Halle - Landesamt für Umweltschutz Sachsen

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Halle - Landesamt für Umweltschutz Sachsen
Saale
Stadtkreis:
Landkreis:
Halle (HAL)
Salzlandkreis (SLK), Burgenlandkreis (BLK), Mansfeld-Südharz (MSH),
Saalekreis (SK)
Verordnung:
Halle (HAL)
LSG0034HAL "Saaletal"
Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet "Saaletal" in der
kreisfreien Stadt Halle (Saale) v. 26.06.2001 (Amtsblatt d. Stadt Halle
(Saale). - 9(2001)13 v. 04.07.2001, S. 11)
Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet "Saaletal" in der
kreisfreien Stadt Halle (Saale) v. 27.10.2000 (Amtsblatt d. Stadt Halle
(Saale). - 8(2000) v. 16.11.2000, S. 6)
Salzlandkreis (SLK)
LSG0034BBG "Saale"
Verordnung des Landrates Bernburg v. 22.12.1999 (Amtsbl. f. d. Landkr.
Bernburg. - 10(1999)306 v. 28.12.1999)
Burgenlandkreis (BLK)
LSG0034BLK "Saale"
Verordnung des Burgenlandkreises über die Festsetzung des
Landschaftsschutzgebietes "Saale" Landschaftsschutzverordnung "Saale"
-LSVO- vom 06.08.1997 (Wochenspiegel: Offizielles Mitteilungsblatt für
den Burgenlandkreis. - (1997)33 vom 13.08.1997)
LSG0034WSF "Saaletal"
Verordnung des Landrates Weißenfels v. 26.11.1997 (Amtsbl. d. Landkr.
Weißenfels v. 17.12.1997. - 3(1997)8 v. 17.12.1997)
Mansfeld-Südharz (MSH)
LSG0034ML_ "Saale"
Beschluß des Rates des Bezirkes Halle Nr. 116-30/61 v. 11.12.1961
(Mitt.-Bl. des Bezirkstages u. des Rates des Bezirkes Halle. - (1962)3 v.
Dezember 1962)
Saalekreis (SK)
LSG0034MQ_ "Saale"
Beschluß des Rates des Bezirkes Halle Nr. 116-30/61 v. 11.12.1961
(Mitt.-Bl. des Bezirkstages u. des Rates des Bezirkes Halle. - (1962)3 v.
Dezember 1962)
LSG0034SK_ "Saaletal"
Verordnung des Landkreises Saalkreis über das Landschaftsschutzgebiet
"Saaletal" v. 25.05.2004 (Saalkreis Kurier. - 12(2004)6 v. 16.06.2004,
S. 5)
36 754 ha
LSG0034___
Größe:
Codierung:
Im LSG liegen die Gebiete:
Code
EU-Nr.
Name
SPA0017
DE 4236 401
Auenwald Plötzkau
99,99
SPA0021
DE 4638 401
Saale-Elster-Aue südlich Halle
86,57
FFH0103
DE 4136 301
Nienburger Auwald-Mosaik
FFH0114
DE 4336 306
Saaledurchbruch bei Rothenburg
92,15
FFH0118
DE 4437 302
Porphyrkuppenlandschaft nordwestlich Halle
90,64
FFH0120
DE 4437 307
Nordspitze der Peißnitz und Forstwerder in Halle
Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt
Anteil (%)
100,00
100,00
Code
EU-Nr.
Name
Anteil (%)
FFH0124
DE 4536 304
Salzatal bei Langenbogen
FFH0141
DE 4537 301
Saale-, Elster-, Luppe-Aue zwischen Merseburg und
Halle
FFH0151
DE 4836 301
Tote Täler südwestlich Freyburg
FFH0152
DE 4836 303
Göttersitz und Schenkenholz nördlich Bad Kösen
FFH0153
DE 4836 304
Saale-Ilm-Platten bei Bad Kösen
98,65
FFH0164
DE 4236 301
Auenwälder bei Plötzkau
99,99
FFH0179
DE 4437 309
Brandberge in Halle
FFH0183
DE 4837 301
Saalehänge bei Goseck
FFH0188
DE 4837 302
Halbberge bei Mertendorf
100,00
FFH0193
DE 4836 306
Himmelreich bei Bad Kösen
100,00
FFH0195
DE 4936 301
Saalehänge bei Tultewitz südlich Bad Kösen
FFH0216
DE 4836 308
Burg Saaleck
100,00
FFH0246
DE 4436 303
Zaschwitz bei Wettin
100,00
FFH0248
DE 4937 301
Gehölz bei Osterfeld
100,00
FFH0257
DE 4235 301
Wipper unterhalb Wippra
0,20
97,06
7,70
100,00
2,75
99,99
99,65
0,15
NSG0081___
Sprohne
100,00
NSG0082___
Auwald bei Plötzkau
100,00
NSG0084___
Nelbener Grund und Georgsburg
100,00
NSG0085___
Teufelsgrund und Saalehänge
100,00
NSG0086___
Zickeritzer Busch
NSG0113___
Saalehänge bei Dobis
NSG0128___
Tote Täler
7,70
NSG0136___
Göttersitz
100,00
NSG0138___
Nordspitze Peißnitz
100,00
NSG0139___
Lunzberge
100,00
NSG0142___
Porphyrlandschaft bei Gimritz
NSG0155___
Brandberge
NSG0165___
Rabeninsel und Saaleaue bei Böllberg
NSG0173___
Saale-Elster-Aue bei Halle
99,78
NSG0183___
Pfingstanger bei Wörmlitz
100,00
NSG0185___
Forstwerder
100,00
NSG0198___
Saale-Ilm-Platten bei Bad Kösen
99,28
NSG0199___
Saaledurchbruch bei Rothenburg
89,50
NSG0265___
Porphyrlandschaft bei Brachwitz
99,94
NSG0267___
Halbberge bei Mertendorf
NSG0268___
Saaleaue bei Goseck
NSG0364___
Abtei und Saaleaue bei Planena
99,79
100,00
99,97
2,43
100,00
100,00
99,69
100,00
Das LSG "Saale" wird untergliedert in den Kapitel "Saale zwischen Naumburg und Weißenfels"
sowie "Saale zwischen Weißenfels und Bernburg" beschrieben.
Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt
Saale zwischen Naumburg und Weißenfels
Gebietsbeschreibung
Das Landschaftsschutzgebiet befindet sich im Süden des Landes Sachsen-Anhalt. Es schließt den
Saalelauf von der Landesgrenze zu Thüringen bis zur Stadt Weißenfels ein. Außerdem ist das
Wethautal östlich von Naumburg Teil des Schutzgebietes. Das Tal der Wethau besitzt zahlreiche
Nebentäler, die abschnittsweise im LSG liegen. Zum LSG gehören jedoch nicht nur die beiden
Fließgewässer, sondern auch die angrenzenden Hochflächen. Oberhalb von Naumburg werden die
Waldflächen von Bad Kösen mit einbezogen. Westlich grenzt das LSG „Finne-Triasland“ an.
Das LSG repräsentiert die Landschaftseinheit Halle-Naumburger Saaletal und liegt zu Teilen in den
Landschaftseinheiten Ilm-Saale-Muschelkalkplatten, Zeitzer Buntsandsteinplateau, LützenHohenmölsener und Querfurter Platte.
Der Charakter der Landschaft ist sehr abwechslungsreich und vielseitig. Prägendes Element ist die
Saale, die dem LSG seinen Namen gab. Der naturnahe Verlauf der Saale mit vielen Mäanderbögen
zeichnet die Landschaft ebenso aus wie die durch die Eintiefung des Flusses angeschnittenen
Buntsandstein- und Muschelkalkhänge. Die teilweise fast senkrecht aufragenden Wände sind durch
die Schichtung der Triasgesteine farblich sehr differenziert. Stellenweise spiegelt sie sich im Wasser
der am Hangfuß mit starkem Gefälle vorbeifließenden Saale. Das ästhetisch sehr hochwertige
Landschaftsbild wird durch Burgen beziehungsweise Burgruinen ergänzt, die auf den Spornen der
Plateauflächen errichtet wurden, zum Beispiel Rudelsburg und Burg Saaleck, Schönburg und andere.
Die weniger steilen Hangbereiche der Saale werden durch ein vielseitiges Flächennutzungsmosaik
gekennzeichnet. Es finden sich Weinberge, Streuobstwiesen, Trockenrasen, Trockengebüsche,
Wiesen und Wälder in kleinräumigem Wechsel entlang der Saaleaue und an ihren Hängen. Im
Gegensatz dazu besitzen die Plateauflächen weniger Vielfalt und Eigenart. Sie tragen meist große
Ackerflächen, kleinere Wälder und zahlreiche Feldgehölze.
Die Wethau und ihre zum LSG gehörenden Nebenarme sind als naturnahe Gewässer von teilweise
dichten Ufergehölzen bestanden, die mit Grünland oder Wald wechseln. In der Nähe von Ortschaften
kommen Streuobstwiesen hinzu, und auf den steilen Hängen des Wethau-Tals befinden sich häufig
Trockenrasen.
Landschafts- und Nutzungsgeschichte
Die Terrassen an der Saale waren zu allen Zeiten dicht besiedelt. Dies liegt darin begründet, daß das
Saaletal in der Vor- und Frühgeschichte als Grenzraum und Kontaktzone und als Handelsroute eine
wichtige Rolle spielte. Dies war auch der Anlaß zum Bau von Burgen und Befestigungen. Dabei
spielte vor allem der Abschnitt zwischen Saaleck und Weißenfels eine wichtige Rolle beim
vorgeschichtlichen Burgenbau. So lassen sich allein bei Uichteritz und Schönburg je vier, bei Goseck
drei und bei Weißenfels, Schellsitz, Naumburg (Altenburg) und Bad Kösen je zwei Befestigungen
nachweisen. Ein Befestigungsgraben zwischen Uichteritz und Lobitzsch, der einen halbkreisförmig
vorspringenden Gleithang der Saale auf 1 km Länge abriegelt, könnte auf einen umwehrten
Wirtschaftsraum hindeuten.
Schon in der Altsteinzeit vor 200 000 Jahren nutzten Jäger und Sammler die Saaleterrassen als
Rastplätze, wie Faustkeilfunde von Naumburg belegen. 15 000 Jahre alt sind die Funde vom
Saaleufer bei Saaleck. Das Pferd als bevorzugtes Jagdwild wurde auf Schieferplatten dargestellt.
Eine dichte Besiedlung setzte ab der Mitte des 6. Jahrtausends durch die Bauernvölker der
Linienbandkeramikkultur ein. Zu dieser Zeit wiesen bereits alle Gemarkungen im Bereich des LSG
eine oder mehrere Siedlungen auf. Im Stadtgebiet von Naumburg waren es insgesamt elf und im
Stadtgebiet von Weißenfels sechs Siedlungen. Entlang der Flüsse wurden auch die Hochflächen
besiedelt. An den Einmündungen des Röthebaches und der Unstrut in die Saale entstanden während
der frühen (Bandkeramik) und mittleren (Trichterbecherkultur) Jungsteinzeit befestigte Siedlungen. Bei
Goseck errichteten die Stichbandkeramiker eine umfriedete Kultanlage, die der Beobachtung von
Gestirnen und damit als Kalender gedient haben könnte.
Während der jüngeren Bronzezeit drangen aus dem Osten Siedler der Lausitzer Kultur in das mittlere
Saaletal vor. Befestigte Siedlungen befanden sich während der jüngeren Bronzezeit in der Rudelsburg
und auf dem Haineberg nahe der Neuenburg bei Freyburg. Beide stehen mit Bronzehortfunden in
Verbindung, weshalb sie als wirtschaftliche Zentren der jungbronzezeitlichen Besiedlung gelten
können. Eine weitere Befestigung befand sich bei Schönburg auf einem Sporn über der Saale. Allen
drei Anlagen kam eine strategische Bedeutung aufgrund der Lage an wichtigen Verkehrswegen zu.
Im 6. Jahrhundert v.Chr. geriet das Gebiet unter den Einfluß der früheisenzeitlichen Thüringischen
Kultur, die im 5. Jahrhundert stark keltisch geprägt wurde. Von Norden her drangen wenig später
Stämme der Jastorf-Kultur in das Gebiet ein. Ihnen folgten am Ende des 2. Jahrhunderts v.Chr.
ostgermanische Stämme und um die Mitte des 1. Jahrhunderts v.Chr. Elbegermanen.
Siedlungsschwerpunkte zeichneten sich zu dieser Zeit zwischen Saaleck und Schönburg ab.
Römische Importe in kaiserzeitlichen Siedlungen bei Großjena und bei Kleinjena dokumentieren die
Bedeutung von Saale und Unstrut als Verkehrsadern.
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Ab der Mitte des 5. Jahrhunderts gehörte das Gebiet zum Königreich Thüringen, das im Jahr 531
durch Franken und Sachsen zerschlagen und aufgeteilt wurde. Im Wethautal und beiderseits der
Saale wurden zahlreiche Bodenfunde entdeckt, die von der slawischen Besiedlung nach der
Völkerwanderung zeugen.
Auch die Ortsnamen belegen die slawische Besiedlung, die nicht nur das Gebiet südlich der Saale im
Slawengau Weta umfaßte, sondern auch nördlich des Flusses anzutreffen war. So wurde von den
Slawen bei Goseck ein Burgwall errichtet. Diese Besitztümer büßten die Slawen allerdings bereits in
der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts wieder ein, während sie südlich der Saale ihre Unabhängigkeit
bis ins 10. Jahrhundert behielten.
Eingeleitet von der seit dem 7./8. Jahrhundert von den Klöstern Fulda und Hersfeld ausgehenden,
überwiegend gewaltsam durchgeführten Christianisierung wurde im 8./9. Jahrhundert und vor allem im
10. und 11. Jahrhundert der Landausbau durch die weltlichen und geistlichen Herren auf der
Grundlage von Königs- und Klostergütern stark vorangetrieben. Klöster sowie Wehranlagen und
Burgen wurden errichtet. In dieser Zeit entstanden Naumburg (1012) und 1137 das Kloster
Schulpforte.
In der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts erfuhren der Harz und sein Umfeld durch Heinrich IV.
nochmals eine intensive Phase des Landesausbaus, wobei auch die Suche nach Silber und Kupfer
eine Rolle spielte. Eine große Anzahl von Burgen wurde von Heinrich IV. neu errichtet. Eine letzte
Phase des Neu- und Ausbaus von Burgen lag im 12. Jahrhundert. Es entstanden unter anderem die
Burganlagen Saaleck (1140), Schönburg (1157) und Rudelsburg (1171).
An der Schrumpfung der Waldflächen ist das Ausmaß des Landesausbaus, der durch
Rodungsperioden eingeleitet wurde, gut zu erkennen. Etwa bis zum 12. Jahrhundert war der innere
Landesausbau soweit fortgeschritten, daß sich stabile Grenzen zwischen Wäldern und
landwirtschaftliche Nutzflächen herausgebildet hatten.
Auf den nährstoffreichen Böden des LSG dominiert schon seit langem die landwirtschaftliche Nutzung.
Entsprechend der standörtlichen Eignung waren die besser zu bewirtschaftenden Flächen vor allem in
überschwemmungsfreien Bereichen der Saaleaue und die fruchtbaren Standorte der Plateaulagen für
anspruchsvolle Kulturarten in Ackernutzung, während hängige Standorte oder Überflutungsgebiete
Grasland beziehungsweise Streuobstwiesen trugen.
Die Entwicklung des Acker-, Wein- und Gartenbaus im LSG wurde wesentlich von der wirtschaftlichen
Tätigkeit der Zisterziensermönche des Klosters Schulpforte beeinflußt. Klösterliche Besitztümer in der
näheren und weiteren Umgebung wurden in Eigenregie durch zugehörige Klosterhöfe (Grangien)
bewirtschaftet. Im Besitz des Klosters war außerdem ein geschlossener Komplex von Siedlungen um
Spielberg und Hassenhausen.
Hochwasser traten in den vergangenen Jahrhunderten an der Saale sehr häufig auf.
Flußregulierungen wurden daher frühzeitig begonnen. Schutzdämme und Wehre wurden im
Naumburger Raum schon durch die Pfortaer Mönche angelegt. Der Bau des Hochwasserdammes von
Bad Kösen nach Altenburg durch die Mönche ist für den Beginn des 14. Jahrhundert überliefert.
