Louisiana ist zu kaufen - die USA verdoppeln nicht nur ihr
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Louisiana ist zu kaufen - die USA verdoppeln nicht nur ihr
Louisiana ist zu kaufen - die USA verdoppeln nicht nur ihr Staatsgebiet, sie werden zur ersten Macht in Nordamerika. Der Aufstieg zur Weltmacht ist vorgezeichnet. 1803 erwarben die Vereinigten Staaten von Amerika, bis dahin noch auf den Osten des Kontinents beschränkt, von Frankreich knapp über zwei Millionen Quadratkilometer Land. Frankreich war seit dem 17. Jahrhundert die größte Kolonialmacht in Nordamerika. Der Kaufpreis von 15 Millionen Dollar, etwa sieben Dollar für einen Quadratkilometer, entsprach nach heutiger Kaufkraft einem Wert von 250 Millionen Dollar. Ein Spottpreis! Eigentlich ging es der Regierung unter Präsident Jefferson gar nicht um diesen immensen Landgewinn und damit eine Verdopplung des Staatsgebietes, sondern um den Erwerb der Stadt New Orleans. Diese hatte für den Warenverkehr aus der Region südlich der Großen Seen eine herausragende Bedeutung. Der größte Teil des Import- und Exportgeschäfts mit Europa wurde über New Orleans abgewickelt. Nun erlaubte es der Louisiana Purchase dem jungen Staat USA sogar, die Besiedlung des Westens zunächst friedlich fortzuführen, also die Politik der Ausdehnung, die fünfzig Jahre zuvor noch in den Krieg zwischen Frankreich und Großbritannien um die Vorherrschaft in Nord Amerika einmündete. Die USA traten das Erbe der Kolonialmächte äußerst zügig an, und sie setzten deren Eroberungspolitik ungehindert fort. 1. Nordamerika ist zunächst selbst der Schauplatz der Weltgeschichte Nach der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus wird Nordamerika zum Spielball der europäischen Seefahrerstaaten Spanien, England, Niederlande, Frankreich. Die Kolonialmächte teilen den Kontinent in Interessensphären und Kolonien auf. Von Süden aus stoßen die Spanier im frühen 16. Jahrhundert in die westlichen Gebiete vor. Florida, gegenüber von Kuba wie eine Fortsetzung der Großen Antillen gelegen, dem Kerngebiet in der Karibik, gehört ebenfalls in das spanische Einflussgebiet. Frankreich erobert vom Nordosten aus den Kontinent und schiebt sein Einflussgebiet in die Mitte und nach unten bis zur Golfküste. Handelsinteressen stehen im Mittelpunkt, die beiden Stadtgründungen am St. Lorenzstrom, Quebec (1608) und Montreal (1642), zeugen davon ebenso wie das 1718 gegründete New Orleans im Mississippi Delta am Golf von Mexiko. Die Kolonisierung der Ostküste ist der Schwerpunkt der britischen Politik. Es sind in erster Linie Siedlergruppen, die mit Privilegien der Krone ausgestattet in Virginia (1584) und dann schwerpunktmäßig im Nordosten Land nehmen und Orte gründen. Im Norden des Kontinents stehen für Großbritannien ebenfalls Handelsinteressen im Mittelpunkt als die Hudson Bay Company 1670 mit königlichen Privilegien ausgestattet wird und für die Krone das Monopol im Fellhandel ausüben soll. Das versuchen niederländische und vor allem französische Händler zu umgehen. Es kommt sogar zu militärischen Auseinandersetzungen, die erst mit dem Friedensschluss von Utrecht 1713 beendet werden. Großbritannien sichert sich das Gebiet rund um die Hudson Bay. Frankreich verzichtet, die Großen Seen und das Ohio Gebiet bleiben aber französische Einflusszone. Zudem kann sich Frankreich in der europäischen Auseinandersetzung um die Thronfolge in Spanien durchsetzen. Im Frieden von Utrecht wird nämlich geregelt, dass das französische Königshaus der Bourbonen den Nachfolger für den kinderlosen spanischen König stellen wird. Für die Einfädelung des Louisiana Puchase