PRESSESPIEGEL 5/2016 Inhalt
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PRESSESPIEGEL 5/2016 Ein Service der Österreichischen Redaktion: Bernhard Weiner Gesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen für ihre Mitglieder Inhalt VERKEHRSPOLITIK ........................................................................................................................................ 3 Wilfing: Qualitätsschub im ÖBB Regionalverkehr gefordert ................................................................... 3 BMVIT/ÖBB – Erstes Arbeitsgespräch zwischen Minister Klug und Bahnchef Kern ................................ 4 Busspuren für Motorräder: Nicht alle umgesetzt .................................................................................... 4 Verkehrsminister berichtet über EU-Vorhaben für 2016 ........................................................................ 5 VERKEHRSSICHERHEIT ................................................................................................................................. 5 Europäischer Tag des Notrufs: ASFINAG setzt auf modernste Systeme für mehr Sicherheit ................. 5 Die Ausreden der Drängler ...................................................................................................................... 6 STRASSE........................................................................................................................................................ 8 Europäisches Parlament gibt Weg frei für die Einführung von „Real Driving Emissions-Tests“ .............. 8 Schneearmut: Wer profitiert, wer verliert ............................................................................................... 9 Winterdienste ziehen günstige Zwischenbilanz ....................................................................................... 9 Iveco forciert grüne Antriebstechnologie .............................................................................................. 10 Unter neuem Stern ................................................................................................................................ 11 Autojahr 2016: Wenig Interesse an Hybridantrieb, Stromer & Co. ....................................................... 11 LUFTFAHRT ................................................................................................................................................. 13 Ökostrom an Bord: Easyjet plant Brennstoffzelle für Flugzeuge ........................................................... 13 Zahlreiche gesetzwidrige Klauseln in Gutschein-Bedingungen von AUA und Air Berlin ....................... 15 Weltweite CO2-Grenzwerte für Flugzeuge ............................................................................................. 16 AUA transportierte im Jänner mehr Passagiere .................................................................................... 17 TRANSPORTWIRTSCHAFT / LOGISTIK ....................................................................................................... 17 Auf Expansionskurs ................................................................................................................................ 17 Flächendeckende Lkw-Maut ist Anschlag auf die Nahversorgung im ländlichen Raum ....................... 19 ITS/AUTONOMES FAHREN ........................................................................................................................ 20 Ford testet autonomes Fahren im Schnee............................................................................................. 20 Google Car: Induktionsladung für selbstfahrende Autos geplant.......................................................... 20 Lotterie des Sterbens ............................................................................................................................. 21 Hochauflösend in die autonome Welt ................................................................................................... 24 Mit Daten aus der Cloud zur lebenden Karte ........................................................................................ 27 ELEKTROMOBILITÄT................................................................................................................................... 29 Die Vorteile der Elektroautos................................................................................................................. 29 Infrastruktur als Schlüssel ...................................................................................................................... 30 Keine Konkurrenz mehr zur Fritteuse .................................................................................................... 31 BAUWIRTSCHAFT ....................................................................................................................................... 32 Neujahrsvorsätze für 2020 ..................................................................................................................... 32 Auf vernünftiges Maß zurückstutzen ..................................................................................................... 34 MITGLIEDER ............................................................................................................................................... 35 Erfolgreiche Kooperationsveranstaltung Hafen Wien – Hafen Hamburg .............................................. 35 Dorsch etabliert sich als „First-Mover“ seiner Branche ......................................................................... 36 Automobilimporteure begrüßen positive Abstimmung zu Abgastests ................................................. 38 Wo drückt der Schuh? ............................................................................................................................ 38 ENERGIE...................................................................................................................................................... 39 Stromfluss aus Tschechien nach Österreich bleibt weiter stark ............................................................ 39 1 EU bezieht Hälfte ihres Energieverbrauchs aus Einfuhren .................................................................... 40 Verbund klagt Energie Steiermark auf 85 Millionen .............................................................................. 40 „Braucht Zusammenspiel“ ..................................................................................................................... 41 2 VERKEHRSPOLITIK Wilfing: Qualitätsschub im ÖBB Regionalverkehr gefordert Neue Regionalzüge „Cityjet“, Fahrplan-Verbesserungen und optimierter Fahrzeugeinsatz sollen Verspätungen und Kapazitätsengpässe vermeiden Mit dem vergangenen Fahrplanwechsel am 13.Dezember 2015 konnte das Bahnangebot in Niederösterreich wesentlich verbessert werden. Die Niederösterreichischen Fahrgäste sollten am 13. Dezember 2015 von der Umstellung auf ein klares Taktschema mit optimalen Umstiegsverbindungen und verbesserter Abstimmung zwischen Bus und Bahn profitieren. Nach anfänglichen Qualitätsproblemen in der Umsetzung – etwa vermehrte Verspätungen oder überfüllte Züge – fordert Landesrat Wilfing einen Qualitätsschub im ÖBB Nah- und Regionalverkehr. „Ich habe daher umgehend Kontakt mit ÖBB-Chef Christian Kern aufgenommen, um Verbesserungen für unsere Pendlerinnen und Pendler zu erreichen. Mir wurde auf höchster Ebene zugesichert, dass gerade im Pendlerverkehr ab 8. Februar wesentliche Qualitätsverbesserungen eintreten – somit können die Fahrgäste nicht mehr nur auf dem Papier von den Verbesserungen des neuen Fahrplanes profitieren“, so Wilfing. Zusätzliches Angebot Amstetten – Wien Westbahnhof Die ÖBB haben zudem eine zusätzliche umstiegsfreie Verbindung Amstetten – Wien Westbahnhof über St. Pölten, Bahnhof Tullnerfeld und Hütteldorf an Samstagen und Sonntagen angekündigt: REX 1912 verkehrt ab 13. Februar täglich zwischen Wien West (ab 7:20 Uhr) und St. Pölten (an 7:53 Uhr) und fährt in St. Pölten weiter bis Amstetten (an 8:55 Uhr). In die Gegenrichtung fährt künftig REX 1901 täglich zwischen Amstetten (ab 4:12 Uhr) und Wien West (an 5:40 Uhr) und ersetzt damit den bisher verkehrenden REX 1931 Amstetten (ab 4:12) – St. Pölten (an 5:00). Darüber hinaus werden in drei besonders stark genutzten REX200-Zügen insgesamt rund 400 Sitzplätze mehr bereitgestellt. „Wir begrüßen diese Maßnahme im eigenfinanzierten ÖBB-Angebot, damit können die niederösterreichischen Fahrgäste mit Wochenenddiensten schneller in die Arbeit und am Abend wieder nach Hause kommen. Das ist etwa für die vielen Beschäftigten am Wiener AKH ein echter Vorteil“, so Wilfing. Mit den angekündigten Verbesserungen im ÖBB Nah- und Regionalverkehr sollen die niederösterreichischen Fahrgäste nunmehr vollumfänglich von den Vorteilen des neuen Fahrplanes profitieren, der gemeinsam mit dem Verkehrsverbund Ost-Region entwickelt wurde. „Ich erwarte, dass insbesondere Verspätungen, verpasste Anschlüsse und überfüllte Züge zu den Hauptverkehrszeiten merklich zurückgehen“, so Wilfing abschließend. Folgende wesentliche Verbesserungen werden in den nächsten Tagen umgesetzt: • Ab 11. Februar Einsatz der neuen Cityjet-Züge mit mehr Sitzplätzen und Komfort auf S2 und Laaer Ostbahn. • Besserer Fahrzeugeinsatz auf S2 und S7, dadurch mehr Sitzplätze für die Fahrgäste • Zusätzliche Halte der S7 in Kaiserebersdorf im Früh- und Abendverkehr • Durchgehender 2-Stunden-Takt auf der Traisentalbahn auch an Sonn- und Feiertagen • Zusätzliche Früh- und Nachtverbindungen auf der Südbahn von Payerbach nach Wien über Wr. Neustadt am Wochenende NÖ Landesregierung, 5.2.2016 3 BMVIT/ÖBB – Erstes Arbeitsgespräch zwischen Minister Klug und Bahnchef Kern Infrastrukturinvestitionen, Personen- und Güterverkehr sowie Lehrlingsausbildung als Themen Infrastrukturinvestitionen, die Anschaffung neuer Nahverkehrstriebwagen, die Zukunft des Güterverkehrs und die Ausbildung von Lehrlingen durch die ÖBB waren Themen beim heutigen, ersten Arbeitsgespräch zwischen Infrastrukturminister Gerald Klug und ÖBB-Vorstandsvorsitzendem Christian Kern. „Die Bahn hat enorme Bedeutung für unseren Wirtschafts- und Industriestandort. Jeder Euro, der in die Schiene, in den Güter- oder in den Nahverkehr investiert wird, macht die Bahn attraktiver und erhöht die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs“, betonte Klug am Rande des Gespräches. und dem Ausbau von Güterterminals, wird auch in neues Wagenmaterial investiert und 101 neue Nahverkehrstriebwagen im Wert von etwa 500 Millionen Euro angeschafft. „Auch die Zukunft des Güterverkehrs war Thema. Ziel ist es, den Anteil der Schiene hier weiter deutlich zu erhöhen. „Von etwa einem Drittel soll auf 40 Prozent gesteigert werden. Österreich ist hier im europäischen Vergleich bereits absoluter Spitzenreiter. Jetzt wollen wir noch einen Schritt weiter gehen“, so Klug, der Vorteile sowohl für die Wirtschaft als auch für die Umwelt sieht. Dafür wird auch hier investiert: neue Güterverkehrslokomotiven werden ab 2016 angeschafft. „Die Bahn hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht. Diesen erfolgreichen Weg wollen wir verkehrspolitisch und auch betriebswirtschaftlich weiterführen. Österreichs Bahnfahrer zählen heute zu den fleißigsten und auch zufriedensten Bahnfahrern. Weiters sind die nachhaltigen Investitionen in Infrastruktur der Bundesregierung ein wichtiger Wachstumstreiber für den Wirtschaftsstandort“, erklärt auch ÖBBVorstandsvorsitzender Kern. Auch bei der Ausbildung von Lehrlingen sind ÖBB und bmvit Partner. Durch eine Kooperation von Ministerium und Bundesbahn können in den ÖBBLehrwerktstätten deutlich mehr Lehrlinge ausgebildet werden, als das Unternehmen Eigenbedarf hätte. „So ermöglichen wir jungen Menschen eine profunde Berufsausbildung, die nahe an der Wirtschaft ist und am Arbeitsmarkt gut nachgefragt wird“, so der Minister. In den Lehrwerkstätten der ÖBB werden jährlich knapp 1.800 Lehrlinge ausgebildet. In den kommenden sechs Jahren werden etwa 14,6 Milliarden Euro in den Ausbau der Schieneninfrastruktur in Österreich investiert. Neben den Investitionen in die großen Bahn-Korridore Presseaussendung BMVIT, 1.2.2016 Busspuren für Motorräder: Nicht alle umgesetzt Im Vorjahr hat die Stadt 39 Busspuren ermittelt, die für Motorräder freigegeben werden könnten. Von den versprochenen Öffnungen fehlt allerdings noch ein Drittel. Laut MA 46 ist es hier noch zu Verzögerungen gekommen. 27 neue Busspuren wurden bereits für Motorräder geöffnet. Insgesamt hatte das Magistrat 39 potentielle Öffnungskandidaten ermittelt. Die fehlenden zwölf Busspuren verzögern sich laut MA 46, da die diesbezüglichen Verhandlungen zwischen den Bezirken und der Stadt noch nicht 4 abgeschlossen sind. Wenn sie ebenfalls genehmigt sind, dürfen Motorräder in Wien insgesamt 50 Busspuren mitbenutzen. kunft noch weitere Busspuren geöffnet werden, wird noch überlegt, heißt es aus dem Büro der grünen Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou. Keine Beschwerden, keine Unfälle Die Busspur ist übrigens nicht nur für Biker ein begehrter Platz. Umweltminister Andrä Rupprechter (ÖVP) hatte im vergangenen Jahr vorgeschlagen, dass diese Fahrbahn künftig auch von Elektroautos benutzt werden dürfe. Vassilakou zeigte sich damals „gesprächsbereit“. Vorschläge der Wirtschaftskammer, Busspuren für Firmen zu öffnen, blitzten bei der Stadt dagegen ab. Bisher hat es durch die Öffnungen noch keine Beschwerden bei der Stadt gegeben. Den Wiener Linien sind ebenfalls keine Unfälle mit Motorradfahrern bekannt. Genausowenig den Taxifahrern, die die Busspuren ebenfalls nützen dürfen. Die Taxler müssten zwar besser aufpassen - Probleme gebe es jedoch eher mit den Radfahrern, die langsamer sind, berichtete die Taxiinnung. Ob in Zu- wien.orf.at, 10.2.2016 Verkehrsminister berichtet über EU-Vorhaben für 2016 Nachdem die EU-Kommission Ende 2015 eine neue Luftfahrtstrategie vorgestellt hat, soll nun die Umsetzung der Maßnahmen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit des Sektors erfolgen. So ist etwa geplant, eine Reihe von Luftverkehrsabkommen abzuschließen und den Single European Sky zu vollenden. Weiters soll die Neufassung der Verordnung zur Europäischen Agentur für Flugsicherheit vorangetrieben werden. Zur internationalen Abstimmung beim Ausbau der TEN-Kernnetzkorridore werden mehrere Korridorforen stattfinden. Bis Ende 2016 sollen erste Dienste aus dem Satelliten-Navigationssystem Galileo angeboten werden können. Weitere Informationen WKO Verkehrstelegramm 5/2016 VERKEHRSSICHERHEIT Europäischer Tag des Notrufs: ASFINAG setzt auf modernste Systeme für mehr Sicherheit Gekennzeichnete Notrufeinrichtungen garantieren rasche Hilfe im Ernstfall Unfälle oder Pannen auf Autobahnen stellen Extremsituationen dar. Rasche Hilfe ist dann unbezahlbar! Wenn es Probleme mit dem Handy gibt, kann die Alarmierung schwierig werden. Mit den rund 4.200 Notrufeinrichtungen der ASFINAG werden sofort nach der Aktivierung folgende Eckdaten übermittelt: Autobahn oder Schnellstraße, Fahrtrichtung und Kilometrierung. „Diese Infor- mationen sind für einen raschen und effizienten Einsatz unerlässlich“, sagt Gerhard Hudecek, Leiter der Elektromaschinellen Erhaltung der ASFINAG, „in unseren neun Verkehrsmanagement Zentralen gehen täglich im Schnitt 25 Notrufe ein.“ Die Kollegen wissen sofort wo genau dieser abgesetzt wird und können umgehend alle Maßnahmen einleiten.“ Ob im Tunnel oder im Frei- 5 land, gut gekennzeichnete Notrufeinrichtungen sorgen mit modernster Technik dafür, dass alle Alarmrufe mit wenigen und einfachen Handgriffen abgesetzt werden können. tung, Notrufsäule mit Bezeichnung und Kilometerangabe in einem Streckenbild). 