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Hölderlin Gymnasium Heidelberg - Von Zeitdieben und Vergissmeinnicht
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Von Zeitdieben und Vergissmeinnicht
Als Michael Endes Roman „Momo“ im Jahr 1973 erstmals erschien, konnte kaum
jemand ahnen, dass die Geschichte des kleinen Mädchens Momo, das den Kampf mit
den Zeitdieben aufnimmt, um den Menschen ihre kostbare gestohlene Lebenszeit
zurückzugeben, auch mehr als dreißig Jahre später nichts von ihrer Faszination und
Klugheit verloren haben würde. Viele Klassen des Hölderlin – Gymnasiums Heidelberg
werden deshalb in den ersten Novemberwochen im Rahmen des Projektes „Das
Hölderlin liest ... Momo“ eben jenes Märchen für Kinder und Erwachsene lesen, das
im Jahre 2009, in dem der Autor seinen 80.Geburtstag gefeiert hätte, in seiner
Bedrohlichkeit aktueller denn je erscheint.
Den Auftakt zum Projekt „Momo“ bildete im Filmsaal des Hölderlin am 8. Oktober 2009
der von Verena Koch und Kristine Arnold initiierte „Elternabend“, der das in „Momo“
so begehrte Gut „Zeit“ zum Themenschwerpunkt machte.
Für Gabriele Hoffmann, die in „Leanders Leseladen“ in Heidelberg ein für Kinder und
Jugendliche wohl einzigartiges Angebot an guter Literatur bietet, ist die Wahl des
Titels für das diesjährige Lese-Projekt keine Überraschung: Für sie gehören Michael
Endes Romane früher wie heute ohne wenn und aber in jedes Bücherregal. Neben
dem Kinderbuchklassiker stellte sie weitere Kinder – und Jugendbücher, darunter
auch zahlreiche Sachbücher, zu dem „unendlichen, alltäglichen, geheimnisvollen“
Thema „Zeit“ vor und gab gemeinsam mit Dr. Hans-Bernhard Petermann von der
Pädagogischen Hochschule Heidelberg spannende Hinweise auf deren
zeitphilosophischen Hintergrund. So versuchte man, sich dem „sonderbar Ding“
namens Zeit auf philosophischer Ebene vorsichtig zu nähern, um im Sinne
Augustinus’ festzustellen, dass zwar die meisten zu wissen glauben, was unter dem
Begriff „Zeit“ zu verstehen ist – aber nur die Wenigsten dies auch zu erklären
vermögen, wenn sie danach gefragt werden.
Mit sichtlichem Vergnügen wurden die Zuhörer von den beiden nicht nur zum Lesen,
sondern vor allem zum Denken verführt: Was bedeutet es, wenn „Zeit verfliegt“, wenn
man manchmal die Zeit „am liebsten zurückdrehen möchte“ oder man „die Zeit nicht
aufhalten kann“? Wie kann es sein, dass Ferienzeit für die meisten viel schneller
vergeht als Schulzeit und warum fühlt sich etwas, das sich genau messen lässt, so
unterschiedlich an und ist so wenig greifbar?
Und warum heißt das Vergissmeinnicht eigentlich Vergiss-mein-nicht?
Anhand von vielen Beispielen aus der Literatur vermittelte Gabriele Hoffmann
Spannendes und Eindrückliches über Zählen und Er-zählen, über gemessene und
erfahrene Zeit und über die Spuren, die die Zeit hinterlässt. Wie verändert eine
Straße im Laufe der Jahre ihr „Gesicht“ (Noon, Steve – Geschichte einer Straße.
Eine Reise durch die Jahrtausende)? Was passiert mit den Blättern, die der Wind im
Herbst vom Baum pflückt und mit sich trägt? Man braucht etwas Zeit, um den Weg der
Blätter zu verfolgen: Eines dient einem Vogel als Baumaterial für sein Nest, ein
anderes treibt im Fluss und wird zum Rettungsboot für eine Heuschrecke und ein
weiteres wird kurzerhand zum Notizzettel für zwei Menschen umfunktioniert, die ihre
Telefonnummer dringend irgendwo notieren müssen (Möller, Anne – Zehn Blätter
fliegen davon)...Oder „Ein Haus in Berlin“ und die Geschichte einer Familie, die darin
lebt und die über den Zeitraum von 1890 bis 1989 erzählt wird: Während sich das
Haus nur unmerklich verändert, zeichnet die Geschichte deutliche Spuren im Leben
der Menschen, die dort ein und ausgehen (Lewin, Waltraut – Ein Haus in Berlin).
15.11.2009 10:39
Hölderlin Gymnasium Heidelberg - Von Zeitdieben und Vergissmeinnicht
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FLL 2009 Wettbewerb in
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Hölderlin Abend
Bonjour à
Heidelberg et au
revoir à
Montpellier !
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Auf großen Wunsch der Veranstalter trug Hans-Bernhard Petermann in der ihm
eigenen lebendigen und mitreißenden Art Textstellen aus den jeweiligen
Literaturbeispielen so eindrucksvoll vor, dass die Zuhörer schon bald jegliches
Zeitgefühl verloren hatten und noch liebend gerne auf ihren Stühlen sitzen geblieben
wären, um gemeinsam mit Momo das zu finden, was für die meisten gleichermaßen
selbstverständlich wie kostbar geworden ist – Lebenszeit.
© Michaela Kreutzer
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15.11.2009 10:39