aktionsprogramm 2005-2007
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aktionsprogramm 2005-2007
1 INTERNATIONAL ALLIANCE OF WOMEN (IAW) Gleiche Rechte – Gleiche Verantwortung AKTIONSPROGRAMM 2005-2007 Verabschiedet vom XXXIII IAW Kongress, Freiburg, Deutschland, September 2004 GRUNDSATZERKLÄRUNG Frauenrechte sind Menschenrechte. Menschenrechte sind universell, unteilbar, voneinander abhängig und miteinander verbunden. Die IAW bejaht, dass voller und gleicher Genuss der Menschenrechte allen Frauen und Mädchen zusteht. Die IAW bekräftigt, dass eine Voraussetzung für die Sicherung dieser Rechte die universelle Ratifizierung und vorbehaltlose Umsetzung der Konvention über die Beseitigung aller Arten von Diskriminierung der Frau (CEDAW) ist. Sie fordert ihre Mitgliedsorganisationen auf, sich bei ihrer Regierung mit Nachdruck für die Ratifizierung des Fakultativ-Protokolls zu CEDAW einzusetzen. Bedeutung und Wert der Beiträge von Frauen als gleichwertigen Partnerinnen sind in den zahlreichen Weltkonferenzen der Vereinten Nationen gegen Ende des letzten Jahrhunderts anerkannt worden. Besonders wichtig für Frauen ist die Umsetzung der Aktionsplattform von Peking von 1995, der sich 189 Mitgliedstaaten verpflichtet haben. Die IAW ruft ihre Mitgliedsorganisationen auf, die Einhaltung dieser Verpflichtungen zu verfolgen. Nach 100 Jahren steht die IAW vor dramatischen neuen Herausforderungen bei der Erreichung gleicher Rechte und gleicher Verantwortung für Frauen. Frieden ist heute, wie zu Beginn der IAW, für Frauen wichtig, als Leidtragenden bei Unfrieden und wegen ihrer Fähigkeiten, Frieden zu bewahren. MENSCHENRECHTE Bürgerliche und Politische Rechte Die größtmögliche Teilhabe von Frauen am politischen Leben ist eine Grundvoraussetzung für die Verwirklichung der Gleichstellung der Geschlechter auf politischer Ebene und für das Erreichen von Frieden und sozialer Gerechtigkeit anzusehen, deshalb a) fordert die IAW die Regierungen auf, den Internationalen Vertrag über Bürgerliche und Politische Rechte zu ratifizieren und ihre daraus resultierenden Verpflichtungen voll umzusetzen und mit allen erforderlichen Maßnahmen den gleichen Anteil von Frauen (d.h. 50/50 % Frauen/Männer) in allen Entscheidungspositionen auf allen Ebenen politischer Macht zu erreichen ; Maßnahmen zu ergreifen, damit Frauen in Entscheidungs-, Planungs- und Beratungsgremien mitarbeiten können, um sicherzustellen, dass die Sichtweisen von Frauen anerkannt werden; nationale und internationale Mechanismen zu überprüfen, fortzuentwickeln oder einzurichten, um Maßnahmen zur Erreichung von bürgerlicher und politischer Gleichheit für alle wirkungsvoll durchzusetzen und zu überwachen. b) fordert die IAW ihre Mitgliedsorganisationen auf, ihre Regierung mit Nachdruck zu ersuchen, den Internationalen Vertrag über Bürgerliche und Politische Rechte zu ratifizieren und ihre daraus resultierenden Verpflichtungen voll umzusetzen und Frauen über ihre Rechte zu informieren; ihre Regierung mit Nachdruck um Annahme und Umsetzung aller in Internationalen Instrumenten enthaltenen Klauseln mit Bezug auf Frauenrechte zu ersuchen. c) fordert die IAW die Medien auf die Bedeutung von Regierungsverpflichtungen zu bestätigen und zu diskutieren und die Erfüllung der Verpflichtungen zu überwachen. Wirtschaftliche soziale u. kulturelle Rechte Ratifizierung und volle Umsetzung des Internationalen Vertrags über Wirtschaftliche, Soziale und Kulturelle Rechte sind überaus wichtig für das Leben von Frauen in der ganzen Welt, deshalb a) fordert die IAW die Regierungen auf, sich zu den entsprechenden Klauseln dieses wichtigen Menschenrechtsinstruments zu verpflichten und sie in nationale