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Modellbau Lindinger GmbH 110 SEGELFLUG e-Mail: [email protected] www.lindinger.at FMT 08 | 11 | Martin Dörnbrack Gefunden Bei meiner Recherche bin ich über den Ion Pro von JP Models gestolpert. Ein auffallend günstiger, „leichter“ Hotliner mit ansprechenden Formen und schöner Farbgebung. Das Modell wird unter anderem von der Firma Lindinger vertrieben. Es ist in verschiedenen Ausführungen erhältlich, auch als reiner Segler oder als ältere Variante mit langsamerem Profil. Ich habe mich für den einfacheren und leichteren Querruderflügel in der Ion-Pro-Elektro-Version entschieden. Bei Lindinger heißt das dann Ion Pro Elektro im New Design. Die Plus-Version hätte dann noch zusätzlich Wölbklappen. Die Bauteile… … sind von sehr guter Qualität, der Rumpf ist bereits perfekt eingefärbt und sehr leicht. Die Balsa-beplankten Flächen sind sauber zweifarbig bebügelt und die Randbögen aus Kunststoff bereits eingearbeitet. Lediglich den Dekorbogen müsste man noch selbst draufkleben – wenn einem dieser gefällt. Mir war es zu schade um die schöne und sehr gut zu erkennende Farbgebung, daher habe ich ihn nicht aufgetragen. Sonst sind noch einige Kleinteile im Lieferumfang, die zur Fertigstellung benötigt werden. Bei den Anlenkungsteilen habe ich auf Gabelköpfe aus Metall zurückgegriffen, da mir die mitgelieferten Kunststoffgabelköpfe doch recht anfällig erschienen. Die Flügelhälften werden durch eine Flachstahlsteckung und ein Rundholz zur Arretierung miteinander verbunden. Als Antrieb habe ich einen Hacker A3010XL mit Jeti-Regler und Aeronaut 12 x 6,5“ in Verbindung mit einem 4-zelligen Lipo-Akku gewählt. Wegen dem dünnen Profil kamen für mich nur die Hitec HS 125MG Servos in Frage, die ohne Übermaß passen. Die Bauanleitung liegt in Form von einigen einfach kopierten, aber leicht verständlichen Zetteln bei, die über alle notwendigen Arbeiten bis zu den Einstellungen der Ruderwege Auskunft geben. Dabei ist allerdings alles auf dem Stand der Technik von vor einigen Jahren; so werden für das Modell Akkus mit sieben bis vierzehn NiMH-Zellen empfohlen. Gesucht war ein etwas flotteres Elektromodell der 2-Meter-Klasse. Der Flieger sollte einen steckbaren Flügel haben, sich also noch recht einfach transportieren lassen. Da es zudem ein echtes Feierabendmodell sein sollte, war ein eher robust ausgeführter Flügel gefragt, der auch mal den etwas raueren Umgang beim Transport verzeiht. Viele Voll-GFK-Modelle sind ja eher recht empfindlich – und man muss ständig mit irgendwelchen Schutztaschen rumhantieren. Handzahmer passte gut unter die vordere Flügelaufnahme. Die im vorderen Rumpfteil vorgesehenen Ausfräsungen für die Kühlluft habe ich nicht genutzt, da ich einen Spinner mit Lufteinlass verwendet habe, der die Luft unmittelbar durch den Motor leitet und so optimal kühlt. Mir erschienen die Luftschlitze für Außenläufer etwas zu weit hinten vorgesehen, außerdem passen wohl keine Motoren mit größerem Durchmesser, da die Aussparungen sehr weit in den Rumpf hineinragen. Das Einpassen des Motors (so dass er nicht schleift) dauerte am längsten und kostete doch einiges an Nerven. Die bereits vorgesehenen