aktionsprogramm 2005-2007

Transcription

aktionsprogramm 2005-2007
1
INTERNATIONAL ALLIANCE OF WOMEN (IAW)
Gleiche Rechte – Gleiche Verantwortung
AKTIONSPROGRAMM 2005-2007
Verabschiedet vom XXXIII IAW Kongress, Freiburg, Deutschland, September 2004
GRUNDSATZERKLÄRUNG
Frauenrechte sind Menschenrechte.
Menschenrechte sind universell, unteilbar, voneinander abhängig und miteinander verbunden.
Die IAW bejaht, dass voller und gleicher Genuss der Menschenrechte allen Frauen und Mädchen zusteht.
Die IAW bekräftigt, dass eine Voraussetzung für die Sicherung dieser Rechte die universelle Ratifizierung
und vorbehaltlose Umsetzung der Konvention über die Beseitigung aller Arten
von Diskriminierung der Frau (CEDAW) ist. Sie fordert ihre
Mitgliedsorganisationen auf, sich bei ihrer Regierung mit Nachdruck für die
Ratifizierung des Fakultativ-Protokolls zu CEDAW einzusetzen.
Bedeutung und Wert der Beiträge von Frauen als gleichwertigen Partnerinnen sind in
den zahlreichen Weltkonferenzen der Vereinten Nationen gegen Ende des letzten
Jahrhunderts anerkannt worden.
Besonders wichtig für Frauen ist die Umsetzung der Aktionsplattform von Peking von 1995, der sich 189
Mitgliedstaaten verpflichtet haben.
Die IAW ruft ihre Mitgliedsorganisationen auf, die Einhaltung dieser Verpflichtungen zu verfolgen.
Nach 100 Jahren steht die IAW vor dramatischen neuen Herausforderungen bei der Erreichung gleicher
Rechte und gleicher Verantwortung für Frauen. Frieden ist heute, wie zu Beginn der IAW, für Frauen
wichtig, als Leidtragenden bei Unfrieden und wegen ihrer Fähigkeiten, Frieden zu bewahren.
MENSCHENRECHTE
Bürgerliche und Politische Rechte
Die größtmögliche Teilhabe von Frauen am politischen
Leben ist eine Grundvoraussetzung für die Verwirklichung
der Gleichstellung der Geschlechter auf politischer Ebene
und für das Erreichen von Frieden und sozialer Gerechtigkeit
anzusehen, deshalb
a) fordert die IAW die Regierungen auf, den
Internationalen Vertrag über Bürgerliche und Politische
Rechte zu ratifizieren und ihre daraus resultierenden
Verpflichtungen voll umzusetzen und
mit allen erforderlichen Maßnahmen den gleichen
Anteil von Frauen (d.h. 50/50 % Frauen/Männer) in
allen Entscheidungspositionen auf allen Ebenen
politischer Macht zu erreichen ;
Maßnahmen
zu
ergreifen,
damit
Frauen
in
Entscheidungs-, Planungs- und Beratungsgremien
mitarbeiten können, um sicherzustellen, dass die
Sichtweisen von Frauen anerkannt werden;
nationale und internationale Mechanismen zu überprüfen, fortzuentwickeln oder einzurichten, um Maßnahmen zur Erreichung von bürgerlicher und politischer
Gleichheit für alle wirkungsvoll durchzusetzen und zu
überwachen.
b) fordert die IAW ihre Mitgliedsorganisationen auf,
ihre Regierung mit Nachdruck zu ersuchen, den Internationalen Vertrag über Bürgerliche und Politische
Rechte zu ratifizieren und ihre daraus resultierenden
Verpflichtungen voll umzusetzen und
Frauen über ihre Rechte zu informieren;
ihre Regierung mit Nachdruck um Annahme und
Umsetzung aller in Internationalen Instrumenten enthaltenen Klauseln mit Bezug auf Frauenrechte zu
ersuchen.
c) fordert die IAW die Medien auf
die Bedeutung von Regierungsverpflichtungen zu bestätigen und zu diskutieren und die Erfüllung der
Verpflichtungen zu überwachen.
