Folie - mueller
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Folie - mueller
Anleitung zur Metallisierung von Kunststoffen der Firma General Electric Plastics B.V. Sehr geehrte Damen und Herren, in der Anlage erhalten Sie eine Anleitung zur Verarbeitung von Lexan® Folien. Für weitere Informationen und Anfragen stehen Ihnen gerne zur Verfügung. Deutschland Dr. D. Müller GmbH Zeppelinring 18 D- 26197 Ahlhorn Tel.: +49 (0) 44 35 / 97 10 10 Fax: +49 (0) 44 35 / 97 10 11 [email protected] www.mueller-ahlhorn.com Twitter: muellerahlhorn Großbritannien Dr. D. Mueller (UK) Limited Tel.: +44 (0) 13 84 48 28 06 Fax: +44 (0) 13 84 48 28 08 [email protected] Brasilien Dr. D. Mueller GmbH Tel.: +55 19 / 32 46 32 16 Fax: +55 19 / 32 16 62 29 [email protected] Lexan® ist eingetragenes Markenzeichen der Firma General Electric Plastics B.V. GE Structured Products Lexan® In-Mould Folien Eine Anleitung zum Konstruieren, Umformen und Spritzgießen mit siebgedruckten Lexan® Folien Index 2 Einführung 3 Verfahrensüberblick 4 Werkstoffauswahl Folienauswahl Kunststoffauswahl Farbenauswahl 7 7 8 8 Hinweise zum Entwurf und zu den Werkzeugen Umformen Besäumen Spritzgießen 9 9 9 10 Hinweise zur Verarbeitung Siebdruck Umformen Spritzgießen Spezielle Hinweise zur Folienrückseite 17 17 18 19 20 Anhang IMD-kompatible Farben Graphische Folien Produktangebot 22 22 Einführung Eine der wirkungsvollsten und kostengünstigsten Möglichkeiten, ein Teil zu dekorieren, wird während des Spritzgießprozesses geboten. Beim In Mould Decoration (IMD) – Prozeß wird eine dekorierte Lexan® Folie in die Kavität des Gießwerkzeuges eingelegt und hinterspritzt. Der IMD-Prozeß kann mehrere Vorteile gegenüber anderen Dekorationsmethoden bieten: Design-Flexibilität • In Mould Graphiken können für eine Produktunterscheidung bei Konsumprodukten dienen. • Schnelle Schriftwechsel mit dem gleichen Spritzgießwerkzeug. • Komplexe 3D-Teile können dekoriert werden. Produktivität bei der Herstellung • Die Teile können in einem Arbeitsgang dekoriert und gespritzt werden. • Verfahrens- und Arbeitskosten können verringert werden. • Sekundär-Arbeitsgänge wie Kleben können eliminiert werden. • Die IMD-Folie verbleibt für immer am Teil. Zur Optimierung von IMD sollten einige Vorbereitungen getroffen werden: • • • • • • Auswahl der richtigen Lexan Folie mit der korrekten Stärke. Festlegung, welche Oberfläche dekoriert werden soll. Siebdruck der Graphik unter Berücksichtigung der Teileästhetik und des Angußsystems. Bei einem 3D-Teil Zugang zur Vakuumform- oder Kaltformtechnik. Kenntnis der Kundendaten und -anforderungen für das Programm. Auswahl von kompatiblen Folien-/Kunststoff-/ Farbenkombinationen (wir empfehlen die Verwendung von Lexan Folie für das Foliensubstrat und kompatible technische Thermoplaste wie z.B. Lexan®, Cycoloy®, Valox®, und Xenoy®). Verfahrenshinweise • Druck • Formung • Spritzgießen Märkte/Anwendungen Es gibt mehrere Marktbereiche, in denen IMD angewendet wird oder derzeit auf dem Markt vertreten ist. Die Schlüsselbereiche sind: Automobilbau, Gerätebau, Computer, Büromaschinen und Telekommunikation. Marktförderer in diesen Bereichen sind: Automobilbau • Design-Freiheit (dreidimensionale Graphiken) • Ergonomie und Styling – harmonische Innenausstattung • Integrierung verschiedener Bauteile • Kosteneinsparung • Funktionelle, hinterleuchtete Teile • Wiederverwertbarkeit Gerätebau • Kosteneinsparungen • Kratzfestigkeit • Produktdifferenzierung durch Styling Computer, Büromaschinen • Produktdifferenzierung • Wiederverwertbarkeit • Herstellflexibilität hinsichtlich des Designs Telekommunikation • Produktdifferenzierung • Linsenintegrierung • Kratzfestigkeit • Dünnwand-Design In dieser Anleitung werden verschiedene Bestandteile des IMD-Verfahrens behandelt: Werkstoffauswahl • Folie • Kunststoff • Farbe Design- & Werkzeughinweise • Formung • Besäumen • Umformen 3 Ve r f a h re n s ü b e r b l i c k IMD Abbildung 2: Schema des IMD-Verfahrens Beim IMD-Verfahren kann ein Spritzguß- oder Preßteil während des Spritzgießzyklus dekoriert werden. IMD wird auch als Insert Moulding bezeichnet. Beim IMD-Verfahren wird ein flaches oder vorgeformtes und dekoriertes Folienteil vor dem Spritzgießverfahren in die Werkzeugkavität eingelegt. IMD besitzt viele Vorteile gegenüber der herkömmlichen Beschichtung mit einer bedruckten Folie. Bei einer typischen Folienbeschichtung muß ein Foliensubstrat (entweder die erste oder die zweite Oberfläche) bedruckt und dann ein Klebstoff mit einer schützenden Trennfolie aufgetragen werden. Dieser Prozeß wird in Abbildung 1 gezeigt. Die Trennfolie wird dann entfernt und die Folien-/Klebstoffkombination wird dann auf dem gegossenen Teil angebracht. Folie Einlegen der Folie in die Form Spritzgießwerkzeug (offen) mit bedruckter Folie Erste Oberfläche dekoriert Folie Fertiggestelltes Teil mit zweiter Oberfläche dekoriert Abbildung 1: Herkömmliche Etikettenmethode Folie Lexan Folie Dekorativer Druck Spritzgegossener Kunststoff Gegossenes Teil Richtige Wahl Klebstoffschicht Vorteile von IMD • Die Beschichtung mit Etiketten entfällt • Teure und umweltfeindliche Klebstoffe auf Lösungsmittelbasis entfallen • Sekundäre Arbeitsgänge für den Beschichtungsauftrag entfallen • 3-D Graphikteile sind möglich • Gleiche Lebensdauer wie das Teil • Kostengünstigere Methode zum Dekorieren von Funktionsteilen Folie Dieses ist das am einfachsten zu produzierende IMD-Teil. Ein Schema zur Herstellung dieses IMD-Typs wird in Abb. 3 gezeigt. Die Lexan Folie wird auf der ersten oder zweiten Oberfläche dekoriert, auf die richtige Größe geschnitten und in einem für IMD vorgesehenen Spritzgießwerkzeug positioniert und fixiert. Dann wird die Folie hinterspritzt und ein fertiggestelltes Teil ausgeworfen, das keine oder nur wenige Sekundärarbeitsgänge erfordert. Flaches Folienteil/ Graphiken auf der ersten oder zweiten Oberfläche Abbildung 3: IMD-Verfahren: Flaches Folienteil/Graphiken auf der ersten oder zweiten Oberfläche Dekorierte LEXAN Folie Das IMD-Verfahren Das IMD-Verfahren wird in der Abbildung 2 gezeigt. Es folgt eine Beschreibung der notwendigen Schritte des IMD-Verfahrens für eine Reihe verschiedener Anwendungstypen. Alle Details für jedes Verfahren werden weiter unten in dieser Anleitung behandelt. Auf richtige Größe stanzen/zuschneiden Weiterleitung zum Spritzgießen Positionierung und Fixierung der Folie im Werkzeug Spritzgießen des Teils Design-Werkzeug für IMD-Anwendung Auswahl des Kunststoffes je nach Produkt-/ Verfahrensanforderungen Auswurf des fertigen Teils 4 Ve r f a h re n s ü b e r b l i c k Dieses Teil ist dem flachen Teil mit Graphiken auf der ersten Oberfläche ähnlich, die Graphiken werden jetzt jedoch auf der Rückseite oder zweiten Oberfläche der Folie siebgedruckt. Bei diesem Teiletyp werden die Graphiken während der gesamten Lebensdauer des Teils geschützt. Ein Schema des IMD-Verfahrens zur Herstellung dieses Teiletyps würde dem Schema in Abb. 3 ähneln. Im Gegensatz zum vorherigen Verfahren müssen jedoch widerstandsfähigere Farbsysteme verwendet werden, und die Anguß- sowie Kunststoffwahl im Spritzgießverfahren erfordern besondere Aufmerksamkeit. Flaches Folienteil/ Graphiken auf der zweiten Oberfläche Dieses Teil stellt eine Gekrümmtes Folienteil/Graphiken etwas größere Herausforderung dar, da auf der ersten die Folie vor der Oberfläche Einführung in die Spritzgießform vorgeformt werden muß. Ein Schema zur Herstellung dieses IMD-Typs wird in Abb. 4 gezeigt. Die Lexan Folie wird zunächst oberflächendekoriert (Siebdruck, Offsetdruck usw.), dann per Thermoformung oder Kaltformung geformt und schließlich vor dem Einlegen auf die entsprechende Größe zugeschnitten. Abbildung 4: IMD-Verfahren: Gekrümmtes Folienteil/Graphiken auf der ersten oder zweiten Oberfläche Dekorierte Lexan Folie Je nach Teile-Design Thermooder Kaltformung der Folie Auf richtige Größe stanzen/zuschneiden Weiterleitung zum Spritzgießvorgang Positionierung und Fixierung der Folie im Werkzeug Spritzgießen des Teils Design-Werkzeug für IMD-Anwendung Auswahl des Kunststoffes je nach Produkt-/ Verfahrensanforderungen Auswurf des fertigen Teils Dieses IMD-Teil stellt die größte Herausforderung aller herzustellenden Typen dar, da es die Komplexität der Folienformung mit den Schwierigkeiten des Spritzens von Kunststoff auf die Oberfläche mit den gedruckten Graphiken kombiniert. Ein Schema