Reaktion auf Kundenwünsche in einem modernen Unternehmen
Transcription
Reaktion auf Kundenwünsche in einem modernen Unternehmen
November, 2008 Reaktion auf Kundenwünsche in einem modernen Unternehmen Kundenwünsche zu verstehen kann bereits zu einer großen Herausforderung werden. Dies bedeutet jedoch nicht, dass das alleinige Verständnis der Kundenanforderungen ausreicht, um diese auch zu erfüllen. Ein Unternehmen muss sehr agil sein, um auf diese Anforderungen zeitgerecht einzugehen, während es gleichzeitig darauf achten muss, die Preise konkurrenzfähig zu halten. Während viele Hersteller derzeit die Mehrzahl ihrer Designs in 2D-Umgebungen ausführen, zeigt die von der Aberdeen Group durchgeführte Untersuchung, dass die führenden Unternehmen sich für die Produktentwicklung umfassenderen Tools bedienen. Diese bieten ausreichend Möglichkeiten, um effizient und schnell auf die sich verändernden Kundenanforderungen einzugehen, ohne die hohen Leistungsanforderungen der Unternehmen außer Acht lassen zu müssen. Analysten-Einblicke Die Aberdeen-Reihe „Einblicke“ bietet einen Überblick über die Untersuchung aus Analystensicht, wobei die Daten aus Befragungen, Interviews und Datenanalysen stammen Hindernisse auf dem Weg zur Kundenzufriedenheit Für ein besseres Verständnis, wie die Unternehmen besser auf Kundenwünsche eingehen können, müssen zunächst alle Faktoren identifiziert werden, die diese Vorgehensweise behindern könnten. Im dem im Juni 2008 von Aberdeen verfassten Bericht, Engineering-Strategieprogramm für die Führungsebene wurden die wichtigsten Faktoren festgelegt, die sich auf die Produktentwicklung in Unternehmen auswirken (Tabelle 1). Diese Anforderungen führen zu wesentlichen Punkten, die die Möglichkeiten der Unternehmen zur effektiven Erfüllung von Kundenwünschen behindern können. Tabelle 1: Die wichtigsten 5 Anforderungen für Unternehmen Anforderungen Antwort Projektzeitpläne für technische Produkte werden immer kürzer 60% Erhöhte Rohmaterialpreise (z. B. Stahl, Aluminium usw.) 33% Gekürzte Budgets für Produktentwicklung 32% Niedrigere Endpreise verlangen niedrigere Produktkosten 28% Markt- oder Kundenanforderungen verlangen vermehrt “intelligente" Produkte 22% Quelle: Aberdeen Group, Juni 2008 Viele Unternehmen sind gezwungen, deutlich kürzere Zeitpläne für Entwicklungen zu realisieren, während gleichzeitig auch die vielseitigen Kundenanforderungen steigen. Werden diese Anforderungen nicht erfüllt, © 2008 Aberdeen Group. www.aberdeen.com “Es ist wichtig, ein offenes Ohr für unsere Kunden zu haben. Aussagen von Kunden führen dazu, dass Designanforderungen geändert werden. Diese Verbesserungswünsche haben wir entsprechend auf die Produkte angewandt und die gewünschten Auswirkungen sind bereits spürbar. Diese Vorgehensweise führte bereits zur Einführung äußerst innovativer Produkte." ~ Marketing Manager Hersteller von Industrieausrüstungen Telephone: 617 854 5200 Fax: 617 723 7897 Reaktion auf Kundenwünsche in einem modernen Unternehmen Seite 2 so wenden sich die Kunden an die Wettbewerber. Die Unternehmen dürfen weiterhin nicht außer Betracht lassen, dass die Kundenansprüche sehr hoch sind, was sich auf zweierlei Art widerspiegelt. Einerseits wünschen die Kunden vielseitigere Produkte mit vermehrten Funktionen, andererseits muss das Preis-/Leistungsverhältnis stimmen, was zu Preissenkungen führen muss. Wo liegen die Schwierigkeiten? Steigende Rohmaterialpreise führen zu erhöhten laufenden Geschäftskosten. Und man könnte hoffen, dass die Unternehmensbudgets entsprechend erhöht werden, um besser, schneller und günstiger zu