A quoi sert la formation continue
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A quoi sert la formation continue
EP Schweizerische Zeitschrift für Weiterbildung Revue suisse pour la formation continue Rivista per la formazione continua Was bringt Weiterbildung? A quoi sert la formation continue ? Weiterbildung zielt auf Nutzen Beat Kappeler, Seite 10 La formation, ça doit se continuer Yves Flückiger, page 12 Neues zum ökonomischen Nutzen von Weiterbildung STEFAN C. WOLTER, Seite 20 2011-3 EDUCATION PERMANENTE Die Schweizer Weiterbildung im Handel Vorbereitungskurse auf die Höhere Fachprüfung im Handel als eidg. dipl. Verkaufsleiter/in Marketingleiter/in eidg. Berufsprüfung im Handel als Detailhandelsspezialist/in Verkaufsfachleute Marketingfachleute Vorbereitung auf die Zulassung zu Berufsprüfungen im Handel MarKom Informationsabende in Ihrer Nähe Wir orientieren Sie kostenlos und unverbindlich über diese interessanten Weiterbildungen. Rufen Sie uns an oder besuchen Sie www.siu.ch Kursorte Zürich, Bern, Lausanne, Lugano Aarau, Basel, Brig, Chur, Luzern, Olten, Schaffhausen, Sion, Solothurn, St. Gallen, Winterthur, Zuoz Hauptsitz: SIU Verena Conzett-Str. 23 · 8004 Zürich Tel. 043 243 46 66 · Fax 043 243 46 60 [email protected] · www.siu.ch IFCAM Route du Lac 2 · 1094 Paudex Tel. 021 796 33 25 · Fax 0848 888 456 [email protected] · www.ifcamsiu.ch SIU Falkenplatz 1 · 3012 Bern Tel. 031 302 37 47 · Fax 031 302 82 42 [email protected] · www.siu.ch IFCAM Corso Elvezia 16 · 6901 Lugano Tel. 091 911 51 18 · Fax 091 911 51 12 [email protected] · www.ifcamsiu.ch inhaltsverzeichnis table des matières 3 1 inhaltsverzeichnis table des matières editorial éditorial 2 Theres Roth-Hunkeler dossier dossier 4 STEFAN DENZLER, Zum Nutzen von Weiterbildung – Einführung ins Thema 7 STEFAN DENZLER, Introduction à la thématique : de l’utilité de la formation continue 10 BEAT KAPPELER, Weiterbildung zielt auf Nutzen 12 YVES FLÜCKIGER, La formation, ça doit se continuer 14 MARCEL WALTER, «Black Box» Weiterbildungsmotivation: Subjektive Nutzenwahrnehmung als Grundlage der individuellen Weiterbildungsnachfrage 18CHARLES MICHE, La formation modulaire en polissage pour adultes 20 STEFAN C. WOLTER, Neues zum ökonomischen Nutzen von Weiterbildung 23 TONY ERB, Arbeitslosenversicherung (ALV) – Bedeutung und Rolle der Bildungsmassnahmen der ALV 26ANDREAS FISCHER / Therese E. Zimmermann, Lohnt sich universitäre Weiterbildung? 30 FRANCESCO PUGLIOLI, L’« esperienza del cliente » per la formazione continua 32EP-KURZINTERVIEWS, Welche Rolle spielen Nutzenüberlegungen bei der Weiterbildung von Mitarbeitenden in Betrieben? / EP-BRÈVES INTERVIEWS, Quels rôles jouent les con sidérations sur l’utilité de la formation continue du personnel dans les entreprises ? 36IRIS ERNI, UGO MERKLI, Nutzenüberlegungen der Studierenden an der Kalaidos Fachhochschule, Departement Wirtschaft bildungspolitik politique de formation im gespräch mit... entretien avec... 38HEINRICH SUMMERMATTER im Interview – Ein Leben für die Berufs- und Weiterbildung 40 ANDRÉ SCHLÄFLI, Das Parlament will Weiterbildungsverbände unterstützen 42 JACQUES BOILLAT, directeur de BOILLAT TECHNOLOGIES SA, Interview par Claude Merazzi forschung recherche 44 BERNHARD SCHMIDT-HERTHA, Ursachen und Bedeutung von Dropout in der Erwachsenenbildung praxis und innovation praxis et innovation 46ANDRÉ MAZZARINI, Retrouver un emploi et s’ouvrir un avenir grâce à la formation : une expérience de quinze ans dans l’Arc jurassien 49ESTHER DERENDINGER, Mit dem Abschluss «Ausbildungsleiter/in mit eidg. Diplom» zur Kaderstelle sveb fsea 50 BERNADETTE MORAND-AYMON, La Conférence romande de la formation continue : une voix qui compte ! 53ANDRÉ SCHLÄFLI, Wirkungen von Förderprogrammen 54ESTHER DERENDINGER, Abschlusstagung des Projekts GO – Förderung der Grundkompetenzen von Erwachsenen InfoNet 56 European InfoNet Adult Education vermischtes divers 57 vorschau / bildserie / impressum à venir / photos / impressum 60 Bildserie von Stefan Denzler Education Permanente 2011-3 Was bringt Weiterbildung? A quoi sert la formation continue ? 2 editorial éditorial editorial éditorial Was bringt Weiterbildung? A quoi sert la formation continue ? Weiterbildung kostet Zeit und Geld. Und was bleibt davon unter dem Strich? Welcher Ertrag? Bilden Sie sich weiter, weil Sie denken, die erworbenen Fertigkeiten und Zertifikate erhöhten Ihre Chancen auf eine bessere berufliche Position, mit besserer Bezahlung? Oder denken Sie, gezielte Weiterbildung vermindere das Risiko, arbeitslos zu werden? Oder sind Sie überzeugt, Weiterbildung stärke Ihre Persönlichkeit, erhalte Ihre Neugier und Ihre Freude am Lernen? Und was, wenn eine begonnene Weiterbildung nicht das bringt, was Sie sich davon versprochen haben? In der Schweiz beteiligt sich jede zweite erwerbstätige Person regelmässig an Weiterbildung; Wirtschaft und Politik betonen immer wieder ihre Wichtigkeit. In den eidgenössischen Räten ist gegenwärtig ein Weiterbildungsgesetz in Bearbeitung, und Parteien und Verbände fordern mehr öffentliche Gelder für Weiterbildung – Anlass genug, differenziert nach ihrem Nutzen zu fragen in der vorliegenden Ausgabe der EP: Was bringt Weiterbildung und wem nützt sie? Was ist ihr Nutzen für den Einzelnen, für die Wirtschaft und für die Gesellschaft als Ganzes? Und wie steht es um die wissenschaftliche Bestimmung dieses Nutzens, der von allen Seiten immer wieder ins Feld geführt wird? Als erstes versuchen wir, das Nutzenkonzept zu klären. Verschiedene Beiträge untersuchen private, subjektive Nutzenerwartungen von Weiterbildungs-Teilnehmenden, andere beleuchten gesellschaftliche Erträge oder berichten über Erfahrungen mit Weiterbildung im Rahmen arbeitsmarktlicher Massnahmen. Einige Autoren betonen vor allem den gesellschaftlichen Nutzen von Weiterbildung, während andere dafür plädieren, Bedingungen zu schaffen, damit sich Weiterbildung vermehrt wirklich lohne. Und immer wieder wird aufgezeigt, weshalb die Bestimmung des Nutzens von Weiterbildung so schwierig ist. Schliesslich kommen auch Weiterbildungs-Verantwortliche einzelner ausgewählter Firmen zu Wort. Wir haben sie gefragt, warum sie ihre Mitarbeiter weiterbilden und was das ihnen und der Firma bringt. n La formation continue coûte du temps et de l’argent. Et pour quel bénéfice ? Pensez-vous que les nouvelles compétences acquises et les certificats obtenus augmenteront vos chances sur le marché du travail, vous assureront un meilleur avenir et vous feront bénéficier d’une augmentation salariale ? Ou estimez-vous qu’une formation continue bien ciblée diminuera le risque du chômage ? Ou qu’elle contribue au renforcement de votre personnalité et de votre désir d’apprendre ? Et qu’arrive-t-il lorsqu’elle ne conduit pas au résultat attendu ? En Suisse, une personne active sur deux se consacre régulièrement à des activités de formation continue. Les mondes de la politique et de l’économie insistent constamment sur son importance. A l’heure actuelle, les autorités fédérales élaborent un projet de loi sur la formation. Les différentes questions mentionnées ci-dessus et le processus législatif en cours ont conduit EP à s’interroger sur l’utilité de la formation continue : qu’apporte-t-elle et pour qui est-elle utile ? Pour l’individu singulier, pour l’économie ou encore pour la société globale ? Et quels sont les critères scientifiques de l’examen de l’utilité ? En premier lieu, nous tenterons d’éclaircir le concept d’utilité. Certaines contributions abordent celui-ci sous l’angle des attentes personnelles des participants, d’autres illustrent les utilités sociétales ou présentent les expériences faites dans le cadre des mesures du marché du travail. Un certain nombre d’auteurs soulignent avant tout l’utilité sociale de la formation continue alors que d’autres insistent sur la nécessité de mettre en place des conditions cadres pour en augmenter encore les bénéfices. Les raisons pour lesquelles l’utilité de la formation continue est difficile à définir sont mises en évidence. En conclusion, nous avons donné la parole aux responsables de la formation continue au sein de quelques entreprises afin qu’ils nous disent pourquoi ils promeuvent la formation continue de leur personnel et ce qu’elle apporte à leur entreprise. n Theres Roth-Hunkeler Theres Roth-Hunkeler Education Permanente 2011-3 Was bringt Weiterbildung? A quoi sert la formation continue ? inserate annonces Ihr Ziel: Bildungsprofi. Sie wollen Erwachsene unterrichten, motivieren und weiter bringen. Die Klubschule Business verfügt über viele Jahre Erfahrung in der Ausbildung von Ausbildenden und ist sowohl beim SVEB Zertifikat Stufe 1 wie beim eidg. Fachausweis Ausbilder/in Marktführerin. Angebote für Ihren Weg zum Bildungsprofi: SVEB Zertifikat Stufe 1 für alle Fachrichtungen Fachrichtung Sprachkursleitende Fachrichtung Trainer/in Bewegung & Gesundheit Ausbilder/in mit eidg. Fachausweis Angebote für die Berufsbildung Lernende am Arbeitsplatz begleiten Melden Sie sich noch heute zu einer Infoveranstaltung an und lassen Sie sich kompetent und unverbindlich beraten. Tel. 0844 373 654 oder www.klubschule.ch/business Schweizerische Tagung für Bildungsfachleute Conférence suisse pour les spécialistes de la formation Die diesjährige Tagung trägt den Titel: «Vom trägen Wissen zum kompetenten Handeln: Lernumgebungen erfolgreich gestalten». Prof. Dr. Diethelm Wahl, der Autor des gleichnamigen Buches wird am 07. November 2011 mit uns spannende Fragen bearbeiten. La conférence de cette année est placée sous le titre suivant : «Du savoir diffus à l‘action compétente : aménager judicieusement l‘environnement d‘apprentissage». Le 7 novembre 2011, le professeur Diethelm Wahl, auteur du «Lernumgebungen erfolgreich gestalten vom trägen Wissen zum kompetenten Handeln», se penchera avec nous sur des questions très intéressantes : ■ Was macht den Weg vom Wissen zur Handlungskompetenz so anspruchsvoll? ■ Über welche Schwierigkeiten stolpern wir möglicherweise selber? ■ Wie können wir Lernumgebungen gestalten, welche die Handlungskompetenzen wirklich fördern? ■ Wie können wir individuelle Vorkenntnisse nutzen? ■ Wie hilft die Lern-Landkarte «advanced organizer» nachhaltiges Lernen zu ermöglichen? ■ Qu‘est ce qui rend si ardue la progression du savoir vers la compétence pratique ? ■ Sur quels obstacles trébuchons-nous le cas échéant nous-mêmes ? ■ Comment pouvons-nous tirer parti des connaissances préalables individuelles ? ■ Comment la carte nationale d‘apprentissage «advanced organizer» peut-elle contribuer à une étude durable ? En cas d‘inscription de 10 francophones au moins, une traduction simultanée D F sera à disposition. Datum/Date: 07. November 2011 Ort/Lieu: Klubschule Fribourg Anmeldung/Inscription: Tel 0844 373 654 oder www.klubschule.ch/business Education Permanente 2011-3 Was bringt Weiterbildung? A quoi sert la formation continue ? 3 4 dossier dossier Zum Nutzen von Weiterbildung – Einführung ins Thema Stefan Denzler Schweizerische Koordinationsstelle für Bildungsforschung Centre suisse de coordination pour la recherche en éducation Kontakt: [email protected]; www.skbf-csre.ch Weiterbildung kostet Zeit und Geld. Sie muss einen Nutzen haben, der diese Kosten mindestens aufwiegt, sie muss also etwas bringen, sonst würde sie nicht in dem Masse betrieben, wie es heute der Fall ist. Ihr Nutzen erweist sich als ein entscheidender Faktor bei Weiterbildungsentscheidungen. Ökonomische Untersuchungen dazu konzentrieren sich primär auf den Nutzen in Form von Lohn. Daneben gibt es aber auch nicht-monetäre Aspekte: Weiterbildung kann aus Gründen der persönlichen Entfaltung, aus Wissensbegier und reiner Freude am Lernen betrieben werden. Die Relevanz der Nutzenfrage zeigt sich besonders bei der Diskussion um die öffentliche Finanzierung von Weiterbildung. Der Begriff des Nutzens ist ein in den Wirtschaftswissenschaften gebräuchliches Wohlfahrtsmass, das bei Handlungsentscheiden eine zentrale Rolle spielt. Der Nutzen eines bevorzugten Guts wird unter Annahme nutzenmaximierenden Verhaltens höher eingeschätzt als jener von Alternativen. Nutzen wird somit relativ, d.h. im Vergleich zu möglichen Alternativen sowie zum Aufwand bestimmt. Oft ist es der erwartete Nutzen, der handlungswirksam ist, also eine geschätzte, mit Unsicherheiten behaftete und nicht exakt quantifizierbare Grösse. Handlungsleitend ist aber immer das Resultat einer solchen mehr oder weniger bewussten Nutzenabwägung, die jeweils im Bewusstsein begrenzter Ressourcen (Einkommen, Zeit sowie anderer Kapazitäten und Fähigkeiten) vorgenommen wird. Mit der Annahme, dass Individuen ihren Nutzen oder mit anderen Worten ihr Wohlergehen oder ihren Vorteil maximieren, werden keine Aussagen über die spezifischen Motive und Interessen gemacht, welche die Menschen in ihrem Handeln antreiben. Die ökonomische Methode zur Analyse menschlichen Verhaltens, wie sie in der Mikroökonomie neoklassischer Provenienz entwickelt wurde, geht laut Becker lediglich davon aus, dass Individuen ihr Wohlergehen, so wie sie es wahrnehmen, maximieren, und zwar aus welchen Motiven auch immer, sei dies aus Eigennutz, Altruismus, Loyalität, Hass oder Masochismus (Becker 1996). Welche Motive und Interessen stehen hinter dem Nutzen von Weiterbildung? Auf das Feld der Weiterbildung bezogen, bedeutet dies, dass sich Menschen weiterbilden, wenn die damit verbundenen und von ihnen erwarteten Vorteile die Kosten überwiegen. Entscheidend wäre damit der den Weiterbildungsanstrengungen entsprungene Nutzen angesichts der Kosten in Form von Zeit, entgangenem Lohn und Kurskosten. Folgen wir dieser Argumentation, so erweist sich der Nutzen als ein entscheidender Faktor bei Weiterbildungsentscheidungen. Ein solcher Nutzen kann nun aus den verschiedensten Motiven und Interessen mittels Weiterbildung angestrebt werden. Weiterbildung kann mit dem Ziel des Erhalts und der Erhöhung bestimmter Kompetenzen und Fertigkeiten und damit der Erhöhung der Produktivität verfolgt werden. Auch die dadurch verbesserte Arbeitsmarktfähigkeit sowie eine allenfalls höhere Entlöhnung stellen Motive von Weiterbildungsanstrengungen dar. Weiterbildungsmassnahmen sind somit einerseits Investitionen in Humankapital, andererseits bringen sie Zertifikate (etwa in Form eines EMBA), d.h. erworbene Merkmale, welche zuhanden potentieller Arbeitgeber Informationen über bestimmte Fähigkeiten aussenden. Weiterbildung kann aber auch aus Gründen der persönlichen Entfaltung und Bereicherung, aus Wissensbegier und reiner Freude am Lernen betrieben werden. Weiterbildung erhält in diesem Education Permanente 2011-3 Was bringt Weiterbildung? A quoi sert la formation continue ? dossier dossier «Menschen bilden sich weiter, wenn die damit verbundenen und von ihnen erwarteten Vorteile die Kosten überwiegen.» Fall einen eher konsumtiven Charakter, der aber nicht minder wertvoll und nicht von weniger relevantem Nutzen für das Individuum sein muss. Ein Nettonutzen wird erwartet – subjektive Nutzenüberlegungen sind entscheidungsrelevant Fallen die Kosten der Weiterbildung primär privat an und müssen also durch das Individuum selbst oder durch den Arbeitgeber finanziert werden, kann man gemäss der ökonomischen Theorie davon ausgehen, dass sie nur dann nachgefragt wird, wenn ein Nettonutzen zumindest erwartet werden kann. Anders formuliert, Weiterbildung muss etwas bringen und einen Nutzen haben, der die Kosten übersteigt, sonst würde sie nicht in diesem Umfang betrieben (die Teilnahmequote der Erwerbsbevölkerung im mehrheitlich privat organisierten schweizerischen Weiterbildungsmarkt betrug im Jahr 2009 über 54%). Angesichts der theoretischen Bedeutung von Nutzenaspekten bei Weiterbildungsentscheidungen ist es erstaunlich, dass es relativ wenig gesicherte Anzeige Certificate of Advanced Studies CAS CAS Führen in Nonprofit-Organisationen, 25. Durchführung Berufsbegleitender Lehrgang für künftige oder bereits tätige Führungsverantwortliche in Nonprofit-Organisationen. Beginn und Dauer 12. Dezember 2011 bis 30. November 2012, 26 Tage, 15 ECTS CAS Management Sozialer Dienstleistungen Soziale Dienstleistungen planen, umsetzen und überprüfen nach dem Social Impact Modell. Beginn und Dauer 1. Dezember 2011 bis 30. November 2012, 24 Tage, 15 ECTS Beide CAS sind Teil des Master of Advanced Studies MAS Sozialmanagement. Leitung Prof. Stefan M. Adam Information und Anmeldung Fachhochschule Nordwestschweiz Hochschule für Soziale Arbeit Florinda Cucci Riggenbachstrasse 16, 4600 Olten +41 62 311 96 79, [email protected] www.fhnw.ch/sozialearbeit/weiterbildung Education Permanente 2011-3 Was bringt Weiterbildung? A quoi sert la formation continue ? Education permanente Ausgabe 3/2011 1/2 Seite quer 5 6 dossier dossier empirische Evidenz dazu gibt. Ökonomische Untersuchungen konzentrieren sich v.a. auf Nutzen in Form von Lohnwachstum oder Bildungsrenditen aus Weiterbildung. Allerdings gibt es hier grosse methodische Herausforderungen, da es neben der ganzen Selektionsproblematik nicht einfach ist, Effekte spezifischer Weiterbildungsmassnahmen zu isolieren (vgl. Beitrag Wolter in diesem Heft). «Weiterbildung kann aber auch aus Gründen der persönlichen Entfaltung und Bereicherung, aus Wissensbegier und reiner Freude am Lernen betrieben werden.» Auch über die subjektiven Nutzenüberlegungen ex ante gibt es wenig Evidenz. Es scheint aber, dass gerade solche Nutzenerwartungen entscheidungsrelevant sind. So weisen Personen mit höheren Erwartungen bezüglich Zielerreichung und Nutzen von Weiterbildung eine höhere Weiterbildungsneigung auf als Personen mit geringer Teilnahmebereitschaft (vgl. Beitrag Walter in diesem Heft). Bei staatlich subventionierter Weiterbildung ist die Nutzenfrage noch wichtiger Solange Weiterbildung vorwiegend privat angeboten, nachgefragt und finanziert wird, ist das fehlende Wissen über ihren Nutzen nicht weiter problematisch. Die Frage wird jedoch relevant, wenn Weiterbildung mittels staatlicher Unterstützung finanziert werden soll. Dann rücken Fragen zum Nutzen plötzlich ins Zentrum der öffentlichen Diskussion. Es muss geklärt werden, welchen Nutzen die Öffentlichkeit mit Weiterbildung bei wem und wie verfolgen will und ob dieser Nutzen den Aufwand lohnt. Aus gesamtgesellschaftlicher und volkswirtschaftlicher Sicht besteht der Nutzen von Weiterbildung in Wohlfahrtsgewinnen (Steigerung der Produktivität und der Wettbewerbsfähigkeit, Wachstum), in der Vermeidung resp. Reduktion von Arbeitslosigkeit (Erhalt der Arbeitsmarktfähigkeit), aber auch in Leistungen wie der sozialen Integration, der Verbesserung der Chancengerechtigkeit oder in der Förderung der politischen Partizipation (vgl. Beitrag Flückiger in diesem Heft). in diesem Fall nicht erreicht, weil das einzelne Individuum privat einen zu geringen Nutzen daraus zu ziehen vermag oder zu ziehen vermeint. So unterschätzen etwa Geringqualifizierte ihren Nutzen aus Weiterbildung tendenziell, weil sie eine zu kurzfristige Perspektive einnehmen (vgl. Backes-Gellner et al. 2007), oder es stehen Lernwiderstände, ungünstige Persönlichkeitsmerkmale oder eine hohe Gegenwartsorientierung im Weg (vgl. Fourage et al. 2010). Der soziale Nutzen, der durch gezielte Weiterbildung dieser Gruppen erzielt werden könnte, dürfte daher rasch höher als die Kosten sein, die anfallen würden, wenn ihre Weiterbildung öffentlich finanziert würde. Geht es um Fragen des Zugangs und damit der Unterstützung von Weiterbildung, so muss der private und soziale Gewinn aus Weiterbildung in einer Life-Long-Learning-Perspektive betrachtet werden und hinsichtlich Chancengerechtigkeit, aber auch bezüglich Kosteneffizienz mit der formalen Bildung verglichen werden. Aber gerade in diesen Aspekten schneidet Weiterbildung schlechter ab als etwa die frühe Bildung (vgl. Cunha et al. 2006). Solche Überlegungen müssten folglich bei der Diskussion um die Ziele öffentlich unterstützter Weiterbildung mitbedacht werden. Die Nutzenfrage in der Weiterbildung ist vielleicht nicht immer opportun (gerade in einem Markt mit vielen privaten Interessen), und sie ist sicher nicht einfach zu beantworten, aber es ist notwendig, sie immer wieder grundsätzlich zu stellen. n Literatur: Becker, G. S. (1996). The economic way of looking at behavior. The Nobel lecture. Stanford, CA. Stanford University. Fourage, D. et al. (2010). Why do low-educated workers invest less in further training? IZA-Discussion Paper, No. 5180. Cunha, F. et al. (2006). Interpreting the evidence on life cycle skill formation. In: Hanushek & Welsh (eds.) Handbook of the economics of education. Amsterdam: Holland, 697-812. Backes-Gellner, U. et al. (2007). The puzzle of non-participation in continuing training. An empirical study of chronic vs. temporary non-participation, Zeitschrift für Arbeitsmarktforschung, 2-3, 295-311. Wem also nützt Weiterbildung? Schliesslich muss die Nutzeninzidenz geklärt werden, also die Frage, wo, d.h. bei wem (Individuum, Arbeitgeber, Gesellschaft) der Nutzen anfällt. Entsprechend müssen Zielgruppen definiert und Berechtigungskriterien definiert werden. Im Zusammenhang mit Weiterbildung wird immer wieder das Problem eines Marktversagens hervorgehoben. Das ist v.a. dann der Fall, wenn Individuen sich weniger stark weiterbilden, als es volkswirtschaftlich von Nutzen wäre. Das volkswirtschaftliche Optimum wird Education Permanente 2011-3 Was bringt Weiterbildung? A quoi sert la formation continue ? dossier dossier Introduction à la thématique : de l’utilité de la formation continue La formation continue coûte du temps et de l’argent. Elle doit dès lors avoir une utilité qui contrebalance ses coûts, elle doit apporter un gain sinon elle ne ferait pas l’objet d’une pratique aussi importante telle qu’on la constate aujourd’hui. Son utilité représente un critère déterminant lors de décisions à prendre dans le cadre d’une politique de formation continue. Les analyses de nature économique portent leur attention en premier lieu sur son utilité du point de vue salarial. Mais il existe également des aspects non monétaires incitant à la pratique de la formation continue : le développement personnel, le désir de s’instruire ou le simple plaisir d’apprendre. L’importance de la problématique de l’utilité de la formation continue est manifeste lors des discussions concernant son financement par la main publique. Les sciences économiques font du concept d’utilité un critère usuel de bien-être et de satisfaction en mettant constamment en exergue l’importance du résultat attendu découlant des choix opérés par une personne, notamment lorsque ses ressources ou compétences sont limitées (revenu, temps ou autres capacités). Quels sont les motifs et les intérêts que recouvre la notion d’utilité de la formation continue ? Du point de vue de la formation continue, il découle de cette approche que les personnes décident de se former lorsque les avantages attendus l’emportent sur les coûts de toute nature. L’utilité est dès lors la motivation centrale d’une formation continue ; elle peut revêtir des visages fort différents : maintien et développement de compétences et de savoir-faire conduisant à une augmentation de la productivité, meilleure situation personnelle sur le marché du travail ou possible augmentation de la rétribution salariale. Les mesures de formation continue représentent ainsi d’une part un investissement dans le capital humain et d’autre part une identité professionnelle élargie notamment par l’obtention de certifications (par exemple, un MBA) qui donnent des indications complémentaires à un employeur potentiel. Mais la pratique de la formation peut également découler d’un souhait de développement et d’enrichissement personnel, d’un désir de s’instruire Stefan Denzler Centre suisse de coordination pour la recherche en éducation Contact : [email protected] www.skbf-csre.ch Traduction et résumé : Claude Merazzi ou du simple plaisir d’apprendre. Le gain d’utilité, même s’il est essentiellement personnel, est toujours présent au sein de cette démarche. La question de l’utilité est encore plus importante dans le cadre de la formation continue subventionnée par les pouvoirs publics La question de l’utilité de la formation continue est particulièrement importante et discutée dans le cadre de la formation continue subventionnée par les pouvoirs publics. L’examen des aspects de l’utilité de la formation continue pour la société est alors au centre du débat : qui doit bénéficier de cette aide, comment est-elle évaluée dans ses « Ainsi les personnes avec de faibles qualifications sousestiment tendanciellement les bénéfices d’une formation continue parce qu’elles se situent dans une perspective à court terme. » effets, l’utilité sociétale est-elle à la hauteur des sommes investies ? Des considérations globales relevant de l’économie politique visent à justifier cet investissement public : gain pour le bien-être social, augmentation de la productivité et de la compétitivité, croissance économique, réduction du chômage, compétences accrues sur le marché du travail, intégration sociale, augmentation de l’égalité des chances ou promotion de la participation à la vie politique (voir à ce sujet l’article du Prof. Flückiger dans le présent numéro). Education Permanente 2011-3 Was bringt Weiterbildung? A quoi sert la formation continue ? 7 8 dossier dossier Qui bénéficie de la formation continue ? Finalement, il convient de s’interroger sur les incidences utilitaires et les bénéficiaires de la formation continue. La personne individuelle, l’employeur, la société ? La question des difficultés rencontrées sur le marché du travail est fréquemment abordée en relation avec la formation continue. C’est le cas notamment lorsque des personnes ne se forment pas suffisamment « La question de l’utilité de la formation continue est particulièrement importante et discutée dans le cadre de la formation continue subventionnée par les pouvoirs publics. » selon les besoins de l’économie. L’optimum économique ne serait dès lors pas atteint parce que la personne individuelle ne bénéficie que d’une utilité restreinte. Ainsi les personnes avec de faibles qualifications sous-estiment tendanciellement les bénéfices d’une formation continue parce qu’elles se situent dans une perspective à court terme. En relation avec la formation continue (voir BackesGellner et al. 2007). Le bénéfice social découlant d’une politique de formation continue ciblée pour ces groupes de population est rapidement plus important que les coûts engendrés lorsque les mesures de formation continue bénéficient d’un appui financier des pouvoirs publics. Mais il convient également de faire une évaluation comparative du gain social et de l’efficience financière de la formation continue dans la perspective « apprentissage tout au long de la vie » avec les voies de la formation formelle initiale. Sur ce point, la formation continue obtient des résultats inférieurs à ceux de la formation initiale (voir Cunha et al. 2006). Il est dès lors nécessaire de garder à l’esprit ces approches lors des discussions concernant les objectifs de la formation continue financés par les pouvoirs publics. Certes la question de l’utilité de la formation continue n’est peut-être pas toujours opportune, notamment dans un marché avec de nombreux intérêts privés ; la réponse qu’on peut lui apporter n’est souvent pas aisée, mais il n’en demeure pas moins qu’elle doit constamment faire l’objet d’un examen approfondi. n Education Permanente 2011-3 Was bringt Weiterbildung? A quoi sert la formation continue ? inserate annonces Topseller auf www.alice.ch/shop Bildungspass Der Bildungspass schafft Übersicht und Transparenz über Ihre Weiterbildung im beruflichen und persönlichen Bereich. Eingetragen werden alle Aus- und Weiterbildungen, Kursbesuche, Praktika und ehrenamtliche Tätigkeiten. Der Bildungspass ist in der ganzen Schweiz anerkannt und dreisprachig. Aktuelle Auflage: 750’000 Ex. Preis pro Stück CHF 5.