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S Arbeitgeber flüchten Tarifverträge sind gut, richtig und wichtig. Dies sagen sogar die Arbeitgeberverbände. Nur zwei Kunststoffunternehmen aus Lippe wollen das nicht wahr haben. Seite 2 Zeitung der IG Metall für die Beschäftigten in der lippischen Kunststoffindustrie In der Tarifrunde fordert die IG Metall eine Erhöhung, die für die Beschäftigten spürbar ist früher auf eine steigende Inflation zu reagieren. Leistung steigt, Preise auch: Beschäftigte wollen nicht abgehängt werden Geht es der Branche gut, soll dies auch für die Beschäftigten gelten. Die IG Me- tall fordert 6,5 Prozent mehr Lohn, Gehalt und Ausbildungsvergütung für die lippische Kunststoffindustrie. Diese Forderung hat die Tarifkommission in einer Sitzung diskutiert und festgelegt. Die Kündigung der Entgeltarife ist erfolgt, sie wird zum 30. September 2011 wirksam. Für die Zeit danach werden die Karten neu gemischt. Der neue Tarifvertrag soll nach der Forderung der Tarifkommission der IG Metall eine Laufzeit von 12 Monaten haben. Im Unterschied zu längeren Laufzeiten ist es so möglich, In Aktion Die IG Metall Detmold ruft zum Aktionstag am 1. Oktober nach Köln auf. Dort soll Druck gemacht werden für die Übernahme nach der Ausbildung. Seiten 2 und 3 Nr.14 September / Oktober 2011 6,5 Prozent mehr sind fair «Die wirtschaftlichen Zahlen in der Kunststoffindustrie sprechen für sich«, erklärt Reinhard Seiler, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Detmold und Verhandlungsführer in der Tarifrunde, »eine Branche, die ihren Umsatz gegenüber dem Vorjahr, das schon gut war, noch einmal um mehr als 30 Prozent steigert, boomt. Das merken auch die über 3.000 Beschäftigten, die derzeit viele Überstunden und Wochenendarbeit dafür leisten«. S »Wir können und wollen uns nicht von der allgemeinen Einkommensentwicklung abkoppeln lassen«, ergänzt Reinhard Seiler. Die Beschäftigten leisten in der gleichen Zeit immer mehr. Hinzu kommt: gesamtwirtschaftlich liegt die Preissteigerungsrate über 2 Prozent. »Die Arbeitgeber können wir nur davor warnen, wieder das allgemeine Klagelied der vergangenen Jahre anzustimmen. Wenn durchgängig alle Wirtschaftsexperten die Wichtigkeit der Kaufkraft und Einkommenserhöhungen für die Binnenkonjunktur bestätigen, sollten die Arbeitgeber der lippischen Kunststoffindustrie ihre Glaubwürdigkeit nicht ohne Not aufs Spiel setzen«, sagt Reinhard Seiler. Eine klare Ansage: Die Tarifkommission will zügige Verhandlungen, die Arbeitgeber sind gefordert, in der ersten Runde ein verhandelbares Angebot vorzulegen. Dies ist ganz im Interesse der Beschäftigten. Der erste Verhandlungstermin findet am 21. September 2011 in Bad Salzuflen statt. 8 vorwort Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, unsere neueste Ausgabe der »Nachdruck« steht ganz im Zeichen der anstehenden Tarifrunde in der Lippischen Kunststoffindustrie. Wie immer eine Zeit, in der viel diskutiert wird, über die Forderungshöhe, über den Sinn und Zweck von Tarifverträgen und auch darüber, ob Tarifverträge heute überhaupt noch zeitgemäß sind. Bei all diesen Diskussionen möchten wir hier gerne auch einmal die Arbeitgeberseite zu Worte kommen lassen und zitieren an dieser Stelle den Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Lippe, Marc-Henning Galperin aus einem