des IMD-Verfahrens zur Herstellung dieses Teiletyps würde dem Schema in Abb. 4 ähneln; die Graphiken befinden sich jedoch auf der zweiten Oberfläche (Rückseite) der Folie. Gekrümmtes Folienteil/Graphiken auf der zweiten Oberfläche 5 Ty p i s c h e A n w e n d u n g e n Telekommunikationsteile Kfz-Informationszentrum Kfz-Bedienpanel Klimabedienpanele im Kfz Abdeckung für Automatikgetriebe Frontplatte für Elektroherd 6 Werkstoffauswahl Folienauswahl Lexan Folie besitzt ein sehr gutes Eigenschaftsprofil, um die verschiedenen Leistungsanforderungen von Siebdruckern und anderen Endbenutzern zu erfüllen. Die hohe Qualität, Klarheit und Stärke von Lexan Folie verbessern die Verwendung von Farbe in einem geschützten Druck auf der zweiten Oberfläche ohne Verlust an Tiefe oder Lebendigkeit. Die Folie ist nicht nur dauerhaft, sondern auch ein leicht zu dekorierendes Substrat, das eine gute Farbenhaftung ohne jegliche Vorbehandlung gewährleistet. Sie ist in einer Vielzahl von Standard- und HochleistungsQualitätsstufen erhältlich mit verschiedenen Oberflächengüten und -texturen. Lexan Folie bietet u.a. die folgenden Verarbeitungsoptionen: • • • • • • Die unbeschichtete Lexan Folie ist einer der hochwertigsten Graphikwerkstoffe in der Industrie. Lexan Folien bieten sehr gute optische Eigenschaften und mechanische Vorteile. Unbeschichtete Lexan Folien können in folgenden Bereichen sehr gut verwendet werden: Automobilbau, Klein- und Großhaushaltsgeräte, Computer und Büromaschinen sowie Telekommunikation. Im Anhang sind die Sorten der Graphikfolien aufgeführt. Flammenhemmende Sorten sind ebenfalls erhältlich. Unbeschichtete Lexan Folien Selektive Texturtechnik für Kratzfestigkeit, geringe Blendung und Design-Flexibilität. Einprägen verschiedener Konfigurationen zur Erkennung durch Tasten oder Dekoration. Verschwindeffekt-Graphiken für scharfe, saubere und sehr gut lesbare Anzeigen. Transparente Farben für Design-Flexibilität und kostenwirksame Produktion von LED/LCDFenstern und hinterleuchteten Anzeigen. Scharfe, hochpräzise Stanzung. Tiefzieh-thermoformbar, wenn unbeschichtet. Lexan Hochleistungs- Die Lexan HP Folien bilden folien (HP) ein Programm beschichteter Hochleistungs-Folien, die eine sehr gute Leistungsfähigkeit besitzen und zur Verbesserung des Produktivitäts-/Kostenverhältnisses beitragen. Lexan HP Folien sind in drei Glanzstufen von glasähnlicher (92) bis matter (12) Erscheinungsform erhältlich. Zusätzlich sind Lexan HP Folien (HP##S und HP##H) in zwei Chemikalien- und Kratzfestigkeitsstufen erhältlich, um einen großen Bereich von Anwendungsanforderungen abzudecken. Außerdem gewähren die witterungsbeständigen Lexan HP Folien (HP##W) eine langandauernde, preiswerte AußeneinsatzLeistungsfähigkeit. Lexan HP Folien sollten nur für flache IMD-Teile verwendet werden. Tabelle 1: Vorteile von Lexan Folie Merkmale von Lexan Folie Siebdruck-Vorteile Endverwender-Vorteile Klarheit Keine Trübung, unabhängig von der Stärke. Zeigt unverfälschte Farben bei rückseitigem Druck. Gut geeignet für LED/LCD-Fenster. Rückwärtige Druck auch bei großen Stärken. Bedruckbarkeit Siebdruck ohne Oberflächenvorbehandlung. Kompatibilität mit vielen UV-Farben und herkömmlichen Farben auf Lösungsmittelbasis. Bietet zahlreiche Möglichkeiten zum Erzielen einer Reihe von graphischen Effekten. Ermöglicht komplizierte graphische Designs. Wärmebeständigkeit Ermöglicht eine Paßgenauigkeit mit engen Toleranzen nach wiederholten Erwärmungs- und Trocknungszyklen. Kann in nächster Nähe von Lichtquellen verwendet werden. Sehr gute Einsatzeigenschaften bis 135°C (Dauergebrauchstemperatur 115°C). Oberflächengüten Verschleißbeständige und nicht reflektierende Oberflächengüten sind während des Verfahrens kratzbeständig und tragen zur Verringerung von Problemen durch die statische Aufladung bei. Trägt zur Vermeidung von Beschädigungen und übermäßiger Blendung bei. Brennbarkeit Lexan Graphik-Folien besitzen verschiedene UV-Einstufungen. FR Folien (UL 94* V-0 und VTM-0) sind erhältlich. Zulassung gemäß UL und anderen Brennbarkeit-Codes. * Dieser Test dient nicht dazu, Gefahren aufzuzeigen, die von diesem oder jeglichem anderen Werkstoff bei einem tatsächlichen Brandfall ausgehen. 7 Werkstoffauswahl Eine der wichtigsten richtig auszuwählenden Bestandteile des IMD-Verfahrens sind die Folie und der Kunststoff. Da die Folie dekoriert wird, ist Lexan Folie in den meisten Fällen die bevorzugte Wahl. Die Wahl des Lexan Folientyps hängt von den Eigenschaften des Teils und der Endanwendung ab. Bei IMD-Teilen, die eine Oberflächentextur erfordern oder dreidimensional sind, wird eine unbeschichtete Lexan Folie (z.B.: 8010 oder 8B35) empfohlen. Typische Anwendungen sind u.a. Automobil- und Telekommunikationsteile. Wenn das Teil jedoch chemikalien- oder verschleißbeständig sein soll, dann empfehlen wir eine beschichtete Lexan Folie (z.B.: HP##S, HP##H oder HP##W). In diesem Fall wäre das Teil nur flach oder zweidimensional. Verbreitete Anwendungen, bei denen Lexan HP Folien verwendet werden, sind z.B. Haushaltsgeräte oder Telekommunikationsteile. Für IMDTeile sollten Mindest-Folienstärken von 0,175 bis 0,250 mm verwendet werden. Es wird wie immer ein Test mit Prototypen empfohlen, damit eine gute Leistung bei der Endbenutzung gewährleistet wird. Farbenauswahl Typische IMD-Anwendungen, bei denen Lexan Folien verwendet werden • Dekorative Oberflächen und Etiketten • Namenschilder und -etiketten • Hinterleuchtete Kfz-Informationszentren • Heizungs-Klima-/Radio-Panele in Automobilen • Geräteabdeckungen • Linsen für Pager und Mobiltelefone • Bedienknöpfe im Autoinnenraum Es handelt sich um folgende Farben: • Naz-dar 9600 • Colonial/Coates Serie C-37 • Marabuwerke IMD Spezialfarbe 3060 • Nor-Cote (UK) IMD Farbenserie Folienauswahl Kunststoffauswahl Der andere auszuwählende Bestandteil eines IMDTeils ist der Kunststoff. Wir haben im allgemeinen festgestellt, daß Lexan Folien gut an Lexan Kunststoffen oder an Kunststoffen mit Polycarbonat wie zum Beispiel Cycoloy oder Xenoy sowie einigen Valox Kunststoffen haften. GE Plastics hat eine detaillierte Untersuchung über die Haftung von verschiedenen Kunststoffen an verschiedenen Typen von Lexan, Valox und Ultem Folien durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Untersuchung werden in Tabelle 2 aufgeführt. Bevor eine Farbe ausgewählt werden kann, muß bestimmt werden, ob die erste oder zweite Oberfläche der Folie bedruckt wird. Diese Auswahl hängt von den Eigenschaften des Teils und der Endanwendung ab. Bei der Dekoration der ersten Oberfläche wird auf der Ober- oder Vorderseite der Folie gedruckt. Bei der Dekoration der zweiten Oberfläche wird auf der Unter- oder Rückseite der Folie gedruckt. In Abb. 5 wird der Unterschied zwischen dem Druck auf der ersten und der zweiten Oberfläche gezeigt. Dieses Handbuch enthält eine Liste mit Farben, die für eine Dekoration der ersten Oberfläche von Lexan Folien für IMD empfohlen werden. Für die Dekoration der zweiten Oberfläche müssen robustere Farbsysteme verwendet werden, damit die Farbe während des Form- und Spritzvorgangs ausreichend haftet. Bewertungen verschiedener Farben haben gezeigt, daß es derzeit vier Farbsysteme gibt, die für IMD-Teile mit Druck auf der zweiten Oberfläche geeignet sind. Diese Farben besitzen die beste Haftung auf der zweiten Oberfläche, Flexibilität sowie eine verbesserte Farbresistenz in den Angußbereichen. Sie können für die Dekoration auf der ersten oder der zweiten Oberfläche verwendet werden. Die Kontaktadressen sind im Anhang aufgeführt. Abbildung 5: Dekoration der ersten bzw. der zweiten Oberfläche Folie Erste Oberfläche oder Folienvorderseite (ungeschützt) spritzgegossenes Teil Tabelle 2: Haftung von unbedruckten Folien an Kunststoffsubstraten Kunststoff Lexan (PC) Valox FR Folie Lexan FR Folie + + + + + Xenoy (PC/PBT) + + + + + Valox 325 (PBT) + 0 + 0 + Cycoloy (ABS/PC) + + 0 + + Haftung: 8 Polierte Texturierte Lexan Lexan Lexan HP Folie Folie Folie + = Gut (10 lbs/linear inch oder besser) 0 = Mäßig (5-10 lbs/linear inch) Zweite Oberfläche oder Folienrückseite (zum spritzgegossenen Teil gewandt) Hinweise zum Entwurf & zu den Werkzeugen Formen für Folien Prototyp-Formen können mit gewöhnlichen Werkstoffen wie z.B. Gips, Hartholz, Glasfaser, syntaktischem Schaumstoff und Silikon gefertigt werden. Mit diesen Werkstoffen kann relativ leicht gearbeitet, und