Gesetzgebung zu überführen. b) fordert die IAW ihre Mitgliedsorganisationen auf die Umsetzung zu verfolgen und ihre Mitglieder über alle wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte zu informieren. FRAUENRECHTE SIND MENSCHENRECHTE Nehmen Frauen heute ihre Grundrechte wahr, so sind sie ständig Angriffen ausgesetzt. Diese Rückschläge sind häufig wirtschaftlichen Faktoren zuzuschreiben, insbesondere aber dem Fortbestehen kultureller und religiöser Gebräuche, die Frauen ihre Rechte versagen. Besondere Aufmerksamkeit ist auf die Gesundheitsrechte von Mädchen und Frauen zu richten, denn die Nichtbeachtung dieser Rechte hat Auswirkungen auf andere Rechte und Freiheiten . Ein Ziel des Aktionsprogramms 2005-2007 ist es, unsere Mitgliedsorganisationen zu ermutigen und anzuleiten, an der vollen Umsetzung von CEDAW und dem Fakultativprotokoll zu arbeiten, indem sie Mädchen und Frauen über die Konvention informieren, durch Bildungsprogramme, die Medien, Arbeitsgruppen, nationale und regionale Konferenzen, Kampagnen usw ; CEDAW in den erforderlichen Sprachen veröffentlichen; Mit anderen NRO zusammenarbeiten; 2 - - - Regierungsstellen und –organe an die aus der Konvention stammenden Verpflichtungen erinnern und mit Nachdruck die Entwicklung von Programmen für Frauen unterstützen; mit den Gleichstellungsstellen zusammenarbeiten und diese unterstützen; Fortschritte ihrer Regierung bei der Umsetzung der Konvention überwachen und alternative “Schattenberichte” zu den Regierungsberichten erstellen, sowie die Regierung beeinflussen, die Einberufung der 5. Weltkonferenz für Frauen bis spätestens 2010 zu unterstützen; Gesetze und Maßnahmen zur internnationalen Strafgerichtsbarkeit auf allen Gebieten zu unterstützen und umzusetzen ; Gesetze zu verabschieden und umzusetzen und Maßnahmen zu ergreifen gegen Mädchen- und Frauenhandel und alle Formen ihrer Ausbeutung; sicherzustellen, dass Regierungen, die die Konvention ratifiziert haben, nicht zu Vorbehalten greifen bzw. dass kein Vorbehalt unvereinbar mit Ziel und Absicht von CEDAW ist. Die Mitglieder werden ermutigt, als Zeichen ihrer Zugehörigkeit zur IAW Informationen auszutauschen, um sich die Arbeit zu erleichtern und auf den Erfahrungen anderer aufzubauen. Auch sollen sie ihre Informationen mit anderen Frauen austauschen, die sich für die Frauenrechte einsetzen. Die IAW wird ihr Engagement in Übereinstimmung mit den Prinzipien der Menschenrechtserklärung der UNO fortsetzen. Bildung für alle – Kenntnis der Gesetze Das Recht auf Bildung ist ein menschliches Grundrecht. Bildung ist die Grundlage für Machtgleichstellung (empowerment) der Frauen, damit sie frei, unabhängig und selbständig werden und bleiben können. Das Hauptziel muss sein, Analphabetentum bei den Frauen in der ganzen Welt auszurotten und alle Vorurteile über den Zugang von Mädchen zur Schule zu überwinden. Handwerkliche und akademische Ausbildung müssen inbegriffen sein, damit Frauen ihr ganzes Potenzial nutzen können. Grundbildung ist eine Voraussetzung für die Kenntnis der Rechte. Daher a) fordert die IAW die Regierungen auf die allgemeine Pflicht zur Elementarbildung für alle einzuführen; offene Universitäten für Frauen jeden Alters zu gründen; ausreichende Mittel für Bildung und Ausbildung aller Frauen bereitzustellen; Gender-Sensibilisierung in der Erziehung zu fördern ; Erziehung zu den Menschenrechten zu fördern ; Programme in Gesetzeskunde zu den internationalen Gesetzen und Verordnungen über Frauenrechte einzurichten und/oder zu unterstützen; Frauen in Bildungsentscheidungen auf allen Ebenen einzubinden ; Frauen und Männer in Umweltfragen und nachhaltiger Entwicklung zu unterweisen. b) fordert die IAW die