dézaley et au Calamin leurs appellations qui avaient disparu de la loi il y a quatre ans. Pour le vigneron d’Epesses et beaucoup de ses pairs de Lavaux, cette loi de 2009 était une hérésie qui gommait leurs deux terroirs mythiques, et ils se sont battus pour la faire modifier. La refonte des AOC voulait alors simplifier les appellations pour le consommateur, en réduisant leur nombre à six: La Côte, Lavaux, Chablais, Côtes-de-l’Orbe, Bonvillars et Vully. Et elle devait également hiérarchiser les vins, avec la notion de Grand Cru et de 1er Grand Cru. Terroir particulier Le Conseil d’Etat, répondant à la demande de la Commission interprofessionnelle du vin vaudois (CIVV), a donc remis deux AOC spécifiques au Dézaley et au Calamin, «en regard de leur réputation historique». Il faut dire que les deux régions en bénéficiaient déjà dans la loi précédente de 1949. Et «le terroir particulier de ces deux régions a été reconnu dans l’étude des terroirs viticoles vaudois publiée en 2004», poursuit le communiqué. Exigences plus strictes Les vins de ces deux régions pourront donc porter leur AOC, accompagnée de la mention Grand Cru, mais devront satisfaire à des exigences plus strictes, gages de la qualité et du prestige de ces noms. Les cépages blancs 54 auront au minimum 71° Oechsle, soit cinq à six de plus que dans les autres régions, le gamay 80° Oechsle et les autres cépages rouges 85° Oechsle, soit dix de plus qu’ailleurs. Les rendements seront également limités à 0,8 1 / m2 pour le chasselas et 0,64 1 / m2 pour les rouges. Tout coupage est interdit, mais le vin pourra être assemblé avec au maximum 10 pour cent d’un autre vin de Lavaux. S’ils ne remplissent pas ces conditions, les vins ne porteront que l’AOC Lavaux. «Bien sûr, c’est un sacrifice à la qualité, mais nous sommes prêts à le faire», s’exclame Blaise Duboux. (Article de David Moginier tiré du quotidien «24 heures» du 22 mars 2013.) Programme 2013 du Musée valaisan de la Vigne et du Vin, Sierre Workshops et visites guidées Cette année, Le Musée valaisan de la Vigne et du Vin (MVVV), Sierre, organise trois manifestations qui devraient intéresser particulièrement les amies et amis du vin: Samedi 11 et dimanche 12 mai 2013, «photographier le paysage», un workshop animé par Yann Mingard. Dimanche 27 octobre 2013, visite guidée de l’exposition Oswald Ruppen, guidée par Robert Hofer, photographe. Jeudi 21 novembre 2013, sous le titre «Le vin, la vie, la mort», en collaboration avec Gabriel Bender, sociologue, MVVV Sierre invite à saisir l’imaginaire du vin: «photographier le paysage» Que photographier dans les vignes et comment s’y prendre? Les 11 et 12 mai, dans le cadre du week-end des musées européens et des Caves ouvertes du Valais, le Musée valaisan de la Vigne et du Vin propose un workshop animé par le photographe Yann Mingard. Les participants apprendront à construire leur sujet avant d’arpenter le vignoble pour ramener des images. Le photographe leur montrera comment raconter une histoire ou défendre un point de vue à travers leur travail photographique. MVVV Sierre, Rendez-vous samedi 11 mai, 9h. Prix CHF 80.– (étudiant CHF 50.–) Nombre limité. L’atelier se déroule sur 2 jours. Inscriptions obligatoires: [email protected] ou 027 456 35 25. Prendre un appareil photo numérique et un pique-nique. Chaussures de marche. Par tous les temps. Visite guidée de l’exposition Oswald Ruppen. Le regard que porte Oswald Ruppen sur la vigne et le vin en Valais est original, précieux, incontournable. Pour entrer dans la démarche et lire les images de ce grand photographe, le MVVV vous offre une visite guidée avec son ancien apprenti et ami, Robert Hofer. MVVV Sierre, Rue Ste-Catherine 6, 11 h 00. Entrée libre sur réservation, apéritif offert. [email protected] ou 027 456 35 25 «Le vin, la vie, la mort» Boire est un acte intime et collectif. De la bouteille qu’on ouvre pour marquer une naissance à celle qui est vidée lors d’un enterrement, le vin accompagne et participe à la vie sociale. Il est à la fois le marqueur temporel et le témoin de l’intensité dramatique de l’instant. Il donne le rythme, le tempo et soutient la mélodie. A chaque jour, à chaque instant son vin. Invitation à saisir l’imaginaire du vin et son pouvoir d’évocation au détour de quelques