Interview zum Thema Tarifverhandlungen, das er Anfang Juli der Lippischen Landes-Zeitung gegeben hat. Zum Beginn einer Tarifverhandlung erklärte er: »Sie (die Gewerkschaft) sagt dann, was sie an wirtschaftlichen Verbesserungen für ihre Mitglieder erreichen will. Wir sagen dann, dass das nicht in die Landschaft passt«. Das klingt erst mal nicht so gut, gehört aber wohl in die Abteilung Verhandlungstaktik. Weiter erzählt Marc-Henning Galperin der Zeitung: »Ein guter Tarifvertrag muss wachsen. Er wächst über die Zeit und mit jedem Argument der jeweils anderen Seite«. Klingt schon besser. Und schließlich sagt er zum Ergebnis: »… es gibt faire Bedingungen beim Lohn und der Streit wird aus den Unternehmen herausgehalten«. Jawohl, Herr Galperin, so machen wir’s. Das Redaktionsteam 8 gregors fett-ecke Risiko bitte selber tragen Der Mineralölfirma BP und also auch ihrem deutschen Zweig Aral wird nichts anderes übrig bleiben als ihre angeblichen Kosten für den unverkäuflichen Bio-Sprit E10 an den Kunden weiterzugeben. So kündigt es ein Pressesprecher in wehleidigem Ton an. Das ist ein tolles Prinzip. Findet Gregor. Weil BP den Bio-Sprit nicht im gewünschten Umfang verkaufen kann, kündigt sie an, sich beim Verbraucher, also bei Gregor schadlos zu halten. Die BP will sich durch erhöhte Preise die Fehleinschäzung bezahlen lassen. Quelle: Statistisches Bundesamt. Die Grafik zeigt, wie die Inflation anzieht, 2011 lag sie immer über 2 Prozent. Besonders die Energiepreise sind gestiegen. Doch Gregor hat das Benzin weder bestellt noch gekauft. Dann würde er die höheren Preise gern tragen. Jedem Bäcker zahlt Gre- gor die Brötchen, die er über den Tresen gereicht bekommt. Er möchte ja auch morgen noch welche essen. Dafür braucht der Bäcker eben Entgelt. Und Gregor, damit er es dem Bäcker weiterhin geben kann ab und zu etwas mehr, wie jetzt eben die geforderten 6,5 Prozent. Aber dass BP ein Anrecht auf einen hohen Gewinn hat, findet Gregor nicht. BP soll sein Geschäftsrisiko selber tragen. Gregor jedenfalls mag es sich nicht aufhalsen lassen. BP hat die Kosten für die von ihr verantwortete Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko zu tragen. Da sind Milliarden fällig. Will sie sich vor denen auch drücken? Vom Prinzip »Gewinne privat einstreichen – Verluste und Risiken von der Allgemeinheit finanzieren lassen«, hat Gregor jedoch die Nase gründlich voll. nachdruck 2 Zwei Arbeitgeber auf der Flucht Ninkaplast ist Anfang des Jahres aus der Tarifbindung des Arbeitgeberverbandes ausgetreten. Nun will die Geschäftsführung über einen Haustarifvertrag verhandeln. Ein ähnliches Bild bei Licefa, dort geht es um einen Anerkennungstarifvertrag Bereits Anfang 2011 trat Ninkaplast aus der Tarifbindung aus, heimlich, still und leise. Der IG Metall als Tarifpartei und dem Betriebsrat teilte die Unternehmensspitze ihre Entscheidung erst im Sommer mit. Nun nämlich will die Geschäftsleitung mit der IG Metall einen Haustarifvertrag abschließen, mit dem die Beschäftigten auf verschiedene tarifliche Leistungen für mehrere Jahre verzichten sollen. Die Geschäftsleitung war sich auch nicht zu schade, hinter dem Rücken der IG Metall und der Beschäftigten aus der Tarifbindung auszutreten und gleichzeitig Verhandlungen über Abweichungen vom Tarifvertrag zu führen. So geschehen im Frühjahr. Die Verhandlungen