Quantz und der Schwanz

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Quantz und der Schwanz
INFOTEST
Quantz und
der Schwanz
Querflöten-Jubiläumsserie
„Quantz Coda“
Im Jahr 2008 jährt sich der Beginn des Flötenbaus bei Pearl
zum 40. Mal. Zum runden Geburtstag brachte Pearl eine Sondermodellreihe auf den Markt, die auch nur noch bis zum
Ende des Jubiläumsjahrs 2008 verfügbar sein wird. Höchste
Zeit also, sie uns näher anzusehen.
Von Klaus Dapper
D
A765RE-Coda
A665RE-Coda
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sonic
a Capo al Coda, liest man häufig
in seinen Noten und jeder weiß,
was zu tun ist; allerdings wird es in
Deutschland leider hartnäckig falsch
übersetzt. „Coda“ übersetzt der deutsche
Musiker fälschlicherweise mit „Kopf“,
möglicherweise wegen der rundlichen
Form des musikalischen Zeichens; gemeint ist ein kurzes Notenanhängsel am
Schluss eines Stücks. Eigentlich bedeutet das italienische Wort „Coda“
„Schwanz“ (und der ist beim Vierbeiner
hinten), das trifft es wesentlich besser.
Um die Verwirrung komplett zu machen:
„Kopf“ ist die Übersetzung für das italienische Wort „Capo“; der Kopf ist aber
(beim Vierbeiner) vorne. Also ist „da
Capo al Coda“ eine klare und allgemein
verständliche Ansage: „vom Kopf zum
Schwanz“. Also wieder von vorne und bei
dem entsprechenden Zeichen zum Anhängsel am Ende des Stücks springen.
Wahrscheinlich hat man sich bei Pearl
nicht so genau um die Bedeutung dieses
Wortes gekümmert, jedenfalls ist der
Name des Jubiläumsmodells korrekt mit
„Schwanz“ zu übersetzen. Super Idee,
Glückwunsch! Spaß beiseite, es geht um
ernst zu nehmende Sondermodelle eines
ernst zu nehmenden Herstellers, die wir
gewissenhaft testen wollen.
Wir erhielten zwei Jubiläums-Flöten, die
Silberkopf-Flöte mit der Modellbezeichnung PF-665E-Coda und die SilberrohrFlöte PF-765E-Coda. Für einen direkten
A-B-Vergleich haben wir dazu eine reguläre Silberkopf-Flöte PF-665E angefor-
dert, die mit dem Kopfstück PH-6G ausgeliefert wird. Bei den Jubiläums-Modellen beginnt die (vierstellige) Serienummer mit dem Buchstaben „A“ wie
„Anniversary“. Unsere beiden Testinstrumente hatten Seriennummern unter
0030. Alleine an den Seriennummern,
die in das reguläre 5-stellige Pearl Seriennummer-System nicht hineinpassen,
sieht man, dass es sich um eine eng begrenzte Sonderserie handelt. Die „Coda“Modelle unterscheiden sich von den
normalen „Quantz“-Flöten der 665er
und 765er Serien durch einige besondere Features. Wir werden bei dieser Besprechung einen besonderen Blick auf
die Unterschiede zwischen den „Quantz“und den „Quantz Coda“- Serien richten.
Bei Mensur und Tonlochnetz hat sich
nichts gegenüber den bewährten
„Quantz“-Instrumenten geändert.
rigens keine Unterschiede zu dem regulären „Quantz“-Kopfstück. Einen messbaren Unterschied gibt es lediglich in der
Höhe des Mundlochkamins: Beim
„Forza“-Kopfstück sind es 4,9 mm, bei
den regulären PH-6G Kopfstück 5,1 mm.
Ein auffälliges Merkmal der „Forza“Mundplatte ist ein Knick genau auf der
Höhe der Anblaskante. Dieses Baumerkmal haben amerikanische Flötenbauer in den 1980er Jahren entwickelt,
viele Flötenbauer haben es in den letzten Jahren übernommen; bei Pearl haben
wir eine solche Mundplattenform bislang
noch nicht gesehen. Der Vorteil: Die über
die Anblaskante strömende Luft wird
nicht zu einer Richtungsänderung gezwungen, sondern kann frei abfließen.
Dies scheint zu einer Verringerung des
Blaswiderstands und damit zu einer
leichteren Ansprache zu führen.