2. Paralleles Bearbeiten mehrerer Notrufe Das neue Notrufsystem ermöglicht auch die Parallel-Annahme mehrerer, gleichzeitig eintreffender Notrufe. Damit ist auch in diesem Fall sichergestellt, dass eine rasche Hilfeleistung nicht durch Warten auf eine freie Leitung verzögert wird. Die ASFINAG stellt Notrufeinrichtungen auf den österreichischen Autobahnen und Schnellstraßen sowohl entlang der Strecke, als auch auf den 47 ASFINAG Rastplätzen zur Verfügung. Notrufsäulen sind auf der Fahrbahn immer paarweise gegenüberliegend angebracht – damit wird verhindert, dass jemand – etwa in Panik – die Autobahn überquert. Alle diese Einrichtungen sind direkt mit den ASFINAG Verkehrsmanagement Zentralen verbunden, die an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr besetzt sind. Der letzte Stand der Technik ist dabei unabdingbar. Ist ein Streckenabschnitt ohne direkte Stromversorgung, werden die Notrufeinrichtungen über Solarstrom versorgt und der Notruf erfolgt über das GSM-Netz. 3. Konferenzschaltung mit Feuerwehr, Polizei, Rettung, Autofahrerclubs Die Bedienplätze ermöglichen den ASFINAG Mitarbeitern in den Überwachungszentralen (Operatoren) eine sofortige Konferenzschaltung und Weiterleitung zu anderen Notrufträgern wie Feuerwehr, Polizei, Rettung, aber auch zu Pannendienstorganisationen wie ÖAMTC oder ARBÖ. Da jeder Bedienplatz alle lokalen Telefonnummern sofort griffbereit hat, ist sichergestellt, dass die Hilfestellung im Falle einer Panne oder eines Unfalls so rasch wie möglich in die Wege geleitet werden kann. Parallel dazu, verbessert die ASFINAG auch laufend die Kommunikation bei Vorfällen im Tunnel. Die Beschallung innerhalb der Tunnelanlagen – die Möglichkeit der Kommunikation bei Großereignissen von der Tunnelzentrale direkt in das Autoradio (UKW Frequenz) – durch die zuständige Verkehrsmanagement-Zentrale wurde technisch verbessert. Texte in Deutsch und neuerdings auch in Englisch weisen auf Unfälle oder Pannen hin und informieren über die wichtigen ersten Schritte für den Autofahrer im Falle des Falles. 4. Schnelle Beschallung im Tunnel im Ereignisfall (auch per UKW Einsprache möglich) Vom selben Arbeitsplatz, von wo der Operator den Notruf in der Überwaschungszentrale entgegen nimmt, kann er bei Bedarf per Mausklick in den jeweiligen Tunnel einsprechen bzw. auch via UKW-Funk mit den Autofahrern im Tunnel Kontakt aufnehmen und zum Beispiel vor Hindernissen warnen. Ein Mehr an Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer durch: Der europäische Tag des Notrufs am 11. Februar 1. Genaue und schnelle Ortung der Notrufe Bei jedem Anruf von einer Notrufsäule bekommt der Operator in der Überwachungszentrale sofort die Standortkoordinaten am Bildschirm auch graphisch dargestellt, also wo genau sich der Hilfesuchende befindet (Tunnel, Autobahn, Fahrtrich- Eingeführt wurde der europaweit gültige Notruf 1992. Ziel war es, eine einheitliche Notrufnummer – 112 – in allen EU-Mitgliedsstaaten zusätzlich zu den nationalen Nummern, verfügbar zu machen. ASFINAG, 10.2.2016 Die Ausreden der Drängler Nur 14 Prozent kennen richtigen Abstand zum vorderen Auto. Die Polizei bestätigt das. "Der vor mir ist auf der linken Spur gefahren. Das ist doch mindestens genauso schlimm." Oder: "Er hat plötzlich die Geschwindigkeit reduziert. So schnell konnte ich nicht reagieren" – um Ausreden 6 sind die Drängler und Auffahrer auf Österreichs Autobahnen nie verlegen. Der eigentliche Grund: Gerade einmal 14 Prozent der Autofahrer wissen, wie groß der Abstand zum Vordermann tatsächlich sein soll, ergab eine Studie des Institutes allesführerschein (siehe auch Interview unten). rück: "Es gibt Fahrer, die bei 130 km/h nur sechs, sieben Meter Abstand halten." Zu ähnlichen Ergebnissen kam auch die Studie: Immerhin jeder zwölfte Lenker glaubt, dass auf der Autobahn maximal zehn Meter zum Vordermann ausreichend sind. 42 Prozent schätzen den notwendigen Abstand zu gering ein. Die Polizisten Gottfried L. und Astrid S. von der Landesverkehrsabteilung NÖ haben die typischen Ausreden alle schon einmal gehört. "Viele reden sich auf den Vordermann aus", erzählt L. Beliebt sei auch der Klassiker, man könne sich nicht mehr richtig erinnern. Strafe ab 0,8 Sekunden Mittlerweile läuft die Kamera, L. und seine Kollegin sitzen im Überwachungsfahrzeug und beobachten die Bildschirme. Nur wenige Minuten später wird bereits der erste Sünder erwischt. Der Badener fährt dem Vordermann bis auf 16 Meter auf, der Abstand beträgt 0,45 Sekunden. Er wird nun Post von der Bezirkshauptmannschaft bekommen. Zwischen 110 und 220 Euro sind in Niederösterreich zu berappen. Viel Geld für ein Delikt über dessen Gefährlichkeit sich die meisten gar keine Gedanken machen. Gut so, meinen die Beamten. Hier brauche noch viel mehr Bewusstseinsbildung. L. steht auf einer Autobahnbrücke über der A2 und montiert Kameras, mit denen die Polizei Abstandsündern zu Leibe rückt. 1,5 bis zwei Sekunden Abstand sind ideal. Gestraft wird aber nur, wer unter 0,8 Sekunden Distanz hält. Unter 0,5 Sekunden gibt es eine Vormerkung im Führerscheinregister. Beim zweiten Mal Erwischtwerden gibt es eine Nachschulung, beim dritten Mal einen Führerscheinetzug. Doch das kommt kaum vor, pro Jahr sitzen gerade einmal 50 Personen in den Nachschulungen. Der Experte und Leiter von alles-führerschein fordert eine Verschärfung der Gesetzeslage. So solle zu geringer Abstand zur Abnahme des Probeführerscheins führen und außerdem im Vormerksystem strenger geahndet werden. Doch zunächst müsse der richtige Abstand im Gesetz einmal verankert werden. Denn die 1,5 bis zwei Sekunden sind zwar die Meinung der Fachwelt, in der Straßenverkehrsordnung ist dies aber nicht definiert. Drängeln ist allerdings kein Kavaliersdelikt, jeder vierte Unfall ist ein Auffahrunfall. Kein Wunder, würden doch viele Lenker gar nicht wissen, wie viel Meter Distanz sie halten müssen, bestätigen L. und seine Kollegen aus der Praxis. Manche Fälle lassen selbst erfahrene Polizisten fassungslos zu- 7 Experte erklärt: Das ist der richtige Abstand geringem Sicherheitsabstand erwischt. Dabei straft die Polizei lediglich Abstände unter 0,8 Sekunden. Das entspricht bei 130 km/h nur 29 Metern und nicht 50 Metern. Gregor Bartl ist Leiter des Institutes allesführerschein und einer von Österreichs führenden Verkehrspsychologen. Wieso lagen so viele falsch? KURIER: Warum sind 1,5 bis zwei Sekunden Abstand ideal? Wir haben die Leute bei Tankstellen befragt und eigentlich am falschen Fuß erwischt. Denn fast allen war klar, dass sie etwas nicht wissen, was sie eigentlich wissen sollten. Viele wollten sich herausreden: Na das kommt ja darauf an. Wir haben ihnen dann sogar Autolängen angeboten und das dann in Meter umgerechnet. Bartl: Am wichtigsten ist die menschliche Reaktionszeit. Bei durchschnittlicher Aufmerksamkeit dauert es eine Sekunde, bis man reagiert. Und der Rest ist der Ausgleich unterschiedlicher Bremswege bei verschiedenen Autos. Viele glauben, dass es einen Unterschied macht, ob Nebel, Regen oder Glatteis. Dabei ist das egal – wichtig ist die Reaktion, nicht der Bremsweg. Deshalb ist das der richtige Abstand, egal ob in der Stadt oder auf der Autobahn. Was wären Lösungen? Wenn Lenker nach dem ersten Vergehen zur Nachschulung müssten, wäre das sinnvoll. Derzeit ist es nur nach dem zweiten Mal und die Menschen, die deshalb zu uns kommen, denen ist gar nicht bewusst, dass sie etwas falsch gemacht haben. Dass nur 14 Prozent Bescheid wussten, ist doch alarmierend? Die Ergebnisse der Befragung sind erschreckend. Deshalb werden jährlich 50.000 Lenker mit zu KURIER, 6.2.2016 STRASSE Europäisches Parlament gibt Weg frei für die Einführung von „Real Driving Emissions-Tests“ Die Abgeordneten des Europäischen Parlaments haben heute einem Komitologiebeschluss zur Regelung von „Real Driving Emissions-Tests“ („RDE-Tests“) ihre Zustimmung erteilt. Bereits seit 2012 wird an diesen RDE-Tests gearbeitet, mit denen die Schadstoffemissionen direkt auf der Straße gemessen werden. Da ein Test unter realen Fahrbedingungen nicht mit den bisher angewandten Tests unter Laborbedingungen vergleichbar ist, können die für das Labor konzipierten Grenzwerte nicht unangepasst für den RDE-Test herangezogen werden. Diesem Gedanken haben die Abgeordneten des Europaparlaments heute mehrheitlich Rechnung getragen, was von der WKÖ begrüßt wird. Die österreichische Fahrzeugindustrie spricht sich entschieden für die Einführung von RDE-Tests aus, da es diese ermöglichen, die Einhaltung der Grenzwertvorgaben nachzuweisen. Dies schafft Transparenz und fördert das Kundenvertrauen. Ferner ist die Autoindustrie darauf angewiesen, klar und möglichst zeitgerecht die regulatorischen Vorgaben zu kennen, um ihre Forschungs- und Entwicklungstätigkeit darauf auszurichten. Eine Ablehnung des bestehenden KomitologieVorschlags hätte den Unternehmen für einen längeren Zeitraum jegliche Planungssicherheit genommen. WKO EU-Today, 3.2.2016 8 Schneearmut: Wer profitiert, wer verliert Durch den milden und schneearmen Winter ersparen sich die Gemeinden, das Land Kärnten und die ASFINAG Millionenbeträge. Allein das Land Kärnten konnte sich bisher einen Betrag von rund einer Million einsparen. Der milde und schneearme Winter hat nicht nur negative Auswirkungen, wie etwa jene auf Skigebiete und Eislaufflächen, er kennt auch Gewinner. Die Straßenerhalter ersparten sich bisher beim Winterdienst Millionenbeträge, weil weniger Salz gestreut und nur selten mit dem Schneepflug ausgefahren werden musste. Für die Landesstraßen zog Straßenbaureferent Gerhard Köfer (Team Kärnten Stronach) am Montag eine ZwischenBilanz. Reserven für Instandsetzungsarbeiten ihnen zu Buche - wenn überhaupt. Die Gemeinden hätten sich durchschnittlich 35 Prozent der sonst üblichen Kosten für den Winterdienst erspart, so Maximilian Lindner, Bürgermeister von Afritz und Vizepräsident des Kärntner Gemeindebundes. „Es verhält sich in allen Gemeinden nahezu gleich, dass wir uns 30 bis 35 Prozent erspart haben. Bei den Schneeräumkosten für Afritz sind es rund 18.000 Euro, im Gegenzug haben wir voriges Jahr 46.000 Euro mehr für die Sozialhilfe ausgegeben. Heuer bekommen wir 15.000 Euro weniger an Ertragsanteilen, die wir im ordentlichen Haushalt einsparen müssen. Das heißt, was beim Winterdienst gespart wurde, wird durch andere Erhöhungen oder Minderzahlungen aufgeholt. Es bedeutet für uns noch mehr Kalkulation, noch viel mehr sparen, damit wir überhaupt über die Runden kommen.“ Das Land habe sich bisher rund eine Million Euro eingespart, sagte Köfer: „Wir mussten etwa 400.000 Euro weniger an Lohnkosten verbuchen. Bei den Kosten für Material und Geräte haben wir uns etwa 600.000 Euro eingespart. Diese Million Euro wird, sollte sich die Wintersituation nicht verschlechtern, eins zu eins in die Kärntner Straßen fließen. Wir wollen schauen, dass wir im Frühling zu Instandsetzung der Fahrbahnen, mit finanziellen Mitteln ausgerüstet sind.“ Weniger Blechschäden Weniger Schnee und Eis auf den Straßen bedeuten auch weniger Unfälle und Blechschäden und daher auch weniger Aufträge bei den KarosserieFachwerkstätten. Der Winter ist allerdings noch nicht vorbei, die kommenden Tage werden es zeigen. Schneeräum-Dienste haben nichts zu lachen Eher weniger zu lachen haben Einzelunternehmer, die mit ihren Traktoren für die Schneeräumung in den Gemeinden verantwortlich sind. Sie können die Raten für ihre teuren Geräte oft nicht begleichen, nur ein paar wenige Fahrten stehen bei Kaernten.orf.at, 9.2.2016 (gekürzt) Winterdienste ziehen günstige Zwischenbilanz Der bislang milde und schneearme Winter hat den steirischen Straßenerhaltungsdiensten viel Geld gespart: Bis jetzt fiel der Materialaufwand um bis zu 25 Prozent geringer aus als in den letzten Jahren. Obwohl es manche Teile der Steiermark derzeit nicht vermuten lassen - für die steirischen Straßenerhalter war der Winter bis jetzt ein recht kostengünstiger: „Wir haben uns in zwei Berei- chen Geld gespart: einerseits bei den großen Einsätzen, die ja heuer flach gefallen sind, und andererseits bei den Streumitteln Split und Salz“, sagt Gerald Pichler von der Holding Graz. 9 die letzten Winter sehr mild“, so Regionalleiter Christian Krall. Im späten Frühjahr sei der Schneefall jedoch wieder nachgekommen, weswegen laut Krall eine endgültige Bilanz erst am tatsächlichen Winter-Ende möglich ist. Deutlich weniger Materialeinsatz Waren es etwa im Winter 2014/2015 noch 466 Tonnen Split und 2.000 Tonnen Salz, verbrauchten die Straßenerhalter bisher nur 357 Tonnen Split und 1.200 Tonnen Salz in diesem Winter - „das ist schon ein deutlicher Unterschied“, so Pichler. Im Unterschied zum Material bleibt der Personalaufwand aber gleich: Der Winterdienst müsse ständig in Bereitschaft sein. Seltene Einsätze auch für das Land Das Land Steiermark ist auf 5.000 Kilometern Landesstraßen für den Winterdienst zuständig. Größere Schneeräumeinsätze waren heuer bislang nur in der Obersteiermark nötig, „und auch da nur zu gewissen Zeiten - ich erinnere an die SkiflugWeltmeisterschaft, da war es besonders heftig“, berichtet Karl Lautner, Leiter der Abteilung Straßenerhaltungsdienst. Gleichbleibender Personalaufwand Ähnlich präsentiert sich die Situation auch bei der ASFINAG: „Bei den Materialkosten gibt es sicher Einsparungen von 25 Prozent, dabei waren auch steiermark.orf.at, 10.2.2016 Iveco forciert grüne Antriebstechnologie Der in Österreich mit vier Standorten vertretene Lkw-Hersteller Iveco investiert in Erdgasund Hybridantriebe. Der italienische Nutzfahrzeughersteller Iveco muss künftig verstärkt auf Gas- und Hybridfahrzeuge setzen, um im internationalen Konkurrenzkampf mithalten zu können. Die Tochter des Nutzfahrzeugherstellers CNH, die in Österreich mit der Iveco Austria GmbH präsent ist, wird deshalb stärker in alternative Antriebstechnologien investieren. reich. Mit vier eigenen Filialen in Wien, in Wöllersdorf, in Marchtrenk und Eugendorf bei Salzburg ist Iveco hierzulande präsent. „Neun Vertragshändler und 41 Vertragswerkstätten sorgen für die Betreuung der Kunden im Fahrzeugverkauf, im Servicebereich und in der Ersatzteilversorgung“, sagt Firmensprecherin Angelika Staudner. „Nutzfahrzeuge mit Erdgasantrieb kosten nur zehn Prozent mehr als jene mit Dieselmotoren. Ein Hybridfahrzeug kostet zwar 40 Prozent mehr, doch es ist leichter und man fährt es einfacher“, sagt Ivecos Markenchef Pierre Lahutte. Iveco beschäftigt in Österreich 156 Mitarbeiter und bildet derzeit zusätzlich 33 Lehrlinge in den eigenen Werkstätten und in kaufmännischen Berufen aus. Die Strategie, sich stärker in Richtung alternativer Antriebsarten zu orientieren, trägt bereits Früchte, sagt Lahutte. „Die Resultate und die Anerkennung, die wir auf internationaler Ebene erhalten, bezeugen, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“ Zu den Vorzeigemodellen zählt der neue Daily Electric, ein zu 100 Prozent elektrisches Fahrzeug mit Nullemission, das sich für den Einsatz in urbanen Gebieten wie für die Direktbelieferung oder den Personentransport eignet. Der Energieverbrauch konnte dank des geringen Gewichts der elektrischen Ausrüstung und der um bis zu 20 Iveco – das Unternehmen gehört wie CNH zum Fiat-Chrysler- Imperium – bietet eine Reihe von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben an. Die ersten Lkw mit Diesel-Vollhybrid-Antrieb sind bereits seit einigen Jahren auf Österreichs Straßen. Mit dem Hybrid-Lkw mit zwölf Tonnen Gesamtgewicht kann eine Nutzlast von bis zu 5,4 Tonnen transportiert werden. Iveco Austria ist Importeur für IvecoNutzfahrzeuge aller Gewichtsklassen für Öster10 Prozent verlängerten Lebensdauer der Batterie reduziert werden. Mit umweltfreundlichen Technologien hofft Iveco, seinen derzeitigen Marktanteil von 30 Prozent in Europa zu steigern und Resultate wie vor Beginn der Krise 2008 zu erzielen. 