werden. Die Realität zeigt jedoch, dass die Budgets gleichermaßen gesenkt werden. Und dies stellt die Unternehmen letztendlich vor eine äußerst schwierige Frage: Wie können all diese Kundenanforderungen mit weniger Ressourcen und einem verminderten Budget realisiert werden? Aberdeen-Analyse Im Zeitraum Mai bis Juni 2008 führte die Aberdeen Group eine Befragung von mehr als 620 Herstellern durch. Hinterfragt wurden hierbei die angewandten Strategien zur Leistungsverbesserung der technischen Abteilung. Für die Festlegung der Strategien, die sowohl konkrete Geschäftsvorteile bieten als auch am effizientesten implementiert werden können, führte Aberdeen unter den Befragten ein Benchmarking für vier Hauptleistungskriterien durch. Diese Kriterien bewerten die Möglichkeit zur Erreichung wichtiger technischer Ziele, einschließlich des Prozentsatzes der Produkte, die folgende Kriterien erfüllen: • Freigabe für Produktion • Kunden- oder Marktanforderungen • Kostenziele • Kostenziele für die technische Entwicklungsphase Unter Verwendung dieser Parameter teilte Aberdeen die Unternehmen in die Gruppen Best-in-Class (die besten 20 %), Branchendurchschnitt (die mittleren 50 %) und strukturschwache Unternehmen (die schlechtesten 30 %) ein. Abbildung I veranschaulicht die Leistungsunterschiede, die der jeweiligen Kategorie zu Grunde liegen. © 2008 Aberdeen Group. www.aberdeen.com Telefon: 617 854 5200 Fax: 617 723 7897 Reaktion auf Kundenwünsche in einem modernen Unternehmen Seite 3 Abbildung 1: Aufbau der Maturity-Class-Bewertung 100% 91% 90% 75% 88% 88% 81% 75% 73% 73% 60% 50% 56% 46% 42% 25% 0% Von der t ermingerecht en Freigabe bis zur Herstellung Best -in-Class Erfüllen der Kunden- und M arktanf orderungen Branchendurchschnit t Kostenziele Kosten f ür die technische Entwicklungsphase St rukt urschwach Quelle: Aberdeen Group, Juni 2008 Ein effizientes Eingehen auf Kundenwünsche fordert nicht nur die Möglichkeit eines Unternehmens, das richtige Produkt zu liefern, sondern es zum gewünschten Zeitpunkt und zu einem akzeptablen Preis zu liefern. Produkte, die von Best-in-Class-Unternehmen auf den Markt gebracht werden, erfüllen diese Kundenwünsche und Marktanforderungen häufiger als Produkte, die vom Branchendurchschnitt angeboten werden. Es ist jedoch sehr auffällig, dass die führenden Unternehmen hierzu in der Lage sind und insbesondere dann ihre Wettbewerber ausstechen, wenn direkte und laufende Produktkosten sowie die Markeinführungsdaten des Designs eine Rolle spielen. Der Unterschied kann hierbei sehr deutlich sein. Best-inClass-Unternehmen erreichen die Produktionsziele zu 23% eher als der Branchendurchschnitt und doppelt so oft als strukturschwache Unternehmen. Die Möglichkeit, die technischen Leistungsziele dauerhaft über all diese Metriken zu erreichen, unterstreicht die Fähigkeit von Best-in-ClassUnternehmen, die Anforderungen an ihre Organisationen weiterzugeben und effektiv auf Kundenanforderungen einzugehen. Trotz der strengen Bedingungen in Unternehmen sowie den geringeren Ressourcen, die hierfür bereitstehen, treten die Best-in-Class-Unternehmen nicht auf der Stelle. Vielmehr sind sie dauerhaft bestrebt, über den Tellerrand zu schauen. Es geht nicht um die reine Erfüllung von Kundenanforderungen, sondern sie berücksichtigen hierbei auch die Budgetvorgaben, um aus diesen Kundenwünschen schnell Nutzen zu ziehen. Bleibt nur die Frage: Wie machen Sie es? Zugriff auf Produktformgebung und Passform: 2D- und 3D-CAD 3D-Modelle bieten den Unternehmen die Möglichkeit, immer komplexere Produktanforderungen zu erfüllen und gleichzeitig die