– (inkl. Mwst, exkl. Versandkosten). Rabatte bereits ab 20 Ex. Logoeindruck ab 2000 Ex. möglich. Porträt Weiterbildung Schweiz Das Porträt informiert in kompakter Form über die aktuelle Situation der Weiterbildung in der Schweiz: über gesetzliche Grundlagen, Institutionen und ihr Personal, über Angebote und Teilnahmequoten, Finanzierungsformen und internationale Kontakte. Preis CHF 24.– (inkl. Mwst, exkl. Versandkosten). 87 Seiten. 2008. KMU und die Rolle der Weiterbildung Eine empirische Studie zu Kooperationen und Strategien in der Schweiz. Die Studie bietet repräsentative Daten zur Rolle der Weiterbildung in Schweizer KMU. Neben den Forschungsergebnissen bietet sie Handlungsempfehlungen für Betriebe sowie für die Weiterbildungspolitik und die Weiterbildungsanbieter. Preis CHF 18.– (inkl. Mwst, exkl. Versandkosten). 172 Seiten, 2005. Bildungsstudie Schweiz 2010 Lukas Scherer, Daniel Jordan, FHS St. Gallen Studie zur beruflichen Aus- und Weiterbildung in der Deutschschweiz Die «Bildungsstudie Schweiz» erscheint bereits zum dritten Mal, wobei die Themen jedes Jahr variieren. Nach zwei Ausgaben mit Fokus «Bildungsteilnehmende» stehen diesmal die Anbieter im Zentrum. Die Studie gibt Aufschluss über Tendenzen im Tertiärbereich. Fast 300 Anbieter, die meisten aus dem Bereich Tertiär B (höhere Berufsbildung), lassen sich in die Karten blicken: Was unternehmen sie bei der Qualitätsentwicklung, auf welche Angebotsformen und Abschlüsse setzen sie, und was erwarten sie von der Zukunft? Die Antworten auf diese und weitere Fragen sind im Bericht nachzulesen. Preis pro Studie CHF 58.–, für SVEB-Mitglieder CHF 48.– (inkl. Mwst, exkl. Versandkosten) Gratis Download: Diverse Weiterbildungs-Projektberichte Bestellungen: www.alice.ch/shop Education Permanente 2011-3 Was bringt Weiterbildung? A quoi sert la formation continue ? 9 10 dossier dossier Weiterbildung Beat Kappeler Dr. h.c., Autor NZZ am Sonntag, Le Temps; Kontakt: [email protected] zielt auf Nutzen Der Autor formuliert in seinem Beitrag leise Einschränkungen und kleine Ernüchterungen gegenüber der «herrschenden Weiterbildungsseligkeit», die aber nicht absolut seien. Er plädiert für eine Weiterbildung, die sich an der Praxis und nicht an Diplomen orientiert und von einer direkten Bildungsrendite im Lohn und nicht mit Staatskrücken bedient wird. Von den Universitäten, den Fachhochschulen, den höheren Fachschulen und der Berufslehre fordert er Qualität und volle Ausbildung – und keine Verschiebung auf eine spätere Weiterbildung. Weiterbildung zielt auf Nutzen, das verstehen jene so, die sie auf sich nehmen, sowie jene, die sie anbieten, meist sogar mit diesem ausdrücklichen Hinweis. Wer hingegen in Kunstgeschichte schwelgt, betreibt Bildung und Kultur, so geht wohl das allgemeine Verständnis. Ebenso breit wird die Notwendigkeit von Weiterbildung akzeptiert. Die Wissensgesellschaft, das Hochlohnland, die raschen technischen Umwälzungen, ein Platz im Statuswettbewerb, alle diese Umstände verlangen darnach. Situation in südeuropäischen Ländern Die bedrückende Gegenwelt bieten die südeuropäischen Länder in der laufenden Krise des Euro. Denn der grosse Teil ihrer Jungen verlassen die Volksschule ohne weitere Aus- und Weiterbildung. Statistiken zeigen dort auch eine geringere Durchsetzung von Schulen, Haushalten und Firmen mit Informatik, sowohl bei Geräten wie bei Internetnutzung. Englischkenntnisse sind schwächer als im Norden des Kontinents, und die Menschen reisen viel seltener. Kein Wunder, dass der wirkliche Grund der Verwerfungen zwischen den nördlichen und südlichen Euro-Ländern die fehlende Wettbewerbsfähigkeit des Südens ist, und dies wegen der fehlenden Weiterbildung. Weiterbildung im Rang einer heiligen Kuh Wenn aber ein Thema unbeschränkt akzeptiert ist, droht es in den Rang heiliger Kühe aufzurücken. Salopp gesagt, aber sehen wir die Weiterbildung einmal unter diesem Aspekt an. Im Frühjahr 2011 nahm das Thema Weiterbildung die politische Hürde dazu. Der Bundesrat schlug in der Vernehmlassung einen Abzug von 4000 Franken vom steuerbaren Einkommen dafür vor, gegenüber dem Parlament ging er auf 6000 Franken, und die ständerätliche Kommission bietet bereits 12’000 Franken. Dieser Galopp des vermeintlich «Sozialen» verkennt die Studie des Bundesrates, wonach Steuerabzüge vor allem der Mittel- und Oberschicht zugutekommen. Ein Chauffeur wird für seinen Schleuderkurs nicht so viel herausholen, ein Bankexperte sehr wohl. Die Alternative: Viel besser als diese Förderung über die Staatskasse bleiben differenzierte Löhne. Wenn eine bessere Ausbildung und der höhere Status auch deutlich mehr Lohn bringen, kann jeder die Bildungsrendite sehen und wollen. Wenn aber, wie oft gefordert, die Lohnunterschiede eingeebnet werden, entfällt dieser Teil der Motivation. Diplome als Unterscheidungsmerkmale Allzu grosse Einhelligkeit rund um die Weiterbildung hat auch die Arbeitgeber erfasst, die Berufsverbände, die Universitätsabgänger. Weiterbildungsstufen aller Art werden eingerichtet, kanonisiert und diplomiert. Die Diplomerfordernisse folgen auf dem Fuss. Der Schweizer Arbeitsmarkt unterteilt sich in immer feiner verästelte Zweige, jeder mit einem strengen Diplom von weiterem Zustrom abgeschirmt. Die Mobilität quer durch die Berufe nimmt deutlich ab. Erklären kann man diese allseitigen Bestrebungen durch Verbände, die ihre Legitimation Education Permanente 2011-3 Was bringt Weiterbildung? A quoi sert la formation continue ? dossier dossier «Eine dritte kleine Ernüchterung zur Weiterbildung, wenn sie heilige Kuh wird – wenn alle sich weiterbilden, entfällt der Statusvorteil.» suchen und Weiterbildungsgänge anbieten. Es erklärt sich durch Akademikerjahrgänge in grossen Massen, die sich Erfolg durch die weitere Differenzierung des Status versprechen. Ein Universitätsstudium eröffnet heute, wegen seiner Verbreitung, kaum mehr den unbestrittenen Einstieg in höhere Chargen wie zu meiner Zeit um 1970. Und da viele Arbeitgeber die Bewerber am einfachsten durch Diplomscheine zu sortieren hoffen, schaukelt sich dies alles gegenseitig hoch. Wenn 600 Studenten pro Jahrgang an einer Uni «Kommunikationswissenschaften» studieren und weder sie noch die Medien die Geduld aufbringen, sich durch «Unfälle und Verbrechen» emporzuarbeiten, dann kommt man eben auf die Diplome als Unterscheidungsmerkmal. Beitragen dürfte auch das fehlende berufliche Profil der beliebten Studien Psychologie, Soziologie, Ethnologie, Betriebswissenschaft. Ihre Absolventen verbringen oft 10 bis 20 Jahre mit sogenannter Weiterbildung zu Mediatoren, Beratern aller Art, um sich zu differenzieren. stühle, Kommandanturen aller Art gibt es immer nur ein Mal in einer Organisation. Die Bewerbung darum mittels immer mehr Diplomen und Weiterbildungszügen vermehrt die Positionen nicht, nur die Bewerber, und wohl auch die frustrierten Abgewiesenen. Diese drei Gruppen von leisen Einschränkungen gegenüber der herrschenden Weiterbildungsseligkeit sind nicht absolut. Sondern sie sollen eine Weiterbildung stärken, die sich an der Praxis und nicht an Diplomen orientiert, die von einer direkten Bildungsrendite im Lohn und nicht mit Staatskrücken bedient wird, und die doch auch den universitären Bildungsgängen zu denken geben sollte. Man mache doch dort schon Nägel mit Köpfen, lasse nicht einfach Kreti und Pleti zu, sondern bleibe qualitätsvoll. Das gilt auch schon für die Berufslehre, für die Fachhochschule, für die höheren Fachschulen: sie sollen voll ausbilden, nicht zu vieles auf eine spätere Weiterbildung verschieben. n Die Alternative: das Arbeitsrecht muss weiterhin sehr flexibel bleiben und Kündigungen leicht zulassen. Dann wird ein Arbeitgeber auch Bewerber ohne viele Diplome einstellen und sie sich in der Praxis bewähren lassen, oder eben kündigen. Kann er dies nicht, wie im übrigen Europa, dann stellt er nicht ein, oder nur Leute mit einem Kranz von Diplomen. Dann kann sich der einstellende höhere Kadermensch wenigstens damit herausreden, wenn es nicht klappt, man aber auch nicht mehr kündigen kann. Statusvorteil entfällt Eine dritte kleine Ernüchterung zur Weiterbildung, wenn sie heilige Kuh wird – wenn alle sich weiterbilden, entfällt der Statusvorteil. Diese These kann man hin und wieder in abgeklärten angelsächsischen Beurteilungen lesen. Denn mit der Weiterbildung im Beruf kämpfen die Bewerber um «positionelle Güter», sie aspirieren auf Stellen, die es nur einmal gibt. Direktionsposten, Abteilungschefs, hoch gesuchte Stabsleute, Lehr- Education Permanente 2011-3 Was bringt Weiterbildung? A quoi sert la formation continue ? 11 12 dossier dossier La formation, Yves Flückiger Né en 1955, Yves Flückiger a obtenu son doctorat en économie en 1983. Il a été chercheur associé aux Universités de Harvard (USA) et d’Oxford (GB) et professeur invité aux Universités de Fribourg, Lausanne et Deakin (Australie). Depuis 1992, il est professeur ordinaire au Département d’économie politique de l’Université de Genève, dont il a été de 2004 à 2007 le directeur. Il dirige également l’Observatoire universitaire de l’emploi et est membre associé du Centre interuniversitaire sur le risque, les politiques économiques et l’emploi (CIRPEE) de l’Université de Québec (Montréal). Depuis juillet 2007, il occupe le poste de vice-recteur de l’Université de Genève en charge notamment de l’enseignement et de la formation continue. Contact : [email protected] ça doit se continuer Toutes les enquêtes effectuées en Suisse le démontrent. La proportion de personnes exerçant une profession différente de celle qu’elles ont apprise n’a cessé de progresser au cours des trois dernières décennies. Elle atteint aujourd’hui 49% de toute la population active suisse, et même 52% à Genève ou 55% à Zurich. En 1980, ce pourcentage n’était que de 38% ! Ces chiffres confirment l’adage selon lequel on n’apprend plus une profession pour la vie. Il faut au contraire se préparer à changer de métier, sans doute plusieurs fois au cours de son existence. Dans ce contexte, il est évident que la formation de base doit s’adapter à ces exigences nouvelles, en transmettant les compétences nécessaires à la mobilité future sur le marché du travail. Mais la formation continue joue un rôle encore plus crucial pour faciliter les changements professionnels en maintenant à jour les connaissances de base acquises par les individus. Elle l’est aussi pour prévenir le chômage au sein des groupes à risque ou à favoriser la réinsertion professionnelle des chômeurs. Et cela même si les études effectuées à ce propos démontrent que l’efficacité de ces mesures est d’autant plus grande qu’elles sont prises de manière anticipée, avant même que les personnes se trouvent privées d’emploi. Les bénéfices de la formation continue et le recours au financement public La formation continue est aussi indispensable pour favoriser la participation de la population à l’éducation et augmenter le savoir au sein de la société afin de favoriser, de manière générale, la capacité d’innovation et le potentiel de croissance économique. Ces effets externes dont bénéficie la collectivité justifient qu’elle participe à son financement, même si par ailleurs les individus eux-mêmes en tirent un bénéfice immédiat, non seulement en limitant leurs risques de chômage, mais en améliorant aussi leurs perspectives salariales. Au-delà des effets économiques liés à la formation continue, il ne faudrait pas oublier non plus que la formation continue a aussi pour effet d’assurer l’émancipation des individus et de favoriser leur épanouissement personnel. Le fait que la formation continue génère tout à la fois des bénéfices privés, pour les employés comme pour les employeurs, et des bénéfices sociaux explique pourquoi la question de son financement est tellement débattue. Pourtant, dans le contexte actuel, caractérisé par des bouleversements technologiques et sociaux de plus en plus intenses, il est évident que le financement public de la formation continue doit impérativement revenir au centre des préoccupations politiques. En effet, elle permet aux individus de s’adapter plus rapidement aux nouvelles conditions de vie et de travail. Elle génère ainsi des bénéfices externes croissants qui devraient tout naturellement se traduire par une progression de la part du financement public, ceci d’autant plus que ces modifications ne sont pas seulement périodiques mais qu’elles deviennent de plus en plus permanentes. Dès lors, la frontière entre formation de base et continue devient artificielle, cette dernière s’inscrivant comme la suite logique de la première. Cette évolution justifie le recours au financement public d’une formation qui se déroule tout au long de la vie. Formation continue et aide publique aux entreprises Les besoins de formation continue n’ont donc jamais été aussi importants. Pourtant, les entreprises ont tendance à réduire leurs efforts dans ce domaine en raison de la mobilité croissante du travail. Et la collectivité ne prend pas pour autant le relais. De surcroît, l’accès à une formation continue est encore inégal, surtout lorsqu’elle est finan- Education Permanente 2011-3 Was bringt Weiterbildung? A quoi sert la formation continue ? dossier dossier « Le fait que la formation continue génère tout à la fois des bénéfices privés, pour les employés comme pour les employeurs, et des bénéfices sociaux explique pourquoi la question de son financement est tellement débattue. » cée par les employeurs. Si rien n’est entrepris, elle risque d’accentuer les inégalités perceptibles déjà au niveau de l’éducation de base. Pour résoudre la quadrature du cercle, différentes solutions sont envisageables. Il faut agir sur l’incitation à se former et à former. Tout d’abord, l’Etat pourrait envisager d’instaurer une aide publique directe ou indirecte (par le biais, par exemple, d’une réduction des cotisations chômage) destinée aux entreprises qui mettent sur pied des cycles de formation continue pour leur personnel ou qui instituent, dans le cadre de leurs contrats de travail, des systèmes dans lesquels leurs employés peuvent accumuler des crédits de formation susceptibles d’être valorisés après une période donnée passée au sein du même établissement. Un tel aménagement du temps de travail, sur une durée de vie plus longue, profiterait à la collectivité et aux travailleurs (grâce à une diminution de la probabilité de chômage) tout en augmentant la productivité du personnel en place pour les entreprises. Il permet aussi aux employeurs de fidéliser leurs employés grâce au système de crédit tout en leur permettant de mieux rentabiliser leurs investissements de formation. Le modèle danois Une solution alternative consisterait à adopter ce que l’on pourrait appeler le modèle danois. Depuis 1994, la population danoise a la possibilité de bénéficier, à certaines conditions, d’un congé de formation qui a pour objectif d’encourager les personnes actives à se former et à se perfectionner tout en favorisant la réintégration des chômeurs à la vie active en leur permettant de remplacer temporairement les personnes en formation. Ce système présente plusieurs avantages. Tout d’abord, les personnes actives sont encouragées à se perfectionner sans attendre pour cela de se retrouver au chômage. Le perfectionnement des actifs devrait donc être plus efficace en évitant de trop longues périodes sans formation. D’autre part, pour les chômeurs qui remplacent les actifs en formation, on évite les conséquences d’un chômage qui s’éternise tout en augmentant les chances de réinsertion rapide grâce aux contacts qu’ils nouent au sein de l’entreprise. Pour les employeurs, la participation de leurs employés à une formation continue devrait leur permettre de bénéficier de gains futurs de productivité tout en réduisant leurs coûts de formation et d’embauche. Par ce biais, ils ont en effet la possibilité de tester des collaborateurs potentiels. Finalement, l’Etat profite d’une amélioration de la compétitivité de l’économie. Dans le même temps, les chances de réinsertion professionnelle des chômeurs s’améliorent et la probabilité de chômage pour les actifs occupés diminue. Malgré ces avantages indéniables, les évaluations faites démontrent que cette expérience danoise comporte aussi ses limites. Ainsi, il semble bien que ce système ne permette pas de combler le fossé existant entre les personnes qualifiées et celles qui le sont moins. De surcroît, les chômeurs qui ont participé à des cours de formation sont ceux qui possédaient les meilleures chances de s’en sortir. Il est possible dès lors que le congé de formation ait contribué à prolonger la durée de chômage. Finalement, l’Etat risque bien de financer les efforts de perfectionnement des entreprises qui auraient de toute façon eu recours à des cours de formation en les prenant en charge elles-mêmes. On peut donc craindre que ce système n’ait pas tout simplement incité les employeurs à « externaliser » les coûts de la formation continue qu’ils supportaient auparavant. Le chèque formation Le chèque formation proposé à Genève constitue une autre solution qui se rapproche du modèle danois. Il peut être encore amélioré en le rendant plus accessible aux publics les moins qualifiés. Mais cette mesure n’est pas suffisante. Il faut autoriser aussi les déductions fiscales des dépenses de formation continue. Il s’agit en particulier d’étendre cette déductibilité aux cas où la formation continue débouche sur une promotion professionnelle ou un nouveau métier et pas seulement pour des mesures de perfectionnement qui sont en lien avec l’activité exercée. Il est urgent que la Confédération édicte enfin une loi sur la formation continue ainsi que l’exige l’article 64a de la Constitution. n Education Permanente 2011-3 Was bringt Weiterbildung? A quoi sert la formation continue ? 13 14 dossier dossier «Black Box» Weiterbildungsmotivation: Marcel Walter Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), Bonn, Arbeitsbereich «Kosten, Nutzen, Finanzierung»; Kontakt: [email protected] Subjektive Nutzenwahrnehmung als Grundlage der individuellen Weiterbildungsnachfrage Weshalb stagniert in Deutschland die Teilnehmerquote der erwerbstätigen Personen an Kursen und Lehrgängen der beruflichen Weiterbildung? Kann es sein, dass die potentiellen Adressaten solcher Weiterbildungsangebote durch Abstinenz darauf reagieren, dass sie das in der Weiterbildung Gelernte nicht in ihren Arbeitskontext übertragen können und die Ziele, die sie daran geknüpft haben, nicht verwirklichen können? Wenn dem so ist, sagt der Autor, liegen Ansatzpunkte für eine sinnvolle Teilnahmeförderung insbesondere in der Sensibilisierung dafür, dass die an Weiterbildung gestellten Ansprüche auch zu verwirklichen sind. Die Geschichte der beruflichen Weiterbildung, genauer der Entwicklung des Marktes für berufliche Weiterbildung, lässt sich rückblickend für einen langen Zeitraum als Erfolgsgeschichte beschreiben. Nachdem der Deutsche Bildungsrat (1970) Weiterbildung zur vierten Säule des Bildungssystems proklamierte und auch internationale Organisationen vermehrt auf die Notwendigkeit lebenslanger Lernprozesse verwiesen (vgl. etwa OECD 1973), konnte die Weiterbildungsberichterstattung nahezu zwanzig Jahre lang kontinuierlich steigende Teilnahmequoten ausweisen. So haben sich in der BRD die Teilnahmequoten 19-64jähriger Erwerbstätiger an Kursen und Lehrgängen der beruflichen Weiterbildung zwischen 1979 und 1997 nahezu verdreifacht (vgl. Bilger/Rosenbladt 2008: 226). Wenn auch nicht gleichermassen, so haben doch sämtliche Teilgruppen der Bevölkerung an der Weiterbildungsexpansion partizipiert. In den Jahren 2003 und 2007 hingegen waren die Teilnahmequoten der vorgenannten Population in Deutschland mit 34% geringer als noch im Jahr 1997. Stagnation irritiert Folgt man der bildungspolitischen Debatte sowie dem wissenschaftlichen Diskurs zum zukünftigen Weiterbildungsbedarf, so erscheinen die beobachtete Rückläufigkeit bzw. die aktuelle Stagnation irritierend: Zum einen werden nach wie vor höhere Investitionen in berufliches Lernen im Erwachsenenalter angemahnt. Die zur Begründung angebrachten Schlagwörter sind da- bei dieselben, die aus den pädagogischen und industriesoziologischen Diskussionen seit den ausgehenden 1970er Jahren bekannt sind: Chancengleichheit, soziale Teilhabe, demografische Entwicklungen, Globalisierung und internationaler Wettbewerb, Informations- und Kommunikationstechnologien, rapide Entwertung beruflichen Wissens, Tertiärisierung und zunehmender Trend zur Höherqualifizierung. Zum anderen ist die Zahl empirischer Arbeiten, auf deren Grundlage jeweils anhand eines Vergleichs der zeitlichen Entwicklung objektiver Indikatoren zwischen ehemaligen Teilnehmer/innen und Abstinenten gezeigt werden kann, dass Weiterbildung positiv mit Einkommenssteigerungen, beruflichem Aufstieg und Arbeitsplatzsicherheit zusammenhängt, mittlerweile sehr umfangreich (vgl. z.B. Schmidt 2008). Selbiges gilt für die subjektiven Nutzenanalysen, die sich auf Basis von Selbstauskünften der ehemaligen Teilnehmer/-innen verstärkt den «weicheren» Nutzenkomponenten von Weiterbildung zuwenden. Sie machen deutlich, dass eine Teilnahme vielfach vorwiegend der nicht unmittelbar aufstiegsorientierten Verbesserung der beruflichen Leistungsfähigkeit (einem Überblick über berufliche Entwicklungen, einer Anpassung an neue Tätigkeitsanforderungen etc.) sowie der Verwirklichung von nicht primär beruflich-utilitären Zielen (z.B. der persönlichen Entwicklung und dem Knüpfen sozialer Kontakte) dient (vgl. z.B. Beicht/Krekel/Walden 2006). Education Permanente 2011-3 Was bringt Weiterbildung? A quoi sert la formation continue ? dossier dossier «Nach wie vor ist nur sehr wenig über die Funktion von individuellen Nutzenüberlegungen als Auslöser für eine Teilnahme an Weiterbildung bekannt.» Auch an der Vermutung, dass die kursförmig organisierte und durchgeführte berufliche Weiterbildung durch weniger formalisierte Lernformen bzw. informelles Lernen verdrängt würde (vgl. z.B. Baethge/Schiersmann 1998: 31f.), lässt sich heute schwerlich festhalten. Zumindest für die betriebliche Weiterbildung ist mittlerweile gut dokumentiert, dass formalisierte und «andere Lernformen» in keinem konkurrierenden Verhältnis stehen, sondern sich viel mehr komplementär verhalten (vgl. z.B. Bohlinger/Heidecke 2009). Funktion individueller Nutzenüberlegungen Da die angesprochenen subjektiven und objektiven Ansätze auf ex-post-Informationen ehemaliger Teilnehmer/-innen zurückgreifen, sind sie gemeinsam hervorragend geeignet, den durch Weiterbildung tatsächlich erzielbaren Nutzen in seiner Vielfältigkeit offenzulegen. Demgegenüber ist nach wie vor nur sehr wenig über die Funktion von individuellen Nutzenüberlegungen als Auslöser für eine Teilnahme bekannt. Hierfür nämlich ist das Wissen um den nach der Teilnahme tatsächlich eingetretenen Nutzen unerheblich. Vielmehr werden Informationen über die Nutzenüberlegungen im Entscheidungsprozess vor der Teilnahme erforderlich. Mit einer begrifflichen Entlehnung aus der Systemtheorie lässt sich die individuelle Motivation zur Teilnahme damit bis heute als «Black Box» – d.h. als Objekt, dessen äusseres Verhalten zwar hinreichend erfasst, sein innerer Aufbau jedoch unbekannt ist – bezeichnen. Um die «Black Box» der Weiterbildungsmotivation ein Stück weit zu öffnen, wurden in einem laufenden Projekt des Bundesinstituts für Berufsbildung 1600 Erwerbstätige zwischen 19 und 64 Jahren im Rahmen von CATI-Interviews mit einem von vier fiktiven Weiterbildungsszenarien (umfangreiche Aufstiegsfortbildung, EDV-Schulung, Softskills-Weiterbildung, fachliche Weiterbildung im jeweiligen beruflichen Kontext der Befragten) konfrontiert. Im Interview gaben die Befragten zunächst an, wie wichtig ihnen das Erreichen von neun Zielen ist, die in Literatur zur Erfassung des individuellen Weiterbildungsnutzens besonders häufig verwendet werden. Nach der Konfrontation mit dem Weiterbildungsszenario wurde dann für jedes dieser potenziellen Weiterbildungsziele die Anzeige Ausbildungsleiter/in mit eidg. Diplom Olten ab 4. Nov. 2011 – Zürich ab 25. Mai 2012 Nicht passende Termine besuchen Sie im Parallellehrgang. Lernwerkstatt Olten GmbH Telefon 062 291 10 10 www.lernwerkstatt.ch [email protected] Ins_EP_3-11_187x60_101110.indd 1 Education Permanente 2011-3 Was bringt Weiterbildung? A quoi sert la formation continue ? 15 16 dossier dossier Interpretation der Abbildungen subjektive Erwartung erfasst, so dass es infolge einer erfolgreichen Teilnahme am jeweiligen Weiterbildungsszenario auch verwirklicht wird. Grundlage für die anschliessende Erfassung der Erwartung darüber, dass die jeweilige Weiterbildung zum Erfolg führt, d.h. deren Inhalt auf den eigenen Erwerbskontext übertragen werden kann, waren drei Sub-Skalen, auf denen das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten sowie Annah- Abbildungen 1 bis 3 stellen die Angaben der Befragten zur Relevanz der potenziellen Weiterbildungsziele, deren Eintrittswahrscheinlichkeiten sowie zur Erwartung des Weiterbildungserfolgs über alle vier Szenarien hinweg jeweils getrennt danach dar, ob die Befragten im Interview eine hohe oder niedrige Teilnahmebereitschaft am entsprechenden Szenario äusserten. «Der Wunsch, die aktuelle Beschäftigung oder zumindest die allgemeine Beschäftigungsfähigkeit zu sichern, steht deutlich im Vordergrund.» In der vergleichenden Betrachtung fällt zunächst auf, dass sich die beiden betrachteten Gruppen kaum hinsichtlich der Relevanz der potenziellen Weiterbildungsziele unterscheiden. Lediglich der Wunsch, berufliche Kontakte aufzubauen, ist bei Personen mit hoher Teilnahmebereitschaft signifikant stärker ausgeprägt als in der Gruppe mit geringer Teilnahmebereitschaft. Der Wunsch, die aktuelle Beschäftigung oder zumindest die allgemeine Beschäftigungsfähigkeit zu sichern, steht deutlich im Vordergrund. men hinsichtlich der wahrgenommenen Qualität von organisierten Weiterbildungskursen und den didaktisch-methodischen Kompetenzen des mit der Kursdurchführung beauftragen Lehrpersonals erhoben wurden. Subjektive Relevanz potenzieller Ziele von beruflicher Weiterbildung. Darstellung getrennt nach geäusserter Teilnahmebereitschaft, Angaben in %. überhaupt nicht wich/g weniger wich/g wich/g sehr wich/g 100% 90% 80% 70% 60% 50% 40% 30% 20% 10% 0% Niedrig Hoch Einkommen Niedrig Hoch Niedrig Arbeitslosigkeit Hoch Niedrig Employability Hoch Kontakte Niedrig Hoch Anerkennung Niedrig Hoch Anforderungen Niedrig Hoch Synergien Niedrig Hoch Veränderungen Niedrig Hoch Lernfreude 1: Erfasst wurden: Erhöhung des persönlichen Erwerbseinkommens; Erhöhung der Sicherheit des aktuellen Arbeitsplatzes; Erhöhung der Möglichkeit, bei Arbeitslosigkeit wieder am Arbeitsmarkt unterzukommen; Knüpfen neuer beruflicher Kontakte; Erhöhung der Anerkennung bei Kollegen und Kolleginnen; Anpassung an sich wandelnde Anforderungen; Herstellung von Synergien zwischen Arbeits-‐ und Freizeit; berufliche Veränderungen (beruflicher Aufs/eg, Arbeitsplatz-‐ oder Arbeitgeberwechsel oder Wechsel in die Selbständigkeit bzw. Aufnahme einer abhängigen Beschä\igung), sowie Freude am Lernen. 