2015 meldete das Unternehmen einen Umsatz von 9,5 Milliarden US-$, was einem Plus von 4,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Wirtschaftsblatt, 10.2.2016 Unter neuem Stern Ihn hatte niemand auf der Rechnung: Dr. Felix Clary und Aldringen, jahrzehntelang im BMWKonzern tätig und seit 2012 Vorsitzender des Arbeitskreises der Automobilimporteure, wurde Mitte Jänner zum neuen Vorstand der Autohandelsgruppe Wiesenthal ernannt. Die Entscheidung des Aufsichtsrates kam aus mehreren Gründen überraschend: So war Clary sein Berufsleben lang für BMW tätig, während es sich bei WiesenthaI um eine Mehrmarkengruppe mit klarem Schwerpunkt auf Mercedes handelt. Außerdem war Clary stets Konzernmanager, seine Einzelhandelserfahrung beschränkt sich auf herstellereigene Betriebe und liegt Jahrzehnte zurück Zu guter Letzt ist ein Dreijahresvertrag für einen Siebenundsechzigjährigen, der sich bereits 2008 aus dem aktiven Berufsleben zurückzog, höchst ungewöhnlich. te dem Vernehmen nach nur an den Preisvorstellungen. Schlussendlich nahmen binnen weniger Wochen sowohl Langzeitvorstand Dr. Alexander Martinowsky als auch Finanzchef Mag. Thomas Obendrauf den Hut. Was erhofft man sich in dieser Situation von Clary? "Jetzt kann uns der Importeurssprecher beweisen, dass sich die Vorgaben der Hersteller im Autohausalltag umsetzen lassen", lautet der süffisante Kommentar mancher Beobachter. Doch viel aufschlussreicher ist es, sich die Qualitäten des NeoVorstands vor Augen zu führen: Er gilt als sachlicher Analytiker, gewandter Diplomat und erfahrener Verhandler. Die operative Führung eines Autohandelsunternehmens mag nicht zu seinen Stärken gehören - das Begleiten eines Verkaufsprozesses aber sehr wohl. Man darf auf die nächsten Schlagzeilen aus dem Hause Wiesenthal gespannt sein. Offene Fragen Dem gegenüber stehen große Herausforderungen bei WiesenthaI. Das Traditionsunternehmen sorgte in den vergangenen eineinhalb Jahren vor allem mit dem Verkauf profitabler Tochtergesellschaften für Schlagzeilen: Erst stieß man die USAktivitäten ab, dann gab man die österreichische Finanzdienstleistungsgesellschaft ab. Die Trennung von weiteren Unternehmensteilen scheiter- AUTO & Wirtschaft, Februar 2016 Autojahr 2016: Wenig Interesse an Hybridantrieb, Stromer & Co. Laut Roadmap der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE) soll im zweiten Halbjahr 2016 die Markthochlaufphase anbrechen. Doch zeigen deutsche Autokäufer bisher kaum Interesse an Stromern und Hybriden. Sinkende Ölpreise und wenig Dynamik bei den Neuerscheinungen deuten darauf hin, dass der Aufbruch ins Zeitalter postfossiler Mobilität weiterhin schleppend verlaufen wird. Mit dem Modell BUDD-e hat der Volkswagenkonzern auf der Consumer Electronics Show (CES ) in Las Vegas die Zukunft seiner Elektrifizierungsstra- tegie gezeigt: Im „Modularen Elektrifizierungsbaukasten“ (MEB) sind Karosserie, Interieur, Bauraumverteilung und Antrieb konsequent auf rein 11 elektrische Fahrzeuge ausgelegt. Bisher hatte VW alternative Antriebe stets in seinen herkömmlichen Serienmodellen verpackt – also Erdgas-, Hybrid-, Elektro- oder auch Brennstoffzellenantriebe im Golf, Passat, Caddy oder dem kleinen Up!. Klasse jeweils als Hybrid und Plug-In-Hybrid starten. Für 2017 kündigt die Marke einen Wasserstoff-GLC an – der Serieneinstieg in die Brennstoffzellentechnologie findet also anders als erwartet nicht in der B-Klasse statt. Während Toyota mit dem Mirai und Hyundai mit den ix35 Fuel Cell schon Serienfahrzeuge mit WasserstoffBrennstoffzelle anbieten und Honda im Frühjahr 2016 mit dem FCX Clarity nachzieht, bleiben BMW, VW und Audi bei dem imageträchtigen Thema zurückhaltend. Laut Planung der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE) müsste 2016 ganz im Zeichen des Markthochlaufs stehen. Von 2015 bis 2017 soll die Basis gelegt werden, damit 2020 – wie von der Bundesregierung angekündigt – 1 Mio. Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen unterwegs sind. Doch unter den Neuerscheinungen, die 2016 in die Läden rollen sollen, bleiben Stromer, Plug-InHybride und erst recht die für die Langstrecken favorisierten Brennstoffzellenantriebe klar in der Nische. Stattdessen bringen die Autohersteller jede Menge margenträchtige SUV mit konventionellen Verbrennungsmotoren. Der niedrige Ölpreis sorgt dafür, dass sich die trotz stark gesunkener Batteriepreise immer noch erheblichen Mehrkosten von Elektroantrieben gegenüber Benzinern und Dieseln nicht amortisieren. Deutsche Autohersteller zeigen sich reserviert beim Thema Wasserstoff-Brennstoffzelle So erklärt BMW auf Nachfrage: „Zu einem geeigneten Zeitpunkt werden wir in Form einer Konzeptstudie unsere Vorstellung eines Fahrzeugs mit Wasserstoff-Brennstoffzelle präsentieren. Zum heutigen Zeitpunkt besteht dafür kein Anlass“, meint Manfred Poschenrieder, BMW-Sprecher für Technolgie und Innovation. Und Audi erläutert: „Bei der Brennstoffzelle können wir jederzeit in die Serienfertigung einsteigen, wenn die Marktnachfrage und die Infrastruktur es rechtfertigen.“ Auch VW sieht sich durch die Arbeit an den Brennstoffzellenstudien von Golf und Passat „HyMotion“ technisch gerüstet, verweist aber auf die fehlende Infrastruktur und die nach wie vor sehr hohen Kosten der angebotenen Serienmodelle. So verlangt Hyundai für den ix35 Fuel Cell 65 450 €, Toyota für den Mirai 78 540 €. Ein ähnliches Preisniveau wird für Hondas FCX Clarity erwartet. Und so agiert die Branche verhalten. Die Elektroneulinge sind schnell aufgezählt. Der elektrische Smart als Zwei- und Viertürer wird 2016 auf den Markt kommen. Der BMWi soll dank neuer Batterietechnologie knapp 50 % mehr Reichweite erzielen. Hyundai bringt den Ioniq mit reinem Elektroantrieb oder wahlweise mit Hybrid- oder Plug-InHybrid. Teslas Flügeltürer Model X und möglicherweise im Herbst ein Opel-Ableger des in Detroit gefeierten Chevrolet Bolt sind zu erwarten. Audi sagte den VDI nachrichten, man werde 2016 im Bereich Elektromobilität „weitere Angebote für die Serie ebenso wie neue Technikträger und Studien vorstellen“, möchte dies aber nicht konkretisieren. Vor dem Hintergrund der Käuferzurückhaltung bei steuerbegünstigten Erdgasautos, die immerhin an über 900 deutschen und 3400 europäischen Tankstellen tanken können, dürfte die Nachfrage nach Brennstoffzellenmodellen vorerst gering bleiben. Denn sie können bundesweit an nicht einmal 50 Säulen tanken. Bis 2023 soll das Netz auf 400 Wasserstofftankstellen ausgebaut werden. BMW wird dem Plug-in Hybrid BMW X5 xDrive40e im Frühjahr mit dem 330e und dem 225e (Active Tourer) zwei weitere Modelle mit Stecker folgen lassen. Auch der BMW 740e ist angekündigt. Und auf die Frage wie es weitergeht, antworten die Münchner: „Wir haben das Ziel, mittelfristig möglichst in jeder Modellreihe ein elektrifiziertes Fahrzeug anzubieten, sofern ein Angebot im jeweiligen Fahrzeugsegment Sinn macht.“ Mercedes wird 2016 die Auslieferung des GLC und der E- Die Zurückhaltung der deutschen Hersteller bei Wasserstoffmodellen ist angesichts der enttäuschenden Resonanz auf ihre Erdgasfahrzeuge nachvollziehbar. Obwohl das steuerbegünstigte Gas zeitweise halb so teuer war wie Benzin und Diesel, und obwohl die Leistung der Erdgasmodel12 le dank modernen Turbomotoren mittlerweile auf dem Niveau von Benzinern liegt, greift kaum ein Käufer zu. Und so verzichtet mit VW – einer der wichtigsten Akteure im Erdgasmarkt – darauf, den neuen Passat als Erdgasmodell anzubieten. Wie es mit den Erdgas-Drillingen Up!, Seat Mii und Skoda Citigo, dem Golf oder dem Caddy auf Erdgasbasis weitergeht, wird mittelfristig noch zu entscheiden sein. Allerdings deuteten Vorträge kürzlich auf dem Wiener Motorensymposium an, dass demnächst ein Polo mit 1.0 TSI Erdgas-Aggregat kommen könnte. Daimler lässt – Stand heute – den bestehenden Erdgasmodellen im Pkw-Bereich keine weiteren folgen und wird auch in der neuen B-Klasse darauf verzichten. Die Technologie sei aber im Nutzfahrzeugbereich weiterhin sehr interessant, lässt das Unternehmen wissen. BMW sieht zwar die Möglichkeit, Emissionen mit Erdgas um ein Fünftel zu reduzieren. Doch sei die Nachfrage nicht hoch genug, um ein Angebot umzusetzen. Poschenrieder: „Technisch sind wir in der Lage, einen Erd- gasantrieb anzubieten, doch wir konzentrieren uns derzeit auf die Entwicklung elektrifizierter Serienfahrzeuge.“ Dagegen wird Audi 2016 den neuen A4 Avant g-tron bringen, der auf bivalenten Betrieb mit Audi E-Gas, Erdgas und Otto-Kraftstoff ausgelegt ist. Das E-Gas produzieren die Ingolstädter in einer eigenen Methanisierungsanlage in Niedersachsen gänzlich aus Windstrom. Möglicherweise wird der ein oder andere Kunde den Weg in die Elektromobilität einschlagen. Doch wer in gängigen Automagazinen durch die über 160 angekündigten Neuheiten für das Modelljahr 2016 blättert, wird darin kaum einen Stromer finden. Es bleibt, wie es war. Ein Markthochlauf findet nur im SUV-Segment statt. Mit Benzin- und Dieselmotoren. Die Botschaften des Weltklimagipfels in Paris sind noch nicht in den Automobilmarkt vorgedrungen – weder zu den Käufern noch zu den Herstellern. VDI nachrichten, 29.1.2016 LUFTFAHRT Ökostrom an Bord: Easyjet plant Brennstoffzelle für Flugzeuge Mit Ökostrom über die Landebahn: Der britische Billigflieger Easyjet hat ein Konzept für einen umweltschonenden Antrieb seiner Flugzeuge am Boden vorgestellt. Zum Einsatz soll eine Wasserstoff-Brennstoffzelle kommen. Der Hydrogen Cell Container enthält Brennstoffzelle und Batterien 13 Über sechs Millionen Kilometer im Jahr legen die Flugzeuge von Easyjet am Boden zurück. Beim Rollen über die Landebahnen fallen rund vier Prozent des gesamten Kerosinverbrauchs der Flotte an. Wie könnte das umweltfreundlicher - und billiger - gehen? sche in elektrische Energie umgewandelt und ebenfalls gespeichert werden - ähnlich wie bei dem unter dem Namen KERS bekannten System der Formel 1. Brennstoffzelle wie Batterie sollen als sogenannter Hydrogen Cell Container im Frachtraum untergebracht werden. Genug Platz hätte der Billigflieger dort ja - seine Kunden fliegen vorzugsweise mit Handgepäck. Die Ingenieure des britischen Billigfliegers wollen ein Konzept dazu schon in diesem Jahr als Prototyp testen: ein Zero Emission Hydrogen Fuel System, das um eine Wasserstoff-Brennstoffzelle herum aufgebaut sein würde. Die Brennstoffzelle an Bord produziert aus Wasserstoff und Sauerstoff Energie, die zunächst in Batterien gespeichert wird. Mit der gewonnenen Energie könnten unter anderem Elektromotoren in den Rädern angetrieben werden, was die Maschinen außerdem manövrierfähiger machen würde. Als Abfall aus der Brennstoffzelle würde lediglich klares Wasser anfallen, wie das Unternehmen mitteilt. Dieses aber könnte in das bordeigene Wassersystem geleitet und etwa für die Toilettenspülung und zum Händewaschen genutzt werden. Außerdem soll über ein Energierückgewinnungssystem beim Bremsen auf der Landebahn kineti- Energierückgewinnung: Bremsenergie lädt Batterien auf Ein ähnliches Konzept haben Airbus und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) bereits 2012 getestet. Das Forschungsflugzeug "A320 Atra" wurde mit Elektromotoren an den Bugrädern und einer Brennstoffzelle im hinteren Frachtraum ausgerüstet und rollte so angetrieben versuchsweise über den Hamburger Flughafen. Laut DLR könnten damit zum Beispiel am Frankfurter Flughafen bis zu 19 Prozent der Emissionen und fast 100 Prozent des Lärms beim Rollvorgang vermieden werden - würden alle Flugzeug dafür eine Brennstoffzelle nutzen. Außerdem entwickelt das DLR auch Flugzeuge, die mit Brennstoffzellen-Energie in der Luft unterwegs sein können: 2009 hob der umgebaute Segelflieger "Antares DLR H2" in Hamburg zum Erstflug ab. In Stuttgart stellte das DLR im vergangenen November das viersitzige Flugzeug "HY4" mit zwei Rümpfen und Wasserstoff-Brennstoffzelle14 Batterie-System vor. Im Sommer 2016 soll der Jungfernflug stattfinden. ne Flotte umrüsten: 50.000 Tonnen an Treibstoff im Jahr und die damit verbundene CO2-Emission will die britische Airline mit den HybridFlugzeugen einsparen. "Das Konzept ist sowohl eine Zukunftsvision als auch eine Herausforderung an unsere Partner und Zulieferer, neue Möglichkeiten der CO2-Reduzierung zu finden", sagt Easyjets Chefingenieur Ian Davies. Easyjet-Chefingenieur: "Ein langer Weg" Easyjet setzt statt auf neu entwickelte Flugzeuge auf ein Brennstoffzellen-Batterie-Hybridsystem für den Boden und will anscheinend seine vorhande- Green Taxi System: Mit Oköstrom über das Rollfeld Bis die gesamte Flotte mit Brennstoffzellen umgerüstet ist, sei es aber noch ein langer Weg, sagte Davies laut CNN. "Wir werden das Konzept drei bis fünf Jahre entwickeln und hoffen, dass wir dann die großen Flugzeugbauer überreden können, es in den folgenden 5 bis 15 Jahren umzusetzen." Ein erster Prototyp sei aber schon für dieses Jahr geplant. Die Easyjet-Techniker haben sich von Studenten der Cranfield University in Bedfordshire inspirieren lassen. Diese hatten für einen Wettbewerb des Unternehmens Visionen entwickelt, wie die "Zukunft des Fliegens" im Jahr 2035 aussehen kann. Heraus kamen außerdem dynamische Flugzeugflügel, Karbonfasersitze mit eingebauten Smartphone-Ladegeräten und Außenbeschichtungen, die einer Haifischhaut nachempfunden sind. Spiegel Online, 4.2.2016 Zahlreiche gesetzwidrige Klauseln in Gutschein-Bedingungen von AUA und Air Berlin Urteile bestätigen Rechtssicht des VKI, der mit Verbandsklagen vorging Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) klagte im Auftrag des Sozialministeriums zahlrei- che Klauseln in den Gutschein-Bedingungen von Air Berlin und Austrian Airlines. So schlossen etwa 15 beide Fluglinien aus, dass ihre Kunden mehrere Fluggutscheine innerhalb einer Buchung kombinieren können. In beiden Verbandsklagen entschieden nun vor kurzem das Oberlandesgericht Wien bzw. der Oberste Gerichtshof, dass diese und weitere Klauseln gesetzwidrig sind. Nicht zuletzt sahen die Gerichte das Verbot der Barauszahlung von Restwertguthaben als gesetzwidrig an. Dieses stellte die Konsumentinnen und Konsumenten aufgrund der Stückelung der verfügbaren Gutscheine und des Kombinationsverbotes vor Probleme. Denn diese hätten entweder die Wahl gehabt, den Restwert verfallen zu lassen oder nochmals eine Reise buchen zu müssen. „Besonders erfreulich ist, dass der OGH in dieser Konstellation das Verbot einer Barauszahlung von Restguthaben als gesetzwidrig erkannt hat“, betont Mag. Joachim Kogelmann, zuständiger Jurist im Bereich Recht des VKI. Kritik übten die Gerichte etwa auch daran, dass Fluggutscheine nur für bestimmte Flüge eingelöst werden konnten, der Weiterverkauf der Gutscheine untersagt wurde oder bei „Missbrauchsverdacht“ eine Sperre des Gutscheines in Aussicht gestellt wurde. Weiters kippten die Gerichte jene Klauseln, die besagten, dass bei Flugstornierungen oder bei einer Sperre des Gutscheins keine Rückerstattung des Flugpreises erfolgen soll. Presseaussendung Verein für Konsumenteninformation, 9.2.2016 Weltweite CO2-Grenzwerte für Flugzeuge Für Flugzeuge soll es künftig erstmals Obergrenzen beim Emissionsausstoß geben. Neue Flugzeugtypen unterliegen den neuen Standards ab 2020, die für kleine und große Maschinen gleichermaßen gelten, wie die Internationale Zivilluftfahrt-Organisation (ICAO) mitteilte. Neu gebaute Maschinen bereits existierender Modelle müssen die Vorschriften ab 2023 erfüllen. Die neuesten Modelle der beiden Flugzeughersteller wie die Boeing 737 MAX und der Airbus A320neo sind von den neuen Vorschriften nicht betroffen, da sie die Emissionsgrenzwerte bereits einhalten. Andere Flugzeuge wie etwa die Boeing 747 und 777 sowie der A380 und A330 müssen dagegen technisch verbessert werden, um den Ausstoß zu reduzieren. Sechs Jahre lang hatten Vertreter aus 22 Ländern über die Grenzwerte für den CO2-Ausstoß verhandelt, die für nationale Luftverkehrsbehörden rund um den Globus verbindlich werden sollen. Umweltschützern gehen sie aber nicht weit genug, weil Flugzeuge, die bereits in Betrieb sind, davon ausgenommen seien. „Die neuen Regeln werden die Budgets für Forschung und Entwicklung bei den Flugzeug- und Motorenbauern beeinflussen und werden dafür sorgen, dass die Firmen auch künftig einen Fokus darauf legen“, sagte ein Brancheninsider. Boeing erklärte, die neuen Regeln seien ehrgeizig. Sie sollten aber Teil des Zulassungsprozesses werden. Die neuen Flugzeugtypen des US-Herstellers seien bereits so gebaut, dass sie die Grenzwerte einhielten oder sogar deutlich darunter lägen. Der europäische Rivale Airbus erklärte, bei den aktuellen und künftigen Modellen in die deutliche Verringerung von Kerosinverbrauch, CO2-Ausstoß und Lärm zu investieren. Die Schätzungen von Experten über die Reduzierung des CO2-Ausstoßes nach Inkrafttreten der neuen Grenzwerte unterscheiden sich stark. Die US-Regierung geht davon aus, dass die Emissionen zwischen 2020 und 2040 um 650 Millionen Tonnen sinken. Umweltverbände rechnen dagegen nur mit rund 300 Millionen Tonnen oder noch weniger. Schätzungen gehen auseinander Insidern zufolge will die zu den Vereinten Nationen gehörende Organisation ICAO manche Flug- Neueste Modelle bereits darunter 16 zeugtypen von den neuen Branchenstandards ausnehmen. Darüber solle aber nicht vor Herbst entschieden werden. Gegen Ende des Jahres werden die Regeln formal festgelegt. Bei dem im De- zember