Kapitel 1-5

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Kapitel 1-5
Version 11
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andere Medien.
7. überarbeitete Auflage
für Grafis-Version 11
Februar 2012
7. Auflage 2012
© 1995-2012
Grafis- Software Dr. Kerstin Friedrich GbR
Klosterstraße 48
41747 Viersen
Germany
Telefon: +49-(0)-2162-12114
Telefax: +49-(0)-2162-13185
www.grafis.de
Quelle der Clipart: „Carsten Scheibes Clip-Art-CD-Rom“, Systhema Verlag, Vol.1 und Vol.2
„80.000 Cliparts“, 4CDs, Ari Data, Willich
Umschlaggestaltung: Diplom Grafik-Designerin Jutta Höfs, Viersen
Inhalt
________________________________________________________________________________________________________________
©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012
Einleitung
7
Kapitel 1
Grundkonstruktionen holen
1.1
1.2
1.3
1.4
1.5
1.6
Wichtige Regeln für die Arbeit mit Grafis
Starten von Grafis
Holen von Grundkonstruktionen
Ändern der Bildschirmansicht
Grafis beenden
Übungen
9
10
12
12
13
13
Kapitel 2
Gradieren
2.1
2.2
2.3
2.4
2.5
Maßtabellen
Die Gradiertabelle
Gradieren mit Maßtabellen
Interaktive Konstruktion einstellen
Übungen
Herauslösen von Teilen
Wenn Hilfe nötig ist
Schnittausgabe
Stapeln
Schleppen, drehen, flippen von Teilen
Abrollen von Teilen
Übungen
16
21
22
23
25
28
30
31
34
35
37
38
Kapitel 4
Umfangslinie erzeugen und bearbeiten
4.1 Die Grafis-Datenstruktur
4.2 Das Konstruktionsprotokoll
4.3 Geometrische Grundlagen
4.4 Löschen von Objekten
4.5 Parallelen
4.5.1
Interaktive Tools und nicht-interaktive
Funktionen
4.5.2
Das Menü Parallele
4.5.3
Die Funktion Parallele
4.5.4
Das Tool Parallele 10
4.6 Eckenbehandlung
4.7 Übungen
40
40
41
43
44
44
45
45
46
47
51
Kapitel 5
Einfache Linienfunktionen
5.1
5.2
5.3
5.4
6.1 Linienkonstruktion in Verbindung mit
dem Untermenü Punktkonstruktion
6.2 Punktkonstruktionen
6.3 Linienkonstruktionen
6.4 Linien mit Richtungskonstruktion
6.5 Kreisbögen
6.6 Rechtecke
6.7 Übungen
70
77
79
82
87
88
88
Kapitel 7
Bemaßen und Beschriften
Kapitel 3
Herauslösen von Teilen und Schnittausgabe
3.1
3.2
3.3
3.4
3.5
3.6
3.7
Kapitel 6
Punkt-, Linien- und Richtungskonstruktion
Koppeln von Linien
54
Rastern
58
Linien verlängern und verkürzen
61
Abschneiden, „Dranschneiden“ und Trennen
von Linien
62
5.5 Das Tool Vordere Kante 30
65
5.6 Übungen
66
7.1
7.2
7.3
7.4
7.5
7.6
7.7
7.8
7.9
7.10
Das temporäre Messen
Bemaßen
Texte setzen und verändern
Symbole setzen
Interaktive Tools für Knopflöcher und
Riegel
Attribute
Interaktive Naht-Symbole
Schraffuren
Funktion Vorzeichenlinie zur Anfertigung
von Schablonen
Übungen
93
96
99
102
103
105
106
107
108
109
Kapitel 8
Abnäher und Falten
8.1
8.2
8.3
8.4
8.5
Abnäher verlegen
Abnäher kürzen
Dachbildungen auf Abnähern und Falten
Kneifen mit neuem Abnäher
Sperren für Faltenbildung, Auf- und
Zudrehen
8.6 Übungen
Kapitel 9
Konstruktion
Kurven
9.1
9.2
9.3
9.4
und
Manipulation
Konstruktion von Kurven
Kurve manipulieren
Übungen
Kurvenkorrektur für Kurven classic
112
115
116
117
118
119
von
124
129
130
132
Kapitel 10
Transformationen
10.1 Transformationen
10.2 Einfügen mit Transformation
10.3 Komplexe Übungen
136
141
144
4
Inhalt