ist diese Familienpolitik ein wichtiger Schachzug, denn so kann Frankreich Louisiana 1762 an das verwandte spanische Königshaus abtreten und weiterhin Optionen auf dieses Gebiet behalten. Hudson Bay St. Lorenz Strom Große Seen Virginia Ohio Fluss New Orleans In der Karte sind die im ersten Kapitel hervorgehobenen geografischen Angaben noch einmal besonders gekennzeichnet. (Ausgangskarte aus: Wikipedia, Artikel „Nordamerika“) 2. Die Vorgeschichte des Verkaufs verdeutlicht die Bedeutung des Ereignisses Louisiana gehörte bis 1763, dem offiziellen Ende des Franzosen- und Indianerkrieges, zum französischen Kolonialgebiet auf dem nordamerikanischen Kontinent. Frankreich war es bereits Anfang des 17. Jahrhunderts gelungen, vom St. Lorenz-Strom aus über die Großen Seen und dann südwärts in die Mitte Nordamerikas vorzustoßen. Nach erfolgreicher Fahrt den Ohio und Mississippi hinunter nahm eine französische Expedition nominell für den französischen König Ludwig XIV. dann auch das Gebiet bis hinunter zum Golf von Mexiko in Besitz. Louisiana entstand. Für Großbritannien bedeutete diese Kolonisierung zunächst einmal, dass es die unten auf der Karte rot eingezeichneten Siedlungsgebiete an der Ostküste nicht mit dem Gebiet rund um den Hudson Bay verbinden konnte. Die meisten englischen Kolonien wurden bereits im 17. Jahrhundert gegründet und mit Privilegien der Krone ausgestattet. Die Hudson Bay Company erhielt das Monopol auf den Pelzhandel, konnte Forts und Handelsstützpunkte errichten und mit der Bevölkerung Verträge schließen. Die Siedlungen an der nördlichen Ostküste wurden 1660 Kronkolonien (Neu-Englandstaaten). Bis Mitte des 18. Jahrhunderts kamen weitere Kolonien bis hinunter Richtung Florida hinzu. Die Bevölkerung stieg auf 20 Millionen Einwohner an. Die Appalachen, der Gebirgszug im Westen, bildete zunächst eine natürliche Siedlungsgrenze für die dreizehn britischen Kolonien an der Ostküste, bis Anfang des 18. Jahrhunderts die Einwandererzahlen aus Europa stark anstiegen. Die Ausdehnung des Siedlungsraumes über die Appalachen hinaus in Richtung Westen bis zum Mississippi Die Karte zeigt die Situation vor dem Friedensschluss von 1763. Deutlich erkennbar ist, wie sich Frankreich mit der dunkelblau gezeichneten Fläche vom St. Lorenzstrom bis nach New Orleans ein geschlossenes Kolonialgebiet aufgebaut hat. Die hellblaue Fläche gehörte bis 1763 zum französischen Einflussgebiet, durch zahlreiche Forts gesichert. An den von Großbritannien geduldeten und teilweise unterstützten Siedlungsströmen aus den Dreizehn Kolonien an der Ostküste (rot) in das Ohiogebiet südlich der Großen Seen entzündete sich 1754 der Krieg. Das braune Gebiet veranschaulicht die russischen Initiativen auf dem Kontinent. Das dunkelgrüne Gebiet ist spanische Kolonie, das hellgrüne wird von Spanien beansprucht. Wikipedia, Artikel „Geschichte Nordamerikas“ zeichnete sich durch den Druck der Siedlergruppen also bereits Anfang des 18. Jahrhunderts ab. Zudem betrachteten die Briten das Gebiet von den Großen Seen südwärts über den Ohio in Richtung Golf von Mexiko von Anfang an auch als ihr Einflussgebiet. Die kriegerische Auseinandersetzung mit Frankreich wurde unvermeidlich, als britische Händler und von den Kolonien zum Teil unterstützte und geplante Siedlertrecks in das Ohio Gebiet eindrangen. Der Franzosen- und Indianerkrieg fand parallel zum Siebenjährigen Krieg in Europa statt. Die britischen Armeen waren zahlenmäßig den französischen weit überlegen, auch wenn diese sich auf Bündnisse mit den meisten Indianerstämmen stützen konnten. Aufgrund der Überlegenheit zur See blieben Nachschublieferungen