Ein Charakteristikum des Gebietes ist der Weinbau, der sich an sonnenbegünstigten Südhängen vor
allem über Muschelkalk und Buntsandstein entwickelte. Die vermutlich erste Nachricht vom
Naumburger Weinbau stammt aus dem Jahr 1012 und benennt Weinberge im Bischofssprengel. Im
Jahr 1066 vergab Kaiser IV. Weinberge bei Schmölln an den Naumburger Bischof Eberhardt. Der
Weinbau wurde ein blühender Zweig der Landwirtschaft und ist für die landschaftsgestalterische
Entwicklung des LSG von großer Bedeutung. Jedoch wurde der Weinbau nicht nur von der Saale
bekannt, sondern auch aus dem Wethautal. In diesem Zusammenhang wird beispielsweise
Mertendorf benannt.
Eine weitere Form landschaftsprägender historischer Flächennutzung ist der Anbau historischer
Sorten von starkwüchsigen und großkronigen Hochstamm-Obstgehölzen in den Gebieten, die sich für
Ackerbau weniger eignen. Seinen Höhepunkt erreichte der extensive Streuobstanbau in Deutschland
im 19. Jahrhundert. Viele der im Gebiet vorkommenden Streuobstflächen gehen auf diese Zeit zurück.
Eng verbunden mit der Pflege und Unterhaltung von Obstwiesen war eine extensive Schafhaltung.
Waldflächen sind aber, bedingt durch die intensive landwirtschaftliche Nutzung des Gebietes, nur in
Resten erhalten. Sie erstrecken sich meist auf den schwierig zu bearbeitenden steilen Hangbereichen.
Neben land- und forstwirtschaftlichen Erwerbstätigkeiten hatte der Handel eine große Bedeutung für
den weiteren Landesausbau und die wirtschaftliche Entwicklung. Das Gebiet war an überregionale
Handelswege angeschlossen. Am bedeutungsvollsten war die Stadt Naumburg, der durch Kaiser
Konrad II. schon 1028 Markt- und Messerecht verliehen wurde. Unentbehrlich für die dauerhafte
Nutzung dieser Handelswege war das Vorhandensein von Saale- und Unstrutübergängen. Viele
historische Brücken und Wehre wurden von Mönchen des Klosters Schulpforte gebaut.
Geologische Entstehung, Boden, Hydrographie, Klima
Die Saale durchfließt in ihrem Bad Kösener Talabschnitt den Unteren Muschelkalk, der an beiden
Talflanken, insbesondere an der rechten unterhalb von Burg Saaleck und Rudelsburg, in seiner
Wellenkalkfazies mit zwischengelagerten Werksteinbänken hervorragend aufgeschlossen ist. Kurz vor
der Einmündung der Unstrut weitet sich das Saaletal, bedingt durch den Eintritt des Flusses in den
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Ausstrichbereich des wenig widerstandsfähigen Oberen Buntsandsteins (Röt), der in den
Hangbereichen bei Roßbach und Kleinjena ausstreicht. Von Großjena an liegt das Erosionsniveau
bereits im höchsten Mittleren Buntsandstein, der im Blütengrund bei Naumburg, an der Schönburg, in
der Umgebung von Leißling und unterhalb des Schlosses Goseck in Erscheinung tritt. Der Eintritt in
den Unteren Buntsandstein erfolgt erst unmittelbar unterhalb von Weißenfels bei Burgwerben.
Im Oberlauf des der Saale von rechts zusetzenden Wethau-Tales werden die Talflanken zunächst von
Mittlerem Buntsandstein gebildet. Unterhalb Mertendorf ist Unterer Muschelkalk in alten Steinbrüchen
aufgeschlossen, ebenso wie in dem nach Boblas und Neidschütz hinaufführenden kleinen Seitental. In
der Ortslage Wethau sind Gipsgesteine des Oberen Buntsandsteins zu beobachten.
Die Flanken des Nautschke-Tales von Stößen bis zur Einmündung in das Wethau-Tal werden von
Mittlerem Buntsandstein gebildet, ebenso wie die des Kötsch-Bach-Tales zwischen Plotha und dessen
Einmündung in das Saaletal bei der „Neuen Welt“.
Die von der Saale und den ihr seitlich zusetzenden Gewässern durchschnittenen Hochflächen sind
weitgehend von weichselkaltzeitlichem Löß bedeckt, aus dem inselförmige Vorkommen älterer
quartärer Gesteine herausragen wie Kiessand und Geschiebemergel, teilweise auch weißer tertiärer
Quarzkies. Zwischen Mertendorf und Scheiplitz liegt ein altes Braunkohlen-Abbaufeld.
Dieses LSG umfaßt neben der Saaleaue die Unstrutmündung und das Wethau-Tal sowie auch
beiderseits die Talflanken und Hochflächen, welche zu drei Bodenlandschaften gehören: zur
Saaleaue, zu den Lößbeeinflußten Saale-Muschelkalkplatten mit Schichtstufenland des Mittleren
Saaletales (im Abschnitt von Großheringen bis zur Unstrutmündung) und zum Lößbeeinflußten
Naumburger Buntsandstein-Hügelland.
In diesen Bodenlandschaften treten als wichtigste Bodenformen Pararendzinen aus skeletthaltigem
Löß über Lehmfließerden aus triassischem Gestein, Parabraunerden bis Fahlerden aus Löß,
Parabraunerde-Tschernoseme aus Löß, Fahlerden bis erodierte Parabraunerden aus skeletthaltigem
Löß über Lehmfließerden aus mesozoischem Gestein und Tschernoseme aus Löß nördlich von
Weißenfels auf.
Als Besonderheit soll hier eine Rigosol-Pararendzina erwähnt werden. Dieser Boden ist durch den
1000jährigen Weinanbau auf den Terrassen an Saale und Unstrut entstanden.
Als Bodentypen treten in der Saaleaue fast durchgehend Vegas, Gley-Vegas und Tschernitzen auf.
Wichtigste Bodenformen sind Vegas aus Auenlehm und Auenschluff, Vega-Gleye aus dem gleichen
Material, aber mit Wasserzeichen zwischen 0,4–0,8 m unter Flur, und dunkle, tiefhumose Auenböden
ohne Wasserzeichen, genannt Tschernitza. Alle diese Böden sind sehr ertragreich und werden seit
der Eindeichung im Mittelalter in wachsendem Maße als Acker genutzt.
Auenböden sind aus sehr jungen Ablagerungen entstanden, wobei die Anstöße zur Sedimentation auf
den Menschen zurückzuführen sind, beispielsweise durch Rodungen in den Einzugsgebieten. Dieser
Vorgang reicht bis in die Gegenwart. Die Böden in der Saaleaue sind karbonatführend. Grund dafür ist
die weite Verbreitung von Muschelkalk und Löß in den Einzugsgebieten. Damit gibt es einen wichtigen
Unterschied zu den Böden in anderen Flußauen.
Die Saale ist im LSG nur selten begradigt und weitestgehend nicht ausgebaut. Lediglich in den
Bereichen Schulpforta und Schellsitz ist der Retentionsraum durch den Bau von
Hochwasserschutzdeichen festgelegt und entspricht nicht dem natürlichen Überflutungsraum. Die
Wethau ist ein naturnahes Gewässer ohne Verbauungen und Begradigungen. Sie fließt in ihrer
natürlichen Aue und besitzt bezüglich der Vegetationstruktur eine große Naturnähe. Als größere
Nebenflüsse der Wethau sind der Steinbach und der Rischkebach zu nennen.
Der Grundwasserflurabstand in den Auen ist erwartungsgemäß hoch. Die Grundwasserfließrichtungen
sind zur Saale beziehungsweise zur Wethau hin gerichtet. Der Grundwasserflurabstand der
Hochflächen des Muschelkalks erreicht fast überall mehrere Dekameter. Der größte Teil der
Niederschläge wird durch die mächtige Lößdecke aufgenommen oder durch Pflanzen verbraucht und
steht damit nicht der Grundwasserneubildung zur Verfügung. Die Wasserführung erfolgt überwiegend
in den mergeligen Kalksteinen auf Schichtfugen und deren karstbedingten Erweiterungen. Der
Buntsandstein stellt dagegen einen guten Wasserspeicher dar und sorgt für einen ausgeglichenen
Grundwasserabfluß. Er besitzt vielleicht fünf oder sechs Grundwasserleiter, wobei die
Lagerungsverhältnisse in entscheidendem Umfang die Wasserführung bedingen.
Bei der klimatischen Betrachtung ist die Landschaft in Hochflächen und Talungen zu differenzieren.
Für die Höhen sind Jahresmitteltemperaturen zwischen 8,0 bis 8,5°C und Julimittel zwischen 17,5 bis
18°C charakteristisch. Die Talungen dagegen erwärmen sich auf 8,5 bis 9,0°C bei einem Julimittel um
18,0°C. Die Erwärmung der Täler wird durch die entwaldeten Muschelkalkhänge verstärkt. Die
Januarmittel differieren zwischen 0 bis -0,5°C in den Talungen und -0,5 bis -1,0°C auf den
Hochflächen. Die phänologischen Termine liegen auf den Höhen rund eine Woche später als in den
Talungen. Die Vegetationsperiode der Täler dauert mit 220 bis 225 Tagen etwa eine Woche länger als
die auf den Plateaus.
Verursacht durch die starke Reliefierung der Landschaft an der Saale treten einige mikroklimatische
Besonderheiten im Gebiet auf. Charakteristisch für die Talungen sind vor allem in Bodennähe erhöhte
sommerliche Schwülewerte und größere Nebelhäufigkeit, die dem als Schonklima zu bezeichnenden
Klima des Gesamtraumes Belastungseffekte hinzufügen. Von besonderer Deutlichkeit sind die im
Herbst auftretenden Talnebel. Die Hochflächen weisen dagegen eher Erscheinungen eines
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Reizklimas auf. Geländeklimatisch herausragend ist die Strahlungsgunst der in südlicher Richtung
exponierten Tal- und Plateauhänge mit ihren in Bodennähe extrem hohen Temperaturen.
Demgegenüber zeichnen sich die Nebentäler mit ihrer Bewaldung und nordseitigen Lage durch ein
kühleres und feuchteres Klima aus.
Pflanzen- und Tierwelt
Restbestände der potentiell natürlichen Vegetation kommen in Teilen der Waldgebiete vor. Auf
weniger fruchtbaren Buntsandsteinplateaus stocken Hainsimsen-Traubeneichen-Hainbuchenwälder,
auf den fruchtbaren Lößstandorten Winterlinden-Traubeneichen-Hainbuchenwälder und WaldmeisterBuchenwald wie beispielsweise im NSG „Platten“.
Kleinflächig befinden sich auf den Hängen der Muschelkalkplatten Orchideen-Buchenwälder, die
häufig im Komplex auch mit Trockenwäldern, Trockengebüschen und Trockenrasen auftreten. Zu den
zahlreichen Orchideen des Gebietes gehören Bleiches Waldvögelein, Frauenschuh, Geflecktes
Knabenkraut, Breitblättrige Sitter, Nestwurz und andere.
Auf flachgründigen Muschelkalkböden können sich Hasenohr-Fiederzwenken-Rasen entwickeln mit
Sichel-Hasenohr, Fransen-Enzian, Gemeiner Kuhschelle und weitere; dagegen siedelt auf
tiefgründigeren Lößböden der Adonisröschen-Fiederzwenkenrasen, unter anderem mit Erd-Segge,
Grauer Skabiose und Echtem Mädesüß.
Aufgrund intensiver Grünlandnutzung in den Talauen kommen naturnahe Grünlandgesellschaften nur
noch kleinflächig vor. Dazu gehören auf grundwasserfernen Standorten die Labkraut-FuchsschwanzWiese und auf grundwassernäheren Standorten die Wiesenknopf-Silau-Wiese. In der Nähe von
Gewässern kann als Besonderheit die Kohldistelwiese vorkommen.
Die differenzierten Nutzungsformen und Vegetationsgesellschaften bieten verschiedenen Tierarten
Lebensräume. Von den Säugern sollen die Vorkommen von Haselmaus, Waldmaus, Zwerg- und
Waldspitzmaus, Maulwurf und verschiedenen Fledermausarten besonders hervorgehoben werden.
Bedeutsame Brutvogelarten sind Schwarz- und Rotmilan, seltener Habicht und Wespenbussard. Der
Wanderfalke brütete bis 1959 in einer Felswand unterhalb der Rudelsburg; mit seiner Rückkehr als
Brutvogel wird gerechnet. Im Raum Naumburg ist der Uhu wieder heimisch; die Vorkommen des
Steinkauzes sind wohl erloschen. In Burgen und Schlössern, in einigen Stadt- und Dorfkirchen sowie
in der Saatkrähenkolonie Weißenfels haben Dohlen regelmäßige Brutplätze. Mauersegler brüten an
den Burgen Saaleck, Rudelsburg, Schönburg, Goseck, vor allem aber in den Städten Weißenfels und
Naumburg.
Die trockenen Standorte sind ideale Lebensräume für Heuschrecken, zum Beispiel Ameisengrille,
Blauflüglige Sandschrecke, Blauflüglige Ödlandschrecke und andere. Für Libellen sind die Gewässer
geeignete Habitate. Dort kommen Blaugrüne Mosaikjungfer, Plattbauchlibelle sowie Gebänderte
Prachtlibelle vor. Im LSG wird regelmäßig die Weinbergschnecke angetroffen, darüber hinaus
kommen Heideschnecke und Turmschnecke vor.
Entwicklungsziele
Ein Teil des LSG „Saale“ wird mit den angrenzenden LSG „Unstrut-Triasland“ und „Finne-Triasland“
zu einem Naturpark entwickelt. Ziel ist eine einheitliche Entwicklung und Pflege des
Landschaftsraumes und dessen Nutzung für die naturbezogene Erholung.
Ziel der Entwicklung des beschreibenen LSG sollen vorrangig die Erhaltung und der Schutz des
naturnahen Charakters der Saaleaue sein. Der mäandrierende Verlauf der Saale mit seinen zum Teil
angrenzenden extensiven Flächennutzungen ist zu belassen. Darüber hinaus besteht das Ziel, die
Aue der Saale zu extensivieren, das heißt, Ackerflächen im Überflutungsbereich in Grünland
umzuwandeln. In gleicher Weise ist die Aue der Wethau zu erhalten und zu schützen. Die
gewässerbegleitenden Gehölze, Staudenfluren und Wiesen sollen als wertvolle Biotope nicht nur
Habitate für Tierarten sein, sondern als ästhetisch hochwertige Landschaftselemente das
Landschaftsbild bereichern. Für die naturbezogene Erholung besitzen die Auen von Saale und
Wethau ebenfalls große Bedeutung.
Ein weiteres Entwicklungsziel ist die Erhöhung des Baumbestandes in den Auen. So könnten in der
Saaleaue Solitärbäume auf den Wiesen das Landschaftsbild verbessern und den Biotopwert der
Landschaft erhöhen. In der Wethauaue wären vorwiegend Kopfweiden zu pflanzen, die dem
Charakter der Aue entsprechen.
Die bestehenden Laubmischwälder sind zu erhalten und nicht standortgerechte Bestände in
naturnahe zu überführen. Insbesondere Nadelholzbestände sollen durch geeignete Maßnahmen zu
Laubmischwäldern entwickelt werden.
Zum Schutz der xerothermen Vegetationskomplexe sind Pflegemaßnahmen erforderlich. Insgesamt
besteht die Zielstellung, wertvolle Trockenrasen zu erhalten, das heißt, sie müssen extensiv
bewirtschaftet werden. Dazu ist die extensive Schafhaltung zu fördern.
Eine bedeutende Rolle spielt der Weinanbau im Gebiet an der Saale. Ziel ist es, die historischen
Weinberge weiterhin zu nutzen und zu pflegen. Dabei soll den extensiven Bewirtschaftungsformen der
Vorrang gewährt werden. Natürliche Sukzession, die zu dichten Trockengebüschen führt, ist hier nicht
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Ziel der Entwicklung, da der ökologische Wert solcher Flächen gegenüber Extensivweinbergen
geringer ist.