Der Kopf
Weitere Features
Das Wichtigste ist das neue Kopfstück.
Sein Name ist „Forza“, der Name ist unterhalb der Krone in das Kopfstück eingraviert. „Forza“ ist italienisch und heißt
„Kraft“, darüber später mehr. Das Rohr
des Kopfstücks und der Mundlochkamin
sind aus Sterling (925er) Silber, allerdings
hat man auf einen Silberstempel vollständig verzichtet. Die Mundplatte ist aus
massivem 10-karätigen Gold. Eine massiv goldene Mundplatte ist eine feine
Sache, sie sieht edel aus und läuft garantiert nie an, darüber hinaus ist sie die
Hoffnung aller Allergiker. Die sollten sich
allerdings nur auf 24 Karat oder reines
Gold verlassen: 10 Karat entsprechen
41,7 %. Was ist mit den übrigen 58,3 %?
Normalerweise enthalten niedrige Goldlegierungen im Wesentlichen Kupfer und
Silber, Kupfer ist leider auch ein Allergen.
Gehen wir einmal davon aus, dass die
Angst der Menschen vor Allergien weit
größer ist als die Häufigkeit allergischer
Reaktionen, und dass nur die Allerwenigsten mit 10-karätigem Gold Probleme
haben.
Ein weiteres Geburtstagsgeschenk ist die
Cis-Trillerklappe. Cis-Triller? Was ist das
denn, wer braucht so etwas? Die Cis-Trillerklappe erfordert ein weiteres (großes)
Tonloch links neben der Daumenklappe.
Es ermöglicht ein perfekt klingendes
und intonierendes Cis2 und Cis3, darüber hinaus eine Reihe von zusätzlichen
Triller-Möglichkeiten, u. a. Hoch G-A. Der
Hebel ist links und oberhalb des B-Trillerhebels; man muss sich ein wenig
daran gewöhnen, bei der Verwendung
des B-Trillerhebels nicht an den Cis-Triller zu kommen. Eigentlich ist der CisTriller eine Vorliebe amerikanischer
Flötisten und auch dort nur etwas für
Profis. Hierzulande trifft man ihn kaum
an, und wenn, dann fast nur bei Konzertflöten aus der 10.000,- Euro-Klasse.
Es ist nicht ganz einsehbar, was zumindest die deutsche Zielgruppe in diesem
Preissegment damit anfangen soll. Die
Cis-Trillerklappe ist wohl eher als Leckerchen für den wesentlich größeren und
wichtigeren amerikanischen Markt gedacht. Es ist ein Profi-Feature bei einer intermediate-Modellreihe, genauso wie vor
acht Jahren mit der Spitzdeckel-Ausführung ein Profi-Feature bei einer Modellreihe von Schülerflöten eingeführt wurde.
Nun gut, es handelt sich um ein Geburtstagsgeschenk. Und vielleicht kommt man
durch das Ausprobieren irgendwann auf
den Geschmack dieser exotische Klappe.
Die Mundplatte ist kaum merklich einwärts gewölbt. Die Mundlochflanken sind
oben leicht angeschnitten, an der Unterseite des Mundlochkamins ist keine Unterschneidung erkennbar. Das Mundloch
gehört mit den Maßen 12,4 x 10,3 mm
nicht zu den kleinen. Soweit gibt es üb-
Die Dis-Klappe ist mit einer Rolle ausgestattet
Der Hebel für den Cis-Triller liegt oberhalb der B-Trillerklappe
Der Cis-Triller erfordert ein weiteres großes Tonloch neben der Daumenklappe
sonic 45
INFOTEST
Das neue „Forza“-Kopfstück bietet bei gleicher Spielweise bei etwas geringerem
Blaswiderstand mehr Volumen als der PHZ-6G Kopf der regulären „Quantz“-Flöte.
Produktinfo
Hersteller: Pearl Flutes,
Japan/Taiwan
Technische Daten
A665E-Coda: Korpus und Mechanik versilbert, Deckelklappen, Spitzdeckel-Design,
Off-set-G, E-Mechanik, C-Fuß,
Cis-Trillerklappe, Rolle an der
Dis-Klappe des Fußstücks,
Kopfstück „Forza“, Sterling Silber, Mundplatte 10 Karat Gold,
Gewicht 439 Gramm.