Wirtschaftliche soziale u. kulturelle Rechte
Ratifizierung und volle Umsetzung des Internationalen
Vertrags über Wirtschaftliche, Soziale und Kulturelle Rechte
sind überaus wichtig für das Leben von Frauen in der
ganzen Welt, deshalb
a) fordert die IAW die Regierungen auf, sich zu den
entsprechenden Klauseln
dieses wichtigen Menschenrechtsinstruments zu verpflichten und sie in nationale
Gesetzgebung zu überführen.
b) fordert die IAW ihre Mitgliedsorganisationen auf
die Umsetzung zu verfolgen und ihre Mitglieder über
alle wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte zu
informieren.
FRAUENRECHTE SIND MENSCHENRECHTE
Nehmen Frauen heute ihre Grundrechte wahr, so sind sie
ständig Angriffen ausgesetzt. Diese Rückschläge sind häufig
wirtschaftlichen Faktoren zuzuschreiben, insbesondere aber
dem Fortbestehen kultureller und religiöser Gebräuche, die
Frauen ihre Rechte versagen.
Besondere Aufmerksamkeit ist auf die Gesundheitsrechte
von Mädchen und Frauen zu richten, denn die Nichtbeachtung dieser Rechte hat Auswirkungen auf andere Rechte
und Freiheiten .
Ein Ziel des Aktionsprogramms 2005-2007 ist es, unsere
Mitgliedsorganisationen zu ermutigen und anzuleiten, an der
vollen Umsetzung von CEDAW und dem Fakultativprotokoll
zu arbeiten, indem sie
Mädchen und Frauen über die Konvention informieren,
durch Bildungsprogramme, die Medien, Arbeitsgruppen,
nationale und regionale Konferenzen, Kampagnen usw ;
CEDAW in den erforderlichen Sprachen veröffentlichen;
Mit anderen NRO zusammenarbeiten;
2
-
-
-
Regierungsstellen und –organe an die aus der Konvention stammenden Verpflichtungen erinnern und mit
Nachdruck die Entwicklung von Programmen für Frauen
unterstützen;
mit den Gleichstellungsstellen zusammenarbeiten und
diese unterstützen;
Fortschritte ihrer Regierung bei der Umsetzung der Konvention überwachen und alternative “Schattenberichte”
zu den Regierungsberichten erstellen, sowie die Regierung beeinflussen,
die Einberufung der 5. Weltkonferenz für Frauen bis
spätestens 2010 zu unterstützen;
Gesetze und Maßnahmen zur internnationalen Strafgerichtsbarkeit auf allen Gebieten zu unterstützen und
umzusetzen ;
Gesetze zu verabschieden und umzusetzen und
Maßnahmen zu ergreifen gegen Mädchen- und Frauenhandel und alle Formen ihrer Ausbeutung;
sicherzustellen, dass Regierungen, die die Konvention
ratifiziert haben, nicht zu Vorbehalten greifen bzw. dass
kein Vorbehalt unvereinbar mit Ziel und Absicht von
CEDAW ist.
Die Mitglieder
werden ermutigt, als Zeichen ihrer
Zugehörigkeit zur IAW Informationen auszutauschen, um
sich die Arbeit zu erleichtern und auf den Erfahrungen
anderer aufzubauen. Auch sollen sie ihre Informationen mit
anderen Frauen austauschen, die sich für die Frauenrechte
einsetzen.
Die IAW wird ihr Engagement in Übereinstimmung mit den
Prinzipien der Menschenrechtserklärung der UNO fortsetzen.
Bildung für alle – Kenntnis der Gesetze
Das Recht auf Bildung ist ein menschliches Grundrecht.