_________________________________________________________________________________________
©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012
Kapitel 11
Die Konstruktionsparameter X-Werte
Kapitel 16
Sprungwertgradieren
11.1
11.2
16.1
16.2
11.3
11.4
11.5
Die X-Werte
150
Interaktive Konstruktionen größenabhängig
einstellen
157
Der X-Wert-Verweis
159
Die Alternative Verweisgröße
159
Übungen zu X-Werten
166
Kapitel 12
Die Konstruktionsparameter G- und ZWerte
12.1
12.2
12.3
Die G-Werte
Die Z-Werte
Komplexe Übungen
170
171
174
Kapitel 13
Interaktive Konstruktionen
13.1
13.2
13.3
13.4
13.5
Interaktives Oberteil 50
Interaktiver Ärmel 30
Zusätzliche Funktionen zum Einstellen
interaktiver Konstruktionen
Digitalisiertes Vorlageteil mit einer interaktiven Konstruktion nachstellen
Die Gestaltung der Holen-Liste
178
188
14.4
14.5
14.6
Vererbungsautomatik
Teilearbeit
Unterschied zwischen den Funktionen
des Menüs Einfügen und Duplizieren/
Verweisteil in der Teilearbeit
Änderungen in Mutterteilen
Pick neu setzen
Komplexe Übungen
196
198
202
205
15.2
15.3
15.4
15.5
15.6
15.7
15.8
Vorbereitungen für den Export im Programm Grafis-Konstruktion
Exportformate und deren Besonderheiten
Die Export-Dialoge
Schrittfolge für den Export im AAMA/
ASTM/ DXF-Format
Schrittfolge für den Export im Gerber
EPN-Format
Spezielle Einstellungen und Fehlerquellen beim Export
Export manuell…
Import von Sprungwertschnitten
17.1
17.2
17.3
17.4
17.5
17.6
17.7
17.8
17.9
206
207
208
215
Kapitel 15
Export und Import
15.1
Kapitel 17
Schnittbildlegen
194
Kapitel 14
Teilearbeit
14.1
14.2
14.3
Digitalisieren der Schnittkontur
244
Überblick über das Zuweisen von Sprungwerten
249
16.3 Sprungwerte editieren
250
16.4 Sprungwertschnitt speichern
254
16.5 Sprungwertschnitt bearbeiten, Sprungwerte schleppen und übertragen
255
16.6 Sprungwerte digitalisieren
259
16.7 Sprungwerte übernehmen
262
16.8 Protokoll in Sprungwertschnitt umwandeln
264
16.9 Sprungwert-Bibliothek anlegen, nutzen
und ändern
265
16.10 Gradierpunkte gruppieren
267
232
233
233
235
236
237
238
239
Der schnellste Weg zum Schnittbild
272
Vorbereitungen im Programm GrafisKonstruktion
272
Struktur des Grafis-Schnittbildes
273
Produktionsmodell erstellen
274
Schnittbildinformation bearbeiten
277
Schnittbild legen
280
Schnittbild legen: Funktionen der rechten
Menüleiste
283
Zusätzliche Funktionen im Pull-DownMenü Schnittbild und Ansicht
286
Schnittbild plotten
286
Kapitel 18
Schnittbildlegen II
18.1
18.2
18.3
18.4
18.5
18.6
18.7
18.8
18.9
18.10
18.11
18.12
18.13
18.14
18.15
18.16
18.17
Änderungen am Produktionsmodell
Modellverwaltung
Rapport
Einlaufen
Legeschema
Fehlerbereiche
Kategorien
Stufenlagen (freier Modus)
Schnittbildkette
Saumlagen
Linientypen
Materialkatalog/ Materialvorauswahl
Überlappungsbereiche
Austauschteile
Zusätzliche Optionen
Cutter-Ausgabe
Autonester
290
291
292
296
297
298
298
300
301
301
301
302
302
303
304
305
306
Inhalt
5
_________________________________________________________________________________________
©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012
Folgende Kapitel und Anhänge befinden sich ausschließlich in der Grafis-Hilfe, die aus dem Programm Grafis über das Pull-Down-Menü Hilfe geöffnet werden kann.