es können kleinere Änderungen vorgenommen werden. EMPFEHLUNGEN: Es ist eine weitverbreitete Praxis unter Konstrukteuren, die voller Enthusiasmus mit IMD experimentieren wollen, einen Silikonabdruck von einer existierenden Spritzgießform zu nehmen. Dieses Verfahren ist für eine anfängliche Machbarkeitsstudie geeignet, aber denken Sie daran, daß die geformten Folienproben aufgrund einer Kombination aus Werkstoffschrumpfung und Ausdehnung des Gießmaterials nicht genau in die Kavität der Form passen. Dies führt häufig zu einer schlechten Paßgenauigkeit in der Kavität, besonders bei komplexen dreidimensionalen Teilen, und könnte zu einem schlechten Erscheinungsbild der IMD-Teile führen. Um ordentlich passende Folieneinlagen für eine existierende Spritzgießform zu bekommen, sollte die PrototypGießform mit Hilfe der technischen Zeichnungen der Spritzgießform hergestellt werden. Nach Erstellung der Machbarkeitsstudie sollten jedoch speziell für IMD entworfene Form- und Spritzgießwerkzeuge gebaut werden. Produktionsformen für die Verwendung von Lexan Folie sollten aus dauerhafteren Werkstoffen gebaut werden, wie z.B. gegossenes oder maschinell bearbeitetes Aluminium, Stahl oder mit Metall vermischtes Epoxidharz. Leitende Formen sollten von innen auf eine Temperatur von 120°C erhitzt werden. Das warmgeformte Lexan Teil zieht sich nach der Entnahme aus der Form bei der Abkühlung zusammen. Diese Schwindung ist vorhersehbar und muß berücksichtigt werden, wenn die Formengröße berechnet wird, um die richtige Größe des fertigen Lexan Teils zu gewährleisten. Die Ausdehnung der Form bei Betriebstemperatur muß auch berücksichtigt werden, wenn die Abmessungen des fertigen Teils wichtig sind. Normalerweise schwindet die Lexan Folie je nach den Formbedingungen des Verfahrens um ungefähr 0,5 bis 0,9% (zum Beispiel: 0,005 bis 0,009 cm pro cm). Die Wärmeausdehnung des Formwerkstoffs bei einer Betriebstemperatur von 120°C muß von der Schwindung der Lexan Folie abgezogen werden, um genaue Formabmessungen zu erhalten. Formenentwurf Formschräge für die Formschrägen von 5 bis 7 Vakuum-Umformung Grad werden empfohlen, um die Teilentnahme bei Positiv-Werkzeugen zu erleichtern. Bei Negativ-Werkzeugen ist weniger (1 bis 2 Grad) erforderlich. Siehe Abb. 6. Zur Optimierung der Teilequalität und zur Erleichterung der richtigen Stärkeverteilung müssen alle Formenecken mit einem Radius von 1x die Werkstoffstärke versehen werden. Je größer die Radien umso besser. Vakuumevakuierungsbereiche sind in allen Abschnitten der Form notwendig, wo das Teil detailgenau sein muß. Kleine Vakuumschlitze oder in einem Abstand von 13 mm gebohrte Vakuumlöcher mit einem Durchmesser von ca. 0,50 mm sind normalerweise ausreichend. Die Formen sollten nicht hochglanzpoliert werden, da glatte Oberflächen Luft einschließen. Mattieren Sie alle Formenoberflächen mit Schmirgelpapier der Körnung 500 oder 600. Die kleinen, durch das Schmirgeln erzeugten Kanäle bilden mikroskopische Passagen zur Luftevakuierung. Abbildung 6 Positiv-Werkzeug 5-7 pro Seite R R R R 1-2 pro Seite Negativ-Werkzeug Besäumwerkzeugentwurf für Folien Ein wichtiger Aspekt des IMD-Prozesses sind die Größe und die gleichbleibenden Abmessungen der gedruckten Teile. Normalerweise können zweidimensionale Lexan Folien mit Hilfe von Bandstahlschnitt, geführtem Eisenwerkzeug oder in geringerem Maße mit Drehstanzen gestanzt werden. Die mit 70 N/mm2 im Vergleich zu Metall relativ geringe Scherfestigkeit von Lexan Folie vereinfacht und erleichtert den Werkzeugentwurf und den Prozeß. Die Folienteile können je nach Pressenkraft, Arbeitsbereich und Materialstärke einzeln oder zu mehreren gestanzt werden. Die zum Stanzen von Lexan Folien erforderliche Pressenkraft kann durch folgende einfache Formel bestimmt werden: Stanzen F = PA 9,000 N/t F = Pressengewicht P = Scherfestigkeit von Lexan Folie A = Querschnittsfläche Die Querschnitts- oder Scherfläche kann ermittelt werden, indem die Gesamtlänge des Schnittes mit der Folienstärke multipliziert wird. Die beliebteste und kostengünstigste Stanztechnik ist der Bandstahlschnitt. Im allgemeinen wird ein 9 Hinweise zum Entwurf & zu den Werkzeugen 2-Punkt-Bandstahl (0,71 mm stark) zum Stanzen von Lexan Folien mit bis zu 0,375 mm Stärke verwendet, während ein 3-Punkt-Bandstahl (1,1 mm) für Folien verwendet wird, die stärker als 0,375 mm sind. Bandstähle werden nach drei verschiedenen Methoden hergestellt: Laser, Block und Säge. Im allgemeinen haben die mit Laser hergestellten Messer die genauesten Abmessungstoleranzen (bis zu 0,13 mm), während die mit Säge hergestellten Messer die geringsten bietet (0,78 mm). • • • • • • Bei der Herstellung wird der Bandstahl in ein vorgeschnittenes Muster in einem Holzbrett eingepaßt. Ein Abstreifgummi auf beiden Seiten des Bandstahls erleichtert den Teileauswurf. Im allgemeinen sollte sich der Abstreifgummi nicht mehr als 3,2 mm über der Bandstahlhöhe befinden. In der folgenden Abbildung wird ein typisches Bandstahlwerkzeug gezeigt. Abbildung 7: Bandstahlwerkzeug Je nach Bandstahldesign, Teilegröße und -form sowie Folienstärke weichen die gestanzten Teile Holz Schaumstoffgummi Bandstahl Folie Auflageplatte leicht von der Bandstahlgröße ab: die Löcher sind kleiner und die Aussparungen größer. Deshalb werden Stanzen normalerweise am entsprechenden Toleranzbereichsende hergestellt. Zum Beispiel werden Bandstähle zum Stanzen von Löchern leicht größer ausgelegt, als die auf der Zeichnung angegebene Teilegröße. Mit Auflageplattenpressen, die eine Regulierung zum Stanzen mit engen Toleranzen besitzen, können Lexan Folien erfolgreich “überlappend gestanzt” werden. Beim überlappenden Stanzen wird eine seitliche Fase empfohlen. Schließlich werden zwei weitere Methoden zum Stanzen von Lexan Folie verwendet: geführtes Eisenwerkzeug und die Drehstanze. Stanzen mit geführtem Eisen bestehen aus gehärteten positiven und negativen Stanzenhälften. Beim Stanzen mit geführtem Eisen wird die Folie geschert. Es wird zum Stanzen von komplizierten Mustern, zum Aufrechterhalten von engen Abmessungstoleranzen und zum Stanzen von stärkeren Folien bei größerem Herstellumfang von > 100 000 Teilen verwendet. Das Spiel zwischen den Stanzhälften sollte unter 0,025 mm liegen. Stanzenhersteller für Lexan Folie • Marbach Werkzeugbau GmbH (49) 7131-47010 Heilbronn, Germany • Welke and Company (51) 121-264744 Hildesheim, Germany • Lazor Form Dies Ltd. (44) 161-430-6911 Stockport, Cheshire, UK • Preco Industries International (44) 1843-848100 Kent, UK 10 Atlas Steel Rule Die Elkhart, IN, USA Janco Dover, NY, USA Display Pack Grand Rapids, MI, USA Edward D. Segen & Co., Inc. Milford, CT, USA The Stan-Allen Company Ludlow, MA, USA DV Die Cutting, Inc. Danvers, MA, USA (219) 295-0050 (603) 742-1581 (616) 451-3061 (203) 877-8203 (413) 589-9961 (508) 777-0300 Entwurf der Spritzgießform Ein abgestimmter Entwurf des Spritzgieß- und des Umformwerkzeugs ist wesentlich, um die richtige Paßgenauigkeit der Einlage zu gewährleisten. Wenn die Vorformung der Folie im Verhältnis zur Kavität zu groß ist, können Falten in der Folie entstehen, und wenn die Folie zu klein ist, kann sie gestreckt werden und nachgeben. Schrumpfungsberechnungen bilden einen wichtigen Schritt beim Teileentwurf. Sie müssen bei der Größenbestimmung des Thermoformwerkzeugs die folgenden Schwindungsfaktoren berücksichtigen, damit es die in die Spritzgießform einzulegende Folie richtig umformt: • • • • Wärmeausdehnung des Thermoformwerkzeugs Schwindung der umgeformten Folie Wärmeausdehnung des Spritzgießwerkzeugs Schwindung des Kunststoffes Die Folie sollte nicht zu lange im Spritzgießwerkzeug verbleiben, um eine übermäßige Ausdehnung zu vermeiden. Sehen Sie auf allen Oberflächen in der Teilfuge oder der Ansatzfuge eine Formschräge vor. Normalerweise ist der Auswurf des Teils aus der Form umso leichter, desto größer die Formschräge ist. Der Entwurf des IMDTeils hängt in höchstem Maße von der Umformbarkeit der Folie ab. Normalerweise sind mit Positiv-Werkzeugen nicht die hohen Umformgrade und kleinen Formschrägen möglich, die bei spritzgegossenen Teilen vorkommen. Formschrägen unter 3 – 5” können zu Umformproblemen führen. Die umgeformte Einlage sollte so harmonisch wie möglich in die Kavität passen, so daß der Entwurf des Spritzgießwerkzeugs durch den Entwurf des Umformwerkzeugs diktiert wird. Denken Sie daran, daß es