erzielten Klimaabkommen in Paris wurde der Bereich Luftfahrt nicht berücksichtigt. News.orf.at, 9.2.2016 AUA transportierte im Jänner mehr Passagiere Die Austrian Airlines, mit Sitz in Schwechat (Bezirk Wien-Umgebung), haben im Jänner mehr Passagiere befördert. Die Anzahl der Fluggäste legte im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,6 Prozent auf 617.000 zu. Die verkauften Sitzkilometer (Passagiere mal geflogenen Kilometern) stiegen im vergangenen Monat im Vergleichszeitraum zum Vorjahr um 4,7 Prozent auf 1,14 Millionen. Damit hat die Österreich-Tochter der deutschen Lufthansa mit Ausnahme der Billigschiene Eurowings in der Gruppe das größte Wachstum erzielt. hat im Jänner 7 Mio. Passagiere befördert (plus 2 Prozent im Vergleich zum Jänner 2015). Die Lufthansa selber steigerte die Passagierzahl um 1,4 Prozent (auf 4,18 Mio.), während es bei Swiss einen Rückgang um 0,9 Prozent (auf 1,19 Mio.) gab. Eurowings hat die Passagierzahl hingegen um 9,1 Prozent auf 1 Mio. erhöht. Die verkauften Sitzkilometer boomten mit einem Plus von 48,8 Prozent auf 1,09 Mrd., die Auslastung stieg um 6,7 Prozentpunkte auf 72,1 Prozent. Dabei wurde die Zahl der Flüge nur um 2,6 Prozent ausgeweitet auf 11.752. Hier schlug die Aufnahme von Langstreckenflügen durch. Auslastung ist zurückgegangen Da die AUA zugleich um 7,1 Prozent mehr Sitzkilometer angeboten hat, ist die Auslastung um 1,6 Prozentpunkte auf 70,4 Prozent zurückgegangen. Die Anzahl der Flüge stieg um 1,7 Prozent auf 9.052, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Die gesamte Lufthansa-Gruppe mit den Töchtern Lufthansa (Passage), Swiss, AUA und Eurowings noe.orf.at, 9.2.2016 TRANSPORTWIRTSCHAFT / LOGISTIK Auf Expansionskurs Top-Logistik-Zentren: Das neue Güterzentrum Wien Süd geht Ende 2016 in den Teilbetrieb. Das Cargo Center Graz setzt auf One-Stop-Shopping, und kara expandiert in den Gewerbepark Eibesbrunn. Der Countdown für den Start des von den ÖBB gebauten neuen Güterzentrums Wien Süd in Inzersdorf läuft auf Hochtouren. Ende dieses Jahres wird dort der Teilbetrieb gestartet, bis dahin wer- den alle infrastrukturseitigen Arbeiten abgeschlossen sein. Mit Fahrplanwechsel 2016/2017 wird der Terminalbetrieb mit zwei Portalkränen begonnen, avisiert Michael Braun, Sprecher der 17 ÖBB-Holding gegenüber Verkehr. Derzeit laufen die Unter- und Oberbauarbeiten, wird die Rampe für das Wagenladungsgleis verlegt und laufen die Vorarbeiten für die Montage der Portalkräne, die im Mai auf das Areal kommen. Im Oktober wird der Terminal auch über die Anschlussstelle zur Schnellstraße S1 erreichbar sein. In der ersten Betriebsphase starten der Umschlag im Kombinierten Verkehr und Wagenladungsverkehr, in der zweiten wird die Kontraktlogistik im Güterzentrum Wien Süd, wie der Terminal künftig offiziell heißen wird, Einzug halten. Mit der sukzessiven Inbetriebnahme werden gleichzeitig die Tätigkeiten auf dem Wiener Nordwestbahnhof zurückgefahren und nach und nach aufgelassen, soll heißen: Zum genannten Fahrplanwechsel wird der Terminalbetrieb eingestellt. sind dabei der tägliche Ganzzug-Shuttle (10 Umläufe pro Woche) zwischen dem Hafen Koper und Werndorf, Kooperation mit neutralen Betreibem, Konzept für alternative Routen und Trucking sowie verschiedene Value Added Services einschließlich Vermittlung und Vermietung von Lagerfazilitäten. Die Logistik-Plattform mache das Alleinstellungsmerkmal des CCG aus, ist Steindl überzeugt. Diese fungiere als neutraler 4th-partyLogistik-Provider für alle wesentlichen Dienstleistungen (Schienenhauptlauf, Verzollung, Trucking etc.) zwischen dem Seehafenterminal Koper und den Kunden. Der Koper-Shuttle ist übrigens ein Zugprodukt, das sich im Vorjahr seinen Worten zufolge sehr positiv entwickelt habe und 2015 eine Volumensteigerung von 20 Prozent gegenüber dem Jahr zuvor erreichte. Grund genug also, das CCG künftig noch stärker als österreichische Hinterlanddrehscheibe für Koper zu positionieren. Über diese Drehscheibe will der gebürtige Oberösterreicher mehr und mehr Ladung aus seinem Heimatland via Werndorf nach Koper lotsen. Dieses Mehr soll über die Schiene nach Süden kommen, geplant ist daher der Ausbau der Zugfrequenzen von Oberösterreich nach Wemdorf auf drei bis vier Fahrten pro Woche. Dank staatlicher Subventionierung der Anschiebelok für Güterzüge über die Pyhrnstrecke wird der Transportpreis Richtung Koper für oberösterreichische Verlader und Operateure günstiger, doch der sinkende Ölpreis nimmt diesen Bonus derzeit wieder weg. Für Verlader im Norden Österreichs werde Koper immer interessanter, weil Reeder mit ihren Schiffen aus Asien direkt nach Koper kommen, was die Laufzeit der Container und zugleich auch die Kosten reduziert. Derzeit sind 42 Firmen im Bereich des CCG angesiedelt mit 1.350 Beschäftigten. Betrieben wird das Güterzentrum von der ÖBBeigenen Firma Terminal Service Austria (TSA) als neutraler Betreiber, der seine Leistungen neben den ÖBB auch anderen potenziellen Terminalnutzern anbietet. Braun: "Der Terminal ist grundsätzlich für alle Logistikdienstleister auf der Schiene zugänglich." Angesprochen auf eine mögliche Rollenverteilung im Handling der Verkehrsströme zwischen Wiener Hafen und Inzersdorf gibt Braun eine klare Antwort: "Es gibt keine Rollenverteilung. Auf dem freien Markt können beide Akteure ihre Leistungen anbieten. Wir konzentrieren uns auf unsere Markterfordernisse." 40 Mitarbeiter werden in Inzersdorf arbeiten und in der Lage sein, pro Jahr bis zu 420.000 ITE (Intermodale Transporteinheiten) umzuschlagen. Im ersten Betriebsjahr liegt die Kapazität bei rund 210.000 ITE. Der von der ÖBB Infrastruktur AG errichtete Terminal wird per Saldo weniger kosten als geplant, nämlich 272 Mio. Euro anstatt der kalkulierten 300 Mio. Euro. Die reduzierten Baukosten beziehen sich auf den Rahmenplan 2016 bis 2021 - vorausvalorisiert auf das Projektende -, erklärt Braun das Billigerwerden. kara expandiert nach Eibesbrunn Der Betreiber des Logistikzentrums Wien Nord, die kara Handelsgesellschaft. hat 2016 die Zeichen auf Expansion in den Gewerbepark Eibesbrunn in der Gemeinde Großebersdorf gestellt. Die beiden Hallen in Hagenbrunn sind voll ausgelastet, weshalb die Expansion notwendig sei, so Edik Plätzer, Geschäftsführer von kara. Im Laufe dieses Jahres wird in Eibesbrunn eine dritte Halle mit 24.000 m2 Lager- und 1.800 m2 Bürofläche gebaut, 2017 können die Mieter schon einziehen. 70% der Ka- Cargo Center Graz forciert Logistik-Plattform Das Cargo Center Graz, im Ranking europäischer Logistik-Zentren auf Platz 18 unter den 20 prominentesten Logistikzentren in Europa gereiht, fährt mit seiner Logistik-Plattform-Strategie ganz gut, wie Christian Steindl, Geschäftsführer des CCG, gegenüber Verkehr betont. Zentrale Elemente 18 pazitäten sind schon vorreserviert, zeigt sich Plätzer zufrieden. 6.000 m² Bürofläche sind noch zu haben - in Planung ist auch eine vierte Halle. Gebäudefunktionalität, Lage der Hallen mit Anbindung an die Infrastruktur sowie ein attraktiver Mietzins, gepaart mit betriebsoptimiertem Gebäudedesign, seien Gründe für die erfolgreiche Vermarktung der Immobilien, ist der Manager überzeugt. kara ist auch in Bratislava mit einem Logistikzentrum präsent und bietet dort Lagerflächen von 2.000 bis 40.000 m2 an. Sowohl in Hagenbrunn als auch in Bratislava sind Logistiker, wie beispielsweise Kühne & Nagel, Schachinger, UI Logistics und Nagel, eingemietet. Verkehr, 29.1.2016 Flächendeckende Lkw-Maut ist Anschlag auf die Nahversorgung im ländlichen Raum Mit Werbeaktionen in allen Bundesländern will die Wirtschaftskammer gemeinsam mit den Bundes- und Landessparten Transport und Verkehr die Öffentlichkeit über die nachteiligen Folgen einer flächendeckenden Maut für Lkw und Autobusse aufklären. „Niemand nämlich hat ein Verständnis dafür, dass letztlich die Konsumenten die geplante Maut werden zahlen müssen. Alle Güter, die nicht über das hochrangige Straßennetz transportiert werden, würden durch diese Maut jede Person in Österreich pro Jahr mit rund 63 bis 77 Euro Mehrkosten belasten“, erklärt Franz Penner, Spartenobmann Transport und Verkehr in der NÖ Wirtschaftskammer, gegenüber dem NÖ Wirtschaftspressedienst. Laut Expertenberechnungen würden sich für die heimische Wirtschaft zusätzliche Gesamtkosten von rund 600 Millionen Euro ergeben. Firmenchefs darin einig, dass Lkw-Lieferungen in ländliche Gebiete erheblich teurer würden. Da die flächendeckende Lkw- und Autobus-Maut den internationalen Transitverkehr kaum berühren würde, käme sie als „hausgemachter“ StandortNachteil für die heimischen Unternehmen in ganz Österreich voll zur Wirkung. 85 Prozent sämtlicher Gütertransporte werden in Österreich auf dem niederrangigen Straßennetz abgewickelt. „Daher ist absehbar“, sagt Franz Penner, „dass die Verteuerung auch zum Absterben von Versorgungsstrukturen im ländlichen Raum führen wird. Denn die Wege der Nahversorgung lassen sich nicht verschieben.“ Bis Mitte Februar laufen die Gespräche mit den Vertretern der Bundes- und Landessparten über die weitere Vorgangsweise. „Wir hoffen, dass es uns im Interesse der Wirtschaft und unserer Bevölkerung gelingt, diese unnötige Maut zu verhindern“, betont Spartenobmann Franz Penner. In einer Aussprache mit namhaften niederösterreichischen Unternehmern, darunter dem Geschäftsführer der Brauerei Zwettl, dem Geschäftsführer von J. u. A. Frischeis und dem Logistik-Chef der Firma AGRANA, waren sich Penner und die NÖ Wirtschaftspressedienst, 29.1.2016 19 ITS/AUTONOMES FAHREN Ford testet autonomes Fahren im Schnee Autonomes Fahren im Schnee – geht das? Ford ist jetzt der erste Hersteller, der das testen will. Der US-Autobauer absolviert diese Winter-Testfahrten im US-Bundesstaat Michigan. Darüber hinaus erprobt der OEM seine autonom fahrenden Entwicklungsfahrzeuge auch in Mcity. Hierbei handelt es sich um ein fast 130.000 Quadratmeter großes Testgelände der Universität Michigan, das eine urbane Umwelt simuliert. “Autonomes Fahren bei perfekten Witterungsverhältnissen ist die eine Sache”, erklärt Jim McBride, der Chefentwickler für autonome Fahrzeuge bei der Ford Motor Company. “Aber es ist etwas völlig Anderes, ein Fahrzeug zu entwickeln, das auch dann sicheres autonomes Fahren ermöglicht, wenn die Sensoren die Straße nicht erkennen können, weil sie mit Schnee bedeckt ist. Es herrschen eben nur selten ideale Witterungsbedingungen. Daher testen wir unsere autonom fahrenden Autos auch bei winterlichen Bedingungen. Schließlich leben viele unsere Kunden in Gebieten, in denen Schneefälle keine Seltenheit sind.” 3D-Karten, die eine digitale Darstellung der Umgebung des Fahrzeugs ermöglichen – inklusive sämtlicher Informationen zu Straße, Fahrbahnmarkierungen, Verkehrszeichen, Geographie, Orientierungspunkten sowie Topographie. Dieses Kartenmaterial basiert auf Daten, die ein autonom fahrendes Auto von Ford in der Testumgebung bei idealen äußeren Bedingungen erfasst. Dabei analysiert das System automatisch wichtige Umgebungspunkte wie etwa Verkehrszeichen, Bäume und Gebäude. Sobald das Auto die Fahrbahn aufgrund von widrigen Witterungsbedingungen nicht mehr erkennen kann, bestimmt es seinen exakten Standort anhand typischer Umgebungspunkte. Dank des speziellen Kartenmaterials soll es nun die Fahrt somit auch bei schwierigen äußeren Bedingungen sicher fortsetzen können. Die Software für das autonome Fahren nutzt auch sämtliche Daten der integrierten Sicherheitssysteme wie etwa des ESP sowie der Traktionskontrolle. Diese kommen insbesondere im Winter bei rutschigen Fahrbahnbedingungen zum Einsatz. Ziel ist es, dass das autonom fahrende Auto widrige Straßenverhältnisse erkennt und entscheiden kann, ob und für wie lange ein sicheres Fortsetzen der Fahrt möglich ist. Bei schneebedeckter Straße oder hohem Verkehrsaufkommen jedoch können weder LiDAR noch andere Sensoren wie zum Beispiel Kameras die Fahrbahn erkennen. Gleiches gilt, wenn die Sensoren von Schnee oder einer Schmutzschicht bedeckt sind. In Anbetracht dieser Herausforderung entwickelte Ford in Zusammenarbeit mit Experten der Universität Michigan ein System, mit dessen Hilfe ein autonom fahrendes Fahrzeug auch bei schneebedeckter Straße die Fahrspur erkennt. So verfügen die Prototypen über virtuelle Automobil Produktion, 12.1.2016 Google Car: Induktionsladung für selbstfahrende Autos geplant Das Unternehmen möchte damit seiner Vision des komplett autonomen Fahrzeuges näher kommen. Worin besteht der Sinn eines elektronischen, selbstfahrenden Autos, wenn man es trotzdem selbst aufladen und anstecken muss? Mit dieser Frage beschäftigt sich momentan die Google20 Mutterfirma Alphabet. Wie die Technologieseiten IEE Spectrum und Golem.de berichten, plant Google künftig, seine selbstfahrenden Autos per Induktion aufzuladen. Das soll mühsames Laden mit dem Stromkabel ersetzen. Google dann austauschen. Das kabellose Aufladen sei essentiell, um die Vision von selbstfahrenden Autos zu erfüllen, erklärt der GoogleVerantwortliche für selbstfahrende Autos, Chris Urmson. Er kenne unzählige Menschen, die auf diese neue Technologie angewiesen seien. Die Zulieferer Hevo Power und Momentum Dynamics stellten bei der US-Regulierungsbehörde FCC (Federal Communications Comission) bereits einen entsprechenden Antrag. Beide Unternehmen sollen Ladestationen auf dem Gelände des Google-Firmensitzes im kalifornischen Mountain View und der nahen Zweigniederlassung in Casle einbauen, die dann die autonom fahrenden Fahrzeuge aufladen sollen. Das Google-Projekt steckt momentan aber noch in den Kinderschuhen: Der Internetgigant gibt offiziell keine Stellungnahme ab. Auch Momentum Dynamics und Hevo Power bestreiten eine Zusammenarbeit. Google mit Induktionsfahrzeugen nicht alleine Google-Autos sind nicht die einzigen, die zukünftig mittels Induktion geladen werden sollen: Porsche will Besitzern des Elektrosportwagens Mission E Induktionsladestation für die heimische Garage anbieten. Einige Busse der Berliner Verkehrsbetriebe BVG arbeiten bereits mit Induktionsladestationen im Straßenboden. Und auch in England wurde eine Teststrecke auf der Autobahn eröffnet, die das Aufladen von Elektroautos während der Fahrt ermöglichen soll. Das System klingt einfach: Die Autos sollen selbst auf Ladepunkte fahren und mithilfe von magnetischer Induktion den Ladevorgang starten. Mit im Boden eingelassenen Spulen wird getestet, ob das Aufladen auch während der Fahrt möglich ist. Funktioniert die Induktionsladung, könnten zukünftig kleinere, leichtere Batterien in die Fahrzeuge eingebaut werden. Damit reduziert sich nicht nur das Gewicht, sondern auch der Preis der autonomen Google-Fahrzeuge - die teuerste Komponente, die großen Batterien, könnte DiePresse.com, 8.2.2016 Lotterie des Sterbens Bei selbstfahrenden Autos entscheidet der Rechner über Leben und Tod. Darf er notfalls auch die Insassen opfern? Über die Abgründe einer neuen Maschinenethik. Eines Tages wird es geschehen, so oder ähnlich: Ein selbstfahrendes Auto saust übers Land, der Computer lenkt. Der Fahrer hat es gemütlich, er liest Zeitung. Da hüpfen drei Kinder auf die Straße, links und rechts stehen Bäume. In diesem Augenblick muss der Computer entscheiden. Wird er das Richtige tun? Drei Menschenleben hängen davon ab. Nein, vier. Der Computer könnte ja auch zu dem Schluss kommen, es sei unter diesen Umständen am besten, den Fahrer zu opfern. Dann setzt er den Wagen an den Baum. Und warum auch nicht? Sollen lieber drei Kinder sterben? Kein schönes Ende für unseren Fahrer. Die Visionäre vom selbstfahrenden Auto dagegen machen es sich leicht: Der Mensch rollt entspannt dahin, sagen sie, bequem und sicher wie in der Eisenbahn. Aber es wird immer Unfälle geben, die nicht zu vermeiden sind: Kinder aus dem Nichts, jäh kreuzende Motorradfahrer oder ein schleudernder Bruchpilot auf der Gegenspur. Was dann? Bis der Mensch aus der Zeitung auftaucht und die Lage peilt, ist es zu spät. Die Maschine allein muss in so einem Szenario ausrechnen, was zu tun ist; sie ist hoffentlich darauf programmiert, den Schaden möglichst gering zu halten. Das heißt aber auch: Damit urteilt sie über Leib und Leben der Beteiligten. 