führten zu keinem Ergebnis. Mitglied im Verband ja, Tarifbindung nein Ninkaplast ist weiter im Arbeitgeberverband verblieben, nur aus der Tarifbindungausgetreten. Einziges Ziel: Die Kosten zu senken, indem die Beschäftigten schlechter gestellt werden. Bereits in der Vergangenheit hat es bei Ninkaplast immer mal wieder Abweichungen vom Flächentarifvertrag gegeben, selbstverständlich nach unten, verbunden mit dem Versprechen «Jetzt wird es besser«. Bis heute ist aber noch nichts besser geworden. Die IG Metall-Mitglieder bei Ninkaplast haben so auch die Forderungen der Geschäftsleitung zurückgewiesen. Die Mitglieder sind empört darüber, dass die Geschäftsführung sie nicht früher informierte und die Bezahlung drücken will. Die IG Metall kann diesen Schritt des Arbeitgebers nicht nachvollziehen. Sie weist die Beschäftigten darauf hin, dass sich erst einmal nichts ändert. Alle Tarifverträge sind in der Nachbindung. Das heißt nichts anderes, als dass alle Mitglieder der IG Metall die derzeit im Betrieb beschäftigt sind, wei- terhin Anspruch auf alle jetzigen tariflichen Leistungen haben. Der Anspruch gilt allerdings nicht für neue Beschäftigte und auch nicht für künftige Lohnerhöhungen. Licefa: Beschäftigte arbeiten erfolgreich, und sollen trotzdem weniger bekommen verarbeitenden Industrie in Lippe vereinbart werden, übernimmt. Die IG Metall hat diese Forderung dem Arbeitgeber schriftlich mitgeteilt. Für die Beschäftigten ist eine Tarifbindung wichtig, da nur über Tarifverträge verbindliche Arbeitsbedingungen auf Dauer festgeschrieben werden. »Die Kolleginnen und Kollegen von Ninkaplast wollen nicht besser aber auch nicht schlechter als die Be- Einen Tag danach, am 23. September verhandelt die Tarifkommission der IG Metall bei Licefa über einen Anerkennungsvertrag. Das Unternehmen ist bereits im Frühjahr 2010 aus der Tarifbindung ausgetreten. Genauso wie Ninkaplast blieb Li- Liecefa arbeitet mit außerordentlichem Erfolg, und will nun ausgerechnet bei den Beschäftigten, die diesen Erfolg erst möglich machen, sparen. Denn das Unternehmen erklärt sich in einer Stellungnahme bereit, fast alle Tarifverträge der lippischen Kunststoffindustrie zu übernehmen, außer der Lohn-und Gehaltsentwicklung. Diesen Punkt will die Geschäftsführung immer separat mit der IG Metall verhandeln. Die Arbeitgeber wissen eigentlich: Tarifflucht lohnt sich nicht. Trotzdem gibt es immer wieder einige, die es versuchen. Doch sie schneiden sich ins eigene Fleisch. Zum einen gelten die Tarifverträge weiter, dies ist rechtlich so geregelt. Zum anderen muss das Unternehmen zwar die Entgelterhöhungen der Branche nicht mehr mitmachen, doch droht die Belegschaft dann, abzuwandern. Dorthin, wo es mehr Geld gibt und die Beschäftigten mehr wert geschätzt werden. Hinzu kommt, dass die Arbeitgeber Stress mit der Belegschaft, dem Betriebsrat und der IG Metall bekommen. schäftigten in den anderen Kunststoffbetrieben in Lippe behandelt werden«, sagt Svend Newger, zuständiger Sekretär der IG Metall Detmold. Deshalb fordert die IG Metall von der Geschäftsleitung eine verbindliche Zusage über die zukünftige Tarifbindung für die Dauer von mindestens fünf Jahren. Für den 22. September 2011 ist der erste Verhandlungstermin vereinbart worden. Der ›Nachdruck‹ wird in der nächsten Ausgabe über den aktuellen Stand berichten. cefa