Sicherheit im Internet

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Sicherheit im Internet
Fachhochschule Stralsund
Fachbereich Elektrotechnik und Informatik
Sicherheit im Internet
Empfehlungen für den Aufbau von
sicheren E-Commerce Systemen
Prof. Dr. Bernhard Stütz
Leiter Real-World-Labs
an der
Fachhochschule Stralsund
Prof. Dr. Bernhard Stütz
Security 1
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Übersicht
• Komponenten von E-Commerce Lösungen
– Dienstenutzer (Client)
– Transportnetz (Internet)
– Diensteerbringer (Server)
• Angriffspunkte der Komponenten
– Wo sind die Schwachstellen
– Wieso gibt es Schwachstellen
• Schutzmöglichkeiten für die Komponenten
– Welche Verfahren gibt es
– Wie sicher sind diese Verfahren
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Security 2
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Struktur von E-Commerce Systemen im Web
DMZ
LAN
Server
Server
Äußerer
Firewall
Innerer
Firewall
Clients
Bad Guy
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Gateway
MA-Client
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Client Security
• Clientbetriebsystem überwiegend Windows
– Windows 3, 95, 98, ME: kein Schutz durch Betriebssystem
– Windows NT, Windows 2000: Gefahr durch BS-Fehler,
Anwendungsfehler, Fehlkonfiguration und Fehlbedienung
• Client Angriffsszenarien
– Gefahren durch Viren und Trojaner
– Gefahren durch Sicherheitslücken, Programmierfehler
– Gefahren durch schlecht ausgebildete Dienstenutzer
• Gründe für viele Schwächen
– Schlecht formulierte Standards
– Schlechte und zu wenige Programmierer
– „Time to Market“ Diktat
– Kostengründe (z. B. bei HBCI)
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Transportnetz Security
• Internet Technologie basiert auf TCP/IP
– Normalerweise keine geschützte Kommunikation
– Absenderangaben werden nicht überprüft
– Zum Teil fehlerhafte Implementierung des Protokollstacks
• Transportnetz Angriffsszenarien
– Abhören der Kommunikation (auch Passwörter)
– Übernahme von bestehenden Verbindungen
– Umleitung von Domains
– Blockierung von Verbindungen
– Denial of Service Attacken
– Distributed Denial of Service Attacken
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Server Security
• Serverbetriebssysteme: Windows NT, diverse Unixsysteme
– Windows NT, Windows 2000: Gefahr durch BS-Fehler,
Anwendungsfehler, Fehlkonfiguration und Fehlbedienung
– Unix: Sicherheitskonzept: Alles oder nichts – Daemonen und
Systemtreiber werden meist mit root Rechten ausgeführt
• Server Angriffsszenarien
– Ausnützen von konzeptionellen Schwächen, Programmierfehlern,
Konfigurationsfehlern
– Ausnützen von „Buffer overflow“ – das sind Schwachstellen
hervorgerufen durch schlechten Programmierstil
– Ausnützen von Fehlverhalten von Programmen bei nicht
vorgesehenen Eingabedaten
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CIA Hack
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Department of Justice Hack
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Internet-Wachstum ./. Expertenschwund
Quelle: Cert CMU
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Gemeldete Ereignisse am Cert (CMU)
18000
17672
16000
14000
12000
10000
9859
8000
6000
4000
2000
6
2340
132
252
406
773
1334
2412
3734
2573
2134
0
1988
1989
1990
1991
1992
171
1993
Internet Hosts: 150 Mio
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1994
1995
345
1996
311
1997
262
1998
417
884
Vorfälle
Systemschwächen
1999
2000
Quelle: Cert (CMU)
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Finanzieller Verlust durch Sicherheitsverletzungen
1.344
1.400
1.200
898
787
1.000
677
800
490
458
392
600
393 328
153
98
19
1999 weltweit