Produktentwicklungsdauer zu verkürzen und mit niedrigeren Budgets auszukommen. Aus der Designperspektive gesehen, nutzen viele Unternehmen den Mehrwert, der durch 3D-Modelle erzielt werden kann. © 2008 Aberdeen Group. www.aberdeen.com Telefon: 617 854 5200 Fax: 617 723 7897 Reaktion auf Kundenwünsche in einem modernen Unternehmen Seite 4 Aberdeen fand jedoch heraus, dass nur wenige den direkten Sprung von 2D zu 3D schaffen. Viele Unternehmen ziehen eine gewisse Übergangsphase vor, d. h. sie setzen 2D- und 3D-Designtools gleichzeitig ein (Abbildung 2). Abbildung 2: 2D- oder 3D-CAD? 100% 82% 67% 71% 50% 23% 10% 10% 19% 11% 7% 0% Nur 2D-CAD Best-in-Class Kombination aus 2D- und 3D-CAD Branchendurchschnitt Nur 3D-CAD Strukturschwach Quelle: Aberdeen Group, Mai 2008 Warum wird diese Methode eingesetzt? Hierfür gibt es mehrere Gründe. Erstens bieten kombinierte 2D- und 3D-Designumgebungen den Benutzern die Möglichkeit, die neuen Tools zu erlernen, während die älteren weiter genutzt werden, um die Produktivität sicherzustellen. Zweitens sind die Unternehmen durch die Verwendung von 2D-CAD in der Lage, das Hauptaugenmerk auf die 3D-Implementierung zu legen: Laut Bericht der Aberdeen Group vom Mai 2008, Best Practices für die Migration von 2D auf 3D-CAD, nutzen 29% der Befragten 2D-Legacy-Designs. Durch die gleichzeitige Verwendung von 2D- und 3D-Umgebungen können diese Unternehmen 2D-Legacy-Designs verwenden und gleichzeitig von den Vorteilen der 3D-Designs profitieren. Für die Arbeit in kombinierten 2D- und 3D-Umgebungen sind jedoch nicht nur die Legacy-Daten wichtig. Der Benchmarking-Bericht Best Practices für die Migration von 2D auf 3D machte weiterhin deutlich, dass 26% der Hersteller die Mehrzahl ihrer Produkte in 2D-Umgebungen entwickeln. Doch für die immer strafferen Vorgaben, denen diesen Unternehmen unterliegen, sind die 2D-Zeichnungen oder ein minimaler Ansatz für 3DDesign nicht mehr ausreichend. Unternehmen, die diese Ansätze verfolgen, sind oftmals nicht in der Lage, wesentliche Vorteile zu nutzen, die mithilfe von 3D-Tools möglich wären. 3D-Tools bieten die Möglichkeit einer digitalen Bewertung von Formgebung und Passform eines Produkts vor der Designfreigabe. Das Unternehmen kann somit unnötige spätere Änderungen im Herstellungsprozess vermeiden, die in den meisten Fällen sehr kosten- und zeitintensiv sind. Interessant ist auch, dass zwar eher Best-in-Class-Unternehmen bereits auf eine ausschließliche 3D-Designumgebung umgestellt haben, allerdings ist der Anteil nur unwesentlich höher. Die Führungsrolle, die diese Unternehmen gegenüber ihren Wettbewerbern einnehmen, resultiert nicht ausschließlich © 2008 Aberdeen Group. www.aberdeen.com Telefon: 617 854 5200 Fax: 617 723 7897 Reaktion auf Kundenwünsche in einem modernen Unternehmen Seite 5 aus der Verwendung von 3D-Designtools, sondern aus dem Grad, wie diese 3D-Tools für andere Zwecke, beispielsweise CAE- und CAM-Anwendungen eingesetzt werden. Unternehmen, die den Sprung von 2D auf 3D-Tools schaffen können daraus deutlichen Nutzen ziehen, indem sie es den Best-inClass-Unternehmen gleichtun. Diese nämlich verwenden die 3D-Tools für eine große Anzahl der Produktentwicklungsstrategien. Bewerten der Produktfunktion: 3D-CAE Für Best-in-Class-Unternehmen zählt mehr als die reine Formgebung und Passform eines Produkts oder die Nutzung von 3D-Designs zur Bewertung der Produktfunktionen in einem frühen Designstadium. Das Konzept hinter dieser Strategie ist die sehr frühe Bewertung der Produktleistung, noch vor der Fertigstellung von Designs. Dies bedeutet, dass Fehler in einem Stadium