Kapitel 19
Fachsprache I
19.1
19.2
19.3
19.4
19.5
19.6
19.7
Ein einfaches Programm: Quadrat
Datenbasis und Oberfläche
Regeln der Programmierung
Programm Gradierbares Rechteck
Programm Bündchenkragen
Programm Rock
Allgemeine Hinweise
308
309
313
314
316
320
325
Kapitel 20
Fachsprache II
20.1
20.2
20.3
20.4
20.5
Themen für Fortgeschrittene
328
Automatische Längenanpassung
334
Ansatzlinie mit Minimum als Externe
Funktion
337
Hemdkragenkonstruktion
339
Konstruktionsbaustein Schulternahtverlegung
341
Anhang A
Neuerungen der Version 11
A.1
A.2
A.3
Neuerungen im Programm GrafisKonstruktion
347
Neuerungen im Programm GrafisSchnittbild
348
Neuerungen der interaktiven Konstruktionen
348
Anhang B
Grafis installieren und einrichten
B.1
B.2
B.3
B.4
B.5
B.6
B.7
Grafis-Installation
351
Systemeinstellung Grafis-Setup
353
Grafis Verzeichnisstruktur
358
Parameter der Grafis.ini
359
Drucker/Plotter einrichten
365
Plotteranpassung und Drucker/Plotter im
Netzwerk
367
Einstellungen für den EPN-Export an
Gerber
369
Anhang C
Autonester installieren und einrichten 371
Anhang D
Plotmanager installieren und einrichten
377
Einleitung
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©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012
Das System Grafis
Das Lehrbuch und die Grafis- Lehrgänge
Zum Leistungsumfang von Grafis gehören die Erstschnittentwicklung, die Schnittvergrößerung/ -verkleinerung und ein industrielles Schnittbildlegesystem. Die Schnittvergrößerung/ -verkleinerung kann
sowohl nach dem Konstruktionsprinzip als auch mit
Sprungwerten erfolgen.
Während der Modellentwicklung speichert Grafis
die Konstruktions- und Gestaltungsschritte indem es
unmerklich ein Protokoll führt. Das Protokoll kann
später für andere Größen automatisch abgearbeitet
werden. Das Herkömmliche Gradieren des Erstschnittes entfällt daher.
Grafis protokolliert auch das Ableiten von Teilen.
Damit sind die Abhängigkeiten zwischen den Teilen
bekannt. Änderungen an einem Teil werden automatisch auf alle davon abhängigen Teile übertragen.
Die Verwendung von Konstruktionsparametern
während der Modellentwicklung erlaubt nachträgliche Schnittvariationen allein durch Verändern der
Parameter.
Das Lehrbuch soll einen autodidaktischen Einstieg in
Grafis ermöglichen und/oder als begleitendes Unterrichtsmaterial für Grafis- Lehrgänge dienen.
In Viersen/ Deutschland werden die Lehrgänge Grafis I und Grafis II angeboten. Gegenstand des Lehrganges Grafis I sind die Kapitel 1 bis 10 des Lehrbuches. Die Kapitel 11 bis 17 des Lehrbuches werden
in Grafis II behandelt. Aus Kapitel 16 Sprungwertgradieren wird speziell das Digitalisieren einer Modell- oder Nestzeichnung und deren Weiterverwendung trainiert.