2000 weltweit
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18
82
29
23
34
23
5
10
1999 USA
33
76
101
81
102
53
0
94
122
2000 USA
200
232
204
196
7
3
2
1999 Deutschland
210 153
2000 Deutschland
400
nicht bekannt
kein Verlust
bis zu 1.000 $
bis zu 10.000 $
bis zu 500.000 $
bis zu 1.000.000 $
Quelle: InformationWeek 17/2000
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Client Schutz
•
•
•
•
Virenchecker
Installation von Security Updates
Einzelplatz-Firewall
Benutzer Schulung
• Diskless Client / Thin Client
• Getrennte Rechner/Wechselplatten für Produktion und Surfen
• Security Devices
– Smart Card Leser mit Tastatur und Display
– Handy mit Bluetooth und digitalen Signaturen
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Transportnetz Schutz
•
•
•
•
•
•
Firewall
Applikation Gateway mit Virenscanner
Proxy mit Filter
Intrusion Detection
SSL Verbindungen mit Zertifikaten (PKI)
Virtuelle Private Netze (VPN mit IPsec)
SSL
VPN-Gateway
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VPN-Gateway
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Server Schutz
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
Nur benötigte Dienste anbieten
Keine Client Applikationen auf Servern
Keine Entwicklungsumgebungen auf Servern
Umfangreiche Protokollierung und Auswertung
Datei-Integritäts-Checks
Einsatz von Security Scannern
regelmäßiges Einspielen von Security Updates
Sorgfältiges Programmieren von Servlets (CGI, Perl, Java, PHP ...)
Konfigurationshilfsprogramme
Abwägung Funktionsumfang ./. Sicherheit
• Einsatz von VPN basierend auf IPsec
• Einsatz von SSL mit Client Zertifikat
• Betrieb einer PKI
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Firewall Systeme
DMZ
LAN
Server
Innerer
Firewall
Äußerer
Firewall
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Switch
Gateway
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Virtual Vault
• Sicherheit durch Trennung von Programmen mit Zugriff von außen
und Programmen mit Zugriff nach innen
• Kommunikation dieser Programme über definierte Gateways
• Vorteil
– Schwächen in Implementierung der „Outside“ Programme können
nicht zum Zugriff auf Daten des Intranets missbraucht werden
SYSTEM_HI
INSIDE
OUTSIDE
Security Attacks
contained here!
gateway
Web
Server
HTML Pages
CGIs,
JAVA
CGIs
Trusted Operating System
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Sicherheitsempfehlungen
• Clientseite:
– Einsatz von Security-Devices wie Smartcard-Reader mit Display
und Tastatur oder in Zukunft Handys mit Bluetooth
• Netzseite
– Einsatz von VPN wo möglich
– Firewall mit Virenscanner, Intrusion-Detection
– Verschlüsselte und signierte E-Mail
• Serverseite
– Spezielle Sicherheitssysteme wie Virtual Vault
– SSL Beschleunigerkarten mit Schlüsselspeicherung
• Verzeichnisdienste, Meta-Directories
• PKI
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Schlussfolgerungen
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Keine Software ohne Fehler – das wird so bleiben
Firewall schützt keine Anwendungen auf DMZ Servern
Bei Eindringen in DMZ Server sind oft alle Datenbanken offen
Virenscanner schützen nicht vor Implementierungsfehlern sondern nur
– wenn überhaupt- vor dem Ausnutzen dieser Fehler
Clientschutz geht nur über zusätzliche Security Devices
Standardisierung unbedingt in Frühphase nötig – siehe HBCI Debakel
Netzwerkschutz ist für geschlossene Netze mit VPN oder SSL möglich
Schutz vor Denial of Service Attacken ist schwierig
Serverschutz ist mit speziellen Sicherheitsarchitekturen wesentlich
erleichtert und führt bei Fehlern nicht zur Katastrophe
• Sparen am falschen Platz kann teuer werden
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