2: Die Signifikanzwerte zeigen an, mit welcher Fehlerwahrscheinlichkeit die Annahme abgelehnt werden kann, dass sich die Angaben zwischen Personen mit geringer und hoher Zahlungsbereitscha\ nicht Subjektive Erwartungen hinsichtlich des Eintritts der Ziele durch eine Teilnahme an Weiterbildung. unterscheiden (⁺ p<0.05, * p<0.01). Darstellung getrennt nach Teilnahmebereitschaft, Angaben in %. Quelle: Eigene Berechnungen auf Basis von Dgeäusserter aten des Bundesins/tuts für Berufsbildung. auf keinen Fall wahrscheinlich nicht wahrscheinlich auf jeden Fall 100% 90% 80% 70% 60% 50% 40% 30% 20% 10% 0% Niedrig Hoch Einkommen* Niedrig Hoch Arbeitslosigkeit* Niedrig Hoch Niedrig Employability* Hoch Kontakte Niedrig Hoch Anerkennung Niedrig Hoch Niedrig Anforderungen Hoch Synergien Niedrig Hoch Veränderungen Niedrig Hoch Lernfreude Subjektive Erwartungen des Weiterbildungserfolgs auf Basis des Vertrauens in die eigenen Kompetenzen, der wahrgenommenen Kursqualität und den wahrgenommenen Kompetenzen des Lehrpersonals. Darstellung getrennt nach geäusserter Teilnahmebereitschaft, Angaben in %. auf keinen Fall wahrscheinlich nicht wahrscheinlich auf jeden Fall 100% 90% 80% 70% 60% 50% 40% 30% 20% 10% 0% Niedrig Hoch Eigene Kompetenzen Niedrig Hoch Kursqualität Niedrig Hoch Lehrpersonal 1: Die Signifikanzwerte zeigen an, mit welcher Fehlerwahrscheinlichkeit die Annahme abgelehnt werden kann, dass sich die Angaben zwischen Personen mit geringer und hoher ZahlungsbereitschaS nicht unterscheiden (⁺ p<0.05, * p<0.01). Quelle: Eigene Berechnungen auf Basis von Daten des Bundesins]tuts für Berufsbildung. Education Permanente 2011-3 Was bringt Weiterbildung? A quoi sert la formation continue ? dossier dossier «Je wahrscheinlicher die Übertragbarkeit der Weiterbildungsinhalte auf den eigenen Arbeitskontext und je instrumenteller diese Übertragbarkeit für die Verwirklichung persönlicher Ziele erscheinen, desto höher ist die Bereitschaft zur Teilnahme.» Demgegenüber fallen die Unterschiede beider Gruppen sowohl bezüglich der Erwartung, dass die Weiterbildung erfolgreich abgeschlossen werden kann, als auch bezüglich der Erwartung, dass es nach einer erfolgreichen Teilnahme zur Verwirklichung der Ziele kommt, über alle Items hinweg signifikant aus: Je wahrscheinlicher die Übertragbarkeit der Weiterbildungsinhalte auf den eigenen Arbeitskontext und je instrumenteller diese Übertragbarkeit für die Verwirklichung persönlicher Ziele erscheinen, desto höher ist die Bereitschaft zur Teilnahme. Schlussfolgerungen Vor dem Hintergrund der eingangs angesprochenen Diskrepanz von vermeintlichem Weiterbildungsbedarf und tatsächlicher Beteiligung verweisen die Ergebnisse einerseits darauf, dass rückläufige Teilnahmequoten aus der Perspektive der potenziellen Adressaten rationale Reaktionen auf mangelnde Erfolgsaussichten im Sinne einer fehlenden Übertragbarkeit der Inhalte auf den Arbeitskontext und fehlender Chancen zur Verwirklichung der an Weiterbildung geknüpften Zielvorstellungen darstellen. Andererseits eröffnen sich bildungspolitischen Akteuren, Bildungsverantwortlichen in Betrieben und öffentlichen Einrichtungen, aber auch Trägern von Kursen und Lehrgängen damit durchaus Möglichkeiten, die monetäre Subventionierung der Weiterbildungsnachfrage um wirksame nichtmonetäre Teilnahmeanreize zu ergänzen. Ansatzpunkte für eine sinnvolle Teilnahmeförderung bestehen insbesondere in der Sensibilisierung dafür, dass die an Weiterbildung gestellten Ansprüche auch zu verwirklichen sind. Dies lässt sich zum einen durch kommunikative Massnahmen erreichen. Vielmehr verbirgt sich dahinter jedoch ein neuerlicher Appell für eine adressatengerechte Planung und Durchführung von Weiterbildungsangeboten. Positive Signale setzen lassen sich in diesem Zusammenhang auch über die Förderung der Selbstwirksamkeit der potenziellen Teilnehmer/-innen, über eine erhöhte Transparenz hinsichtlich der Qualität von Weiterbildungsangeboten sowie der Professionalität des mit der Durchführung betrauten Personals. n Literatur: Baethge, M.; Schiersmann, C. (1998): Von der betrieblichen Weiterbildung zur Kompetenzentwicklung. In: QUEM (Hrsg.): Kompetenzentwicklung ’98. Münster, Waxmann, S. 15-87. Beicht, U.; Krekel, E.; Walden, G. (2006): Berufliche Weiterbildung - Welche Kosten und welchen Nutzen haben die Teilnehmenden? Bielefeld. Bilger, F.; Rosenbladt, B. (2008): Weiterbildungsverhalten in Deutschland. Band 1 – Berichtssystem Weiterbildung und Adult Education Survey. Bielefeld. Bohlinger, S.; Heidecke, L. (2009): Pluralisierung von Lernorten und Lernformen in der betrieblichen Weiterbildung. In: Zeitschrift für Berufs- und Wirtschaftspädagogik, Jg. 105, H. 3, S. 452-459. Deutscher Bildungsrat (1970): Strukturplan für das Bildungswesen. Stuttgart. OECD (1973): Recurrent Education: A Strategy for Lifelong Learning. Paris. Schmid, K. (2008): Zum Nutzen der Weiterbildung. Wien. Anzeige Professionelle Erwachsenenbildung hat Zukunft Erweitern Sie Ihre Kompetenzen in der Erwachsenenbildung. Swissmem Lehrgänge im Ausbildungsbereich Detaillierte Informationen erhalten Sie unter • Ausbilder/in (eidg. Fachausweis), Lehrgang mit 39 Kurstagen in 5 Modulen Tel. 052 260 54 54 oder E-mail: [email protected] • ÜK-Leiter/in – Berufsbildner/in im Hauptberuf • Brückenangebote für «Quereinsteiger» www.swissmem-kaderschule.ch Die Führungsschule der Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie • Berufsbildner/in von Lernenden (technisch und kaufmännisch) …. und eine grosse Auswahl an Weiterbildungsseminaren Education Permanente 2011-3 Was bringt Weiterbildung? A quoi sert la formation continue ? 17 18 dossier dossier La formation modulaire Charles Miche Responsable de formation au Centre interrégional de perfectionnement CIP à Tramelan de 1991 à 2008. Concepteur de différentes formations modulaires techniques et conseiller méthodologique dans le cadre de l’élaboration d’ordonnances sur la formation initiale Contact : [email protected] en polissage pour adultes Les métiers de polisseur et de termineur en habillage horloger ne sont guère connus en Suisse hors des cantons du Jura, de Neuchâtel et de Genève. Ils représentent pourtant une étape essentielle de la chaîne de production horlogère, particulièrement pour l’horlogerie de luxe. Il est heureux de constater que l’Office fédéral de la formation professionnelle et de la technologie OFFT a, pour la première fois, accepté d’intégrer cette nouvelle forme d’apprentissage réservée exclusivement à des personnes ayant 20 ans et plus dans les ordonnances pour la formation professionnelle initiale. Le polissage regroupe plusieurs techniques qui consistent à polir (rendre brillant) ou à satiner (rendre mat) des objets métalliques au moyen de différentes machines et matériaux abrasifs. Les ateliers de polissage reçoivent des pièces métalliques (boîtes de montres, bracelets, bijoux, stylos, briquets etc.) brutes d’usinage. Ces dernières comportent de nombreuses « marques » suite à cet usinage : aspérités, bavures, résidus de soudage, etc. Ces pièces doivent alors subir un traitement de surface pour obtenir leur éclat définitif et une esthétique parfaite. Le polissage constitue par conséquent une étape essentielle de la chaîne de production et participe largement à la plus-value de l’objet. Situation de départ et problématique Le secteur du polissage connaît une proportion importante de main-d’œuvre non ou peu qualifiée. La Convention patronale de l’industrie horlogère suisse (CP) a chiffré cette proportion à environ 70-80% des personnes actives dans le domaine ne bénéficiant pas d’une formation reconnue au niveau fédéral (CFC). Cette situation pose différents problèmes. Les personnes sans certificat de formation professionnelle initiale figurent parmi les premières à perdre leur emploi en cas de crise. Par ailleurs, en période de haute conjoncture, les entreprises peinent à trouver la main-d’œuvre dont les compétences correspondent à leurs besoins; les personnes formées ont donc un avantage certain en terme d’employabilité. Entreprises actives dans le polissage et leurs besoins de formation Les entreprises concernées par les activités du polissage se concentrent essentiellement dans les cantons du Jura, de Neuchâtel et de Genève. On peut par ailleurs distinguer plusieurs types de maisons. Les entreprises travaillant sur de gros volumes paraissent dégager des besoins de formation qui se réalisent par des formations relativement courtes alors que les entreprises produisant des petites séries de pièces de très haut de gamme souhaitent des formations plus longues. A mentionner une importante évolution technologique : dans certaines entreprises, une partie des activités liées aux métiers du polissage sont prises en charge par des machines à commande numérique. Il en découle que les opérations les plus simples ne sont plus exécutées par des personnes formées sur le tas. Objectifs de la formation professionnelle initiale en polissage en emploi La formation modulaire en polissage en cours d’emploi a pour but d’offrir à des personnes adultes une formation initiale dans le domaine du polissage. Elle a été mise en place parallèlement aux plans de formation pour les métiers de « Polisseur AFP » et de « Termineur en habillage horloger CFC ». Elle offre une voie innovante et ne se substitue pas à la formation professionnelle initiale duale classique, mais la complète et vise exactement le même profil de qualification. La base réglementaire de cette offre pour adultes Education Permanente 2011-3 Was bringt Weiterbildung? A quoi sert la formation continue ? dossier dossier « La formation modulaire en polissage en cours d’emploi a pour but d’offrir à des personnes adultes une formation initiale dans le domaine du polissage. » figure dans les ordonnances sur la formation professionnelle initiale des titres précités entrées en vigueur au 1er janvier 2011. Ce concept de formation prévoyant plusieurs niveaux de qualification, donne aux candidats la possibilité de planifier leur formation en fonction de leurs besoins. Ils peuvent, s’ils le souhaitent, observer momentanément une interruption de leur formation pour la reprendre par la suite. Ce cursus vise également à mieux satisfaire les besoins des entreprises dans une branche économique soumise à de fortes fluctuations. Le concept à trois niveaux permet de satisfaire les deux types de demande des entreprises, à savoir : •le niveau 1 correspond à l’AFP de Polisseur qui répond aux besoins des entreprises produisant de grands volumes •le niveau 2 correspond au CFC de Termineur en habillage horloger lequel répond aux besoins des marques actives dans un niveau de gamme de prestige. Public cible Pour répondre aux difficultés que rencontrent certains adultes sans qualification, la formation modulaire en polissage en emploi a pour but d’offrir à ce public la possibilité d’obtenir une AFP de Polisseur et/ou un CFC de Termineur en habillage horloger en suivant ces formations principalement en soirée. Une partie de ce cursus pourra toutefois être dispensée en journée pour des personnes en situation de chômage et/ou en recherche d’emploi leur permettant d’acquérir une formation initiale pouvant leur assurer une meilleure stabilité professionnelle en cas de crise et une plus grande mobilité sur le marché du travail. Conception de la formation modulaire en polissage Il s’agit d’un cursus structuré sur trois niveaux. Le découpage des différents modules a été conçu de manière à correspondre à une activité réelle en entreprise et ainsi permettre une plus grande employabilité des personnes. Niveau de formation de base Trois modules de formation composent le premier niveau du cursus, deux modules de formation pratique qui portent sur des techniques de base de polissage. Un troisième module couvre la partie théorique relative à ces activités. Les personnes ayant rempli les conditions de réussite au terme des trois modules se voient remettre un certificat « Base en polissage » par la Convention patronale de l’industrie horlogère suisse. Niveau 1, AFP de Polisseur Le deuxième niveau est formé de cinq modules dont trois couvrent des activités pratiques, et deux de connaissances théoriques : « Connaissances professionnelles 1 » et « Culture générale 1 ». Public concerné : personnes en emploi dans le domaine du polissage et qui ont obtenu le certificat « Base en polissage ». Les personnes ayant rempli les conditions de réussite au terme des cinq modules se voient remettre l’attestation fédérale de formation professionnelle (AFP) de Polisseur. Niveau 2, CFC de Termineur en habillage horloger Le troisième niveau est également formé de cinq modules dont trois couvrent des activités pratiques, deux de connaissances théoriques « Connaissances professionnelles 2 » et « Culture générale 2 ». Public concerné : personnes en emploi dans le domaine du polissage et qui ont obtenu l’attestation fédérale AFP de Polisseur ou qui détiennent l’ancien CFC de polisseur. Les personnes ayant rempli les conditions de réussite au terme des cinq modules se voient remettre le certificat fédéral de capacité CFC de Termineur en habillage horloger. n Lieux de formation et informations complémentaires : IFAGE Genève : www.ifage.ch EFEJ Bassecourt (JU) : www.jura.ch/...EFEJ/Espace-FormationEmploi-Jura-EFEJ.html Pour des informations complémentaires : Convention patronale de l’industrie horlogère suisse : www.cpih.ch Modularisation des métiers du polissage (sur 5 années 1990 périodes de 45 min.) Concept de formation Niveau 2 Préparation des surfaces 2 CFC 210 périodes Finition des surfaces 2 140 périodes Micromécanique et CNC polissage 190 périodes Connaissances professionnelles 2 190 périodes Culture générale 2 80 périodes Total sur 2 ans : 810 périodes Niveau 1 Préparation des surfaces 1 AFP 220 périodes Finition des surfaces 1 190 périodes Micromécanique manuelle 60 périodes Connaissances professionnelles 1 290 périodes Culture générale 1 60 périodes Total sur 2 ans : 820 périodes Préparation et finition de Niveau « Base » surfaces planes Préparation et finition des surfaces 110 périodes Préparation et finition de surfaces bombées Préparation et finition des surfaces 130 périodes Connaissances professionnelles « Base » 120 périodes Education Permanente 2011-3 Was bringt Weiterbildung? A quoi sert la formation continue ? Total sur 1 an : 360 périodes 19 20 dossier dossier Neues zum ökonomischen Nutzen von Weiterbildung Stefan C. Wolter Prof. Dr., Universität Bern und Direktor Schweizerische Koordinationsstelle für Bildungsforschung SKBF Kontakt: [email protected] Längst nicht jede Weiterbildung wird deshalb gemacht, weil sich die Teilnehmenden einen ökonomischen Nutzen daraus versprechen. Allerdings gibt es viele, teilweise auch sehr teure Weiterbildungen, die ohne die Erwartung eines ökonomischen Nutzens wohl nie gemacht würden. Zudem stellt sich die Frage nach dem ökonomischen Nutzen immer dann, wenn öffentliches Geld im Spiel ist, weil der Staat eine Subventionierung von Bildungsmassnahmen immer aus der Hoffnung heraus tätigt, dass er damit zu höheren Erträgen (Steuern) oder geringeren Ausgaben (Sozialtransfers, Arbeitslosengelder, etc.) kommt. Aus diesen Gründen interessiert man sich bei Weiterbildung nicht nur, aber durchaus auch für den ökonomischen Nutzen. Dieser ökonomische Nutzen kann für die sich bildende Person verschiedenste Formen annehmen: höherer Lohn, hierarchischer Aufstieg, spannendere Tätigkeit, Möglichkeit zum Stellenwechsel oder mehr Arbeitsplatzsicherheit. So spannend die Frage nach dem ökonomischen Nutzen der Weiterbildung auch sein mag, so schwierig ist es, darauf eine überzeugende Antwort zu finden. Der Grund hierfür liegt darin, dass man nicht einfach die ökonomische Position derjenigen Personen mit Weiterbildung mit jener von Personen ohne Weiterbildung vergleichen kann, da die meisten Teilnehmenden an Weiterbildung nicht zufällig daran teilgenommen haben. Von Korrelationen und Kausalitäten Wenn Personen mit Weiterbildung mehr verdienen als solche ohne, dann muss dies nicht eine Folge der Weiterbildung sein. Viel naheliegender ist es, davon auszugehen, dass jene, die Weiterbildung besucht haben, schon vor dieser Weiterbildung mehr verdient hatten. Solches lässt sich beispielsweise auch in der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung beobachten. So verdienen Erwerbstätige, die im Jahr vor der Befragung an einer kostenpflichtigen Weiterbildung auf eigene Kosten teilgenommen hatten, 6,8% mehr Lohn als vergleichbare Erwerbstätige, die an keiner Weiterbildung teilgenommen hatten. Berücksichtigt man allerdings, dass die Teilnehmenden eben schon vor der Weiterbildung mehr verdient hatten, so schrumpft dieser Lohnvorteil auf 1,5%. Und selbst von diesem Vorteil ist nicht sicher, wie viel davon kausal auf die Weiterbildungsbeteiligung zurückgeführt werden kann. So wie also eine positive Korrelation auf eine 0-Beziehung schrumpfen kann, so kann es auch sein, dass die Kausalität genau umgekehrt verläuft. Wenn man beispielsweise feststellt, dass Personen mit Weiterbildung eher Karriere machen oder eher die Stelle wechseln, dann kann es durchaus sein, dass die Weiterbildung nicht Ursache dieser Veränderung war, sondern die Konsequenz: weil man eine neue Stelle antreten will oder weil man für eine Beförderung vorgesehen ist, muss oder darf man nun die entsprechende Weiterbildung machen. Was sagt die Forschung? Weil man Menschen nicht willentlich zufällig in Weiterbildung schicken kann oder nicht, ist es für die Forschung auch sehr schwierig bis fast unmöglich, herauszufinden, was denn passiert wäre, wenn jemand, der Weiterbildung gemacht hat, sie nicht gemacht hätte und umgekehrt. Dementsprechend dünn gesät sind Studien, die eine überzeugende Lösung für dieses Problem der «Selbstselektion» in die Weiterbildung gefunden haben und deshalb auch über den kausal durch die Weiterbildung verursachten ökonomischen Nutzen eine Aussage machen können. Education Permanente 2011-3 Was bringt Weiterbildung? A quoi sert la formation continue ? dossier dossier «Die meisten Teilnehmenden an Weiterbildung haben nicht zufällig daran teilgenommen.» Eine bemerkenswerte Ausnahme, mit einer allerdings durch die Untersuchungsanlage bedingten kleinen Stichprobe, ist die Studie von Leuven und Oosterbeek (2008). In dieser Studie wurden zuerst in klassischer Weise die Löhne von Personen mit Weiterbildung mit solchen von Personen ohne Weiterbildung verglichen. Wie in ähnlichen Studien zeigt auch diese Studie Lohnvorteile von über 10% für Personen mit Weiterbildung. Nun konnten die Forschenden aber auf eine Vergleichsgruppe zugreifen, welche sich auch an Weiterbildung beteiligen wollte, aber aus vollkommen exogenen, d.h. nicht von ihnen beeinflussbaren Gründen (Unfall, Krankheit, Umzug, etc.), an der Weiterbildung gehindert worden war. Verglich man nun die Löhne von den Personen mit Weiterbildung mit jenen, die eigentlich hätten Weiterbildung machen wollen, dann verschwand der Lohnvorteil für die Gruppe mit Weiterbildung praktisch vollständig. verunmöglicht, eine Aussage in der Form zu machen, dass eine Beteiligung an Weiterbildung (JA/ NEIN) genau diesen oder jenen ökonomischen Vorteil verspricht. Diese Erkenntnis bringt auch die jüngste Analyse zu ökonomischen Erträgen von Weiterbildung, die im Rahmen des Weiterbildungsgutscheinprojektes der Universität Bern gemacht wurde (siehe Schwerdt et al. 2011). Heterogenitäten und andere Probleme Wer sich nun an den inexistenten Erträgen in der Form höherer Löhne stört, der müsste sich zuerst fragen, welche Erträge man vernünftigerweise überhaupt erwarten darf. Die durchschnittliche, sich an Weiterbildung beteiligende Person in der Schweiz besucht jährlich Weiterbildungen im Umfang von rund 40 Stunden. Wenn man bedenkt, dass der Arbeitsmarkt in der Schweiz eine Bildungsinvestition im Umfang von einem Studienjahr an einer Universität oder Fachhochschule mit einem Lohnvorteil von 5-7% entlohnt, dann wäre folgerichtig zu erwarten, dass eine Bildungsinvestition von einer Woche nicht mehr als rund ein Viertel-Prozent Lohnvorteil generieren dürfte – was ziemlich nahe bei Null liegt. Die 40 Stunden Weiterbildung sind jedoch ein Durchschnitt von vielen Personen, die sich nur gerade einmal einige Stunden weitergebildet haben, und Personen, die im Jahresverlauf vielleicht ein halbes Jahr oder mehr in ein MBA investiert haben. Neben der zeitlichen Heterogenität kommt eine fast unüberblickbare Heterogenität der Weiterbildungsinhalte hinzu, die es nahezu Education Permanente 2011-3 Was bringt Weiterbildung? A quoi sert la formation continue ? Anzeige 21 22 dossier dossier Nutzen von Weiterbildung mit Weiterbildungsgutscheinen Das Experiment mit Weiterbildungsgutscheinen, welches in den Jahren 2005-2007 von der Universität Bern im Auftrag des Bundes durchgeführt worden war, hatte als primäres Ziel, herauszu- «Weil man Menschen nicht willentlich zufällig in Weiterbildung schicken kann oder nicht, ist es für die Forschung auch sehr schwierig bis fast unmöglich, herauszufinden, was denn passiert wäre, wenn jemand, der Weiterbildung gemacht hat, sie nicht gemacht hätte und umgekehrt.» finden, ob sich die Weiterbildungsbeteiligung durch Gutscheine auch steigern liesse. Da das Experiment zeigte, dass dies durchaus der Fall war, stellte sich anschliessend die Frage, ob denn die Personen, die durch den Gutschein einen Anreiz bekamen, Weiterbildung zu machen, dadurch auch in der Folge ökonomische Vorteile verzeichnen konnten. Die Übungsanlage erlaubt es, im Gegensatz zur Mehrheit der bestehenden Forschung, kausale Aussagen zu machen, da der Gutschein wie ein exogener Schock wirkte, welcher Leute zu Weiterbildung brachte, welche ohne einen solchen keine Weiterbildung gemacht hätten. Die Analysen zeigen, dass der Besuch von Weiterbildung weder in Sachen Lohn, Erwerbstätigkeit versus Erwerbslosigkeit, noch auf den weiteren Besuch von Weiterbildung nach dem Experiment einen signifikant positiven Einfluss hätte. Allerdings sind zwei Einschränkungen zu machen. Erstens, und wie bereits erwähnt, sind die Effekte sehr heterogen, d.h. es kann nicht ausgeschlossen werden, dass es für einzelne Personen positive Effekte gegeben hat, nur im Durchschnitt ist der Effekt eben nicht sichtbar. Zweitens gelten diese Aussagen nur für jene sehr bestimmte Personengruppe, welche sich durch den Gutschein zu Weiterbildung animieren liess und die ohne Gutscheine keine solche gemacht hätte. Mit anderen Worten kann damit keine Aussage darüber gemacht werden, ob jene Personen, die sich jahrein und jahraus auch ohne Gutscheine weiterbilden, einen ökonomischen Ertrag haben. Vielleicht lässt sich ja der Umstand, dass diese Personen ohne einen Gutschein keine Weiterbildung gemacht hätten, gerade dadurch erklären, dass sie von der Weiterbildung keine Vorteile erwarten konnten und deshalb nicht bereit gewesen wären, eigenes Geld in die Weiterbildung zu investieren. Weiterbildung keinen Nutzen spendet und die Entscheide somit auf irrationalen Erwartungen fussen. Es heisst eher, dass der Nutzen derart individuell und heterogen ist, dass es für den Forschenden schwierig ist, diesen individuellen Nutzen zu bestimmen und zu belegen und dass die Teilnehmenden selbst eben über mehr Informationen verfügen als die Forschenden. Wenn die Forschung aber schwer bestimmen kann, wer wann, unter welchen Umständen einen ökonomischen Ertrag aus Weiterbildung zu erwarten hat, dann ist auch Vorsicht geboten bei der öffentlichen Förderung von Weiterbildung. Diese läuft nämlich eine doppelte Gefahr: Einerseits werden damit Weiterbildungsanstrengungen subventioniert, welche auch ohne öffentliche Gelder stattgefunden hätten, und andererseits könnten Weiterbildungen unterstützt werden, welche keinen Ertrag versprechen und folglich ohne öffentliche Gelder gar nie stattgefunden hätten. Dies bedeutet nicht, dass eine öffentliche Unterstützung von Weiterbildung in keinem einzigen Fall gerechtfertigt wäre. Es bedeutet lediglich, dass eine öffentliche Unterstützung nur in jenen (wenigen) Fällen angebracht ist, bei denen sowohl was die Unterstützungsberechtigen als auch die Weiterbildungsinhalte anbelangt, ein individueller und gesellschaftlicher Nutzen begründeterweise zu erwarten ist. n Literatur: Leuven, Edwin und Oosterbeek Hessel (2008). An alternative approach to estimate the wage returns to private-sector training. Journal of Applied Econometrics, 23(4): 423-434. Schwerdt Guido; Dolores Messer; Ludger Woessmann; Stefan C. Wolter (2011). Effects of adult education vouchers on the labour market: Evidence from a randomized field experiment. IZA Discussion Paper No 5431. Vorsicht mit der Giesskanne! Dass Hunderttausende von Personen sich jährlich mit ihrem eigenen Geld an Weiterbildung beteiligen und Tausende von Arbeitgebern solche Weiterbildung finanziell unterstützen, kann wohl schlecht damit erklärt werden, dass die Education Permanente 2011-3 Was bringt Weiterbildung? A quoi sert la formation continue ? dossier dossier Arbeitslosenversicherung (ALV) – Bedeutung und Rolle der Bildungsmassnahmen der ALV Die Bildungsmassnahmen der Arbeitslosenversicherung (ALV) sind für viele stellensuchende Personen oft die einzige Chance, sich wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren und eine Langzeitarbeitslosigkeit abzuwenden. Das Arbeitslosenversicherungsgesetz (AVIG) beinhaltet drei Kategorien von Bildungsmassnahmen, welche auf Entscheid der zuständigen kantonalen Amtsstelle finanziert werden können. Als Bildungsmassnahmen gelten namentlich Kurse zur Umschulung, Weiterbildung oder Eingliederung. Jede der drei Kategorien bezweckt primär die schnelle und dauerhafte Wiedereingliederung von stellenlosen versicherten Personen. Dazu gehört das Verfassen des Bewerbungsschreibens und des Lebenslaufs, das Bewerbungsgespräch oder die Online- oder Video-Bewerbung. Eine Umschulung wird begünstigt, wenn der gelernte Beruf veraltet ist oder gar nicht mehr existiert. In einem solchen Fall ist es meistens nicht mehr möglich, eine passende Arbeit zu finden, ohne eine Umschulung in Betracht zu ziehen. Die Person muss sich in einen anderen, wenn möglich dem erlernten Beruf nahen oder ihm verwandten Beruf umschulen lassen. Die Umschulung ist ein anspruchsvolles, oft längerfristiges und teures Ziel, welches ein beträchtliches Mass an Motivation und Energie erfordert, also nur mit hohem persönlichem Einsatz der Begünstigten zu bewältigen ist. Dazu sei beispielsweise die Umschulung einer Telegraphistin/Telefonistin oder eines Typographen in einen kaufmännischen Beruf erwähnt. Durch den möglichst frühzeitigen Einsatz der Eingliederungsmassnahmen nach Beginn der Arbeitslosigkeit will man die Chancen der Versicherten für eine rasche Eingliederung erhöhen. Diese Massnahmen haben einen kurzfristigen Effekt. Die Weiterbildung ermöglicht es den Versicherten, die Kenntnisse im erlernten Beruf an die neuen technologischen Entwicklungen anzupassen. Diese Massnahme vermittelt dem Begünstigten das auf dem Arbeitsmarkt verlangte zeitgemässe Know-how (beispielsweise ein Informatikkurs). Eingliederungsmassnahmen zielen grundsätzlich nicht darauf ab, die fachlichen Kenntnisse der Stellensuchenden zu verbessern, sondern sie sollen Lücken in den persönlichen Fertigkeiten abdecken. So wird beispielsweise an einem Bewerbungs- und Standortbestimmungskurs aktuelles Wissen über Bewerbungstechniken vermittelt. Tony Erb lic. iur., Ressortleiter TCAM Eidgenössisches Volkswirtschaftsdepartement EVD Staatssekretariat für Wirtschaft SECO Arbeitsmarkt / Arbeitslosenversicherung Ressort Arbeitsmarktmassnahmen Kontakt: [email protected] www.seco.admin.ch www.treffpunkt-arbeit.ch «Die Bildungsmassnahmen der ALV wirken auf individueller Ebene, d.h. sie haben einen positiven Einfluss auf die individuelle Leistungsfähigkeit der Teilnehmenden, indem sie ihre Vermittlungsfähigkeit verbessern.» Gelingt der berufliche Wiedereinstieg mit einer Eingliederungsmassnahme nicht, kommen später Weiterbildungs- und Umschulungsmassnahmen in Frage, welche eher auf die dauerhafte Wiedereingliederung ausgerichtet sind. Eine konsequente Abgrenzung der drei Bildungskategorien ist nicht möglich. Es kann sein, dass eine Massnahme für die eine Person Eingliederungs-, für eine andere jedoch Weiterbildungscharakter hat. Einige Zahlen In sämtliche arbeitsmarktliche Massnahmen (AMM), dazu gehören die Bildungsmassnahmen (BiM), die Beschäftigungsmassnahmen (BeM) und die speziellen Massnahmen (SPEZ), investiert die ALV je nach Arbeitsmarktlage jährlich zwischen 550 und 650 Mio Fr. Im Jahr 2010 waren es 640 Mio Fr. Education Permanente 2011-3 Was bringt Weiterbildung? A quoi sert la formation continue ? 