viel einfacher und kostengünstiger ist, ein Umformwerkzeug zu ändern, als eine Spritzgießform. Formschräge Hinweise zum Entwurf & zu den Werkzeugen Der Teileentwurf wirkt sich wesentlich auf die Herstellbarkeit eines IMD-Teils aus. Deshalb wird es empfohlen, daß der Formenbauer folgendes minimiert: Hinweise zur Teilegeometrie • • • • • • Hohe Umformgrade Nischen scharfe Ecken oder Kanten bedeutende Hinterschneidungen Folienüberlagerung abrupte Wandstärkeübergänge Bei Teilen mit diesen Merkmalen kommt es zu Faltenbildung, Verdünnung und Farbverlust in der dekorierten Folie. Ein ungleichmäßiger Kunststoffluß während des Spritzgießens (Rennbahnbildung) kann Falten in der Folie verursachen, so sollte wenn möglich eine konstante Wandstärke beibehalten werden. Spritzgießformen Wählen Sie einen Formenstahl mit großer Härte und Verschleißbeständigkeit für eine dauerhafte Teilungslinie. Eine Folie, die sich in der Trennlinie verfängt, könnte das Werkzeug beschädigen, wenn das Werkzeug nicht für die Unterbringung der Folie entworfen worden ist. Es ist allgemein üblich, P-20 Stahl für den größten Teil des Werkzeugs zu verwenden, sowie Stahl mit einer Härte von Rc 55 oder höher im Trennlinienbereich. Gewöhnliche Formenwerkstoffe werden in der Tabelle auf dieser Seite aufgeführt. Beim IMDProzeß müssen andere Standard-Formenbaupraktiken angewendet werden. Wichtige Forminformationen wie zum Beispiel die Lage der Folie und die für Ihre IMD-Anwendung besten Angußanordnungen können ebenfalls durch das Arbeiten mit Prototypen gewonnen werden. Diese Informationen können später auf die Serienform übertragen werden. Alle Gieß- und Galvanisierungsverfahren erfordern ein Modell, daß originalgetreu nachgebildet wird. Die Qualität und Dauerhaftigkeit der Prototypwerkzeuge hängt vom Verfahren ab. Einige Formen produzieren weniger als 100 Teile, während andere für mehrere tausend Teile funktionieren. Die Kosten und der Zeitplan des Projekts können die entscheidenden Faktoren bei der Wahl der zu verwendenden Methode sein. Im folgenden sind einige Möglichkeiten für Prototyp-Spritzgießwerkzeuge aufgeführt: Herkömmliche Bearbeitungspraktiken • Stahl (ungehärtet) • Aluminium • Messing Formwerkstoffe Deshalb wird folgendes empfohlen: • Verwenden Sie verschleißfesten Stahl, wenn Sie mit Glas oder Mineral vermischte Kunststoffe verarbeiten wollen. • Konstruieren Sie bewegliche Stahlbauteile mit anderen Legierungen und Härten als den Rest der Form, um Abscheuern und hohen Verschleiß durch Reibung zu vermeiden. • Beachten Sie die gewünschte Güte. Polieren Sie Kerne und Kavitäten mit einer Körnung von 400 oder höher, um eine glatte Güte mit maximalem DOI zu erhalten. Texturierte Folien sind erhältlich, und in der Form vorgesehene Texturen funktionieren auch sehr gut. Weiche, kostengünstigere Formen können eine sehr wichtige Rolle spielen, indem sie Vorserienteile für Marketing-Studien, Herstell-Montageanforderungen und Dimensionierungen liefern oder dem Formenbauer eine Gelegenheit zur Bewertung einer ungewöhnlichen Funktion geben. PrototypWerkzeuge Gießverfahren • Kirksite (ein Metallgußwerkstoff) • Aluminium • Kunststoffe, Epoxidharze Galvanisierverfahren • Komplizierte Gehäuse können auf einem Original vernickelt werden. Diese werden später verstärkt und in einen Formenrahmen eingelegt. Flammspritzen • Beim Flammspritzen von Metall entsteht schnell ein 3,18 mm starkes Gehäuse, das durch Einlegen in einen herkömmlichen Rahmen weiter verstärkt wird. Eine Reihe von Metallen, die in Drahtform erhältlich sind, können für dieses Verfahren verwendet werden. Der Teileauswurf kann auf verschiedene Weisen erfolgen. Die Verwendung von Abstreifplatten ist die am weitesten verbreitete Methode des Teileauswurfs aufgrund des großen Kontaktbereichs. Bei einem größeren Kontaktbereich für den Teileauswurf ist die Gefahr von induzierter Spannung im Gußteil geringer. Dies führt zu einer besseren Maßhaltigkeit und geringerer Teilebeschädigung. Die Verwendung von Abstreifstangen ist eine andere gewöhnliche Teileauswurfmethode mit einem guten Kontaktbereich mit dem Teil. Auswurfmethoden 11 Hinweise zum Entwurf & zu den Werkzeugen Tabelle 3: Gewöhnlich verwendete Stahltypen für Spritzgießformen USA Code DIN Code Verwendet für Anmerkungen M-2 1-3343 Kernstifte, Angußeinlagen. A6 1-2162 1-2764 Kavität, Kern oder Einlagen Kavität, Kern oder Einlagen Extreme Härte,Verschleißfestigkeit mit guter Zähigkeit. Oberflächengehärtet Oberflächengehärtet Hochglanzpolierung möglich Druckfestigkeit D-2 1-2379 Angüsse und Kavitäten mit Glas oder Mineral gemischte Werkstoffe A8 A-2 1-2606 1-2767 Schlitten, Aufheber, Ansätze Kavität, Kern oder Einlagen SS 420 1-2083 Kavität, Kern oder Einlagen 1-2343 1-1730 Heißlaufende Teile Mehrzweck, Unterform, Auswurfplatten P20 H-13 1-2311 1-7312 Unterformplatte, Kavität, Kern und Einlagen Unterformplatte, Kavität, Kern und Einlagen 62-64 62 56-62 Hohe Härte Gute Verschleißfestigkeit Sehr gute Abnutzungsbeständigkeit Durchgehärtet Hochglanzpolierung möglich für Hochdruck Korrosionsbeständigkeit Durchgehärtet für große Temperaturschwankungen 52-54 50-52 relativ weich Härtung nicht empfohlen 47-56 vorgehärtet. Gut poliert Anwendbar für Texturen Für große Formen verwendet 45-48 vorgehärtet. Gut poliert weniger anwendbar für Texturen Für große Formen verwendet 45-48 57-59 56-58 55-57 Es wird ein Beispiel für ein Werkzeug mit drei Platten und Abstreifplatte für den Teileauswurf gezeigt. Falls notwendig, kann die Verwendung eines WerkzeugGalvanisierverfahrens beim Teileauswurf helfen. Abbildung 8: Dreiplattenwerkzeug geschlossen und Dreiplattenwerkzeug geöffnet für das Überspritzen mit Folie auf Kern Spezielle Überlegungen zum Auswurf und zum Einspritzen Abstreifplatte Trennlinie Folie Teil Trennlinie Angußkanal Auswerferstifte sind eine verbreitete Methode des Teileauswurfs. Im folgenden einige allgemeine Hinweise: für optimale Ergebnisse ist es wichtig, eine große Anzahl Auswerferstifte zu verwenden. Entwerfen Sie diese Stifte mit ausreichend Fläche, um ein Zusammendrücken der Kunststoffoberfläche zu vermeiden, das die Folie auf der sichtbaren Fläche beeinträchtigen könnte. Ordnen Sie sie außerdem so an, daß sie keine Spannung in dem Teil hervorrufen. Es wird die Verwendung von Buchsenauswerfern für Teilevorsprünge empfohlen. Vermeiden Sie beim IMD-Prozeß externe Trennmittel, da sich das Mittel auf der Folie ablagern und ihr Erscheinungsbild beeinträchtigen kann. 12 Härte - HRC Der IMD-Prozeß erfordert spezielle Überlegungen für den Auswurf des fertigen Teils. Da es das Ziel ist, die Oberfläche des Teils zu dekorieren, dürfen keine beweglichen Teile der Form, die die Oberfläche eventuell beschädigen könnten, mit ihr in Kontakt kommen. Um dies zu erreichen, werden in der Regel zwei Methoden, das rückwärtige Auswerfen und das rückwärtige Einspritzen, verwendet. Auswerfen ist geeignet, wenn heiße Verteilersysteme (Abb. 9) oder direkte Eingußkanäle bei einer IMD-Anwendung verwendet werden. Bei diesem System werden sowohl die Einspritzung als auch der Auswurf auf der festen Seite der Form ausgeführt. Dies erfolgt durch ein Hydraulik- oder Luftauswurfsystem, wie unten gezeigt. Die Hydraulik kann elektrisch in die Spritzgießform eingebunden werden, so daß der Betrieb im Automatikmodus immer noch möglich ist. Bei großen Teilen werden Nadelverschlußdüsen mit sequentiellen Steuerungen verwendet. Sie können aufgrund der komplexeren Werkzeugentwurfs- und Herstellungsarbeiten einen Kostenzuwachs von 10-25% für den Gießformenbau erwarten. Rückwärtiges Auswerfen Hinweise zum Entwurf & zu den Werkzeugen Abbildung 9: Rückseiten-Formeneinsätze mit Folie in der Kavität Für den IMD-Prozeß sind normalerweise keine speziellen Angußkegel- oder Verteilersysteme erforderlich. Befolgen Sie die Verarbeitungsanweisungen für den verwendeten Kunststoff (Spritzgieß-verarbeitungsanleitungen sind bei GE Plastics oder per Internet unter http://www.ge.com/plastics/gp3.html) erhältllich. Angußkegel und Verteiler Film in Cavity Folie Kavität Hot-Runner Heißkanal Shut-off Type Verschlußdüse Heißkanäle werden in der Regel in Werkzeugen mit einfacher Kavität verwendet. Einige IMD-Anwendungen können mit den meisten Typen beheitzter Angußbuchsen ausgeführt werden. Es sollte jedoch eine kalte Spitze eingesetzt werden, um die Folie vom heißen Kanal zu isolieren. Ohne die kalte Spitze besteht die