images d’Oswald Ruppen. MVVV Sierre, Château de Villa, Sensorama, 19h00. Entrée libre sur réservation, apéritif offert. [email protected] ou 027 456 35 25 Ami du Vin 4/12 Magazin Optimierte Betriebsabläufe und integrierte Vinothek Neue Sternen-Trotte feierlich eingeweiht Anfang September 2012 wurde mit offenen Türen und im Beisein von Wein- und Politprominenz sowie vielen Gästen die neu erbaute Trotte des Weingutes zum Sternen, Andreas Meier + Co, Würenlingen, eingeweiht. – Reinhard Bachmann berichtet: «Sie werden schon an Eröffnungsfeiern von viel grösseren Bauwerken dabei gewesen sein. Wenn Sie es aber aus der Sicht der Hefezelle betrachten, ist dieser Bau gigantisch. Für die kleine Hefezelle ist diese Trotte das Haus, in welchem aus Trauben Most und durch Gärung Wein entsteht», erklärte einleitend Andreas Meier. Die alte Trotte hinter dem Restaurant Sternen hatte funktionale und statische Probleme. Ein Umbau hätte nur zu einem Flickwerk geführt. Somit entschieden sich Andreas, Adrian und Manuel Meier zu einem Neubau. Der Standort war gegeben, und die erfolgreiche Verbindung der beiden Betriebe Hotel / Restaurant und Weingut sollte weitergeführt werden. Die Kapazität der Trotte wurde bewusst nicht erhöht, aber die Arbeitsabläufe optimiert und eine Vinothek eingebaut. Diese wird von anthrazitfarbenen, hölzernen Weingestellen umschlossen. Wer die Trotte betritt, sieht ein offenes Gebäude mit viel Transparenz. Es gibt nur wenige Türen. Allen Materialien wie Stahl, Beton oder Holz wurde ihre natürliche Farbe belassen. Das Dach ist mit Biberschwanzziegeln gedeckt, die Fassaden mit einer Holzschalung und die Dachaufbauten mit Kupferblech verkleidet. Die Bretter der Zugangsfassade sind jeweils so ausgeschnitten, dass sich die Fugen zu einem Stern Ami du Vin 4/12 erweitern. Dieses Muster nimmt die Tradition von Holzbauten sowie das Symbol des Weingutes auf und ermöglicht ein interessantes Lichtspiel. Bei Tag von aussen nach innen, in der Dämmerung oder bei Nacht in der entgegengesetzten Richtung. Im Weingut zum Sternen werden über vierzig verschiedene Weine von bewährten sowie neuen Rebsorten gekeltert und nebst den eigenen Weinen auch jene der Weinbaugenossenschaften Würenlingen und Klingnau verarbeitet. Seit letztem Herbst wird hier zudem das Traubengut der neuen Weinfirma Besserstein AG, Villigen, gekeltert. 550 Jahre «Sternen» Gleichzeitig mit der Trotten-Eröffnung konnten die Familien Meier ein Jubiläum feiern. Am 6. Dezember 1452, also vor 550 Jahren, ist in einer Urkunde der Probstei Zurzach die Familie Meier erstmals als Pächter des Widumhofs – dem heutigen «Sternen» – in Würenlingen erwähnt. Aus der einstigen Trinklaube im ersten Stock wurde eine Wirtschaft und später ein renommiertes Hotel / Restaurant, das heute von Adrian Meier geführt wird. Andreas und Manuel Meier betreuen Rebschule und Weinbau. Die drei Brüder bilden die 17. Generation. Impressum «Ami du Vin» Organe officiel de l’Association nationale des amis du vin (ANAV) Offizielles Organ der Schweizerischen Vereinigung der Weinfreunde Organo ufficiale dell’Associazione nazionale degli amici del vino Erscheint 4 x jährlich / Paraît 4 fois par an / 4 edizioni per anno Redaktion / Rédaction / Redazione: Othmar Stäheli (Chefredaktor), Dammstrasse 5, 8180 Bülach E-Mail: [email protected] Layout: Umbruch, Susanna Bieglin-Besserer, E-mail: [email protected] Sekretariat und anzeigenverwaltung / Secrétariat et Régie des annonces: Othmar Stäheli, «Ami du Vin», Dammstrasse 5, 8180 Bülach Telefon: 044 867 23 00; Telefax: 044 867 23 08. abonnentendienst / Régie des abonnements Rudolf Wey, Zentralsekretär ANAV, Murzlenstrasse 9, 8166 Niederweningen, E-mail: [email protected] Logo: Fulvio Roth, Studio grafico, Bellinzona. auflage / Tirage Edizione: 5400 Ex. abonnement für nichtmitglieder / abonnement pour non-membres de l’anaV / abonamento per non-membri dell’anaV: CHF 36.–; Ausland / Etranger / Estero CHF 40.–. 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Mai 2013 55 GEnuSSland ÖSTERREICH GrOssE WEINE AusErlEsENE DElIkATEssEN Montag, 29. april 2013 Kongresshaus Zürich ÖSTERREICH WEIN Anmeldung mit Online-Formular ab April auf www.weininfo.ch Auskunft unter Tel. 044 389 60 40 Eintritt mit Anmeldung gratis, sonst Fr. 20.– www.österreichwein.at