23 dossier dossier Anzahl Teilnehmende und Kosten der Bildungsmassnahmen im Jahr 2010 Anzahl Teilnehmende und Kosten der Bildungsmassnahmen im Jahr 2010 150.000 300.000.000 275.000.000 125.000 250.000.000 225.000.000 100.000 200.000.000 175.000.000 75.000 150.000.000 125.000.000 50.000 Kosten in CHF Teilnehmende 24 100.000.000 75.000.000 25.000 50.000.000 25.000.000 0 0 Teilnehmende Kosten in CHF Bewerbungs- und Standortbestimmungskurse sowie Sprachkurse generieren die höchsten Kosten und Teilnehmerzahlen Die Ausgaben für die in diesem Artikel thematisierten BiM betrugen 2010 275 Mio Fr. In der Tabelle und in der Grafik ist die Aufschlüsselung dieser Ausgaben nach den einzelnen Massnahmen ersichtlich. In Bewerbungs- und Standortbestimmungskurse flossen mit 109 Mio Fr. am meisten Mittel (40% der Gesamtausgaben für die BiM), gefolgt von den Sprachkursen mit 54 Mio Fr. (20%), den Informatikkursen mit 25 Mio Fr., den Praxisfirmen (Übungsfirmen im kaufmännischen Bereich) mit 24 Mio Fr., dem Weiterbildungsangebot für handwerkliche und technische Berufe mit 20 Mio Fr. sowie den Kursen für kaufmännische Berufe und Verkauf mit 12 Mio Fr. Für die Eingliederungsmassnahmen (Sprachkurse, Bewerbungs- und Standortbestimmungskurse) beliefen sich die Ausgaben 2010 auf rund 163 Mio und machen somit den Hauptanteil von 60% an den gesamten Bildungsausgaben der ALV aus. Die Teilnehmerzahl an allen AMM betrug 2010 rund 176’000 Personen. Gegen 125’000 beteiligten sich an den BiM, davon rund 60’000 an den Bewerbungs- und Standortbestimmungskursen und 21’000 an den Sprachkursen. Auch in dieser Hinsicht machen die Eingliederungsmassnahmen mit über 60% (81’000 Personen) den Hauptanteil an den gesamten BiM-Teilnehmenden aus. Wirkungsorientierte Leistungsvereinbarung Im Rahmen einer wirkungsorientierten Leistungsvereinbarung mit dem Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) verpflichten sich die Kantone, effizient auf eine möglichst rasche und dauerhafte Wiedereingliederung der arbeitslosen Versicherten hinzuarbeiten. Dazu betreiben sie die Regionalen Arbeitsvermittlungsstellen (RAV), welche für die Stellenvermittlung und für die Zuweisung ihrer Versicherten in die AMM zuständig sind, und die Logistikstellen für die Arbeitsmarktlichen Massnahmen (LAM), welche insbesondere für die Bereitstellung des Angebots an AMM besorgt sind. Jeder Kanton bestimmt seine AMM-Strategie selbst. Diese betrifft beispielsweise den Umfang des AMMAngebots, die Auswahl der Massnahmentypen und der Anbieter sowie die Dauer der AMM. Der Erfolg der Anstrengungen der Kantone bei der Wiedereingliederung der arbeitslosen Personen wird jährlich anhand der folgenden vier Indikatoren gemessen: 1. durchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit, 2. Anzahl Langzeitarbeitslose, 3. Anzahl Aussteuerungen und 4. Anzahl Rückkehrer in die Arbeitslosigkeit. Überprüfung der Wirksamkeit der Bildungsmassnahmen Die Bildungsmassnahmen spielen eine wesentliche Rolle bei der Erreichung der Wiedereingliederungsziele der RAV gemäss den genannten Indikatoren. In der Regel werden sie – wie beispielsweise die Bewerbungs- und Standortbestimmungskurse – dafür eingesetzt, um eine möglichst rasche Wiedereingliederung zu erzielen. Manchmal ist aber ein Standortbestimmungskurs lediglich die erste einer Reihe von zum Teil längeren Weiterbildungen, die ein Stellensuchender besucht bzw. besuchen muss, um nachhaltig auf dem Arbeitsmarkt Fuss fassen zu können. In diesem Fall sind die Wirkungszusammenhänge komplexer. Education Permanente 2011-3 Was bringt Weiterbildung? A quoi sert la formation continue ? dossier dossier Wegen dieser Spannungsfelder ist es schwierig, die unmittelbare Wirkung einzelner AMM auf die Wiedereingliederungschancen von Stellensuchenden nachzuweisen. Die Wirkung der AMM wurde bereits im Rahmen zweier «Evaluationswellen» zur aktiven Arbeitsmarktpolitik der Schweiz untersucht (2000 und 2006). Eine Zusammenfassung der Resultate wurde in der Zeitschrift «Die Volkswirtschaft» (Nr. 10/2006) veröffentlicht. Im Allgemeinen wurden in Bezug auf die Bildungsmassnahmen folgende Feststellungen gemacht: 1. Die Bildungsmassnahmen der ALV wirken auf individueller Ebene, d.h. sie haben einen positiven Einfluss auf die individuelle Leistungsfähigkeit der Teilnehmenden, indem sie ihre Vermittlungsfähigkeit verbessern. Beispielsweise ist es einem ausländischen Bauarbeiter dank eines Sprachkurses möglich, ohne Dolmetscher ein Vorstellungsgespräch zu absolvieren und hat deshalb bessere Chancen auf eine Stelle. Oder es wird eine Anstellung im Handelssektor möglich, weil der Bewerber dank des von ihm besuchten Kurses trotz Arbeitslosigkeit ein hohes Mass an Dynamik und Motivation aufweist. 2. Diese auf individueller Ebene festzustellende Wirkung von Bildungsmassnahmen genügt natürlich nicht, wenn die Arbeitslosigkeit nicht gleichzeitig reduziert wird. Auf diese zentrale Frage konnte noch keine abschliessende Antwort geliefert werden. Die Zusammenhänge zwischen der Teilnahme an Bildungsmassnahmen und der Reduktion von Arbeitslosigkeit sind nicht leicht zu messen. «Die Zusammenhänge zwischen der Teilnahme an Bildungsmassnahmen und der Reduktion von Arbeitslosigkeit sind nicht leicht zu messen.» Dritte Evaluationswelle Dieses Jahr hat die ALV die dritte Evaluationswelle zur aktiven Arbeitsmarktpolitik der Schweiz gestartet. Auch diesmal soll die Wirkung der Bildungsmassnahmen näher untersucht werden. Im Unterschied zu früheren Evaluationen sollen unter anderem das Zusammenwirken der Teilnahme an verschiedenen Weiterbildungen sowie der Arbeitsmarktbezug von Bildungsmassnahmen evaluiert werden. Die Ergebnisse werden für 2012 erwartet. Das SECO erhofft sich dadurch, Schritt für Schritt mehr über die Wirkung der Bildungsmassnahmen und anderer AMM zu erfahren, um diese Erkenntnisse zusammen mit den Kantonen gezielt umsetzen zu können. n Anzeige Macht Macht und und Status Status in in Gruppen Gruppen und und Organisationen Organisationen Change Change trifft trifftTeams Teams –– Die Die Changetagung Changetagung «Macht «Machtist istdie dieFähigkeit, Fähigkeit,nichts nichtsmehr mehrlernen lernenzu zumüssen.» müssen.»(Karl (KarlDeutsch) Deutsch) Macht Machtkorrumpiert. korrumpiert.Macht Machtbedeutet bedeutetDominanz, Dominanz,Herrschaft Herrschaftund undGewalt. Gewalt.Die Diegleichwertigen gleichwertigenBedeutungen Bedeutungendes des Könnens, Könnens,Vermögens Vermögensund undder derEinflussnahme Einflussnahmeerscheinen erscheinenbedeutungslos bedeutungslos––ist istdem demso? so?Dienen Dienendie dieKonzepte Konzepte Selbststeuerung Selbststeuerungund undSelbstmanagement Selbstmanagementtatsächlich tatsächlichder derMachtverschleierung? Machtverschleierung?Bringt Bringtuns unsharte harteKon Konkurrenz kurrenzweiter weiter als alsKooperation Kooperationund undEmpathie? Empathie?Ist IstWissen Wissennach nachwie wievor vorMacht Machtoder odermacht machtNichtwissen Nichtwissenauch auchnichts? nichts? Am Am19./20. 19./20.Januar Januar2012 2012findet findet«Change «Changetrifft trifftTeams Teams––Die DieChangetagung» Changetagung»zum zumdritten drittenMal Malin inBasel Baselstatt. statt. Wir Wir bieten bieten Ihnen: Ihnen: Acht Achthochkarätig hochkarätigbesetzte besetzteKeynotes, Keynotes,u.a. u.a.Prof. Prof.Dr. Dr.Arno ArnoGruen, Gruen,Dr. Dr.Oliver OliverKönig, König,Prof. Prof.Dr. Dr.Stefan StefanKühl, Kühl,Arno ArnoLuik, Luik, PD PDDr. Dr.Peter PeterSchneider; Schneider;Prof. Prof.Dr. Dr.Gerhard GerhardVinnai; Vinnai; 22 22Workshops Workshopsund und22Panels Panelszur zuraktiven aktivenBearbeitung Bearbeitungdes desThemas ThemasMacht Machtund undStatus Statusin inFührung, Führung,Management Managementund und Beratung; Beratung;Networking Networkingmit mitPersonen Personenaus ausWissenschaft Wissenschaftund undPraxis, Praxis,aus ausder derSchweiz, Schweiz,Österreich Österreichund undDeutschland. Deutschland. Information Information und undAnmeldung Anmeldung www.changetagung.ch www.changetagung.ch Anke AnkeRupp-Walter, Rupp-Walter,TT+41 +4161 61337 33727 2768, 68,[email protected] [email protected] Prof. Prof.Dr. Dr.Olaf OlafGeramanis, Geramanis,TT+41 +4161 61337 33727 2788, 88,[email protected] [email protected] Education Permanente 2011-3 Was bringt Weiterbildung? A quoi sert la formation continue ? Education Educationpermanente permanente Ausgabe Ausgabe3/2011 3/2011 1/2 1/2Seite Seitequer quer 25 26 dossier dossier Lohnt sich universitäre Weiterbildung? Andreas Fischer Dr. phil., Direktor des Zentrums für universitäre Weiterbildung, Universität Bern Kontakt: [email protected] Therese E. Zimmermann lic. rer. soc., Leiterin Bereich Grundlagen, Zentrum für universitäre Weiterbildung, Universität Bern Kontakt: therese.zimmermann@ zuw.unibe.ch Bloomberg Businessweek hat für etwa 70 international gerankte MBA-Programme den «Returnon-investment» (ROI) ausgerechnet1. Das Resultat erstaunt: Die Investition der Studierenden in Kursgeld und Lernzeit für einen Vollzeit-MBA zahlt sich bei den einen schon nach 2¼ Jahren, bei anderen aber erst nach14 Jahren durch ein höheres Einkommen aus. Die Bandbreite des ROI zwischen den einzelnen Anbietern ist enorm – und gerade einige der namhaftesten BusinessSchools schliessen aufgrund ihres hohen Kursgeldes schlecht ab. Das zeigt: Neben dem ROI gibt es offenbar noch andere wichtige Argumente für die Wahl eines Angebots. wie etwa Universitäten oder gar die universitäre Weiterbildung insgesamt zu erhalten. Die Befunde einzelner Erhebungen lassen aber sehr wohl programmspezifische Aussagen zum Nutzen zu, wie die folgenden ausgewählten Beispiele2 aus der Universität Bern zeigen. Die Frage nach dem Nutzen von Weiterbildung ist nicht nur im Businessbereich relevant und aktuell. Weiterbildungsinteressierte erkundigen sich zu Recht, was ihnen ein Kurs oder ein Studiengang bringen kann – und zwar über den Einkommenseffekt hinaus. Um auf diese Fragen empirisch fundierte Antworten geben zu können, sind aufwändige Erhebungen nötig (vgl. Schmid 2008). Dem Nutzen auf der Spur Der Nutzen von Weiterbildung fällt allerdings nicht nur bei den Teilnehmenden und in deren persönlichem Umfeld (Familie, Verein) an, sondern auch bei weiteren Stakeholdern: bei den Arbeitgebern, den Anbietern, den Kursleitenden und in der Gesellschaft insgesamt. In Qualitätsmodellen wird der Nutzen auch als «Outcome» oder Ergebnis bezeichnet. Swissuni, der Verein universitäre Weiterbildung Schweiz, formuliert für die Dimension «Transfernutzen und Wirkung der universitären Weiterbildung» folgendes Qualitätsziel: «Die Programme sind bei den Teilnehmenden, Alumni, Arbeitgebern, Berufsverbänden und Hochschulen anerkannt. Sie generieren einen expliziten Mehrwert für die Teilnehmenden bei der Ausübung der beruflichen Tätigkeiten und einen positiven Einfluss auf ihre Karrierechancen» (Swissuni 2010, S. 15). Die Universitäten arbeiten auf diese Ziele hin, können deren Erreichung aber nur beschränkt belegen. Im Rahmen der Evaluation erfassen sie bei den Alumni auch den Nutzen einer Weiterbildung. Da diese Nachbefragungen jeweils programmbezogen erfolgen, ist es kaum möglich, vergleichbare oder zusammenfassende Ergebnisse für grössere Organisationseinheiten, Die Nachbefragungen der AbsolventInnen des Nachdiplomstudiums NDS Weiterbildungsmanagement (DAS WBM, 36 ECTS-Punkte) der Universität Bern zeigen, dass der Nutzen beim Punkt «Verbesserung der Arbeitsmarktchancen» zwischen 2000 und 2006 kontinuierlich gestiegen, jedoch sehr individuell geprägt ist und sich die Durchschnittswerte je nach Zusammensetzung der Kursgruppen unterscheiden. Darauf weisen die Differenzen zwischen den einzelnen Jahrgängen desselben Studiengangs hin. Insgesamt hat sich dieser Studiengang positiv auf die Arbeitsmarktchancen ausgewirkt, während seine Bedeutung für den beruflichen Wiedereinstieg und die Neuorientierung gering war. Einen sehr hohen direkten Nutzen konnten die AbsolventInnen am Arbeitsplatz bei den Punkten «Lösen aktueller Probleme» und «Steigerung der Selbstsicherheit» erzielen. Ebenfalls über Zeitreihendaten verfügt der Weiterbildungsmaster Master of Health Administration (MHA, 60 ETCS-Punkte) der Universität Bern, welcher 2012 sein 20jähriges Bestehen feiert und in der Schweiz führend ist. Diesen international anerkannten Abschluss haben über 140 Personen erworben. Der Studiengang bereitet Education Permanente 2011-3 Was bringt Weiterbildung? A quoi sert la formation continue ? dossier dossier «Studierende projizieren individuell geprägte Erwartungen auf die Angebote. Diese Erwartungen und Motivationen steuern den Lernerfolg, da jede Weiterbildung eine ‹Koproduktion› zwischen Lehrenden und Lernenden ist.» höhere Kader im Gesundheitswesen berufsbegleitend auf fächer- und funktionenübergreifendes Denken und Handeln vor, damit sie Führungsaufgaben erfüllen und die Gesundheitspolitik mitgestalten können. Im Zentrum der schriftlichen Nachbefragungen, die jeweils zwei Jahre nach Abschluss durchgeführt werden, stehen der Nutzen aus Sicht der Teilnehmenden, die Einschätzung zum Aufwand im Verhältnis zum Nutzen sowie die beruflichen Perspektiven. Die Daten von vier Studiengängen belegen gemäss Abbildung 1 mit einem Mittelwert von über 4 (5er-Skala, 1 = sehr gering, 5 = sehr gross) einen hohen bis sehr hohen Nutzen des MHA. Ebenso bekräftigen die Alumni in hohem Mass, dass sich für sie das Studium mit Blick auf das Verhältnis von Aufwand zu Ertrag gelohnt hat. Zudem eröffnet der MHA teilweise andere berufliche Perspektiven. Die Weiterempfehlung an KollegInnen schliesslich sowie der nochmalige Entscheid führen bei einer 3er-Skala (1 = gar nicht, 2 = bedingt, 3 = unbedingt) zu Mittelwerten von mehr als 2,5.3 Anzeige Ihr Weg nach oben! Höhere Berufsbildung Höhere Fachschule für Wirtschaft • Diplomstudium Wirtschaftsinformatik • Diplomstudium Betriebswirtschaft • Nachdiplomstudium Management und Leadership • Nachdiplomstudium Projektmanagement • Nachdiplomstudium Personalleiter/in • Eidg. Fachausweis HR-Fachleute • Eidg. Fachausweis Sozialversicherung • Eidg. Fachausweis technische Kaufleute • Eidg. Fachausweis im Finanz- und Rechnungswesen • Eidg. Fachausweis Detailhandelsspezialist/in • Eidg. 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A quoi sert la formation continue ? 27 28 dossier dossier Abbildung 1: Nutzeneinschätzungen zum Master of Health Administration (MHA) der Universität Bern 4.04 Beurteilung Nutzen 4.29 Aufwand-Nutzen-Relation 3.33 Berufliche Perspektiven 2004-2006 2002-2004 1999-2001 1997-1999 2.54 Weiterempfehlung (3er Skala) 2.75 Erneuter Entscheid (3er Skala) 1 2 3 4 5 Die Nachbefragungen beim DAS TanzKultur (DAS TK, 30 ECTS-Punkte) der Universität Bern verwenden weitgehend die gleichen Fragen wie der oben erwähnte MHA. Der DAS TK richtet sich an Tanzschaffende, -lehrende, -forschende, Kulturverantwortliche sowie Publizistik-, Medien- und Management-Fachleute. Ziel des Studiengangs ist, die berufliche Qualifikation und die persönlichen Perspektiven zu erweitern. Gestartet wurde die Weiterbildung 2002. Inzwischen liegen Ergebnisse aus drei Studiengängen vor. Fazit der Befragung: Der überwiegende Teil der Antwortenden zieht einen grossen bis sehr grossen Nutzen aus der Teilnahme an dieser Weiterbildung und bemerkt, dass sich der Besuch des NDS auf ihre berufliche Tätigkeit positiv ausgewirkt habe. Die Alumni des Executive Master of Public Administration (MPA, 60 ECTS-Punkte) der Universität Bern werden sogar zweimal nach dem Nutzen ihrer Weiterbildung befragt, und zwar zwei und vier Jahre nach Studienabschluss. Fokussiert wird der Nutzen des MPA in Bezug auf die berufliche Laufbahn. Der MAS-Studiengang, der 2003 lanciert wurde, ist eine Führungsausbildung für Kaderpersonen aus dem öffentlichen Sektor, die zu einem international anerkannten universitären Titel führt. Die Daten von bisher drei Studiengängen zeigen: Der Abschluss des Studienganges MPA begünstigt die Übernahme einer Managementposition. Häufig ist dieser Schritt mit einem Hierarchieaufstieg verbunden. Weiter hat der MPA bei rund drei Viertel der AbsolventInnen einen Einfluss auf den Entscheid zur beruflichen Neuorientierung. Schliesslich wirkt sich die Teilnahme am Studiengang sowohl beim Auswahlprozess bei Stellenbewerbungen wie auch bei der Lohnentwicklung positiv aus. tenzial zu erkennen, wie auch um die Prüfung, inwieweit die in den Ausschreibungen formulierten Nutzenversprechen erfüllt werden. Nicht alles beim Thema «Nutzen» kann allerdings der Weiterbildung selber zugeschrieben werden. Es sind erstens die Studierenden, die individuell geprägte Erwartungen auf die Angebote projizieren. Diese Erwartungen und Motivationen steuern den Lernerfolg, da jede Weiterbildung eine «Koproduktion» zwischen Lehrenden und Lernenden ist. Zweitens realisiert sich der Nutzen in der Berufswelt, weshalb er stark den entsprechenden Bedingungen unterworfen ist. Weil die Nutzenfrage äusserst komplex ist, wären vermehrt fundierte und kohärente Grundlagendaten nötig – nicht nur auf der individuellen, sondern auch auf der betrieblichen und der gesellschaftlichen Ebene. Damit liesse sich nicht zuletzt auch verdeutlichen, inwieweit sich Investitionen in die universitäre Weiterbildung lohnen. n Anmerkungen: 1 http://www.businessweek.com/interactive_reports/mba_roi_ 2011.html (Zugriff 8.6.2011). Weitere publizierte Untersuchungen: Weisser/Wicki (1997), Beywl et al. (2011). 2 Für eine ausführlichere Darstellung vgl. Zimmermann et al. (2011a, 2011b). 3 Literatur: Beywl, Wolfgang/Bestvater, Hanne/Müller, Marianne (2011): Professionalisierung der Evaluation durch Weiterbildung? In: LeGes – Gesetzgebung & Evaluation, Heft 1, S. 89-109. Schmid, Kurt (2008): Zum Nutzen der Weiterbildung. Internationaler Literaturreview & individuelle Weiterbildungserträge von TeilnehmerInnen an WIFI-Kursen. ibw-Forschungsbericht Nr. 144. Wien: Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft. Swissuni – Verein universitäre Weiterbildung Schweiz (2010): Empfehlungen für die Qualitätsentwicklung in der universitären Weiterbildung, http://www.swissuni.ch/documents/Qualitätskriterien_2010 (Zugriff 8.06.2011). Weisser, Jan/Wicki, Martin (1997): Die Wirksamkeit universitärer Weiterbildungsveranstaltungen aus der Perspektive der Teilnehmenden. Bern: Universität Bern, Koordinationsstelle für Weiterbildung. Zimmermann, Therese E./Müller, Marianne/Fischer, Andreas (2011a): Der «MAS» in der Schweiz. Ergebnisse einer explorativen Analyse. Bern: Universität Bern, Zentrum für universitäre Weiterbildung. Zimmermann, Therese E./Müller, Marianne/Fischer, Andreas (2011b): Le «MAS» en Suisse. Résultats d’une analyse exploratoire. Berne: Université de Berne, Centre de formation continue universitaire (en parution). Fundierte Grundlagendaten fehlen Vertiefte Erkenntnisse zum Nutzen universitärer Weiterbildung sind für die einzelnen Programmverantwortlichen und auch für die Institution insgesamt von grossem Interesse. Dabei geht es darum, Verbesserungs- und Entwicklungspo- Education Permanente 2011-3 Was bringt Weiterbildung? A quoi sert la formation continue ? inserate annonces Aus- und Weiterbildung in Organisationen Berufsbegleitende Fachausbildungen CAS Didaktik-Methodik 14 Tage, Abschluss Certificate of Advanced Studies. SVEB-Zertifikat kann beantragt werden. Beginn: 5. März 2012 CAS Ausbilder/in in Organisationen 2 Semester, Abschluss Certificate of Advanced Studies. Eidg. Fachausweis Ausbilder/in kann beantragt werden. Beginn: 5. Juni 2012 Infoveranstaltung: Dienstag, 15. Nov. 2011, 18.15 Uhr IAP, Merkurstrasse 43, Zürich Info und Anmeldung: Telefon +41 58 934 83 79 [email protected] www.iap.zhaw.ch/weiterbildung Eidg. Diplom Ausbildungsleiter/in 4 Semester, Modulare Vorbereitung auf die höhere Fachprüfung. Beginn: 5. Juni 2012 MAS in Ausbildungsmanagement 5 Semester, Abschluss Master of Advanced Studies ZFH. Beginn: 5. Juni 2012 Education Permanente 2011-3 Was bringt Weiterbildung? A quoi sert la formation continue ? 29 30 dossier dossier L’«esperienza del cliente» Francesco Puglioli Direttore di Labor Transfer dal 2002. Laureato in filosofia, ha costruito la propria esperienza professionale dapprima nell’ambito editoriale e nel campo dell’import-export. Da quasi 10 anni si occupa personalmente di ideare e realizzare progetti di formazione e consulenza aziendale. Dal 2006 è il rappresentante dell’associazione professionale CallNet.ch in Svizzera italiana. Contatto: francesco.puglioli@ labor-transfer.ch per la formazione continua La formazione continua si confronta ancora oggi con vari pregiudizi, che ne limitano l’efficacia e la penetrazione. Per valorizzare l’esperienza formativa, fare appello alle rappresentazioni intellettuali del pubblico non è abbastanza: occorre aprirsi la strada attraverso le emozioni. L’individuo adulto fonda le sue possibilità di sopravvivenza sulla propria concezione del mondo. Nella vita di ogni giorno ne verifica la validità, e lotta per difendere le proprie idee. Di conseguenza, resiste all’ipotesi di cambiare la propria visione o metterla in discussione, e sa attuare strategie comunicative elaborate, seppur talvolta inconsapevoli, per opporsi a quella trasformazione che è l’obiettivo dell’azione formativa. Resistenze inconsapevoli all’azione formativa Facciamo l’esempio di un’associazione apparentemente innocua: la tendenza ad assimilare la formazione continua all’esperienza scolastica. Soprattutto le prime volte che frequenta un corso, l’adulto amerà sentirsi tornare indietro nel tempo. Banchi, lavagne, compagni di corso e l’insegnante in cattedra, lo faranno sentire proiettato nell’ambiente conosciuto nei primi anni di vita, e gli sarà facile provare a orientarsi nel nuovo contesto formativo utilizzando paradigmi di comportamento antichi e familiari. Per quanto sia gradevole e rassicurante, quest’assimilazione implica alcuni inconvenienti per l’azione formativa in età adulta, nella quale l’apprendimento funziona in base a dinamiche diverse. Se la didattica scolastica prevede per il discente un ruolo prevalentemente passivo, l’apprendimento negli adulti avviene soltanto in contesti che presuppongono l’interazione e l’attivazione dei partecipanti. Un formatore non potrà quindi che insospettirsi di fronte a un gruppo di adulti che, muniti di carta e penna, e diligentemente seduti ai loro banchi, lo fissano seri e compunti annuendo al ritmo delle sue parole e delle slide del suo powerpoint. Perché questo potrebbe essere soltanto il segno di uno di quegli atteggiamenti difensivi che preludono al fallimento dell’azione formativa. Arricchire di valore aggiunto l’offerta di formazione continua Occorre ampliare l’aspettativa verso l’esperienza formativa non solo inserendovi nuovi contenuti, ma anche di nuove prospettive, e sottolineando che il suo «valore aggiunto» si trova anche oltre il livello dell’acquisizione di conoscenza. L’offerta di formazione continua contiene numerose altre possibilità di sviluppo per la persona, che debbono essere consapevolmente evidenziate nelle operazioni di promozione: confronto con colleghi ed estranei, partecipazione ad attività strutturate e innovative; costruzione di esperienze e metodologie; verifica e sviluppo del proprio livello di competitività; creazione e ampliamento delle reti di contatti personali intersettoriali; esplorazione di nuove fonti di informazione. Infine: un corso di formazione per adulti è sempre un’opportunità per vivere nuove esperienze relazionali. E perché mai dovrebbe differenziarsi, sotto questo aspetto, da una serata al bar o al ristorante, all’associazione benefica o alla scuola di samba? La formazione deve ambire a proporsi come un’esperienza completa e positiva, grazie alla quale sviluppare in modo imprevedibile e sorprendente la propria personalità, in un processo in cui il sapere si unisce in modo inseparabile al saper fare e al saper essere. Education Permanente 2011-3 Was bringt Weiterbildung? A quoi sert la formation continue ? dossier dossier «La formazione deve ambire a proporsi come un’esperienza completa e positiva, grazie alla quale sviluppare in modo imprevedibile e sorprendente la propria personalità.» A quali emozioni rivolgersi? I quarantenni di oggi rientrano già in pieno in quella che viene definita la «videogames generation». L’esperienza nell’interagire con le dinamiche dei giochi elettronici, che è parte integrante della loro cultura, inizia con un approccio emotivo: un misto di attrazione, curiosità e interesse per il gioco. Da questa «e-motivazione» si sviluppa la capacità di affrontare un sistema teorico (il concetto in base al quale il gioco è stato ideato). Partendo dall’esperienza concreta, nella quale il concetto si traduce in contesti pratici e interattivi, e perseguendo obiettivi di complessità crescente, l’utente apprende a superare gli ostacoli e raggiunge una meta. Tutti coloro che si sono confrontati con un videogame sanno cosa significhi sentire il desiderio di sfidare un’architettura concettuale, assecondare questo stimolo attraverso successi e fallimenti, comprendere logiche nascoste, attivare inventiva e determinazione, superare le difficoltà poste sulla strada; procedere, in un processo per «tentativi ed errori», nella scalata verso la comprensione, raggiungere e oltrepassare diversi livelli di complessità, ottenere la completa padronanza del contesto concettuale e, infine, vincere. Progettare la formazione in prospettiva drammaturgica Il compito, per i costruttori di formazione di domani, sarà quello di riuscire a creare esperienze che possano essere motivanti e seducenti proprio in base a questo, o qualunque altro tipo di «approccio emozionale», pensato per il pubblico adulto. che promettano interazione e divertimento. Poi, dovremo mantenere la promessa: costruendo strategie didattiche dinamiche e coinvolgenti, che rendano evidente quanto l’accesso a nuove conoscenze sia anche una sfida, e permettano al nostro cliente di vivere il raggiungimento di obiettivi di apprendimento come un’esperienza di successo. L’immagine della formazione continua dovrà avvicinarsi a quella di un vero e proprio «sport della mente», e creare aspettative non meno colorite e stimolanti dello sport, quale mezzo per lo sviluppo delle qualità personali. Pensare e inserire una tensione drammaturgica, di questo o di qualunque altro genere, nella progettazione delle attività di formazione, permetterà ampliare l’accesso alle opportunità di miglioramento continuo. Perché l’offerta di formazione continua si assimilerà ad altre offerte di prodotti e servizi tipiche del mercato della comunicazione: i video giochi, ma anche il cinema, il teatro e gli eventi sportivi. E il pubblico si avvicinerà alla formazione continua sulla spinta di un desiderio, fondato nel bisogno di migliorarsi, che aggira, sul piano dell’emozione, le naturali resistenze intellettuali al cambiamento. n Senza rinunciare alla serietà intellettuale, dovremo quindi immaginare vie d’accesso alla conoscenza che sappiano rivolgersi anche alle emozioni. Dovremo impegnarci a costruire esperienze di apprendimento che appaiano attraenti prima ancora di essere affrontate, avvolgendole in «copertine» Education Permanente 2011-3 Was bringt Weiterbildung? A quoi sert la formation continue ? 