für die französischen Truppen aus. Die Niederlage Frankreichs war absehbar. Großbritannien baute seine Vormacht auf dem Kontinent aus. Frankreich zog sich aus Nordamerika zurück. Mit dem Friedensschluss von Paris 1763 fielen Kanada und die östlich des Mississippi gelegenen Gebiete sowie Florida an Großbritannien. Britisch-Nordamerika umfasste somit die Dreizehn Kolonien an der Ostküste, die sich 1776 zu den USA Die blaugrauen (1) und hellblauen (2) sowie die türkisfarbenen Gebiete (4) hat Frankreich1763 an Großbritannien abtreten müssen. Auf die hellgrünen (3) erheben später die USA Ansprüche. Grün eingezeichnet ist das historische Louisiana, dunkelgrün das Gebiet um New Orleans, das heutige Louisiana. Florida treten die USA 1783 wieder an Spanien ab, als „Belohnung“ für die Unterstützung im Unabhängigkeitskrieg. Karte: Wikipedia, Artikel „Geschichte der Vereinigten Staaten“, bearbeitet, ergänzt. zusammenschlossen, sowie drei Kolonien rund um die Großen Seen und schließlich die Gebiete der späteren Staaten Ohio, Kentucky, Tennessee und Mississippi. Zugleich versuchten die Briten das Gebiet jenseits der Appalachen als Indianerland zu sichern. Durch die königliche Proklamation von 1763 wollte die Krone unbedingt die weiterhin andauernden Indianerkriege beenden, um auch so die Staatsfinanzen zu sanieren. Auch die dreizehn Kolonien sollten zu der Sanierung beitragen, indem Steuern auf den Warenverkehr erhöht oder neue Steuern (Stempelakte) erhoben wurden. Die Proteste gegen diese „Beteiligung“ mündeten schließlich in den Unabhängigkeitskrieg. Zudem ließen sich die Siedlerströme aus den Ostgebieten in das Land jenseits der Appalachen nicht mehr aufhalten. Die Zahl der landsuchenden Einwanderer war so groß, dass die Kronkolonien in Schwierigkeiten gerieten. Das Indianerterritorium, auf der Karte die blaugrauen und hellblauen Gebiete, kam offen in das Blickfeld der Frontierbewegung, die Siedlungsgrenze verschob sich bis 1800 an den Mississippi. 3. New Orleans: Um die Handelsmetropole geht es! Louisiana und New Orleans gelangten 1763 nicht in den britischen Einflussbereich. Die Frage drängt sich auf, warum die Briten die 1762 vom französischen König eingefädelte Abtretung von Louisiana an das spanische Königshaus akzeptierten, obwohl sich der für Großbritannien günstige Kriegsausgang in Nordamerika doch klar abzeichnete? Die Frage zu stellen ist aufschlussreich, weil sie die Nordamerikapolitik in einer Gesamtschau auf die britische Kolonialpolitik im 18. Jahrhundert zu betrachten auffordert. Der Siebenjährige Krieg 1756 – 1763 war ein europäischer Krieg mit zwei überseeischen Kriegsschauplätzen, Nordamerika und Indien. Besonders aufgrund der militärischen Überlegenheit auf See setzte sich Großbritannien als unangefochtene erste Kolonialmacht auf der Welt durch. Der Friede von Paris dokumentierte das. Frankreich gab seine Ansprüche auf Indien und Hinterindien auf. Die Niederlande waren auf Indonesien als Kolonialbesitz zurückgeworfen worden, Russland finanzierte Expeditionen nach Alaska und nahm das Gebiet über Handelsstützpunkte formell in Besitz. Großbritannien wollte den Nordwesten des Kontinents ebenfalls als Einflussgebiet (Hudson Bay Company) sichern, so wie auch die Spanier die gesamte Westküste des Kontinents für sich beanspruchten. Russland und Spanien, diese beiden Staaten betrachteten die Briten in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhundert in Nordamerika aber nicht mehr als gefährliche Konkurrenten. Spanien hatte mit der Sicherung von Kolonialbesitz in Mittel- und Südamerika genug zu tun. Die russischen Kolonialinteressen