Bildung ist die Grundlage für Machtgleichstellung
(empowerment) der Frauen, damit sie frei, unabhängig und
selbständig werden und bleiben können. Das Hauptziel muss
sein, Analphabetentum bei den Frauen in der ganzen Welt
auszurotten und alle Vorurteile über den Zugang von
Mädchen zur Schule zu überwinden. Handwerkliche und
akademische Ausbildung müssen inbegriffen sein, damit
Frauen ihr ganzes Potenzial nutzen können. Grundbildung
ist eine Voraussetzung für die Kenntnis der Rechte.
Daher
a) fordert die IAW die Regierungen auf
die allgemeine Pflicht zur Elementarbildung für alle
einzuführen;
offene Universitäten für Frauen jeden Alters zu gründen;
ausreichende Mittel für Bildung und Ausbildung aller
Frauen bereitzustellen;
Gender-Sensibilisierung in der Erziehung zu fördern ;
Erziehung zu den Menschenrechten zu fördern ;
Programme in Gesetzeskunde zu den internationalen
Gesetzen und Verordnungen über Frauenrechte
einzurichten und/oder zu unterstützen;
Frauen in Bildungsentscheidungen auf allen Ebenen
einzubinden ;
Frauen und Männer in Umweltfragen und nachhaltiger
Entwicklung zu unterweisen.
b) fordert die IAW die Medien auf
die Zahl der Programme/Artikel mit Bildungs- und Menschenrechtsthemen zu erhöhen.
c) erwartet die IAW von ihren Mitgliedsorganisationen
die Massenmedien und die Alternativpresse regelmäßig
zu informieren über ihre Aktivitäten und ihre Meinungen
zur Lebenswirklichkeit von Frauen ;
die Regierung zu drängen, ihren Verpflichtungen aus
den UN Entwicklungszielen (MDG) nachzukommen, bis
2005 für gleichen Schulbesuch von Mädchen und
Jungen zu sorgen, und bis 2015 für Gleichstellung auf
allen Gebieten des bürgerlichen Lebens ;
-
die Durchsetzung der kostenlosen Schulpflicht für alle
zu überwachen.
Gesundheit
Das Recht auf Gesundheit ist ein menschliches Grundrecht.
Die IAW sieht gesunde Lebensweisen für Frauen in allen Lebensphasen als wichtiges Problemfeld für das Triennium.
Mädchen sollten Jungen gleichgestellt sein in Fragen der
Ernährung und der Zuwendung. Die Selbstbestimmung von
Frauen im Bereich der reproduktiven Gesundheit, nach den
Richtlinien der „IPPF Weltcharta der Sexuellen und
Reproduktiven Rechte“ muss anerkannt werden.
a) Daher fordert die IAW die Regierungen auf
allen Frauen die Wahrnehmung ihrer reproduktiven
Rechte zu ermöglichen, insbesondere das Recht ungeschützten Geschlechtsverkehr, ungewollte Schwangerschaft und ungewollte Abtreibung abzulehnen ;
gute vor- und nachgeburtliche Versorgung sicher zu
stellen entsprechend den Standards der WHO ;
vorgeburtliche Geschlechtsbestimmung zu nichtmedizinischen Zwecken für ungesetzlich zu erklären ;
die weibliche Genitalverstümmelung (Beschneidung)
überall zu verbieten und aufzugeben ;
b) Im Ernährungssektor fordert die IAW die Regierungen
auf
Grundnahrung entsprechend den Richtlinien von FAO
und WHO sicherzustellen ;
für Basisversorgung wie sauberes Trinkwasser und
Abwasserdienste zu sorgen ;
das Recht auf gesunde Ernährung für Mädchen ebenso
wie für Jungen zu schützen .
c) Bei Drogenmissbrauch sind Frauen Opfer im doppelten
Sinn: durch Gesundheitseinbußen bei Eigenverbrauch
und gewalttätiges Verhalten von drogenabhängigen
Familienmitgliedern.
d) Auf dem Gebiet von HIV/AIDS fordert die IAW die Regierungen auf,
Vorbeugung zu fördern und überall kostenlose antiretrovirale Medikamente zur Verfügung zu stellen.
e) Außerdem fordert die IAW die Regierungen auf
den Missbrauch von Alkohol, Tabak, Psychopharmaka,
sowie Übermedikation zu bekämpfen ;
den Export verfallener Medikamente in Entwicklungsländer zu verbieten.