im Arbeitgeberverband. Erste Folge für die Beschäftigten: Die Entgelterhöhung 2010 haben sie bereits nicht mehr erhalten. Inzwischen fehlen 4 Prozent tabellenwirksames Geld. Umsatz steigt, doch angeblich gibt es nichts zu verteilen Beim ersten Verhandlungstermin, der lange auf sich warten ließ, teilte die Geschäftsführung mit, dass die Umsätze stark steigen, dennoch sehe man keinen Verhandlungsspielraum. Mit anderen Worten: Die Beschäftigten sollen leer ausgehen oder mit einer minimalen Lohnerhöhung abgespeist werden. Die Position der Tarifkommission ist klar: Die Kolleginnen und Kollegen bei Licefa wollen sich nicht schlechter stellen als in der lippischen Kunststoffindustrie durch Tarifvertrag vereinbart. Vor dem Verhandlungstermin am 23. September erhalten die Beschäftigten Informationen auf einer Betriebsversammlung. In dem Anerkennungstarifvertrag soll nun geregelt werden, dass der Arbeitgeber die Entgelterhöhungen, die in der kunststoff- Endgültiges Aus Elektronischer Entgeltnachweis Elena kommt nach Protesten nicht Die Bundesregierung beerdigt nach fast zweijährigem Streit das Verfahren zum elektronischen Entgeltnachweis (Elena). Das Wirtschafts- und das Arbeitsministerium haben sich verständigt, das Verfahren schnellstmöglich einzustellen. gierung: Zu unsicher, zu umfänglich, zu teuer. Die Bundesregierung gibt nun auf. Der für das Verfahren notwendige datenschutzrechtliche Sicherheitsstandard sei «in absehbarer Zeit nicht flächendeckend«zu erreichen. Das einst so ehrgeizige Projekt, über das wir mehrfach im ›Nachdruck‹ berichteten, sollte den Lohn und weitere Daten, und noch einiges mehr, zentral an einer Stelle speichern. IG Metall und Datenschützer wendeten sich gegen das Projekt der Re- Die Daten, die bisher von den Arbeitgebern an die zentrale Speicherstelle übermittelt wurden, und das sind circa 60 Millionen Bescheinigungen pro Jahr, sollen nun umgehend gelöscht werden. Am Samstag, 1. Oktober, startet der große Aktionstag der IG Metall: Laut und stark für Zukunft und Perspektiven. Alle Aktionen finden in Köln statt. Los geht es um 12 Uhr mit einer Auftaktaktion, anschließend folgt ein Sternmarsch ins Stadtzentrum. Auf dem Neumarkt folgt die Hauptkundgebung, anschließend die große Demo über den Rhein Richtung Lanxess-Arena. Dort findet ab 16.30 Uhr das «Laut und stark«-Festival statt. Jede Menge Aktion. Hinfahren, mitmachen. Mitgliederpreis 10 Euro, Nichtmitglieder 35 Euro. Tickets und weitere Infos bei der IG Metall Detmold, fon: 05231. 99 190 nachdruck Gute Lage setzt sich fort 8 recht praktisch Die Auftragslage in der lippischen Kunststoffindustrie ist überwiegend gut. Im Coko-Werk gibt es Ärger mit den Überstunden im Angestellenbereich, die Geschäftsführung blockiert Teilzeitwunsch geht öfters Bei Honasco in Bad Salzuflen wurde im Sommer fleißig von Montag bis Sonntag produziert, in einigen Abteilungen sind zusätzlich Überstunden angefallen. Es gab in den vergangenen drei Monaten eine Neueinstellung. Die Zahl der Leiharbeiter ist mit circa 55 konstant hoch. Klar ist nun auch, dass der Standort Bad Salzuflen bleiben wird. Die Geschäftsführung hat ein neues Grundstück dazu erworben, ein Neubau soll die bisherigen Produktionsflächen ersetzen. Bei Linpac in Bad Salzuflen ist die Auftragslage mäßig. Zwei Kollegen wurden neu mit einem Zeitvertrag angestellt, seit