konzentrierten sich darauf, die Gebiete rings um das Schwarze Meer und schließlich die Meerenge zum Mittelmeer, also Istanbul am Bosporus zu beherrschen. In den Kriegen mit dem Omanischen Reich war Russland auf Dauer gebunden. Die große Auseinandersetzung mit dem russischen Vormachtstreben im Schwarzmeergebiet und in Südostasien sollte erst 100 Jahre später anstehen (Krimkrieg, Friede von Paris 1856). Das britische Imperium begann sich bereits ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts über eine Vormachtstellung im Welthandel zu definieren. Tja, wie geht es weiter? Ihr habt gemerkt, es wird immer schwieriger die Fragestellung weiter zu verfolgen. Viele Gesichtspunkte sind einzubeziehen. Das Themengebiet ist sehr umfangreich. Mir fehlt momentan die Zeit, um den Vortrag fertig zu stellen. Stimmt nicht so ganz! Wer will fortsetzen? Ideen, Material, Bausteine für den Abschluss des Vortrages. Staatsschulden GB nach 1756-1763 verdoppelt Kolonien wirtschaftlich interessant nicht durch Besitz, sondern durch Handel Kronkolonien, andere Arten von britischen Kolonien in Nordamerika Niederlande – Groß Britannien siehe New York – Mein Gespräch mit einer Schülerin, in der Website, Geschichte, Historische Stichwörter NL wollen Freihandel – sind ja ein kleines Land, aber im Handel mächtig, zeitweise die Nr. 1 im Welthandel!!! Die Briten wehren sich - Navigationsakte 1650 – also kein Freihandel Dann aber, 1783, fordern sie von den USA den Freihandel – Mississippi und New Orleans als Freihafen Ein Ergebnis des Unabhängigkeitskrieges, „kleines“ Zugeständnis an GB Der Freihandel auf dem Mississippi hat eine Vorgeschichte, kannst du im Vortrag oben nachlesen … Da Frankreich fürchtete, seine gesamten amerikanischen Kolonien an England zu verlieren, trat es im Vorfrieden von Fontainebleau 3.11. 1762 Louisiana westlich des Mississippi sowie die "Isle of New Orleans" an Spanien ab. GB lässt sich 1783 bestätigen, dass der Mississippi frei ist. Louisisana gehört weder zu GB noch zu den USA, ist spanisches Gebiet aber eigentlich doch französisches Territorium … Großbritannien und die Vereinigten Staaten haben beide immerwährenden Zugriff auf den Mississippi River [Artikel 8]; Freihandel!!! Diese komplizierte Situation darzulegen, das könnte eine Fortsetzung des Vortrags beinhalten. New Orleans hatte sich zur Handelsmetropole für den mittleren Westen entwickelt. Französische Händler, Stützpunkte in Louisiana … Weltpolitik – Indien an die Krone (GB), Frankreich zieht sich nach Hinterindien zurück (Kambodscha, Vietnam) Noch einige Gedanken, Aussagen, Zusammenhänge, die du gebrauchen kannst. Fast alles aus Wikipedia Artikeln Achtung, schreibe eigene Sätze, Satzreihen … Bereits 1762 hatte der französische König - die Niederlage gegen Großbritannien in Nordamerika war absehbar - Louisiana an Spanien abgetreten, das französische und spanische Königshaus waren verwandt. Großbritannien akzeptierte im Frieden von Paris das Geheimabkommen nachträglich, konnte allerdings 1767 durchsetzen, dass die Gebiete Louisianas östlich des Misssissippi an die Krone fielen. New Orleans wurde jetzt erst offiziell die Hauptstadt von Spanisch-Louisiana. Ein Gouverneur wurde eingesetzt, sehr zum Unmut der zahlreichen in New Orleans ansässigen französischen Siedler und Händler. Einer Rebellion (1768-1769) gegen die spanische Herrschaft wurde ein schnelles Ende gesetzt. Ein entscheidendes Jahr 1795. Spanien gewährte dem jungen Staat USA das „Recht auf Niederlassung“ in der Handelsmetropole New Orleans und erlaubte den Amerikanern, den Hafen der Stadt zu nutzen. Die Brisanz dieses Vertrages ergab sich daraus, dass nach wie vor Großbritannien das Gebiet New Orleans wurde 1803 an Frankreich abgetreten. Danach wurde das Gebiet an die Vereinigten Staaten verkauft. Auseinandersetzungen USA – Spanien Zugleich Unterstützung Spaniens im Krieg USA GB 1812 1801 ging Louisiana nach der Eroberung Spaniens durch Napoleon I. wieder an Frankreich zurück. Die Stadt wurde von Frankreich am 20. Dezember 1803 den USA übergeben. Zu dieser Zeit hatte New Orleans ca. 10.000 Einwohner. 