Neue Waffen für die SDF
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Neue Waffen für die SDF
Kommentar Neue Waffen für die SDF von Andreas Szagun Die Selbstverteidigungskräfte, wie sich Japans Armee verniedlichend nennt, wollen neue Waffen kaufen. Das passiert in jeder Armee der Welt, denn auch Waffen verschleißen, sowohl technisch als auch moralisch. Einen besonderen Fortschritt stellen jedoch die Überlegungen zum Ersatz des bisher von den SDF geflogenen Abfangjägers F-4 „Phantom“ dar. Er wird auch von der Bundeswehr eingesetzt und sollte daher bekannt sein. Die bisherige Konfiguration des F-4 „Phantom“ der SDF war eindeutig Abfangjäger. Nun stehen laut „Wehrtechnik“ Überlegungen an, die mehr als dreißig Jahre alten Maschinen zu ersetzen. Zur Wahl stehen neben US-Flugzeugtypen wie F-15 E „Eagle“ oder F 18 E/F „Super Hornet“ auch der europäische „Eurofighter Typhoon“. Die jetzt geforderten taktischen Eigenschaften des neuen Waffensystems lauten unter anderem: Luft-BodenRaketen und Luftbetankbarkeit. Im Gegensatz zu der als defensiv anzusehenden Konfiguration „Abfangjäger“ bedeutet die Luftbetankbarkeit eine Vergrößerung der Reichweite und der Einsatz von Luft-Boden-Raketen die Möglichkeit, in fremden Ländern handeln zu können, also einen offensiven Charakter. Damit reiht sich diese Maßnahme lückenlos ein in die Bestrebungen zur Abschaffung des Artikels 9 der japanischen Verfassung, die ja einhergehen mit den Bemühungen, auch durch Japan internationale Kriegseinsätze auf Seiten der Führungsmacht USA zu ermöglichen. Eine Parallele zur BRD! Der Heliport bei Henoko, offensichtlich als Schnittstelle zwischen see- und luftgebundenen Truppentransportern gedacht (das Waffensystem „MV-22 Osprey“ zum Beispiel vereinigt die Vorzüge eines senkrecht startenden und landenden, aber langsamen Transporthubschraubers mit denen eines schnellen Transportflugzeuges) unterstreicht ebenfalls den offensiven Charakter der geplanten Rüstungsmaßnahmen. Kommandounternehmen von japanischem Gebiet aus gegen China, Korea, Afghanistan oder die Staaten der ehemaligen Sowjetunion stände damit militärtechnisch nichts mehr im Wege. 15 DJF Quarterly 1+2/2008