Die Entwicklung von Erholung und Tourismus besitzt für die Region große Bedeutung. Grundsätzlich
ist sie umweltverträglich und den Zielen des Naturschutzes entsprechend zu orientieren. Besonderer
Wert ist dabei auf die Schaffung von Etappenzielen für Wasserwanderer zu legen. Die Errichtung von
Naturlehrpfaden in dafür geeigneten Gebieten ist zu fördern.
Exkursionsvorschläge
Naumburg
Um das Jahr 1000 errichten die Markgrafen von Meißen auf dem rechten Ufer der Saale an der
Kreuzung wichtiger Handelsstraßen eine Burg, in deren Schutz eine Marktsiedlung (1028 Marktrecht)
entstand. 1042 wurde der erste Bau des Domes St. Peter und Paul geweiht, er ist heute ein
Wahrzeichen der Stadt. Besonders bekannt sind die zwölf Stifterfiguren.
Im 14./15. Jahrhundert war Naumburg ein bedeutender Messe- und Fernhandelsplatz, insbesondere
für Waid, Bier und Wein.
Sehenswert sind außerdem das Rathaus, ein dreigeschossiger spätgotischer Bau, einige
bemerkenswerte Bürgerhäuser sowie die Stadtkirche St. Wenzel, eine dreischiffige spätgotische
Hallenkirche mit zwei Gemälden von Lucas Cranach d.Ä.
Von der ehemaligen Stadtbefestigung, die schon im 13. Jh. Erwähnt wurde, sind Reste der Mauern,
der Bastionen und des Grabens, vor allem vom östlichen und südlichen Ring, erhalten. Der einstige
Verlauf ist durch breite Alleen gekennzeichnet. Hinzuweisen ist auf die Wasserkunst, ein Turmhaus
sowie auf das restaurierte Marientor, ein eindurcksvoller Komplex - bestehend aus zwei Torhäusern.
Bad Kösen
Einen interessanten Exkursionspunkt stellt das 1779 erbaute Bad Kösener Gradierwerk dar. Es ist 320
m lang und als technisches Denkmal geschützt. Das Romanische Haus (1138) war ehemals
Wirtschaftshof des Bischofs von Naumburg und galt als ältester Wohnbau auf dem Gebiet der DDR.
Bei einem Spaziergang auf der Saalepromenade kann man am östlichen Saaleufer am Steilhang die
Lagerung der Kalksteine des Unteren Muschelkalks gut erkennen.
Wanderungen
Durch das LSG führen zahlreiche Wanderwege, die landschaftlich reizvolle Gebiete erschließen. In
besonderer Weise ziehen die Burgen entlang der Saale die Wanderer an. Auf den Wanderrouten
können alle Burgen des Gebietes erreicht werden. Bedeutende Exkursionsziele sind die Klosterkirche
(1137) und das Zisterzienserkloster (1127) in Schulpforte, die Rudelsburg, die Burg Saaleck und die
Schönburg.
Bei Großjena kann man in den Kalksteinwänden des Steinauer’schen Weinberges das sogenannte
„Steinerne Bilderbuch“ aus überlebensgroßen Reliefs mit überwiegend biblischen Motiven in
Augenschein nehmen.
Wanderwege erschließen das Tal der Wethau und auch die Nebentäler gut. Besonders sehenswert
sind das Gutshaus und der Gutspark Großgestewitz.
Verschiedenes
Schulpforte
Schulpforte ist heute ein Stadtteil von Bad Kösen. Im Jahr 1137 erhielten die Zisterziensermönche aus
dem Kloster Schmölln vom Naumburger Bischof Udo I. die Erlaubnis, sich im Bereich seines alten
Bistums anzusiedeln. Es wurde sofort mit dem Bau der Kirche und des Klosters St. Mariae de Porta
begonnen. Die romanische Basilika in der Kreuzform hatte an den Querschiffsarmen je zwei
gestaffelte Nebenapsiden, im Langhaus wechselten Pfeiler und Säulen. Um 1200 wurde die Kirche
umgebaut, indem die Apsiden zu Kapellen geändert wurden. 1251 entstand ein völlig neuer Chor, der
dem Bauideal der französischen Gotik folgte. Später wurde auch das Langhaus verlängert und
verbreitert. Erst 1330 beendete man mit der „Sepultur“, jetzt Evangelistenkapelle genannt, den
Umbau.
Mit der regen Tätigkeit der Mönche erlebte die gesamte Umgebung einen Aufschwung. Sie waren es,
die Land kultivierten, die Saaleaue nutzbar machten und neue Flußübergänge schufen. Es wurden
Ackerbau- und Viehzucht betrieben, der Weinbau erblühte, Wege und Straßen wurden neu angelegt.
Durch Schenkungen und Kauf von Ländereien vergrößerte sich der Grundbesitz ständig. Dadurch
zählte es zu den reichsten Klöstern des Umkreises.
Während der Reformationszeit wurde das Kloster aufgelöst (1540) und fiel in den Besitz des
Landesherren. Doch schon 1543 eröffnete der Herzog und spätere Kurfürst Moritz von Sachsen darin
eine Fürsten- und Gelehrtenschule. Die Schule war so berühmt für ihre gute Schulbildung, daß ein
„Portenser“ bei Bürgertum und Adel stets gern gesehen war.
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Neben der Klosterkirche kann man heute die kleine Abtskapelle, den Kreuzgang und am Friedhof die
„ewige Lampe“ in Form einer kleinen Kapelle besichtigen. Am Eingang steht eine spätgotische
Betsäule aus dem Jahre 1521. Die alte Klostermauer hat eine Länge von 1,7 km.
Das Gradierwerk von Bad Kösen
Bad Kösen verdankt seinen Ruf als Kurort in der Hauptsache seinen Solquellen. Die ersten wurden
1682/86 entdeckt. Ihre Ausbeutung gelang jedoch erst 1730. Vorerst dienten sie lediglich der
Salzgewinnung. Erst im 19. Jahrhundert wurde dazu übergegangen, sie zu Heilzwecken in Form von
Bädern und zur Inhalation zu benutzen. Aus dem Soleschacht konnte durchschnittlich 4- bis
5prozentige Sole gefördert werden, die durch das Gradieren wesentlich angereichert wurde. 1910
wurde der Hufelandsprudel mit rund 11%, 1911 im gleichen Bohrloch die Beyschlagquelle mit fast
gesättigter Sole erbohrt. Daneben waren zwei Trinkbrunnen vorhanden, der Mühlbrunnen, schon 1725
entdeckt, und die Johannisquelle, 1868 entdeckt.
Das 320 m lange Gradierwerk in Bad Kösen wurde 1779 errichtet und ist als technisches Denkmal
erhalten. Es bildet den Abschluß einer in sich geschlossenen Einrichtung zur Soleförderung und
Gradierung. Zur Soleförderanlage gehören außerdem der Borlach-Soleschacht, das
Doppelfeldkunstgestänge und das unterschlächtige Wasserrad. Letztere sind als seltene Zeugnisse
der Technik des 18. Jahrhunderts denkmalpflegerische Raritäten. Von der Borlachquelle wird die Sole
durch Pumpen auf die Krone der 20 m hohen Anlage gehoben. Früher wurde die Sole im
Borlachschacht mittels des Kunstgestänges durch die Wasserkraft der Saale gehoben, heute führen
Unterwasserpumpen diese Arbeiten durch. Von oben tropft nun die Sole über Schwarzdorn-Zweige
herab. Das Wasser kann so verdunsten und damit steigt der Salzgehalt, die Sole wird gradiert. Früher
wurde die gradierte Sole der Saline zugeführt und dort das Wasser restlos verdampft. Es entstand
Kochsalz. Heute dient das Gradierwerk nur noch Heilzwecken. Asthmakranke finden durch Einatmen
des feinen Solenebels Linderung.
Saale zwischen Weißenfels und Bernburg
Gebietsbeschreibung
Das LSG umfaßt das Saaletal zwischen Weißenfels und der Nordgrenze des Landkreises Bernburg.
Nördlich Weißenfels schließt es das rechtssaalisch gelegene Rippachtal bis nach Hohenmölsen ein.
Die Elster-Luppe-Aue bis zum ehemaligen Braunkohlentagebau Merseburg-Ost ist ebenfalls Teil des
LSG. Dieses greift vor allem zwischen Halle-Lettin und Bernburg auf die Saalehänge und stellenweise
weit auf die angrenzenden Hochflächen über.
Das LSG repräsentiert die Landschaftseinheiten Halle-Naumburger Saaletal und Unteres Saaletal und
hat nennenswerte Anteile an den Landschaftseinheiten Querfurter Platte, Tagebauregion MerseburgOst, Hallesches Ackerland und Östliches Harzvorland.
In Weißfels passiert die Saale die weißen Sandstein-Felsen am Fuße des Schlosses NeuAugustusburg und tritt dann in die Burgwerben-Wengelsdorfer Aue ein. Diese Aue ist durch
Terrassenweinbau an den steilen Hängen des Herzogberges bei Burgwerben, das bei Dehlitz in die
Saaleaue mündende Rippachtal, Streuobstbestände zwischen Groß- und Kleinkorbetha, einen
Saalealtarm bei Goddula sowie dörflich strukturierte Orte charakterisiert. Innerhalb der
Überschwemmungsaue dominiert die Grünlandnutzung.
Das Rippachtal ist in seinem unteren Bereich etwa bis Poserna tief in die umgebende Landschaft
eingeschnitten, um anschließend in eine weite flache Niederung überzugehen. Die Talsohle ist
grundwassernah und weist zahlreiche Vernässungsflächen auf, das sind Hangquellen, Schilfflächen,
Naß- und Feuchtwiesen. Nördlich der Ortslage Poserna befand sich eine Salzquelle, die aber in den
letzten Jahren versiegt ist. Die Rippach wird von Erlen, Weiden, Eschen, Pappeln und einer dichten
Strauchschicht gesäumt. Die Hänge sind zum Teil mit frischem Eschen-Ulmen-Holunderwald sowie
mit Streuobstwiesen bestanden. Mager- und Halbtrockenrasen sind am Weinberg, am östlichen Rand
der Schanzen im Bereich der Ortschaft Dehlitz sowie an der Zörbicke (Unterwiesen) vorhanden. Die
Talsohle wird vor allem als Weide genutzt.
Nördlich von Wengelsdorf weitet sich das Saaletal auf. Während die äußeren Teile der Aue
ackerbaulich genutzt werden, bestimmen Wiesen und Weiden den Überschwemmungsbereich.
Streuobstbestände und Gehölze, Altwasserreste und Gräben gliedern die Landschaft. Bei Bad
Dürrenberg bildet der Buntsandstein einen markanten Talhang. Dessen Gehölzbestand geht auf dem
Plateau in die Anlage des Kurparkes über. Gradierwerk und Borlachturm bilden weithin sichtbare
Zeugen der historischen Salzproduktion in Bad Dürrenberg. Auch im Raum Merseburg überragt der im
mittleren Buntsandstein ausgebildete westliche Talhang die grünlandbestimmte Aue. Nördlich von
Kreypau ist ein Mittelstück des ehemals geplanten Elster-Saale-Kanals erhalten.
Die Saale-Elster-Aue südlich von Halle unterliegt noch weitgehend der natürlichen
Wasserstandsdynamik mit regelmäßigen Frühjahrs- und selteneren Herbst-/Winter-hochwassern.
Dabei treten beträchtliche Rückstaueffekte im Bereich der einmündenden Nebengewässer Weiße
Elster, Luppe und Gerwische auf.
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Die Hartholzauenwälder des Burgholzes und des Collenbeyer Holzes sowie des Hohendorfer und des
Kreypauer Holzes stellen die südlichsten Auenwaldvorkommen dieses Typs in Mitteldeutschland dar.
An Stelle der potentiell natürlichen Auenwälder sind weitgehend stabile Ersatzgesellschaften getreten,
die in ihrer großen Differenziertheit wesentlich zum Struktur- und Artenreichtum beitragen, zum
Beispiel das Schilfgebiet Döllnitz, Gebüsche, alte Tonstiche und Grünland.
Die weitgespannte Hallesche Saaleniederung wird auch durch artenarme Grünlandflächen bestimmt,
die vorwiegend als Standweide genutzt werden. Zum Teil wurden die Auenflächen melioriert und
unterliegen einer intensiven Ackernutzung.
Neben Feuchtbiotopen im Bereich ehemaliger Saalearme stellen die Auenwaldreste der Abtei, bei
Benkendorf, der Rabeninsel und der Peißnitzinsel die wesentlichen Restbestände naturnaher
Vegetation dar. In ehemaligen Lehm- und Tongruben haben sich wertvolle Feuchtbiotope mit
Bedeutung als Lebensraum für Amphibien entwickelt. Entwässerungsgräben stellen wichtige
Refugialstandorte für ehemals weit verbreitete Arten der Auenwiesen dar.
Der Naturraum gehört zum Überschwemmungsgebiet der Saale und besitzt wichtige
Retentionsflächen südlich des Stadtgebietes von Halle. Die Siedlungen liegen zum größten Teil
außerhalb des Einflußbereiches der Überschwemmungen auf höhergelegenen Saaleterrassen.
Deiche sind lediglich im südlichen Teil bei Hohenweiden vorhanden. Der Mühlgraben zwischen
Hohenweiden und Holleben stellt ebenso wie die noch erhaltenen Mühlengehöfte ein Relikt
historischer Nutzung dar. Die Siedlungen weisen in ihren Kernen noch typisch dörfliche Bausubstanz
und historische Ortsgrundrisse auf. Die Randbereiche werden durch Einzelhaussiedlungen
unterschiedlicher Perioden und durch Gewerbegebiete geprägt. Die Siedlungsränder haben zur Aue
hin gut ausgebildete Randstrukturen.
Die Saale zeigt in ihrem südlichen Abschnitt noch eine natürliche Dynamik mit Seitenerosion im
Prallhang- und Akkumulation im Gleithangbereich. Zwischen Planena und Röpzig wurden Mäander
durchstochen und Begradigungen vorgenommen. Der abgetrennte Mäander wird nur während
Hochwasserperioden von der Stromsaale durchflossen.
Im südlichen Abschnitt der Aue werden alte Ausschachtungen, die 1930 zur Anlage des geplanten
Elster-Saale-Kanals vorgenommen wurden, als Regattastrecke sowie als Badegelegenheit genutzt.
Die Saalehänge im Bereich des anstehenden Porphyrs stellen ein landschaftlich reizvolles Gebiet dar.
Das stark gegliederte Relief umfaßt Steilhangbereiche und felsige Abschnitte, die zum Teil durch
Steinbruchtätigkeit entstanden sind, sowie eine kleinkuppige Hügellandschaft mit markanten Tälchen,
die durch einen kleinräumigen Nutzungswechsel und einen hohen Anteil extensiver Nutzungsformen
wie Triften mit Halbtrockenrasen, Gehölze, Ödland mit Staudenfluren, Sukzessionsflächen und
Brachen gekennzeichnet sind. Neben dem Abbau von Porphyr zwischen Trotha und Brachwitz sowie
im Raum Wettin haben in der Vergangenheit der Tiefbau von Steinkohle sowie der
Kupferschieferabbau in Form von Kleinhalden nördlich von Wettin ihre Spuren hinterlassen.
Die Siedlungen weisen eine historische, teilweise überregional bedeutsame Bausubstanz auf. Roter
Porphyr als Baumaterial ist charakteristisch. Markante Bauten, wie die Burg Wettin, sind aufgrund
intensiver Sichtbeziehungen, ausgehend vom Saaletal, landschaftsbildprägend.
Die steilen westsaalischen Hangkomplexe und Hügelgruppen zwischen Pfützthal und Rumpin werden
durch zahlreiche Nebentälchen gegliedert. Hierdurch entsteht ein landschaftlich sehr
abwechslungsreiches Bild, das eine große Bedeutung für den Natur- und Landschaftsschutz und die
naturverbundene Naherholung besitzt. Die Oberhangbereiche und Sporne werden ackerbaulich
genutzt und weisen eine erhöhte Erosionsdisposition auf. Die Biotopausstattung wird durch ein
kleinräumiges Mosaik vorrangig extensiver Nutzungsformen und ungenutzter Flächen bestimmt. Einen
hohen Flächenanteil weisen Streuobstwiesen und Halbtrockenrasen auf, die jedoch durch fehlende
Nutzung eine starke Degradation erfahren haben. Naturnahe Waldzellen befinden sich im
Kloschwitzgrund und im Zörnitztal. In den Nebentälern sind mehrere Quellen und kleine
Fließgewässer mit naturnahem Lauf, aber noch mangelhafter Wasserqualität, vorhanden.