korrigiert werden, wenn noch Raum für weitere Lösungsoptionen ist. Obwohl dieses Konzept bereits vor mehr als 10 Jahren erkannt wurde, wird es nach wie vor sehr differenziert im allgemeinen Leistungsrahmen genutzt. Insbesondere Best-in-Class-Unternehmen tendieren im Gegensatz zum Branchendurchschnitt zu 41% eher dazu, Simulationstools zur Digitalisierung von Modellen einzusetzen, um die Leistung bereits von Anfang an sicherzustellen. Wie lautet ihr Ansatz? Zunächst werden die Simulationstools für die Bewertung der strukturellen Leistung des Produkts eingesetzt. Hierbei werden nicht nur physikalische Aspekte betrachtet, sondern auch Rohmaterialpreise. Da diese Analysen bereits früh in der Designphase ausgeführt werden, können die Designer dann weiterführende Analysen durchführen und Vergleiche zwischen den verschiedenen Designs anstellen. Während sie weiterhin das Design in manchen Bereichen verbessern können, beispielsweise die Senkung der strukturellen Belastung, erhalten Sie außerdem einen direkten Eindruck davon, wie bestimmte Entscheidungen für das Design sich auf andere Produkteigenschaften, z. B. Kosten, natürliche Abweichungen und Wärmeaustritt auswirken. Die Produktentwicklung bleibt somit unter ständiger Kontrolle, wobei die Budgetvorgaben eingehalten werden sowie wertvolle Zeit und Geldmittel gespart werden können, indem Folgekosten für Abfälle, Nachbearbeitung und neue Designs eliminiert werden. © 2008 Aberdeen Group. www.aberdeen.com Telefon: 617 854 5200 Fax: 617 723 7897 Reaktion auf Kundenwünsche in einem modernen Unternehmen Seite 6 Abbildung 3: Leistungsrahmen: Formgebung, Passform und Funktion 100% 100% 95% 84% 72% 51% 50% 80% 77% 67% 63% 72% 59% 40% 0% Erzielen der Produktleistung bereits zu Beginn der Designphase Best-in-Class Bewertung der strukturellen Leistung des Produkts Analyse der Rohmaterialkosten für das Produkt Branchendurchschnitt Produktoptimierung zur Erfüllung von Kundenanforderungen Strukturschwach Quelle: Aberdeen Group, Juni 2008 Die Erwartungen der Best-in-Class-Unternehmen sind jedoch wesentlich höher als die reine Projektverfolgung oder Einhaltung des Budgets. Die frühe Nutzung von Simulationen in der Produktentwicklung dient außerdem der Optimierung von Produktleistung zur Erfüllung der Anforderungen. Designer erhalten somit die Möglichkeit, mehrere Optionen zu bewerten, um dann schlussendlich ein Produkt zu erhalten, das nicht nur gut ist, sondern auch exakt auf die Kundenwünsche abgestimmt ist. Die Betrachtung all dieser Anforderungen führt zu dem Schluss, dass Unternehmen die richtige Mischung aus Erfüllung von Kundenanforderungen sowie Produktleistung und Kosten finden müssen. Beschleunigte Produktion: 3D-Herstellung Zusätzlich zur Verwendung von 3D-Designs zur frühzeitigen Bewertung der Produktleistung nutzen Best-in-Class-Unternehmen die 3D-Designs zur Bewertung der Herstellbarkeit von Produkten vor der tatsächlichen Designfreigabe. Gegenüber dem Branchendurchschnitt ist diese Vorgehensweise bei den Branchenführern doppelt so häufig als offizieller Schritt im Produktentwicklungsprozess integriert. Im Vergleich zu strukturschwachen Unternehmen wird dieses Verfahren sogar 4-Mal so häufig verwendet (Abbildung 4). Was ist der Grund hierfür? Die führenden Unternehmen haben erkannt, dass selbst eine perfekte Gewichtung von Leistung und Anforderungen nutzlos ist, wenn der Herstellungsprozess nicht angemessen verläuft. Deshalb verwenden die Best-in-Class-Unternehmen einen FeedbackProzess, um zusätzliche Kosten und Verzögerungen zu vermeiden, die dann auftreten, wenn festgestellt wird, dass