Gefahr, daß die Folie schmilzt und sogar bei IMD-Teilen mit Dekoration auf der ersten Oberfläche Auswaschungen verursacht werden. Weitere Empfehlungen finden Sie in der Spritzgießanleitung des verwendeten Kunststoffes. Heißkanal Kavität Cavity Abstreifplatte Stripper-Plate Hydraulic Hydraulischer Ejection Auswurf Das rückwärtige Einspritzen, siehe Abb. 10 und Abb. 11, wird durchgeführt, indem Kunststoff von der festen Seite der Form zur beweglichen Seite eingespritzt und von der Rückseite des Teils aus gefüllt wird. Somit kann, falls erforderlich, auf herkömmliche Weise aus dem Werkzeug ausgeworfen werden. Das Anguß- und Kanalsystem muß jedoch über die Trennlinie hinaus bis in die bewegliche Seite hinein erweitert werden, damit der Kunststoff gleichförmig zur Rückseite der Folie fließen kann. Das rückwärtige Einspritzen funktioniert mit unter der Trennebene in Rippen angeordneten Angüssen oder mit Auswürfen und gebogenen Tunnelangüssen in Wandungsabschnitten. ; Abbildung 10: Tunnelanguß Gegossenes Teil Feste Hälfte der Form Folie Einguß Keine Anbindungslänge Trennlinie Geschliffene Fläche auf Angußseite, min. 2 Grad Tunnel Anguß Auswerferstift Auswerferstiftkopf befestigen, damit er sich nicht dreht Bewegliche Hälfte der Form Heißkanäle oder heiße Verzweigungssysteme sind verbreitet in Werkzeugen mit mehreren Kavitäten und in großen Teilen, die mehrere Anbindungen erfordern. Heiße Kanalsysteme sind erfolgreich in IMDAnwendungen verwendet worden. Heiße Kanalverzweigungen sind von verschiedenen Herstellern erhältlich. Genau wie bei beheizten Angußkegeln sollten sämtliche Düsen, aus denen Tropfen direkt auf die Folie tropfen könnten, zur Folienisolierung mit kalten Spitzen versehen sein. Heißkanalverteiler Zu den grundlegenden Gesichtspunkten in der Angußtechnik zählen Teileentwurf, Fluß, Endverwenderanforderungen und Anordnung von Graphiken in der Form. Auf den IMD-Prozeß treffen die Standardanweisungen der herkömmlichen Angußtechnik zu, zusammen mit einigen zusätzlichen Gesichtspunkten, die auf die meisten Situationen anwendbar sind: Angußtechnik • Abbildung 11: Gebogener Tunnelanguß Feste Hälfte der Form Folie • R Trennlinie Anguß Ansicht von beweglicher Formenhälfte • R Bewegliche Hälfte der Form • Verwenden Sie wenn möglich nur einen Anguß, um einen potentiellen Faltenwurf der Folie zu minimieren. Bei großen Teilen, die mehrere Angüsse erfordern, sollten die Angüsse nahe genug beieinander angebracht werden, um den Druckverlust zu verringern. Verwenden Sie die sequentielle Angußtechnik, damit ein Falten der Folie an Bindenähten vermieden wird. Halten Sie die Angußlängen so kurz wie möglich. Ein Aufprallanguß kann gewährleisten, daß der eintreffende Strom gegen die Kavitätenwandung oder den Kern gerichtet wird, damit Turbulenzen vermieden werden. Um eingeschlossenes Gas zu vermeiden, das 13 Hinweise zum Entwurf & zu den Werkzeugen • • brennen und die Folie zerreißen kann, sollte der Kunststoffluß aus den Angüssen Luft auf die Entlüftungen richten. Wenn sich die Folie in der Form befindet, bilden sich normalerweise zwei Lufteinschlüsse (einer auf jeder Seite der Folie), die entlüftet werden müssen. Die Entlüftung kann über die Auswerfer, Kerne und Trennlinien erfolgen. Wenn möglich, sollte eine Umfangsentlüftung vorgesehen werden. Um bei größeren Teilen Lufteinschlüsse zwischen Folie und Kavität zu vermeiden, sollte ein vollständig geschlossener, unter Vakuum stehender Kasten um das Auswerfsystem vorgesehen werden. Ordnen Sie die Angüsse so an, daß der Fluß von dicken zu dünnen Abschnitten erfolgt und Bindenähte minimiert werden. Ordnen Sie die Angüsse auch weit von Endbenutzungs-Stoßstellen an. Ordnen Sie die Angüsse im rechten Winkel zum Kanal an, um Turbulenzen, Aufweitungen und Anlaufen des Angusses zu vermeiden. Dies ist im folgenden abgebildet. Abbildung 12: Indirekte Annäherung des Kanals an den Anguß 90 ° 90 ° Angußkegel Abbildung 15: Fächeranguß Kanal Ansicht von oben Teil Anguß Folie Seitenansicht mit Folie • Fließbeschränkungen in der Nähe eines Angußbereichs können das Potential einer Auswaschung aufgrund erhöhter Scherung steigern. Wenn Vorsprünge, Kernverschlüsse usw. in der Nähe des Angusses notwendig sind, sollten abgerundete Elemente oder Kanten verwendet werden, um die Scherung zu verringern. Unten in Abb. 18 wird ein Beispiel gezeigt. Wenn möglich, sollten sich Graphiken von Angußbereichen entfernt befinden. Im allgemeinen hängt der Auswaschungsabstand von der Wandungsstärke, der Farbwahl, der Kunststoffwahl und dem Angußtyp ab. Bei typischen Anwendungen ist ein Minimalabstand von 7 mm zwischen dem Anguß und den Graphiken erforderlich. Anordnung der Graphiken Angußkegel In der folgenden Tabelle werden einige typische Angüsse für das Spritzgießen und ihre Anwendung bei IMD auf der zweiten Oberfläche aufgeführt. Während die meisten Angußtypen erfolgreich bei IMD-Anwendungen auf der ersten Oberfläche verwendet worden sind, erfordern IMD-Anwendungen auf der zweiten Oberfläche spezielle Überlegungen zu Farbe und Anguß. Angußtyp für Druck auf der zweiten Oberfläche • Die Folie sollte über den Angußbereich hinausreichen, damit der gleichmäßige Kunststoffluß zur korrekten Seite der Folie erleichtert wird. Dies wird hier für Kanten-, Grat- und Fächerangüsse gezeigt. Abbildung 13: Seitlicher Anschnitt Zwei Angußtechniken, die gut mit auf der zweiten Oberfläche bedruckten Teilen funktionieren, sind unten abgebildet. Die erste Methode (Abb. 16) besitzt einen Anguß in einem Bereich, der ausgewaschen, aber anschließend entfernt wird. Die zweite (Abb. 18 + 19) besitzt eine Anfangs-flußrichtung, die ein Auswaschen am Anguß minimieren kann. Angußlösungen Ohne Folie Mit Folie Abbildung 14: Filmanguß Abbildung 16: Anguß unter der P-Linie Folie Ansicht von oben Paralleler Verteiler P-Linie Anguß Verteiler 14 Paralleler Verteiler Kanal Anguß Seitenansicht mit Folie ; Hinweise zum Entwurf & zu den Werkzeugen Abbildung 17: Kavität für Folie Table 4 Kavität für Folie Anguß Folie reicht bis in den Anguß hinein Kavität für Teil Folie Kavität Angußtyp Eignung für IMD auf der zweiten Oberfläche Sub/Tunnel in Rippe Funktioniert gut. Graphiken können sich direkt über der Rippe befinden. Fächer Graphiken 0-2 mm von Anguß entfernt oder hinein verlängert Sub/Tunnel in Ausw.stift Lokale Auswaschung. Graphiken 5-7 mm von Anguß entfernt Geb. Tunnel Lokale Auswaschung. Graphiken 7-100 mm von Anguß entfernt Tab/Seitenanguß Richten Sie den Kunststoff senkrecht zur Wandung, von der Folie entfernt. Graphiken 5-7 mm von Anguß entfernt. Direkter Kegel Graphiken 10-15 mm entfernt halten. Abbildung 18: Beispiel für eine Fließbeschränkung Nicht empfohlen Kernverschlüsse Besser Am besten Anguß Folgendes beeinflußt die Haftung: • Trocknung der Folie 120°C während 40 (min/cm) x Stärke (mm) Beispiel: eine Folie von 0,5 mm Stärke wird 20 Minuten lang getrocknet • Verarbeitungsbedingungen (kalte Formen und kalte Schmelzen können Probleme verursachen) • Kontamination 15 Hinweise zum Entwurf & zu den Werkzeugen Angußtyp Eignung für IMD auf der zweiten Oberfläche Sub/Tunnel Der Tunnelanguß in eine Rippe hat Teile ohne Auswaschung erzeugt, selbst wenn sich direkt über der Rippe Graphiken befinden. In eine Rippe Ein Standard-Rippenentwurf wurde verwendet. Dies kann ein idealer Anguß bei Teilen sein, die mit rückwärtigem Einspritzen hergestellt werden. Fächer Bei diesem Anguß wird die Scherung wirkungsvoll auf eine große Fläche des Teils verteilt, wodurch die Auswaschung minimiert wird. Graphiken können sehr nah am Anguß vorgesehen werden. Dies ist eine gute Technik für flache Teile einschließlich Linsen. Sub /Tunnel in einen Auswerferstift Der Subanguß in Auswerferstifte hat lokalisierte Auswaschungen verursacht, wobei alle Farben eine gute Haftung aufweisen. Dies ist ein guter Anguß bei Teilen, die mit rückwärtigem Einspritzen hergestellt werden. Die Graphiken müssen von diesem Anguß entfernt vorgesehen werden. Seitlich Dieser Anguß kann sehr wirkungsvoll sein, wenn der Kunststoff auf die Kavitätwandung gerichtet wird, die der Folie gegenüberliegt. Er ist sehr nützlich bei Standard-Werkzeugentwürfen mit kalten Kanalsystemen. Geb. Tunnel Dieser Anguß kann schlechter sein als der Subanguß in einen Auswerfer, da er eine große lokale Scherwirkung auf die Folie ausübt. Er ist eine gute Wahl bei Anwendungen mit rückwärtigem Einspritzen. Die Graphiken