Horváth: Der ewige Spießer
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Horváth: Der ewige Spießer
Der ewige Spießer von Ödön von Horváth Regie: Claude Pierre Salmony Bearbeitung: Traugott Krischke Produktion: ORF/DRS 1992, 71 Minuten Horváths kleiner Roman "Der ewige Spiesser" erzählt von Alphons Kobler, einem jungen Mann, der zur Weltausstellung von 1929 in Barcelona aufbricht, um sich zwecks Zukunftsabsicherung eine reiche Frau zu angeln. Die Reise durch Europa bringt ihn mit vielen Menschen zusammen. Und Kobler wittert das Aufsteigen einer neuen Epoche, die eine Erlösung von den zermürbenden ökonomischen Krisen nach dem Ersten Weltkrieg verspricht. Der Nationalsozialismus ist im Kommen. Deutsche Touristen, von der Weimarer Republik enttäuscht, sprechen den braunen Propagandisten schon die Slogans nach. Und Kobler lernt - wie es sich für die Hauptfigur eines Bildungsromans gehört. Es drängt ihn zum Aktuellen, denn man muss schliesslich mit der Zeit gehen. Das ist in jeder Zeit das Hauptanliegen des Spiessers, dass er ja nicht veraltet wirkt, ganz gleichgültig, was für Inhalte und Positionen in Mode kommen! - Die Anlehnung an den bürgerlichen Bildungsroman ist hier natürlich von beissender Ironie. Alfons Kobler: Jörg Hube Frau Perzl: Louise Martini Graf Blanquez: Walter Schmidinger Eine Dame: Alexandra Tichy Beamter: Gerhard Zemann Ein Hotelier: Karl Michael Vogler Ein ungarischer Abgeordneter: Oswald Fuchs Herr Dünzl: Tomas Friedmann Kellnerin: Susanna Szameit Anna Pollinger: Susanne Czepl Bschorr: Peter Scholz Lehrer: Thomas Frey Kakuschke: Peter Simonischek Professor: Michael Kiurina Passbeamter: Harry Hornisch Reisender: Hubert Berger Schmitz: Fritz Muliar Miliz: Giuseppe Sabatino