In allen Fragen der Gesundheit fordert die IAW ihre
Mitgliedsorganisationen auf
sich einzusetzen für die Anwendung der Gesundheitsgesetzgebung
angemessene Aufklärung anzumahnen ;
die zuständigen Behörden zu drängen, die Daten nach
Geschlecht aufzuschlüsseln ;
Informationen zu diskutieren und ihre Verbreitung zu
unterstützen ;
sich einzusetzen für frauenspezifische Beratung,
Forschung und Therapien sowie für gute medizinische
Versorgung für alle Lebensphasen.
Gewalt
Die IAW mahnt dringend die Erarbeitung einer internationalen Konvention zur Beseitigung von Gewalt gegen
Frauen und Kinder an, basierend auf Erklärung und
Aktionsprogramm
von
Wien
(Weltkonferenz
zu
Menschenrechten, 1993).
Für die laufenden 3 Jahre sieht die IAW als vorrangig
anzugehende Probleme an
a)
Frauen- und Kinderhandel sind eine Verletzung ihrer
Menschenrechte. Internationaler Sextourismus muss
wirkungsvoll bekämpft werden.
Daher fordert die IAW ihre Mitgliedsorganisationen auf
über die Massenmedien mehr öffentliche Aufmerksamkeit zu erreichen, besonders im Bereich von
“Bräuten auf Bestellung” ;
sich einzusetzen für die Anwendung bestehender
Gesetze und, wo erforderlich, die Schaffung neuer
-
-
Gesetzesinstrumente;
Lobby zu betreiben für die Beseitigung aller Formen von
Gewalt gegen Frauen und Kinder
und für das Verbot alle Kinderpornographie ;
geeignete Maßnahmen zu ergreifen zum Schutz der
Mädchen und ihrer Rechte;
sich einzusetzen für Gesetzgebung, die im internationalen Sextourismus Strafverfolgung des Täters
vorsieht sowohl im Herkunftsland als auch in dem Land,
in dem die Straftat begangen wird ;
alle Aspekte des Sexhandels näher zu untersuchen.
Häusliche Gewalt darf nicht als private Familiensache
gesehen werden, sondern als Verbrechen, das von
Gesellschaft und Regierung nicht toleriert wird. Sie
umfasst physischen, seelischen und/oder sexuellen
Missbrauch, weibliche Genitalverstümmelung und
andere für Frauen schädliche traditionelle Praktiken .
Daher fordert die IAW ihre Mitgliedsorganisationen auf, ihre
Regierungen zu drängen
die Erklärung von 1993 zur Beseitigung von Gewalt
gegen Frauen zu beachten (UN Resolution A/48/104)
und mit der Sonderberichterstatterin zu Gewalt gegen
Frauen zusammen zu arbeiten ;
Maßnahmen zu ergreifen, um Vergewaltigung und
andere gegen Frauen, Kinder, Ältere und Behinderte
gerichtete Gewaltanwendungen zu verurteilen ;
Maßstäbe zur Ermittlung des Ausmaßes von Gewalt in
engen sozialen Beziehungen einzuführen;
Errichtung und Finanzierung von Schutzräumen,
Frauenhäusern und Krisenzentren für Frauen und Mädchen zu unterstützen .
Die IAW fordert ihre Mitgliedsorganisationen auf, sich
einzusetzen
für größeres Bewusstsein für diese verborgenen
Verbrechen bei den staatlichen/örtlichen Behörden,
durch Information, Sensibilisierung und Schulung von
Polizei, Gerichten und Medien wie auch der gesamten
Bevölkerung;
für Schutz und wirkliche Gleichberechtigung der Mädchen ;
für die Schaffung und Finanzierung von Schutzräumen,
Frauenhäusern und Krisenzentren für Frauen und
Mädchen .