müssen von diesem Anguß entfernt vorgesehen werden. Tab/Seitenanguß Der Anguß in einen Tab, der parallel zu einem flachen Teil lag, führte zu vielen Auswaschungen. Ein Tab, der sich senkrecht zur Wandung eines Teils befindet, sollte zu besseren Ergebnissen führen, wenn der Kunststoff auf die Kavitätwandung gegenüber der Folie gerichtet wird. Direkter Stangenanguß Bei keiner bekannten Anwendung ist dieser Anguß erfolgreich ohne Auswaschungen verwendet worden. Er kann immer noch eine erwägbare Wahl sein, wenn Sie die Graphiken nicht in der Nähe des Angusses vorsehen. Einfallstellen sind ein verbreitetes Problem bei diesem Anguß, selbst bei Anwendungen auf der ersten Oberfläche. Abbildung 19: Verwendung der Flußrichtung zur Minimierung der Auswaschung Zweite Oberfläche Auswaschbewertung Am schlechtesten Ein Aspekt des Werkzeugentwurfs, der nicht übersehen werden darf, ist die Fixierung der Folie. Damit eine gleichmäßige Teileabdeckung gewährleistet wird, müssen die Folien bei jedem Zyklus an der gleichen Stelle in der Form plaziert und fixiert werden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die je nach der Seite, die für den Auswurf verwendet wird, auf der Kernseite oder Kavitätseite des Werkzeugs verwendet werden können: Fixierung der Folie A Querschnitt A-A Folie A • Auf gegenüberliegende Wandung und nicht auf Folie gerichteter Fluß 16 Am besten • • • Vakuum (Löcher oder Einlagen aus porösem Metall) Statische Aufladung Fixierstifte Teilegeometrie/Reibung H i n w e i s e z u r Ve r a r b e i t u n g Siebdruck Der Siebdruck ist eine weitverbreitete und geeignete Technik, die in der Industrie zum Herstellen von Graphiken auf Foliensubstraten verwendet wird. Es gibt viele hervorragende Fachbücher über das Siebdruckverfahren und viele in dieser Technologie spezialisierte Firmen. Unten wird ein Schema des typischen Siebdruckverfahrens gezeigt. Dank seiner Klarheit in jeder Stärke ist Lexan Folie eine gute Wahl für Überlegfolien und Anzeigen. Zusätzlich haften die meisten Farben gut ohne jegliche Vorbehandlung oder Druckbeschichtung auf Lexan Folie. Der Siebdruck ist im wesentlichen ein Schablonendruckverfahren, das im Laufe der Jahre Fortschritte gemacht hat, und nun können Siebe und Graphiken mit Computern und verschiedenen Software-Paketen erzeugt werden. Der Siebdruck wird seit vielen Jahren verbreitet industriell eingesetzt, da er Farbstärken genau steuern kann. Wegen dieser Regelung und der Möglichkeit, ihn von dünnen bis zu dicken Farbablagerungen zu variieren, ist dieses Verfahren extrem nützlich für die Dekoration vieler verschiedener Kunststoffsubstrattypen geworden. Beim Siebdruck wird ein Sieb und eine Schablone vorbereitet. Das Sieb wird in einem steifen Rahmen gespannt. Rahmen für Siebe können aus Holz oder aus Metall gefertigt sein. Heute wird meistens Metall verwendet. Es ist wichtig, daß der Rahmen maßgenau bleibt und dem Gebrauch während des Druckverfahrens standhält. Die Siebgewebe werden in der Regel aus Polyester, metallisiertem Polyester, Nylon und rostfreiem Stahl hergestellt. Der heute am weitesten verbreitete Siebwerkstoff ist Polyester. Dieses Polyestergewebe wird mit präziser Steuerung aus sehr maßgenauen Fäden gewoben. Es gibt einige Variablen, die die Farbablage beeinflussen: Fadendurchmesser, Rakelwinkel, Rakelhärte und Emulsionsdicke. Für geformte IMD-Anwendungen werden engmaschigere Siebe empfohlen. Die Siebe werden normalerweise mit Belichtungsschablonen vorbereitet. Das Belichtungsverfahren beginnt mit dem Auftrag von lichtempfindlichen Emulsionen oder Folien auf die Siebe. Dann wird das empfindlich gemachte Sieb über ein positives Bild der Graphik belichtet, entwickelt und getrocknet. Der dem Licht ausgesetzte Teil des Siebs wird gehärtet und unlöslich gemacht, während das Bild belichtet wird und das darüberliegende Material löslich bleibt. Das Bild entsteht dann durch Abwaschen des löslichen Materials. Beim üblichen Siebdruckverfahren wird ein flaches Bett verwendet, wo das Substrat während des Druckens durch Vakuum gehalten wird. Ein Rahmenhalter positioniert das Sieb und hält es sowohl vertikal als auch horizontal während des Druckvorgangs. Während das Sieb über das Substratbett abgelassen und durch die Presse auf kontaktlosem Abstand gehalten wird, bewegt der Rakelträger die Rakel mit im voraus festgelegten Geschwindigkeits-, Druck-, Wege- und Winkeleinstellungen über das Sieb. Bei einigen Maschinen wird ein Ende des Siebrahmens angehoben, damit das Sieb während des Druckvorgangs leichter von dem Substrat entfernt werden kann. Die meisten im Handel erhältlichen Siebdruckgeräte sind halbautomatisch, d.h. das Substrat muß eingelegt und entnommen werden, während der Druckvorgang automatisch abläuft. Es gibt auch vollautomatische Siebdruckpressen, bei denen kein Eingreifen des Bedieners erforderlich ist. Es ist wichtig, die Graphik während einer Siebdruckarbeit paßgenau auszurichten. Dies erfolgt normalerweise durch Verriegeln des Rahmens in einem Halter, der den Rahmen mit Stiften oder Haltevorrichtungen ausrichtet. Die Ausrichtung mit Stiften wird im allgemeinen vorgezogen, da die Graphik zusammen mit dem Siebrahmen ausgerichtet werden kann. Zur Ausrichtung des Substrats zum Druckbild werden Kantenführungen, mechanische Anschläge oder automatische Einrichtungen verwendet. Die erste Farbe wird mit dieser Methode ausgerichtet und nachfolgende Farben werden mit Zielen oder Meßstrichen ausgerichtet, die am Rand der Graphik aufgedruckt werden. Nachdem die Farbe gedruckt worden ist, muß sie je nach der verwendeten Farbentechnik entweder getrocknet oder abgebunden werden. Wenn es sich um eine Farbe auf Lösungsmittel- oder Wasserbasis handelt, kann ein gas- oder strombetriebener Ofen zum Trocknen der Farbe verwendet werden. Wenn auf Kunststoffolien gedruckt wird, ist es wichtig, die Temperatur und die Verweilzeit im Ofen zu regeln, damit die Folie nicht verzogen wird. Wenn eine Farbe auf Lösungsmittelbasis verwendet wird, ist es wichtig, daß der Ofen zum Auflösen der Dämpfe einen guten Luftzug besitzt. Zum Trocknen einiger Farbentypen kann auch ein Infrarottrockner verwendet werden, aber besondere Aufmerksamkeit muß der Temperaturregelung des Systems geschenkt werden. Wenn die Farbe mit UV-Strahlung abgebunden werden kann, gibt es viele handelsübliche Geräte zum Abbinden dieser reaktiven Farbentypen. Diese Farbentechnik verbreitet sich schnell aufgrund der geringen Kapitalinvestitionen in das Verfahren und den schnellen Abbindezeiten dieser Technik für Kunststoffsubstrate. Der Anhang enthält spezifische Empfehlungen zur Verarbeitung der IMD-UV-Farbenserie von Nor-Cote. Abbildung 20: Prinzip des Siebdruckes Rakel Siebgewebe Farbe Schablone Mindestabstand Folie Druckergebnis, genaue Positionierung 17 H i n w e i s e z u r Ve r a r b e i t u n g Farbenvorbereitung • Sorgfältig mischen • Kontamination durch Partikel vermeiden Maschen • Engmaschige Siebe sind am besten für IMDAnwendungen • Glatte Gewebe führen zu besten Ergebnissen Schablone • Verwendung von Photobelichtung • Emulsionssystem muß mit der Farbe kompatibel sein Rakel • Scharf, 80-90 Durometer • Bevorzugt Polyurethan Abbindung/ Trocknung Farben auf Lösungsmittelbasis • Heißluftofen • 30-45 Sekunden Trocknungszeit • Alle Lösungsmittel müssen sich vor dem Formen verflüchtigt haben • die Trocknungszeit im Gestell kann 3 bis 4 Tage betragen UV-Farben • Zwei 200 Watt/Zoll oder eine 300 Watt/Zoll fokussierte UV-Lampe(n) • Bandgeschwindigkeit 12-24 m/min • Eine große Produktionsmenge mit genauer Bildausrichtung • Die Werkzeugbestückungskosten werden verringert • Verringerter Verzug der Graphiken • Verringerte Wärmebeschädigung der Farben oder Foliensubstrate • Längere Lebensdauer der Werkzeuge • Vortrocknung nicht notwendig Abbildung 21: Kaltformen von 3-D Teilen Membrane Mit unter Druck stehender Membrane wird die Folie in das Werkzeug gezogen Werkzeug Die Thermoformung ist eine gute Methode zum Herstellen von dreidimensionalen Formen, wenn Lexan Folie verwendet wird. Aufgrund seiner hohen Schmelzefestigkeit ist Lexan Folie hervorragend für diese Umformung geeignet. Lexan Folie kann leicht mit genauen Details auf Formanlagen thermogeformt werden, die Ober- und Unterheizung besitzen oder durch Verwendung eines schnellen Transfersystems zur Beförderung der Folie von der Erwärmungs- zur Formstation die Erwärmung der Folie