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Malaysias Metropole Penang rollt Transport- 12.12.2014
Masterplan aus
Milliardenausgaben für Stadtbahn, Straßen, Tunnel und Fährverbindungen / Von Rainer
Jaensch
Kuala Lumpur (gtai) - Malaysias Technologie-Insel Penang kämpft wegen der zahlreichen Einwohner, Investoren
und Touristen mit Engpässen im Verkehrssektor. Ein von der lokalen Regierung vorgelegter umfassender Trans­
port-Masterplan soll nun einen Ausweg schaffen. Die Zentralregierung in Kuala Lumpur, vor allem aber private
Investoren, werden demnach in den kommenden 15 Jahren zahlreiche Projekte anschieben. Hierbei eröffnen sich
auch Zuliefermöglichkeiten für ausländische Anbieter. (Kontaktanschriften)
Malaysias zweitgrößte Industrie- und Bevölkerungsmetropole, die Insel Penang, ächzt immer mehr unter der
anschwellenden Verkehrslawine. Seit Jahren versprechen Zentral- und Provinzregierung Abhilfe, legen Pläne vor
und realisieren auch Teillösungen. Der große Wurf und ein umfassendes Verkehrskonzept ist aber bisher nicht
gelungen. Dies soll sich mit dem Penang Transport-Masterplan ändern, den der malaysische Teilstaat Penang
für den Zeitraum 2013 bis 2030 vorgelegt hat.
Der Plan umfasst insgesamt ein Finanzvolumen von schätzungsweise 27 Mrd. malaysischen Ringgit (RM; rund
6,5 Mrd. Euro; 1 RM = 0,24 Euro). Der größte "Baustein" ist mit Kosten von 16,4 Mrd. RM der Autobahnbau. Erst­
mals will Penang auch eine Straßenbahn (Tram System) auf die Schiene bringen. Diese sowie der Ausbau des
Busnetzes und des Fährverkehrs sind Teil des "Public Transport", der mit Kosten von 9,7 Mrd. RM zu Buch schla­
gen dürfte.
Beschaffungsvorhaben für öffentliche Transportmittel bis 2030 (in Mio. RM)
Typ
Fahrzeugbedarf 2030
Kosten je Einheit
Gesamtkosten
Straßenbahnen/ LRT für alle 7 Linien
58
10
580
Nahverkehrsbusse
43
1
43
Nahverkehrszüge
12
30
360
Fähren für 400 Passagiere
4
15
60
Fähren für 200 Passagiere
11
10
110
Zubringerbusse
114
0,7
80
Stadtbusse
285
0,7
200
Zubringerfähren für 100 Passagiere
7
6,5
46
Insgesamt
1.479
Quelle: Penang State Government
Größte Komponente der öffentlichen Transportinfrastruktur stellen mit 4,4 Mrd. RM die Straßenbahnstrecken.
Es sind insgesamt sieben an der Zahl - die beiden längsten und teuersten die Airport Line und die George Town
Orbital Loop Line. Mit dem Bau soll im Zeitraum 2015 bis 2020 begonnen werden, wobei das Gros der Imple­
mentierung für die folgende Dekade geplant ist. Das rollende Material (rund 60 Straßenbahnen und ein Dut­
zend Nahverkehrszüge) schlägt mit zusätzlich 1 Mrd. RM zu Buche. Die Schienenfahrzeuge - Straßenbahnen und
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Light Rail Transport (LRT) - sollen mit einer Geschwindigkeit von 40 km/h verkehren und damit wesentlich
schneller sein als die Kfz zu den Stoßzeiten.
Das im öffentlichen Personennahverkehr bislang dominierende Bussystem wird weiter ausgebaut. So steht die
Anschaffung von rund 440 Bussen auf dem Plan. Trotz der nun in Betrieb genommenen zweiten Brücke und des
geplanten Tunnels bleibt der Fährverkehr für die Insel Penang weiter von Bedeutung. Entsprechend ist die Be­
schaffung von 15 Fähren und sieben Fährzubringern vorgesehen.