die Herstellung der Produkte gemäß den ursprünglichen Designs nicht möglich ist. Dieser Feedback-Prozess wird erweitert auf alle Ebenen, d. h. bis zu den Maschinenbedienern, die detaillierte fachliche Rückmeldungen über die Herstellbarkeit liefern. Dieser Schritt wird von den Branchenführern 2,4 Mal so häufig angewandt wie von © 2008 Aberdeen Group. www.aberdeen.com Telefon: 617 854 5200 Fax: 617 723 7897 Reaktion auf Kundenwünsche in einem modernen Unternehmen Seite 7 strukturschwachen Unternehmen und sie können somit deutliche Einsparungen in Punkto Abfall und Nachbearbeitung verbuchen. Aber es geht um viel mehr als um die Bewertung von Designs. Best-in-ClassUnternehmen nutzen die 3D-Modelle zum Erstellen von NC-Toolpfaden, indem Sie das CAM-Tool in die CAD-Umgebung integrieren. Außerdem hilft eine 3D-Bewertung die Genauigkeit des Toolpfads wesentlich zu verbessern. Was ist der Grund hierfür? Die manuelle Interpretation von Designs durch die Werkstattprogrammierer zur Erstellung von Toolpfaden kann in den meisten Fällen entfallen. Das bedeutet letztendlich, dass menschliche Fehler sowie die daraus resultierenden Probleme deutlich reduziert werden können. Abbildung 4: Leistungsrahmen 100% 78% 67% 57% 49% 50% 18% 28% 19% 13% 4% 0% Bewertung der Herstellbarkeit des Produkts als offizieller Schritt im Produktentwicklungsprozess Best-in-Class Maschinenbediener geben Feedback und Vorschläge für das Produkt ab Branchendurchschnitt CAM-Anwendung integriert in CAD-Anwendung Strukturschwach Quelle: Aberdeen Group, Juni 2007 Rationalisierung der Prozesse: PDM-Unterstützung Neben der digitalen Bewertung von Formgebung, Passform und Funktionsweise eines Produkts nutzen die Best-in-Class-Unternehmen eine Vielzahl von PDM-Funktionen (Produktdatenverwaltung), um die verschiedenen Aspekte des Produktentwicklungsprozesses zu steuern und zu verwalten. Während die Ausführung vieler Designarbeiten in 2D von den Unternehmen als “Overkill” betrachtet wird, bietet PDM Möglichkeiten, den Zufluss von Designdateien, die den 3D-Modellen angefügt sind (d. h. Freigabe- und Änderungsverwaltung), anzupassen. Diese Vorgehensweise bietet außerdem unterschiedlichste Unterstützung für den Produktentwicklungsprozess. Best-in-Class-Unternehmen tendieren eher dazu, sowohl PDM als auch einen breiteren Funktionsbereich zu nutzen: Von zentralisiertem Zugriff auf Produktdaten über unternehmensübergreifende Hand-Offs und Prozessänderungen bis hin zur Sichtbarkeit der Kosten in Echtzeit (Tabelle 2). Während der Rationalisierung des Herstellungsprozesses nutzen diese Unternehmen parallel PDM, um auch den Entwicklungsprozess zu © 2008 Aberdeen Group. www.aberdeen.com Telefon: 617 854 5200 Fax: 617 723 7897 Reaktion auf Kundenwünsche in einem modernen Unternehmen Seite 8 rationalisieren. Diese Unternehmen haben verstanden, dass PDM nicht nur Möglichkeiten zur Verbesserung des Produktentwicklungsprozesses bietet, sondern auch Optionen für die Prozessautomatisierung und –verwaltung. Sie haben somit alle Möglichkeiten, diese delikaten Punkte auszugleichen, indem sie die zusätzlichen PDM-Funktionen nutzen (Tabelle 2), Somit können dank dem verminderten Zeitaufwand Produktionsprozesszeiten gesenkt und Kosten reduziert sowie gleichzeitig Kundenanforderungen erfüllt werden. Die Gesamtauswirkungen dieser Möglichkeiten sind dieselben: Kunden und Märkte werden mit den richtigen Produkten termingerecht beliefert. Tabelle 2: Leistungsrahmen Best- Branchendurchschnitt Strukturschwach inClass Zentralisierter Zugriff auf Produktdaten 89% 79% 64% Mehrfache Verwendung von Designs 78% 