Medien auf die Zahl der Programme/Artikel mit Bildungs- und Menschenrechtsthemen zu erhöhen. c) erwartet die IAW von ihren Mitgliedsorganisationen die Massenmedien und die Alternativpresse regelmäßig zu informieren über ihre Aktivitäten und ihre Meinungen zur Lebenswirklichkeit von Frauen ; die Regierung zu drängen, ihren Verpflichtungen aus den UN Entwicklungszielen (MDG) nachzukommen, bis 2005 für gleichen Schulbesuch von Mädchen und Jungen zu sorgen, und bis 2015 für Gleichstellung auf allen Gebieten des bürgerlichen Lebens ; - die Durchsetzung der kostenlosen Schulpflicht für alle zu überwachen. Gesundheit Das Recht auf Gesundheit ist ein menschliches Grundrecht. Die IAW sieht gesunde Lebensweisen für Frauen in allen Lebensphasen als wichtiges Problemfeld für das Triennium. Mädchen sollten Jungen gleichgestellt sein in Fragen der Ernährung und der Zuwendung. Die Selbstbestimmung von Frauen im Bereich der reproduktiven Gesundheit, nach den Richtlinien der „IPPF Weltcharta der Sexuellen und Reproduktiven Rechte“ muss anerkannt werden. a) Daher fordert die IAW die Regierungen auf allen Frauen die Wahrnehmung ihrer reproduktiven Rechte zu ermöglichen, insbesondere das Recht ungeschützten Geschlechtsverkehr, ungewollte Schwangerschaft und ungewollte Abtreibung abzulehnen ; gute vor- und nachgeburtliche Versorgung sicher zu stellen entsprechend den Standards der WHO ; vorgeburtliche Geschlechtsbestimmung zu nichtmedizinischen Zwecken für ungesetzlich zu erklären ; die weibliche Genitalverstümmelung (Beschneidung) überall zu verbieten und aufzugeben ; b) Im Ernährungssektor fordert die IAW die Regierungen auf Grundnahrung entsprechend den Richtlinien von FAO und WHO sicherzustellen ; für Basisversorgung wie sauberes Trinkwasser und Abwasserdienste zu sorgen ; das Recht auf gesunde Ernährung für Mädchen ebenso wie für Jungen zu schützen . c) Bei Drogenmissbrauch sind Frauen Opfer im doppelten Sinn: durch Gesundheitseinbußen bei Eigenverbrauch und gewalttätiges Verhalten von drogenabhängigen Familienmitgliedern. d) Auf dem Gebiet von HIV/AIDS fordert die IAW die Regierungen auf, Vorbeugung zu fördern und überall kostenlose antiretrovirale Medikamente zur Verfügung zu stellen. e) Außerdem fordert die IAW die Regierungen auf den Missbrauch von Alkohol, Tabak, Psychopharmaka, sowie Übermedikation zu bekämpfen ; den Export verfallener Medikamente in Entwicklungsländer zu verbieten. In allen Fragen der Gesundheit fordert die IAW ihre Mitgliedsorganisationen auf sich einzusetzen für die Anwendung der Gesundheitsgesetzgebung angemessene Aufklärung anzumahnen ; die zuständigen Behörden zu drängen, die Daten nach Geschlecht aufzuschlüsseln ; Informationen zu diskutieren und ihre Verbreitung zu unterstützen ; sich einzusetzen für frauenspezifische Beratung, Forschung und Therapien sowie für gute medizinische Versorgung für alle Lebensphasen. Gewalt Die IAW mahnt dringend die Erarbeitung einer internationalen Konvention zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen und Kinder an, basierend auf Erklärung und Aktionsprogramm von Wien (Weltkonferenz zu Menschenrechten, 1993). Für die laufenden 3 Jahre sieht die IAW als vorrangig anzugehende Probleme an a) Frauen- und Kinderhandel sind eine Verletzung ihrer Menschenrechte. Internationaler Sextourismus muss wirkungsvoll bekämpft werden. Daher fordert die IAW ihre Mitgliedsorganisationen auf über die Massenmedien mehr öffentliche Aufmerksamkeit zu erreichen, besonders im Bereich von “Bräuten auf Bestellung” ; sich einzusetzen für die Anwendung bestehender Gesetze und, wo erforderlich, die Schaffung neuer - - Gesetzesinstrumente; Lobby zu betreiben für die Beseitigung aller