August ist ein Auszubildender im Bereich Kunststoffformgeber im Betrieb. Im Sommer arbeiten 8 bis 12 Studierende im Betrieb. Insgesamt sei in den vergangenen Wochen nicht viel los gewesen, da Urlaubszeit war, berichtet der Betriebsrat. Nichts Neues gäbe es auch zum Thema Verkauf. Bei Brandt ETK in Lage ist die Auftragslage nach Einschätzung des Betriebsrates mittelmäßig, es kämen eher weniger Aufträge herein. Zum1. August gab es ein Jubi- läum: Der Betriebsratsvorsitzende Detlef Theimann ist seit 25 Jahren im Betrieb. Herzlichen Glückwunsch! Bei Licefa in Bad Salzuflen gibt es vier neue Kollegen, allerdings mit befristeten Verträgen ausgestattet. Zwei weitere Auszubildende sind gestartet. Die Zahl der Leiharbeiter ist konstant. Die Auftragslage sei gut, berichtet der Betriebsrat. Auch bei Gerdes im Extertal ist die Auftragslage gut. Überstunden fallen vor allem bei den Einrichtern an. Die Beschäftigung ist konstant, auf 220 Stammbeschäftigte kommen rund 50 Leiharbeiter. Vier neue Auszubildende sind in den Betrieb gekommen. Der Betriebsrat hat beim Thema Lohngruppen nach langen Verhandlungen mit der Geschäftsführung eine Einigkeit erzielt. Die Lohngruppen sind nun bei vielen Beschäftigten angehoben worden. Die mit der Geschäftsführung abgeschlossene Betriebsvereinbarung hat eine Laufzeit bis Ende 2012. Danach kommt das Thema Lohngruppen erneut auf den Tisch. Erfreulich: In 2011 feierten bisher acht Mitarbeiter ihr Jubiläum, sie sind 25 Jahre im Unternehmen tätig. Im Coko-Werk in Bad Salzuflen findet Mehrarbeit sowohl täglich als auch an den Samstagen statt. Aktuell sind 483 Mitarbeiter beschäftigt, die Zahl der Leiharbeiter liegt bei 46 Personen. Neun Auszubildende haben am 1. August begonnen. Der Betriebsrat hat sie bei einer Veranstaltung herzlich begrüßt. Der Betriebsrat bemängelt, dass es noch immer nicht zu einer Lösung für die Überstunden im Angestelltenbereich gekommen sei. «Wir sind nicht mehr bereit, diese Verschleppung der Verhandlungen zu tolerieren«, sagt der Betriebsratsvorsitzende Martin Brummremann, «wir sind sehr verärgert. Man zwingt uns dazu, nun vielleicht doch die Einigungsstelle anzurufen. Das wollen wir nicht. Wir hoffen auf die Einsicht beim Arbeitgeber«. Ein Betrieb müsse mehr bieten als vernünftige Löhne und Gehälter, berichtet der Betriebsrat weiter. Da gäbe es Verbesserungsbedarf, einige Mitarbeiter würden sich aktuell mit Abwanderungsgedanken tragen. Die Auszubildenden von Honasco vergnügten sich bei einem Ausflug im Heidepark Pizza oder Steak mit Bratkartoffeln zum Frühstück sind nicht gerade jedermanns Sache. Aber beim diesjährigen Ausflug der Honasco-Auszubildenden werden einige Kollegen im Bonny’s Dinner gegen 9 Uhr mit solchen Nahrungsmitteln auf ihren Tellern gesehen. So oder auch anders gestärkt geht es weiter zum eigentlichen Ziel des Ausflugs, den Heidepark in Soltau. Zwischendurch nimmt der ein oder andere auch mal einen kleinen Snack zu sich, trotz der Herausforderungen und Anstrengungen kommt aber keine Müdigkeit auf. Weiter geht es mit der laut Eigenwerbung des Freizeitsparks schnellsten und Einem Teilzeitwunsch muss unter Umständen auch dann stattgegeben werden, wenn die gewünschte Verteilung der Arbeitszeit dazu führt, dass nicht im betriebsüblichen Wechsel in Vormittags- und Nachmittagsschicht gearbeitet wird. Das hat das Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein in einem einstweiligen Verfügungsverfahren mit Urteil entschieden. § Geklagt hatte eine Alleinerziehende. Nach der Elternzeit fand sie einen Kita-Platz von 7 bis 16 Uhr, allerdings nur für drei Tage in der Woche. Sie teilte dem Arbeitgeber mit, sie wolle dienstags bis donnerstags eine Teilzeittätigkeit von 9 bis 14.30 Uhr. Der Arbeitgeber lehnte ab, diese Arbeitszeit ließen sich nicht mit dem betrieblichen Schichtsystem in Einklang bringen. Das Landesarbeitsgericht gab in dem einstweiligen Verfügungsverfahren der Arbeitnehmerin Recht. Der Arbeitgeber dürfe den Teilzeitwunsch nicht mit dem bloßen Hinweis ablehnen, in seinem Betrieb müssten alle Beschäftigten im Schichtbetrieb arbeiten und die Nachmittagsschicht bis mindestens 18 Uhr abdecken. Das Gericht verlangte vom Arbeitgeber, den Beweis zu liefern, dass das Teilzeitverlangen nicht durch zumutbare Änderung der Betriebsabläufe oder den Einsatz einer Ersatzkraft ermöglicht werden könne, was dieser aber weder darlegen noch beweisen konnte. Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein am 15.12.2010, Az. 3 SaGa 14/10 Attraktionen ohne Ende Dort ist Spaß angesagt, nur unterbrochen von einigen heftigen Wartezeiten. Wer mit der Krake fahren will, muss sich zuvor eineinhalb Stunden in Geduld üben. Weiter geht es mit dem Big Loop, doppelte Korkenzieher mit 60 Stundenkilometern, herrlich. Danach Wildwasserbahn, inklusive ein wenig Nässe, und der große Turm mit dem vielversprechenden Namen Scream. Die Zahlen sprechen für sich: Höhe 103 Meter, freier Fall aus 71 Metern und eine Geschwindigkeit von fast 100 Stundenkilometern. Kurzum: Eine Mutprobe, die es in sich hat! 3 höchsten Holzachterbahn Europas. Auch dort wird es mit 120 Stundenkilometern richtig schnell. Honasco-Azubis schwärmen anschließend von einem ganz geschmeidigen Fahrgefühl, wenn der Zug aus rund 60 Metern Höhe in steilstem Winkel in die Tiefe rauscht. Trotz des einsetzenden Regens haben alle ihren Spaß bis zum Schluss. Die Kolleginnen und Kollegen sind begeistert. »Das war ein Super- Erlebnis, immer gerne wieder, wir hatten noch so viele Attraktionen vor uns die wir an diesem einem Tag gar nicht mehr schaffen konnten«, sagt die Mitarbeiterin des Betriebsrats Dajana Nüsse-Klamann. Bei einigen Kollegen fielen auf der Rückfahrt dann doch die Augen zu, vielleicht träumten sie von steilen Abfahrten. Die IG Metall fordert für junge Menschen: sichere Zukunft, statt Unsicherheit. Gute Bildung und Chancen für alle. Und keine prekären Jobs. Sondern: Arbeit – sicher und fair. Es geht um eine Perspektive für die Junge Generation: Die Vereinbarkeit von Arbeit und Leben. Um die Beteiligung an Entscheidungen, die das eigene Leben betreffen. Eines der nächsten Ziele: Bei der anstehenden Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie soll die unbefristete Übernahme nach der Ausbildung erreicht werden. Krank melden beim Arbeitgeber Spricht ein Arbeitnehmer mit dem Betriebsrat über eine Erkrankung oder deren Fortdauer, ersetzt dieses Gespräch nicht die Pflicht, eine Arbeitsunfähigkeit beim Arbeitgeber anzuzeigen. Beschäftigte sollten also sicher stellen, dass der Arbeitgeber unverzüglich von einer Arbeitsunfähigkeit informiert wird. Hessisches Landesarbeitsgericht vom 18. Januar 2011 - 12 Sa 522/10 Großes