31 32 dossier dossier EP-Kurzinterviews / EP-BRÈVES INTERVIEWS Welche Rolle spielen Nutzenüberlegungen bei der Weiterbildung von Mitarbeitenden in Betrieben? Quels rôles jouent les considérations sur l’utilité de la formation continue du personnel dans les entreprises ? Öffentliche und private Betriebe investieren in die Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden. Um herauszufinden, welche Rolle dabei Nutzenüberlegungen bei konkreten Weiterbildungsentscheiden spielen, haben wir Weiterbildungsverantwortliche folgender Betriebe und Firmen schriftlich dazu befragt: Kantonale Finanzdirektion Kt. Fribourg (Canton FR), Mobiliar Versicherung (Mobiliar), Siemens Schweiz (Siemens), Schweizerische Bundesbahnen (CFF). Les entreprises publiques et privées investissent de l’argent en faveur de la formation continue de leurs collaboratrices et collaborateurs. Pour connaître les rôles des considérations sur l’utilité de la formation continue lors des prises de décision concrètes en la matière, nous avons interrogé par écrit les entreprises suivantes : Direction des finances du canton de Fribourg (Canton FR), La Mobilière Assurances (Mobiliar), Siemens Suisse SA (Siemens) et les Chemins de fer fédéraux (CFF). Welches ist das Ziel der WB-Massnahmen? Mit unseren abgestimmten Weiterbildungsangeboten fördern wir die Entwicklung unserer Mitarbeitenden und generieren damit einen Mehrwert für das Unternehmen. Professionelle Lernlösungen sollen eine Geschäftswirkung erzeugen. (Siemens) Investition in WB ist eine strategische Entscheidung. Die Mobiliar identifiziert qualifizierte Mitarbeitende als eine der fünf Kernfähigkeiten, die das Unternehmen für den wirtschaftlichen und nachhaltigen Erfolg braucht. Das Ziel von Weiterbildung ist neben der Arbeitsmarktfähigkeit der Mitarbeitenden eine möglichst optimale Passung von Aufgaben und Qualifikation, unter möglichst optimaler Ausnutzung des Potentials der Mitarbeitenden fürs Unternehmen. (Mobiliar) Quel est l’objectif des mesures de formation continue ? L’objectif fondamental de la formation consiste à organiser des mesures de formation permettant le développement des compétences professionnelles, sociales, méthodiques et managériales du personnel, afin que celui-ci puisse répondre aux exigences professionnelles actuelles et futures dans le cadre de son activité. (Canton FR) La formation continue couvre l’ensemble des activités favorisant la mise à jour permanente des compétences du personnel nécessaires à l’exécution du cahier des charges, le développement des compétences en vue d’assurer la mobilité et l’employabilité du personnel en fonction des besoins de l’Etat employeur. (Canton FR) Les CFF font de la formation continue un instrument stratégique qui doit servir à assurer le succès de l’entreprise grâce à un personnel bien formé et au fait des développements importants du secteur d’activité pour lequel il travaille. Ils attachent une importance particulière à la formation des cadres pour garantir une culture commune au niveau de la conduite du personnel. (CFF) Education Permanente 2011-3 Was bringt Weiterbildung? A quoi sert la formation continue ? dossier dossier Von wem geht der Anstoss für WB aus? Wer wählt die WB-Massnahmen aus? Der Anstoss zu WB, die frei buchbar sind und nicht aufgrund einer Potentialaussage oder Beförderung verbindlich ist, geht primär von den Vorgesetzten und den Mitarbeitern aus; der HRAbteilung kommt dabei die Rolle des Consultants zu. (Siemens) Die Initiative für WB-Massnahmen geht sowohl von der Unternehmensleitung als auch vom HR aufgrund strategischer Zielsetzungen. Von direkten Vorgesetzten der Teilnehmenden aufgrund von Bedarfsanalysen. Von potentiell allen Mitarbeitenden aufgrund von Feedbacks beispielsweise mittels der jährlichen Mitarbeitendenbefragung. (Mobiliar) formé et elle organise elle-même des programmes ou des formations-actions ; parfois le personnel fait des demandes pour pouvoir bénéficier de formations spécifiques externes. Souvent, les formations sont induites par le développement des prestations et/ou par l’évolution de la législation dans le domaine d’activité. Pour ce qui est du programme de formation mis à disposition de tout le personnel par le Service du personnel, il est d’une part issu d’une analyse des besoins stratégiques et d’autre part des demandes qui sont le résultat des entretiens d’évaluation et de développement du personnel, ceux-ci permettant de détecter des compétences lacunaires identifiées lors de l’exécution des tâches. (Canton FR) Qui est à l’origine de la décision en matière de formation continue ? Qui en choisit les mesures ? Soit les supérieurs identifient, choisissent les formations continues nécessaires à leurs unités, soit des collaborateurs et collaboratrices identifient des besoins et en font part à leurs supérieur-e-s. (Canton FR) Il faut distinguer l’organisation des unités administratives de celle du Service du personnel et d’organisation par rapport à la formation continue ; en d’autres termes, les formations métiers des formations transversales. Parfois l’unité administrative souhaite que son personnel soit Pour les formations « obligatoires » c’est l’entreprise, respectivement le supérieur direct qui initie le processus. Pour les formations de développement personnel par contre, c’est une discussion entre le collaborateur et son chef direct Format 187 x 124mm schwarz/rot - Pantone 485 Die Kampagne ist ein Partnerprojekt von Elternbildung CH und der Jacobs Foundation. www.jacobsfoundation.org www.elternbildung.ch Education Permanente 2011-3 Was bringt Weiterbildung? A quoi sert la formation continue ? Anzeige 33 34 dossier dossier qui permettra de définir en commun un plan de développement. (CFF) Welche Kriterien sind relevant bei WB-Entscheiden? Der Fokus bei der Auswahl von Weiterbildungsmassnahmen liegt sowohl beim Prinzip «Stärken stärken» als auch beim Soll/Ist-Abgleich. (Mobiliar) Quels sont les critères considérés comme relevants lors de prises de décision concernant la formation continue ? Les critères devraient être liés à l’adéquation entre la formation et la fonction en respectant un nombre de jours acceptable durant l’année. Pour le programme de formation continue, un droit à des congés de formation est octroyé dont le nombre est fixé, mais peut être augmenté, notamment pour la formation des cadres ou pour répondre à un besoin avéré. (Canton FR) Wie steht es mir der Zielerreichung/Wirksamkeit der WB? Aufgrund der Rückmeldungen unserer Kunden und deren Vorgesetzten erreichen wir die Ziele. Die Mitarbeitenden und Führungskräfte entwickeln in den Weiterbildungen ihre Kompetenzen und erkennen den Nutzen neuen Wissens und neuer Verhaltensweisen. Sie verinnerlichen diese und werden motiviert und befähigt, sie im Arbeitsalltag ein- und umzusetzen. Diese positive Geschäftswirkung könnte natürlich noch wirksamer werden, wenn wir noch mehr Kunden hätten. Die Führungsausbildungen zum Beispiel sind ja nicht verbindlich für alle Führungskräfte. (Siemens) Untersuchungen fehlen – und sind schwierig, da die Ziele nicht alleine durch Weiterbildungsmassnahmen erreicht werden. Gewisse Faktoren – nicht zuletzt am Markt – lassen den Schluss zu, dass die Aus- und Weiterbildungsangebote zum gewünschten Erfolg führen. (Mobiliar) Qu’en est-il de la réalisation des objectifs et de l’efficacité de la formation continue ? Actuellement, nous manquons surtout d’indicateurs pour dire avec précision si les objectifs sont atteints. (Canton FR) Dans l’ensemble oui, nous disposons d’un système de formation continue qui fait ses preuves et nous permet de rester compétitifs dans un environnement en constante évolution. (CFF) Wie wird die Zielerreichung überprüft? Die Wirksamkeit wird überprüft mittels eines Feedbackbogens und einer Transferbefragung. Im Feedbackbogen werden Faktoren wie inhaltliche Übereinstimmung des Angebotes mit den Erwar- tungen der Teilnehmer, Anwendbarkeit in der Praxis und Professionalität des Trainers abgefragt. In der Transferbefragung geht es um die Umsetzung von Erkenntnissen und Verhaltensweisen in das daily business. (Siemens) Durch Bildungsevaluation – Bildungscontrolling – das neu konzipiert wurde und stärker transferorientiert gestaltet ist. (Mobiliar) De quelle manière vérifiez-vous l’atteinte des objectifs? Les formations sont évaluées au niveau des réactions, c’est-à-dire que les participants sont interrogés en fin de formation sur leur satisfaction quant à la formation dispensée. L’évaluation des comportements fait encore défaut si ce n’est que, dans quelques unités administratives, les supérieurs vérifient auprès du personnel si les formations suivies ont eu un impact positif sur la place de travail ; mais rien de formalisé n’existe. L’entretien d’évaluation, lorsqu’il est réalisé et qu’il aborde la formation continue, est un outil de contrôle. Sur le plan de l’impact de la formation sur les résultats de l’organisation, une étude a été réalisée en 2009-2010 sur le retour sur investissement de la formation. (Canton FR) Cela dépend des formations. Pour celles soumises à une obligation légale, cela se fait sous forme Education Permanente 2011-3 Was bringt Weiterbildung? A quoi sert la formation continue ? dossier dossier cès ou non, ne peut donner lieu à une adaptation salariale si la personne reste dans sa fonction actuelle. Naturellement, les personnes ayant le souci d’acquérir des compétences supplémentaires par la formation continue auront à moyen terme des meilleures possibilités de promotion ou de changement de poste dans des fonctions supérieures que ce soit au niveau des fonctions spécialisées ou de conduite. (Canton FR) Ist das WB-Budget konjunkturabhängig? Indirekt ja. Wenn gespart werden muss, werden Weiterbildungen oft verschoben und auf Sparflamme gesetzt. (Siemens) Nein! Im Gegenteil: eher antizyklisch. (Mobiliar) Le budget dévolu à la formation continue estil lié à l’évolution conjoncturelle? Mis à part pour les formations obligatoires, c’est clair que la marche des affaires a une influence. (CFF). d’examen ; pour d’autres, notamment pour la formation des cadres, des mesures concrètes de transfert doivent être décidées à la fin du séminaire et mises en œuvre à la place de travail sous la responsabilité du collaborateur concerné et de son chef direct ; et enfin, pour certaines autres, il s’agit simplement d’une discussion entre le collaborateur et son supérieur au retour de la formation. (CFF) Il est clair que dans une administration publique la question du financement est un peu différente que dans le privé ; il est évident que l’évolution du budget du Service du personnel et d’organisation centralisé est soumise à une évolution plus restrictive en cas de crise financière. Toutefois, la formation a jusqu’à aujourd’hui eu le soutien du gouvernement même en temps de crise et n’a jamais subi une baisse réelle mais tout au plus un ralentissement de la progression des moyens investis. (Canton FR) n Sind WB-Massnahmen lohnwirksam? Eine grössere WB zu absolvieren hat keine automatische Lohnerhöhung zur Folge, auch nicht zwingend eine höhere Position. Es gibt für diese Frage wohl keine Regel, die Bewegungen sind unterschiedlich. (Siemens) Nicht direkt. MA, die eine Weiterbildung absolvieren oder abschliessen, erhalten die Möglichkeit, einen Funktionsschritt zu machen. Erst dieser Schritt ist wesentlich lohnwirksam. Es gibt jedoch keine Garantie, denn wir wollen nicht Wissen, sondern angewandtes Wissen – Handlungskompetenz – honorieren. (Mobiliar) Les mesures de formation continue ont-elles une incidence sur le traitement ? La politique du Conseil d’Etat et donc du Service du personnel et d’organisation est claire : aucune formation, qu’elle soit achevée avec suc- Education Permanente 2011-3 Was bringt Weiterbildung? A quoi sert la formation continue ? 35 36 dossier dossier Nutzenüberlegungen der Studierenden Iris Erni ist bei der Kalaidos Fachhochschule zuständig für den Verkauf und die Studienberatung sowie das Laufbahncoaching. Ugo Merkli Prof. Dr., ist Lehrgangs- und Kompetenzcenterleiter am Institut für Allgemeine BWL (IAB) der Kalaidos Fachhochschule und Dozent für Strategisches Management. Kontakt: [email protected] an der Kalaidos Fachhochschule, Departement Wirtschaft Die Kalaidos Fachhochschule bietet in ihrem Departement Wirtschaft zusätzlich zur Ausbildungsstufe verschiedene Weiterbildungsmöglichkeiten an. Diese decken CAS, DAS und MAS / EMBA FH ab. Bei den Kundinnen und Kunden dieser Weiterbildungsangebote handelt es sich um Berufstätige, die mit dem Erwerb betriebswirtschaftlich ausgerichteter Fach- und Sozialkompetenzen ihre bisherige Ausbildung gezielt ergänzen oder vertiefen wollen. Die Gründe dafür sind mannigfaltig: Primäre Nutzenüberlegungen umfassen Laufbahnziele, finanzielle Besserstellung und sozialen Aufstieg. Ergänzend geht es um den Ausbau der Handlungskompetenzen, um Motivation und Zufriedenheit und um den wahrgenommenen Selbstwert. unsere Studierenden dafür, dass der Diskurs zum Nutzen ihres Studiums offen und aktiv gehalten wird. Aufgabe der Unternehmensführung ist es, die strategische Entwicklung auf die Vision auszurichten. Konkrete Nutzenvorstellungen werden an einen Fachhochschulanbieter mit privater Trägerschaft möglicherweise direkter adressiert: Leistung gegen Geld dürfte hier als zentraler Nutzenanspruch weniger verklausuliert daherkommen als bei manchem öffentlichen Bildungsanbieter, bis hin zur Frage, ob man Bildungsabschlüsse kaufen kann. – Man kann nicht. Was für Nutzenvorstellungen bringen die Absolvierenden des zweijährigen EMBA- Studiengangs der Kalaidos Fachhochschule vor allem ein? – Wie reagiert die Fachhochschule als Anbieterin auf diese Wünsche bzw. Forderungen? Die Kalaidos Fachhochschule hat klare Zielrichtungen, was den Kundennutzen für die Studierenden betrifft. Diese sind in der Vision enthalten und liegen ausformuliert vor (vgl. Tabelle, Kasten im Text). Die darin enthaltenen Leitsätze dienen als Leitplanken, stecken den sinnvollen «Bewegungsspielraum» ab und lenken gleichzeitig das erstrebenswerte Handeln in die richtige Richtung. In einer Art «Gegenstrom»-Verfahren sorgen Nutzenvorstellungen der Absolvierenden •Vor der Aufnahme des Studiums geht es primär um das Preis-/Leistungsverhältnis, um die Abstimmung der eigenen beruflichen Situation mit den Weiterbildungsmöglichkeiten in inhaltlicher und zeitlicher Hinsicht, um die Abschluss-Sicherheit (Studienerfolg) und um die Reputation des Anbieters. Einen deutlich steigenden Nutzen ordnen gerade die berufstätigen Studierenden der individuellen Beratung und dem Laufbahncoaching vor dem Studienstart zu. Die künftigen Laufbahnentwicklungsmöglichkeiten beeinflussen die Nutzenvorstellungen nachhaltig, sowohl aus Sicht der Abbildung: Auszug aus der Vision der Kalaidos Fachhochschule, Departement Wirtschaft Welchen Nutzen haben unsere Studierenden? • Das Studium gibt unseren Kunden Sicherheit und Inspiration. Sicherheit bedeutet dabei Vertrauen, die «richtige» Weiterbildung gewählt zu haben in Bezug auf Reputation, Betreuung, Wissenserwerb etc. •Unsere Kunden erwerben relevante Kompetenzen, um sich weiterzuentwickeln und im Arbeitsumfeld nachhaltig Wirkung zu erzeugen. • Wir bieten unseren Kunden die Möglichkeit, ihr Wissen auch nach dem Studium laufend zu aktualisieren und das eigene Netzwerk auszubauen. Education Permanente 2011-3 Was bringt Weiterbildung? A quoi sert la formation continue ? dossier dossier «Vor der Aufnahme des Studiums geht es primär um das Preis-/Leistungsverhältnis, um die Abstimmung der eigenen beruflichen Situation mit den Weiterbildungsmöglichkeiten in inhaltlicher und zeitlicher Hinsicht, um die Abschluss-Sicherheit (Studienerfolg) und um die Reputation des Anbieters.» angehenden Studierenden wie ihrer Arbeitgeber. Die Feinabstimmung erfolgt durch die bewusste und auf den Kunden abgestimmte Unterstützung bei der Wahl des «richtigen» Studiengangs. •Während dem Studium verschieben sich die Akzente naturgemäss stärker in Richtung des inhaltlichen Angebots, der Betreuung und der organisatorischen Spielräume. Was nützt mir eine bestimmte Kompetenz in meinem Beruf? Erwerbe ich die richtigen Kompetenzen zum richtigen Zeitpunkt? Sind Prüfungen die wahren Gradmesser meines Studienfortschritts? Werde ich qualifiziert betreut? Wie geht die Schule auf meine Spezialwünsche ein? Schon während dem Studium werden der Beziehungsaufbau und der Erfahrungsaustausch zwischen den Studierenden für den wahrgenommenen Nutzen immer wichtiger. •Nach dem Studienabschluss kommen weitere Elemente verstärkend hinzu. Was ist mein Abschluss wert? Welche weiterführenden Möglichkeiten habe ich? Was macht die Fachhochschule für die Pflege des Netzwerks ihrer Absolvierenden, und – ganz wichtig – wie pflegt sie ihre Reputation und Bekanntheit im wirtschaftlich-gesellschaftlichen Umfeld? Sicher wird bei einer Fachhochschule mit privatwirtschaftlicher Trägerschaft aus Sicht der EMBA-Studierenden insgesamt ein erheblicher Nutzen damit verknüpft, dass flexiblere Entscheidungen bei rascher Umsetzung möglich sind. Das betrifft Auswahl und Einsatz der Dozierenden ebenso wie die Anpassung der Inhalte an die aktuellen Bedürfnisse. Die Studierenden pflegen mit ihrer Fachhochschule einen bewusst persönlichen Umgang und ziehen daraus sozusagen zusätzlichen «sozialen» Nutzen. Zudem legen sie besonderen Wert auf die Vermittlung generalistischer Entscheidungskompetenzen in der Betriebswirtschaft, und zwar möglichst in vernetzter Form, sind doch die allermeisten Studierenden bereits als Führungskräfte tätig. Wichtige Rolle des Qualitätsmanagements Wie stellt die Kalaidos Fachhochschule sicher, dass die von ihren Kundinnen und Kunden geäusserten Nutzenwünsche zu einem Teil ihres Angebots werden? – Das ist eine Hauptaufgabe des Qualitätsmanagements. Gegenwärtig fliessen Anregungen und Kritik, die auf Nutzenüberlegungen zurückgehen, wie folgt ins Unternehmen zurück: •Qualitativ durch persönliche Gespräche und schriftlichen Informationsaustausch zwischen den Studierenden, den Mitarbeitenden und den verantwortlichen Stellen; •quantitativ und qualitativ durch das online nach jeder Veranstaltung abgeholte Feedback der Studierenden zu Studieninhalten und deren Darbietung; •qualitativ durch Klassensprechermeetings, die als Erfahrungsaustausch und soziale Plattform wirken; •quantitativ und qualitativ durch periodische Kundenumfragen bei Studierenden und Ehemaligen. Durch die bewusste Gliederung der Organisation in Studienbetreuung und in Dozierende und Lehrgangsleitungen sowie durch die hierarchische «Eskalationstreppe» vom Empfänger einer Anregung bis zum Rektor fliessen Nutzenüberlegungen auf mehreren Wegen ins System ein. Wichtigkeit und Dringlichkeit von Anliegen erhalten so einen ersten «natürlichen» Filter. Auf allen Stufen sorgen die entsprechenden Teamund Führungskräfte-Meetings der Mitarbeitenden für eine Verdichtung «bottom-up». Auf der Stufe des Rektorats und der Institutsleitungen wird über die Ressourcen befunden, die im laufenden Betrieb oder auf Projektbasis dafür eingesetzt werden sollen, den Nutzen des Angebots kontinuierlich zu erhöhen und in geplanten Schritten grössere Anpassungen vorzunehmen. Mit der Vision kann dabei überprüft werden, ob die Nutzenfortschritte sich im «Zielkorridor» konzentrieren. n Education Permanente 2011-3 Was bringt Weiterbildung? A quoi sert la formation continue ? 37 38 bildungspolitik politique de formation Heinrich Summermatter im Interview – Ein Leben für die Berufs- und Weiterbildung Interview: Esther Derendinger, Verantwortliche PR & Kommunikation, SVEB Kontakt: [email protected] Heinrich Summermatter Kontakt: heinrich.summermatter@ gmail.com Heinrich Summermatter, auch bekannt als Mister Berufsbildung, setzt sich seit 30 Jahren für die Bildung ein. In seinen verschiedenen Funktionen beim Bund durchlief er fast alle Stationen im Bereich der Berufsbildung. Zuletzt war er in der Geschäftsleitung des Bundesamtes für Berufsbildung und Technologie (BBT) tätig und Projektleiter für das neue Berufsbildungsgesetz. Seit fünf Jahren ist er selbständig, führt Mandate aus dem Bildungsbereich und ist Mitglied des SVEB-Vorstands. Anlässlich seines 65. Geburtstags blickt EP mit ihm auf seine Tätigkeit in der Berufsbildung und auf sein Engagement für die Weiterbildung zurück. Herr Summermatter, wenn Sie auf die letzten Jahrzehnte Berufsbildung zurückblicken, was hat sich daran verändert? Das System ist in den Grundzügen gleich geblieben. Verändert hat sich die öffentliche Wahrnehmung der Berufsbildung. Früher redeten nur Involvierte darüber. In Akademikerkreisen wusste kaum jemand Näheres über die Berufslehre, es war die Ausbildung für «Nachbars Kinder». Das duale System hat vor allem in der Deutschschweiz einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert erhalten. Die Berufslehre hat aber auch eine Kehrseite: Sie ist konjunkturabhängig. Zudem ist sie nicht für alle Berufe geeignet. Ich denke hier an anspruchsvolle Dienstleistungsberufe, wo der gymnasiale Weg über Universität oder Fachhochschule sinnvoller sein kann. Wachsende Anerkennung findet heute die Höhere Berufsbildung (HBB). Es melden sich immer mehr Stimmen, die sich für deren Stärkung einsetzen. Ich bin gegen eine zusätzliche Finanzierung der HBB zulasten des Tertiär-A-Bereichs. Die HBB wird über die Berufsbildung genügend finanziert, das System funktioniert gut und ist vital. Seit 10 Jahren sind Sie im SVEB-Vorstand vertreten. Der Verband definiert Weiterbildung als eigenen Bereich in der Bildungslandschaft. Wie sehen Sie persönlich die Vernetzung und die Abgrenzung der Berufs- und der Weiterbildung? Es gibt eine grosse Schnittmenge in der Berufs- und der Weiterbildung: Das ist die berufsorientierte Weiterbildung. Sie kann eine Vorbereitung sein für einen Tertiär-B-Abschluss. Als das neue Berufsbildungsgesetz gemacht wurde, war geplant, die Weiterbildung darin aufzunehmen. Leider ist das Vorhaben gescheitert. Viele Überschneidungen hätten vermieden werden können. Nun muss die Weiterbildung für ein eigenes Gesetz kämpfen. Schwierigkeiten in der Abgrenzung bzw. Zuordnung gibt es beispielsweise, wenn es um die Finanzierung der Förderung von Grundkompetenzen geht, die nicht mehr vollumfänglich vom Bundesamt für Kultur (BAK) finanziert werden, oder Weiterbildung im Migrationsbereich. Wer fördert und wer zahlt hier? Diese Zuordnungen müssen nun über das Weiterbildungsgesetz geregelt werden. Auf politischer Ebene gehen die Meinungen auseinander, ob Vorbereitungskurse für eidgenössische Prüfungen zur Weiterbildung oder zur Berufsbildung zählen? Wie sehen Sie die Zugehörigkeit? Seit dem neuen Berufsbildungsgesetz sind die Vorbereitungskurse zu eidgenössischen Prüfungen in der pauschalen Abgeltung für die gesamte Berufsbildung, die an die Kantone entrichtet wird, enthalten. Der Kanton verpflichtet sich, für entsprechende Angebote besorgt zu sein. Früher wurden die Vorbereitungskurse für die Prüfungen direkt subventioniert. Die Finanzierung läuft richtigerweise über die Berufsbildung. Über das Weiterbildungsgesetz wird Ende Jahr entschieden. Was wünschen Sie sich davon, und was kann sich verändern? Ich wünsche mir, dass das Gesetz nicht nur zu einem Konsens führt, denn so würde sich nicht viel ändern. Den Auftrag des Bundesrates an die Expertenkommission beurteile ich als eher mutlos, da er keine finanziellen Mittel vorsieht. Der Gesetzesentwurf hilft bei Qualitätsfragen oder bei Education Permanente 2011-3 Was bringt Weiterbildung? A quoi sert la formation continue ? bildungspolitik politique de formation Regelungen von Diplomen, aber die Weiterbildung effektiv fördern kann man nur mit finanziellen Mitteln. Es braucht einen Fördertatbestand und auch ein Zeitgefäss, das heisst, der Arbeitgeber stellt Zeit für die Weiterbildung zur Verfügung. Diese beiden Elemente, Fördertatbestand und Zeit, werden es aber schwer haben, im Parlament Akzeptanz zu finden, weil die Mittel bereits verteilt sind. Das Gesetz ist aber auch eine Chance, die Gelder neu zu kanalisieren. Ich bin zuversichtlich, dass sich das Lobbying für eine Finanzierung der Weiterbildung auszahlen wird. Die Parteien müssen erkennen, dass die Weiterbildung gefördert werden muss. Sie beteiligten sich an der Entwicklung einiger SVEB-Produkte und vertreten die Anliegen der Weiterbildung bei verschiedensten Stakeholdern. Wie sehen Sie die Zukunft des SVEB? Das Engagement für die Weiterbildung kommt bereits aus meiner Zeit beim BIGA. Schon früh hat der SVEB beim Bund um finanzielle Unterstützung angefragt. Gelder aus der Berufsbildung zu erhalten war und ist für den SVEB nie einfach. Wer von aussen mit innovativen Projekten in das System Berufsbildung eindringt, muss beharrlich bleiben. Neuer Input ist aber wichtig und kann nachhaltig verändern. Aus solchen SVEB-Projekten ist beispielsweise das modulare Weiterbildungssystem, eduQua und der AdABaukasten entstanden. Ich begrüsse es sehr, dass der SVEB Inputs gibt und die Bildungsszene mit Innovationen und neuen Ideen aufrüttelt, die etwas bewegen. Ich könnte mir auch vorstellen, dass der SVEB die Vorbereitungskurse für die höheren Prüfungen nach BBG unter seine Fittiche nimmt. Sie sind in der Berufsbildung etwas heimatlos. Die Vorbereitungskurse sind nahe bei dem, was man als Weiterbildung bezeichnet, obwohl sie auf die Berufsbildung ausgerichtet sind. Sie waren in den 90er Jahren massgeblich an der Weiterbildungsoffensive beteiligt. Die Weiterbildung erhielt in dieser Zeit grosszügige finanzielle Unterstützung. Heute fehlt das Geld. Was ist geschehen? In dieser Zeit hatte der Bund zahlreiche Impulsprogramme gestartet. Es war einfach, daraus für Projekte Unterstützungsbeiträge zu erhalten. Es liefen beispielsweise viele Programme im universitären und im Berufsbildungsbereich, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Die Idee der Impulsprogramme wurde im neuen Berufsbildungsgesetz institutionalisiert. Deshalb werden solche Programme nach wie vor unterstützt. Das Geld fehlt also nicht, es ist aber nicht mehr so einfach, dieses zu erhalten. Bereits als Verantwortlicher beim BIGA haben Sie das Lernfestival gefördert. Was überzeugt Sie an der Sensibilisierungskampagne für das Lebenslange Lernen? Die Kampagne zeigt, dass Lernen nicht nur in Kursen stattfinden kann und anstrengend ist, sondern auch ausserhalb der klassischen Kursräume Wissen vermittelt werden kann. Lernen ist beim Lernfestival mit Freude und Lust am Neuen verbunden. Es zeigt die ganze Bandbreite vom formellen hin zum informellen Lernen. Die Kampagne erreicht auch Menschen, die sonst nicht mit Weiterbildung in Berührung kommen. Wann haben Sie sich zuletzt weitergebildet? Ich lese viel, in diesem Sinne bilde ich mich laufend weiter. Den letzten Kurs, den ich besuchte, hiess «Recherchieren im Internet». Das Gelernte unterstützt mich nun bei meiner täglichen Arbeit. Seit 30 Jahren setzen Sie sich für die Berufsund Weiterbildung ein. Nun könnten Sie in den Ruhestand treten. Was sind Ihre Pläne? Als Selbständigerwerbender arbeite ich weiter. Ich bin in der glücklichen Lage, das Pensum selber zu bestimmen und kann mich auf Projekte konzentrieren, die mich interessieren. Die Zäsur, mit 65 Jahren beginne der Ruhestand, erachte ich als nicht mehr zeitgemäss, schon gar nicht angesichts der heutigen demografischen Situation. Herzlichen Dank für das Gespräch. n Education Permanente 2011-3 Was bringt Weiterbildung? A quoi sert la formation continue ? 