Ohne Aufpreis in Ringklappenausführung erhältlich:
A66RE-Coda
A765E-Coda: Korpus und
Kopfstück Sterling Silber, sonst
wie oben. Gewicht 454
Gramm. Ohne Aufpreis in
Ringklappenausführung erhältlich: A765RE-Coda
Zubehör: Mit Kunstleder
überzogenes Holzkern-Etui,
gefütterter Etuibezug mit Tragegriff und Schultergurt, Wischerstab aus Holz, GazePutztuch (für innen), Pflegetuch (für außen), Pearl Flutes
„owner’s manual“ (6-sprachig).
Grundstimmung: A = 442 Hz
Preise:
A665E-Coda 1.480,- Euro
A665RE-Coda 1.480,- Euro
A765E-Coda 2.325,- Euro
A765RE-Coda 2.325,- Euro
Pro & Contra
+
+
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Spitzdeckel-Mechanik
ohne Aufpreis
neues Kopfstück mit hervorragenden Spieleigenschaften
Cis-Trillerklappe ist in die sem Preissegment über
flüssig
sonic
Das dritte Leckerchen ist eine (Metall)Rolle an der Dis-Klappe (kleiner Finger
rechts). Sie erleichtert dem kleinen Finger das Gleiten von C und Cis zum Dis
und zurück. Die sächsischen Flötenbauer haben zwischen 1920 und 1980
fast alle Konzertflöten mit dieser Rolle
(und einer korrespondierenden Rolle
an der Cis-Klappe) ausgestattet. International haben sich die Rollen nie
durchgesetzt, sie waren nur bei einigen
Handmade-Flöten als Option und nur
gegen Aufpreis lieferbar. Nach der
Wende verschwanden fast alle traditionellen sächsischen Flötenbauer bis auf
Philipp Hammig, und auch dort mussten die Rollen dem internationalen De-
sign weichen. Siehe da, jetzt kehrt die
Rolle aus Übersee zu uns zurück. Die
Rolle ist – vorausgesetzt die Drücker
am Fußstück sind ergonomisch optimal
– entbehrlich, aber sie macht das
Leben leichter. Der Tester ist als Freund
alter sächsischer Querflöten eher begeistert. Weitere allerdings unbedeutende Unterschiede zum normalen
„Quantz“-Modell sind die besondere Jubiläums-Gravur auf der Steckverbindung
und die Etui-Schlösser in verkupferter
Antik-Optik.
Verarbeitung
Bei beiden Testinstrumenten machten
Lötung, Versilberung und Einpassung
des Klappenwerks einen ebenso tadellosen Eindruck, wie bereits in vorangegangenen Tests von Pearl Querflöten. Zum
Aufspüren von Deckungsfehlern wurde
eine Leuchtstoffröhre in das Flötenrohr
geschoben. Die Deckung der Polster war
bei beiden Instrumenten tadellos.
Ansprache und Klang
Ansprache und Klang sind im Wesentlichen von dem neuen Kopfstück „Forza“
geprägt. Bei früheren Tests stellten wir
fest, dass die Pearl Flöten nicht zu den
lautesten gehören, dass ihr Klang
schlank und wandlungsfähig ist, dass
man ihren Ton aber formen muss, um
gute Ergebnisse zu erzielen. Das neue
Firmengeschichte
1968 gründete die japanische Firma
Pearl Musical Instrument Co. in Chiba,
Japan, eine Werkstatt zur Herstellung von
Querflöten. Der Flötenbau war von Anfang an eine Seitenlinie der Pearl Produktpalette, außer Querflöten werden
bei Pearl keine weiteren Blasinstrumente
hergestellt. Aufgebaut wurde die Produktion von Pearl Querflöten von dem
auch heute noch für Pearl tätigen Flötenbaumeister Tatsumi Shimoyama, der bis
heute – zusammen mit Shigeki Hirose –
für den Qualitätsstandard der Flöten verantwortlich ist. Shimoyama hatte den
Flötenbau bei Muramatsu gelernt. Die
ersten Pearl Querflöten kamen 1971,
kurz nach Yamaha, mit einem Programm
von Schülerflöten auf den deutschen
Markt. Genau wie die Yamaha Flöten
waren sie schnell für ein hervorragendes
Verhältnis zwischen Preis und Qualität
bekannt.
Anfang der 1980er Jahre begegnete man
der für den Bereich der Schülerflöten bedrohlichen Preisentwicklung mit dem
Aufbau eines Tochterbetriebs in Taiwan.