Konzert mit nachdruck 4 «Mitreden und mitgestalten« Babara Künemund kümmert sich um die Jugend. Sie unterstützt Auszubildende, sich erfolgreich in ihren Betrieben einzumischen Warum und seit wann bist du für die Gewerkschaft aktiv? ten nach der Ausbildung gefordert, damals noch für ein halbes Jahr. Wir sind dann mit über 1000 Azubis aus ganz Nordrhein-Westfalen zum Verhandlungsort gefahren und haben dort den Hoteleingang, wo die Tarifverhandlungen stattfanden, blockiert und mit Urlaubskatalogen zugemauert. Als damalige Bezirksjugendausschuss-Vorsitzende durfte ich dann unsere Forderung den Arbeitgebern noch einmal vortragen. Heute ist die Übernahme der Ausgebildeten in der Metall- und Elektroindustrie sogar mit einem Jahr tarifvertraglich festgeschrieben. Das hat mir ganz deutlich gezeigt: Es geht, du kannst was erreichen mit vielen. Ich bin direkt zu Beginn meiner Ausbildung 1989 in die IG Metall eingetreten. Aktiv dabei bin ich seit 1991, zuerst als Jugend- und Auszubildenden-Vertreterin. So richtig gepackt hat es mich bei meinem ersten Wochenseminar. Das hat viel Spaß gemacht und ich habe eine Menge gelernt. Da hab ich festgestellt, es gibt auch im Arbeitsleben noch mehr als die reine Arbeit. Ich konnte mich nun sachkundig für andere engagieren. Danach wurde ich im Ortsjugend-Ausschuss aktiv und habe dann 1998 mein Hobby IG Metall zu meinem Beruf gemacht. Barbara «Babsi« Künemund ist seit 1998 politische Gewerkschaftssekretärin in der IG Metall Verwaltungsstelle Detmold. Ihr Schwerpunkt liegt bei der Jugend- und Auszubildenden-Arbeit. Gelernt hat sie Holzmechanikerin. Konntest du als Aktive in der IG Metall etwas erreichen, etwas verändern? Warum ist die JAV, die Jugend-Auszubildenden-Vertretung, auch heute noch ein wichtiges Thema? Anfang der 90er Jahre haben wir, die IG Metall-Jugend, das erste Mal in der Metall- und Elektroindustrie die tarifvertraglich geregelte Übernahme der Ausgebilde- Weil die Ausbildung durch die aktive Mitarbeit der JAVis immer besser wird, für die Azubis und auch für die Betriebe. Ich kann nur allen Azubis empfehlen, sich eine JAV Petras Kürbiscreme-Suppe zu wählen, bzw. sich selbst wählen zu lassen. Als «JAVi« hast du ganz andere Einblicke in einen Betrieb und kannst mitreden und mit gestalten. Und es wird auch viel Spaß machen! Was steht als nächstes im Jugendbereich an? Zusammen mit dem Betriebsrat und der Jugend-Auszubildenden-Vertretung begrüßen und informieren wir die neuen Azubis unter anderem über ihre Gestaltungsmöglichkeiten im Arbeitsleben. Und dann ist da natürlich der 1. Oktober. Auf diesen Tag freue ich mich ganz besonders. An diesem Tag wollen wir uns mit mehr als 15.000 Menschen aus ganz Deutschland in Köln treffen. Es wird in der Stadt die unterschiedlichsten Aktionen zu unseren Forderungen geben. Ich kann nur jedem empfehlen, mit dabei zu sein. Vorsicht Cartoon! Wir benötigen für 4 Pers.: 700g Kürbis, 1 Stange Staudensellerie (ca. 150g) , 1 El. Butter, ½ l Fleischbrühe, ¼ l Milch, 1 Tl. Zitronensaft, 200g Garnelen, 1 Prise Zucker, Salz, schwarzer Pfeffer aus der Mühle sowie einige Blätter Basilikum. Zubereitung: Das Fruchtfleisch von der Schale befreien entkernen und in kleine Stücke schneiden. Den Sellerie putzen und ebenso in kleine Stücke schneiden. Die Butter in einen großen Topf schmelzen und den Kürbis und den Sellerie