39 40 bildungspolitik politique de formation Das Parlament will Weiterbildungsverbände unterstützen André Schläfli Dr., Direktor SVEB Kontakt: [email protected] Seit rund 40 Jahren unterstützt der Bund gesamtschweizerische Dachverbände der Weiterbildung, darunter den SVEB. Mit der Einführung des neuen Kulturförderungsgesetzes (KFG) im 2012 entsteht eine Gesetzeslücke: Bis zur Einführung des Weiterbildungsgesetzes in ca. vier Jahren hat der Bund keine Grundlage mehr für Unterstützung der Dachverbände. Sollten die Subventionen wegfallen, sind einige Verbände in ihrer Existenz bedroht, die übrigen müssten ihre Leistungen stark reduzieren und regionale Sekretariate abbauen (vgl. EP 2011-2, Rubrik Bildungspolitik). Um die Gesetzeslücke zu schliessen, wurden mehrere politische Vorstösse lanciert. Mit Erfolg: Beide Räte haben sich während der Sommersession 2011 für eine Übergangsfinanzierung ausgesprochen: der Nationalrat mit 82 zu 71 und der Ständerat mit 20 zu 0 Stimmen (bei einigen Enthaltungen). Das parlamentarische Ja ist für die Dachverbände ein wichtiger Erfolg, obwohl es nur als Absichtserklärung zu werten ist. Der definitive Entscheid fällt erst im Herbst im Rahmen der Budgetdebatte. Parallel zu diesen Interventionen verlief die Neuregelung zur Bekämpfung des Illetrismus gemäss Kulturförderungsgesetz. Davon sind auch die Dachverbände betroffen, sofern sie in diesem Bereich aktiv sind. Mitte Juni wurde das «Förderungskonzept 2012-2015» in die Vernehmlassung geschickt. Die neue Regelung tritt 2012 in Kraft. Die Unterstützung der Dachverbände erfolgt – sofern das Parlament auch in der Budgetdebatte zu seinem Ja steht – in den nächsten Jahren teilweise über die BFI-Botschaft und teilweise über das KFG. Der SVEB begrüsst diese Entwicklung und engagiert sich für die Förderung aller sieben Dachverbände in der oben skizzierten Form. n Hintergründe und aktuelle Informationen: www.alice.ch/de/themen/weiterbildungsgesetz Anzeige Soft Skills Handlungs-Forum Tun Sie etwas für Ihre emotionale Fitness: Stärken Sie Ihre Krisenmuskeln mit Ruth Meyer Junker & Sun-Mi Shin. Trainieren und erweitern Sie Ihre persönlichen Kompetenzen. Adaptive Didaktik: Jedes Seminar ist einmalig! Gemeinsam mit Ihnen passen wir das Seminar Ihren Bedürfnissen an. Seminar-Daten 2011: Soft Skills messen (23. / 24. 09), Mit Gefühlen intelligent umgehen und nach aussen wirken (7. / 8. 10.), Reden – Zuhören – Verhandeln – kritische Gesprächssituationen meistern (18. / 19. 11.), Beziehungen pflegen (2. / 3. 12.), Sich in Gruppen bewegen (16. / 17. 12.) Kursort: Altes Spital 4500 Solothurn Kosten pro Seminar: Fr. 640.– (inkl. Mittagessen) Anmeldung an: arbowis gmbh Niklaus Konrad-Strasse 40, 4500 Solothurn , [email protected] weitere Infos: www.arbowis.ch Education Permanente 2011-3 Was bringt Weiterbildung? A quoi sert la formation continue ? inserate annonces Anbieter-Statistik 2010 Befragung der Weiterbildungs-Anbieter in der Schweiz Anbieter-Statistik 2010 Wo stehen die Weiterbildungsinstitutionen heute bezüglich Angebot, Qualität oder Konkurrenz? Welche Tendenzen im Weiterbildungsmarkt und in der Weiterbildungspolitik sind zu erwarten? Wie wird sich die Nachfrage nach Weiterbildung entwickeln? Ergebnisse der Befragung von Weiterbildungsanbietern in der Schweiz Diese und weitere Kernfragen wurden in der alljährlich vom SVEB durchgeführten Befragung gestellt. Dieses Jahr wurde die Umfrage modifiziert und nach Anbieterstatus, Sprachregion und Anbietergrösse ausgewertet und kommentiert. An der Umfrage beteiligten sich 248 private und öffentliche Weiterbildungsinstitutionen in der Schweiz. Schweizerischer Verband für Weiterbildung SVEB Oerlikonerstrasse 38 8057 Zürich Autor: Urs Hammer, SVEB © SVEB Zürich, Juli 2011 «Anbieter-Statistik 2010» Befragung der Weiterbildungs-Anbieter in der Schweiz 44 Seiten mit farbigen Grafiken Preis inkl. MwSt: CHF 45.– Für SVEB-Mitglieder: CHF 35.– Bestellung: [email protected] oder www.alice.ch/shop – 40’000 Kurse auf einen Klick Die grösste Weiterbildungsdatenbank der Schweiz Kurse publizieren: Veröffentlichen Sie Ihre Weiterbildungsangebote auf der grössten Weiterbildungsdatenbank der Schweiz und auf unseren starken Partnerseiten für Weiterbildung. Mit der Funktion «Top-Kurse» können Sie Ihr Kursangebot auf der Startseite anzeigen. Führen Sie eine eigene Kursdatenbank und möchten Sie Ihre Kursdaten auf AliSearch übertragen? Verlangen Sie eine unverbindliche Offerte – mit Vorzugspreisen für SVEB-Mitglieder und eduQua-zertifizierte Institutionen. Kurse suchen, Kurse buchen: Finden und vergleichen Sie Ihre Weiterbildung schnell und mit einfachen Suchkriterien innerhalb von rund 40’000 Angeboten. Erhalten Sie zudem Informationen zum Anbieter, zu den Abschlüssen, den Kosten und buchen Sie gleich online oder mit Direktlink zum Anbieter. 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Mon premier souci est la formation des jeunes et l’importance du renouvellement de la maind’œuvre dans nos différentes professions de la mécanique et du décolletage. Notre entreprise forme régulièrement un à deux apprentis. Dans ce domaine, l’effort des entreprises est insuffisant. Il convient de mettre en place des mesures incitatives et d’aide pour les entreprises formatrices et une participation, par exemple financière, de la part des entreprises qui ne se soucient pas de la relève et ne forment pas des jeunes. Quant à la formation continue des collaborateurs et des collaboratrices, elle est au cœur même de la stratégie de l’entreprise. La formation est la seule possibilité de maintenir et d’améliorer constamment la qualité des produits, de satisfaire les exigences sans cesse accrues des clients et de conserver et de développer des parts de marché dans un monde extrêmement concurrentiel et globalisé. EP : Comment s’organise la formation continue au sein de votre entreprise, comment se réalise-t-elle ? La formation continue dans une entreprise comme la nôtre est fortement imbriquée dans la vie même de l’entreprise, ses processus de fabrication, les relations au sein du personnel et avec les clients. Certes il existe des cours techniques standard ou des formations spécifiques, par exemple, lors de l’acquisition d’une nouvelle machine. Le Centre Technique et de formation pour l’industrie du Décolletage et du Taillage CTDT du Centre interrégional de perfectionnement CIP de Tramelan propose également de nombreux cours pour les entreprises de décolletage dans de nombreux secteurs. Mais l’essentiel se déroule à l’intérieur même de l’entreprise. EP : Et quelles formes prend cette formation interne, quelle est sa dynamique ? La politique qualité est un premier vecteur de formation continue. Notre entreprise est certifiée ISO 9001/2000 depuis 1993 (certification générale). Deux autres certifications ISO obtenues en 2002 et 2009 concernent le management environnemental, la gestion des produits toxiques « polluer proprement », ISO 14001 et les dispositifs médicaux ISO 13485, (traçabilité). Dans tous ses aspects, la politique qualité comprend un volet de formation important concernant la maîtrise des processus et le respect des procédures, des normes, etc. Les plans de formation sont définis par département et concernent, par rotation, tous les collaborateurs et collaboratrices. Une autre voie de formation continue à l’intérieur de l’entreprise est l’interaction, l’échange, l’appui mutuel entre collaborateurs sur la place de travail, dans les départements. Ce type de formation continue n’est pas structuré, il se déroule tout au long de l’année et est étroitement lié à l’activité professionnelle. Ces modalités de formation continue découlent de la nature très pointue des produits à réaliser. Cette formation par groupes est déterminante pour l’entreprise. Autre vecteur de la formation continue : les contacts avec les clients, les visites de clients, l’examen des contraintes et des exigences ; ces relations, à nouveau étroitement liées aux processus de fabrication, représentent également une source de formation potentielle. EP : Et comment se réalise matériellement la formation continue au sein de votre entreprise ? Elle a lieu généralement en fin de journée sur le temps de travail, à savoir que les collaborateurs sont rémunérés lors de ces activités de formation continue. Dans le cadre des entretiens d’évaluation menés dans l’entreprise, la question de la formation continue est également abordée et Education Permanente 2011-3 Was bringt Weiterbildung? A quoi sert la formation continue ? im gespräch mit... entretien avec... les demandes des collaborateurs en la matière sont reçues positivement si elles répondent à des besoins spécifiques du collaborateur et de l’entreprise, par exemple, sous forme d’une formation externe. De manière générale, je dirais que la formation est une composante présente dans l’ensemble des activités de l’entreprise. EP : Quels sont pour vous et votre entreprise les « bénéfices » de la politique de formation telle que vous l’avez rapidement définie ? Je dois insister sur le fait que les compétences des collaborateurs et collaboratrices sont véri- tablement la pierre angulaire de la réussite de l’entreprise et de la qualité de ses produits. La motivation est étroitement liée à la formation, à la qualité des relations entre les personnes. Un autre élément essentiel est celui de la créativité, de l’autonomie et de l’investissement personnel. Climat social de l’entreprise, partage de valeurs communes et formation forment un tout ; l’un ne va pas sans l’autre. L’un implique l’autre sous forme de boucle. n BOILLAT TECHNOLOGIES SA L’entreprise BOILLAT TECHNOLOGIES SA est une entreprise spécialisée dans le décolletage de précision. Créée à Bienne en 1962, située depuis 1971 dans le village de Loveresse au cœur du Jura bernois, elle fournit et produit des composants et des sous-ensembles pour des secteurs aussi divers que l’automobile, l’automation, le médical, l’horlogerie, le médical dentaire, la connectique, l’aérospatial, l’aéronautique ou l’hydraulique. Chaque secteur industriel d’utilisation des divers produits se caractérise par ses spécificités et particularités : précision pour l’horlogerie, maîtrise des procédés et traçabilité pour le médical, répétabilité en grandes séries et « zéro défaut » pour l’automobile, etc. La maîtrise de la qualité totale se traduit par l’application de toutes ces spécificités à l’ensemble des produits. L’entreprise compte une quarantaine de collaborateurs et collaboratrices avec une moyenne d’âge de 40 ans environ, un tiers de femmes notamment dans le contrôle et un taux de rotation très faible. L’entreprise exporte environ le 50% de sa production et se trouve ainsi également confrontée au problème du franc fort par rapport à l’euro et au dollar. L’ESPRIT DE PERFECTION Décolletage de précision Education Permanente 2011-3 Was bringt Weiterbildung? A quoi sert la formation continue ? 43 44 forschung recherche Ursachen und Bedeutung von Dropout in der Erwachsenenbildung Bernhard Schmidt-Hertha PD, Dr., Technische Universität Braunschweig, Abteilung Weiterbildung und Medien Kontakt: [email protected]; www.tu-braunschweig.de/wbm/ personal/leitung/schmidthertha Der aus der internationalen Bildungsforschung abgeleitete Begriff des Dropouts etabliert sich auch in der deutschsprachigen Diskussion zunehmend als Synonym für den Abbruch einer formalen oder non-formalen Bildungsmassnahme (vgl. Tippelt 2011). Für die Erwachsenenbildung wird entsprechend der Abbruch eines Kurses als Dropout verhandelt. In einem weiteren Begriffsverständnis könnten aber auch das Nicht-Zustandekommen einer geplanten Teilnahme, der Verzicht auf den Besuch von aufbauenden oder an vorangegangene Bildungsaktivitäten anknüpfende Veranstaltungen sowie eine langfristige Nicht-Teilnahme nicht unter dem Begriff «Dropout» problematisiert werden. Für diese weite Begriffsverwendung sprechen mehrere Aspekte. Erstens scheinen nach aktuellen empirischen Untersuchungen gerade die Lernenden, die ein Erwachsenenbildungsangebot vorzeitig abbrechen, insgesamt zu den aktiveren Teilnehmenden zu gehören. Aus den Daten des AES lässt sich z.B. entnehmen, dass diejenigen, die über vorzeitig beendete Weiterbildungsteilnahmen berichten, durchschnittlich mehr Zeit für Erwachsenenbildung aufwenden, als diejenigen, die alle genannten Kurse bis zum Ende besuchten (vgl. Schmidt 2011). Zweitens sind gerade geplante und schliesslich nicht realisierte Weiterbildungsteilnahmen für die Praxis von besonderem Interesse, da sie ein wichtiger Indikator für eine mangelnde Passung von Angebot und Nachfrage, Defizite in der Informationspolitik und Bildungsberatung, aber auch für situationale Barrieren auf Seiten der potenziellen Teilnehmer sein können. Aktuelle Untersuchungen verweisen darauf, dass für diese Gruppe Angebotsmerkmale (Preis, Zeit, Ort, Teilnahmevoraussetzungen) eine gewichtigere Rolle für die Nicht-Teilnahme spielen, als für Nicht-Teilnehmer ohne konkrete Weiterbildungspläne (vgl. ebd.). Und drittens ist analog zu den Dropouts in anderen Bildungsbereichen v.a. nach mittel- und langfristig folgenreichen Bildungsabbrüchen zu fragen. In ähnlicher Weise gravierend wie Schul-, Ausbildungs- und Studienabbrüche wäre im Bereich der Erwachsenenbildung nicht der Abbruch einzelner Kurse, sondern der dauerhafte Ausstieg aus dem System des Lebenslangen Lernens. Insofern sind v.a. diejenigen Erwachsenen unter dem Aspekt der Dropouts in den Blick zu nehmen, die trotz vorangegangener Weiterbildungsaktivitäten über längere Zeit nicht mehr an Erwachsenenbildung partizipieren. Mögliche Ursachen für Dropout Entsprechend differenziert ist auch die Frage, nach Ursachen für Dropouts zu untersuchen. Der Abbruch einer konkreten Weiterbildungsaktivität bzw. das Nicht-Zustandekommen einer geplanten Weiterbildungsteilnahme kann als Folge einer fehlenden Passung von Wünschen, Bedürfnissen und Interessen der Lernenden einerseits sowie der Gestaltung und Rahmenbedingungen des Angebots andererseits verstanden werden und auf unterschiedlichen Ebenen verursacht sein. Auf Seiten der Lernenden – also auf Individualebene – richten sich bestimmte Bildungsinteressen und Ziele sowie Erwartungen an die didaktische Ausgestaltung an das Weiterbildungsangebot, deren Nicht-Erfüllung zu einem Abbruch führen kann (vgl. Garrison 1988). Hinzu kommt, dass entsprechende Interessen, Ziele und Erwartungen nicht unbedingt stabile Persönlichkeitsmerkmale sind, sondern u.a. durch soziale Rahmungen beeinflusst werden und sich somit auch im Verlauf einer Massnahme ändern können. Die Ursachen für Interessensverlagerungen sind häufig in der Lebenswelt der Lernenden zu finden – also auf Ebene des sozialen Umfelds. Durch berufliche Education Permanente 2011-3 Was bringt Weiterbildung? A quoi sert la formation continue ? forschung recherche oder private Veränderungen können Bildungsziele und -interessen obsolet werden oder aufgrund aktueller Anforderungen völlig in den Hintergrund rücken. Schliesslich ist die Struktur und Beschaffenheit der jeweiligen Weiterbildungsangebote, also die Veranstaltungsebene, in den Blick zu nehmen. Hier ist auf die Bedeutung der Passung von Angebot und individuellen Erwartungen (vgl. Darkenwald & Garvin, 1987) sowie auf einen negativen Einfluss überhöhter Erwartungen an Bildungsveranstaltungen (vgl. Garrison, 1985) zu verweisen. Andererseits können auch generelle Probleme der Veranstaltungsqualität für eine erhöhte Dropoutquote verantwortlich sein. In der Zusammenschau kann davon ausgegangen werden, dass Weiterbildungsmassnahmen dann vorzeitig abgebrochen werden, wenn Teilnehmer entweder ihre Erwartungen nicht erfüllt sehen oder die Motive, die der Teilnahme zugrunde lagen, wegfallen. Abbrecher, die ihre Erwartungen enttäuscht sehen, unterscheiden sich dabei kaum von denjenigen Personen, die aufgrund ihrer Interessen erst gar nicht an der entsprechenden Massnahme teilnehmen. Wissenschaftlich interessanter und bislang kaum untersucht sind diejenigen Lernenden, deren Teilnahmegründe wegfallen, da hier die Dynamik von Lebenssituationen sowie die Veränderung von Interessen und Motiven in den Blick genommen werden müssen. Es gilt dann, nicht nur die Person und ihre Lebenswelt zu betrachten, sondern diese im Zusammenspiel mit dem Angebot selbst und die Auseinandersetzung des Individuums mit Inhalten, Trägern, Dozenten und anderen Teilnehmern. Eingangsbedingungen verändern sich In der Regel sind bei Beginn einer Weiterbildungsteilnahme eine Reihe von Voraussetzungen erfüllt. Es ist eine generelle Weiterbildungsbereitschaft gegeben, das betreffende Angebot ist anschlussfähig an individuelle Interessen und Ziele, und es liegen keine wesentlichen Gründe vor, die gegen eine Teilnahme sprechen (vgl. Cross 1981; Schmidt 2009). Darüber hinaus ist davon auszugehen, dass die angebotsspezifischen Teilnahmevoraussetzungen erfüllt sind oder zumindest von den Betroffenen als erfüllt angenommen wurden. Wenn es nun zu einem Dropout kommt, stellt sich die Frage, in welcher Weise sich diese Eingangsbedingungen verändert haben, so dass die anfängliche Passung von individuellen Voraussetzungen und Motiven einerseits und Angebotsmerkmalen andererseits nicht mehr gegeben ist. Betrachtet man dementsprechend sowohl die individuellen Interessen der Teilnehmenden als auch die Beschaffenheit der Bildungsmassnahme selbst als sich dynamisch entwickelnde und verändernde Faktoren, so wird eine Passung beider Seiten mit zunehmender Dauer und Intensität einer Massnahme zu einem immer unwahrscheinlicheren Zustand. Bezieht man dann noch die Interaktion von Kursteilnehmern untereinander sowie mit den Dozenten und die damit verbundenen Risiken von Konflikten in die Überlegungen mit ein, so erscheint eher die Frage nach den Ursachen für einen Verbleib in einem Kurs angebracht. Dropout wird unter dieser Perspektive zu einer wenig überraschenden Verlaufsform, während sich gleichzeitig die Frage stellt, inwieweit sich Teilnehmerinteressen und Kursmerkmale (Didaktik, Inhalte, Zielsetzungen, etc.) in ihrer Weiterentwicklung aufeinander beziehen (vgl. auch Grotlüschen 2010). «Nach aktuellen empirischen Untersuchungen gehören jene Lernenden, die ein Erwachsenenbildungsangebot vorzeitig abbrechen, insgesamt zu den aktiveren Teilnehmenden.» Aller Anfang ist leicht, aber… Für die Erwachsenenbildungspraxis bedeutet dies zum einen, sich nicht nur zu Beginn einer Massnahme der Übereinstimmung von Teilnehmerinteressen und Kursgestaltung zu versichern, sondern diesen Abstimmungsprozess als permanente Herausforderung über den gesamten Kursverlauf zu verstehen. Zum anderen sind Weiterbildungseinrichtungen gefordert, Dropouts nicht nur ernst zu nehmen, sondern deren Ursachen auf den Grund zu gehen, die sowohl innerhalb als auch ausserhalb der besuchten Massnahme ihre Wurzeln haben können. Letztlich kann und darf es nicht nur darum gehen, Adressaten für Erwachsenenbildung zu gewinnen, sondern auch sie in den Angeboten immer wieder neu zu motivieren und zu überzeugen. In diesem Sinne endet auch Weiterbildungsmarketing nicht mit der Einschreibung in eine Massnahme. n Quellen: Cross, K. P. (1981): Adults as Learners. Increasing Participation and Facilitating Learning. San Francisco: Jossey-Bass. Darkenwald, G. G. & Gavin, W. J. (1987). Dropout as a function of discrepancies between expectations and actual experiences of the classroom social environment. In: Adult Education Quarterly 37/3,152-163. Garrison, D. R. (1985). Predicting dropout in adult basic education using interaction effects among school and nonschool variables. In: Adult Education Quarterly 36/1, 25-38. Garrison, D. R. (1987). Researching dropout in distance education. In: Distance Education 8/1, 95-101. Grotlüschen, A. (2010). Erneuerung der Interessetheorie. Die Genese von Interesse an Erwachsenen- und Weiterbildung. Wiesbaden: VS Verlag. Schmidt, B. (2009). Weiterbildung und informelles Lernen älterer Arbeitnehmer: Bildungsverhalten. Bildungsinteressen. Bildungsmotive. Wiesbaden: VS-Verlag für Sozialwissenschaften. Schmidt, B. (2011): Dropout in der Erwachsenenbildung. In: Zeitschrift für Pädagogik 2/2011, 203-213. Tippelt, R. (2011): Dropout im Bildungssystem – Situation und Prävention. In: Zeitschrift für Pädagogik 2/2011, 145-152. Education Permanente 2011-3 Was bringt Weiterbildung? A quoi sert la formation continue ? 45 46 praxis und innovation praxis et innovation Retrouver un emploi et s’ouvrir un avenir grâce à la formation : André Mazzarini Licence en géographie, diplôme de la Faculté des sciences économiques et sociales de l’Université de Genève, Certificat de Conseiller en personnel ORP. Plusieurs postes de cadre dans des entreprises privées, chef de l’Office régional de placement ORP du district de Delémont, actuellement responsable de formation et animateur au Centre interrégional de perfectionnement CIP de Tramelan. Contact : [email protected] une expérience de quinze ans dans l’Arc jurassien Depuis la refonte complète de la législation relative à l’assurance-chômage en 1996, avec notamment la création des Offices régionaux de placement ORP, de multiples interrogations surgissent régulièrement sur le rôle de l’assurance-chômage vis-à-vis de la formation. Cette question a repris toute son acuité avec les importants objectifs d’économie contenus dans la révision entrée en vigueur au 1er avril de cette année. Est-il encore possible d’offrir une véritable formation dans le contexte actuel de l’assurance-chômage ? Pour remplir leur mission de placement, les ORP offrent des prestations de conseil et un réseau les mettant en contact avec des employeurs potentiels. Ils bénéficient également d’un arsenal de mesures du marché du travail (MMT). Cellesci sont censées favoriser une reprise d’emploi rapide des demandeurs d’emploi. Les MMT ont donc prioritairement une fonction d’incitation à conserver le rythme du monde du travail. Plus occasionnellement, elles offrent une brève formation dont le but est de combler l’une ou l’autre lacune empêchant une prise d’emploi. L’objectif est donc presque toujours à court terme. Réduire la durée d’indemnisation des demandeurs d’emploi Il apparaît important ici de rappeler l’alinéa 2 de l’article 1er de la LACI : « Elle (la loi) vise à prévenir le chômage imminent, à combattre le chômage existant et à favoriser l’intégration rapide et durable des assurés dans le marché du travail. » La recherche de la durabilité de l’intégration n’est pas une préoccupation politique. Pour preuve, il n’existe pas véritablement de statistiques permettant de vérifier ce critère. De plus, les indicateurs de pilotage mis en place pour l’évaluation des ORP valorisent à l’extrême les stratégies permettant de réduire au maximum la durée d’indemnisation des demandeurs d’emploi. Le conseiller en personnel qui proposerait une formation qualifiante nécessitant donc automatiquement une certaine durée pour permettre d’inscrire durablement un demandeur d’emploi dans le marché du travail sera donc pénalisé dans l’évaluation de ses résultats. Cela voudrait-il dire qu’il n’est pas possible de retrouver un emploi et de s’ouvrir un avenir grâce à la formation ? Nous prouvons depuis plus de 15 ans le contraire dans l’Arc jurassien. Les besoins de l’économie Des enquêtes récentes démontrent que les entreprises du secteur secondaire manquent cruellement de main-d’œuvre qualifiée dans les ateliers. Ce constat s’applique aussi aux PME des domaines de l’horlogerie, de la mécanique et du décolletage de l’Arc jurassien. L’évolution démographique liée au vieillissement de la population active et la difficulté de sensibiliser les jeunes aux métiers du secondaire renforcent encore cette tendance. Alors que le développement technologique implique des compétences toujours plus importantes, il est intéressant de constater que la proportion de personnel non qualifié demeure très élevée. Relevons également que les entreprises, les marques horlogères spécialement, ont compris l’enjeu marketing qui consiste à pouvoir mettre en évidence les qualifications de leur personnel. Il existe donc, de manière évidente, un fort potentiel de développement des compétences parmi les adultes non qualifiés au chômage ou actifs au sein des entreprises. L’expérience de l’Arc jurassien dans la formation modulaire technique Fort de ce constat et afin d’apporter une solution partielle à ce problème, le Centre interrégional de perfectionnement de Tramelan CIP et le Centre interrégional de formation des montagnes neuchâteloises CIFOM ont développé deux concepts Education Permanente 2011-3 Was bringt Weiterbildung? A quoi sert la formation continue ? praxis und innovation praxis et innovation « Il existe donc, de manière évidente, un fort potentiel de développement des compétences parmi les adultes non qualifiés au chômage ou actifs au sein des entreprises. » de formation technique. La démarche globale a été initiée et réalisée dans le cadre d’un groupe de travail BEJUNE (Berne-Jura-Neuchâtel) en accord avec l’Office fédéral de la formation professionnelle et de la technologie OFFT. Elle concerne les formations initiales de mécapraticien (actuel mécanicien de production) et d’horloger praticien. Les formations modulaires en mécanique et en horlogerie étant organisées de façon très semblable, nous nous concentrerons sur la formation d’horloger praticien et, plus particulièrement, sur son application pour le public des demandeurs d’emploi. Les lignes générales de la formation modulaire pour adultes d’horloger praticien L’ensemble du processus est placé sous l’égide de la Convention patronale de l’industrie horlogère suisse (CPIH), avec la participation active des experts officiels de la région. En se référant aux bases légales de la formation initiale standard, le concept introduit la nécessaire souplesse permettant à des adultes de se former. Cet objectif est atteint par le système modulaire. La formation modulaire d’horloger praticien ne se limite pas à l’enseignement théorique mais est aussi fortement axée sur la pratique. Elle permet à des personnes adultes non qualifiées d’acquérir, par paliers successifs, les compétences requises. Elle s’articule de la manière suivante : Les trois niveaux de reconnaissance ont été choisis en prenant en considération les besoins réels des entreprises au niveau de l’employabilité. Ainsi, le certificat de module « base » permet une bonne insertion dans le métier. Les certificats d’opérateur des options « assemblage », « posage-emboîtage » et « achevage-réglage » procurent chacun les compétences correspondant à un emploi spécifique au sein d’une entreprise horlogère. L’obtention cumulée des certificats de module « base », « assemblage » et « posageemboîtage », associée à une formation de culture générale, débouche sur l’Attestation fédérale (AFP) d’opérateur en horlogerie. Le dernier niveau « module terminal » conduit naturellement au Certificat fédéral de capacité CFC d’horloger praticien. La voie principale menant au CFC, d’une durée totale de six ans, concerne donc des adultes en emploi qui suivent ce cursus le soir ainsi que le samedi en journée. La variante proposée aux demandeurs d’emploi C’est toutefois la variante offerte aux demandeurs d’emploi qui nous intéresse ici. Ces derniers suivent durant sept mois les modules « base », « assemblage » et « posage-emboîtage » de la formation à plein temps, ceci environ huit heures par jour comme dans un horaire d’entreprise. La formation permet d’obtenir, au travers d’examens validés et suivis par des experts de branche confirmés, des certificats officiels de la CPIH. Aspect essentiel du dispositif de formation modulaire, les anciens demandeurs d’emploi ont ensuite, lorsqu’ils ont décroché une place de travail, la possibilité de poursuivre leur formation en cours d’emploi en vue d’obtenir l’AFP et/ou le CFC. Qu’en est-il du placement qui est l’objectif premier des ORP ? La polyvalence de leur formation rend les demandeurs d’emploi très intéressants pour les employeurs. En période de bonne conjoncture, le taux de placement des « anciens chômeurs » à l’issue de leur formation est proche de 100%. Des places de travail sont proposées Education Permanente 2011-3 Was bringt Weiterbildung? A quoi sert la formation continue ? 