Der historische Bergbau hat auch in diesem Bereich seine Spuren hinterlassen, so durch den Abbau
von Ton südlich Zaschwitz. Bei Johannashall wurde Kalitiefbau betrieben, wovon eine markante Halde
zeugt.
Die Wettiner Saaleniederung folgt einem durch die geologische Situation vorgezeichneten
Schwächebereich zwischen der Buntsandsteinplatte im Westen und dem Halleschen Porphyrkomplex
im Osten. Zwischen Rumpin und Rothenburg ist ein enges Durchbruchstal durch den Sandstein
ausgebildet worden. Die Saaleaue stellt eine großflächig intensiv landwirtschaftlich genutzte,
strukturarme Landschaft dar. Lediglich im Abschnitt südlich Wettin nimmt die Strukturdiversität zu.
Wichtige ökologische Ausstattungselemente sind alte Saalearme und Abbauhohlformen, die als
Feuchtbiotope Bedeutung besitzen. Artenreiche Frisch- oder Feuchtwiesen sind nur rudimentär
vorhanden. Gehölze bestehen in der Regel aus Pappelanpflanzungen, stellen aber ein wichtiges
Strukturelement dar, das faunistische Bedeutung erlangt, so für die Saatkrähenkolonie bei Wettin. Im
Döblitzer Busch und bei Salzmünde sind Reste einer naturnahen Auenwaldvegetation vorhanden.
Das Landschaftsbild wird neben dem ebenen Talboden und der Saale maßgeblich durch die
angrenzenden Saalehänge bestimmt.
Das Tal des Saaledurchsbruchs bei Rothenburg ist der landschaftlich reizvollste Abschnitt dieses
Teiles des LSG. Unterschiedliche Gesteine bedingen den kleinräumigen Wechsel von Felspartien,
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Geröllfeldern und flacheren Hängen. Auf diesen extremen Standorten haben sich artenreiche
Felsfluren, Trockenrasen und Gebüschgesellschaften entwickelt. Der Zickeritzer Busch ist ein
naturnaher Hangrestwald.
Die Trebnitzer Saaleaue ist von Altwassern, Altarmen, Auenwaldresten und den angrenzenden
Saalehängen geprägt. Zwischen Friedeburg und Belleben reicht das LSG bis auf die Hochfläche. Es
schließt einen durch kurze Kerbtälchen gegliederten Hangkomplex ein. Kleinhalden im Bereich von
Strenznaundorf sind Zeugen des historischen Kupferschieferabbaus im Naundorfer Revier, einem
isolierten, lokalen Abbaugebiet nördlich der Halle-Hettstedter Gebirgsbrücke, das zu den
Mansfeldischen Kupferschieferrevieren zählt.
Die Kuhfurt westlich Beesenlaublingen und östlich von Beesedau und Kustrena stellt das Überbleibsel
des Hauptarmes der Saale dar. Als Altarm ist sie seit 1247 bekannt, die Strenge bei Aderstedt seit
1419.
Die Plötzkauer Saaleaue ist eine relativ breite Flußaue, teilweise bis zirka 3 km weit. Sie ist tischeben.
Der Saaleverlauf unterlag zahlreichen natürlichen und anthropogen bedingten Wandlungen. Bereits
1422 wurde die Alte Saale bei Plötzkau urkundlich erwähnt. Im Ergebnis der jüngsten
Saalebegradigungen von 1932-33 bei Plötzkau-Lesewitz und von 1958 bei Plötzkau-Zinkenbusch
entstand eine Reihe von Altwassern.
Die flächig umfangreichsten Reste des ursprünglichen Auenwaldes befinden sich östlich und
nordöstlich von Plötzkau.
Die Vielfalt des Landschaftsbildes nördlich von Plötzkau ist durch relativ kleinräumige Strukturen von
Auenwaldbeständen, den Wechsel von Wiesen- und Ackerflächen und das Vorhandensein von
linearen Vegetationsstrukturen wie zum Beispiel Waldrändern als sehr hoch einzustufen. Südlich
Plötzkau, im Umfeld der Ortslagen Großwirschleben, Kustrena und Beesedau, prägen vereinzelte
Baumreihen, Baumgruppen und verinselte Waldflächen das Landschaftsbild. Die Ackerflächen
dominieren und lassen zum Teil die Saale optisch verschwinden.
In der Bernburger Saaleaue verengt sich das Flußtal auf 500 bis 700 m Breite. Zwischen Gröna und
Bernburg wird die Saale von Resten der ehemaligen Hartholzaue, Kleingärten und Sportflächen
umsäumt. Sie weist durch die Saalehänge bei Aderstedt, Waldkanten und einen relativ kleinräumigen
Wechsel verschiedener Biotopstrukturen ein vielgestaltiges Landschaftsbild auf.
Die breite Flußniederung südlich der Stadt Nienburg wird von einigen Altwassern durchzogen. Nur
wenige Reste der Auenvegetation gliedern die Landschaft. Große ausgeräumte Ackerschläge
dominieren. Der Industrieraum Bernburg bestimmt die Silhouette in Richtung Süden.
Landschaftsbildprägend sind weiterhin Werksbrücken vom Kalksteinbruch zur Sodafabrik.
Die Saaleaue zwischen Nienburg und Wedlitz/Wispitz wird vom Auenwaldrest der „Sprohne“ sowie
zwei Altarmen bei Nienburg und Wispitz geprägt. Kleinere Altwasser, aufgelassene Tonausstiche und
ein nahezu zusammenhängendes Grünlandgebiet westlich der Ortschaften Wedlitz und Wispitz, in
das kleinere Waldflächen eingelagert sind, strukturieren diesen Teil des LSG.
Landschafts- und Nutzungsgeschichte
Funde an Geisel, Elster und Luppe lassen darauf schließen, daß auch das Saaletal zwischen
Weißenfels und Halle während der Altsteinzeit vor mehr als 200 000 Jahren von Jäger- und SammlerGemeinschaften durchstreift wurde. Von Bedeutung ist ein 10 000 Jahre altes Grab der mittleren
Steinzeit bei Bad Dürrenberg. Es diente der Bestattung eines Schamanen, der als Mittler zwischen
Lebenden und Toten wie auch zwischen Menschen und Höheren Wesen für den Erfolg der Jagd, aber
auch für das Wohlergehen der Gemeinschaft verantwortlich war.
Als die ältesten Ackerbauern traten auch hier die Linienbandkeramiker in Erscheinung, die die
Terrassenränder entlang der Saale besetzten und an den Bächen entlang auf die Hochflächen
vordrangen. Eine Siedlung der Linienbandkeramikkultur befand sich südlich der Einmündung der
Rippach in die Saale bei Lösau. Dort sind auch die 45 m langen Großhäuser dieser Kultur bezeugt,
wobei sich hier im Fundgut wie im Hausbau Kontinuität bis in die Stichbandkeramik vollzieht. Die
Trichterbecherkultur ist mit einer Befestigung bezeugt, und die Schnurkeramiker nutzten die
Fundstätte als Bestattungsplatz. Der Schnurkeramikkultur gehört eine steinerne Grabkammer bei
Göhlitzsch an, deren Seitenwände Darstellungen zeigen, darunter Waffen wie Bogen und Pfeile, die in
einem Köcher stecken, und eine Axt.
Namengebend für eine Kultur der frühen Jungsteinzeit wurde ein Gräberfeld bei Rössen, das neben
Bestattungen dieser auch solche der Gaterslebener Kultur umfaßte, aber auch noch in jüngeren
Perioden als Begräbnisplatz diente.
Während der jüngeren Bronzezeit wurde die Terrassenkante der Saale von Grabhügeln gesäumt. Die
Siedlungen befanden sich nicht selten in den heute hochwassergefährdeten Niederungen, was mit
dem warmtrockenen Klima zu dieser Zeit erklärt werden kann. Eine Befestigung bestand während der
jüngeren Bronzezeit auf der Altenburg von Merseburg. Die Bedeutung dieser Burg beleuchtet eine
Vielzahl an Hortfunden, die nicht weit von der Altenburg bei Kötzschen (2), Kreypau-Trebnitz (2),
Schkopau und Spergau zum Vorschein kamen. Während der Spätbronze- und Früheisenzeit bestand
zudem bei Lösau eine Befestigung, zu der im Umfeld Grabanlagen, Altwege und Felderparzellen
gehörten, die damit eine vielfältige Kulturlandschaft dieser Zeit belegen.
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Lausitzer, Thüringische und Jastorf-Kultur folgten von der jüngeren Bronze- bis in die Eisenzeit
aufeinander. Im letzten Jahrhundert v.Chr. siedelten sich im Saaletal Germanen an, die bei Schkopau
an der Stelle eines Suevenhoek genannten Grabhügels, dessen Name sich von dem
elbegermanischen Stamm der Sueben ableitet, einen bedeutenden Bestattungsplatz errichteten. Die
Gräber zeugen von Handelskontakten mit Italien, wobei die Importe über die süddeutschen Kelten
nach Norden verhandelt wurden. Die Funde deuten darauf hin, daß die ortsansässige keltisch
beeinflußte Bevölkerung zusammen mit den germanischen Zuwanderern siedelte und in diesen
aufging. Während der jüngeren römischen Kaiserzeit entwickelte sich Leuna zu einem politischen und
wirtschaftlichen Mittelpunkt. Aus dieser Zeit stammt ein mit wertvollen Grabbeigaben ausgestattetes
Grab, dessen Zusammensetzung die Vermutung aufkommen läßt, daß der Fürst als Führer einer
Gefolgschaft im Dienst der Könige des Gallischen Sonderreiches kämpfte.
Nach der Eingliederung der Thüringer in das Frankenreich 531 und infolge der Ansiedlung von Slawen
auf der Ostseite der Saale wurde der Fluß Staatsgrenze. Diese wurde aber schon im 7. und 8.
Jahrhundert von Slawen überschritten, die an den der Saale zufließenden Flüssen entlang nach
Westen vordrangen. Sie verloren in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts dort ihre Autonomie, die
Saale wurde als Grenze restauriert und mit Burgen befestigt, deren Kette von Halle über Merseburg
bis nach Burgwerben reichte. Ein Glied in dieser Kette bildete die Suuemeburg, die über Luftbilder bei
Wengelsdorf entdeckt wurde. Auf der Gegenseite wurden von den Slawen Burgen bei Meuschau, Bad
Dürrenberg, Lösau und Weißenfels errichtet. Nach Übernahme der Burg von Lösau durch die
Deutschen wurde im Zuge des Ausbaus zum Burgward Treben innerhalb der Umwallung eine Kirche
errichtet, zu der ein slawischer Friedhof gehörte, auf dem Grabsteine zum Vorschein kamen.
Unter Heinrich I. begann dann in größerem Umfang die Eroberung der slawisch besiedelten Gebiete
östlich der Saale. In Merseburg errichtete er eine Königspfalz (919). Durch Organisation einer
Verfassung, die sich an die slawische Landesgliederung anlehnt, werden die eroberten Gebiete über
Jahrhunderte hinaus wirksam gesichert. Dazu trug auch die 968 erfolgte Gründung der Bistümer
Merseburg, Meißen und Zeitz bei. Ob sich zu diesem Zeitpunkt schon eine Burganlage auf dem
weißen Sandsteinfelsen befand, der heute das Weißenfelser Schloß trägt, ist nicht erwiesen. Es wird
jedoch eine aus Holz gebaute, ursprünglich auf einer slawischen Gründung beruhende Burganlage an
dieser Stelle angenommen.
Gegenüber der Besiedlung des Saaletales von Saaleck bis Halle ist jene des Abschnitts von Halle bis
Bernburg weniger dicht und kontinuierlich. Dennoch zeichnet sich an einigen Stellen für gewisse
Perioden eine umfangreiche Siedeltätigkeit ab. Hierzu zählen für die Jungsteinzeit die Umgebung von
Bernburg und für die Bronzezeit das linke Hochufer der Saale zwischen Salzmünde und Kloschwitz
sowie das Gebiet östlich von Beesedau. An beiden Ufern wurden zu allen Zeiten Befestigungen
errichtet, die, wo möglich, die Ränder und Erosionsrinnen in ihr Verteidigungssystem mit eingebunden
haben. Die Kette umfaßt 34 nachgewiesene vorgeschichtliche Befestigungen, wobei jede der an die
Saale grenzenden Gemarkungen mindestens ein Erdwerk erbracht hat. Nicht minder häufig waren die
Hochterrassen mit Grabhügeln besetzt, die bereits während der Jungsteinzeit (Baalberger,
Bernburger, Schnurkeramikkultur) errichtet und auch von den bronze- und eisenzeitlichen Kulturen als
Bestattungsplatz genutzt wurden und sich noch auf den landwirtschaftlich nicht oder kaum genutzten
Kuppen erhalten haben. Die ältesten Spuren gehen in die Altsteinzeit zurück, als sich vor 250 000
Jahren Gruppen von Jägern und Sammlern an der Saale aufhielten und, wie etwa bei Besedau,
Mammuten und Edelhirschen auflauerten.
Die ältesten Ackerbauern der Bandkeramik lassen sich an der unteren Saale weniger häufig
nachweisen als an der mittleren. Bei Aderstedt hatten sie an der Wipper nahe der Mündung in die
Saale eine befestigte Siedlung errichtet. Der Trichterbecherkultur ist eine Befestigung mit Grabanlage
bei Gnölbzig zuzuweisen.
Östlich von Bernburg läßt sich für die Trichterbecherkultur eine regelrechte Steinzeitlandschaft
rekonstruieren, die sich bis Köthen im Osten und Baalberge im Süden ausdehnte und an der das LSG
mit den Orten Grimschleben und Latdorf Anteil hat. Die drei Grabhügel Heringsberg, Bierberg
(Grimschleben) und Steinerne Hütte (Latdorf) stellen mit jenen aus Schortewitz die südlichsten
erhaltenen Großsteingräber Deutschlands dar, mit denen die Ackerbauern der Bernburger Kultur ihren
verstorbenen Sippenmitgliedern steinerne Mausoleen errichtet haben. Weitere Großsteingräber
befanden sich einst bei Roschwitz und Gröna. Zwei Grabhügel bei Latdorf sowie ein weiterer bei
Gröna waren mit Menhiren bekrönt, die der Ahnenverehrung und Fruchtbarkeitskulten dienten. Die
Bevölkerung lebte in befestigten Siedlungen bei Gröna, Bernburg, Poley, Altenburg und vermutlich
auch bei Grimschleben. Von der Bernburger Kultur wurde nördlich von Halle bei Morl am rechten Ufer
der Saale eine Befestigung errichtet, aus deren unmittelbarem Umfeld ebenfalls Grabhügel und Stelen
bekannt sind. Die Befestigung lag an einer alten Handelsstraße, der Salzstraße, die von Trotha nach
Wettin zog und dabei an Gimritz vorbeiführte, wo einer der seltenen Steingerätehortfunde der frühen
Jungsteinzeit festgestellt wurde.
Die Beutung der jungsteinzeitlichen Befestigung von Salzmünde, die der mittleren Stufe der
Trichterbecherkultur den Namen gab, könnte in kultischen und rituellen Praktiken zu suchen sein, da
innerhalb der 25 ha umfassenden Umwehrung, aber auch in den Gräben selbst, häufig Bestattungen
vorgenommen wurden.
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Während der Bronzezeit entfaltete das zuvor kaum besiedelte Gebiet nördlich von Salzmünde bis in
die Höhe von Kloschwitz eine Blüte. Hier entstand eine Kulturlandschaft mit befestigten Siedlungen
und Grabhügelfeldern, die in ein Netz von Wegen und Feldern eingebunden waren. Den
Siedlungsfunden nach wurden Spelz, Einkorn, Emmer, Rispenhirse, Pferdebohne, Lein und allen
voran Gerste angebaut. Die wirtschaftliche Bedeutung des Raumes belegen Bronzehorte von
Fienstedt und Beesenstedt. Die Gegend gehörte während der Bronzezeit zur Helmsdorfer Gruppe.