Formen von Gewalt gegen Frauen und Kinder und für das Verbot alle Kinderpornographie ; geeignete Maßnahmen zu ergreifen zum Schutz der Mädchen und ihrer Rechte; sich einzusetzen für Gesetzgebung, die im internationalen Sextourismus Strafverfolgung des Täters vorsieht sowohl im Herkunftsland als auch in dem Land, in dem die Straftat begangen wird ; alle Aspekte des Sexhandels näher zu untersuchen. Häusliche Gewalt darf nicht als private Familiensache gesehen werden, sondern als Verbrechen, das von Gesellschaft und Regierung nicht toleriert wird. Sie umfasst physischen, seelischen und/oder sexuellen Missbrauch, weibliche Genitalverstümmelung und andere für Frauen schädliche traditionelle Praktiken . Daher fordert die IAW ihre Mitgliedsorganisationen auf, ihre Regierungen zu drängen die Erklärung von 1993 zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen zu beachten (UN Resolution A/48/104) und mit der Sonderberichterstatterin zu Gewalt gegen Frauen zusammen zu arbeiten ; Maßnahmen zu ergreifen, um Vergewaltigung und andere gegen Frauen, Kinder, Ältere und Behinderte gerichtete Gewaltanwendungen zu verurteilen ; Maßstäbe zur Ermittlung des Ausmaßes von Gewalt in engen sozialen Beziehungen einzuführen; Errichtung und Finanzierung von Schutzräumen, Frauenhäusern und Krisenzentren für Frauen und Mädchen zu unterstützen . Die IAW fordert ihre Mitgliedsorganisationen auf, sich einzusetzen für größeres Bewusstsein für diese verborgenen Verbrechen bei den staatlichen/örtlichen Behörden, durch Information, Sensibilisierung und Schulung von Polizei, Gerichten und Medien wie auch der gesamten Bevölkerung; für Schutz und wirkliche Gleichberechtigung der Mädchen ; für die Schaffung und Finanzierung von Schutzräumen, Frauenhäusern und Krisenzentren für Frauen und Mädchen . 3 - b) - b) c) Gewalt im allgemeinen Die IAW fordert ihre Mitgliedsorganisationen auf die Massenmedien zu nutzen für das Aufzeigen aller Arten von Gewalt, einschließlich der Gewalt auf Grund von sexueller Ausrichtung (UN Resolution A/48/1); sich einzusetzen für den Schutz von Flüchtlingen und Wanderarbeiterinnen vor Vergewaltigung und anderen Gewalthandlungen ; offizielle Stellen zu sensibilisieren über die geschlechtsspezifischen Aspekte von Gewalt und das Ausmaß von Gewalt an Frauen in der Gesellschaft ; sich einzusetzen für den Schutz von Frauen und Kindern in Kriegs- und Konfliktzeiten . Armut Die Gesichter der Armut sind vielfältig. Eines unter fünf zählt dazu. Die Mehrzahl hiervon sind die Gesichter von Frauen. Die Globalisierung von Handel und Arbeit verstärkt dieses Problem . a) Die IAW fordert daher die Regierungen auf, Schritte zu unternehmen zur Überprüfung, Annahme und Verfolgung von Wirtschaftspolitiken, einschließlich Maßnahmen der sozialen Absicherung und Entwicklungsstrategien, welche die Bedürfnisse und Anstrengungen von armen Frauen berücksichtigen ; Frauen einschließen als Beteiligte auf allen Ebenen der Planung und Entscheidung von Wirtschaftspolitik, sowie auch als Nutznießerinnen solcher Politik ; gleichen Zugang und Bezahlung für berufstätige Frauen auf allen Ebenen und in allen Gebieten bewirken ; gleichen Zugang für Frauen zu finanziellen und c) - - wirtschaftlichen Ressourcen erzielen ; Mindestlöhne und Grundeinkommen für alle gesetzlich vorsehen ; alle Länder, die unter natürlichen und von Menschen gemachten Katastrophen oder Kriegsfolgen leiden, in den Stand versetzen, angemessene Katastrophenschutzmaßnahmen zu ergreifen, in der Erkenntnis, dass Frauen und Kinder in solchen Situationen am stärksten betroffenen sind. Die IAW fordert Regierungen und Gemeinden auf den wirtschaftlichen Wert der von Frauen geleisteten Hausarbeiten und