Staatliches und privates Engagement gefragt
In der Vergangenheit haben immer nur Teillösungen, wie einzelne Schnellstraßen, die rasch wieder verstopften,
vorübergehend Abhilfe geschafft. Diese wurden von der Zentralregierung finanziert und gebaut. Mit dem
Transport-Masterplan verfolgt die Regierung Penangs erstmals einen ganzheitlichen Ansatz, erklärte der zu­
ständige leitende Ingenieur Lim Thean Heng im Gespräch mit Germany Trade & Invest. Die Teile des Master­
plans, die von der Zentralregierung nicht durchgeführt werden, bleiben hierbei nicht auf der Strecke. Sie werden
privaten Investoren angeboten, die sich teilweise schon engagieren.
Aus dem Gesamtplan werden Vorhaben im Wert von rund 6 Mrd. RM voraussichtlich von der Zentralregierung
verantwortet. Einen ebenso großen "Brocken" von 6,34 Mrd. RM hat bereits ein privates Konsortium übernom­
men. So baut ein Investor, bestehend aus der lokalen Zenith-Unternehmensgruppe und der chinesischen Beijing
Urban Construction Group (BUCG), drei Autobahnstrecken und den ersten Unterseetunnel Malaysias von But­
terworth nach Georgetown. Als Gegenwert hat das Konsortium vom Staat Penang die Erbpacht-Nutzung von
Land zum genannten Wert erhalten.
Beispiele für solche Tauschgeschäfte gibt es bereits mehrere, so das Mehrzweck-Bauprojekt "The Light" an der
Uferfront von George Town. Finanziert und gebaut wird es von dem lokalen Bauunternehmen IJM. In Batu Ka­
wan beginnt Ikano, der Franchise-Nehmer von IKEA, ab 2015 mit dem Bau eines Wohn- und Bürogebiets. Neben
einem IKEA-Store wird es auch eine Shopping Mall umfassen, weiß Herbert Weiler, deutscher Honorarkonsul in
Penang zu berichten.
Ausländisches Engagement erwünscht
Auf ähnliche Weise können sich private Investoren bei den verbleibenden Projekten im Rahmen des Penang
Transport-Masterplan engagieren, erklärte Ingenieur Lim Thean Heng. Schließlich stehen noch annähernd 15
Mrd. RM an Projektvolumen zur Verfügung. Der grobe Rahmen ist durch den Master Plan skizziert. Die einzel­
nen Vorhaben können aber von den Investoren modifiziert werden. Schließlich soll es sich hierbei um Unterneh­
men handeln, die bereits über Know-how in den Bereichen Bau und Verkehr verfügen. Die Interessenten sollten
nach einer Fristverlängerung bis zum 16.2.15 ihr Interesse bekunden und Angebote unterbreiten. Der Masterplan
und die Ausschreibungsunterlagen liegen der GTAI vor.
Für deutsche Unternehmen sieht Ingenieur Lim Thean Heng eher Chancen in der zweiten Stufe, auch wenn sie
bereits als Investoren willkommen sind. Wenn der Investor, zum Beispiel ein lokales Bauunternehmen, bekannt
ist, beauftragt er einen Consultant mit der Erstellung der Durchführbarkeitsstudie. Sind dann die Details und
Anforderungen bekannt, können im Hinblick auf Ausrüstungen und technisches Know-how auch deutsche An­
bieter zum Zuge kommen. Wie beim MRT-Stadtbahnprojekt in Kuala Lumpur zu sehen ist, wird das "Made in
Germany" bei hohen Anforderungen und Spezialanwendungen eingesetzt, so mit Tunnelbohrmaschinen von
Herrenknecht und Bahntechnik von Siemens.
Das Engagement internationaler Firmen - von Investoren bis zu Lieferanten - wird von der Regierung Penangs
ausdrücklich gewünscht. So heißt es in der Präsentation des Masterplan, die Bildung von Konsortien oder Joint
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Ventures mit lokalen und internationalen Unternehmen sei erlaubt. Auch hat die Regierung den ausländischen
Botschaften im Land ihre Pläne unterbreitet und ist bei Interesse von deutschen Firmen auch zu speziellen Ge­
sprächen bereit.
Kontaktanschriften:
Penang State Government
Chief Engineer: Ir. Lim Thean Heng
Tel.: 0060-(0)4-26 13 454
E-Mail: [email protected] 
Deutsches Honorarkonsulat in Penang
Dato Herbert Weiler
c/o OE Design Sdn Bhd
74-E, 4th Floor Wisma Binjul
10470 Tanjong Tokong
Penang, Malaysia
Tel.: 0060-(0)4-890 5288; Fax: 4-899 2120
E-Mail: [email protected] 
(R.J.)
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