direkt über der Form ermöglichen. Dieser schnelle Transfer der Folie von der Erwärmungs- zur Formstation oder die direkte Erwärmung von oben ist notwendig, da Polycarbonat schnell abkühlt und bei einer höheren Temperatur verarbeitet wird, als die meisten anderen thermoplastischen Werkstoffe. Thermoformung Formen von IMD-Folien Abbildung 22: Thermoformen von 3-D Teilen Es gibt zwei grundsätzliche Techniken zum Formen von 3-D IMD-Teilen: Thermoformung und Kaltformung. Die vom Formenbauer und Drucker ausgewählte Methode hängt von der Form und dem Entwurf des Teils ab. Wenn die Ziehtiefe des Teils 35 mm beträgt, wird Thermoformung empfohlen. Teile mit detaillierten alphanumerischen Graphiken sollten mit Kaltformung oder mit Variationen des Kaltformverfahrens geformt werden. Kaltformen ist ein gutes Verfahren zum Formen von Teilen mit Ziehtiefen von bis zu 35 mm, die alphanumerische Graphiken enthalten. Das Kaltformverfahren ist in zweierlei Hinsicht verschieden. Erstens handelt es sich um ein Formverfahren bei Raumtemperatur. Zweitens wird die typische Preßform zugunsten einer Zellenanlage mit Hydraulikflüssigkeit aufgegeben, die eine Membranseite besitzt. Die Unterschiede dieser Verfahren werden in Abb. 21 und 22 aufgezeigt. Die Kaltverformung besitzt u.a. folgende Vorteile gegenüber herkömmlichen Formtechniken: Kaltformen 18 Heizung Folie Werkzeug Vakuumformen Folie erwärmt,über das Werkzeug geklemmt und Vakuum beaufschlagt Lexan Folien müssen vor fast allen Thermoformarbeiten getrocknet werden. Der Feuchtigkeitsgehalt der Folie kann Feuchtigkeitsblasen und Detailverlust verursachen. Zum Trocknen können Sie einen auf 120° eingestellten Heißluft-Umluftofen verwenden. Die Folie sollte vertikal oder horizontal im Ofen angeordnet werden mit einem Abstand von ungefähr 25 mm zwischen den Bögen. Nachdem die Folie getrocknet worden ist, ist sie bis zu 4 Stunden lang ohne erneute Trocknung verwendbar. Die Trocknungszeit für Lexan Folie hängt von der Stärke ab: 0,25 mm 15 Minuten, 0,375 – 0,500 mm Trocknen H i n w e i s e z u r Ve r a r b e i t u n g Die normale Verarbeitungstemperatur für Lexan Folie beträgt zwischen 177 und 205°C. Die optimale Formtemperatur schwankt je nach dem Teilentwurf und der Ziehtiefe. Formtemperaturen Spritzgießen für den IMD-Prozeß Spritzgießanlage Der IMD-Prozeß kann in StandardSpritzgießmaschinen erfolgen. Bei der Größenbestimmung der zum Spritzgießen mit IMD zu verwendenden Anlage sind das Gesamtschußgewicht und die Gesamtprojektionsfläche des Teils immer noch die beiden entscheidenden, zu berücksichtigenden Faktoren. Optimale Ergebnisse werden normalerweise dann gewonnen, wenn das Gesamtschußgewicht (alle Kavitäten plus Kanäle und Eingüsse) 30 bis 80% der Maschinenkapazität entspricht. SpritzgießMaschinenauswahl Sehr kleine Schußgewichte in einer großen Maschine können unnötig lange Kunststoffverweilzeiten erzeugen und somit zu KunststoffEigenschaftsverschlechterungen führen. Wenn die Teilegeometrie für einen bestimmten Werkstoff ein Gießen im oberen Bereich der Temperaturskala erfordert, ist eine geringere Verweilzeit zur Verringerung einer möglichen Verschlechterung des Werkstoffes bei Erreichen seiner Grenzwerte notwendig. Deshalb wird für das Gießen bei höheren Temperaturen empfohlen, daß die Mindestschußgröße über 60% der Maschinenkapazität liegt. Es sollten drei bis fünf Tonnen Zuhaltekraftkraft für jedes Quadratinch der Projektionsfläche aufgebracht werden, um ein Auswaschen des Teils zu vermeiden. Die Wandungsstärke, die Fließlänge und die Gießbedingungen bestimmen normalerweise das tatsächlich erforderliche Gewicht. Das Diagramm auf der folgenden Seite zeigt die Wirkung, die Folien- und Teilestärke auf die Zuhaltekraft haben. Überlegungen zum Zylinder und zur Schneckenwahl Die meisten herkömmlichen Zylinder und Schnecken, die für Spritzgieß-Kunststoffe verwendet werden, sind mit dem IMD-Prozeß kompatibel. Verwenden Sie eine Düse, die mit dem gewählten Kunststoff kompatibel ist. Düsenentwurfsempfehlungen für den entsprechenden Kunststoff finden Sie in der GE Plastics Spritzgießanleitung. Düsenentwurf Diagramm 1: Zuhaltekraft (kN/cm 2) 20 Minuten und 0,635 – 0,750 mm 30 Minuten. Die Rotationsformung von Lexan Folie in Stärken unter 0,750 mm kann ohne Vortrocknung erfolgen, vorausgesetzt, daß die Teilekonfiguration und das Ziehverhältnis nicht zu streng sind und die Erwärmung der Lexan Folie allmählich erfolgt, um die Gefahr von Feuchtigkeitsblasen zu verringern. Der Ofen sollte mindestens viermal so lang sein wie die Formstation (Beispiel: ein 61 x 61 cm messender Formtisch erfordert einen 211 cm langen Tunnelofen). Es wird eine Erwärmung von oben und von unten empfohlen. 3.6 3.4 3.2 3.0 ♦ 2.8 2.6 2.4 2.2 2 0.00 Einfluß der Folien- und Teilestärke auf die Zuhaltekraft Wandungsstärke Folie und Kunststoff ♦ ♦ ♦ 2.5 (mm) 3.0 (mm) 3.5 (mm) 0.20 0.40 0.60 0.80 Folienstärke (mm) Die meisten Thermoplaste absorbieren Luftfeuchtigkeit, was bei normalen Verarbeitungstemperaturen eine Verschlechterung der Polymere und damit eine Verringerung der Eigenschaften insbesondere der Schlagzähigkeit verursacht. Deshalb wird vorgeschlagen, daß der Kunststoff vor dem Verarbeiten gemäß der Anweisungen für diesen Kunststoff getrocknet wird. Wenden Sie sich an die Verkaufsservicezentralen von GE Plastics unter den folgenden Rufnummern, wenn Sie Fragen zum Trocknen des Kunststoffes haben: Trocknen Österreich (43) 2622-3900 Frankreich (33) 1-6079-6900 Deutschland (49) 6142-6010 Italien (39) 2-61-8341 Niederlande (31) 164-292742 Spanien (34) 3-488-0318 GB (44) 161-905-5001 USA (800) 437-5278 Lexan Folie braucht vor dem Spritzgießen nicht getrocknet zu werden. 19 H i n w e i s e z u r Ve r a r b e i t u n g Die Gießparameter hängen von der Teilestärke, der Teilegeometrie und der gewählten Angußart ab. Gehen Sie von einem Druckanstieg aus, wenn eine Folie in die Formkavität eingelegt wird. Die mit einer 0,250 mm starken Folienprobe in einem Plattenwerkzeug von 400 x 260 x 2,5 mm gewonnenen Versuchsdaten deuten auf einen SpritzgießDruckanstieg von <5% hin, um das Teil mit einer direkten Rate im Zentrum des Teils, z.B.: 250 mm Fließlänge, zu füllen. Die folgenden drei Simulationen und das Diagramm für Situation B fassen die Spritzgieß-Druckänderungen, die bei der Verwendung von Folien in der Form erwartet werden können, zusammen. Formfülldruck Abbildung 22: Fülldrücke Die Werkzeugtemperatur ist wichtig zur Bestimmung der Güte des fertigen Teils und eingegossener Spannungsgrade. Kalte Formen sind schwieriger zu füllen, was einen höheren Einspritzdruck und eine höhere Schmelztemperatur erfordert. Erwärmte Formen erzeugen im allgemeinen ein Teil mit einer besseren Güte und niedrigerer eingegossener Spannung. Die beim IMD-Prozeß verwendeten Folien wirken als Isolator zwischen dem Kunststoff und der Form. Deshalb kann aufgrund der Verringerung der Wärmeübertragung zum Kunststoff durch die Folie eine ungleichmäßige Abkühlung auftreten. Dies verursacht eine eingegossene Spannung und erhöht die Verzugsgefahr. Es ist möglich, die Temperatur in der Form zum Vermeiden von Verzug anzupassen. Werkzeug temperatur A. Ohne Folie: Einspritzdruck ist normal Kunststoff x B. Folie in Kavität von A eingelegt - Einspritzdruck erhöht sich y: Folie Kunststoff x C. Stärke in Kavität von A zur Aufnahme der Folie erhöht: Einspritzdruck nimmt ab y: Folie Kunststoff x Eine niedrige Einspritzgeschwindigkeit verringert Scherraten auf die Folie, kann aber die Gefahr einer Abkühlung des Kunststoffes, bevor er die Form vollständig füllt, erhöhen. Da die Folie jedoch als Isolator wirkt, ist es weniger wahrscheinlich, daß der Kunststoff vorzeitig erstarrt. Spezielle Hinweise zum IMD-Prozeß für Rückseiten-bedruckung Beim Spritzgießen von Kunststoff gegen eine Farbe, wie beim IMD-Prozeß auf der zweiten Oberfläche, treten neue Probleme auf. Die drei Hauptprobleme sind (1) die Haftung zwischen der Farbe und dem Kunststoff, (2) die Haftung zwischen der Farbe und der Folie nach dem Gießen und (3) die Auswaschung der Farbe in der Nähe des Angusses. Wenn die Haftung zwischen Farbe und Kunststoff schlecht ist, kann sich die Folie während des Temperaturzyklus und bei der Endbenutzung von dem geformten Teil lösen. Wenn das Farbsystem nicht für die Temperaturen und Drücke des Formverfahrens geeignet ist, kann der Kunststoff die Farbe während des Gießens von