unbezahlter Arbeit anzuerkennen und dies in sozialen und anderen Leistungen auszudrücken, unter Berücksichtigung der vielfältigen Rollen als Ernährerin, Mutter, Pflegerin und Mediatorin ; Maßnahmen zur Aufteilung von unbezahlter Arbeit zwischen Frauen und Männern zu ergreifen ; die Konvention der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) über bezahlten Mutterschaftsurlaub voll umsetzen . Die IAW fordert ihre Mitgliedsorganisationen auf sicherzustellen, dass Privatinitiativen wie Women’s World Banking und andere Quellen für Kredite und Gelder zu Niedrigzinsen, weithin bekannt werden, damit Frauen aus eigenem Recht günstig an Geld kommen. ; die Erfolge von Regierungen und Staaten bei der Armutsbekämpfung zu verfolgen . Globalisierung Zur bestmöglichen Nutzung der Globalisierung müssen Frauen die Mechanismen des Prozesses verstehen und Strategien entwickeln, um sowohl die negativen Auswirkungen zu bekämpfen als auch die Chancen zu ergreifen, die sie bietet. Um dies zu erreichen müssen wir uns klar machen, dass wirtschaftliche Entwicklung, soziale Gerechtigkeit und Umwelt verzahnt sind. Wirtschaftliche Entwicklung Die Mitgliedsverbände sollten ihre wichtige Rolle als Entscheidungsträger kennen. Dazu müssen sie sich mit den nationalen Plänen zur wirtschaftlichen Entwicklung vertraut machen und sie analysieren, damit Frauen gleichermaßen davon profitieren können Auch müssen diese Pläne im Hinblick auf ihre wirkungsvolle Umsetzung überwacht werden . Hierzu sollten die Mitgliedsorganisationen sich für Programme zur Einkommensschaffung aussprechen, damit Frauen wirtschaftlich unabhängig werden ; notwendige Schritte auf Regierungs- und Gemeindeebene unternehmen, um der Abwanderung von Frauenarbeitsplätzen als Ergebnis mutlinationaler Unternehmensentscheidungen zuvorzukommen ; Ihre Mitglieder mit ihren gesetzlichen Rechten vertraut machen einschließlich den in den ILO-Konventionen festgeschriebenen – bei Berücksichtigung örtlicher Gesetze und Vorschriften ; Rechte und Sicherheit der Frauen schützen, wobei Zusammenarbeit zwischen multinationalen Unternehmen und NRO begrüßt wird ; Schritte unternehmen gegen die wachsende Armut von Frauen auf dem 2. Arbeitsmarkt. Soziale Gerechtigkeit Soziale Gerechtigkeit erfordert die volle und gleichberechtigte Mitwirkung der Frauen. Daher sollten die Mitgliedsorganisationen verlangen, dass der Staat für die sozialen Grunddienste, z.B. Gesundheit, Bildung, verantwortlich bleibt ; darauf bestehen, dass Energie, Wasser, Nahrung und Ernährung, Gesundheit und Bildung oberste Priorität bei eigenen und bei Regierungsprogrammen behalten ; 4 - dafür sorgen, dass medizinische Grundversorgung – einschließlich der für die reproduktive Gesundheit – allen Frauen zugänglich wird ; Projekte zur Verbesserung der Situation älterer Frauen und Witwen durchführen ; sicherstellen, dass weibliche Haushaltsvorstände anerkannt und bei Bedarf unterstützt werden . Zur Entwicklung der Persönlichkeit von Mädchen und Jungen ohne einengende Stereotype müssen öffentliche Mittel und Aktivitäten auf gleichberechtigter Basis zur Verfügung stehen . Bei Aktionen, die Kinder betreffen, sollen die Mitgliedsorganisationen das offizielle und das öffentliche Bewusstsein für die Tatsache stärken, dass das kleine Mädchen in keiner Weise geringwertiger ist als der kleine Junge und dass es gleiche Rechte und Würde genießen sollte . Umwelt und Habitat Eine ungesunde Umwelt kann keine gute nachhaltige Wirtschaftsentwicklung hervorbringen. Daher ist es wesentlich, dass die Mitgliedsorganisationen solide Umweltkenntnisse und Umweltkultur erwerben. Dazu sollten sie sich in den Gemeinden für die lokale Agenda 21 einsetzen ; Umweltverschmutzung