Eine weitere Siedlungskammer befand sich bei Beesedau. Bronzezeitliche Befestigungen lagen
zudem bei Alsleben und bei Grimschleben, wo Bronzehortfunde zum Vorschein kamen, die die
Befestigungen zum Zentralort erheben. Grimschleben gehörte damals zur Saalemündungsgruppe.
Im Umfeld der bronzezeitlichen befestigten Siedlungen fanden sich auch jene der Eisenzeit. Auf die
früheisenzeitliche Hausurnenkultur folgte in der jüngeren Eisenzeit die Jastorf-Kultur. Am Ende des 2.
Jahrhunderts v.Chr. traten dann ostgermanische Siedler auf. Insgesamt läßt sich die Besiedlung aber
nur punktuell fassen.
Während der römischen Kaiserzeit siedelten an der Saale Elbegermanen (Hermunduren). Im 5. und
frühen 6. Jahrhundert gehörte das Gebiet an der mittleren und unteren Saale zum Königreich der
Thüringer, das 531 von den Franken zerschlagen wurde. Die Saale bildete die Ostgrenze des
Reiches, die es zunächst (561, 566/67) gegen die Awaren, später gegen die Slawen, die sich im 7.
Jahrhundert östlich der Saale ansiedelten, zu verteidigen galt. Diese hatten bei Grimschleben im Gau
Serimunt, bei Rothenburg, Wettin und Brachwitz im Gau Nudzici mächtige Burganlagen errichtet. Auf
dem gegenüberliegenden Ufer befand sich bei Waldau eine Befestigung, die seit 806 den
Ausgangspunkt mehrerer Kriegszüge bildete. Weitere fränkische Burgen befanden sich in Aderstedt,
Plötzkau, Alsleben, Friedeburg, Kloschwitz, Salzmünde und Lettin. Als in der ersten Hälfte des 10.
Jahrhunderts die Gebiete östlich der Saale dem Reich eingegliedert wurden, entstanden an der Stelle
der slawischen deutsche Burgen.
Im Zentrum des LSG liegt die Stadt Halle, deren Territorium aufgrund seiner siedlungs- und
verkehrsgünstigen Lage, aber vor allem wegen der rechts der Saale zwischen Hallmarkt und
Wittekindtal zutage tretenden Solquellen, zu allen Zeiten dicht besiedelt war. Darin liegt der Grund
dafür, daß sich auf engem Raum unterschiedliche Kulturen niedergelassen haben. Bereits seit dem
Beginn der Jungsteinzeit war das rechte Ufer der Saale in allen Ortsteilen kontinuierlich besiedelt.
Nach Ausweis von Briquetagen aus der befestigten Höhensiedlung in der Dölauer Heide wurde seit
der Trichterbecherkultur aus Sole Salz gewonnen, auch wenn sich im Gebiet der Stadt Halle die
Salzsiederei erst seit der frühen Bronzezeit nachweisen läßt.
Die ältesten Spuren des Menschen gehen bis in die mittlere und jüngere Altsteinzeit zurück und
stammen aus Kröllwitz und vom Galgenberg. Von den Höhen aus konnte der altsteinzeitliche Jäger
das sich in den Saaleauen einfindende Wild beobachten.
Besonders im nördlichen Bereich Halles, wo die Porphyrrücken und -kegel dicht an die Saale
herantreten, war die Besiedlung dicht und riß nie ab. Dies trifft besonders für die Spätbronze- und
Früheisenzeit zu, wo in diesem Gebiet zahlreiche Siedlungen lagen, deren Bewohner die Sole zu Salz
gesotten haben. Der auf den Handel mit Salz gegründete Wohlstand erhielt während der frühen
Eisenzeit seinen sichtbaren Ausdruck in reich ausgestatteten Frauengräbern, die sich der
Thüringischen Kultur zuordnen lassen. Auch der Anteil bemerkenswerter keltischer Schmuckstücke
des 5. und 4.Jahrhunderts v.Chr. hängt in erster Linie mit der Bedeutung Halles als Marktort
zusammen, da Halle zu dieser Zeit im Einflußbereich der germanischen Jastorf-Kultur liegt. Die
Quellen nennen im Zusammenhang mit den Ereignissen des Jahres 806 auch den Ortsnamen Halle.
Die Grenzfeste lag ”... in orientalem partem Sala, ad locum, qui vocatur Halla”, am östlichen Ufer der
Saale, bei dem Ort, welcher Halle heißt. Zweifellos diente das befestigte Kastell als Stützpunkt in den
Kämpfen des fränkischen Heeres gegen die Slawen und schützte zugleich die überaus wichtigen
Solequellen in diesem Siedlungsbereich.
Unter Heinrich I. wurde die Burg Giebichenstein erbaut. Die Reichsburg erlangte eine Vorrangstellung
im großräumigen Siedlungsgebiet längs der Saale, bezog auch die südliche Siedlung „Halla“ in ihren
Gemeinbereich ein, so daß das Verschwinden des Namens Halle in den Quellen jener Epoche
verständlich erscheint und Giebichenstein an dessen Stelle tritt.
Die Mark Giebichenstein mit ihrer Burg und Siedlung sowie das eigentliche Halle mit seiner
Salzbereitungsstätte, südlich davon gelegen, sind jedenfalls als ein Ganzes zu betrachten, als im
Jahre 961 ein für die mittelalterliche Geschichte Halles folgenreiches Ereignis eintrat. Am 29. Juli
vollzog König Otto I. zu Ohrdruf eine Urkunde, in der er dem Kloster St. Moritz in Magdeburg „den
ganzen Gau Neletice mit allen seinen Nutzungen, den Burgort Giebichenstein mit seinen Salzquellen
sowie andere Burgorte mit allen ihrem Zubehör, salzigen und süßen Gewässern, bebauten und
nichtbebauten Fluren, deutschen und slawischen Hörigen...” übereignete. Ziel dieser Schenkung war,
den deutschen Feudalstaat an seiner Ostgrenze weiter auszubauen und die Christianisierung im
Saale-Elbe-Raum durchzusetzen. Das Jahr 961 gilt als erste urkundliche Erwähnung und damit
Gründung Halles. Gegen viel Widerstand erreichte Otto I. schließlich im Jahre 968 die Anerkennung
seines Planes, ein Erzbistum mit dem Sitz in Magdeburg zu gründen, dem nun die reichen
Schenkungen zugute kamen.
Zur Zeit der deutschen Ostexpansion gegen die Elbeslawen (10.-13. Jahrhundert) lag ebenso das
Saalegebiet um Bernburg an der Nahtstelle zwischen Altsiedelland und den eroberten und
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kolonisierten Gebieten. Im Jahre 975 wurde der Missionsstützpunkt aus dem Harz nach Nienburg
vorverlegt; damit wurde das Gebiet zu einer strategischen Aufmarschbasis für die Eroberung und
Besetzung des Sorbenlandes. Im 10. und 11. Jahrhundert gehörte das Bernburger Saalegebiet zu
folgenden Gauen: Westsaalisch reichte der nördlich der Bode gelegene Nordthüringgau mit Nienburg
herein, ihm schloß sich südwärts bis zur Schlenze bei Friedeburg der Schwabengau an. Östlich
schlossen sich an die Saale die Gaue Serimunt nördlich und Nudzizi südlich der Fuhne an. Mitte des
10. Jahrhunderts wurden zahlreiche Burgwarde errichtet, von denen aus das Land militärisch
kontrolliert und tributpflichtig gemacht wurde.
Südlich Bernburgs hatten sich die Grafschaften Alsleben (bis 1126) und Plötzkau (bis 1147) gebildet.
Bernburg selbst war seit dem 10. Jahrhundert Sitz der Markgrafen Gero und Christian. Die Burg
Bernburg, 961 erstmalig urkundlich erwähnt, gehörte einem sich zwischen Magdeburg und Halle
erstreckenden fränkischen Verteidigungssystem an. Trebnitz, Laublingen und Rothenburg waren
benachbarte Burgen im 10. Jahrhundert.
Im Laufe der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts verschoben sich im heutigen Halle die
wirtschaftlichen Funktionen. Das Markt-, Münz-, Zoll- und Bannprivileg verlagerte sich von
Giebichenstein nach dem Ort, der bei der Saline aufzublühen begann. Die Ursache dafür, daß sich
Halle zur Stadtgemeinde entwickelte, waren die Solequellen, deren mächtige Ergiebigkeit das
Entstehen eines mittelalterlichen Großbetriebes begünstigte. Hier ließen sich gleichfalls die
wichtigsten Beamten der Magdeburger Erzbischöfe nieder wie der Burggraf, der Salzgraf, gleichzeitig
Münzmeister, sowie der Schultheiß und übten ihre Funktionen als Vertreter des geistlichen Oberhirten
aus. Der bedeutende Burggraf Wiprecht von Groitzsch († 1124) setzte im ersten Viertel des 12.
Jahrhunderts schließlich den Plan einer großartigen Stadterweiterung durch. Mit Hilfe der halleschen
Bürgerschaft entstand zum Schutze der Stadt ein Mauerring, der den Siedlungsraum Halles um das
fünffache vergrößerte und dessen städtebaulicher Mittelpunkt der neue große Marktplatz wurde. An
den besonders gefährdeten Stellen erhielt er einen dreifachen Mauerring und besaß annähernd 40
Wehrtürme und Schalen (Mauern).
Schon 1128 berichten die Chroniken vom lebhaften Handel und beträchtlichen Warenumschlag auf
dem Markt in Halle. Eine weitere ökonomische Stärkung erreichten die halleschen Bürger schließlich
durch Belehnung mit Soleausläufen und Siedehütten der Saline, die bis dahin ein ausschließlich
zentral vom erzbischöflichen Grundherren betriebenes Werk waren.
Um 1185 begannen die Menschen, Weißenfels als städtische Siedlung unterhalb der namengebenden
Burg beziehungsweise befestigten Höhensiedlung planmäßig anzulegen. Im Schutz der Burg, am
Flußübergang der Ober- beziehungsweise Osterländischen Salzstraße von Halle über Großkayna,
Zeitz nach Böhmen hatte die junge städtische Siedlung günstige Standortbedingungen.
Bernburg schließlich wurde als Siedlung urkundlich erstmalig 1130 erwähnt und wuchs wie die
anderen beiden großen Städte aus mehreren Siedlungskernen zusammen. Das Stadtrecht erhielt der
Ort 1278.
Mit dem inneren Landausbau im 12. und 13. Jahrhundert setzte ein neuer siedlungsgeschichtlicher
Abschnitt ein. Zahlreiche Dörfer wurden gegründet, Brachland kultiviert, weiterer Wald gerodet und
hochwassergefährdete sowie sumpfige Niederungsbereiche für die landwirtschaftliche Nutzung urbar
gemacht. Im 14. und 15. Jahrhundert trat ein umfangreicher Wüstungsprozeß ein, unter anderem
infolge von Wassermangel und Bränden, mit dem Stagnationserscheinungen in der Landwirtschaft
einhergingen.
Etwa um 1500 war der Höhepunkt des Weinbaus. Fast jedes Dorf hatte seine Weinberge. Weißenfels
zum Beispiel war damals mit einem Kranz von Rebenhügeln umgeben; es gab 66 Weinberge auf
einer Fläche von insgesamt 100 bis 150 Hektar.
In Halle wurde im Mai 1484 am nordwestlichen Rand der Stadt der Grundstein für die Zwingfeste St.
Moritz als Residenz der Erzbischöfe gelegt. Nach genau 19 Jahren Bauzeit konnten im Frühjahr 1503
die ersten Räume bezogen werden. Von hier aus beherrschte Erzbischof Ernst unnachsichtig die
Stadt bis 1513.
Die Stadt Weißenfels war von 1548-1553 sächsischer Fürstensitz und von 1680-1746 Residenz des
Herzogtums Sachsen-Weißenfels. Aus dieser Zeit stammt auch die frühbarocke Dreiflügelanlage des
Weißenfelser Schlosses Neu-Augustusburg. Die Stadt Weißenfels hatte 1648 etwa 1 300 Einwohner
und 194 steuerpflichtige Häuser.
Bis in das 18./19. Jahrhundert hinein zählten neben dem hauptsächlich betriebenen Ackerbau auf den
fruchtbaren Lößstandorten der Obstbau, die Viehzucht sowie stellenweise die Saalefischerei und das
Mühlengewerbe zu den Erwerbsquellen der Bevölkerung.
Die Entwicklung der Landwirtschaft seit Mitte des 19. Jahrhunderts und insbesondere der Übergang
zur industriemäßigen Produktion ab 1960 bewirkten die wohl einschneidendsten Veränderungen für
die Tier- und Pflanzenwelt seit dem Mittelalter. Der verstärkte Einsatz von Stickstoff-, Kali- und
Phosphordüngern in der Landwirtschaft wandelte die artenreichen und teilweise buntblühenden
Kohldistel-Glatthafer-Wiesen des Saaletales in artenarmes, vorwiegend aus Deutschem Weidelgras
bestehendes Weidegrünland um.
Durch die bevorzugte landwirtschaftliche Nutzung der fruchtbaren Auenstandorte wurden selbst in den
Überschwemmungsbereichen die seit Jahrhunderten bestehenden Auenwälder auf wenige
Restbestände zurückgedrängt. Wie eine Untersuchung für das Stadtgebiet Halle zeigte, unterlagen
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auch die heute als naturnah eingestuften Hartholzauenwälder einer nicht unbeträchtlichen Nutzung.
So trug die Nordspitze der Peißnitzinsel um 1725 einen flächenmäßig kleineren Auenwald als heute.
Seine Struktur schien gegenüber anderen Auenwäldern aufgelockerter zu sein. Der Sandanger trug in
seinem westlichen Teil entlang des heute aufgefüllten Saalearms ebenfalls einen Auenwaldsaum.
Auch der Ratswerder, eine große Fläche südlich des Gutes Passendorf, sowie weite Bereiche südlich
der Pulverweiden waren auch von zum Teil naturnahen Auenwaldkomplexen bestockt. Auf der
Grundlage dieser sicheren Nachweise bleibt zu vermuten, daß auch die anderen heute noch
waldbedeckten Werder und Inseln waldbestanden waren.
Gut 125 Jahre später waren einschneidende Veränderungen sichtbar. Großflächig sind Auenwälder
noch in der Elster-Saale-Aue anzutreffen. Der zusammenhängende Auenwald war also schon im Jahr
1851 nicht mehr vorhanden. Dafür waren eine ganze Reihe von kleinflächigen und nur wenige
größere Auenwaldflächen in der Saale- und Elster-Saale-Aue vorhanden. Unter diesen "Resten"
befinden sich alle heute noch existierenden Waldflächen. Das Alter der Stiel-Eichen liegt zwischen
150 und 300, teilweise sogar 400 Jahren. Damit sind die meisten alten Stiel-Eichen vor dem ersten
Zeitschnitt (um 1725) schon in den heutigen Auenwäldern vorhanden gewesen.
Geologische Entstehung, Boden, Hydrographie, Klima
Im Süden hat sich das Saaletal in die Mersebuger Buntsandsteinpatte eingetieft. Nördlich Weißenfels
treten die Talhänge bereits weit auseinander. Die Höhenunterschiede zwischen Talaue und
umgebender Hochfläche haben sich auf 20-30 m vermindert. Bedingt durch das geringe Talgefälle
mäandrierte die Saale bis zu ihrer Laufbettbefestigung frei in der Aue. Unterhalb der Unstrutmündung
setzt auch der Talabschnitt mit starken Hochwasserereignissen ein, und die schluffigen
Hochwassersedimente bedecken bis zu einer Mächtigkeit von zwei Metern die Aue.
Die Talauenlandschaft von Bad Dürrenberg zeichnet sich durch die weit zurücktretenden und
abgeflachten Talhänge aus. Mehr und mehr geht die Aue unmerklich in die durch elster- und
saalekaltzeitliche Grundmoränen und von Lößablagerungen bedeckten Hochflächen der Umgebung
über. Die Buntsandsteinformation gelangt, abgesehen von lokalen Durchragungen bei Bad
Dürrenberg und Merseburg, erst wieder im Süden der Stadt Halle in Oberflächennähe. In dieser, auch
durch Zechsteinsalzablaugung abgesenkten Niederung münden in einem breiten Trichter die Luppe
und die Weiße Elster in die Saale.