der Folie “abwaschen”. Dieses Phänomen wird mit “Auswaschen” bezeichnet. Im folgenden gibt es einige Empfehlungen, um diese beiden Probleme des IMD-Prozesses auf der zweiten Oberfläche zu beheben. Diagramm 2: Einfluß der Folien- und Teilestärke auf den Einspritzdruck 40.00% Teilestärke 35.00% Die Verwendung eines kleinen Polsters (3,18 mm empfohlen) gleicht Folien- und Maschinenschwankungen aus. Beachten Sie, daß das Schußgewicht bei einer Folie in der Form geringer ist. Verringern Sie nach dem Füllen des Teils ohne Folie etwas die Schußgröße oder stellen Sie den Transferpunkt so ein, daß das Volumen der Folie ausgeglichen wird. Dadurch kann eine Auswaschung des Teils vermieden werden. Polster 30.00% 25.00% × 20.00% ♦ 15.00% Anstieg des Einspritzdrucks × 10.00% Testbedingungen: • Werkstoff – Lexan® 121R • Fließlänge – 250 mm • Schmelztemperatur 290/300°C × 5.00% × × 0.00% × 0 × 0.2 × 0.4 0.6 Folienstärke (mm) 20 ♦ 1.5 (mm) 2.0 (mm) 2.5 (mm) 3.0 (mm) × × 3.5 (mm) 0.8 H i n w e i s e z u r Ve r a r b e i t u n g Diagramm 3: Berechnete Teiletemperatur nach dem Abkühlzyklus bei unterschiedlichen Formtemperaturen 140 ♦ 120 ♦ 100 ♦ ♦ 80 Teiletemperatur ( °C) 60 × × × × ♦ × × ♦ ♦ × × × × × × × × ♦ × × Form temperatur ♦ 40 × × 20 0 0 0.5 Folienstärke 1 1.5 2 80°C 70°C 60°C 50°C 40°C 30°C 2.5 Abstand durch Teil (mm) Die Verwendung von Farben auf Lösungsmittelbasis und Kunststoffen mit niedriger Viskosität und Schmelztemperaturen sollte die Auswaschung minimieren. Teile, die über ein Heißkanalsystem mit Direktanspritzung und Lexan LS1 spritzgegossen worden sind, wiesen ungefähr 2,5 mm Auswaschung am Anguß auf, wenn eine Schmelztemperatur von 300°C verwendet wurde. Wenn Cycoloy C2950 und eine Schmelztemperatur von 260°C verwendet wurden, trat keine Auswaschung auf. Die in beiden Experimenten verwendeten Schmelztemperaturen lagen unter den normalerweise empfohlenen Werten. Es ist noch nicht ermittelt worden, welche Auswirkung diese niedrigen Gießtemperaturen auf die physikalischen Eigenschaften des Spritzgießteils haben könnten. Ohne Verwendung des IMD-Prozesses können bei niedrigen Schmelztemperaturen gegossene Kunststoffe Schlagzähigkeit einbüßen. Kunststoffwahl und Schmelztemperatur mit Farben auf Lösungsmittelbasis Mit dieser Methode wurde die Scherung im Bereich um den Anguß, wo die Auswaschung beginnt, verringert. Das folgende Profil der Spritzgießgeschwindigkeit wurde in einem Experiment ermittelt und vermeidete die Auswaschung in einem mit Cycoloy C2950 Kunststoff gegossenen Teil. Geschwindigkeitsprofile zum Verringern von Auswaschungen • Spritzen Sie mit 5% der Einspritzgeschwindigkeit der Maschine ein, bis sich der Bereich um den Anguß oder die Angüsse gefüllt haben. • Beenden Sie das Füllen des Teils mit 50% bis 100% der Einspritzgeschwindigkeit der Maschine. 21 Anhang Tabelle 6: IMD Farben, die mit Lexan Folie kompatibel sind Hersteller Produkt(e) Coates/Colonial/colour Mix Printing Inks, Inc. 180 E. Union Avenue East Rutherford, NJ 07073 (201) 933-6100 C-37 Series Naz-Dar 8501 Hedge Lane Terrace Shawnee, KS 66227 (913) 422-1888 9600 Series Marabuwerke GmbH & co. Asperger Strasse 4 71732 Tamm Deutschland (49) 7141-691-0 Nor-Cote UK, Ltd. Unit 7, Warrior Park, Eagle Close Chandlers Ford Ind. Estate Eastleigh, Hampshire United Kingdom S053 4NF (44) 1703-270542 Um die erforderliche Opazität zu erreichen, sollte besser die Schichtenanzahl statt die Schichtenstärke erhöht werden. Denken Sie daran, daß ein Stapeln der Folien vor Entfernung aller Lösungsmittelreste zu Störungen im Prozeß führen kann. Hersteller-Anweisungen für Nor-Cote IMD Farbenserie* Druckerempfehlungen IMD Spezialfarbe 3060 IMD Series Hersteller-Anweisungen für Marabu IMD 3060 Serie Vorbereitung der Farbe Die Farbe sollte vor der Verwendung sorgfältig gemischt werden. Sie sollte um 10 bis 15% verdünnt werden, damit sich die richtige Druckviskosität ergibt. Maschenweite Es können Maschenweiten von 90 bis 140 bei glatt gewebtem Polyester verwendet werden, aber 120 führt zu den besten Ergebnissen. Die Siebspannung sollte über 16N/cm liegen. Schablone Sämtliche lösungsmittelbeständigen Photoemulsionen oder Filme können verwendet werden. Rakel Keine speziellen Empfehlungen. Abbindung Kann im Heißluftofen oder mit Infrarot getrocknet werden, muß aber vor der Stapelung eine Kühlzone durchlaufen. Vor dem Stapeln und Formen müssen sämtliche Lösungsmittelreste entfernt werden, da sich die Lösungsmittel im Stapel nicht verflüchtigen können. 22 bessere Opazität ergeben, kann dies zu Lösungsmitteleinschlüssen und schlechten Ergebnissen führen. Vorbereitung der Farbe Die Farbe sollte vor der Verwendung sorgfältig gemischt werden. Die Farbe wird für die meisten Anwendungen druckbereit geliefert. Maschenweite Maschenweiten von 120 bis 140 bei glatt gewebtem Polyester führen zu den besten Ergebnissen, obwohl auch einige Diagonalbindungen verwendet werden können. Die Spannung sollte bei einem starren Rahmen im Bereich von 16 – 20 N/cm liegen. Schablone Es können die meisten Emulsionssysteme verwendet werden. Glatt aufgetragene direkte Emulsionen oder dünne Kapillarfilme, die kompatibel mit UV-Farben sind, führen zu guten Ergebnissen. Rakel Eine gegossene Rakel besitzt eine bessere Chemikalienbeständigkeit. Ein scharfer Polyurethan mit 80-90 Durometer sollte bevorzugt werden. Abbindeausrüstung & -parameter IMD-Farben funktionieren am besten, wenn sie angemessenen UV-Energieniveaus ausgesetzt werden. Normalerweise sollte eine UVAbbindeanlage mit einer fokussierten Lampe von 120 Watt pro Zentimeter oder zwei Lampen von 80 Watt pro Zentimeter verwendet werden. Bandgeschwindigkeiten von 15-30 m/min sind normal, die Abbindegeschwindigkeit hängt von der Opazität der Farbe und der Stärke der Farbfolie ab. Hinweise für Systeme, die mit UVStrahlung abbinden: Hinweise für Farben auf Lösungsmittelbasis: Dickere Farbschichten ergeben eine bessere Opazität, sind aber aufgrund der erschwerten Eindringung der UV-Strahlung in die Folie schlechter abzubinden. Eine schlechte Abbindung führt normalerweise zu einer schlechten Haftung der Farbschicht. Die Entfernung des Lösungsmittels von der aufgedruckten Farbe ist der Schlüssel zu guten Ergebnissen. Obwohl dickere Farbenschichten eine *Von Nor-Cote im Februar 1997 erhalten Anhang Eine Überhärtung der Farbschicht kann eine “Oberflächenverriegelung” der Farbe oder der umgebenden unbeschichteten Folie verursachen; die Oberflächenverriegelung verhindert die Haftung der nachfolgenden Farbschichten oder des spritzgegossenen Kunststoffes. Um die endgültige Abbindung zu erreichen, wird die 80% Regel empfohlen, d.h. testen Sie die Abbindung durch Ausführen des GitterschnittHaftungstests, erhöhen Sie die Bandgeschwindigkeit, bis Störungen am Rand auftreten, und verringern Sie die Bandgeschwindigkeit dann auf 80% dieses Werts. UV-Lampen erzeugen sowohl Infrarot- als auch Ultraviolettstrahlen, und dünne Folien können sich deshalb durch die Wärmebildung verziehen; dichlorische Reflektoren, die die Reflektierung der Infrarotstrahlen minimieren, tragen zur Regelung der Substrattemperaturen ohne Beeinflussung der UV-Strahlenenergieniveaus bei. Tabelle 7: Lexan Graphikfolien Produktangebot (Anszug) Kategorie Bezeichnung Beschreibung Stärke Rollenbreiten inches µ inches mm Graphische Qualitäten Poliert 8010 Poliert/Poliert 0.005 – 0.030 125 – 750 36 und 48 60 nur 915 und 1220 1525 nur Texturiert 8A13 Poliert/Matt 0.005 – 0.025 125 – 625 36 und 48 915 und 1220 8A35 Poliert/Samt 0.005 – 0.030 125 – 750 36 und 48 915 und 1220 8B35F FeinMatt/Samt 0.007 0.010 – 0.020 175 250 – 500 36 nur 36 und 48 915 nur 915 und 1220 8B35 Matt/Samt 0.003 0.005 – 0.020 75 125 – 500 36, 48 und 55 36, 48 und60 915, 1220 und 1400 915, 1220 und 1525 8B36 Matt/Wildleder 0.010 – 0.020 250 – 500 36 und 48 915 und 1220 8A13F FeinMatt/Poliert 0.010 – 0.030 250 – 750 36 und 48 915 und 1220 8A73 Matt/Poliert 0.010 – 0.020 250 – 500 36 und 48 915 und 1220 36 und 48 915 und 1220 48 Doppelte Rollen (Alle) 1220 Doppelte Rollen (Alle) Beschichtet Qualitäten (S) Standard, erste Oberfläche bedruckbar (H) Hart, maximale Chemikalienund Verschleißbeständigkeitund HP92S, H, W, WP Poliert/Poliert 0.007 – 0.030 175 – 750 HP60S, H Matt/Poliert 0.007 – 0.030 175 – 750 HP12S, H, W Matt/Poliert 0.007 – 0.030 175 – 750 (W) Witterungsbeständig (WP) Witterungsbeständig, erste Oberfläche bedruckbar 23