Mitte der 1980er Jahre erweiterte Pearl
sein Programm um handmade Spitzeninstrumente, die weiterhin im Stamm-
werk in Chiba hergestellt wurden (und
werden). Pearl beschäftigt heute über 30
Mitarbeiter im Flötenbau.
Ein Markenzeichen der Pearl Querflöte
seit 1972 ist die „pinless construction“.
Dies ist ein charakteristisches Baumerkmal der Pearl Flöten, das seither konsequent beibehalten wird; in jüngster Zeit
gibt es vergleichbare Konstruktionen von
anderen renommierten Herstellern. Die
genaue Bedeutung ist den wenigsten
Flötisten klar und soll hier noch einmal
genauer erläutert werden: Bei jeder
Querflöte gibt es drei Gruppen von Klappen, die jeweils auf eine gemeinsame
Achse montiert sind: a/b-Klappe linke
Hand, die vier Klappen der rechten Hand
und die Trillerklappen. Hierbei wird ein
Teil der Klappen traditionell durch kleine
Stahlstifte mit der stählernen Achse fest
verbunden („gestiftete Mechanik“). Pearl
verzichtet ganz auf diese Stifte. Teils werden sie durch kleine Inbusschrauben ersetzt (rechte Hand, Trillerklappen), teils
konnte durch Änderung des Klappendesigns („Brückenmechanik“) eine feste
Verbindung mit der Mittelachse ganz vermieden werden (Verbindung BKlappe/B-Trillerhebel). Dies ermöglicht
ein leichtes Zerlegen der Mechanik beim
Service. Wer gelegentlich festgerostete
oder zu kurze Stifte möglichst ohne sichtbare Spuren herausschlagen muss, um
die Mechanik einer Flöte zu zerlegen,
weiß dies zu schätzen.
Ein weiteres Baumerkmal, das die Pearl
Flöten von Anfang an auszeichnete, ist
das, was bei Pearl als „one piece core
bar“ bezeichnet wird. Auch dieses Baumerkmal soll noch einmal ganz genau
erklärt werden: Bei dem „one piece core
bar“ geht es um die Stahl-Achse, die –
parallel zu der Trillerklappen-Achse – den
größten Teil der Mechanik des Hauptstücks trägt. Bei allen anderen Herstellern ist diese Achse dreigeteilt: Eine kurze
Achse führt durch die kleine C-Klappe bis
zum nächsten Achsböckchen. Die Spitze
dieser Achse bildet die Lagerung des
zweiten Achsabschnitts. Dies ist der erste
neuralgische Punkt, an dem im Laufe der
Jahre Verschleiß eintreten kann. Der
zweite Verschleißpunkt ist der so genannte „king post“, der die Lagerung des
zweiten und dritten Achsabschnitts
(Achse für die Klappen der rechten
Hand) bildet. Die Lagerung der beiden
Achsen im „king post“ ist ein kritischer
„Forza“-Kopfstück bietet bei gleicher
Spielweise bei etwas geringerem Blaswiderstand mehr Volumen als der PHZ-6G
Kopf der regulären „Quantz“-Flöte. Dies
merkt man am deutlichsten in der tiefsten Lage, die nicht zu den stärksten Seiten der regulären „Quantz“-Flöte gehört.
Mit dem „Forza“-Kopf gelingt eine kernige, kräftige Tiefe ohne große Anstrengung. Kopfstücke mit einer kräftigen
Tiefe zeigen nicht selten Schwächen am
oberen Rand des Tonumfangs. Nicht so
der „Forza“-Kopf. H3 verklingen lassen
geht genauso gut wie bei dem StandardKopfstück. Wer Sorge hat, mehr Lautstärke führe zu einem rauen, groben
Ton, kann auch beruhigt sein: der Klang
ist runder und wesentlich farbiger. Übrigens reagiert der „Forza“-Kopf bei kleinen Ansatz-Schwächen spürbar nachsichtiger als das reguläre Kopfstück. Bei
dem Silberrohr-Instrument ist der Blas-
Punkt jeder Flöte; er entscheidet über frühen Verschleiß oder langes Leben der
Mechanik. Bei Pearl Flöten reicht eine
einzelne lange Achse bis zum „king post“
herunter; sie hat dort eine Spitze, welche
in eine entsprechende Bohrung der unteren Achse ragt und so deren Lagerung
bildet. Der „king post“ ist entlastet; er hält
beide miteinander verbundenen Achshälften nur noch in Position. Die Gefahr
von Verschleiß wird durch diese Konstruktion reduziert.