In der Stadt Halle tritt das Saaletal in den Bereich der paläozoischen Gesteine und der Gesteine des
Übergangsstockwerks ein. Es sind die Reste des alten variszischen Gebirges, die hier als HalleHettstedter Gebirgsbrücke an die Oberfläche gelangen. In diesem Bereich hat sich die Saale tief
eingeschnitten und folgt im wesentlichen vorhandenen, tektonisch vorgezeichneten Linien.
Die Eintiefung des heutigen Saalelaufs ist das Ergebnis relativ junger Prozesse. Die Vorläufer der
Saale nahmen für ihren Lauf von Süden her vor der Elsterkaltzeit einen weiter westlich gelegenen
Weg über Weißenfels in Richtung Dessau. Dieser wurde dann aber vom elsterkaltzeitlichen
Inlandeisvorstoß verlegt, so daß sich die Saale einen neuen Lauf suchen mußte, der über Ammendorf
und Büschdorf östlich der Stadt Halle nach Norden führte. Mit dem saalekaltzeitlichen Eisvorstoß
wurde dem Fluß der Weg wiederum versperrt. So tiefte er sich nun gemeinsam mit den
Schmelzwassern des Gletschers in den Porphyrriegel bei Halle ein und floß dann im Bett der Salzke
weiter. Im Gebiet des Porphyrriegels ist die Flußbreite auf nur 80-100 m verengt.
Das Saaletal gestattet vorzügliche Einblicke in die Zusammensetzung und Lagerung von Gesteinen
aus den letzten 300 Millionen Jahren der Erdgeschichte.
Die ältesten aufgeschlossenen Gesteine entstanden im Karbon aus dem Schutt des zerfallenden
variszischen Gebirges. Damals lag unser Gebiet am Äquator, so daß zunächst die chemische
Verwitterung überwog. In die roten Tone sind Bänke aus chemisch stabilen Quarzit- und
Kieselschiefergeröllen eingelagert, die von der nordwestlich gelegenen Oberharzschwelle stammen
und fossile kalkige Bodenbildungen mit Wurzelresten, sogenannten Kalkknauern, überlagern. Diese
Art Aufschlüsse finden sich unter anderem östlich der Fähre Brucke-Rothenburg. Von Süden kamen
dagegen verwilderte Ströme mit zerfallenem Granit- und Gneisgrus, aus dem sich die Kaolin- und
Glimmersandsteine bildeten, die in großen Mächtigkeiten das Saaletal zwischen Dobis
beziehungsweise Friedeburg im Süden und der Georgsburg bei Könnern bzw. Nelben im Norden
begleiten und schwarzes Kieselholz enthalten. Zum Ende des Karbon entstanden Steinkohlen, die vor
allem bei Wettin abgebaut wurden, aber auch an den Saalehängen bis zu Reichardts Garten in Halle
zu Bergbauversuchen geführt haben, auf deren Haldenmaterial Abdrücke von Farnen und
Schachtelhalmen gefunden werden.
Im Unterrotliegenden entstanden die Gesteine, die heute das rechte Saaleufer zwischen Dobis und
Halle begleiten und im Stadtgebiet von Halle auch auf das linke Ufer übergreifen. Das
Basiskonglomerat steht auf Wegen zwischen der Saale und dem Wettiner Schachtberg gelegentlich
an, Tuffe finden sich auf den Äckern westlich der Straße Wettin-Neutz. Der Untere (großkristalline)
Halle-Porphyr aus dem Stadtgebiet von Halle und in den „Brachwitzer Alpen“ besitzt große hellrote
Orthoklas-Einsprenglinge, neben denen die Einsprenglinge von Plagioklas und Quarz zurücktreten;
die Grundmasse zwischen den Einsprenglingen ist mikrogranitisch.
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Der Obere (kleinkristalline) Porphyr hat kleinere Einsprenglinge und die Grundmasse ist feinkörniger.
Er wird im Stadtgebiet von Halle an den Klausbergen und an den Kröllwitzer Felsen von der Saale
durchschnitten. Er reicht rechtssaalisch von Döblitz bis zum Schweizerling nördlich von Wettin.
Im Oberrotliegenden verursachte der nördliche Wüstengürtel eine starke physikalische Verwitterung.
Vor allem die Halleschen Porphyre wurden abgetragen und die Konglomerate bilden heute die Felsen
der Sieben-Brüder-Höhle, des Rive-Ufers und des Giebichensteins sowie kleinere Aufschlüsse
zwischen Brachwitz und Dobis sowie bei Könnern.
Im Zechstein erreichte das Meer die Saale. In den schwarzen Tonen eines stehenden Gewässers
wurden die Schwermetalle wie Kupfer durch Schwefelwasserstoff ausgeschieden. Auf dem
Haldenmaterial der Kupferschiefer-Versuchsschächte zwischen Wettin und Dobis finden sich
Fischabdrücke. Die den Kupferschiefer umgebenden Schichten sind besonders gut an der
Pögritzmühle Wettin, an der „Weißen Wand“ in Dobis und an der Georgsburg bei Könnern
aufgeschlossen. Jüngere Gesteine des Zechsteins sind vor allem Salze eines immer wieder
austrocknenden Binnensees, die wegen ihrer Löslichkeit an der Erdoberfläche nicht vorkommen,
jedoch zum Teil die heutigen Täler verursachten.
Die Saale erreicht nördlich der Grenze der Halle-Hettstedter Gebirgsbrücke bei Gnölbzig-Könnern den
wiederum vom Buntsandstein bestimmten Teil des nordöstlichen Harzvorlandes. Dieser
Saaletalabschnitt gehört geologisch zur nordwestlichen Fortsetzung der Edderitzer Mulde. An ihrem
Rand kommt der Zechstein mit seinen mächtigen Salzlagerstätten in Oberflächennähe. Die Ablaugung
der Salze führte zur Absenkung der Oberfläche auch im Talbereich. Dadurch öffnet sich das
steilhängige Tal zu einer sehr breiten Aue, die einem ehemals frei mäandrierenden Fluß Raum gab.
Die Saale und auch die pleistozänen Schmelzwasser schufen das bis zu 5 Kilometer breite
Kustrenaer Becken. Mit dem Heraustreten des Saalelaufes aus dem Gebiet der Halle-Hettstedter
Gebirgsbrücke und der Talverbreiterung beginnt auch eine Gefälleverflachung. Vor dem Flußausbau
in den 1930er Jahren war das Gefälle mit 0,27 % sehr gering. Mit dem starken, durch Seitenerosion
bedingten Mäandrieren verlagerte der Fluß bei Hochwassern oft sprungartig seinen Lauf oder
durchbrach den Hals der Flußschlinge. Vor dem 12. bzw. 13. Jahrhundert befanden sich zum Beispiel
die Ortschaften Mukrena, Beesedau, Poplitz und Kustrena auf der westsaalischen Seite, denn sie
gehörten zum Bistum Halberstadt. Durch die natürliche Laufverlegung blieben von dem früheren
Saalelauf nur verlandende Altwasser übrig. Auch im engeren Saaletal des Buntsandsteingebiets von
Gröna bis Bernburg sind in der westlichen Aue Altarme erhalten geblieben, beispielsweise Lösewitzer
Schleife, Stränge bei Aderstedt, Bernburger Röße.
In der Stadt Bernburg erreicht die Saale nördlich der Buntsandsteinbank des Schloßberges den
Unteren Muschelkalk, dessen flache geologische Mulde sich bis Nienburg spannt. Unterhalb Nienburg
beginnt für den Saalelauf die Calbesche Tertiärlandschaft. In weiten Bögen und Mäandern, begleitet
von zahlreichen Altwassern, strömt die Saale ihrer Mündung in die Elbe zu. Verfolgt man die Lage der
Altwasserarme, so ist zu erkennen, daß die Saale in früherer Zeit drei Kilometer weiter östlich
geflossen sein muß.
Von 1932 bis 1942 erfolgte der Ausbau der Saale zwischen Halle-Trotha und Calbe für 1000-TonnenSchiffe. Dazu wurden Laufbegradigungen durchgeführt und die Schleusen in Wettin, Rothenburg,
Alsleben, Bernburg und Calbe vergrößert. Von Halle aus flußabwärts hat heute nur die
Fahrgastschiffahrt für den Erholungs- und Ausflugsverkehr eine Bedeutung.
Von Weißenfels nach Halle durchfließt die Saale das Weißenfelser Löß-Hügelland, wobei von Osten
her das Hohenmölsener Löß-Plateau und von Westen das Lauchstädter Löß-Plateau an das Saaletal
grenzen. Hier dominieren Böden aus Löß: Tschernoseme, Braunerde-Tschernoseme, Griserden und
randlich Kolluvium.
Von Halle bis Könnern durchfließt die Saale ein enges Durchsbruchtal im Wettin-Brachwitzer
Hügelland mit der Bennstedt-Nietlebener Platte und den Löß-Plateaus von Polleben und Lettewitz.
Den östlichen Talrand des Halleschen Vulkanit-Komplexes bilden die Porphyre, bedeckt von
geringmächtigen Braunerden bis Rankern aus skelettführendem lehmigen Sand über Porphyr und
permokarbonen Sandsteinen. Erst mit steigender Mächtigkeit von Löß und Geschiebemergel kommen
wieder Tschernoseme aus Löß vor.
Unterhalb von Könnern durchbricht die Saale die Halle-Hettstedter Gebirgsbrücke. Dort, wo die Saale
den Zechsteinausstrich überquert, soll sie im Jahre 1575 in einem Erdfall verschwunden und erst nach
Stunden bei Alsleben wieder zu Tage getreten sein. Danach verbreitert sich das Tal auffällig, eine
Folge der Salzauslaugung und der Einmündung eines von Osten kommenden Urstromtales. Zu
beiden Seiten des Saaletals erstrecken sich die flachwelligen Bernburger und Ermslebener LößHochflächen, Gebiete mit weiter Tschernosem-Verbreitung, die seit langem einen intensiven Ackerbau
begründen.
Als Bodentypen treten in der Saaleaue fast durchgehend Vegas, Gley-Vegas und Tschernitzen auf.
Wichtigste Bodenformen sind Vegas aus Auenlehm und Auenschluff, Vega-Gleye aus dem gleichen
Material und Tschernitzen. Alle diese Böden sind sehr ertragreich. Seit dem Mittelalter ist die Saale in
einigen Abschnitten eingedeicht. In diesen Bereichen werden nur die Deichvorländer von
Hochwassern erreicht. Dort lassen sich in Senken und Rinnen sehr junge, stark humose
Ablagerungen in einer Mächtigkeit bis zu mehreren Dezimetern finden. Die Schichtfolge der
Auensedimente in der Saaleaue ist fast gleichbleibend. Von oben nach unten gesehen findet man
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folgenden Aufbau: Die oberste, rezente Sedimentschicht ist der jüngste Auenlehm als sandig-lehmige
Ablagerungen in Rinnen und Senken mit Humusgleyen als Bodenform. Die nächste Schicht, der
mittlere Auenlehm, ist aus dem Mittelalter oder jünger (bis zur Eindeichung). Er kommt
flächendeckend vor, die Bodenformen sind Vegas und Tschernitzen. Der ältere Auenlehm mit
Bodenbildungshorizont und Stücken von verkohlten Holz datiert aus der Jungsteinzeit (Atlantikum) bis
ins frühe Mittelalter. Die unterste Schicht bilden anmoorige Sand- und Tonmudden aus dem
Spätpleistozän bis Holozän. Hier findet sich holozäne Sande und Schotter und Reste der
Niederterrasse mit Baumstämmen. Diese Sande und Kiese sind in zweierlei Hinsicht sehr wichtig: als
Grundwasserleiter zur Wassergewinnung und als Lagerstätte für Kiessand.
Die Auenböden sind in sehr jungen Sedimenten entstanden, wobei die Auslöser der Sedimentation
die Rodungen durch den Menschen im Einzugsgebiet der Flüsse waren. Zwei Rodungsphasen lassen
sich besonders gut nachweisen: eine in der Jungsteinzeit beziehungsweise in der Bronzezeit und eine
im Mittelalter. Die Böden in der Saaleaue sind wegen der weiten Lößverbreitung und teilweise auch
durch den anstehenden Muschelkalk karbonatführend. Das ist ein wichtiger Unterschied zu den
Böden in anderen Flußauen.
Im gesamten Saaletal bilden weichselzeitliche Kiese und Sande den obersten Grundwasserleiter.
Dieser wird von einer Auenlehmschicht mit wechselnder Mächtigkeit überdeckt.
Altwasser der Saale sind bei Großkorbetha und Bad Dürrenberg vorhanden. Unterhalb von Leuna bis
nach Halle ist die Flußlandschaft durch Altarme, Flutrinnen, aber auch durch wassergefüllte ehemalige
Kiesgruben gekennzeichnet. Besonders der Winkel zwischen Saale und Weißer Elster ist ein mit
vielen Gewässern ausgestatteter Raum. Dieses weite Niederungsgebiet wird sowohl durch Winter- als
auch durch Sommerhochwasser überstaut, die häufig längere Zeit stagnieren. Dadurch kann erheblich
Grundwasser angereichert werden, welches auch seit langem für die Stadt Halle (Wasserwerk
Beesen) genutzt wird. Natürlich entstandene Altwasser treten dann wieder unterhalb der HalleHettstetter Gebirgsbrücke auf. Weitere entstanden durch Begradigungen beim Flußbau. In der Aue
zwischen Halle-Neustadt und Böllberg befindet sich ein bereits kurz vor dem II. Weltkrieg
fertiggestellter größerer Abschnitt des Elster-Saale-Kanals. Die Laufverkürzungen erhöhten das FlußGefälle und bedingten sein Einschneiden in die Auensedimente. Während auf der Strecke von Halle
bis Könnern Hochwasser seltener auftreten und schnell abfließen, wird das untere Saaletal dann
wiederum oftmals stagnierend überstaut.
Das Gebiet des mittleren und unteren Saaletals ist neben dem Dresdener Elbetal eine der thermisch
am meisten begünstigten Landschaften des ostmitteldeutschen Raumes. Der recht frühe Eintritt des
Frühjahrs, die lange Vegetationsperiode und eine relativ hohe Sonnenscheindauer, verbunden mit den
Leewirkungen des Harzes und des umgebenden Hügellandes, lassen bei Weißenfels den Weinbau an
südexponierten Hängen zu. Selbst Alsleben, Gröna und Bernburg waren früher mit Weingärten
ausgestattet. Bei Aderstedt hielt sich der Weinbau sogar bis zur Jahrhundertwende. Im Saaletal
zwischen Bad Kösen und Bad Dürrenberg liegt die Jahresmitteltemperatur um 9°C. Dieser
Saaletalabschnitt zeichnet sich klimatisch außerdem durch eine relativ hohe Sonnenscheindauer von
etwa 1600 Stunden pro Jahr aus. Die Niederschläge liegen im Mittel der Stationen des LSG unter 500
mm und nehmen von Süden nach Norden mit zunehmendem Lee-Einfluß des Harzes ab, um dann bei
Bernburg wiederum anzusteigen: Weißenfels 513 mm, Merseburg 485 mm, Halle 460 mm,
Beesenlaublingen 451 mm; Bernburg 484 mm.
Pflanzen- und Tierwelt
Die potentiell natürliche Vegetation der Stieleichen-Ulmen-Auenwälder ist, abgesehen von
Restbeständen, insbesondere Burgholz, Collenbeyer Holz, Rabeninsel, Peißnitz, Tafelwerder,
Plötzkau, Sprohne, weitgehend beseitigt. Eine naturnahe Weichholzaue, die aus verschiedenen
Weiden- und Pappelarten besteht, beschränkt sich auf ufernahe Partien der Stromsaale, der Altarme
und der Flutrinnen, zum Beispiel auf den nördlichen Teil des von der Wipper durchflossenen und von
ihren Sedimenten verlandeten Bernburger Saalealtarmes. Offenbar wurde auch im Saaletal in den
vergangenen Jahrhunderten die Stiel-Eiche selektiv gefördert; den überalterten Beständen droht ohne
forstliche Unterstützung in den nächsten Jahren ein Zusammenbruch, wie er im Burgholz bereits
eingetreten ist.