47 48 praxis und innovation praxis et innovation même en période de crise, certes dans des proportions moindres. Avec les qualifications acquises, il est aussi évident que les personnes concernées ne seront plus les victimes des effets conjoncturels sur le marché de l’emploi. C’est dans ce sens que cette formation répond pleinement à l’objectif de durabilité du placement. Elle illustre aussi que la formation de reconversion/réinsertion professionnelle des chômeurs a des effets à court terme et de façon généralement durable pour la reprise d’un emploi. « La polyvalence de leur formation rend les demandeurs d’emploi très intéressants pour les employeurs. En période de bonne conjoncture, le taux de placement des ‹ anciens chômeurs › à l’issue de leur formation est proche de 100%. » Une formation qui a fait ses preuves pour les demandeurs d’emploi Cette formation horlogère a déjà fait ses preuves. Depuis ses débuts en 1994, 1257 personnes sont entrées dans le cursus de formation global. Concernant les demandeurs d’emploi, le CIP a ouvert récemment sa 25e volée. Près de 300 personnes ont donc suivi la formation MMT pour chômeurs et ont décroché dans une très forte proportion un emploi. Si 157 participants ont déjà obtenu le CFC d’horloger praticien, les statistiques en cours montrent qu’ils seront une cinquantaine à le recevoir chaque année dans un avenir proche. Outre le CIP et le CIFOM, la formation est donnée par le Greta (structures de l’Éducation nationale française qui organisent des formations pour adultes) à Morteau et par l’IFAGE (Fondation pour la formation des adultes) à Genève. C’est donc bien l’ensemble de l’Arc jurassien qui est desservi. Les cantons de Berne et de Neuchâtel démontrent aussi leur sérieux intérêt pour cette formation en la subventionnant. Il est également intéressant de savoir que le principe de la formation modulaire a été validé très récemment pour l’horlogerie dans le cadre de l’introduction de l’ordonnance et du plan de formation de l’opérateur en horlogerie AFP. Cette AFP, qui peut aussi naturellement être obtenue par la voie duale ou en école de métiers, est effectivement le miroir parfait de la première partie de la formation donnée aux adultes en formation modulaire depuis près de 15 ans. Un complément heureux aux voies de formations traditionnelles Actuellement, la formation initiale ne permet pas de proposer suffisamment de travailleurs pour combler les nombreux départs à la retraite des personnes qualifiées. Les PME de l’Arc jurassien ont besoin de personnes qualifiées et polyvalentes. Par conséquent, la formation modulaire pour adultes est un pilier important dans la relève du personnel vieillissant des entreprises de l’Arc jurassien. S’adressant uniquement à des adultes, elle n’est aucunement en concurrence avec la formation initiale « classique » mais apparaît bien plus comme un complément heureux. n Note : les termes ayant un féminin et un masculin ne sont mentionnés qu’au masculin afin de ne pas alourdir le texte. Annonce Les formations de formateurs ont de l’avenir Développez vos compétences de formateur/trice. Swissmem dispense les formations modulaires : Pour de plus amples d’informations, contactez nous • Coach d’apprenants (techniques ou commerciaux) www.swissmem.ch • Formateur en entreprise (diplôme CSFP) • Animateur de formation (certificat BFFA-M1) Tél. 021 654 01 50 ou [email protected] • Formateur d’adultes (brevet fédéral) …. et un grand choix de cours de perfectionnement L’école de cadres de l’industrie suisse des machines, des équipements électriques et des métaux. Ecole de cadres Education Permanente 2011-3 Was bringt Weiterbildung? A quoi sert la formation continue ? praxis und innovation praxis et innovation Mit dem Abschluss «Ausbildungsleiter/in mit eidg. Diplom» zur Kaderstelle Führungspersonen mit dem Abschluss «Ausbildungsleiter/in mit eidg. Diplom» sind «Bildungsmanager». Sie leiten ein Team, eine Abteilung oder eine Organisation im Bildungsumfeld. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt in der Organisations- und Angebotsentwicklung sowie dem Qualitätsmanagement. Wer das SVEB-Zertifikat und den eidgenössischen Fachausweis Ausbilder/in erlangt hat und seine Laufbahn in der Erwachsenenbildung fortsetzen möchte, wird mit dem eidgenössischen Diplom Ausbildungsleiter/in der eigenen Karriere weiteren Schub verleihen. Die Ausbildung ist die dritte und höchste Stufe des modularen AdABaukastensystems für Ausbilder/innen. Sie richtet sich an Führungspersonen der inner- und ausserbetrieblichen Weiterbildung und an Abteilungs-, Fachstellen- oder Geschäftsleitende in Weiterbildungsinstitutionen. Die Absolventinnen und Absolventen sind fähig, eine Bildungsinstitution oder einen Angebotsbereich zu leiten. Sie organisieren, entwickeln und evaluieren in der Bildungsarbeit mit Erwachsenen anspruchsvolle Bildungs- und Konzeptionsaufgaben. Weitere Haupttätigkeiten sind zudem das Qualitätsmanagement, das Marketing und das Akquirieren von Kursteilnehmenden. Als Kadermitarbeitende nehmen sie auch Personalführungsaufgaben wahr. Im Mai 2011 wurde die erste Höhere Fachprüfung zum Diplom Ausbildungsleiter/in nach neuer Prüfungsordnung durchgeführt. Die Erfolgsquote der anspruchsvollen Prüfung lag bei 60 Prozent. Die Prüfungen finden, je nach Nachfrage, einbis dreimal jährlich statt. Der Abschluss ist ein eidgenössisch geschützter Titel und entspricht der Stufe 6 bis 7 im Europäischen Qualifikationsrahmen (EQR). n Statement Thomas Tschopp (Absolvent der ersten HFP): «Ich bin täglich mit der Herausforderung konfrontiert, die Bildungsarbeit in meiner Organisation noch besser zu gestalten. Die Ausbildung zum Ausbildungsleiter hat mir dafür die richtigen Werkzeuge gegeben. Meine neu gewonnenen Handlungskompetenzen fliessen stetig in die verschiedensten Aufgaben ein. Der aktive Transfer des Gelernten in das eigene Arbeitsumfeld und der Erfahrungsaustausch mit den Teilnehmenden aus den verschiedensten Branchen war sehr gewinnbringend.» Anforderungen Führungspersonen, die über einen eidgenössischen Fachausweis Ausbilder/in (Stufe 2), oder das eidg. Diplom Betriebsausbilder/in, oder das Diplom Erwachsenenbilder/in HF verfügen, die sechs Diplom-Ausbildungsmodule besucht haben und über mindestens eine vierjährige Praxis mit 2000 Stunden im Aus- und Weiterbildungsbereich aufweist, davon 500 Stunden in leitender Funktion, qualifizieren sich für die Zulassung zur HFP. Die Modulabschlüsse können übrigens auch über eine Gleichwertigkeitsbeurteilung erreicht werden. Die HFP umfasst eine Diplomarbeit und eine eintägige mündliche Prüfung. Wer erfolgreich abschliesst, erhält den Titel «Ausbildungsleiter/in mit eidg. Diplom». Weiterführende Informationen: http://www.alice.ch/de/ausbildung-der-ausbildenden/ http://www.alice.ch/de/ausbildung-der-ausbildenden/diplom/ http://www.alice.ch/de/ausbildung-der-ausbildenden/diplom/ hoehere-fachpruefung-hfp/ http://www.alice.ch/de/ausbildung-der-ausbildenden/gleichwertigkeit/ www.unige.ch/formcont/dufa-cedasf.html) www.unige.ch/fapse/lesetudes/formations/maitrises/fa.html) www.self.ch Education Permanente 2011-3 Was bringt Weiterbildung? A quoi sert la formation continue ? Esther Derendinger Verantwortliche PR & Kommunikation, SVEB Kontakt: [email protected] 49 50 sveb fsea La Conférence romande de la formation continue : Bernadette Morand-Aymon (DES Sciences de l’Education, Université de Genève), Directrice romande de la FSEA (80%). Elle travaille à consolider la représentativité et la dynamique de la formation continue dans les cantons romands. Grâce à la mobilisation de Réseaux – Formation Continue, Formation de base des adultes, Formation de Formateurs/trices d’Adultes – et avec l’appui de la Commission et de la Conférence romandes, elle est en charge de promouvoir la mise en œuvre des principes politiques de la FSEA. Elle est également responsable des Secrétariats romands eduQua et Formation des FormateursFormatrices d’Adultes Système modulaire (FFA-CH) Contact : [email protected] une voix qui compte ! La Conférence romande de la formation continue (CRFC : www.crfc.ch), unique organe de ce genre en Suisse romande, est un lieu de coordination, d’échange d’informations et de formulation de recommandations pour le monde politique et les milieux économiques, les experts – privés et publics –, les responsables et les professionnels de la formation continue des adultes. Le rôle de forum qu’entend jouer la CRFC implique que ses membres, issus de tous les cantons romands et bilingues, représentent l’éventail le plus large qu'il se peut afin de permettre un dialogue unique et direct entre les différents acteurs de la formation continue1. Au cœur de l’Europe, la Suisse est confrontée aux mêmes défis que cette dernière : accélération des changements économiques et sociaux, transition rapide vers une société fondée sur la connaissance et pressions démographiques résultant d’une population vieillissante exigent une nouvelle approche de l’éducation et de la formation dans le cadre de l’apprentissage tout au long de la vie. Dans ce contexte, la Commission des Communautés européennes éditait, le 30 octobre 2000, le Mémorandum sur l’éducation et la formation tout au long de la vie, qui est devenu depuis la référence européenne. L’apprentissage tout au long de la vie et la future loi fédérale sur la formation continue Ainsi, depuis près d’une décennie, une définition commune oriente les politiques de formation continue : l’apprentissage tout au long de la vie concerne « toute activité d’apprentissage entreprise à tout moment de la vie, dans le but d’améliorer les connaissances, les qualifications et les compétences, dans une perspective personnelle, civique, sociale et/ou liée à l’emploi ». Dans le contexte de ces défis, l’apprentissage tout au long de la vie est clairement identifié comme l’un des leviers essentiels de croissance et de développement économique et social et s’est vu conféré une priorité élevée. En mai 2006, le peuple suisse acceptait en votation populaire le nouvel article constitutionnel (64a) sur la formation continue. Cette décision fait notamment obligation à la Confédération de réglementer de façon globale, pour la première fois dans l’histoire du pays, le domaine de la formation continue. En avril 2008, le Conseil fédéral affichait sa volonté de le soutenir par des mesures appropriées (Politique de croissance 2008-2011). Aujourd’hui, la loi fédérale sur la formation continue est enfin en cours d’élaboration. C’est dans ce contexte que la Conférence romande de la formation continue a vu le jour2. Et c’est dans ce contexte qu’elle a dressé une série de constats, qui lui servent de ligne directrice dans ses objectifs. Constats La formation continue a besoin • d’être visible et connue de tous • de couvrir tous les besoins - de tous les adultes à tous les âges de la vie - des mutations sociales - des changements de l’organisation du travail - du développement économique - de la participation citoyenne • d’être accessible à tous les publics - quel que soit leur niveau de formation - ou leurs conditions sociales • d’être reconnue - dans ses formes les plus diverses - dans ses objets les plus variés - dans la reconnaissance de ses certifications - dans la création de passerelles entre les systèmes et les formes d’éducation Education Permanente 2011-3 Was bringt Weiterbildung? A quoi sert la formation continue ? sveb fsea « L’intention majeure de la CRFC, par contre, est de faire passer le message intégratif de la formation tout au long de la vie ; son approche est plus ouverte : aucun public, aucun domaine, aucune forme4 n’est exclu. » • de rechercher l’excellence - par l’introduction et/ou le développement de contrôle de qualité incluant la profes sionnalisation des formateurs - par une politique de qualité claire, trans parente et dynamique • de bénéficier des ressources financières adé quates, selon des modèles de financement adaptés aux besoins de chacun (adultes, orga nismes de formation, entreprises, autorités). Sur la base de ces constats, la CRFC s’implique fortement dans la réflexion sur l’élaboration de la loi fédérale sur la formation continue et organise annuellement une journée sur des thèmes majeurs. Trois évènements marquants sont ainsi à signaler : en 2009, la CRFC a formulé ses recommandations relativement au modèle « Reichenau » de loi fédérale établi en 2009 sur mandat de la FSEA ; en 2010, elle a réuni les Etats Généraux de la formation continue ; elle s’apprête à organiser, en 2011, une journée sur la validation des acquis. La CRFC peut ainsi se targuer d’être une voix qui compte dans le débat. Les positions de la CRFC concernent trois axes prioritaires : 1.LE FINANCEMENT : la CRFC s’engage pour une politique transparente et équilibrée des modes de financement de la FC. Elle préconise en particulier : • l’harmonisation des pratiques de finance ment, et ceci aux niveaux de la Confédération, des cantons et des communes • les financements combinés de la demande (chèques-formation) et de l’offre • le soutien au travail de coordination des organisations faîtières de la formation continue. 2. L’ACCÈS : la CRFC milite pour une formation continue accessible à tous les publics ; pour ce faire, elle recommande surtout la prise en compte : • de la modularisation et de la validation des acquis, débouchant sur une certification (reconnaissance) des niveaux de compétences acquis, y compris dans le domaine des com pétences de base / compétences-clés. 3.LA QUALITÉ : la CRFC ne peut concevoir une politique de formation continue que reposant sur une politique de formation continue des formateurs et une politique active de qualité de la formation continue ; dans cette optique, elle soutient : • une politique ambitieuse de formation – ini tiale et continue – des formateurs d’adultes ; • des processus de management de la qualité adaptés à la formation continue. Pour autant, les choses ne sont pas simples. Et le premier achoppement tient, comme souvent, à l’acception du concept de base : formation continue, de quoi s’agit-il, au juste ? La formation continue : de quoi parle-t-on ? Les définitions de la formation continue diffèrent significativement selon leur source d’émission, et ceci est logique. Celles promues par la Commission européenne et, en Suisse, par la CDIP, la FSEA et bien sûr la CRFC notamment, ne recoupent pas forcément celles d’autres acteurs (l’OFFT par exemple, acteur de taille dans la préparation de la loi fédérale). Dès lors, d’entrée de jeu, une question complique le débat : va-t-on vers une loi fédérale intégrative ou restrictive ? Grosso modo, deux visions s’opposent : à la volonté – plutôt générale – de décloisonner la formation continue, l’OFFT oppose une vision cloisonnée et excluante, fondée sur des catégories figées3 et articulée prioritairement sur les questions, in fine, reliées à l’économie et au marché du travail. L’intention majeure de la CRFC, par contre, est de faire passer le message intégratif de la formation tout au long de la vie ; son approche est plus ouverte : aucun public, aucun domaine, aucune forme4 n’est exclu. A l’heure actuelle, il semble que la loi en gestation aurait plutôt tendance à exclure certaines catégories de formation. Education Permanente 2011-3 Was bringt Weiterbildung? A quoi sert la formation continue ? 51 52 sveb fsea A cette question déjà délicate, il faut rajouter la complexité du paysage législatif suisse. Actuellement, près 75 lois différentes mentionnent et recourent à la formation continue… : une véritable jungle ! Y mettre un peu d’ordre ou de visi- « Le seul principe de base qui, aujourd’hui, semble réunir tout le monde, est le sacro-saint principe de l’autofinancement de la FC : de fait, c’est une manière – peu courageuse, il faut le dire – de se débarrasser du problème en en renvoyant sans cesse à d’autres la responsabilité. » bilité tient des travaux d’Hercule. Pour introduire le débat de manière volontairement polémique, on pourrait poser la question de savoir s’il est vraiment nécessaire de se doter d’une loi fédérale sur la formation continue ou s’il ne vaudrait pas mieux se contenter d’inciter les cantons qui n’en ont pas encore à promulguer une loi cantonale en la matière et d’améliorer la loi actuelle sur la formation professionnelle. Cette position, certes commode, éviterait bien des écueils, ne serait-ce que celui de la lancinante question du financement de la formation continue. Cette question, centrale, est pourtant éludée. Le seul principe de base qui, aujourd’hui, semble réunir tout le monde, est le sacro-saint principe de l’autofinancement de la FC : de fait, c’est une manière – peu courageuse, il faut le dire – de se débarrasser du problème en en renvoyant sans cesse à d’autres la responsabilité. Telle n’est pas la position de la CRFC. Il reste peu de temps pour faire valoir ces positions : la CRFC reste attentive et continue de proposer, avec d’autres acteurs, des voies certes innovantes et ambitieuses mais néanmoins raisonnables, responsables, réalistes et durables. n Notes : 1 La CRFC est composée de représentants de la politique (Conseillers nationaux et aux Etats), de l’économie (entreprises), des administrations cantonales, des prestataires de formation continue à différents niveaux (hautes écoles, universités populaires, instituts privés, centres de formation publics, organisations à but non lucratif, …), des partenaires sociaux, des organisations faîtières, … voir : www.crfc.ch : membres Créée en 2007, la CRFC est présidée par Mme Géraldine Savary, conseillère aux Etats, et compte une cinquantaine de membres. Elle a conclu un accord de collaboration avec la FSEA, Fédération suisse pour la formation continue. 2 3 Les trois « Catégories » de formation continue : formelle, non formelle, informelle. Accoler le terme de « formation » à ceux de « formelle, non formelle, informelle » n’est pas sans ouvrir un débat sémantique : nous reprenons ici, à notre corps défendant, une utilisation désormais usuelle des termes. 4 Publics « peu ou pas qualifiés, éloignés de la FC » (migrants, femmes, parents, chômeurs, citoyens, …) ; compétences de base/compétences clés ; Tertiaires A et B ; formation continue en entreprise ; … Enfin, il importe de tenir compte des évolutions européennes qui prônent la formation tout au long de la vie sur la base d’une étroite articulation des trois types de formation (formelle, non formelle et informelle). Quelle est la politique de formation continue voulue en Suisse ? L’architecture présentée dans l’esquisse de loi est globalement acceptable puisqu’elle reconnaît formellement l’apprentissage non formel. Il est par contre extrêmement regrettable qu’elle ne conçoive pas les passerelles entre les catégories retenues, en d’autres termes qu’elle cantonne le champ d’action de la formation continue à la formation non formelle. Le cadre proposé, qui reflète une volonté politique de ne pas intervenir dans un marché essentiellement privé, est donc trop modeste. D’une manière générale, et c’est du moins la position de la CRFC, l’insatisfaction demeure sur la définition par trop restrictive de la formation continue. Pour la CRFC, qui réunit aussi bien les professionnels que les politiques, les besoins identifiés exigent une définition plus large et une vision plus ambitieuse de la formation continue. Education Permanente 2011-3 Was bringt Weiterbildung? A quoi sert la formation continue ? sveb fsea Wirkungen von Förderprogrammen Das internationale Projekt «EFFEKTE» geht der Frage nach: Wie kann man die Wirkungen von Förderprogrammen in der betrieblich-beruflichen Weiterbildung bei Unternehmen und Beschäftigten messen? Im Fokus stehen nachfrageorientierte Finanzierungsmodelle und Anreizsysteme für Betriebe. Auftraggeber ist das deutsche Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF. Ausgangspunkt des Projektes ist folgende Diagnose: Der Arbeitsmarkt fordert von Arbeitnehmenden eine wachsende Weiterbildungsbereitschaft und von den Betrieben mehr Engagement für die Weiterbildung ihrer Angestellten. Vereinzelt ist auch der Staat bereit, diese Entwicklung aktiv zu unterstützen, zum Beispiel in Form nationaler oder kantonaler Förderprogramme. Forschungslücke Über Erfolg oder Misserfolg der Förderprogramme und der damit verbundenen Strategien liegen nur bruchstückhafte Erkenntnisse vor. Zwar müssen Förderprogramme in der Regel evaluiert werden, und ein Teil der Evaluationen ist auch öffentlich zugänglich. Darin spielen aber Begriffe wie Effekt, Wirkung oder Nutzen so gut wie keine Rolle. Wo sie vorkommen, basieren sie auf uneinheitlichen, nicht immer reflektierten Wirkungsmodellen. Nicht selten zeigt sich eine Tendenz zur bildungsökonomischen Einäugigkeit, wenn beispielsweise auf der positiven Seite nur der Lohnzuwachs und auf der negativen nur die Mitnahmeeffekte untersucht werden. Hier setzt EFFEKTE an: Förderprogramme aus dem deutschsprachigen Raum sollen systematisch analysiert und im Ländervergleich auf ihre Wirkungen hin untersucht werden. Dabei orientiert sich EFFEKTE an der LissabonStrategie: Die Förderung wird speziell mit Blick auf die Stärkung der Arbeitsmarktfähigkeit der Beschäftigten und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen analysiert. Welche Förderprogramme? Am Projekt beteiligt sind Deutschland, Österreich, Italien (Südtirol) und die Schweiz. Aus die- sen Ländern werden Programme ausgewählt, die entweder die Weiterbildung der Teilnehmenden in nachfrageorientierter Form fördern oder Anreize für Betriebe setzen. In einem ersten Schritt erstellen alle Partner einen Überblick der länderspezifischen Fördermassnahme. Im Anschluss daran werden exemplarisch einzelne Programme ausgewählt und vertieft analysiert. Im Fall der Schweiz konzentriert sich die Analyse voraussichtlich auf unterschiedliche Fondssysteme und auf Bildungsgutscheine. Methode und Resultat Neben der kriteriengeleiteten Analyse und Dokumentation von Förderprogrammen kommen im EFFEKTE-Projekt auch Befragungen zum Zug. Geplant sind Interviews mit Personen, die Programme leiten, administrativ betreuen oder über Beratungs- und Dienstleistungsfunktionen begleiten. Ebenfalls vorgesehen ist eine schriftliche Befragung von Betrieben. Resultat von EFFEKTE ist ein Forschungsbericht, der die Vor- und Nachteile unterschiedlicher Förderprogramme im Hinblick auf ihre Wirkungen analysiert. Dazu gehören Aspekte wie die Erfolgs- und Misserfolgsfaktoren, die Verhältnismässigkeit des bürokratischen Aufwandes oder die Risiken ungewollter Effekte. Laufdauer des EFFEKTE-Projektes ist 2011-2013. Für die Schweiz nimmt der SVEB am Projekt teil. n Weitere Informationen: www.effekte-projekt.de (unter der Rubrik «Publikationen» sind die ersten Arbeitsberichte zu finden) Education Permanente 2011-3 Was bringt Weiterbildung? A quoi sert la formation continue ? André Schläfli Dr., Direktor SVEB Kontakt: [email protected] 53 54 sveb fsea Abschlusstagung des Projekts GO – Förderung der Grundkompetenzen von Erwachsenen Esther Derendinger Verantwortliche PR & Kommunikation, SVEB Kontakt: [email protected] Am 30. Juni 2011 fand im Kongresszentrum Biel die Abschlusstagung des Projekts GO – Förderung der Grundkompetenzen von Erwachsenen statt. Über 100 Personen, Entscheidungsträger aus Wirtschaft, Politik und Administration, WeiterbildungsexpertInnen, Kurs- und Projektleitende haben an der Tagung teilgenommen. Sie diskutierten über die Förderung der Grundkompetenzen von Erwachsenen in den Betrieben und in den Kantonen. Was bedeutet es für Betriebe, wenn ihre Mitarbeitenden nicht richtig lesen und schlecht rechnen können? Was, wenn sie mit neuen Technologien nicht klarkommen oder die lokale Sprache kaum verstehen? Im Projekt GO wurden wertvolle Erfahrungen im Bereich der Förderung der Grundkompetenzen von Erwachsenen in Betrieben sowie in den Kantonen gesammelt und innovative Lösungsansätze entwickelt. (IKW) und erläutert von André Schläfli, Direktor SVEB. Diskussionsrunde mit Kantonsvertretern v.l.n.r. Marc Chassot, Benedikt Feldges, Ralph Thomas (Moderation), Renate Haas-Beck, Philippe Merz, Gianni Moresi Bernhard Grämiger, Projektleiter GO Im ersten Teil der Abschlusstagung stand das Thema «Förderung der Grundkompetenzen in den Betrieben» im Zentrum. Bernhard Grämiger, Leiter des Projekts GO, präsentierte den Projekthintergrund und die Resultate. Am Podiumsgespräch diskutierten die VertreterInnen der vier Pilotbetriebe PostLogistics, Zweifel Pomy-Chips AG, PUA Reinigungs AG und SBB Personenverkehr über die Erfahrungen in ihren Betrieben. Das Thema «Förderung der Grundkompetenzen in den Kantonen» stand am Nachmittag im Vordergrund, eingeführt von Jean-Pierre Brügger von der Interkantonalen Konferenz für Weiterbildung In der zweiten Podiumsrunde äusserten sich VertreterInnen der Kantone Basel-Land, Freiburg, Neuenburg und Tessin sowie Liechtensteins zur Umsetzung des Projekts in den Kantonen. Zudem diskutierten sie die künftigen Herausforderungen im Bereich der Förderung der Grundkompetenzen von Erwachsenen in der Schweiz. Während der Tagung fanden parallel fünf Workshops statt. Grundkompetenzen von Tiefqualifizierten fördern Das Projekt GO beschäftigte sich mit der Förderung von Grundkompetenzen von Erwachsenen mittels betriebsinternen Kursen. In den Pilotbetrieben wurden Personalentwicklungsprozesse mit über 40 Mitarbeitenden durchgeführt mit dem Ziel, die Kompetenzen in Lesen, Schreiben, Alltagsmathematik, Sprache sowie im Umgang mit Informations- und Kommunikationstechnologie Education Permanente 2011-3 Was bringt Weiterbildung? A quoi sert la formation continue ? sveb fsea (IKT) am Arbeitsplatz zu fördern. Das Projekt hat gezeigt, dass auch kurze Bildungsmassnahmen nutzbringend sind. Die Weiterbildungsanbieter sind aber gefordert, mit den Betrieben flexible, bedürfnisorientierte Lösungen zu suchen. politischer Ebene für die Förderung von gering Qualifizierten ein. Das Gesetz soll insbesondere finanzielle Bestimmungen enthalten. Das Projekt GO wurde vom Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT), der Paul Schiller Stiftung und der Ernst Göhner Stiftung unterstützt und lief über zwei Jahre. Der SVEB koordinierte es in Zusammenarbeit mit der Interkantonalen Konferenz für Weiterbildung (IKW). Ergebnisse des Projekts sind auf der Projektwebseite www.alice.ch/go zu finden. n Statement von Christian Knobel, Produktionsleiter der Firma Zweifel Pomy-Chips AG: Blick ins Publikum, vorne im Bild Rudolf Strahm und Maja Nagel Auf Kantonsebene und in den bestehenden Regelwerken braucht es neue Strategien zur Förderung der Grundkompetenzen von Erwachsenen. Unterstützt durch das Projekt GO entwickelten mehrere Kantone Massnahmen dazu. Auf nationaler Ebene ist der Staat gefordert, Verantwortung für die Koordination zwischen den zuständigen Stellen zu übernehmen. Im Rahmen des Weiterbildungsgesetzes setzt sich der SVEB auf «Die Weiterbildung unserer Mitarbeitenden ist uns wichtig, • weil sie zu deren sozialen – privaten und beruflichen – Integration beiträgt und den sozialen Druck verringert, • weil wir ihnen neue Aufgaben und Verantwortungen übertragen und sie auf die steigenden Anforderungen vorbereiten möchten, vor allem im Bereich Lesen und Schreiben und IKT, • weil wir ihnen durch die Förderung unsere Wertschätzung zeigen möchten, • weil wir sie und ihre persönliche Entwicklung ernst nehmen.» Anzeige Online-Werbeplattform Weiterbildung: 4 Top-Weiterbildungswebsites 1 Partner Platzieren Sie Ihre Online-Angebote dort, wo sich das weiterbildungsinteressierte Publikum online informiert. Wir planen und buchen für Sie: Kursausschreibungen, Firmenporträts, Publireportagen, Bannerwerbung und Infoveranstaltungen in den vier Top-Weiterbildungswebsites. 