Zum Komplex Grafis III gehören die Inhalte der
Kapitel 19 und 20 ‚Grafis-Fachsprache’. Das Beschäftigen mit den Inhalten von Grafis III ist zu empfehlen,
wenn der Anwender
• eigene Konstruktionen oder Konstruktionsmodule mit der Grafis- Fachsprache erstellen,
• ein eigenes Konstruktionssystem anlegen oder
• umfassende Kenntnissen zur Installation des
Systems und zur Systempflege erwerben möchte.
Alle Lehrbuch-Kapitel stehen in deutscher und englischer Sprache zum Download im Internet bereit.
Voraussetzungen
Voraussetzungen für das Erlernen von Grafis sind
• Grundkenntnisse in der Anwendung von Computern, insbesondere die Benutzung der Tastatur
und der Maus sowie die Arbeit mit Ordnern und
Dateien und
• gute Kenntnisse der Bekleidungskonstruktion.
Der Umgang mit Grafis kann auch ohne Kenntnisse
in der Bekleidungskonstruktion erlernt werden, zum
Beispiel für den Einsatz von Grafis in der Polstermöbelindustrie. Grundsätzlich gilt, dass Grafis den Bleistift, das Lineal und den Winkelmesser des Anwenders ersetzt, jedoch nicht sein Wissen über Konstruktion.
Ausblick
Grafis kann nur dann optimal genutzt werden, wenn
der Anwender umfassend und gut geschult wurde.
Zur Förderung der Ausbildung wird das GrafisTeam auch weiterhin eine frei kopierbare, kostenlose Übungsversion zur Verfügung stellen. In Vorbereitung ist eine CD mit Videos zum Lehrbuch. Aktuelle Informationen und Downloads werden unter
www.grafis.de veröffentlicht.
Viersen, im Februar 2012
Kapitel 1
Grundkonstruktionen holen
________________________________________________________________________________________________________________
©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012
Zu Beginn dieses Kapitels werden wichtige Regeln
Inhalt
für die Arbeit mit Grafis erläutert. Danach lernen Sie
1.1 Wichtige Regeln für die Arbeit mit Grafis .......... 9
das Starten und Verlassen des Systems Grafis sowie
1.2 Starten von Grafis............................................. 10
die Einteilung des Grafis-Bildschirmes.
1.3 Holen von Grundkonstruktionen..................... 12
1.4 Ändern der Bildschirmansicht .......................... 12
1.5 Grafis beenden ................................................. 13
1.6 Übungen........................................................... 13
__________________________________________
1.1 Wichtige Regeln für die Arbeit mit Grafis
Grafis-Maße
In Grafis wird generell mit folgenden Maßen gearbeitet:
Längen
Abstände
mm (Millimeter)
Radien
Körpermaße
mm (Millimeter)
Winkel
Grad (Rechter Winkel =90°)
Richtung
mm2 (Quadratmillimeter)
Flächen
Prozente
0-100%
Relative Längen
Beachten Sie bitte, dass die Längen- und Abstandswerte alle in Millimeter angezeigt und eingegeben
werden.
Maustastenbelegung in Grafis
In diesem Lehrbuch werden für die Bezeichnung der
linken und rechten Maustaste die Symbole
und
verwendet.
Die linke Maustaste ist in Grafis die „Machertaste“
und dient zum Auswählen, Anpicken oder Aktivieren
(Bild 1-1).
Linke Maustaste
Auswahl, Anpicken, Aktivieren
Rechte Maustaste
Abbruch, Rückkehr,
Beenden
Scrollrad
Bildschirm verschieben, Zoomen
Bild 1-1
Die rechte Maustaste ist die „Rückzugstaste“ und
dient zum Abbruch/ Beenden einer Funktion oder
zur Rückkehr in das nächst höhere Menü. Die Position des Kursors ist dafür ohne Bedeutung.
Das Scrollrad dient zum Verschieben des Bildschirmbildes und zum Zoomen.