53% 33% Freigabeverwaltung (Kommunikation / Austausch von Hand-offs zwischen Engineering und Produktion) 78% 58% 55% Parallele Designerstellung (mehrere Designteams an verschiedenen geographischen Standorten) 75% 50% 40% Prozess der Änderungsverwaltung 67% 68% 55% “Mein bester Rat ist, dass Sie bei der Auswahl der Tools sehr sorgfältig vorgehen sollten. Ich habe bereits an zwei Implementierungen teilgenommen, eine davon in leitender Position, und die Auswahl der Tools wirkte sich deutlich auf den unterschiedlichen Erfolg der Maßnahmen aus. Dank der Tatsache, dass 3D-Dateien wesentlich unabhängiger eingesetzt werden können, muss der Dateiverwaltungsprozess sehr sorgfältig durchdacht werden, um sich letztendlich zwischen einem PDM- oder einem PLM-System entscheiden zu können." ~ Scott E. Davis Direktor, Global Documentation Systems Symmetricom Quelle: Aberdeen Group, Juli 2008 Quantifizierte Leistungsabweichung Wie bereits erläutert, erreichen die Best-in-Class-Unternehmen ihre Leistungsziele häufiger als ihre Wettbewerber. Welche spürbaren Auswirkungen ergeben sich daraus? Die von Aberdeen durchgeführte Untersuchung Best Practices für die Migration von 2D auf 3D-CAD macht deutlich, dass diese Unternehmen weniger physische Prototypen und Freigabedesigns benötigen, und gleichzeitig die Produkte in deutlich kürzerer Zeit als ihre Wettbewerber liefern können und nebenbei auch wesentlich weniger technische Änderungsaufträge benötigen (Tabelle 3). © 2008 Aberdeen Group. www.aberdeen.com Telefon: 617 854 5200 Fax: 617 723 7897 Reaktion auf Kundenwünsche in einem modernen Unternehmen Seite 9 Tabelle 3: Vorteile der Best-in-Class-Unternehmen BestinClass Branchendurchschnitt Strukturschwach Zeitrahmen vom Designentwurf über die Freigabe bis zur Herstellung 19,8 Wochen 29,4 Wochen 36,5 Wochen Anzahl der technischen Änderungsaufträge nach der Designfreigabe 6,4 9,5 11,3 Anzahl der physischen Prototypen 5,0 7,2 7,7 Quelle: Aberdeen Group, Mai 2008 Bei einer Wettbewerbssituation, in der jede Woche oder sogar jeder Tag zählt, sind die Best-in-Class-Unternehmen den strukturschwachen Unternehmen um 16,7 Wochen voraus. Dank den von den Best-in-ClassUnternehmen für die Produktentwicklung verwendeten Methoden und Tools können sie den Kunden die gewünschten Produkte zu den gewünschten Preisen liefern, sowie schneller auf Änderungswünsche eingehen, d. h. sie sind ihren Wettbewerbern 16,7 Wochen voraus. Mit Hilfe einer digitalen Bewertung von Formgebung, Passform und Funktionsweise können die Best-in-Class-Unternehmen den Produktentwicklungsprozess besser steuern. Dies führt wiederum dazu, dass weniger Änderungsaufträge und physische Prototypen erforderlich sind, d. h. die Terminvorgaben können im Rahmen der Entwicklungszeitpläne verkürzt werden. Die Auswirkungen dieser Lieferzeiten kann in Leistung gemessen werden. Die Unternehmen können die Designs in 90% aller Fälle für die Produktion freigeben sowie die Kostenvorgaben für Produkt und Entwicklung erfüllen. Dies macht deutlich, wie die Best-in-ClassUnternehmen dem Druck von kürzeren Terminvorgaben und erhöhten Rohmaterialpreisen standhalten. Im Wesentlichen schaffen sie eine Designumgebung, die allen Anforderungen der Unternehmen standhalten und somit alle Möglichkeiten bieten, um die Kundenwünsche zu erfüllen. Zusammenfassung der Merkmale der Branchenführer Die Kunden verlangen bessere Produkte in kürzeren Zeitspannen und zu günstigeren Preisen, wohingegen Unternehmen nur begrenzte Ressourcen besitzen, um auf diese Wünsche entsprechend zu reagieren. Wie kann ein Hersteller also die Vorteile nutzen, die