Das in der Aue noch vorkommende Grünland wird von Weide- und Mähwiesenflächen eingenommen,
die zum größten Teil durch Intensivierung artenverarmt sind. Stellenweise mußten sie sogar beregnet
werden. Extensiver genutzte Bereiche tragen Kohldistelwiesen, die zu den verschiedenen
Röhrichtgesellschaften überleiten. Bei den Saalealtwassern ist die Verlandung meist bereits weit
fortgeschritten. Auch durch Abbau von Lehm, Sand und Kies entstandene, mit Wasser gefüllte
Hohlformen stellen günstige Lebensräume vor allem für Amphibien dar.
In einem der verbliebenen Hartholzauenwaldreste im Collenbeyer Holz befindet sich die größte
Graureiherkolonie Sachsen-Anhalts. 1998 brüteten hier 181 Graureiherpaare. Altbaumbestände bei
Plötzkau und Wettin beherbergen weitere große Kolonien. Typische Vertreter der Avifauna sind Rotund Schwarzmilan sowie Rohrweihe. Besondere avifaunistische Bedeutung besitzen das
ausgedehnte Schilfgebiet bei Döllnitz und die umgebende Saale-Elster-Aue. Hier brüten Rohdommel,
Tüpfelsumpfhuhn, seltener Zwergdommel sowie Zwergsumpfhuhn. In den ausgedehnteren
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Grünlandbereichen ist der Wachtelkönig Brutvogel und Durchzügler. Die Saaleaue ist ein
Verbreitungsschwerpunkt des Weißstorches im Süden von Sachsen-Anhalt.
An einigen Stellen in der Aue treten Salzpflanzen auf, deren Vorhandensein auf Quellen mit
salzhaltigem Wasser aus der im Untergrund hoch anstehenden Zechsteinformation zurückzuführen
ist, so bei Poserna, in der Elster-Luppe-Aue und bei Kloschwitz. Auch die auf die bergbauliche
Tätigkeit des Menschen zurückzuführende Salzfracht von Unstrut, Saale und Salza begünstigt das
Aufkommen von Halophyten.
Auf den Hochflächen und an den Talhängen sind von den ursprünglichen Winterlinden-EichenHainbuchen-Wäldern ebenfalls nur Reste vorhanden. Als Ersatzvegetation auf nicht ackerfähigen
Extremstandorten findet sich eine standörtlich stark differenzierte Xerothermvegetation mit zahlreichen
seltenen Pflanzenarten, unter anderem mehreren Orchideenarten. Die wärmebegünstigten,
flachgründigen Standorte der Steilhänge werden von Trockenrasen mit einer Anzahl von
Pflanzenarten der kontinentalen Steppen eingenommen. Charakteristisch sind Federgräser,
Schwingelarten und Fieder-Zwenke. Auf den bodensauren Porphyrstandorten finden sich Heiden,
Magerrasen und Silikat-Felsfluren.
Im Bereich der aus der Hudenutzung entlassenen Hänge siedeln verschiedene thermophile
Gebüschgesellschaften als Vorwaldstadien des Hangwaldes. Ausbleibende extensive Nutzung,
insbesondere Schafhutung, bedroht die noch sehr zahlreichen Felsfluren, Trocken-, Halbtrocken- und
Steppenrasen. Ebenfalls, jedoch infolge Überalterung, im Bestand gefährdet sind die alten
baumhöhlenreichen Obstanlagen, die beispielsweise von Garten- und Siebenschläfer besiedelt
werden.
Entwicklungsziele
Die alte Kulturlandschaft des Saaletals soll als eine vielgestaltige Landschaft erhalten und entwickelt
werden.
Flußbaumaßnahmen an der Saale dürfen sich nur auf die Erhaltung des derzeitigen schiffbaren
Zustandes beschränken. Bei einer Renaturierung stehen die Auenbereiche mit zahlreichen Altwassern
im Vordergrund. Einige der Altarme und Flutrinnen sollten entschlammt und wieder mit größeren
Retentionsflächen an die Dynamik der Stromsaale angeschlossen werden. Die Uferbefestigungen der
Saalezuflüsse sollen an einigen kulturlandschaftlich geeigneten Stellen so aufgelassen werden, daß
Prall- und Gleithänge mit Uferbänken und Inseln entstehen. Der Saale-Elster-Winkel ist als komplexes
Feuchtgebiet zu erhalten. In den Herbst- und Wintermonaten dient die Aue, vor allem bei Hochwasser,
großen Scharen von Limikolen und anderen Wasservogelarten als Rast- und Nahrungsgebiet. Durch
die Errichtung von Fischaufstiegsanlagen - vorzugsweise Umgehungsgerinnen - soll im Bereich der
Saale-Querbauwerke die derzeit stark eingeschränkte Durchgängigkeit für wandernde
Wasserorganismen verbessert beziehungsweise wiederhergestellt werden. Dabei sind die KieslaicherHabitate im Unterwasser der Wehranlagen (zum Beispiel Bernburg, Alsleben, Rothenburg,
Herrenmühle, Wettin, Halle-Trotha, Pulverweiden, Meuschau, Beuditz, Öblitz und Bad Kösen)
unbedingt zu berücksichtigen bzw. gegebenenfalls zu schützen. Bei entsprechender
Flächenverfügbarkeit sollte ein durchgängiger Gehölzsaum entlang der Saale zur Beschattung des
Gewässers in Ufernähe und zur Bildung von Uferstrukturen als potentielle Refugien für die Fauna
etabliert werden.
In Anbindung an bestehende Auenwälder sollen neue Weich- und Hartholzauenwälder begründet
werden. Die Auenwaldstrukturen in den übrigen Wäldern sind durch gezielte forstliche Maßnahmen zu
stabilisieren. Artenreiche Auenwiesen, extensiv genutzte Weiden und zahlreiche Baumreihen, in der
überwiegenden Zahl hochstämmige Obstbäume, sollen die Auenlandschaft gliedern. Auf einigen der
kleinen Ackerflächen ist die spezifische Auen-Ackerwildkrautvegetation zu erhalten.
Durch umfangreiche Pflegemaßnahmen ist auch die Biotopvielfalt der Saalehänge mit ihren
Hangwäldern, Streuobstwiesen, Trockenrasen und den mannigfachen Übergängen dazwischen zu
erhalten. Die Altobsthänge vermitteln ästhetisch zu den am Talrand liegenden Gärten und Siedlungen.
Auf den Hängen der Durchbruchstäler ist durch regelmäßige Schaf- und Ziegenhutung eine
mikrostandörtlich differenzierte Xerothermvegetation zu erhalten; nur in Runsen, Hangmulden,
sonnenabgewandten Hängen und Tälchen sind spontane Gehölzansiedlungen erwünscht.
Das Untere Saaletal wird als Naturpark zu einem Gebiet mit alternativen, umweltverträglichen
Erholungsmöglichkeiten für die Bevölkerung und Gäste entwickelt.
Gravierende landschaftsverändernde Maßnahmen im LSG, insbesondere die Anlage von Baugebieten
und eine weitere Zerschneidung durch Verkehrstrassen, sind kein Entwicklungsziel.
Exkursionsvorschläge
Durch das LSG führen zahlreiche Wanderwege. Hervorzuheben ist der von der Quelle bis zur
Mündung führende Saale-Radwanderweg, auf dem die reizvollsten Gebiete und alle
Sehenswürdigkeiten erschlossen werden können. Die Saale eignet sich auch hervorragend für das
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Wasserwandern. Ausflugsschiffe können insbesondere ab Halle genutzt werden. Besonders beliebt
sind Kaffeefahrten bis nach Wettin.
Bedeutende Sehenswürdigkeiten sind Schloß Neu-Augustusburg in Weißenfels, Schloß und Dom
Merseburg, die Stadt Halle mit Saline, Moritzburg und Giebichenstein, Wettin mit seiner Burganlage,
Schloß Plötzkau, das Schloß in Bernburg und schließlich die Schloßkirche in Nienburg. Sie sind zum
Teil auch über die Straße der Romanik zu erreichen. Aber auch die kleinen Ortschaften entlang des
Saaletales weisen zahlreiche Kleinodien wie Dorfkirchen, Parkanlagen, Mühlen oder Bauernsteine
auf, die einen Abstecher lohnen.
Weiterhin machen unter anderem auch zahlreiche interessante Zeugen der Industriegeschichte auf
sich aufmerksam. Genannt seien das Gradierwerk Bad Dürrenberg, Wehr und Schleusenanlage in
Merseburg-Meuschau, die Industrieanlagen von Leuna und Buna, das neue Kraftwerk Korbetha, das
Wasserwerk Beesen, die Saline in Halle, die Kleinhaldenlandschaft des Steinkohlenabbaues in Wettin
oder die Anlagen der Salz- und Zementindustrie in Bernburg. Nicht zuletzt ist die Benutzung der
Saalefähren in Brachwitz, Wettin und Rothenburg zu empfehlen.
Das Saaletal und seine Hänge sind insbesondere im Frühjahr, zur Blüte der Frühjahrsgeophyten in
den Auenwäldern und der Obstbäume auf den Saalehängen, besonders reizvoll. Der Besuch der
Rabeninsel in Halle, der Peißnitz oder des Kloschwitzer Blütenfestes Anfang Mai sind besonders zu
empfehlen.
Schloß Neu-Augustusburg in Weißenfels
Der mächtige, das Stadtbild beherrschende Bau, auf einem Felsen über dem rechten Saaleufer
gelegen, wurde für eine wettinische Nebenlinie ab 1660 errichtet. Von der 1644 geschleiften älteren
Burg sind noch zwei Mauertürme erhalten. Das Schloß weist einen hufeisenförmigen Grundriß von
strenger Symmetrie mit einem der Stadt zugewandten elfachsigen, turmbeherrschten
dreigeschossigen Mittelflügel und zwei langen Seitenflügeln auf. Die ursprüngliche Ausstattung ist
jedoch durch zeitweilige Umwandlung zu einer Kaserne zerstört worden. Das Schloß beherbergt ein
Schuhmuseum.
Gradierwerk Bad Dürrenberg
Auf dem Gelände eines 1488 erstmals genannten Gutes entstand ab 1763 die kurfürstlich sächsische
Saline. Der Badebetrieb wurde 1846 aufgenommen und weitete sich besonders nach 1891 zum
Kurbetrieb aus. Der quadratische viergeschossige Borlachturm, heute Museum, ist ein Förderturm
über dem 1744-63 abgeteuften Schacht von 233 m Tiefe. Er ist Wappenzier und Wahrzeichen Bad
Dürrenbergs. Am Saalehang vor der Stadt erhebt sich der weithin sichtbare, aus Sandsteinen gefügte
Turmschaft, der einen dreistufig hochgereckten schiefergedeckten Helm trägt. Acht der für die
Siedesalzgewinnung notwendigen Gradierhäuser entstanden 1763, wurden nach 1800 verändert und
zu einem durchgehenden, insgesamt 1 830 m langen und 9 m hohen Gradierwerk
zusammengeschlossen. Der zweite Kunstturm, der Witzlebenschacht, nördlich neben dem vorigen
gelegen, ist ein 1811-1816 hinzugefügter mächtiger sechsgeschossiger Bau mit Pumpanlagen für die
Sohleförderung. Mit den aus verschiedenen Epochen stammenden Gradierwerken am Kurpark verfügt
Bad Dürrenberg über Baudenkmale von hohem Rang. Sie spenden auch heute gesunde Salzluft und
werden Schritt für Schritt rekonstruiert.
Merseburg
Die Stadtgeschichte läßt sich bis hin zu einer altthüringischen Burgsiedlung zurückverfolgen. Im
Hersfelder Zehntverzeichnis wird der Ort Mersiburc um 780 erstmals urkundlich erwähnt. Unter
Heinrich I. (919-936) wurde eine mit Steinmauern befestigte königliche Pfalz im Süden des
Burgfelsens errichtet. 980 sind die Übertragung der Marktrechte an den Bischof und 1015 der Beginn
des Dombaus in unmittelbarer Nähe der Königspfalz verzeichnet. Die erste Erwähnung einer
bürgerlichen Selbstverwaltung der Stadt datiert von 1289. Merseburg war Mitglied der Hanse. Von der
Stadtbefestigung sind die Stadtmauer in größeren Strecken sowie der Eulenturm und ein weiterer
Mauerturm noch vorhanden. Bemerkenswert sind unter anderem das Rathaus, die Marktkirche St.
Maximi und Teile der ehemaligen Stiftskirche St. Sixti.
Der Merseburger Dom St. Johannes und Laurentius besteht aus einer dreischiffigen spätgotischen
Hallenkirche (1502-1517), die an Stelle des romanischen Langhauses entstand. Die unterschiedlichen
baulichen Elemente wie etwa das Querschiff, das Chorquadrat und die Apsis, darunter eine Krypta
(um 1040), sowie die runden Osttürme, die vor 1042 entstanden, dokumentieren die lange Geschichte
des Gebäudes. Der Dom besitzt eine reiche Innenausstattung.
Das Domstiftsarchiv enthält eine umfangreiche Sammlung mittelalterlicher Handschriften, darunter die
im 10. Jahrhundert aufgezeichneten Merseburger Zaubersprüche.
Die Dreiflügelanlage des Merseburger Schlosses vereint Elemente der Spätgotik und
Spätrenaissance. Der Ostflügel wurde 1483 vollendet, der Nordflügel zwischen 1489 und 1510 und
der Westflügel nach 1525. Die gesamte Anlage erfuhr im 17. Jahrhundert einen Umbau. In der
Südostseite des Hofes befindet sich ein reicher Zierbrunnen. Das Schloß beherbergt ein Museum. Der
Schloßgarten entstand 1660. Er enthält ein Teehaus und einen barocken Schloßgartenpavillon.
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Burg Giebichenstein
Der auf einem Porphyrfelsen über der Saale thronende Komplex aus Alter Burg (Amtsgarten), Oberund Unterburg wurde erstmals 961 erwähnt. Er war Hauptresidenz der Erzbischöfe von Magdeburg
als Stadtherren von Halle. Von der 1636 bei einem Brand zerstörten Oberburg sind nur die
Ringmauer, der romanische Eckturm mit gotischem Oberbau und die gewaltigen
Kemenatenfundamente erhalten geblieben. Durch Grabungen sind Fundamente der romanischen
Burg freigelegt worden. Die Unterburg stellt ein verschobenes Rechteck dar, dessen vierte Seite vom
Felsen der Oberburg gebildet wird. Von den an der Außenmauer befindlichen fünf Rundtürmen sind
teilweise nur die Schalen erhalten. Mitte bis Ende des 15. Jahrhunderts wurden die Gebäude neu
gebaut. Hervorgehoben werden sollen das freistehende Kornhaus von 1473 und der barocke
Taubenturm. Die Burg wurde nach 1919 von Paul Thiersch zur Kunstgewerbeschule ausgebaut, der
heutigen Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein.
Burg Wettin
Die Stadt Wettin ist aus einer kleinen bäuerlichen Siedlung entstanden, deren Gründungszeit
unbekannt ist. Die Gründer waren zweifellos die Grafen von Wettin.
Die Burg ist malerisch auf einem Porphyrfelsen am Nordufer der Saale gelegen. Ursprünglich
vielleicht slawische Volksburg, wurde hier im späten 8. beziehungsweise frühen 9. Jahrhundert ein
karolingisches Kastell angelegt, das erstmalig 961 genannt wurde. Seit dem 11. Jahrhundert nennt
sich das Grafengeschlecht auf der Burg "von Wettin". Die vierteilige Burganlage, Ober- und Unterburg
mit je einer Vorburg, ist trotz Abbruch alter Substanz, Um- und Neubauten noch heute beeindruckend.
An der höchsten Stelle im Nordwesten erheben sich die Reste der mittelalterlichen Ringmauern einer
Rundburg (Oberburg). Südöstlich schließen sich die beiden Vorburgen an. Es folgt schließlich die ein
spitzwinkliges Dreieck bildende Unterburg mit dem flußseitigen langgestreckten Ammendorfer Flügel,
dem Winkelschen Bau (1768-77) auf der Stadtseite und dem an der Südost-Ecke die Ansicht der Burg
beherrschenden Winkelschen Turm (1606).