Funktionstastenbelegung
Den Funktionstasten F1 bis
F12 sind in Grafis spezielle
Funktionen zugeordnet. An
dieser Stelle folgt ein Überblick mit Hinweis auf die
jeweiligen Kapitel, in denen sie näher erläutert werden:
Kapitel
Funktion
Aufruf der kontextabhängigen
3.2
F1
Hilfe
Vergrößern/ Verkleinern des
1.4
F2
Bildschirminhaltes
Schieben/ Drehen/ Flippen von
3.5
F3
Teilen sowie das aneinander
3.6
Abrollen von zwei Teilen
Bildschirminhalt auffrischen
1.4
F4
Teilepositionierung
3.1
F5
Bildschirminhalt zentrieren
1.4
F6
Bemaßungslinien zu-/ abschal7.2
F7
ten
Wechsel zwischen Teile auf
3.5
F8
Originalposition und auf Position nach Schleppen mit <F3>
12.2
F11 Rechnerfunktion zur Berechnung von Z-Werten
2.4
F12 Anzeige geholter interaktiver
Grundkonstruktionen im Modell
10
Kapitel 1 Grundkonstruktionen holen
________________________________________________________________________________________________________________
©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012
Weitere wichtige Regeln
Das Dezimalkennzeichen ist der Punkt (.).
Bsp.:
10.4
45.2°
67.9% 12.7cm2
Text- und Werteingaben sind mit
<ENTER> abzuschließen.
Der Abbruch einer Text- oder
Werteingabe erfolgt mit <ESC>.
Die Datenbasis wird in Kapitel 4.1 ausführlich
erläutert. Sie ist in Grafis geordnet nach:
Laufwerke je nach Hard- und Software
A:,...,Z:
Kollektions- Ordner und Unterordner unter
\Grafis\Basis_D\Kollekt
Ordner
als *.mdl Dateien in den KollektiModelle
ons-Ordnern oder Unterordnern
gespeichert
maximal 500 Teile pro Modell
Teile
Punkte, Linien, Texte, Schraffuren,
Objekte
Konstruktionsprotokoll, Konstruktionsparameter u.a.
1.2 Starten von Grafis
Schrittfolge zum Starten von Grafis
⇒ Anklicken des entsprechenden Symbols auf dem
Desktop oder Doppelklick auf grafis.exe im
Ordner \Grafis
⇒ Öffnen des Pull-Down-Menüs Datei (Bild 1-2)
und Anklicken von Neu… oder Öffnen …
⇒ Auswahl des gewünschten Maßsystems
⇒ Im Fall Öffnen…: Laufwerk und KollektionsOrdner auswählen
⇒ Im Fall Öffnen…: Doppelklick auf ein vorhande-
Bild 1-2
nes Modell oder Eingeben des neuen Modellnamens im Feld Dateiname und <Enter>.
Der Dialog Maßsystem auswählen
Die Beispiele und Übungen dieses Lehrbuches werden alle mit dem System Optimass (Basis_D) durchgeführt. Das Erlernte gilt gleichermaßen für alle
anderen Maßsysteme.
Sobald Sie ein Maßsystem markiert haben, erscheinen im rechten Bildteil Erläuterungen dazu. Das
gewählte Maßsystem wird durch Betätigen der Taste <ENTER>, mit Doppelklick
auf die entsprechende Zeile oder durch Anklicken von Maßsystem
starten gestartet.
Im Fall Öffnen… erscheint nach dem Start eines
Maßsystems der Dialog Modell öffnen (Bild 1-3).
Der Dialog Modell öffnen
Im Dialog Modell öffnen wählen Sie zunächst das
Laufwerk und dann den gewünschten KollektionsOrdner aus. Modelle dürfen nur in KollektionsOrdnern und deren Unterordnern angelegt werden.
Das Feld Dateiname bleibt gesperrt, bis ein Kollektions-Ordner durch Doppelklick ausgewählt wurde.