3
-
b)
-
b)
c) Gewalt im allgemeinen
Die IAW fordert ihre Mitgliedsorganisationen auf
die Massenmedien zu nutzen für das Aufzeigen aller
Arten von Gewalt, einschließlich der Gewalt auf Grund
von sexueller Ausrichtung (UN Resolution A/48/1);
sich einzusetzen für den Schutz von Flüchtlingen und
Wanderarbeiterinnen vor Vergewaltigung und anderen
Gewalthandlungen ;
offizielle Stellen zu sensibilisieren über die geschlechtsspezifischen Aspekte von Gewalt und das Ausmaß von
Gewalt an Frauen in der Gesellschaft ;
sich einzusetzen für den Schutz von Frauen und
Kindern in Kriegs- und Konfliktzeiten .
Armut
Die Gesichter der Armut sind vielfältig. Eines unter fünf zählt
dazu. Die Mehrzahl hiervon sind die Gesichter von Frauen.
Die Globalisierung von Handel und Arbeit verstärkt dieses
Problem .
a) Die IAW fordert daher die Regierungen auf, Schritte zu
unternehmen zur Überprüfung, Annahme und Verfolgung
von Wirtschaftspolitiken, einschließlich Maßnahmen der
sozialen Absicherung und Entwicklungsstrategien, welche
die Bedürfnisse und Anstrengungen von armen Frauen
berücksichtigen ;
Frauen einschließen als Beteiligte auf allen Ebenen der
Planung und Entscheidung von Wirtschaftspolitik, sowie
auch als Nutznießerinnen solcher Politik ;
gleichen Zugang und Bezahlung für berufstätige Frauen
auf allen Ebenen und in allen Gebieten bewirken ;
gleichen Zugang für Frauen zu finanziellen und
c)
-
-
wirtschaftlichen Ressourcen erzielen ;
Mindestlöhne und Grundeinkommen für alle gesetzlich
vorsehen ;
alle Länder, die unter natürlichen und von Menschen
gemachten Katastrophen oder Kriegsfolgen leiden, in
den Stand versetzen, angemessene Katastrophenschutzmaßnahmen zu ergreifen, in der Erkenntnis, dass
Frauen und Kinder in solchen Situationen am stärksten
betroffenen sind.
Die IAW fordert Regierungen und Gemeinden auf
den wirtschaftlichen Wert der von Frauen geleisteten
Hausarbeiten und unbezahlter Arbeit anzuerkennen und
dies in sozialen und anderen Leistungen auszudrücken,
unter Berücksichtigung der vielfältigen Rollen als
Ernährerin, Mutter, Pflegerin und Mediatorin ;
Maßnahmen zur Aufteilung von unbezahlter Arbeit
zwischen Frauen und Männern zu ergreifen ;
die Konvention der Internationalen Arbeitsorganisation
(ILO) über bezahlten Mutterschaftsurlaub voll umsetzen
.
Die IAW fordert ihre Mitgliedsorganisationen auf
sicherzustellen, dass Privatinitiativen wie Women’s
World Banking und andere Quellen für Kredite und
Gelder zu Niedrigzinsen, weithin bekannt werden, damit
Frauen aus eigenem Recht günstig an Geld kommen. ;
die Erfolge von Regierungen und Staaten bei der
Armutsbekämpfung zu verfolgen .
Globalisierung
Zur bestmöglichen Nutzung der Globalisierung müssen
Frauen die Mechanismen des Prozesses verstehen und
Strategien entwickeln, um sowohl die negativen
Auswirkungen zu bekämpfen als auch die Chancen zu
ergreifen, die sie bietet. Um dies zu erreichen müssen wir
uns klar machen, dass wirtschaftliche Entwicklung, soziale
Gerechtigkeit und Umwelt verzahnt sind.