andünsten. Nun die Fleischbrühe sowie die Milch dazu gießen, und ¼ Stunde köcheln lassen. Die Suppe mit dem Mixer oder Pürierstab fein pürieren, falls zu dick, noch etwas Milch zufügen. Alles mit Zitronensaft, Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken. Garnelen zugeben und in der Suppe erhitzen. Basilikumblätter zur Verzierung der Suppe verwenden. Guten Appetit! __________ Impressum IG Metall – Eine starke Gemeinschaft. Jetzt Mitglied werden! ›Nachdruck‹ Zeitung der IG Metall für die Beschäftigten in der lippischen Kunststoffindustrie *Vorname *Name *Geburtsdatum Tag *Land *PLZ *Wohnort Telefon ( dienstlich Monat privat) Redaktion: Silke Bäcker-Hanke, Martin Brummermann, Horst *Geschlecht M=männlich W=weiblich Jahr Gromann, Susanne Herrmann, Elmar Kleine-Grauthoff, Jürgen Küstermann, Beate Linke-Niehage, Matthias Mürkens, Svend *Staats- Newger, Dajana Nüsse-Klamann E-Mail ( dienstlich privat) *Straße *Hausnr. beschäftigt bei/PLZ/Ort Beruf/Tätigkeit/Studium/Ausbildung Ich bestätige die Angaben zu meiner Person, die ich der IG Metall zum Zwecke der Datenerfassung im Zusammenhang mit meinem Beitritt zur Verfügung stelle. Ich bin darüber informiert, dass die lG Metall zur Erfüllung ihrer satzungsgemäßen Aufgaben und unter Beachtung der datenschutzrechtlichen Vorschriften personenbezogene Angaben über mich durch organisatorische Personengruppen der IG Metall sowie mit Hilfe von Computern verarbeitet. Eine Weitergabe der Daten zu Marketingzwecken findet nicht statt. Einzugsermächtigung: Hiermit ermächtige ich widerruflich die IG Metall, den jeweils von mir nach § 5 der Satzung zu entrichtenden Mitgliedsbeitrag von 1 % des monatlichen Bruttoverdienstes bei Fälligkeit zu Lasten meines angegebenen Girokontos einzuziehen. Diese Einzugsermächtigung kann ich nur schriftlich mit einer Frist von sechs Wochen zum Quartalsende gegenüber der IG Metall widerrufen. Änderungen meiner Daten werde ich unverzüglich der IG Metall mitteilen. Vollzeit* Teilzeit* befristet beschäftigt Leiharbeitnehmer/in/Werkvertrag Falls Leiharbeitnehmer/in: Wie heißt der Verleihbetrieb? ab bis Bankverbindung *Bruttoeinkommen *Bank/Zweigstelle *Kontoinhaber/in geworben durch (Name, Vorname) Beitrag *BLZ *Konto-Nr. Mitglieds-Nummer Werber/in *Ort/Datum/Unterschrift Weitere Informationen unter www.igmetall.de/beitreten Stand: April 2010 angehörigkeit *Pflichtfelder, bitte ausfüllen Bitte abgeben bei IG Metall-Betriebsräten/-Vertrauensleuten, der IG Metall-Verwaltungsstelle oder schicken an: IG Metall-Vorstand, FB Mitglieder/Kampagnen, 60519 Frankfurt am Main Die Beitrittserklärung können Sie bei Ihrem Betriebsrat, bei den Vertrauensleuten der IG Metall und in der Verwaltungsstelle der IG Metall in Detmold, Gutenbergstr. 2, 32756 Detmold, abgeben. Cartoon S.4: Harm Bengen Fotos IG Metall, Archiv Redaktionsleitung, Layout und Satz: Manfred Horn Verantwortlich i.S.d.P.: Reinhard Seiler, IG Metall Detmold, Gutenbergstr. 2, 32756 Detmold, fon 05231. 99 190, eMail [email protected] Druck: apm AG, Darmstadt Wir freuen uns über LeserInnenbriefe und Rückmeldungen. Vielleicht wissen Sie, weißt Du, von einem Thema, über das wir berichten sollten. Schreibe eine eMail mit dem Betreff ›nachdruck‹ an: [email protected] oder einen Brief an unsere Redaktionsadresse: IG Metall Detmold, Gutenbergstr. 2, 32 756 Detmold