von Best-in-Class-Unternehmen bereits verzeichnet werden können? Nachfolgend sind die wichtigsten Punkte aufgeführt, die von den Unternehmen zu berücksichtigen sind, um ihre Möglichkeiten zum Eingehen auf Kundenanforderungen zu erweitern. © 2008 Aberdeen Group. www.aberdeen.com Telefon: 617 854 5200 Fax: 617 723 7897 Reaktion auf Kundenwünsche in einem modernen Unternehmen Seite 10 • • • • • Branchenführer tendieren eher zum Einsatz von 3D-CAD-Tools, allerdings setzen viele auf eine Übergangsphase von 2D auf 3D Branchenführer nutzen die digitale Bewertung von Leistung und Kosten, während sie gleichzeitig den Ausgleich dieser beiden Methoden mit CAE-Technologie optimieren Branchenführer nutzen eine Vielzahl von PDM-Funktionen zur Rationalisierung des gesamten Produktentwicklungsprozesses Bei den Branchenführern dauern Designfreigaben nur halb so lang wie bei strukturschwachen Unternehmen. Außerdem fallen nur halb so viele Änderungsaufträge an und es werden 2,7 weniger Prototypen erstellt. Dies bedeutet letztendlich, dass die Branchenführer den Markt mit den richtigen Produkten beliefern und höhere Gewinne erzielen als ihre Kollegen und Wettbewerber Weitere Informationen über dieses oder andere Untersuchungsergebnisse finden Sie unter www.aberdeen.com. Zusammenhängende Untersuchungen Engineering-Strategieprogramm für die Führungsebene: Juni, 2008 Best Practices für die Migration von 2D auf 3D; Mai 2008 Nimble-Produktdesign: CAD/CAM/CAE für kleine und mittelständische Unternehmen ; Juni 2007 Das best gehütete Geheimnis der besten SMB-Produktentwickler? Der schnellste Weg zu PLM-Werten; Juli, 2008 Autor: Chad Jackson, Vice President, Product Innovation and Engineering ([email protected]) Seit 1988 helfen die Aberdeen-Untersuchungen Unternehmen dabei, Best-in-Class-Status zu erlangen. Mit dem Benchmarking der Leistungen von mehr als 644 000 Unternehmen ist Aberdeen in der Lage, die Unternehmen mit wesentlichen Fakten zu unterstützen – Fakten, die es den Unternehmen ermöglichen, in die Zukunft zu blicken und gute Ergebnisse zu erzielen. Aus diesem Grund vertrauen uns mehr als 2,2 Millionen Leser in über 40 Ländern, 90% der Fortune 1000-Unternehmen und 93% der Technology 500. In seiner Rolle als Harte-Hanks Gesellschaft übernimmt Aberdeen eine Schlüsselrolle, indem das Unternehmen weltweite direkte Zusammenhänge erläutert und zielgerichtet für Marketingunternehmen umsetzt. Aberdeens analytische und unabhängige Betrachtung des „Kundenoptimierungsprozesses“ von Harte-Hanks (Information - Möglichkeit – Einblick – Engagement – Interaktion) steigert den Kundenwert und betont die strategische Rolle von Harte-Hanks auf dem Markt. Wenn Sie weitere Informationen wünschen, besuchen Sie die Aberdeen-Website http://www.aberdeen.com oder wenden Sie sich telefonisch an (617) 723-7890. Weitere Informationen über Harte-Hanks erhalten Sie unter (800) 456-9748 oder http://www.harte-hanks.com Dieses Dokument ist das Ergebnis einer von der Aberdeen Group durchgeführten Untersuchung. Die Methodologie der Aberdeen Group gewährleistet objektive, faktengebundene Untersuchungen und stellt zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung die bestmögliche Analysenmethode dar. Falls nicht anders angegeben liegt das Urheberrecht aller in diesem Dokument erscheinenden Inhalte bei Aberdeen Group, Inc. Die Inhalte dürfen ohne ausdrückliche schriftliche Zustimmung der Aberdeen Group, Inc. weder kopiert, verteilt, archiviert noch in welcher Weise auch immer weitergegeben werden. © 2008 Aberdeen Group. www.aberdeen.com Telefon: 617 854 5200 Fax: 617 723 7897