und –zerstörung überwachen und die Regierung rechenschaftspflichtig machen; PARTNERSCHAFTLICHES TEILEN ist für die Arbeit der IAW wesentlich Durch Netzwerken der Mitglieder untereinander, vor allem bei Benutzung der Informationstechnologien, können wir dieses Aktionsprogramm umsetzen. Die IAW arbeitet durch ihre Ausschüsse für Gleichberechtigung: Gesundheit Leitung: Gudrun Haupter (Deutschland) Gewalt, Prostitution und Menschenhandel Leitung: Siri Hangeland (Norwegen) Umwelt und Dauerhafte Entwicklung Leitung: Ida Kurth (Deutschland) Wirtschaftliche, Soziale und Kulturelle Rechte Leitung: Hélène Sackstein (Frankreich) Bürgerliche und Politische Rechte/ CEDAW Leitung: Lene Pind (Dänemark) Frauen, Frieden und Sicherheit Leitung: Heide Schütz (Deutschland) Bildung Leitung: - - - den Gebrauch von umweltschädigenden Chemikalien überwachen (monitoring), mit Schwerpunkt auf Folgen für Mütter und Kinder (reproduktive Gesundheit) ; sich einsetzen für die Abschaffung der Verwendung chemischer Pestizide und Herbizide, um sichere Nahrungsproduktion zu fördern, damit Frauen wieder Zugang zu und Kontrolle über den Anbau (biologische Landwirtschaft) und Nahrungsmittelsicherheit auf lokaler und Gemeindeebene erhalten.; sicherstellen, dass ihre Einkommen schaffenden Projekte umwelt- und sozialverträglich sind sowie Ausbildung für Frauen starten in Ökoauditing und Ökozertifizierung ; Partnerschaften zwischen multinationalen Unternehmen und kleinen regionalen Herstellern in ihrem Land auf die Anwendung umweltverträglicher Verfahren prüfen. Die IAW fordert ihre Mitgliedsorganisationen auf, die Umsetzung von umweltbezogenen Vertragsverpflichtungen zu überwachen, die sich auf folgende UN-Instrumente beziehen:: Agenda 21 (UN Konferenz zu Umwelt und Entwicklung) Handlungsplattform von Peking, K “Frauen und Umwelt“ Habitat Agenda (UN Ausschuss für Menschliche Ansiedlungen) Umweltprogramme der WHO . Arabische Länder: Mona Korashy, Ägypten Arabische Golfstaaten: Hessa al-Shaheen, Kuwait Südasien: Meena Pimpalapure, Indien Europa: Joanna Manganara, Griechenland - Koordinatorin Nordische und Baltische Region: Inga Jónsdóttir, Island - Koordinatorin Mittelmeerländer: Bettina Corke, Italien Regional-Koordinatorinnen: Ostasien: Sachiko Okomura, Japan Pazifik: Pat Goble, Australien Karibik & Lateinamerika: Reyna Cohen, Dominik. Rep. Nordamerika: Irini Sarlis, USA Junge Mitglieder: Chipo Maringue-Sinzara, Zimbabwe Ältere Frauen Meena Pimpalapure, Indien Mitglieder Betreuung: Pat Richardson, Australien http://www.womenalliance.com WAS TUN WIR ? IAW nutzt ihren Einfluss, Politiken zur Gleichstellung der Geschlechter zu formulieren, entwickeln und umzusetzen, auf globaler, regionaler und nationaler Ebene. IAW betreibt Lobbying: durch ihre Vertreterinnen in internationalen Organisationen; ihre Delegationen bei wichtigen multilateralen Konferenzen; ihre Mitgliedsorganisationen und ihre Einzelmitglieder in vielen Ländern der Welt. WER KANN BEITRETEN ? Meena Pimpalapure (Indien) Amtsträgerinnen 2004 – 2007 Präsidentin: Rosy Weiss, Österreich Schatzmeisterin: Marieluise Weber, Deutschland Sekretariat: Alison Brown, USA/Österreich Exekutiv– Vizepräsidentinnen: Aparna Basu, Indien Lyda Verstegen, Niederlande Regional– Vizepräsidentinnen: Süd-Ost-Afrika: Mmabatho Ramagoshi, Südafrika Westafrika: Clémentine Ouédraogo, Burkina Faso Beitrittsbedingungen für Organisationen entnehmen Sie bitte der Homepage www.womenalliance.com. Einzelmitglieder sind aufgenommen nach Zahlung des Jahresbeitrags von z.Zt. 16 €, der die International Women’s News – in Englisch und Französisch – und den e-Newsletter beinhaltet. Deutsche Übersetzung: G. Haupter und A. Bleckmann