Aussparungen hinter dem Flügel ließen sich dafür sehr gut mit einer Schlüsselfeile ausfeilen – und dürften für reichlich Frischluft im Rumpf sorgen. Um weiteres Gewicht zu sparen, habe ich auf einen separaten Empfängerakku verzichtet und nutze das BEC des Jeti-Reglers. Die Passung der Flügelaufnahme ist sehr gut, die Bohrungen im Rumpf waren bereits ausgeführt. Lediglich am Höhenleitwerk musste etwas Klebeband auf einer Seite unterlegt werden, damit dieses rechtwinklig zum Seitenleitwerk aufliegt. Die Kabinenhaube ist auch schon passend ausgefräst, wird vorn von einem Stahldraht und hinten von einem Stück Klettband sicher gehalten. Die per Watt-Meter ermittelte Eingangsleistung ergab 675 Watt, was deutlich auf der sicheren Seite liegt. Das verwendete, von Jamara vertriebene Mess-Gerät wird einfach zwischen Akku und Antriebsstrang gehängt – und zeigt, sobald man Gas gibt, die momentane Spannung, die Leistung und den Strom an. Das ist viel einfacher, als mit einer Stromzange zu arbeiten, weil alle Komponenten im Antriebsstrang hintereinander hängen. Und man so keine vier Hände am Modell und zwei am Sender benötigt. Flugerfahrungen Der Erstflug ging bei böigem Wetter überraschend problemlos vonstatten, lediglich der Motorzug musste ein wenig nach unten korrigiert werden. Das Modell steigt ohne Probleme mindestens 15 Mal – senkrecht bis zur Sichtgrenze – in den Himmel. Das dürfte auch an der mit 1.315 g Abfluggewicht sehr geringen Masse liegen; der Hersteller dagegen geht von einem Mindeststartgewicht von 1.500 g in der Elektroversion aus. Die Geräuschentwicklung ist dabei angenehm gering, wohl auch, weil der Motor im Direktantrieb genutzt wird. Die gewonnene Höhe lässt sich wunderbar mit geringem Fahrtverlust abturnen. Stabilitätsmäßig gibt Die Montagearbeiten… … beschränken sich auf das Einpassen und Festkleben des Motorspants, der vorher noch aus einem mitgelieferten Sperrholzstück angefertigt werden muss. Die Bohrungen für die Flügelaufnahme sind bereits im Flügel vorgesehen, so dass nur noch die Stifte einzuharzen sind. Das Einpassen der Servos, Ankleben der Ruderhörner und Fertigstellen der Anlenkungen bildet den Abschluss. Das Brett für die Akkurutsche ist wohl nicht für Lipos gedacht, da es im Rumpf damit viel zu eng werden würde. Mein 3.000 mAh 4-Zeller Zum Lieferumfang gehören der fertig lackierte GFK-Rumpf, der bespannte zweigeteilte StyroBalsa-Flügel und das Höhenleitwerk. Modellbau Lindinger GmbH e-Mail: [email protected] www.lindinger.at Modellbau Lindinger GmbH e-Mail: [email protected] www.lindinger.at www.fmt-rc.de FMT-TEST 111 Ion Pro New Design von JP Models/Lindinger Speeder Außerdem enthalten sind Kleinteile, die zur Fertigstellung benötigt werden; sogar Servo-Verlängerungskabel ist dabei. Sicher ist sicher: an der Querruderschubstange wurde ein Gabelkopf aus Stahl – statt dem beiliegenden aus Kunststoff – verwendet. Wurzelrippenbereich: Die Servokabel müssen noch durchgezogen und das fixierende Rundholz eingeharzt werden. Modellbau Lindinger GmbH e-Mail: [email protected] www.lindinger.at Modellbau Lindinger GmbH 112 SEGELFLUG e-Mail: [email protected] www.lindinger.at Fazit FMT 08 | 11 Der Ion Pro