Im Jahre 2000 kamen die ersten Querflöten der „Quantz“-Serie auf den deutschen Markt. Auch für den Bereich einfacher versilberter Schülerflöten wurde
die Produktion auf Spitzdeckel-Klappen
umgestellt. Das war ein ungewöhnlicher
Schritt, bis dato waren bei sämtlichen Fabrikaten, die in der Herstellung aufwändigeren und als stabiler geltenden
Spitzdeckel-Klappen den handgemachten Flöten höherer Preisklassen vorbehalten. Die „Quantz“-Serie war so erfolgreich, dass sie 2003 auf Silberkopfund Silberrohr-Modelle erweitert wurde.
Diese Modelle waren Gegenstand eines
ausgiebigen Tests in sonic 6.2003.
widerstand kaum merklich höher als bei
dem Silberkopf-Instrument. Klanglich
gibt es einen merklichen Unterschied:
der Klang der Silberrohr-Flöte hat etwas
weniger Leuchtkraft, dafür mehr
„Bauch“. Beide Eigenschaften sind keine
Frage von „besser“ oder „schlechter“,
sondern eine Frage der persönlichen
Vorliebe. Man sollte einen Fachhändler aufsuchen, bei dem man beide
Instrumente miteinander vergleichen
kann und selber entscheiden, welche
Klangfarbe einem eher liegt. Der Tester
bevorzugt die leichte Ansprache und
den leuchtenden Klang der SilberkopfFlöte.
Stimmung
Pearl war einer der Hersteller, die schon
relativ früh (Pearl Prospekt 1983) ihren
Querflöten eine Standard-Stimmung von
A = 442 Hz spendierten, die sich mittlerweile als allgemeiner Standard durchgesetzt hat. Dies versetzt den Flötisten in
die Lage, alle Stimmungen zwischen 440
und 444 Hz ohne nennenswerte Einbußen bedienen zu können. Um die 442
Hz-Stimmung zu erreichen, mussten die
Kopfstücke mit 2 bis 3 mm relativ wenig
ausgezogen werden. Hinsichtlich der tadellosen Intonationseigenschaften hat
sich seit den letzten Testberichten nichts
geändert. Der A-B-Vergleich zwischen
dem „Forza“ und dem regulären Kopfstück ergab hier keine Abweichungen.
Zubehör
Die Flöten der „Quantz Coda“-Serien liegen in einem genau nach den Maßen
des Instruments gearbeiteten HolzkernEtui, das innen mit dunkelgrünem Samt
ausgearbeitet und außen mit schwarzem
Kunstleder überzogen ist. Es entspricht
bis auf die Verwendung von Kunstleder
dem, was man von anderen japanischen
Flöten der gehobenen Preisklasse gewohnt ist. Auch gibt es einen Wischerstab aus Holz, ein Gaze-Wischtuch für
innen und ein Pflegetuch für außen.
Eine mit Teddystoff gefütterte schwarze
Hülle aus einem Nylongewebe mit
Schultergurt und zweitem Reißverschlussfach (für den Stab mit dem feuchten Wischertuch) ist im Kaufpreis
inbegriffen. Dazu gibt es noch ein
„owner’s manual“ in sechs Sprachen einschließlich einer chinesischen Version.
Das Jubiläumsmodell hat eine Sondergravur
Die Mundplatte ist aus 10 Karat Gold
Fazit
Wenn die Flötenbauerweisheit „Eine
Flöte verkauft sich über den Kopf“ gilt,
müssten die Jubiläumsmodelle reißenden Absatz finden: Das neue Kopfstück
mit der goldenen Mundplatte hat uns
begeistert. Die etwa 450,- Euro Aufpreis von der 665 „Quantz“ zur 665
„Quantz Coda“ lohnen unbedingt. Da
die völlig überflüssige Cis-Trillerklappe
im Preis enthalten ist, braucht sie uns
eigentlich weiter nicht zu stören. Wenn
nicht die Gefahr bestünde, versehentlich an den Hebel zu kommen … Es ist
empfehlenswert, vor einer Kaufentscheidung eine Weile auf der Flöte zu
spielen und seine Reflexe daraufhin zu
■
überprüfen.
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