Templer-Kapelle
Im Ortsteil Mücheln der Stadt Wettin befindet sich die um 1280 errichtete Templer-Kapelle St. Marien.
Sie ist ein Beispiel ursprünglicher edler früher Gotik mit zweijochigem Saal und mit nicht
eingezogenem 5/8-Chor. Sie wurde durch jahrzehntelange Nutzung als Lagergebäude allerdings stark
in Mitleidenschaft gezogen, wird zur Zeit jedoch gründlilch restauriert.
Schloß Bernburg
Das ein Museum und Verwaltung beherbergende Schloß ist malerisch auf einem Sandsteinfelsen
hoch über der Saale gelegen. Das heutige Erscheinungsbild wird wesentlich durch die Bauten des 16.
Jahrhunderts bestimmt, wobei die Bausubstanz und die Schmuckteile inzwischen weitgehend
erneuert sind. Das Schloß war Residenz der Fürsten beziehungsweise späterer Herzöge von AnhaltBernburg. Die Gebäude des Schlosses folgen im wesentlichen der Anlage der mittelalterlichen
Rundburg. Nach Westen fallen die Felsen steil zur Saale ab. Von dem einst tiefen Graben, der die
anderen Seiten schützte, ist nur im Süden ein Rest erhalten. Aus dem späten 12. Jahrhundert stammt
der mächtige runde Bergfried, genannt „Eulenspiegel“, der nach 1570 einen Kegelhelm mit vier
Renaissance-Erkern erhielt, sowie Reste der Burg-Kapelle. Im südwestlichen Teil der Burg befinden
sich der frühgotische quadratische „Blaue Turm“ mit Hochrenaissance-Bekrönung, das spätgotische
„Alte Haus“ und das „Krumme Haus“ mit spätromanischem und frühgotischem Mauerwerk. Von
architekturgeschichtlicher Bedeutung ist der Hauptbau. Bemerkenswert sind weiterhin der frühere
Schloßpark und die ehemalige Orangerie.
Das LSG verfügt über einige besonders erwähnenswerte Geotope:
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die Klippen des Burgfelsens der Burg Giebichenstein in Halle aus Oberem (kleinkristallinem)
Halleschen Porphyr,
die Felsklippe in Reichardts Garten in Halle-Giebichenstein aus Unterem (grobkristallinem)
Halleschen Porphyr,
die Hanganschnitte am Felsenburgkeller am Rive-Ufer in Halle-Giebichenstein, die die
Saalische Diskordanz zeigen,
die Solequellen mit mineralisierten Zechsteinwässern in Kloschwitz,
den Hanganschnitt „Weiße Wand“ bei Dobis, wo die Lagerung der Gesteine vom
Zechsteinkalk bis zum Porphyrkonglomerat zu sehen ist,
den Hanganschnitt am östlichen Saalehang südlich von Rothenburg mit Erosionsformen in
Sandstein, Schiefertonen und Konglomeraten des Oberkarbons,
die historischen Bergbauhalden am Schachtberg nördlich von Wettin,
die Glazialformen, speziell Gletscherschiffe auf Mittlerem Buntsandstein, im Gletschergarten
und auf dem Friedhof Ilberstedter Straße in Bernburg,
Gips und Anhydrit im ehemaligen Steinbruch in Altenburg,
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Sandstein, Tonstein und Rogensteinbänke im ehemaligen Steinbruch Spillingsberg an der
Bahnstrecke westlich von Könnern sowie
Sandsteinschiefer, Kupferschiefer und Zechsteinkalk in den ehemaligen Steinbrüchen an der
Georgsburg, zirka 1 km westlich von Könnern.
Verschiedenes
Die Saale
Im Mittelalter dominierte die Flößerei, die noch bis in das 20. Jahrhundert hinein betrieben wurde. Der
erste urkundlich erwähnte Schiffstransport datiert aus dem Jahr 891. Vom 12. bis in das 16.
Jahrhundert hinein erfuhr die Schiffahrt einen Aufschwung. Ein wichtiger Handelsplatz zu jener Zeit
war Halle. Ab 1366 wurden Holzschleusen errichtet, 1695 entstand in Trotha die erste Steinschleuse.
Um 1790 erfolgte die erste umfängliche Regulierung der Saale. Der Fluß wurde ab Weißenfels
schiffbar gemacht. 1836 befuhr zum ersten Mal ein Raddampfer die Saale. 1883 erfolgte nochmals
eine Stromregulierung zwischen Naumburg und Weißenfels. Von 1884 bis 1921 dauerte im Abschnitt
zwischen Calbe und Halle die Periode der Kettenschiffahrt. Von 1932 bis 1942 erfolgte der Ausbau
der Saale zwischen Halle-Trotha und Calbe für 1000-Tonnen-Schiffe bis zu 80 m Länge und 9,20 m
Breite. Dazu wurden Laufbegradigungen durchgeführt und die Schleusen in Wettin, Rothenburg,
Alsleben, Bernburg und Calbe vergrößert. Zwischen 1954 und 1961 folgte eine Vertiefung der
Flußsohle zwischen Nienburg und Beesenlaublingen und von 1957 bis 1977 der Saaleausbau zum
heutigen Zustand.
Etwa ab 1000 wurde die Wasserkraft in Wassermühlen an Stauwehren und in Schiffsmühlen genutzt.
Die erste nachweisliche deutsche Schiffsmühle arbeitete bei Böllberg auf der Saale, das älteste
deutsche Mühlenwehr wurde 941 bei Alsleben errichtet. Im 10. Jahrhundert bestand vermutlich bereits
die Rischmühle bei Merseburg. 1063 werden dem Königsgut in Aderstedt zugeordnete Mühlen
erwähnt. Die bei Alsleben gelegene Pregelmühle gehörte um 1200 zum Besitz des 1116 gegründeten
Klosters zum Neuen Werke in Halle. Die Bernburger Saalemühle schließlich wurde erstmalig 1219 im
Zusammenhang mit einem Rechtsstreit genannt, der ihre damalige überregionale Bedeutung als
fürstliche Hauptmühle erkennen läßt. Bis Mitte des 17. Jahrhunderts hatten sich die Amtsmühlen zu
landesfürstlichen Großbetrieben entwickelt. Bei schiffbaren Gewässern erzwangen die zu den Mühlen
gehörenden Stauwerke erst das mühsame Umladen der Schiffsladung, später, im 16. Jahrhundert, die
Anlage von Schleusen.
Auch die Geschichte der Saalefischerei läßt sich bis weit in das Mittelalter zurückverfolgen. Als
abgabepflichtige Arten werden für die Saale bei Alsleben unter anderem Lachse und Neunaugen
genannt. Aufsteigende Lachse haben Massenfänge ermöglicht, wie historische Dokumente mehrfach
belegen. Bis Ende der 1950er Jahre wurde die Fischerei sowohl in der Saale als auch in den
Altwassern zum Teil noch gewerblich ausgeübt, vor allem als Reusen- und Schleppnetz-Fischerei. Mit
zunehmender Wasserverschmutzung wurden die Fischerei und später auch der Angelsport eingestellt
und nur noch in den Zuflüssen, den Totarmen und den vielen für Angelsport geeigneten
Stillgewässern betrieben. Derzeit kommen in der Saale wieder über 20 Fischarten vor.
Saale LSG0034___
Verschiedenes
Die Schiffbarmachung und der Ausbau der Saale und ihrer Nebenflüsse in historischer Zeit
Die Saale in ihrer heutigen Gestalt ist das Ergebnis einer von Menschen über mehr als 1 000 Jahre
geprägten Kulturlandschaft. Zu allen Zeiten haben die Menschen entsprechend ihren wirtschaftlichen
Interessenlagen bereits eine Flussgebietsbewirtschaftung aufgebaut.
Die Saale, früher auch Sächsische oder Thüringische Saale benannt, bildete das historische
Grenzgebiet zwischen slawischen und germanischen Stämmen. Sie wurde bereits im frühen
Mittelalter etwa ab Harra, 68 km unterhalb der Quelle, als Transportweg mittels Flößen benutzt. Die
ersten urkundlichen Erwähnungen für die Schiffbarkeit der Saale stammen aus dem Jahre 981.
Auf einer Reise nach Merseburg verstarb der Magdeburger Erzbischof ADELBERT am 21.05.981 bei
Korbetha. Seine Leiche wurde zunächst nach Giebichenstein gebracht, hier mit dem erzbischöflichen
Ornat bekleidet und dann per Schiff nach Magdeburg transportiert. Auch im Jahre 1012 wurde ein
weiterer Erzbischof namens TAGINO von Merseburg nach Magdeburg verschifft. Er hatte mit Kaiser
HEINRICH II. in Merseburg das Pfingstfest gefeiert und wurde dabei so krank, dass er nicht zu Pferde
zurückkehren konnte. Bei der Schifffahrt verstarb er in Rothenburg. Aus dem Jahre 1128 ist eine
Handelsreise des Bischofs OTTO VON BAMBERG überliefert, der in Halle große Mengen Tuch, Salz und
Geräte kaufte und diese per Schiff über Saale-Elbe-Havel ins Land Pommern bringen wollte, um den
dortigen Stämmen den Übertritt ins Christentum zu versüßen. Aus dem Jahre 1152 ist der „erste
dienstliche Erlass“ für die regelmäßige Schifffahrt im Form eines kaiserlichen Privileges an Erzbischof
WICHMANN überliefert. Sein Kloster Neuwerk bei Halle erhielt die Erlaubnis, Salz mit Schiffen zu
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transportieren und als Rückfracht Holz als Heizmaterial für die Pfännerei zu laden. Man fuhr also
bereits mit Lasten bergwärts!
Heute kann man nur vermuten, mit welchen Problemen die Altvorderen bei einer Saalebefahrung
mittels Floß oder Kahn konfrontiert waren: Flusssperren, Untiefen, Verzweigungen, Stromschnellen,
usw.
Künstliche Flusssperren werden historisch erstmalig im Jahre 941 erwähnt, als bei Alsleben ein
Mühlenwehr an der Saale gebaut worden sein soll. Das bereits erwähnte Kloster Neuwerk erhielt 1121
das Mahlrecht am dortigen Mühlenstau und am Kloster Gottesgnaden bei Calbe wurde schon für 1150
ein Umgehungskanal um eine Mühle nachgewiesen. Derartige Kanäle könnten schon dem
„Durchleiten“ bzw. „Durchlassen“ von Schiffen gedient haben.
Nachweisbar ist auch, dass außerhalb von Mühlenbereichen schon im 14. Jh. erste größere
Stromregulierungsmaßnahmen stattfanden. Also bereits unsere Altvorderen begannen mit einem
Flussgebietsmanagement. Um die Wassertiefen zu vergrößern und um Fließgeschwindigkeiten für die
Bergfahrt zu verringern, wurden an Stellen, wo sich die Saale gabelte, der jeweils kürzere und
strömungsstärkere Arm abgesperrt. Wasserbaulich wird in den letzten zwei Jahrhunderten genau
umgekehrt vorgegangen.
Ob die Absperrung des kürzeren Armes lange Bestand hatte, muss bezweifelt werden, wenn man an
die überlieferten historischen Hochwässer von 1408, 1465 und 1491 denkt, denn diese veränderten
den Saale-Lauf auf natürliche Weise und sie werden vermutlich alle damaligen Bauwerke zerstört
haben.
Historisch schon besser belegt ist, dass etwa um 1530 vom Erzbischof ALBRECHT Privilegien zum
Ausbau und zur Regulierung der Saale für die Schifffahrt erteilt wurden. In der Folge wurden um 1560
die Bernburger Schleuse, 1564 die Schleuse Calbe gebaut. Flussabwärts wurde bis Hamburg Wolle,
Federn, Hopfen, Salpeter, Öle, Salz und Getreide transportiert, bergwärts Wachs, Honig, Pfeffer,
Ingwer und Metalle.
Fünf privilegierte Beamte - unter ihnen der Salzgraf zu Halle und der Vogt zu Calbe - ließen 1571 vier
Schiffe zum Transport von Salz, Getreide und Mühlsteinen bauen. Interessant ist auch, dass zur
Unterhaltung der Schleusen, besonders gegen Versandung, damals Unterhaltungsabgaben erhoben
wurden.
Nachdem der 30jährige Krieg vieles zerstört hatte, ist erst um 1700 wieder eine Belebungan der Saale
zu verzeichnen. Verschiedenste Gewerkschaften und Pfännerschaften, wie die Rothenburger
Bergwerks-Gewerkschaft, das Salzwerk Staßfurt und die Wettiner Steinkohle, benötigten billige
Transportmittel für Holz, Kohle, Salz und Getreide.
Zu dieser Zeit begann auch die Schiffbarmachung der Unstrut, da die thüringischen Fürsten großes
Interesse hatten, sich über Gera-Unstrut-Saale-Elbe den wichtigen Handelswegen anzuschließen.
1795 waren Unstrut und Saale von Artern bis Weißenfels nach dem Bau von zwölf Unstrut- und drei
Saale-Schleusen schiffbar. Die Kosten dafür betrugen 528 750 Taler. Der weitere Unstrutausbau
scheiterte aber damals an dem Einfluss sächsischer Kurfürsten, die für Leipzig eine wirtschaftliche
Schädigung durch Verlagerung der Transportwege befürchteten. Es kam lediglich zur Erlaubnis „Mandat“ genannt - für die Flößerei auf der Unstrut und der Gera, da Holz als Material im Bergbau und
als Brennstoff dringend benötigt wurde.
In dieser Zeit hatten die sächsischen Kurfürsten JOHANN GEORG III. und JOHANN GEORG IV. Pläne
entworfen, mit im Wasserbau erfahrenen Holländern den Ausbau der oberen Saale voranzubringen
sowie die Schiffbarmachung der Parthe mit Kanalanschluss an die Mulde und die Befahrung der
Luppe bis Leipzig zu projektieren. Die Pläne wurden allerdings nicht realisiert.
Der gesamte Transport erfolgte damals durch Treideln mit menschlicher Zugkraft. Ein Saale-Kahn
wurde von etwa 20 Mann gezogenund der Weg von der Mündung unterhalb Calbe bis Halle in etwa
fünf bis sechs Tagen bewältigt.
Weitere, den Flusslauf verändernde Maßnahmen fanden etwa Mitte des 19. Jh. durch Vergrößerung
der Schleusen im Zusammenhang mit der Dampfschifffahrt statt. Die Dampfschifffahrt intensivierte
nicht nur den Gütertransport, sondern brachte als neuen Wirtschaftsfaktor auch das „Freizeitgewerbe“
auf. Seit Mitte des 19. Jh. sind auch exakte hydrologische Pegelaufzeichnungen überliefert.
Die letzte große Etappe zur Kanalisierung der Saale begann etwa 1930. An der Projektierung waren
die Kanalbauämter Merseburg, Halle und Bernburg im Auftrag der Elbstrombauverwaltung beteiligt.
Richtmaßstab war der neue Saale-Maßkahn mit einer Ladefähigkeit von 1 000 t, 80 m Länge, 9,2 m
Breite und 2 m Tiefgang.
Nach 1930 wurden zur Erhöhung der Mindestabflüsse und damit der Wasserstände die Saale3
Talsperren errichtet. Sie sollten bis zu 60 m /s Zuschusswasser zur Erhöhung der Fahrwassertiefen
abgeben können.
Für die Wasserbewirtschaftung der Saaleund für die heutigen, mitunter gegensätzlichen, Interessen
des Saale-Ausbaues für die Schifffahrt ist es wichtig zu wissen, dass dem Tiefenausbau der Saale ein
niedrigster Ausbauwasserstand (NAW) zugrundegelegt war, der folgende Mindestwasserführungen
vorsah:
- 15 m3/s am Abzweig des Leipziger Kanals bei Merseburg;
- 21 m3/s unterhalb des Zuflusses der Weißen Elster;
- 25 m3/s ab Bodemündung.
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Mit diesen Wasserführungen war die Schiffbarkeit der Saale mit 1 000 t-Schiffen möglich. Diese
Mindestwasserführungen wurden dank des Reguliervermögens durch die Saale-Talsperren bisher nie
unterschritten, auch nicht in Zeiten hoher, industriell bedingter Wassernutzungen zu DDR-Zeiten!
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