Technik Weitsprung
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Technik Weitsprung
Technik Weitsprung Allgemeines Der Weitsprung ist eine der elementaren Disziplinen in der Leichtathletik und vereint verschiedene Fähigkeiten, welche von den Sportlern beherrscht werden müssen. Die Athleten müssen neben der Schnelligkeit auch Sprungkraft und Koordination besitzen. Somit lässt sich erklären, weshalb gute Weitspringer auch gute Sprinter sind. Die Schnelligkeit wirkt sich gerade in dieser Disziplin enorm auf die Weite aus. Der Weitsprung setzt sich aus vier grundlegenden Phasen zusammen. Anlauf Absprung Flugphase Landung Der Weltrekord im Weitsprung wurde 1991 von Mike Powell in Tokio aufgestellt und er sprang überragende 8,95 m, was seit dem von keinem anderen Springer erreicht wurde. Der Weltrekord von den Frauen liegt bei 7,52 m und wurde 1988 von Galina Chistyakova aufgestellt. Der Anlauf Wie lang sollte ein Anlauf sein? Der Anlauf sollte so gewählt werden, dass man genug Zeit hat, um maximal zu beschleunigen. Allerdings darf er nicht zu lang sein, da man sonst am Brett bereits Geschwindigkeit verliert. Eine Orientierung, die in der Praxis häufig angewendet wird ist eine Länge zwischen 11 und 15 Schritten. Den Anlauf kann man bestimmen, indem man am Brett beginnt und 11 bzw. 13 oder 15 Schritte in die entgegengesetzte Richtung anläuft. An der Stelle wo man abgesprungen ist legt man nun seine Anlaufmarkierung fest. Im weiteren Verlauf des Trainings hat man nun die Möglichkeit, seinen Anlauf speziell abzustimmen. Damit man diesen Anlauf immer wieder findet, misst man ihn mit dem Fuß oder einem Maßband aus. 1 Wie wird der Anlauf gestaltet? Der Anlauf kommt einem Steigerungslauf sehr nah, wobei man am Brett seine höchste Geschwindigkeit erreicht haben muss. Beim Absprung sollte der Verlust von horizontaler Geschwindigkeit so gering wie möglich sein, damit man die maximale Weite erzielen kann. Einer der wichtigen Punkte beim Anlauf ist, dass man immer gleich anläuft und seine Schrittlänge und Frequenz bei jedem Anlauf beibehält. Vor dem Absprung kommt eine Rhythmisierung der Schritte hinzu. Kurz-Lang-Kurz. Durch den langen vorletzten Schritt soll der Körperschwerpunkt herabgesenkt werden und somit in eine bessere Lage versetzt werden. Der darauf folgende kurze Schritt katapultiert den Springer schließlich beim Absprung nach oben. Der Absprung Der Absprung ist neben dem Anlauf die entscheidende Phase. Hier ist der letzte Zeitpunkt, an dem man die Flugbahn des Körperschwerpunktes aktiv beeinflussen kann. Der Oberkörper ist beim Absprung aufrecht und das Sprungbein fast gestreckt. Es folgt ein schneller und explosiver Fußaufsatz mit der ganzen Sohle, wobei der Fuß vorher angespannt werden sollte. Das Knie- und Fußgelenk wird nun leicht eingebeugt und anschließend explosionsartig gestreckt. Mit dem Absprung werden auch die Schwungelemente mit eingesetzt. Diese sind zum einen das Schwungbein, was schnell nach vorne gezogen und dort gehalten wird und zum anderen die Arme, welche eine kreisförmige Bewegung durchführen und den aufrechten Oberkörper unterstützen. Somit hat man zum Schluss eine völlige Streckung im Hüft-, Knie- und Fußgelenk. Die Flugphase In der Flugphase besteht die Hauptaufgabe darin, das Gleichgewicht zu halten und sich auf die Landung vorzubereiten. Das Schwungbein wird hierzu so lange wie möglich oben gehalten. Das Absprungbein wird dicht am Gesäß vorbei nach vorne gezogen und die Arme führen eine kreisförmige Bewegung aus, damit sie den Oberkörper kurz vor der Landung nach vorne beugen können. Der Kopf wird während der Flugphase oben gehalten, damit sich der Oberkörper nicht schon während der Flugphase absenkt. 2 Die Landung Bei der Landung werden die Beine weit vor dem Körperschwerpunkt aufgesetzt. Die Knie werden beim Landen gebeugt und die Arme werden nach vorne geworfen, um zu vermeiden, dass man nach hinten umkippt. Es gibt auch die Möglichkeit seinen Oberkörper zur Seite zu drehen. Wichtig ist, dass man den Körperschwerpunkt vor den Fußaufsatzpunkt bringt und nicht nach hinten umkippt. Schließlich wird die letzte Markierung des Springers gemessen. Sprungtechniken Schrittsprungtechnik Laufsprungtechnik 3 Fehlerbilder Fehler zu großer letzter Schritt flüchtiger Absprung, ungenügende Streckbewegung, mangelnder Sprungbeineinsatz zu frühes Aufsetzen der Füße, Springer fällt nach vorn Ursache Ungenauigkeit des Anlaufs, falsche Schrittgestaltung auf den letzten Schritten, Absprung aus zu starker Rücklage mit betontem Aufsetzen der Ferse Technische Mängel, mangelnde Sprungkraft Folge Geschwindigkeitsverlust, Springer springt hoch, nicht weit Korrektur Sprünge aus mittlerem Anlauf mit Betonung der letzten Schritte ggf. mit leichtem Absenken des KSP (Schrittgestaltung: kurz-lang-kurz) geringe Flugweite, da Kraftstoß aus dem Sprungbein unvollkommen ist zu große Körpervorlage beim Absprung, Beine in der Landevorbereitung nicht weit genug angehoben, zu schwach entwickelte Rumpfmuskulatur Flugkurve wird vorzeitig abgebrochen, theoretisch mögliche Flugweite nicht erreicht einbeinige Sprünge (aus dem Stand an der Bank, dem Kasten; Absprung und Landung erfolgen mit dem Sprungbein an gleicher Stelle), Sprungläufe Füße bei Landung anheben, Unterschenkel nach vorne schleudern. Sprünge aus kurzem u. mittlerem Anlauf, auch von erhöhter Absprungstelle mit Landung im Sitz Videolinks Dwight Phillips, Mitchell Watt, Ngonidzashe Makusha http://www.youtube.com/watch?v=ghAFvBn7gCo Weltrekord von Mike Powell http://www.youtube.com/watch?v=z0h1GTEd4sM Weltrekord 1986 von Heike Drechsler http://www.youtube.com/watch?v=GHZoIjWoz-U Weltrekord von Galina Chistyakova http://www.youtube.com/watch?v=RlQrnP1DN7Q 4 Quellenangabe http://www.sportpaedagogik-online.de/leicht/weitindex.html DR. WASTL, Peter: Methodik Leichtathletik. Thema Weitsprung [http://user.philfak.uni-duesseldorf.de/~wastl/Wastl/LA/H08-Methodik-Weitsprung.pdf, 10.04.2012] Bildnachweis http://www.rankopedia.com/CandidatePix/102097.gif http://specials.rediff.com/sports/2004/feb/13inter1.jpg http://www.sportpaedagogik-online.de/leicht/landung1.gif http://www.sportpaedagogik-online.de/leicht/schrittreihe1a.gif http://www.sportpaedagogik-online.de/leicht/weitksp2.gif http://www.sportpaedagogik-online.de/leicht/weitser6a.gif 5