ist ein gelungenes Modell, das sehr einfach zu transportieren ist, dennoch eine ansprechende Größe hat und dabei für die gebotene Qualität ausgesprochen günstig ist. Der fliegbare Geschwindigkeitsbereich ist beeindruckend groß und das Handling dennoch handzahm. JP Models gibt die mögliche Motorisierung mit bis zu 1.500 Watt an, da ist also für diejenigen, die immer etwas mehr brauchen, noch Luft nach oben. es nichts zu beanstanden, bei Sturzflügen aus großen Höhen wackelt nichts. Lediglich hektische Steuerbefehle oder sehr enge Figuren bei hoher Geschwindigkeit habe ich mir verkniffen – da ist mein Vertrauen in die kurze Flachstahlsteckung dann doch nicht so groß. Tiefe Überflüge machen einen Riesenspaß, das Geräusch im Schnellflug ist herrlich, auch wenn es manche nicht mögen, wenn’s pfeift. Mit einem größeren Akku oder etwas Ballast ist sicherlich noch mehr Durchzug drin, allerdings erscheint mir die gewählte Kombination als sehr allroundtauglich. Thermikkreisen funktioniert trotz der nicht vorhandenen Seitenruderunterstützung gut; und die Landeeigenschaften sind selbst ohne hochgestellte Querruder traumhaft. Man kann das Modell sehr gut aushungern – und landet dann problemlos vor den Füßen. Die verwendeten elektronischen Komponenten mit Hacker A30-10 XL Brushless-Motor, Jeti Master Basic 55 SB Regler und 4S 3.000 mAh Lipo. Datenblatt SEGELFLUG Das Hitec HS 125MG Servo passt perfekt in den Ausschnitt; auch hier auf dem Höhenruder wurde der Plastikgabelkopf gegen einen aus Metall ersetzt. Geht gerade so rein – in der Rumpfnase wird es mit dem großen Brushless-Außenläufer ziemlich eng. Modellname: Ion Pro Elektro New Design Verwendungszweck: Hotliner Hersteller/Vertrieb: JP Models/Lindinger Preis: 214,- € Modelltyp: ARF-Modell mit Styro-Balsa-Flügel und GFK-Rumpf Lieferumfang: fertig lackierter Rumpf, bespannter zweigeteilter Flügel, Höhenleitwerk, Kabinenhaube aus GFK, Bau-und Betriebsanleitung, Kleinteile zur Anlenkung der Ruder sowie Verlängerungskabel für die Servos, Flachstahl, Einschlagmuttern für Flügelaufnahme, Dekorbögen Aufbau: Rumpf: GFK, orange lackiert, mit CFK-Verstärkungen vom Haubenrahmen bis Ende Flügelaufnahme Flügel: Styropor–Balsa-Flügel, teilbar über Steckverbindung mit Flachstahl, fertig bespannt, zweifarbig, Randbögen angeklebt Leitwerk: Balsa, fertig bespannt Motoreinbau: Kopfspantmontage Einbau Flugakku: ohne Rutsche, fixiert mit Klettband Technische Daten: Spannweite: 2.020 mm Modellbau Lindinger GmbH e-Mail: [email protected] Spannweite HLW: 450 mm Flächentiefe Wurzel: 210 mm Flächentiefe Randbogen: 110 mm Länge: 1.050 mm Flügelfläche: 32,7 dm² Flächenbelastung: ab 40 g/dm² Abfluggewicht/Herstellerangabe: ab 1.500 g ideales Gewicht laut Hersteller: 1.700 g realisiertes Abfluggewicht: 1.315 g Antrieb im Testmodell verwendet: Motor: Hacker A30-10 XL Akku: 4S Lipo 3.000 mAh Regler: Jeti Master Basic 55 SB Luftschraube: aero-naut CamCarbon 12 x 6,5 RC Funktionen und Komponenten: Höhenruder: Hitec HS 125MG Querruder: Hitec HS 125MG Fernsteueranlage: Graupner MC 18 mit ACT 2,4 GHz Empfänger: ACT 8-Kanal Empfänger-Akku: BEC Ruderausschläge: HLW: +5/-4 mm, Quer: +12/-8 mm, Bremse: +18 mm www.lindinger.at