21 Ob die Gesellschaft das erträgt? gepackt ist mit Sensoren und optischen Abstandsmessern. Kameras sorgen für stete Rundumsicht. Bald kann er, mittels Gesichtserkennung, womöglich auch Alter und Geschlecht der Unfallbeteiligten einschätzen. Die Frage stellt sich eher früher als später. Erstaunlich schnell kam die Technik voran; bald könnten die ersten Autos einsatzreif sein, die ganz ohne Eingriffe des Fahrers auskommen - auf den Autobahnen schon 2020, wenn es nach den Optimisten geht. Ein paar Jahre später wäre es dann im gesamten Straßennetz so weit. Es ist, als könnte ein Fahrer mitten im Unfallgeschehen gleichsam den Film anhalten: Dann sähe er vor sich die Kinder, mitten auf der Straße - aber zugleich auch schon das voll besetzte Auto, das von hinten viel zu schnell herangerast kommt. Viele Hersteller, von Daimler bis Tesla, haben selbstfahrende Autos in Arbeit; allen voraus eilt Google. Der Suchmaschinenkonzern wagt auch die verwegenste Prognose. Chris Urmson, Projektleiter des Google-Autos, sagte kürzlich, sein älterer Sohn dürfe in vier Jahren den Führerschein machen: "Wir wollen, dass er dann gar keinen mehr braucht." Und was nun? Vollbremsung oder nicht? Der Computer hat die Wahl. Selbst in extremer Zeitnot kann er annähernd kalkulieren, was geschieht, wenn er so oder so handelt. Er ist imstande, rational zu entscheiden, und deshalb muss er das auch. Er kann nicht einfach panisch bremsen oder drei Kinder überfahren, wenn es einen weniger schlimmen Ausgang gibt. Der Computer wäre sicherlich der bessere Fahrer nie abgelenkt, reaktionsstark und stets im Bilde über das Verkehrsgeschehen ringsum. Sollte er das Steuer übernehmen, dürfte die Zahl der Unfälle stark sinken. Dafür wird es andere Unfälle geben, neuartige und verstörende. Denn künftig wird so manches Opfer vorher ausgesucht. Das Auto wählt, wen es verletzt und wen es verschont - im Grenzfall auch: wer weiterleben darf und wer nicht. Dagegen nimmt sich der gute alte Verkehrsunfall fast gemütlich aus. Nur: Ist der Tod des unschuldigen Fahrers weniger schlimm? Solche Fragen wirft die Zukunft auf, und Philosophen sind bereits zur Stelle. Mit leicht sadistischer Einfallsfreude denken sie sich künftige Unfallszenarien aus, eines abgründiger als das andere. Die Aufgabe jeweils: Berechnen Sie den geringstmöglichen Schaden. Vergleichsweise einfach ist noch die Wahl zwischen zwei Fußgängern. Ein Kind läuft auf die Straße, das Auto könnte nur noch auf den Gehweg ausweichen. Dort schiebt eine Greisin ihren Rollator. Dem Kind stehen, statistisch gesehen, noch viele Lebensjahre bevor. Die Greisin hätte viel weniger zu verlieren. Dennoch: Darf ein Auto zum Zwecke der Schadensminderung die arglose Dame töten? Ein menschlicher Fahrer hat kaum eine Wahl, wenn es passiert: Er steigt in die Bremse, reißt das Steuer herum, lenkt hierhin oder dorthin, streift Passanten, kracht in ein anderes Auto oder gegen einen Baum. Egal, was er tut: Wer wollte ihn für die Reflexe einer Schrecksekunde haftbar machen? Selbst wenn der Unglücksfahrer sieben Fußgänger an der Ampel überrollt, weil er einem Kind ausweichen wollte, das ihm vor die Stoßstange lief: Schicksal! Heikler wird es, wenn indirekte Personenschäden zu kalkulieren sind. Angenommen, zwei Autos kommen entgegengebraust, links ein Volvo, rechts ein Kleinwagen, der halsbrecherisch überholt. Ein Zusammenstoß ist unausweichlich. Der computergelenkte Wagen kann den dicken Volvo rammen, der wohl mit ein paar Beulen in der Panzerung davonkäme. Oder aber er zerknüllt den Kleinwagen und nimmt den Tod der Insassen in Kauf. Niemand trifft überlegte Entscheidungen im Augenblick höchster Not. Da walten nur noch die uralten Paniksysteme eines Lebewesens, das sich retten will. Ganz anders der Computer. Er kennt kein Entsetzen, er bleibt kalt und jederzeit zurechnungsfähig. Im Nu analysiert er die Lage, tausendmal schneller als der Mensch. Er lenkt zudem ein Auto, das voll- Ein Computer, der auf geringstmögliehen Schaden programmiert ist, müsste den Kleinwagen ver22 schonen. Aber ist das gerecht? Zumindest VolvoFahrer werden Einwände haben. Wer will schon in einem rollenden Rammbock sitzen, der im Umkreis von Kollisionen wie magisch die autonomen Autos auf sich zieht? Suche nach Opfern. Es gibt noch eine Gattung von Maschinen, die über Leben und Tod entscheiden könnten: Killerdrohnen finden vielleicht bald ohne Bodenpiloten ihr Ziel. Auch das selbstfahrende Auto braucht, wie die Drohne, einen Algorithmus, der Zielpersonen aufspürt - nur dass es im Straßenverkehr um einen vorgeblich höheren Zweck geht: den geringstmöglichen Schaden an Leib und Leben. Im Beispielfall kommt die Schuldfrage hinzu; schließlich war der Kleinwagen auf der falschen Spur. Sollte ihm der Computer dafür nicht einen Abschlag in Rechnung stellen? Gibt es Auswege aus dem Dilemma der Autonomie? Das sind nur Gedankenspiele zum Eingewöhnen. Aber es wird zu Unfällen kommen, die ihnen ähneln - und jeder einzelne dürfte Aufsehen erregen. Fachleute diskutieren sogar schon den Losentscheid. In Grenzfällen könnte ein Zufallsgenerator in der Steuersoftware auslosen, ob es das Kind auf der Straße oder die betagte Passantin auf dem Gehweg trifft. Aber eine Lotterie der Opfer klingt erst recht unmenschlich. Außerdem: Was nützt der Computer am Steuer, wenn er am Ende doch wieder kopflos wie ein Mensch reagieren soll? Natürlich ist es nicht der Computer, der in der Schrecksekunde entscheidet. Er ist nur eine Maschine, er braucht eindeutige Regeln, eine Software, ein Programm. Wie sich das Auto in allen erdenklichen Unfallszenarien verhalten soll, muss geklärt sein, noch bevor es aus der Fabrik rollt. Bleibt als Lösung, die leidige Autonomie des Autos zu beschränken. Dann wäre der Fahrer verpflichtet, sich ständig einsatzbereit zu halten. Aber selbst dann müsste die Maschine für den Fall gerüstet sein, dass er versagt - oder nicht schnell genug die Lage erfasst. Sie muss handeln, weil sie handeln kann. Damit verwandelt sich, was bisher Schicksal war, in ein Denkproblem. Die Gesellschaft muss sich eine Moral für ihre Autos überlegen. Das Gute: Sie hat alle Zeit der Welt dafür. Das Schlechte: Eine befriedigende Lösung ist kaum vorstellbar. Bei allen Entscheidungen sind Folgen zu bedenken. Soll man den Autos erlauben, mit der Rücksichtslosigkeit einer Kampfmaschine stets das Überleben der Insassen zu retten? Auch wenn dafür drei Kinder umkommen? Ein autonomes Auto, da hilft wohl nichts, ist immer im Dienst - erst recht, bevor es kracht: Was wäre nun der glimpflichste Verlauf? Das geht nur mit Rechnen. Für jeden Personenschaden braucht der Computer einen Zahlenwert, genauer: einen Preis. Ist das Leben eines Kindes mehr wert als das eines Erwachsenen? Wie ist das bei zwei Erwachsenen? Bei fünf? Wie ist der Schuldfaktor zu gewichten? Fallen Kinder im Auto des Unfallgegners als Unschuldige ins Gewicht, auch wenn dieser bei Rot noch über die Kreuzung jagte? All das muss in der Software festgelegt sein. Programmierer sprechen von Kostenfunktionen. Das sind Gleichungen, mit denen sich widerstreitende Interessen verrechnen lassen. Am Ende wählt das Auto die Lösung mit der geringstmöglichen Schadensumme - mit einem Wort: den optimalen Unfall. Die Alternative ist auch nicht verlockend: ein Wagen, der den Fahrer killt, sobald es ihm angemessen dünkt. Wer würde so ein Gefährt kaufen? Die Maschine, die über das Weiterleben entscheidet, zumal das eigene, ist einfach gar zu unheimlich. Hinzu kommt, dass keine Elektronik ganz ohne Fehler ist. Was, wenn der Computer sich einmal vertut und gegen den Baum rast, nur weil ein Kaninchen über die Straße hoppelt? Das Auto, wie wir es kennen, war dem Fahrer total zu Diensten; das ist sein Zauber. Es gab aber auch schon früh den Grusel vor der Maschine, die zum Eigenleben erwacht. Man denke an Stephen Kings Killermobil "Christine": Ein blutroter 58er Plymouth Fury rollt da durch die Straßen auf der Aber sind Glück und Leid überhaupt berechenbar? Philosophen denken schon lange darüber nach. Der englische Sozialreformer Jeremy Bentham 23 entwarf im späten 18. Jahrhundert sogar ein Formelwerk dafür. Sein Algorithmus sollte für jede Handlung ermitteln, wie viel Befriedigung oder Schmerz sie nach sich zieht. Intensität, Dauer, Zahl der Betroffenen - alles ging in die Gleichung mit ein. könnten sie ihn packen und ausweiden, um mit seinen Organen fünf Todkranke zu retten. Philosophen suchen bereits nach einer Lösung. Ein Ansatz: Jedes Nutzenkalkül braucht einen Rahmen; nicht alle Opfer sind gleichwertig. Zum Beispiel erwarten Verkehrsteilnehmer mit Recht, dass die anderen sich konform verhalten. Wer sich im Straßenraum bewegt, weiß, dass er aufpassen muss. Auf dem Gehweg dagegen kommen normalerweise keine Automobile dahergeschossen; hier darf der Fußgänger unbesorgt trödeln. Das Auto muss diese geschützte Sphäre achten - auch wenn es das Leben eines Kindes kostet. Die arglose Passantin hätte demnach die höheren Rechte. Auf Bentham geht die Denkschule der Utilitaristen zurück. Ihre Anhänger sagen: Gut ist, was den größtmöglichen Nutzen (Englisch: utility) hervorbringt - und zwar umgerechnet auf alle Beteiligten. Das Prinzip der Menschenrechte hielt Bentham für "Unsinn auf Stelzen". Eine Verfassung wie die deutsche hätte er verlacht: Sie verbietet es, einen Menschen zu töten (oder auch, nur zu foltern), selbst wenn das viele Leben retten könnte. Für Bentham war das gar keine Frage: Er träumte von einer Gesellschaft, die streng wissenschaftlich ein Maximum an Gemeinwohl produziert, leidenschaftslos wie eine Maschine, notfalls ohne Rücksicht auf das Individuum. Wie auch immer die neuen Regeln des Handelns sich herausbilden: Sie müssen mathematisch formuliert sein, in Zahlen und Gleichungen, damit der Computer sie versteht. Das ist der Preis. Je autonomer die Maschinen, desto maschineller die Moral. Benthams Nutzenkalkül galt lange als närrisch, obendrein kaum praktikabel. Aber nun wird der alte Utilitarist für das selbstfahrende Auto wieder interessant: Eine breite Debatte darüber ist unabdingbar. Gut möglich, dass daran der Traum vom selbstfahrenden Auto schon scheitert, bevor er wahr wird weil es eine Gesellschaft heraufbeschwören würde, in der kaum jemand leben will. Dann macht der Fortschritt eben mal halt, nicht wahr? Und der Mensch bleibt bis auf Weiteres selbst am Steuer. Auch das wäre keine unschuldige Entscheidung mehr. Bis zu 90 Prozent der Verkehrsunfälle gehen, je nach Schätzung, auf menschliches Fehlverhalten zurück. Über eine Million Menschen sterben weltweit jedes Jahr auf den Straßen - solange der Computer nicht übernehmen darf, wird sich daran wenig ändern. Ist es das wert? Ließe sich nicht das heikle Entscheidungsproblem nach seinen Prinzipien regeln? Mit dem bloßen Verrechnen von Personenschäden ist es freilich nicht getan. Autos, die sich darauf beschränkten, wären eine stete Bedrohung fürs Gemeinwesen. Jederzeit könnten sie etwa die unbeteiligte Greisin auf dem Fußweg umfahren, um einem Kind auszuweichen, das plötzlich auf der Straße erschiene. Das ist, als müsste ein Besucher im Krankenhaus Angst vor den Ärzten haben - hinter der nächsten Ecke Manfred Dworschak, Der Spiegel 4/2016 Hochauflösend in die autonome Welt Noch fahren sie nicht – die autonomen Fahrzeuge. Das dürfte erst 2020 so weit sein. Doch schon jetzt ist der Wettbewerb um die dafür notwendigen Techniken entbrannt. Dazu zählen auch sehr detailreiche, genaue Karten, die beim autonomen Fahren zu einem entscheidenden Sicherheitsmerkmal werden. Kartenspezialisten wie Tomtom und Here rüsten auf. 24 Die Autobahnen sind in Deutschland und Teilen der USA schon hochauflösend vermessen, ihre Daten komprimiert worden. Die Sprache des Navigationssystems klingt blechern und eindeutig: „Nach 200 m biegen Sie rechts ab“, fordert das Gerät. Ein Kommando an Autofahrer aus dem Jahre 2016. Doch die Tage dieser Anweisungen dürften gezählt sein. In Zukunft kennt das Auto selbst seine Strecke, fährt sie hochautomatisiert ab und das wahrscheinlich still und leise. „Das Auto wird Teil des Internets der Dinge, das Fahren ein vernetzter Vorgang“, betont de Vries. Grund genug für die Niederländer, in den letzten drei Jahren massiv in Forschung und Entwicklung zu investieren. Grundlage sind zunächst hochauflösende Karten. Klammheimlich – und damit anders als Google Street View – hat Tomtom Deutschland und Nordamerika vermessen. Dafür sind VW Golfs mit hochkomplexen Lidarsystemen, also rotierenden Laserscannern, an Bord vor allem Autobahnen und wichtige Landstraßen abgefahren. Über einen extremen Beobachtungswinkel können Lidarsysteme sogar dreidimensional Details wie Bordsteinkanten, Bewachsungen, Oberflächenbeschaffenheit von Straßen, Laternen und mehr erfassen. Kartenexperten wie Tomtom und Here haben längst erkannt, dass die automobile Welt sich ändert. „Das tun vor allem Techniken des autonomen Fahrens“, erklärt Jan-Maarten de Vries von Tomtom. Der Vice President Automotive weiß, dass die Karten seines Unternehmens künftig nicht nur der Navigation dienen, sondern zum Sicherheitsfeature avancieren. Feinheiten mit Lidar: Mit rotierenden Laserscannern lassen sich Details wie die Höhe von Bordsteinkanten erkennen. 25 Während herkömmliche Navigationskarten wenige Meter genau sind, stellen die neuen Hochpräzisionskarten ihre Umgebung zentimetergenau dar. So genau, dass diese Karten die exakte Position von Fahrzeugen auch ohne Satellitensignale feststellen können. Denn Brückenpfeiler, Leitplanken, Schilder und Spuren werden zu sogenannten Landmarks, zu Orientierungspunkten im Raum, und unterstützen in Kombination mit Sensoren und Kameras die Navigation. de Vries formuliert: „Sicherheit verlangt Karten in Echtzeit.“ In der Vergangenheit wurde jedes Quartal die Datenbasis eingefroren. Daten aus Hunderten von Quellen – von staatlichen, der Tomtom-Flotte, mobilen Geräten, Nutzerreports und mehr – wurden validiert und flossen in eine neue Version ein. Bis ein neues Release beim Auto landete, dauerte das manchmal drei bis vier Monate. „Jetzt haben wir einen kontinuierlichen Prozess, der jeden Tag, jede Minute ein Release macht.“ Alle Veränderungen würden sofort eingespielt. GPS-Signale, wie sie aktuelle Navigationssysteme nutzen, können zum Abgleich dienen. Doch Satellitensysteme sind den Holländern zu ungenau: „Wir rechnen bei GPS mit ±10 m Genauigkeit“, heißt es bei Tomtom. Selbst diese Angaben sind schwankend. Benötigen die Amerikaner ihre GPSSatelliten in Krisenregionen wie dem Fernen Osten, dann verschlechtert sich die hiesige Genauigkeit von Navis. Eine alte Weisheit aller Navigationsexperten. De Vries ist überzeugt: „Wenn Sie in wenigen Jahren von Frankfurt nach München fahren, dann erhalten Sie ‚on the fly‘, während der Fahrt, nahtlos alle relevanten Änderungen.“ Voraussetzung: breitbandige Mobilfunktechniken und die neue Plattformtechnik, an der Tomtom-Ingenieure rund drei Jahre entwickelt haben. Deutschland ist bereits seit Ende September hochauflösend erfasst, auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas stellte Tomtom vor drei Wochen seine „Highly Automated Driving (HAD) Map“ für Autobahnen in Kalifornien und Michigan vor. Schließlich testen dort neben Google auch viele Automobilhersteller das autonome Fahren. Spätestens dann dürften all die unterschiedlichen Sensoren an Fahrzeugen zu Quellen für Kartendaten werden. Grund genug für den weltgrößten Zulieferer Bosch, mit Tomtom zu kooperieren. „Navigation ist der weitreichendste Sensor in einem Fahrzeug“, sagt dazu Philip Ventimiglia, Produktmanager von Bosch aus den USA. „Radar und Kameras können nur 200 m weit schauen, Navigationssysteme blicken Kilometer voraus.