Wirtschaftliche Entwicklung
Die Mitgliedsverbände sollten ihre wichtige Rolle als
Entscheidungsträger kennen. Dazu müssen sie sich mit den
nationalen Plänen zur wirtschaftlichen Entwicklung vertraut
machen und sie analysieren, damit Frauen gleichermaßen
davon profitieren können Auch müssen diese Pläne im
Hinblick auf ihre wirkungsvolle Umsetzung überwacht
werden .
Hierzu sollten die Mitgliedsorganisationen
sich für Programme zur Einkommensschaffung aussprechen, damit Frauen wirtschaftlich unabhängig werden ;
notwendige Schritte auf Regierungs- und Gemeindeebene unternehmen, um der Abwanderung von
Frauenarbeitsplätzen als Ergebnis mutlinationaler
Unternehmensentscheidungen zuvorzukommen ;
Ihre Mitglieder mit ihren gesetzlichen Rechten vertraut
machen einschließlich den in den ILO-Konventionen
festgeschriebenen – bei Berücksichtigung örtlicher
Gesetze und Vorschriften ;
Rechte und Sicherheit der Frauen schützen, wobei
Zusammenarbeit zwischen multinationalen Unternehmen und NRO begrüßt wird ;
Schritte unternehmen gegen die wachsende Armut von
Frauen auf dem 2. Arbeitsmarkt.
Soziale Gerechtigkeit
Soziale
Gerechtigkeit
erfordert
die
volle
und
gleichberechtigte Mitwirkung der Frauen.
Daher sollten die Mitgliedsorganisationen
verlangen, dass der Staat für die sozialen Grunddienste,
z.B. Gesundheit, Bildung, verantwortlich bleibt ;
darauf bestehen, dass Energie, Wasser, Nahrung und
Ernährung, Gesundheit und Bildung oberste Priorität bei
eigenen und bei Regierungsprogrammen behalten ;
4
-
dafür sorgen, dass medizinische Grundversorgung –
einschließlich der für die reproduktive Gesundheit –
allen Frauen zugänglich wird ;
Projekte zur Verbesserung der Situation älterer Frauen
und Witwen durchführen ;
sicherstellen, dass weibliche Haushaltsvorstände
anerkannt und bei Bedarf unterstützt werden .
Zur Entwicklung der Persönlichkeit von Mädchen und
Jungen ohne einengende Stereotype müssen öffentliche
Mittel und Aktivitäten auf gleichberechtigter Basis zur
Verfügung stehen .
Bei Aktionen, die Kinder betreffen, sollen die Mitgliedsorganisationen das offizielle und das öffentliche Bewusstsein
für die Tatsache stärken, dass das kleine Mädchen in keiner
Weise geringwertiger ist als der kleine Junge und dass es
gleiche Rechte und Würde genießen sollte .
Umwelt und Habitat
Eine ungesunde Umwelt kann keine gute nachhaltige Wirtschaftsentwicklung hervorbringen. Daher ist es wesentlich,
dass die Mitgliedsorganisationen solide Umweltkenntnisse
und Umweltkultur erwerben.
Dazu sollten sie
sich in den Gemeinden für die lokale Agenda 21
einsetzen ;
Umweltverschmutzung und –zerstörung überwachen
und die Regierung rechenschaftspflichtig machen;
PARTNERSCHAFTLICHES TEILEN
ist für die Arbeit der IAW wesentlich
Durch Netzwerken der Mitglieder untereinander,
vor allem bei Benutzung der
Informationstechnologien, können wir dieses
Aktionsprogramm umsetzen.
