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......... Film Woody Allen »Match Point« w w w. s u m m a c u l t u r a . d e 1. Woche | 2006 Titel, Match Point Regie, Woody Allen Drehbuch, Woody Allen Darsteller, Brian Cox, Matthew Goode, Scarlett Johansson, Emily Mortimer, Jonathan Rhys Meyers, Penelope Wilton Land, USA Verleih, Prokino FSK, ab 12 Jahren ......................... Die Neuerfindung des Woody Allen Website Länge, 123 Minuten Filmstart, 29. Dezember 2005 SUMMA-METER FFFFF MEDIEN-ECHO © Prokino Inhalt Besonderheit Zwischen zwei Frauen. Ein gewitzter Emporkömmling (Jonathan Einmal nicht New York. Für Rhys Meyers) schleicht sich als Tennistrainer in die Londoner High Society ein. Er freundet sich mit Tom Hewett (Matthew Goode) an und macht Bekanntschaft mit dessen Schwester Chloe (Emily Mortimer), in die er sich prompt verliebt und die er nur wenig später heiratet. Doch auch zu Toms Verlobter Nola (Scarlett Johansson) fühlt sich der allseits beliebte Chris hingezogen und beginnt in dem Moment, da sich Tom von dem erfolglosen Starlet trennt, ein gewagtes Spiel zwischen zwei Frauen, zwischen Luxus und Leidenschaft, das auch Mordgedanken nicht ausschlieÿt. Kritikenspiegel Sieg in drei Sätzen. Die Kritik ist sich einig, dass Woody Allen mit Match Point ein groÿer Wurf gelungen ist. Michael Althen (FAZ) spricht von einem Aufbruch zu neuen Ufern , seinem besten Film seit langem ..., der so anders ist als alles, was Woody Allen bisher gemacht hat, daÿ man kaum auf die Idee käme, er sei von ihm, wenn man es nicht besser wüÿte. Mit einem fast unbarmherzigen Sinn fürs Wesentliche zeige der von seinen Neurosen befreite Allen ... zum ersten Mal, wie gut er sich aufs Handwerk des Regieführens versteht, wenn sich mal nicht alles um ihn dreht. Kompromisslos und bestechend läuft er laut Jörg Taszman (Deutschlandradio Kultur) wieder zu ganz groÿer Form auf . Von einer regelrechten Neuerfindung Allens spricht Carsten Heidböhmer (Stern). Hätten viele seiner letzten Filme - so Peter Zander (Die Welt) - nur noch wehmütige Erinnerungen an eine einst starke, nun wohl erschlaffte inszenatorische Hand geweckt, hat Allen nun auÿerhalb des gewohnten Reviers zu neuem erzählerischen Atem gefunden und bewiesen, daÿ er noch lange nicht aufs Altenteil gehört . Einen solchen Eindruck hatten seine jüngsten Arbeiten laut Volker Mazassek (FR) nahe gelegt. Doch glücklicherweise habe er sich von dem von Abnutzungserscheinungen geprägten Modell intelligente Komödie mit der Zutat milde Verzweiflung und redseliger Humor verabschiedet, so dass das Beste an Woody Allens neuem Film ist, dass man kaum merkt, einen Woody-Allen-Film vor sich zu haben . Birgit Glombitza (Spiegel online) lobt das Fehlen jeglicher Plänkeleien über monströs aufgebauschte Nichtigkeiten ebenso wie den Verzicht auf ins Absurde gedrechselte Intellektualität und dürfte Daniel Kothenschulte (FR) zustimmen, der Allen bescheinigt, mit einem überzeugenden Gesellschaftsstück ... klar in drei Sätzen gesiegt zu haben. Match Point verlieÿ Woody Allen das heimatliche New York. Seine 39. Regiearbeit spielt im London der britischen Upper Class und erinnert an Motive der groÿen Gesellschaftsromane des 19. Jahrhunderts, etwa eines Emile Zola. Mit Ausnahme Scarlett Johanssons sind alle Darsteller britischer Herkunft. Die Dreharbeiten in der Fremde hat Allen sichtlich genossen: In Manhattan ist es im Sommer heiÿ, und die Sonne bringt mich um. In London ist es kühl, der Himmel ist grau einfach perfekt für mich. Der Film feierte bei den letztjährigen Filmfestspielen von Cannes seine Weltpremiere. Biografisches Woody Allen, *01. Dezember 1935 als Allen Stewart Konigsberg in New York, zählt zu den bedeutendsten Regisseuren des intellektuellen Autorenkinos. Schon früh begeisterte er sich für Kino und Theater und schrieb bereits während des auf Wunsch seiner Eltern angetretenen Studiums an der New York University Gags und Dialoge für verschiedene Film- und Fernsehgesellschaften. 1960 trat er erstmals selbst als Stand-Up-Comedian in einem New Yorker Nachtklub auf. Sein Durchbruch als Filmregisseur und -schauspieler gelang ihm in der zweiten Hälfte der 1970er Jahre mit Der Stadtneurotiker und Manhattan , nachdem er bereits 1965 mit Was gibt's neues, Pussy? seine erste Filmproduktion abgeschlossen hatte. Es folgten zahlreiche Filme, die ihm nach und nach den Status eines Kultregisseurs einbrachten, darunter vor allem Hannah und ihre Schwestern (1986), der ihm nach dem Stadtneurotiker (beste Regie, bestes Drehbuch) seinen dritten Oscar bescherte. Ähnliche Werke Zu Beginn des Films liest Chris Wilson Fjodor Dostojewskis groÿen, 1866 entstandenen Roman Schuld und Sühne um den Studenten Rodion Raskolnikow, der aufgrund seines Machtstrebens und Aufstiegswillens zum Mörder wird. Eine fast manische Beschäftigung mit diesem Sujet ist laut Birgit Glombitza (Spiegel online) ein Urthema des Allen'schen Gesamtwerks. In Match Point wird der Roman zu einer Art Leitmotiv, der Protagonist zu einem modernen Raskolnikow. Sein Schicksal jedoch offenbart so Michael Althen (FAZ) - eine ganz finstere Weltsicht ..., in der man vielleicht der Sühne entkommt, aber nicht der Schuld . sr