“ Doch die Präzision hat ihren Preis. Aktuell verschlingt beispielsweise die Kartendarstellung von Deutschland mehrere Terabyte – und das nur für Autobahnen und einige Landstraßen. „Wir wollen, dass die Karten auf SD-Cards passen, und haben ein Komprimierungsverfahren entworfen, nach dessen Anwendung die Deutschlandkarte nur noch einige Megabytes groß ist“, erklärt Automotive-Manager Matthieu Campion. Dafür haben seine Kollegen bei Tomtom in Polen und Belgien gemeinsam ein patentgeschütztes Verfahren entwickelt. Dass Karten von strategischer Bedeutung für das künftige Fahren sind, wissen auch die Automobilbauer. Das Ringen um den Tomtom-Konkurrenten Here im Sommer letzten Jahres machte das überdeutlich. Die ehemalige Nokia-Tochter wurde im vergangenen Herbst von den Automobilbauern Daimler, BMW und Audi für 2,8 Mrd. € übernommen. Die Berliner Here solle auch weiter unabhängig bleiben, verkündeten die Premiumhersteller unisono. Es galt damals vor allem eine Übernahme durch US-IT-Giganten wie Google und Apple, aber auch durch den Taxidienst Uber oder das chinesische Ebay-Pendant Alibaba zu verhindern. Sie alle waren an dem aktuell führenden Kartenhersteller in der gehobenen Pkw-Klasse interessiert. Schließlich soll nach Angaben der Berliner in vier von fünf Neuwagen mit integriertem Navigationssystem Vor allem veränderten die Niederländer den Erstellungsprozess ihrer Karten. „Damit sind wir einzigartig auf der Welt“, verkündete Ende letzten Jahres Tomtom-Chef Harold Goddijn stolz. Die Ära der häppchenweisen Updates von Karten sei vorbei. „Karten ändern sich, wenn etwas Neues erkannt wird“, so Goddijn. Oder wie es sein Kollege 26 Here-Technik stecken. Für den Selbstfindungsprozess nach der Übernahme hat man sich bei Here wenig Zeit gelassen. Schon auf der Messe CES vor drei Wochen präsentierte das Unternehmen stolz seine „HD Live Map“ als kommerzielles Produkt. „Daran haben wir bereits in den vergangenen Jahren gearbeitet“, verrät Unternehmenssprecher Sebastian Kurme. Auch dahinter verbergen sich lidarbasierte Aufnahmen, aus denen Kartenmaterial generiert wird. Von der kompletten Karte für die Strecke werden nur jeweils Teilstücke per Mobilfunk ausgeliefert – 2 km bis 2,5 km. Die ganze Karte wäre schlicht zu groß. zeug und dessen Elektronik schreitet immer stärker voran. Wen wundert es, dass die Automobilhersteller dort, wo Algorithmen das Steuer übernehmen, lieber auf unabhängige Anbieter wie Tomtom oder eigene Spezialisten wie Here setzen. Offerten von Microsoft, Apple und Google, die im Kartenbusiness als Größen gelten, werden von der Branche skeptisch beäugt. Zumal der Suchmaschinenriese mit seinen Kugelfahrzeugen als ernst zu nehmender Wettbewerber in die autonome Welt drängt. Die CEOs der Branche sind sich einig: Kartenspezialisten werden eine „Schlüsselrolle bei der digitalen Revolution der Mobilität“ spielen, erklärte kürzlich BMW-Chef Harald Krüger. Daimler-Chef Dieter Zetsche bezeichnete die hochpräzisen digitalen Karten als einen „entscheidenden Baustein für die Mobilität der Zukunft“. Doch Here will mehr: „Es wird viel stärker eine Verschmelzung der realen Welt mit Karteninformationen stattfinden“, glaubt Christof Hellmis, Vice President Strategic Programs von Here. Dynamische Echtzeitkarten erlauben es jenseits der Sensorenreichweite, „um die Ecke“ zu schauen. Here kooperiert dafür mit Continental, IBM und Cisco. Auch wenn letzte Hürden noch zu nehmen sind. So stellen Baustellen ein echtes Problem dar: Gelbe Markierungen, Flatterbänder und ständig wechselnde Fahrbahnen bringen auch die intelligenteste Echtzeitnavigation nebst Sensorik an ihre Grenzen. Mit der HD Live Map könnten Autohersteller schon jetzt Fahrerassistenzfunktionen wie den Abstandsregeltempomaten, das adaptive Kurvenlicht oder Kurvengeschwindigkeitswarnungen erweitern. Die Integration der Karten in das Fahr- VDI nachrichten, 29.1.2016 Mit Daten aus der Cloud zur lebenden Karte Mit dynamischen Straßenkarten können Autofahrer dem Stau ausweichen, die grüne Welle optimal abreiten und jede Menge Sprit sparen. Solche Karten entstehen bereits. Sie benötigen als Grundlage hochauflösende Daten von Here oder Tomtom und werden mit Methoden des Crowdsourcing veredelt. Jeder kennt die Situation: Seit einer gefühlten Ewigkeit steht man mitten im Stau auf der Autobahn, aber der Verkehrsfunk weiß nichts davon. Oder das Navi hat eine prima Route zusammengestellt – aber dass in dem Dorf auf dem Weg gerade wegen des Kirchweihfests die Durchfahrt gesperrt ist, das konnte es nicht ahnen. weder ein Radio noch ein Verkehrslagedienst wie Inrix. Eine Straßenkarte, die über die reine Topologie und die Verkehrs-Großwetterlage hinaus auch kleinere Probleme anzeigt, und das in Echtzeit, würden daher viele Fahrer zu schätzen wissen. Das bestätigen auch die Experten von Tomtoms HD-Traffic-Dienst, der zurzeit Verkehrsinfos im Zwei-Minuten-Takt aktualisiert. Aber auch das vernetzte Fahrzeug bietet die Chance auf Aktualität. Denn hinter dem Schlagwort vom Auto im Bis es eine Staumeldung in den Verkehrsfunk geschafft hat, ist sie oft schon überholt. Und kleinere, aber dennoch gravierende Probleme wie die Sperrung einer Dorfdurchfahrt melden ohnehin 27 Internet verbirgt sich mehr als nur MusikStreaming und der automatische Notruf, wenn es einmal gekracht hat. Kameras, Lidar und Radar können nur das erfassen, was in ihrem Blickfeld liegt Denn die heutige Umfeldsensorik des Fahrzeugs ist begrenzt: Kamera, Lidar und Radar können nur das erfassen, was im Blickfeld dieser elektronischen Augen des Autos liegt. Die Daten aus der Cloud erhöhen die Reichweite dieser Sensorik ganz deutlich. Beispielsweise kann ein Fahrzeug damit seine Geschwindigkeit bei der Annäherung an ein Stauende oder eine Geschwindigkeitsbegrenzung reduzieren, bevor die bordeigene Sensorik diese Dinge wahrnimmt. Zum Connected Car gehört auch, dass sich die Autos untereinander informieren, wenn es irgendwo glatt ist, wenn der Verkehr ins Stocken gekommen ist oder wenn eine Straße vorübergehend gesperrt ist. Eine übergeordnete Instanz vorausgesetzt, lässt sich aus dieser Art von Daten eine „lebende“ Straßenkarte zusammenbauen. Eine Karte, die über die reine Topologie hinausgeht, die aktuelle Ereignisse in Windeseile einbaut und auch umgehend wieder entfernt, wenn sie nicht mehr relevant sind. Bei einer Veranstaltung in Frankfurt zeigte Continental Ende letzten Jahres ein Versuchsfahrzeug, dessen Geschwindigkeit durch die kombinierten Signale des Bordradars und der elektronischen Karte gesteuert wurde: Befuhr das Fahrzeug die Strecke allein, so regelte es die jeweils optimale Geschwindigkeit ein, kartengesteuert reduzierte es vor Kurven und vor einer geschwindigkeitsbegrenzen Zone sein Tempo und beschleunigte anschließend wieder. Nach Vorstellungen von Branchenvordenkern könnte die Gesamtheit der vernetzten Fahrzeuge über ihre Umfeldsensorik Informationen sammeln, die dann anonymisiert in einem Back-endRechner aufbereitet und nahezu in Echtzeit zu einer lebenden Karte zusammengesetzt werden. Die viel diskutierte hochgenaue Straßenkarte, die als eine Voraussetzung für das pilotierte und automatisierte Fahren angesehen wird, auf diese Weise könnte sie entstehen. Dass es sich bei derartigen Überlegungen nicht mehr nur um futuristische Zukunftsprojektionen handelt, zeigen die jüngsten Entwicklungen des Autozulieferers Continental. Gemeinsam mit IBM ist Continental dabei, die IT-Infrastruktur für eine solche lebende Karte aufzubauen und diese dann als Dienstleistung aus der Cloud anzubieten. Detektierte der Radar ein langsameres Fahrzeug voraus, so ging die Steuerung nahtlos von der dynamischen Karte auf Abstandsregeltempomaten über. Auf der gesamten Teststrecke konnte die Automatik die Geschwindigkeit des Fahrzeugs steuern – eine Vorstufe zum automatischen Fahren. Das System lernt ständig dazu: Haben mehrere Fahrzeuge in Folge ein neues Verkehrszeichen, eine Baustelle oder ein Hindernis identifiziert, so wird dieses Merkmal automatisch und spurgenau in die lebende Karte eingepflegt und in der Folge auch auf seine Korrektheit überprüft. „Das System verifiziert sich selbst“, erläutert Frank Försterling, bei Continentals Interior-Division zuständig für Portfolio-Innovationen. Die statischen Topologiedaten kommen von Here; die dynamischen Daten werden nach dem Prinzip der Schwarmintelligenz von Sensoren der Autos gesammelt und in die Cloud eingestellt. Autohersteller können die Daten in ihren Infotainmentund Fahrerassistenzsystemen nutzen oder gleich von Continental als Service beziehen. Continental will die dynamischen Verkehrsdaten auch zur Vervollkommnung seines Fahrerassistenzsystems eHorizon verwenden. Das statische eHorizon, das im Lastwagensegment bereits in Serie ist, hilft Fahrern, durch die Kenntnis der vor dem Fahrzeug liegenden Landschaft Kraftstoff zu sparen. Beispielsweise nimmt eHorizon schon früh das Gas weg, wenn das Assistenzsystem weiß, Wie weit sich die Autohersteller auf das Spiel einlassen, ist noch unklar, aber in Ansätzen funktioniert das System bereits. Profitieren können nicht nur die Navigationssysteme in den Autos, sondern auch Fahrerassistenzsysteme und Automatikfunktionen. 28 dass der Schwung noch bis zur nächsten Gefällstrecke reicht. müssen. Gegenwärtig ist das System in seiner Gesamtheit erst einmal so etwas wie ein Rohbau mit einigen modellhaft verwirklichten Funktionen. Continental hofft, dass es als dynamische Plattform nach und nach um viele weitere Applikationen bereichert wird. Laut Continental spart das System bereits in der statischen Variante rund 3 % Kraftstoff. Bei der Flotte aller damit ausgerüsteten Fahrzeuge soll so ein hübsches Sümmchen von 206 Mio. € im Jahr zusammengekommen sein. Schalte man zu den Topologiedaten die dynamischen Verkehrsdaten hinzu, so ließe sich der Verbrauch noch weiter reduzieren, erläutert Ralf Lenninger, Leiter der Systementwicklung bei Continental. Und das nicht nur bei Lastwagen, sondern bei jeder Art von Fahrzeug. Attraktiv dürfte es auch für E-Fahrzeuge sein, die sehr genau ihre Reichweiten kalkulieren Noch haben deren Entwickler etwas Zeit: Die lebende Karte soll in Serienfahrzeugen etwa ab dem Ende der Dekade zur Verfügung stehen. Verhandlungen mit Fahrzeugherstellern in Asien, Nordamerika und Europa liefen bereits, sagt Lenninger. VDI nachrichten, 29.1.2016 ELEKTROMOBILITÄT Die Vorteile der Elektroautos Nicht zuletzt durch die Steuerreform stehen die Sterne für ein Elektroauto günstig. Wo man überall sparen kann und was es sonst noch zu beachten gibt. Im Vergleich zu konventionell angetriebenen Fahrzeugen sind E-Autos nach wie vor zumeist etwas teurer, zumindest auf den ersten Blick. Nicht zuletzt durch die Steuerreform werden Elektroautos aber attraktiver, die Vorteile werden immer mehr, gerade für Unternehmen. Allein der Vorsteuerabzug bringt eine Ersparnis von bis zu 6.667 Euro, basierend auf der Deckelung bei einem Bruttopreis von 40.000 Euro. Darüber hinaus lässt sich die Vorsteuer auch bei allen anderen Aufwändungen - wie etwa einer etwaigen Batteriemiete - geltend machen. Aber auch für die Mitarbeiter bringt ein E-Auto massive Vorteile. Schließlich entfällt der Sachbezug zur Gänze, was dem Mitarbeiter je nach bisher gefahrenem Fahrzeug im Jahr ein Plus von bis zu netto 5.600 Euro jährlich (!) bringt! Aber auch der Arbeitgeber spart durch den Entfall bis zu 4.300 Euro jährlich. Fahrzeug mit 150 PS sind das pro Jahr weitere 650 Euro Ersparnis. Ebenfalls nicht zu unterschätzen sind die geringeren Betriebs- und Wartungskosten. Oftmals teure Verschleißreparaturen bei Kupplung oder Zahnriemen entfallen zur Gänze, auch Ölwechsel ist keiner nötig. Und sogar bei den Bremsen ist der Verschleiß minimal, schließlich sind diese durch die Rekuperation des Motors deutlich weniger beansprucht als bei konventionellen Fahrzeugen. Und schließlich liegen auch die Kilometerkosten unter jenen von Benzin- oder Dieselfahrzeugen, auch wenn die Spritpreise aktuell extrem niedrig sind. Achtung beim Restwert Zusätzlich gibt es je nach Bundesland unterschiedliche Förderungen auf Elektroautos, wodurch der Kaufpreise noch einmal um einige Tausender kleiner wird. Ein besonders wichtiger Punkt ist aber der Restwert des Fahrzeuges, hier sollte man sich nicht in die eigene Tasche lügen. Aufgrund der verbesserten Batterien und den dadurch steigen- Sparen auch bei Betriebs- und Wartungskosten Die NoVA entfällt beim Kauf ebenso wie die motorbezogene Versieherungssteuer, bei einem 29 den Reichweiten, werden drei Jahre alte E-Autos schnell unattraktiv und verlieren an Wert. Im Idealfall also eine Finanzierung wählen, bei der das Restwertrisiko beim Hersteller liegt, auch wenn diese mitunter zunächst um ein paar Euro teurer erscheint. Aber ein Ende mit Schrecken möchte kein Fuhrparkverantwortlicher haben, auch nicht beim Elektroauto. Entfall der motorbezogenen Versicherungssteuer Entfall des Sachbezugs bei privater Nutzung (bis zu 5.600 Euro jährlich für den Arbeitnehmer und bis zu 4.300 Euro jährlich für den Arbeitgeber) Förderungen bis zu 5.000 Euro für E-Autos und bis zu 500 Euro für Ladestationen geringere Betriebs- und Wartungskosten Auf einen Blick: • Entfall der NoVA Vorsteuerabzug (Ersparnis bis zu 6.667 Euro) FLOTTE & Wirtschaft 02-03/2016 Infrastruktur als Schlüssel Smatrics hat im Vorjahr österreichweit mehr als 200 neue Ladestationen eröffnet, 2016 sind Firmenfuhrparks im Visier. Elektromobilitäts-Infrastruktur-Vorreiter Smatrics hat 2015 ordentlich Gas oder vielmehr Strom gegeben. Bei der Verbund-Tochter lagen vor allem die Schnellladestationen im Fokus, Geschäftsführer Dr. Michael-Viktor Fischer und sein Team haben selbst in den letzten Tagen des Jahres noch die ein oder andere Ladestation ans Netz gebracht, österreichweit allein 2015 über 200. Das Netz umfasst etwa alle 60 Kilometer eine Smatrics-Station für beschleunigtes Laden und auf Autobahnen alle 60 Kilometer eine HighspeedLadestation. Die vor Kurzem veröffentlichten Fakten zu den Aktivitäten sind dabei sehr interessant. Ladestation auf öffentlichem Grund zu installieren. Der Slogan "Wien ist anders" wurde von der Grünen Vizebürgermeisterin und Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou offenbar einmal mehr missverstanden ... Firmeneigene Ladeinfrastruktur Smatrics hat im Vorjahr übrigens nicht nur in österreichische Ladestandorte investiert, kürzlich wurden auch auf den deutschen Autobahnen A8 und A92 Richtung München vier Highspeed-Kader ans Netz genommen. 2016 sind Firmen und deren Fuhrparks für Smatrics-Geschäftsführer Fischer ein ganz besonderes Anliegen: "Nicht zuletzt aufgrund des Vorsteuerabzugs und der Befreiung des Sachbezugs wird die Elektromobilität für Firmen ab 2016 noch interessanter. Smatrics steht hier auch als Partner für die firmeneigene Infrastruktur zur Verfügung." Der A&W Verlag - dem neben anderen automotiven Medien wie „AutoBild Österreich", „4wd Magazin" oder "AUTO & Wirtschaft" auch FLOTTE & Wirtschaft angehört - hat im Dezember ebenfalls eine eigene Ladestation eröffnet und setzt damit auch ein Zeichen. Interessante Statistiken und ein Sonderfall Wien So wurden durch die 2015 getätigten Ladevorgänge nicht weniger als 46 Tonnen CO, eingespart, was - umgelegt auf die Reichweite - 7,7 Erdumrundungen entspricht. Am häufigsten zum Aufladen kam das Model S von Tesla vorbei, gefolgt vom Renault Zoe, dem Nissan Leaf, dem Mitsubishi Outlander PHEV und dem BMW i3. Die beliebteste Ladestation Österreichs befindet sich beim Burgerking in Wien Meidling, dahinter landen Billa Vösendorf, Eni-Raststation Plaika A1, OMV-Raststation Altlengbach A1 und die BillaFiliale in Deutsch Wagram. Und noch eine Statistik ist interessant. In Wien ist es trotz intensiver Bemühungen nicht gelungen, auch nur eine einzige Neue Tarifmodelle News gibt es bei Smatrics auch bei der Tarifstruktur, die bisher angebotene, sehr günstige Flatrate ist - leider - Geschichte. Künftig gibt es drei Tarif30 modelle, die sich am Nutzungsverhalten der Kunden orientieren. "Single NET" ohne Grundgebühr für Weniglader, "Smart NET" für regelmäßiges Laden und „Active NET" für Intensivnutzer mit höherer Grundgebühr und niedrigeren Minutentarifen. Abgerechnet wird künftig nach Zeit, was den Vorteil mit sich bringt, dass das Blockieren einer Ladestation durch Dauerparker der Vergan- genheit angehören sollte. Nachteil: Verrechnet wird immer die am Ladepunkt höchstmöglich verfügbare Leistung, nicht jene, die das Fahrzeug tatsächlich aufnehmen kann. So macht es für Autos ohne Schnelllademöglichkeit Sinn, eine langsamere Station anzusteuern. FLOTTE & Wirtschaft, 02-03 2016 Keine Konkurrenz mehr zur Fritteuse Elmotion 2016. Experten zeigten neue Wege und kostengünstige Lösungen für E-Mobilität und „grünen“ Strom Wenn es um Argumente gegen den Kauf eines EAutos geht, nennen Kunden vor allem drei Punkte: hoher Preis, geringe Reichweite, lange Ladezeiten. Anschlüssen versehen, diese 50 kW gehen laut Stahlschmidt praktisch zur Gänze für den Küchenbetrieb auf. Selbst Rasthöfe in Gewerbegebieten hätten nicht mehr als 52 kW zur Verfügung. Auch in Österreich sind 50 kW der „durchgängige Standard“ laut