Die IAW arbeitet durch ihre Ausschüsse für Gleichberechtigung:
Gesundheit
Leitung:
Gudrun Haupter (Deutschland)
Gewalt, Prostitution und Menschenhandel
Leitung:
Siri Hangeland (Norwegen)
Umwelt und Dauerhafte Entwicklung
Leitung:
Ida Kurth (Deutschland)
Wirtschaftliche, Soziale und Kulturelle Rechte
Leitung:
Hélène Sackstein (Frankreich)
Bürgerliche und Politische Rechte/ CEDAW
Leitung:
Lene Pind (Dänemark)
Frauen, Frieden und Sicherheit
Leitung:
Heide Schütz (Deutschland)
Bildung
Leitung:
-
-
-
den Gebrauch von umweltschädigenden Chemikalien
überwachen (monitoring), mit Schwerpunkt auf Folgen
für Mütter und Kinder (reproduktive Gesundheit) ;
sich einsetzen für die Abschaffung der Verwendung
chemischer Pestizide und Herbizide, um sichere
Nahrungsproduktion zu fördern, damit Frauen wieder
Zugang zu und Kontrolle über den Anbau (biologische
Landwirtschaft) und Nahrungsmittelsicherheit auf lokaler
und Gemeindeebene erhalten.;
sicherstellen, dass ihre Einkommen schaffenden
Projekte umwelt- und sozialverträglich sind sowie
Ausbildung für Frauen starten in Ökoauditing und
Ökozertifizierung ;
Partnerschaften zwischen multinationalen Unternehmen
und kleinen regionalen Herstellern in ihrem Land auf die
Anwendung umweltverträglicher Verfahren prüfen.
Die IAW fordert ihre Mitgliedsorganisationen auf, die
Umsetzung von umweltbezogenen Vertragsverpflichtungen
zu überwachen, die sich auf folgende UN-Instrumente
beziehen::
Agenda 21 (UN Konferenz zu Umwelt und Entwicklung)
Handlungsplattform von Peking, K “Frauen und Umwelt“
Habitat Agenda (UN Ausschuss für Menschliche Ansiedlungen)
Umweltprogramme der WHO .
Arabische Länder:
Mona Korashy, Ägypten
Arabische Golfstaaten:
Hessa al-Shaheen, Kuwait
Südasien:
Meena Pimpalapure, Indien
Europa:
Joanna Manganara, Griechenland
- Koordinatorin Nordische und Baltische Region:
Inga Jónsdóttir, Island
- Koordinatorin Mittelmeerländer: Bettina Corke, Italien
Regional-Koordinatorinnen:
Ostasien:
Sachiko Okomura, Japan
Pazifik:
Pat Goble, Australien
Karibik & Lateinamerika: Reyna Cohen, Dominik. Rep.
Nordamerika:
Irini Sarlis, USA
Junge Mitglieder:
Chipo Maringue-Sinzara, Zimbabwe
Ältere Frauen
Meena Pimpalapure, Indien
Mitglieder Betreuung: Pat Richardson, Australien
http://www.womenalliance.com
WAS TUN WIR ?
IAW nutzt ihren Einfluss, Politiken zur Gleichstellung der
Geschlechter zu formulieren, entwickeln und umzusetzen,
auf globaler, regionaler und nationaler Ebene. IAW betreibt
Lobbying: durch ihre Vertreterinnen in internationalen Organisationen; ihre Delegationen bei wichtigen multilateralen
Konferenzen; ihre Mitgliedsorganisationen und ihre Einzelmitglieder in vielen Ländern der Welt.
WER KANN BEITRETEN ?
Meena Pimpalapure (Indien)
Amtsträgerinnen 2004 – 2007
Präsidentin:
Rosy Weiss, Österreich
Schatzmeisterin:
Marieluise Weber, Deutschland
Sekretariat:
Alison Brown, USA/Österreich
Exekutiv– Vizepräsidentinnen:
Aparna Basu, Indien
Lyda Verstegen, Niederlande
Regional– Vizepräsidentinnen:
Süd-Ost-Afrika: Mmabatho Ramagoshi, Südafrika
Westafrika:
Clémentine Ouédraogo, Burkina Faso
Beitrittsbedingungen für Organisationen entnehmen Sie bitte
der Homepage www.womenalliance.com. Einzelmitglieder
sind aufgenommen nach Zahlung des Jahresbeitrags von
z.Zt. 16 €, der die International Women’s News – in Englisch
und Französisch – und den e-Newsletter beinhaltet.
Deutsche Übersetzung: G. Haupter und A. Bleckmann