1804 wurde die "Isle of Orleans" unter dem Namen "Orleans-Territorium" vom LouisianaTerritorium abgespalten. 1812 wurde das Orleans-Territorium unter dem Namen Louisiana der 18. US-Bundesstaat. Das Louisiana-Territorium wurde in MissouriTerritorium umbenannt. Während des Krieges von 1812 wollten die Briten die Stadt erobern, sie wurden aber von den von General Andrew Jackson angeführten Truppen einige Meilen flussabwärts am 8. Januar 1815 zurückgeschlagen (Schlacht von New Orleans). Hintergrund Der amerikanische Präsident Thomas Jefferson wollte 1802 die Stadt New Orleans kaufen. Die Stadt kontrollierte den Mississippi, der damals schon wichtig war für die Verschiffung von landwirtschaftlichen Gütern aus den Gebieten der USA, die westlich der Appalachen lagen. Aufgrund des Pinckney-Vertrags mit Spanien hatten amerikanische Kaufleute das Recht, den Hafen von New Orleans zu benutzen. Napoléon Bonaparte hatte im Jahr 1800 Louisiana, das seit 1762 spanische Kolonie gewesen war, wieder unter französische Kontrolle gebracht. Die Amerikaner fürchteten nun, dass sie das Recht zur Nutzung des Hafens von New Orleans verlieren könnten. Die Jefferson-Regierung kam zu dem Schluss, dass es das Beste sei, die Stadt New Orleans und deren nähere Umgebung zu kaufen, um langfristig den Zugang zum Mississippi zu sichern. Jefferson sandte James Monroe und Robert R. Livingston nach Paris, um über den Kauf zu verhandeln. Napoleon, der zu jener Zeit über die stärkste Armee in Europa verfügte, betrachtete den Verkauf seiner amerikanischen Territorien als Geste des guten Willens gegenüber den USA und als strategischen Schachzug gegen die Briten. Ein starkes Amerika konnte als Puffer gegen Britannien dienen, wenn der unvermeidliche Entscheidungskampf kommen würde. Möglicherweise erhoffte er sich auch die Unterstützung der USA bei seiner Seeblockade gegen England. Wichtiger war vielleicht, dass Napoleon einer Niederlage seiner Truppen in der französischen Kolonie Saint-Domingue (heute: Republik Haiti) gegenüberstand. Eine Expeditionsarmee unter seinem Schwager Charles Leclerc d'Ostin versuchte, die Kontrolle über Frankreichs profitabelste Kolonie zurückzugewinnen. Im Juni 1802 hatten die Franzosen erfolgreich den Revolutionsführer Toussaint L’Ouverture nach Frankreich deportiert, aber das Gelbfieber wütete unter den Soldaten und tötete im November auch Leclerc. Darüber hinaus führte die rassistische Politik der Franzosen in Guadeloupe und in Saint-Domingue zu einem GuerillaKrieg und zum Überlaufen führender französischer Offiziere, wie zum Beispiel des schwarzen Generals Jean-Jacques Dessalines und des Offiziers Alexandre Pétion im Oktober 1802. Diese Rückschläge führten dazu, dass Napoleon seine Pläne aufgab, das französische Imperium in der neuen Welt wieder zu errichten. Die Franzosen zogen sich im November 1803 zurück, aber ihre Niederlage war schon ein Jahr zuvor abzusehen. Napoleon führte den Verkaufserlös seiner großen Kriegskasse zu und strebte die Kontrolle über ganz Europa an. Zwischen 1805 und 1807 besiegte er Österreich, Preußen und Russland und machte sich zum Herrn über den größten Teil des Kontinents.