Asfinag. Dieses Manko lässt sich laut dem Experten auch nicht einfach beheben, denn meist befänden sich Raststätten weitab der nächsten größeren Siedlungen und somit von Stromkreuzen, ein Verlegen zusätzlicher Starkstromkabel zu den Raststätten käme so sehr bzw. zu teuer. Während der bei E-Autos deutlich höhere Preis und die deutlich geringere Reichweite gegenüber einem vergleichbaren Benziner oder Dieselfahrzeug erst mit der nächsten Batteriegeneration entschärft werden sollen, wird am Ladezeitenproblem bereits intensiv gearbeitet. Die Zauberformel heißt Schnellladen, womit derzeit meist maximal 50 kW gemeint sind (außer bei Tesla), künftig aber 150 und mehr kW durch die Kabel in die Batterien fließen und so das E-Auto in kurzer Zeit wieder aufladen sollen. Speicher an Tankstellen Die kostengünstige Alternative: Tankstellen erzeugen vor Ort mit Wind- und/oder Sonnenkraft erneuerbare Energie, die sie in Redox-FlowBatterien zwischenspeichern und beliebig fürs Schnellladen von E-Fahrzeugen zur Verfügung stellen können. Stahlschmidt kann hier auf mehrere Jahre Erfahrung zurückgreifen. Der Konzern, weltweit größter Dreh- und Fräsmaschinenhersteller, erzeugt an seinen Standorten inzwischen ein Drittel des Strombedarfs selbst mit Wind oder Solarkraft und verwendet einen Teil davon fürs Laden eines immer größeren elektrischen Fuhrparks. Derzeit beschränken sich die Schnelllademöglichkeiten meist auf Einrichtungen des Autoherstellers (z. B. Tesla) oder des Energieversorgers (z. B. Illwerke, Vorarlberg) oder einzelner Betreiber wie Smatrix. Damit künftig auch längere Geschäftsoder Urlaubsfahrten für E-Autos ohne großen zusätzlichen Planungs- und Zeitaufwand möglich sind, sind immer wieder Schnellladestationen entlang der Autobahn im Gespräch. Fritteuse oder Laden „Das ist nicht möglich“, überraschte Bengt Stahlschmidt von Gildemeister Energy Solutions in seinem Vortrag die Anwesenden der „ElmotionTagung“ in Wien. Zumindest nicht in Deutschland oder in Österreich. Denn die Raststätten an der deutschen Autobahn seien mit 50-kW- Als kreatives Unternehmen entwickelte Gildemeister Gesamtpakete von Stromerzeugungs- und Speicheranlagen samt Carport und Ladestellen. Das Projekt an den einzelnen Standorten läuft so gut, dass Gildemeister inzwischen z. B. auch VW 31 beliefert und für abgelegene Gebiete in Asien ohne Stromanschluss sogenannte Insellösungen anbietet. Laut Stahlschmidt kommt mit dem Gildemeister-System 1 kWh auf einen Preis von 26 bis 27 Cent pro kWh (Solarstrom + Redox-FlowStromspeicherung), was deutlich günstiger sei als bisherige dezentrale Stromerzeugung mit Dieselgenerator, was sich mit 60 Cent pro kWh zu Buche schlage. laden dort erfolgt mit 50 kW. Angesprochen auf die Toxizität des bei Redox-Flow-Batterien eingesetzten Vanadiums gab Stahlschmidt Entwarnung: „Vanadium altert nicht. Auch nach 20 Jahren kann es der Stahlindustrie zugeführt werden.“ Allerdings machten Redox-Flow-Speicher nur im stationären Bereich Sinn, als Alternative zu LithiumIonen-Akkus im Auto taugen sie laut Stahlschmidt nicht. Als solche wurden sie vor ein paar Jahren noch diskutiert. In Südtschechien errichtet Gildemeister in einem Nationalpark mehrere Schnellladestationen für EFahrzeuge nach dem gleichen Prinzip. Das Schnell- MOTOR KURIER, 11.2.2016 BAUWIRTSCHAFT Neujahrsvorsätze für 2020 Unter dem Motto "Saubere Baustelle 2020" diskutierten hochkarätige Gäste über Möglichkeiten, Visionen und die Realität. Auf dem Weg zur sauberen Baustelle 2020 stehen alle Beteiligten noch vor einigen Herausforderungen. Im Rahmen des fünften GBH-Neujahrstreffen wurde von Josef Muchitsch, Franz Kurz, Irene Wedl-Kogler, Karl Wurm und Karl-Heinz Strauss auf dem Podium über die aktuelle Situation und die Vision 2020 diskutiert. und ausgeschrieben wurden. Zusätzlich hatten wir einen Zuwachs bei den Entsendungen von ausländischen Unternehmen - allein in der Bauwirtschaft gab es letztes Jahr 580 Entsendeunternehmen mit über 50.000 entsandten Arbeitnehmern, die hier Arbeit suchten. FRANZ KURZ: Es stimmt, dass die Entsendungen auf den österreichischen Arbeitsmarkt in letzter Zeit sehr zugenommen haben. Viele heimische Betrugsunternehmen haben aufgrund der verstärkten Kontrollen unter dem neuen Sozialbetrugsbekämpfungsgesetz das Handtuch geworfen, weil sie daraufgekommen sind, dass es weitaus angenehmer ist, im österreichnahen Ausland eine Firma zu gründen, wo man sich nicht mit der Finanzpolizei herumschlagen muss. Wir kommen daher immer mehr in den EU-Bereich von Lohn und Sozialdumping. In Österreich haben wir aus gesetzlicher Sicht mittlerweile die Werkzeuge dafür. Es nutzt ein Fuhrpark mit 100 Mischmaschinen jedoch nichts, wenn sie keinen Arbeiter haben, um diese zu bedienen. Genau so komme ich mir momentan vor. Bevor wir über 2020 reden: Wie war die Situation 2015? JOSEF MUCHITSCH: Wir haben aktuell die Situation steigender Arbeitslosigkeit bei gleichzeitig leicht steigender Beschäftigung. Betrachtet man diese Entwicklung näher, wird einem aber angst und bange, denn es steigt die Teilzeitbeschäftigung am Bau. Eine andere Entwicklung, die mir Sorgen macht, ist die stark steigende Anzahl der Unternehmen in der Bauwirtschaft - Aufträge werden dadurch immer mehr verteilt. Bei der aktuellen Konjunktur ist einfach kein Platz am Markt für alle Unternehmen. Die Folgen sind bekannt: Der billigste Preis ist der beste Preis für die Auftraggeber, und Bauvorhaben kommen im Nachhinein teurer, da sie nicht ordentlich geplant 32 IRENE WEDL-KOGLER: Wir arbeiten gerade an einer Lösung für ein Problem, dessen Ursache 20 Jahre zurückliegt und mit der Ostöffnung noch einmal verstärkt wurde. Aufträge und Mitarbeiter wurden ausgelagert, um effizient bzw. gewinnbringend zu arbeiten. Das ist ein volkswirtschaftliches Problem, das sich nicht nur in der Bauwirtschaft manifestiert. Viele Menschen heißen das aktuelle System auch nicht mehr gut, da viele Probleme damit einhergehen, aber als kleines Unternehmen ist man oft chancenlos. Hier nehme ich Unternehmen mit Macht in die Pflicht, diese einzusetzen, um Lösungen zu entwickeln und nicht ein System mitzutragen, nur weil es vorherrschend ist. umschwimmt. Damals war vor allem die Alpine im Fokus der Kritik. "Wenn es die Alpine nicht mehr gibt, dann geht es uns bei der Preisgestaltung besser", war oft zu hören. Die Alpine ist mittlerweile weg, aber jetzt schwimmen andere herum. Es gibt immer einen Ausreißer, der den Preiskampf vorantreibt, um Marktanteile auszubauen oder den Markt zu erobern. Was könnte die aktuelle Lage entschärfen? STRAUSS: Da gibt es Dinge, die relativ einfach erscheinen, aber anscheinend nicht durchsetzbar sind. Zum Beispiel sollte man endlich automatisch die HFU-Listen bekommen, wenn uns jemand einen Arbeitnehmer als Subunternehmer meldet. Im Zeitalter der EDV kann das kein großes Problem sein, und wir könnten Kontrollen durchführen. Wir erachten faire Vergabeverfahren als positiv und unterstützen jene hundertprozentig - aber auch hier wird ein bisschen am Ziel vorbeigearbeitet. Wenn ich Aufträge im Wert von 100 Millionen Euro vergebe, wie kann es dann sein, dass eine Firma mit 40 Millionen Euro Jahresumsatz, die kaum Eigenkapital sowie kein eigenes Personal hat, tatsächlich in Betracht gezogen wird? Ebenso wäre es wichtig, europaweit gegen Lohn- und Sozialdumping vorgehen zu können. Spielt der Preisdruck in der Baubranche noch immer eine übergeordnete Rolle? KARL-HEINZ STRAUSS: Heute ist der Preis leider immer noch alles. Um die vorgegebene Qualität, die Normen sowie den vorgegebenen Preis erfüllen zu können, braucht es eine deutliche Effizienzsteigerung, die einen enormen Druck auf alle Beteiligten erzeugt. So kann es auch passieren, dass ein Subunternehmer den Auftrag braucht, aber selber den Preis nicht schafft. Also sucht er eine andere Firma, die das kann. Da kann man sich einerseits natürlich fragen, wie das gehen soll. Andererseits kann man aber auch wirtschaftlich überlegen: Wenn er den Preis anbietet, warum sollte ich ihn nicht nehmen? MUCHITSCH: Betrachtet man, was andere europäische Länder im Kampf gegen Lohn- und Sozialdumping machen, können wir uns etwas abschauen. Egal ob das die Zutrittskontrolle auf öffentlichen Baustellen, die Einführung einer Baucard, die Vereinfachung von Kontrollen oder die Erstellung einer Baustellendatenbank ist. KARL WURM: Auch wir haben einen unglaublich starken Preisdruck, wenn auch in anderer Form. In Wien haben wir beispielsweise seit Jahren Wettbewerbe, Deckel bei den Mieten und seit 1996 eine Wohnbauförderung, die real immer weniger wird, weil sie nicht indexiert wird. Hinzu kommt seit Jahren ein Qualitätshype der Sonderklasse. und wenn man diese Qualität nicht erfüllt, ist man strafrechtlich dran. Zusätzlich müssen wir beim Wohnfonds Preise garantieren. Viele Auftragnehmer fangen logischerweise an zu überlegen, wie sie jetzt auf den Preis kommen. Ob das immer alles ganz sauber ist oder nicht - ein jeder versucht, sich etwas zu überlegen. Das ist die Wurzel des Übels, und dort muss man ansetzen. Hilft dabei das neue Lohn- und Sozialdumpinggesetz? KURZ: Anfänglich haben wir relativ viele Treffer gelandet und konnten Rechtsfolgen gemäß dem Gesetz einleiten. Es ist aber so, dass die Gegenseite nicht verblödet ist, sondern prompt reagiert. Innerhalb kürzester Zeit wurden uns bereits vorgefertigte, unterschriebene Verträge und Aussagen der ausländischen Arbeiter vorgelegt, die bestätigen, dass sie alle Regelungen und Vorschriften des österreichischen Kollektivvertrags erfüllt bekommen. Spricht man dann mit den Arbeitern persönlich, können sie nicht einmal "Grüß MUCHITSCH: Es wird immer gejammert, dass irgendwer mit Dumpingpreisen auf dem Markt her33 Gott" sagen. Wir wissen ebenfalls, dass ausländische Arbeitgeber vom inländischen Auftraggeber Zahlungen laut Kollektivvertrag überwiesen bekommen, nur muss dieser das Geld in Ungarn bar abheben und ein Drittel wieder zurückgeben. Das heißt, der Auftraggeber bekommt legalisiertes Schwarzgeld. Ebenfalls ist uns bekannt, dass Firmenchefs im Ausland Seminare für entsendete Arbeiter veranstalten, wo diese alle Antworten auf die Fragen der hiesigen Behörden lernen. Die Arbeiter können diese dann auswendig runterbeten wie ein Gedicht von Goethe oder Schiller. STRAUSS: Es ist immer das deklarierte Ziel, eine saubere Baustelle zu haben - dafür muss aber auch das Umfeld stimmig sein. Es ist notwendig, wieder Zuversicht in der Branche zu etablieren sowie durch Freigaben die strenge Steuerung aufzulockern, um ein Umfeld zu schaffen, in dem sich sowohl Arbeitskräfte als auch Unternehmer mehr entfalten können. MUCHITSCH: Ich werde jedenfalls nicht nachgeben, bis wir dieses Ziel erreicht haben, und ich bin sehr zuversichtlich, dass wir das Thema 2020 beinahe erledigt haben. Innerhalb der Wirtschaft ist das Bekenntnis zum fairen Wettbewerb deutlich spürbar, sodass denjenigen, die sich mit unsauberen Methoden bereichern wollen, keine Chancen mehr gegeben werden. Ist die saubere Baustelle 2020 also nur eine Vision oder ein realistisches Szenario? WEDL-KOGLER: Ich glaube, dass wir 2020 nicht ganz schaffen werden, dafür liegt die Ursache zu lange zurück und die Zeit ist zu kurz. Wenn wir aber miteinander offen umgehen, versuchen Lösungen zu finden und die vorhandenen Möglichkeiten effizient einsetzen, dann ist es machbar. KURZ: Aus meiner heutigen Sicht und nach meiner Erfahrung kann dies nur eine Illusion bleiben, wenn sich nicht ein gravierender Umdenkprozess in der Bauwirtschaft etabliert. Wünsche sind jedoch kostenfrei, deswegen kann man es sich ruhig wünschen. WURM: Essenziell dafür ist sicherlich die Schaffung von vernünftigen Realitäten und für alle machbare Preise. Sonst wird sich nicht viel ändern, da sich weiterhin jeder überlegen wird, wie er in seine Gewinnspanne kommt. Bauzeitung 02 2016 Auf vernünftiges Maß zurückstutzen Bauinnungsmeister Hartl kritisiert den nicht kleiner werdenden Rucksack an Bürokratie und den Wildwuchs an Regulierungen: Beispiele sind Lohn- und Sozialdumping-Gesetz und neue Haftung in der Entsende-Richtlinie „Gesetzesflut eindämmen, Bürokratiewildwuchs beschneiden — das sind die durchaus hehren Vorgaben und von vielen geteilten Ziele, die man auch vom Gesetzgeber immer wieder zu hören bekommt. Nur leider sieht die Realität anders aus“, moniert Oberösterreichs Baulandesinnungsmeister Norbert Hartl. „Während Gott sei Dank auf der einen Seite Überregulierungen abgebaut werden, kommen nämlich auf der anderen Seite neue hinzu. Der Rucksack an gesetzlichen Verpflichtungen wird in Summe nicht nur nicht kleiner, sondern auch noch komplexer. Davon können wir am Bau ein Lied singen“, gibt Hartl den in der Branche herrschenden Unmut wieder. Was er meint, macht Hartl am Beispiel des Lohnund Sozialdumping-Bekämpfungsgesetzes fest. Das von der Bauwirtschaft ursprünglich durchaus begrüßte Gesetz hatte seinerzeit die Intention, den heimischen Markt vor systematischem Dumping (Unterentlohnung von Arbeitnehmern, Sozialversicherungsbetrug durch Scheinfirmen) zu schützen. Ursprünglich war der KollektivvertragsMindestlohn Basis. Seit Anfang letzten Jahres gilt jedoch das Entgelt inklusive Zuschlägen, Zulagen etc. als Basis. „Das Problem dabei ist, dass das alles selbst erfahrene Lohnverrechner nicht mehr 34 überblicken können. Vor allem wegen der 41 (!) Zulagen im Baugewerbe-KV, von denen so manche auf ihre Sinnhaftigkeit hinterfragt werden müssen, wie etwa die Höhenzulage, die nicht für Arbeiten am Gerüst bezahlt wird, sondern nach Meereshöhe“, betont Hartl und kritisiert, dass sich die Gewerkschaft beim Thema Zulagenunwesen „taub stellt“. bietskrankenkassen richtig begonnen“. Was Bauinnungsmeister Hartl aber ganz besonders ärgert, ist, dass „die eigentliche Intention, ausländischen Scheinfirmen und Lohndumping-Firmen gehörig auf die Zehen zu steigen, zahnlos bleibt, weil es kaum eine rechtliche Durchsetzungsmöglichkeit im Ausland gibt“. Staat wälzt seine Kontrollaufgabe an Generalunternehmer ab Kaum Durchgriffsmöglichkeit auf Lohndumping aus dem Ausland „Damit aber nicht genug. Mitte Juni kommt noch ein bürokratisches Ungetüm auf uns Bauunternehmer zu, mit dem sperrigen Titel Durchsetzungs-Richtlinie zur Entsende-Richtlinie“, merkt Hartl an. Dahinter verbirgt sich die Generalunternehmerhaftung für die Lohnauszahlungen an Arbeitnehmer von ausländischen Subunternehmern. „Zu den ohnehin schon geltenden fünf Haftungen aus fünf unterschiedlichen Gesetzen kommt für den Bauunternehmer damit eine sechste dazu. Für nicht darauf spezialisierte Juristen ist das alles längst undurchschaubar“, kritisiert Hartl. Werden Löhne an ausländische Arbeitnehmer ganz oder teilweise vorenthalten, steht der heimische Generalunternehmer dafür gerade, wobei er nicht überprüfen kann, ob nicht doch Geld — zum Beispiel bar auf die Hand — ausbezahlt wurde. „Damit wälzt der Staat ein weiteres Mal seine Verantwortung bzw. seine Kontrollaufgabe an den Unternehmer ab“, moniert Hartl und fordert „endlich einen echten Bürokratieabbau und eine echtes Zurückstützen des ausufernden Wildwuchses an Regulierungen“. Unterentlohnung gilt aber auch dann, wenn beispielsweise ein Überqualifizierter auf einem Hilfsarbeiterjob arbeitet — auch wenn er das will. „Also wenn ich eine Handelsschulabsolventin als einfache Schreibkraft beschäftige, muss ich das ihrer Qualifikation entsprechende Gehalt zahlen. Das gleiche gilt für einen ausgelernten Maurer, der nur als Hilfsarbeiter etwa an der Mischmaschine arbeiten will“, nennt Hartl Beispiele. Problematisch wird es weiters, weil Baubetriebe normalerweise Mischbetriebe sind und es unterschiedliche Kollektivverträge gibt, etwa für Maurer, Zimmerer, Dachdecker oder Spengler. Die Konsequenzen: Selbst kleinste Irrtümer und Verfehlungen gelten als Unterentlohnung und Lohndumping und werden mit Verwaltungsstrafen zwischen 2.000 und 20.000 Euro je Einzelfall und bis zum Gewerbeentzug belegt. In diesem Zusammenhang fürchtet Hartl, dass es „angesichts der Unübersichtlichkeit der rechtlichen Vorgaben bald einen Wust an Strafen geben wird, denn erst mit dem Jahresende haben die Prüfungen seitens der Kontrollbehörden wie Finanzpolizei und Ge- WKOÖ, 8.2.2016 MITGLIEDER Erfolgreiche Kooperationsveranstaltung Hafen Wien – Hafen Hamburg Am 10. Februar 2016 lud das größte trimodale Güterverkehrszentrum Österreichs, der