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Vingt-sept correspondant/e/s de vingt-deux pays donnent un aperçu de l’éducation des adultes de leur pays et analysent l’évolution de la formation continue sur le plan européen. Le bureau de Bruxelles donne des informations concernant les institutions européennes. Editor: Dr. Michael Sommer, Co-ordinator InfoNet Kontakt: [email protected] La newsletter, di quattro pagine, esce sei volte l’anno. Ventisette corrispondenti di ventidue Paesi, illustrano la formazione degli adulti nel loro paese e analizzano l’evoluzione della formazione continua sul piano europeo. L’ufficio di Bruxelles da informazioni concernenti le istituzioni europee. n Swiss correspondent : Claude Merazzi Contact : [email protected] De InfoNet I à InfoNet III InfoNet est un service d’information informatisé dédié à la formation des adultes et reconnu aujourd’hui par les professionnels et les experts du domaine ainsi que par les médias. « European InfoNet Adult Education – InfoNet » figure dans le programme pour l’éducation et la formation tout au long de la vie (« Grundtvig ») de l’Union européenne. Née en octobre 2006 (InfoNet I), la plate-forme (http://www.infonet-ae.eu/) propose 19 éditions de sa Lettre d’information (InfoLetter) sur un grand nombre de thèmes : Volunteering (1/2011), Trends and the economic crisis (6/2010), Integration of migrants / country overviews (4-5/2010), Lifelong learning and knowledge society (3/2010), Participants and promotion (2/2010), Adult educators: Profession or social-cultural mission ? (1/2010), The European Year For Combating Poverty and Social Exclusion 2010 (6/2009), Trends in Adult Education and the Economic Crisis (4/5/2009), Europe (3/2009), Climate change (2/2009), Human rights (1/2009), Creativity (6/2008), Unemployment (5/2008), Best stories (4/2008), European projects (3/2008), Current developments (2/2008), Science (1/2008), Best Practice (6/2007), Financing policy (5/2007). Recent issues : http://www infonet-ae.eu. /en/infoletter-0370 Chaque Lettre d’information est consultée environ 7000 fois et chaque article reçoit en moyenne 700 visites. Le réseau des correspondants est constitué de 25 personnes (journalistes, experts, etc.) et il couvre la presque totalité du continent européen. En plus de sa Lettre d’information, InfoNet propose également une base de données présentant plus d’une centaine de revues consacrées à la formation des adultes, des liens avec les sites les plus importants et la liste des correspondants et des institutions pour d’éventuels compléments d’information ou des données précises concernant un pays. Les diverses évaluations internes et externes ont mis en évidence la qualité, l’intérêt et l’importance des prestations d’InfoNet pour le monde de la formation continue en Europe. Education Permanente 2011-3 Was bringt Weiterbildung? A quoi sert la formation continue ? vermischtes divers Lustvoll Lernen: Das Lernfestival 2011 lädt zur Entdeckungsreise ein Das Lernfestival geht in die achte Runde: Am 9. und 10. September 2011 wecken initiative Menschen in der ganzen Schweiz die Freude am Lernen. An regionalen Lernevents gibt es viel Spannendes zu erfahren. Die Angebote sind kostenlos und stehen allen Neugierigen offen. An der nationalen Eröffnungsfeier, am 9. September, werden zudem die Weiterbildungs-Awards vergeben. Die Awards sind eine Auszeichnung für aussergewöhnliche Lernbiografien. Die nationale Sensibilisierungskampagne für das Lebenslange Lernen steht unter dem Patronat der Schweizerischen UNESCO-Kommission, die Organisation liegt beim Schweizerischen Verband für Weiterbildung SVEB. Vom 9. bis 10. September 2011 stehen in der ganzen Schweiz, während 24 Stunden, über 400 Lernangebote bereit. Das Lernfestival startet am Freitag um 17.00 Uhr und dauert bis Samstag 17.00 Uhr. Alle Events sind kostenlos und stehen Interessierten aus allen Bildungsstufen offen. Mit dem Angebot können auch jene Menschen besser erreicht werden, die mit traditionellen Weiterbildungsangeboten schwer anzusprechen sind. Das Angebot ist spannend und vielfältig, und es bietet eine optimale Gelegenheit, Neues auszuprobieren. «Ziel der Kampagne ist es, die Bevölkerung für das lebenslange Lernen zu sensibilisieren und die Lust am Lernen zu wecken, denn Lernen macht Spass», so Ruth Jermann, nationale Leiterin des Lernfestivals. Die Angebotspalette reicht von berufsspezifischen, persönlichkeitsbildenden über gesundheitsorientierte und kulturelle Kurse und Workshops. So wird beispielsweise in Appenzell Ausserrhoden eine Crash-Laufbahnberatung angeboten, in Delemont erfährt man die Geschichte zur ersten Eisenbahn in der Stadt, im Rheintal wird Fingerfood zubereitet, in Brugg lernt man tanzen, und im Oberen Fricktal kann man um 5.00 Uhr morgens Schweizer Kurzgeschichten lauschen. Alle Events und weitere Informationen zum Lernfestival sind auch auf www.lernfestival.ch abrufbar. Nationale Eröffnungsfeier mit der Vergabe der Weiterbildungs-Awards Die Eröffnungsveranstaltung auf nationaler Ebene findet am 9. September 2011, vormittags in Bern statt. Die Veranstaltung richtet sich an alle Interessierten aus Bildung, Kultur, Politik und Wirtschaft. An der Eröffnungsfeier werden zum sechsten Mal die WeiterbildungsAwards vergeben. Ausgezeichnet werden Menschen, die aussergewöhnliche Lernbiografien aufweisen, die Hindernisse erfolgreich gemeistert haben und stolz sind auf ihre Leistungen. Prämiert werden aber auch innovative Weiterbildungsprojekte. Über die Vergabe der Awards entschied die siebenköpfige Jury: Barbara Fischer, Departement Bildung, Kultur und Sport, Aargau; Marcel Hähni, Radio DRS 3; Fiammetta Jahreiss, ECAP; Giselle Rufer, Delance AG; André Schläfli, SVEB; Claudia Wirz, NZZ, und die Schriftstellerin Julia Onken fungierte als Jurypräsidentin. In den beiden Kategorien «Biografien» und «Projekte» werden jeweils fünf Awards vergeben. Eingereicht wurden rund 60 Bewerbungen. Lernfestivals weltweit Lernfestivals oder Adult Learners’ Weeks starteten 1992 in England. Inzwischen findet die Sensibilisierungskampagne für lebenslanges Lernen in über 50 Ländern statt, seit 1996 auch in der Schweiz. Die weltweite Sensibilisierungskampagne für die Weiterbildung steht unter dem Patronat der UNESCO. In der Schweiz wurde es übernommen von der Schweizerischen UNESCO-Kommission und dem Forum Weiterbildung Schweiz. Die nationale Koordination liegt beim Schweizerischen Verband für Weiterbildung SVEB. Die regionalen Lernevents basieren hauptsächlich auf Freiwilligenarbeit. Ohne den Einsatz dieser engagierten Menschen wäre die Durchführung des Festivals nicht möglich. Weitere Informationen www.lernfestival.ch www.lernfestival.ch/awards www.alice.ch ganzen Deutschschweiz. Sie stellen dafür Fördergelder von insgesamt 5 Millionen Franken zur Verfügung. In den überregionalen Projekten «SWiSE – Swiss Science Education» und «Personalisiertes Lernen» soll ein eigenaktiveres, individuelleres und gleichzeitig kooperativeres Lernen gefördert werden. Mit diesem Engagement werden bereits aktive Pionierschulen ermutigt, ihren Weg weiterzugehen und die Lernqualität der noch ungewohnten neuen Lernformen weiter zu verbessern. Die Schulen sollen über die Kantonsgrenzen hinaus voneinander lernen. Die Pädagogische Hochschule Nordwestschweiz koordiniert, im Verbund mit weiteren Hochschulen und dem Technorama Winterthur, das Projekt «SWiSE – Swiss Science Education». In über 50 Volksschulen und Kindergärten der Deutschschweiz wird im Themenbereich Mensch-Technik-Umwelt mit selbstaktiven, forschend-entdeckenden Lernformen gearbeitet. Die Erfahrungen und Lernmaterialien werden anderen Schulen zur Verfügung gestellt. Das von der Stiftung Mercator Schweiz, der Avina Stiftung und Ernst Göhner Stiftung unterstützte Projekt dauert bis ins Jahr 2015. Mehr Informationen: www.swise.ch Das Projekt «Personalisiertes Lernen» fördert individuelleres und gleichzeitig kooperativeres Lernen in alters- und leistungsgemischten Lerngemeinschaften vom Kindergarten über die Volksschule bis zur Berufsschule und zum Gymnasium. Im Verbund mit Lehrmittelverlagen, Hochschulen und IT-Anbietern konnten Gruppen von Pionierschulen aus der ganzen Deutschschweiz eigene Projekte formulieren und einreichen. Die 11 von der Stiftung Mercator Schweiz unterstützten Teilprojekte starten im Sommer 2011. Bis im Jahr 2015 liegen die letzten Ergebnisse vor. Mit an Bord ist ein Forschungsprojekt der Universität Zürich, welches den Lernerfolg an den Pionierschulen im Längsschnitt untersucht. Mehr Informationen: www.lernkonzepte.ch Drei Stiftungen fördern aktives, individuelles und kooperatives Lernen an Schulen Die Stiftung Mercator Schweiz, die Avina Stiftung und die Ernst Göhner Stiftung fördern gemeinsam Schulprojekte an über 100 Schulen in der Education Permanente 2011-3 Was bringt Weiterbildung? A quoi sert la formation continue ? 57 58 vermischtes divers Fit für den Arbeitsmarkt «Neues Testinstrument für Schlüsselkompetenzen» «Durch den Test sehe ich neue Chancen und Möglichkeiten, im Arbeitsmarkt wieder Fuss zu fassen. Ich habe durch meine Antworten und deren Auswertung neue Fähigkeiten entdeckt, die mir Mut machen», sagt Pascale Gerster, ein junge Liechtensteinerin, die den computergesteuerten AWICO (Assessment of Wider Competences)-Test durchgeführt hat. Eine knappe Stunde brauchen die Arbeitssuchenden, um den Test in einer zur Durchführung autorisierten Institution vor dem PC zu machen. Die Fragen handeln von alltäglichen Arbeitssituationen und sind leicht verständlich formuliert. Eine kurze Auswertung der Schlüsselkompetenzen zeigt das Programm sofort an und dient als Diskussionsgrundlage mit den Beratern. Die internationalen Experten, die den Text im Rahmen eines multilateralen Projekt der Europäischen Union von 2009 bis 2011 unter der Leitung Liechtensteins entwickelt und in fünf Ländern getestet haben, richteten dessen Anforderungen an Arbeitssuchende, die keine anerkannte berufliche Ausbildung abgeschlossen haben oder seit längerer Zeit keine feste Anstellung mehr hatten. So wie die Verkäuferin Pascale Gerster, die seit längerem Arbeit sucht und der sich durch den Text neue Perspektiven gezeigt haben. Auch Peter Goop, Head Coach & Aktivierungstrainer beim Arbeitsmarktservice (AMS) in Schaan (Liechtenstein) zeigt sich begeistert vom AWICO-Text. «Der neue Text fördert das Selbstbewusstsein und motiviert. Zudem ist es ein aufschlussreiches, zusätzliches Dokument für ihre Bewerbungsdossiers. Ich hoffe, das sich das AWICO-Programm bald in allen Arbeitsmarkt-Servicestellen etabliert und viele Personalverantwortliche die Auswertung der Schlüsselkompetenzen in ihre Entscheidungen einbinden werden», sagt der Motivationsfachmann. Bis zum 1. September 2011 kann der Test, der mit jedem Computer mit Internetzugang ausgeführt werden kann, von autorisierten Institutionen und in Zusammenhang mit einer Beratung getestet werden. Informationen und Passwort zum Text unter www.awico.li KMU und Weiterbildung: Ein Kernthema im ORGANISATOR Jedes Unternehmen lebt vom Wissen seiner gut ausgebildeten Fachkräfte. Doch wo erwirbt man sich dieses Wissen? Wie findet man die richtigen Weiterbildungsangebote? Und führt die Weiterbildung auch zu einem anerkannten Abschluss? Dies sind Fragen, welche nicht nur die vielen «Weiterbildungswilligen» beschäftigen, sondern auch Personal- und Ausbildungsverantwortliche in Unternehmen. Mit dem Special «Bildungsmarkt Schweiz» hat das KMU-Fachmagazin ORGANISATOR in diesem Frühjahr eine Publikation geschaffen, welche einerseits als Erstinformationsinstrument dient, aber auch zur bildungspolitischen Meinungsbildung beitragen soll. Bildung – und damit Wissen – ist bekanntlich der wichtigste Rohstoff der Schweiz. Mit Know-how behaupten sich viele Unternehmen – ein Grossteil davon KMU – in einem globalen Wettbewerb. Doch trotz vielseitigem Bildungsangebot bleiben Fachkräfte häufig Mangelware. Und darunter leiden allzu oft gerade kleinere Unternehmen, welche im «Kampf um Talente» kaum eine Chance haben. Portraits von Absolventinnen und Absolventen verschiedener Weiterbildungen zeigen, dass sich lebenslanges Lernen lohnt – persönlich, aber auch für die Arbeitgeber. Eine weitere Ausgabe dieses Specials ist für 2012 geplant. Das Special «Bildungsmarkt Schweiz» kann zum Preis von CHF 12.00.– bezogen werden beim Verlag ORGANISATOR AG, Hafnerwisenstrasse 1, 9442 Berneck. Tel. 071 747 22 84, www.organisator.ch Intervention couronnée de succès en faveur du financement transitoire Le Conseil national et le Conseil des Etats ont approuvé les mesures retenues pour assurer le financement transitoire des associations faîtières de la formation continue. Depuis une quarantaine d’années, la Confédération apporte son soutien financier aux 7 associations qui œuvrent en faveur de la formation continue. Cet appui régulier de 1,5 million était mis en cause. Au 1er janvier 2012 entrera en vigueur la nouvelle loi fédérale sur l’encouragement de la culture. Les bases juridiques qui permettaient le soutien aux associations faîtières feront alors défaut et la future loi fédérale sur la formation continue ne déploiera ses effets que dans plusieurs années. Un régime transitoire était dès lors absolument nécessaire. Etant donné que le Conseil fédéral n’entendait pas proposer de solution, des interventions parlementaires (voir ci-dessous) ont conduit les Chambres à répondre favorablement à l’attente des associations faîtières. Le Conseil national (14 juin) et le Conseil des Etats (15 juin) ont accepté de soutenir la proposition visant à assurer une subvention aux associations faîtières pour l’année 2012 sur la base du message des principes directeurs de la politique FRI. Les 7 associations faîtières subventionnées sont les suivantes : Fédération suisse pour la formation continue (FSEA), Fédération suisse Lire et Ecrire, Association des Universités populaires suisses (upvhs), Formation des parents ch, Institut de formation Movendo (USS), Fédération pour l’éducation catholique des adultes (FECAS), Institut de formation ARC pour les travailleuses et travailleurs (Travail Suisse). Certes il conviendra d’attendre les débats de cet automne concernant le budget 2012 pour savoir si la somme de 0,9 million sera effectivement versée, le solde de 0,6 million relevant des dispositions de la loi fédérale sur l’encouragement de la culture (lutte contre l’illettrisme). Les associations concernées s’opposent depuis de nombreuses années à toute diminution du montant de la subvention dont elles ont absolument besoin pour poursuivre leurs activités. La FSEA a pris en charge la coordination des démarches et la défense des intérêts communs face à la Confédération et au monde politique. Education Permanente 2011-3 Was bringt Weiterbildung? A quoi sert la formation continue ? vermischtes divers Procès-verbal des débats parlementaires Conseil national : www.parl.ch/ab/frameset/d/n/4819/357525/d_n_4819_ 357525_357698.htm Conseil des Etats : www.parl.ch/ab/frameset/d/s/4819/358525/ d_s_4819_358525_358604.htm Interventions parlementaires aux Chambres 11.3180 Motion Gutzwiller Financement transitoire pour les associations faîtières du domaine de la formation continue www.parlament.ch/f/suche/pages/geschaefte.aspx?gesch_id=20113180 11.3182 – Interpellation Savary Formation continue. Les organisations faîtières entre deux lois www.parlament.ch/f/suche/pages/geschaefte.aspx?gesch_id=20113182 10.4059 – Interpellation Pfister Formation continue. Mesures transitoires en faveur des associations faîtières www.parlament.ch/f/suche/pages/geschaefte.aspx?gesch_id=20104059 Arrêt du TF : les candidats à la naturalisation ont droit de savoir ce qui est attendu d’eux En 2009, une commune d’Argovie avait rejeté la demande de naturalisation d’une mère de famille pakistanaise expliquant que ses connaissances en allemand étaient insuffisantes. Cette décision a été annulée par le Tribunal administratif argovien : la commune devait définir des critères précis permettant de juger de la maîtrise de la langue allemande (la candidate n’avait pas été informée des connaissances requises) et l’examen devait se dérouler en présence d’une personne qualifiée. Dans son arrêt du 13 avril 2011, le Tribunal fédéral confirme cette décision du Tribunal administratif cantonal en rappelant qu’il existe un cadre européen de référence pour l’évaluation des langues qui pourrait être utilisé pour juger des connaissances linguistiques des candidats à la naturalisation. Source : odea – observatoire romand du droit d’asile et des étrangers « Apprentissage des langues et citoyenneté européenne » www.coe.int/t/dg4/linguistic/source/ framework_FR.pdf Objectifs politiques communs pour l’espace suisse de la formation La Confédération et les cantons présentent pour la première fois des objectifs politiques communs pour l’avenir de l’espace suisse de la formation. Ceux-ci se fondent sur l’évaluation du premier rapport national sur l’éducation, publié en février 2010. Dans une déclaration commune, la Confédération (DFE/DFI) et les cantons (CDIP) ont notamment défini les objectifs suivants: •Le diplôme post-obligatoire pour les adultes sans diplôme du degré secon daire II •La validation des acquis pour l’aména gement flexible des carrières professionnelles •La comparabilité internationale des diplômes de la formation profession nelle supérieure. En vertu de la Constitution fédérale, la Confédération et les cantons sont tenus de veiller ensemble, dans les limites de leurs compétences respectives, à la qualité et à la perméabilité de l’espace suisse de formation (art. 61a, al. 1, Cst.). Source : Panorama 2011-10 www.news.admin.ch/message/?lang= fr&msg-id=39393 Société de l’information – Indicateurs L’importance économique et sociale d’Internet et des technologies de l’information et de la communication (TIC) est croissante dans notre système technique et notre société. Les indicateurs de la société de l’information visent à suivre et mesurer différents aspects de cette évolution. Les indicateurs de la société de l’information présentent l’infrastructure, la diffusion, l’utilisation et la production des TIC dans différents domaines de la société (ménages et individus, entreprises, formation, médias). Quelle est la situation en Suisse comparée aux pays voisins ? Les Suissesses et les Suisses sont-ils suffisamment formés pour relever les défis actuels ? Qui a accès aux TIC, y a-t-il des perdants ? C’est à ce type de questions que les indicateurs de la société de l’information apportent des éléments de réponse. www.bfs.admin.ch/bfs/portal/fr/index/ themen/16/04/key/approche_globale. html Education permanente (France) : L’exigence de responsabilité en formation des adultes, N° 187, juin 2011, 224 p. Dans les espaces de vie postmoderne, l’idée de responsabilité semble communicative au point d’envahir tous les champs sociaux, y compris celui de la formation pour adultes. Il est donc pertinent qu’Education permanente fasse le point sur la place que prend la question de la responsabilité dans le champ de la formation, à travers ses usages et ses mésusages. Ce dossier, sous la direction de JeanPierre Boutinet, s’attarde à définir les fondamentaux attachés à toute idée de responsabilité avant d’en explorer ses ramifications invasives. Il cherche ensuite à décliner les deux grandes figures de la responsabilité dans la formation : la responsabilité individuelle et la responsabilité sociale, figures qui s’inscrivent beaucoup plus en rivalité qu’en complémentarité dans les pratiques de formation. En guise de perspectives, le dossier met en évidence trois enjeux pour les années à venir : face au dilemme entre responsabilités individuelles et responsabilité sociale, celui de devoir penser les pratiques de formation en coresponsabilité ; par rapport aux liens actuellement en délitement entre autorité et responsabilité, celui de définir un espace qui permette de faire cohabiter la responsabilité avec l’autorité ; enfin, au regard de l’avenir de notre société technologique, celui d’esquisser le type d’adulte à former, capable d’assumer la responsabilité du développement durable. Sommaire : www.education-permanente.fr/public/ articles/articles.php?id_revue=1706 Commande : www.education-permanente.fr/public/catalogue/?id_parent=2 Education Permanente 2011-3 Was bringt Weiterbildung? A quoi sert la formation continue ? 59 60 vorschau / bildserie / impressum à venir / photos / impressum Vorschau 2011-4 Gesundheit Gesundheit und Weiterbildung – eine grosse Thematik, relevant für jeden Einzelnen in jeder Lebensphase und relevant für die Gesellschaft. Das Heft zu diesem Thema will das breite Spektrum beleuchten zu Themen wie Gesundheitskompetenz, Weiterbildung und Gesundheit am Arbeitsplatz; betriebliches Gesundheitsmanagement, Patientenbildung, Weiterbildungsbedürfnisse des Pflegepersonals und der in Gesundheitsberufen Tätigen; Prävention; Gesundheitspolitik. à venir 2011-4 Santé Le magazine veut couvrir un large spectre des besoins de formation tout au long de la vie couvrant aussi bien la santé et l’indidvu, la santé au travail, les nouveaux besoins en personnel de santé, la prévention, les réseaux de santé et la politique de la santé. Bildserie série de photographies Wollen wir den Nutzen eines Gutes oder einer Dienstleistung konkret beziffern und quantifizieren, so müssen wir auf Geldeinheiten zurückgreifen. Wie stellt man Geld dar? Als Zahlungsund Wertaufbewahrungsmittel dienten in frühen Zeiten diverse rare Gegenstände: Edelmetalle, Muscheln, seltene Steine. Solche Gegenstände üben besonders auf Kinder einen besonderen Reiz aus. Für Kinder sind Steine oder Muscheln, die sie suchen und sammeln, wertvoll. Wir haben für dieses Heft auch Steine gesammelt und sind steinreich geworden. n Voulons-nous chiffrer et quantifier l’utilité d’un bien ou d’une prestation, nous sommes alors conduits à utiliser des unités monétaires. Et quelle est la nature de cet argent ? Dans des temps reculés, des objets rares servaient de moyens de paiement et de réserves de richesse : des métaux nobles, des coquillages, des pierres rares et précieuses. De tels objets fascinent particulièrement les enfants ; ils recherchent et collectionnent pierres et coquillages qui, à leurs yeux, ont une grande valeur. Nous avons également collectionné de nombreuses pierres pour enrichir ce numéro. n Impressum / Impressum EP www.education-permanente.ch Education permanente. Schweizerische Zeitschrift für Erwachsenenbildung/Weiterbildung. Revue suisse spécialisée dans les domaines de I’éducation des adultes et du perfectionnement. Rivista svizzera per I’educazione e la formazione continua degli adulti. Redaktionskommission Comité de rédaction Geneviève Auroi-Jaggi (Université Genève), Stefan Denzler (SKBF/CSRE, Aarau), Prof. Philipp Gonon und Markus Weil (Universität Zürich), Katrin Kraus (Päd. Hochschule FHNW), Claude Merazzi, André Schläfli (SVEB), Daniel Carron (Développement du personnel CFF, Berne) Herausgeber Editeur Schweizerischer Verband für Weiterbildung SVEB, Fédération suisse pour la formation continue FSEA, Federazione svizzera per la formazione continua FSEA, Federaziun svizzera per la furmaziun cuntinuada FSEA, Swiss Federation for Adult Learning SFAL Redaktion Rédaction Deutsch/italiano: Theres Roth-Hunkeler Arbachstrasse 16, 6340 Baar, T: 041 761 43 70 [email protected], www.roth-hunkeler.ch Français: Claude Merazzi, Rue du Soleil 10, 2610 StImier, T: 032 342 18 08, [email protected] Geschäftsstelle Schweiz SVEB SVEB/FSEA, Oerlikonerstrasse 38, CH-8057 Zürich T: 0848 333 433, F: +41 (0)44 311 64 59 [email protected], www.alice.ch Lektorat Comité de lecture Hans von Arb (d), Christian Ballenegger (f) Segretariato della Svizzera italiana FSEA FSEA, Via Besso 84, 6900 Lugano-Massagno T: 0848 333 433, F: +41 (0)91 960 77 66 [email protected], www.alice.ch Abonnemente, Anzeigen, Beilagen Abonnements, annonces, encarts SVEB, Marketing, Oerlikonerstrasse 38, 8057 Zürich [email protected], T: +41 44 311 64 55 Abonnement / Abonnement: Inland / Suisse: CHF 65.– inkl. 2.5% MWST Ausland / Etranger: Euro 52.– Einzelausgabe / l’exemplaire: CHF 18.– inkl. 2.5% MWST Mediadaten, Anzeigen- und Beilagenpreise finden Sie unter: / Vous trouverez les données média ainsi que les prix des annonces et encarts sur: www.alice.ch/ep www.alice.ch/ep Auflage Tirage 2200 Ex. Secrétariat romand FSEA FSEA, Ch. des Plantaz 11a, 1260 Nyon T: +41 (0)22 994 20 10, F: +41 (0)22 994 20 11 [email protected], www.alice.ch Erscheinungsweise Périodicité 4 Mal pro Jahr /4 fois par année Redaktionsschluss Délai pour les textes Ca. 2 Monate vor dem Erscheinungstermin, genauere Informationen bei der Redaktion Env. 2 mois avant la parution, la rédaction vous renseignera plus précisément Produktion Production Grafik / Layout: YOCO Your Communication GmbH, 8400 Winterthur, [email protected], www.yoco.ch Druck: Cavelti Druck und Media, 9201 Gossau [email protected], www.cavelti.ch Nachdruck Reproduction Abdruck, Übersetzung oder elektronische Verbreitung der Artikel sind nur nach Rücksprache mit der Redaktion und dem/der AutorIn sowie unter Quellenangabe gestattet. 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