Hafen Wien, gemeinsam mit seinem langjährigen Part- ner Hafen Hamburg, Deutschlands größtem Seehafen und einer der wichtigsten Logistik-Hubs Europas, zu einem spannenden Abend in die ex- 35 klusive Hafen Lounge ein. Bei diesem interessanten Event konnten sich die Teilnehmer besonders über die überregionalen Entwicklungen in Wien und Hamburg informieren. Dazu referierte Jens Meier, der Vorsitzende der Geschäftsführung von Hamburg Port Authority als Key Note Speaker über Aktuelles und über die geplanten Ausbaumaßnahmen im Hamburger Hafen. Der Einladung folgten mehr als 70 Teilnehmer aus namenhaften Unternehmen der Industrie-, Logistik- und Speditionsbranche. Im Anschluss an den Vortrag fand eine angeregte Diskussion zur Thematik statt und schließlich nutzten die Teilnehmer die Gelegenheit zu Fachgesprächen und Networking, womit ein weiterer interessanter Abend im Hafen Wien seinen Abschluss fand. v.l.n.r.: Mag. Fritz Lehr MBA, kaufmännischer Geschäftsführer Hafen Wien/Alexander Till, Hafen Hamburg Repräsentanz Wien/Axel Mattern, Vorstand Hafen Hamburg Marketing/Mag. Doris Pulker-Rohrhofer, technische Geschäftsführerin Hafen Wien/Thomas Lütje, Hafen Hamburg Vertriebsdirektor/Jens Meier, Vorsitzender der Geschäftsführung der Hamburg Port Authority Wiener Hafen, 11.2.2016 Dorsch etabliert sich als „First-Mover“ seiner Branche Dorsch International und BDC Dorsch Consult erhalten Prüfsiegel für „Nachhaltige Unternehmensführung“ Das unabhängige Planungs- und Ingenieurbüro Dorsch International Consultants GmbH (DI) und BDC Dorsch Consult Ingenieurgesellschaft mbH (BDC) erhielten offiziell im Januar 2016 das Prüf- siegel für „Nachhaltige Unternehmensführung“ vom TÜV Rheinland. Hier gilt es in sieben Bereichen den Nachhaltigkeitsanforderungen zu entsprechen. Darunter fallen die Grundsätze der 36 Nachhaltigen Unternehmensführung, soziale Verantwortung, Arbeitssicherheit & Gesundheitsschutz, Qualitätsmanagement, Umwelt & Energie, Informationssicherheit und die Einhaltung von gesetzlichen Vorgaben. stützt Firmen dabei, wichtige Anforderungen erfüllen zu können und greift dabei auf verschiedene Normen und Standards zurück. Auf diese Weise wird ein transparentes Verfahren etabliert, welches auf Langfristigkeit ausgelegt ist. Eine nachhaltige Unternehmensführung bedeutet, unter anderem Risiken für alle Beteiligten zu minimieren und im zweiten Schritt „Gutes zu tun“ beispielsweise in Form von sozialem Engagement. Durch die Implementierung des Standards „Nachhaltige Unternehmensführung“ werden Aktivitäten transparent und erzeugen dadurch Glaubwürdigkeit bei Kunden und Geschäftspartnern. Die Globalisierung trägt dazu bei, dass immer mehr Kunden gesellschaftliche und ökologische Auswirkungen von Leistungen sowie Unternehmensprozessen hinterfragen und bei ihren Entscheidungen verstärkt berücksichtigen. Nachhaltig wirtschaftende Unternehmen achten nicht nur auf zufriedene Interessengruppen in ökonomischer Hinsicht - ebenso sind soziale und ökologisch anspruchsvolle Ziele, wie der verantwortungsvolle Umgang mit materiellen und personellen Ressourcen, aber auch die Einhaltung von Gesetzen und Richtlinien entscheidend. Die feierliche Übergabe des Zertifikates fand Ende Januar in München statt. Teilgenommen haben unter anderem Gabriele Rauße (Geschäftsführerin TÜV Rheinland), Michael Hanita (Geschäftsführer DI/BDC), Michael Schleusener (Prokurist BDC, Manager CSR und Sustainability, Leiter Business Development BDC) sowie das zuständige Projektteam. Das Überwachungsaudit erfolgt im Herbst 2016 an verschiedenen Dorsch Standorten. „Nachhaltigkeit ist für Dorsch kein Lippenbekenntnis. Wir sind hier First Mover der Planungsund Ingenieurbüros, das ist wichtig, um dem Kunden Glaubwürdigkeit, Kompetenz, aber auch Transparenz zu bieten und das nicht nur heute, sondern auch morgen und übermorgen“, so Michael Hanita, Geschäftsführer bei DI/BDC. Nachhaltige Unternehmensführung bedeutet also kurz gesagt - langfristig orientiertes unternehmerisches Handeln, welches den heutigen Bedürfnissen von „Mensch & Umwelt“ entgegenkommt. Der TÜV Rheinland-Standard macht somit nachhaltiges Wirtschaften rund um den Bereich von Architektur- und Ingenieurleistungen plan- und messbar. Der Standard „Nachhaltige Unternehmensführung“ hat das Ziel, das Nachhaltigkeitsverständnis bei Unternehmen und Organisationen in einem ganzheitlichen Ansatz zu betrachten. Er unter- Dorsch International, 25.1.2016 Frau Gabriele Rauße (Geschäftsführerin TÜV Rheinland) und Michael Hanita (CEO Dorsch International & BDC). 37 Automobilimporteure begrüßen positive Abstimmung zu Abgastests Clary: Europäisches Parlament hat richtig gehandelt – Grenzwerte müssen realistisch erreichbar bleiben – Übergangsfrist nötig „Wir begrüßen die positive Abstimmung im Europäischen Parlament über die neuen Abgastests für Dieselfahrzeuge. Diese Grenzwerte erfordern immer noch große Kraftanstrengungen für die Autohersteller“, so der Sprecher der österreichischen Automobilimporteure Dr. Felix Clary heute, Mittwoch, angesichts der in Straßburg erfolgten Abstimmung im Plenum des Europäischen Parlaments. „Wir befürworten die neuen Messverfahren, aber die Grenzwerte müssen realistisch erreichbar bleiben. Das Europäische Parlament hat richtig gehandelt.“ scheren Angaben bei den Emissionen führen. Um sich allmählich an die neuen Vorschriften des RDETests anpassen zu können, wurde eine entsprechende Übergangsfrist beschlossen. Für die Stickoxidwerte gilt auf einer ersten Stufe, die vier Jahre gelten soll, ein Übereinstimmungsfaktor von 2,1. Dieselmotor nötig, um CO2-Ziele zu erreichen „Wir haben uns schon in der Vergangenheit immer klar für realistischere Emissionsangaben ausgesprochen. Denn wir können nachvollziehen, dass die Abweichung zwischen Test- und Realwerten irritiert. Diese sind auf den längst veralteten Testzyklus NEFZ zurückzuführen und das Ergebnis gesetzlich vorgegebener Tests“, so Clary. Dennoch sei klar festzuhalten, dass durch den neuen Messzyklus WLTP die Verbrauchsangaben, und somit auch die Angaben zum CO2-Ausstoß, nun um rund 20 Prozent höher ausfallen. Um die strengen CO2-Ziele (95g/km ab 2020) zu erreichen sei der Dieselmotor derzeit unabkömmlich. „Das ursprüngliche Ziel der Labortests und der gesetzlichen Vorgabe war eine Vergleichbarkeit zwischen einzelnen Fahrzeugen. Wenn Abgastests nun unter realen Fahrbedingungen abgehalten werden, um realistischere Angaben zu erzielen, ist eine entsprechende Übergangsfrist unabkömmlich“, befürwortete Clary das Ergebnis der Abstimmung. Der neue Messzyklus WLTP, der ab 2017 gilt, enthält einen RDE-Test (Real Driving Emissions), der nicht im Labor sondern auf der Straße durchgeführt wird und sollte zu realisti- Presseaussendung Arbeitskreis der Automobilimporteure, 3.2.2016 Wo drückt der Schuh? Der ÖAMTC hat mehr als 1.000 Österreicher befragt, welche Sorgen sie im Bereich der Mobilität haben: Hohe Steuern, Staus, der Parkplatzmangel, aber auch die Umweltproblematik wurden genannt. Eines vorweg: Niemand darf dem ÖAMTC den Vorwurf machen, nur seine Mitglieder - die natürlich autoaffin sind - befragt zu haben. Unter den 1.022 Österreichern über 17 Jahre, die an der Studie teilnahmen, waren auch 20 Prozent NichtAutofahrer. Daher sind die Ergebnisse, die ÖAMTC-Verbandsdirektor Dipl.-Ing. Oliver Schmerold im Jänner präsentierte, wirklich repräsentativ. Die Tabelle (siehe nächste Seite) zeigt deutlich, wo die Österreicher der Schuh im Bereich der Mobilität am meisten drückt, nämlich bei den Steuern und Mauten. Hier fürchten 63 Prozent, dass die ohnehin schon hohen Kosten noch weiter steigen könnten. "So kann es nicht weitergehen", sagt auch Schmerold: "Von den mehr als 13 Milliarden Euro, die die Autofahrer zahlen, fließen nur 4 wieder zurück; der weitaus größte Teil geht ins allgemeine Budget." Schmerold wandte sich auch gegen Pläne der EU, ein gesamteuropäisches Road „So kann es nicht weitergehen" 38 Pricing einzuführen: "Das wäre eine Benachteiligung und außerdem ist der Pkw-Verkehr keine EU-Kompetenz." Und gar nur 10 Prozent fürchten, dass sie ihr geliebtes Auto in 10 Jahren aus Platzmangel mit anderen Lenkern teilen müssen. Dass die Höchstgeschwindigkeit in 10 Jahren auf Freilandstraßen auf 80 km/h gesenkt wird, halten nur 16 Prozent für realistisch. Keine Angst vor "komplizierten" Fahrzeugen Interessant ist, dass die Österreicher laut dieser Umfrage zwar auch Staus und den Wildwuchs von Gesetzen fürchten, sich aber in anderen Bereichen keine Sorgen machen. So glauben nur 20 Prozent, dass Fahrzeuge in 10 Jahren so kompliziert werden, dass sie diese nicht mehr bedienen können. Hingegen ist die Sorge, was mit den durch fortschreitende Digitalisierung in den Autos entstehenden Daten passiert, durchaus spürbar. Hier ruft der ÖAMTC nach einer raschen gesetzlichen Lösung. AUTO & Wirtschaft, Februar 2016 ENERGIE Stromfluss aus Tschechien nach Österreich bleibt weiter stark Erneut gestiegen ist die Menge an elektrischer Energie, die aus Tschechien über die Grenze in die österreichischen Hochspannungsleitungen fließt. Das geht aus der Jahresbilanz des Verbandes Europäischer Übertragungsnetzbetreiber (ENTSO-E) hervor, die dem NÖ Wirtschaftspressedienst vor39 liegt. In den Importzahlen enthalten ist freilich nicht nur die Strommenge, die in den Atom- und Kohlekraftwerken des Nachbarlandes erzeugt wird, sondern auch jene aus dänischer und norddeutscher Windkraftproduktion an der Nord- und Ostsee, von wo beträchtliche Elektrizitätsmengen an Ökostrom über Polen und Tschechien nach Österreich gelangen. Vergleichsweise dürftig hingegen tröpfelt der Stromfluss in die Gegenrichtung: 2015 hat Österreich 41 GWh elektrische Energie nach Tschechien exportiert. 2014 waren es 263 GWh. Das tschechische und das österreichische Stromnetz sind über zwei Hochspannungsleitungen miteinander verbunden. Eine 380-Kilovolt-Leitung verläuft vom Umspannwerk Slavetice unweit des Kernkraftwerks Dukovany durch das westliche Weinviertel bis Dürnrohr im Tullner Feld. Eine 220-Kilovolt-Leitung führt vom Umspannwerk Sokolnice - rund zehn Kilometer außerhalb von Brünn - durch das östliche Weinviertel bis zum Umspannwerk Bisamberg. Wie ENTSO-E meldet, hat Österreich im Vorjahr 12.342 Gigawattstunden (GWh) Strom aus Tschechien importiert. Das ist ein Anstieg um 3,3 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2014. Besonders stark geglüht haben die Leitungen nach Angaben von ENTSO-E in den sieben Monaten Jänner bis März, August und September sowie November und Dezember mit Einfuhrmengen von jeweils mehr als 1.000 GWh. NÖ Wirtschaftspressedienst, 5.2.2016 EU bezieht Hälfte ihres Energieverbrauchs aus Einfuhren Die Energieabhängigkeit der Europäischen Union (EU) belief sich im Jahr 2014 auf 53,4 Prozent, was bedeutet, dass die EU für knapp über die Hälfte der Energie, die sie im Jahr 2014 verbrauchte, von Einfuhren abhängig war. Im Jahr 2014 war die Energieabhängigkeit in der EU höher als im Jahr 1990, lag aber geringfügig unter dem im Jahr 2008 verzeichneten Höchstwert. 2014 waren Estland (8,9 Prozent), Dänemark (12,8 Prozent) und Rumänien (17,0 Prozent) am wenigsten von externer Energie abhängig, Malta (97,7 Prozent), Luxemburg (96,6 Prozent) und Zypern (93,4 Prozent) am stärksten. Österreichs Wert lag bei 65,9 Prozent. Eurostat-Pressemitteilung Die Energieabhängigkeit variierte sehr stark zwischen den einzelnen Mitgliedstaaten: Im Jahr WKO EU-Today, 4.2.2016 Verbund klagt Energie Steiermark auf 85 Millionen Schiedsverfahren. Steirer wollen weniger zahlen Österreichs größter Energie-Versorger, der Verbund, verhandelt derzeit laut Insidern mit zwei Interessenten-Gruppen über den Verkauf von fünf Kraftwerks-Blöcken an den zwei Standorten Mellach und Neudorf/Werndorf in der Steiermark; zwei Blöcke davon sind stillgelegt. Die Standorte gehören zur Tochter Verbund Thermal Power (VTP). Ein potenzieller Käufer stammt aus Deutschland. Die Verhandlungen sollen weit ge- diehen sein. Bei diesem Deal spielt aber auch die weitere Wärme-Belieferung der Energie Steiermark bzw. des Großraums Graz eine große Rolle. Rund um diesen Liefervertrag gibt es seit Langem Streit. Noch im alten Jahr hat die VTP eine Klage gegen die Energie Steiermark beim Schiedsgericht der Wirtschaftskammer Niederösterreich eingebracht. Streitwert: 79,08 Millionen Euro samt acht 40 Prozent Zinsen. Unterm Strich macht das 85,41 Millionen Euro. Die Steirer hatten ihren WärmeLieferanten im Herbst 2014 mit einer Einstweiligen Verfügung gezwungen, eine „Ausfallreserve“ sicherzustellen. Dafür hat der Verbund das defizitäre Gas-Kraftwerk Mellach, dass man eigentlich einmotten wollte, weiter betrieben. Im Herbst 2015 bekam der Verbund dann im Hauptverfahren Recht. Er war laut Gericht vertraglich nicht verpflichtet, Reservekapazitäten für die Energie Steiermark sicherzustellen. Diese Leistung von Mitte September 2014 bis Mitte September 2015 war laut Verbund „ungerechtfertigt“. sungshöhe untermauert der Verbund mit einem Gutachten des Wirtschaftsprüfers KPMG. „Das Schiedsgericht wird nun entscheiden, wie hoch die Summe letztlich ausfallen wird“, sagt VerbundSprecherin Ingun Metelko. Forderung ein Affront „Wir sehen dem Ausgang des Verfahrens gelassen entgegen“, kontert Urs Harnik, Sprecher der Energie Steiermark. „Wir haben bei Gesprächen mit dem Verbund signalisiert, einen marktgerechten Preis zu bezahlen.“ Aber diese hohe Forderung des Verbund sei nicht marktkonform, sondern völlig überzogen und „ein Affront gegenüber der Steiermark“. Für diesbezügliche Verluste fordert die VTP nun Schadenersatz. Mit der Begründung: Die Steirer hätten ohne Zahlung eines angemessenen Entgelts eine Vorhalte-Leistung erhalten. Die Bemes- KURIER, 11.2.2016 „Braucht Zusammenspiel“ Energiespeicher. Vor- und Nachteile der gängigsten Varianten Der zunehmende Anteil erneuerbarer Energie (Wind, Solar etc.) macht Stromspeicher immer wichtiger. Bisher kennt das heimische Gesetz nur Pumpspeicher, so Werner Pölz, Umweltbundesamt, auf der Elmotion-Tagung. Diese werden künftig aber nicht reichen, so der Experte, es wird auch „unkonventionelle“ Energiespeicher vom Schwungrad über Batterien bis zu Wasserstoff brauchen. Energiespeicher sind ein wesentlicher Baustein für die Energiestrategie 2050 der EUKommission. – Vielfalt Welcher Speicher davon für einen Einsatz technisch, ökologisch und wirtschaftlich am geeignetsten ist, liege an Faktoren wie z. B. der zu speichernden Strommenge oder dem zu leistenden Beitrag zur Netzfrequenzstabilisierung oder der Spannungsqualität. Eigenheimbesitzer mit PVAnlage werden einen anderen Speicher wählen als Windkraftbetreiber. dauer) sowie den Betriebskosten (z. B. Umwandlungsverluste) ab. Der Marktpreis für Strom beeinflusse ebenfalls die Wirtschaftlichkeit von Speichern extrem. So fallen laut Pölz für einen Pumpspeicher etwa 100 € pro kWh Output an Investitionskosten an, bei einem Schwungradspeicher dagegen 8000 €. An Leistungsinvestitionskosten sei bei einem Blei-Säure-Akku mit 300 € zu rechnen, bei einem Schwungradspeicher mit bis zu 9000 €. Auf der Habenseite der Bilanz stehen für einen Staat eine höhere Importunabhängigkeit sowie Versorgungssicherheit und mehr „grüner“ Strom. – Kosten Pölz hat die gängigsten Stromspeicher nach diesen Kriterien untersucht (siehe Tabelle). So hänge die Wirtschaftlichkeit vor allem von den Fixkosten (Herstellung, Netzanbindung, Lebens 41 – Umwelt Das große Minus unkonventioneller Energiespeicher: Der Materialeinsatz für ihre Herstellung ist enorm (siehe Tabelle). Ausnahme: Power to Gas, wo überschüssiger Strom in Gas umgewandelt und so gespeichert wird. Bei einigen sieht Pölz auch eine „Entsorgungsproblematik“, so sei etwa das für Wasserstoffspeicher verwendete Toluol ebenso toxisch wie das bei Redox-Speicher eingesetzte Vanadium. Pumpspeicherkraftwerke dagegen seien bei uns durch die Wasserrahmenrichtlinie limitiert, das letzte große Werk ist laut Pölz das geplante auf der steirisch/kärntnerischen Koralm. – Fazit Laut Pölz „braucht es ein Zusammenwirken aller Speichersysteme .“ Power to Gas habe derzeit „das größte Potenzial“, um Strom „rasch, langfristig, mit geringem Umweltschaden und den geringsten Materialeinsätzen zu speichern.“ Derzeit gebe es aber keine wirtschaftlich operierenden Langzeitspeicher, außer die Pumpspeicherkraftwerke. KURIER, 11.2.2016 42