Eröffnen eines neuen Unterordners
Anzeigeoptionen:
- Detail-/Listenansicht
- Vorschau auf die
Teileliste/ das Modell
Modelle im Ordner Angebot
Unterordner im KollektionsOrdner Angebot auf Laufwerk C:
Eingabe eines neuen Modellnamens
Bild 1-3
Kapitel 1 Grundkonstruktionen holen
11
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©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012
Erst danach kann ein neuer Datei-/ Modellname
eingegeben werden (Bild 1-3).
Erstellen eines neuen Kollektions-Ordners
Wählen Sie das Laufwerk, auf dem der neue Kollektions-Ordner erstellt werden soll. Wechseln Sie ggf.
mit
in einen übergeordneten Ordner und eröff-
nen dann mit
den neuen Ordner. Der Kollektions-Ordner kann in bis zu sieben Unterordnern
untergliedert werden.
Löschen von Modellen und Ordnern
Der Dialog Modell öffnen (Bild 1-3) ermöglicht auch
das Löschen von Ordnern und Modellen. Dazu markieren Sie den Ordner oder das Modell und klicken
auf
. Nach einer Sicherheitsabfrage ist das Modell bzw. der Ordner mit allen Modellen gelöscht.
Hinweis: Sofern Grafis den Ordner nicht löschen
kann, befinden sich darin noch weitere Dateien.
Beginnen Sie rechtzeitig mit einer regelmäßigen
Datensicherung Ihrer Modelle und Maßtabellen. Nur
so können Sie Ihre Daten beispielsweise bei einem
Defekt Ihrer Festplatte restaurieren.
Namensgebung für ein neues Modell
Der Name eines Modells oder eines Ordners darf
aus den Ziffern 0...9, den Buchstaben A...Z und den
Sonderzeichen „-“ [Bindestrich] und „_“ [Unterstrich] gebildet werden.
Der
Modellname
A03HG wäre korrekt. Jedoch sollten
Sie bereits an dieser
Stelle auf eine inhaltsbezogene und
systematische Namensgebung achten,
da Sie sonst nur
schwer den Überblick über Ihre Modelle behalten werden.
Starten Sie Grafis und wählen Datei | Öffnen….
Öffnen Sie im Ordner Angebot das neue Modell
‚Test’. Doppelklicken Sie dazu auf den Ordner Angebot und geben dann den Modellnamen ‚Test’ ein.
Nach Anklicken von Öffnen oder nach <Enter>
wird das Modell angelegt und kann bearbeitet werden.
Das Grafis-Basismenü
Das Grafis-Basismenü erscheint auf dem Bildschirm
(Bild 1-4). Vergleichen Sie es mit Ihrem Bildschirmbild.
Kollektions-Ordner:
Name des Modells:
Maßsystem:
Angebot
Modell mit Passe
50-Werte-OPTIMASS
Steuerung des
Konstruktionsprotokolls
Arbeitsbereich
für die Konstruktion
Funktionenleiste des Basismenüs
Mit der linken Maustaste wählen Sie eine Funktion.
Mit der rechten Maustaste kehren Sie wieder in
dieses Menü zurück.
Teil in Bearbeitung:
Nummer, Name
Größe in Bearbeitung:
___N38_0
Bild 1-4
12
Kapitel 1 Grundkonstruktionen holen
________________________________________________________________________________________________________________
©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012
1.3 Holen von Grundkonstruktionen
1.4 Ändern der Bildschirmansicht
Schrittfolge
⇒ Im Basismenü: Anklicken
von holen
⇒ Auswählen der gewünschten
Grundkonstruktion.
Es werden Bild- und Textinformationen angezeigt.
⇒ Mit Doppelklick auf die gewünschte Konstruktion wird sie gestartet
Die Funktion holen
Alle im gewählten Maßsystem vorhandenen
Grundkonstruktionen können mit der Funktion holen gestartet werden.
Unter Allgemein befinden sich Konstruktionen, die in mehreren Maßsystemen aufrufbar sind. In
der Rubrik Optimass (Basis_D) befinden sich Konstruktionen, die nur im aktuellen Maßsystem aufrufbar sind.
Übersicht
Die Schnitte sind auf dem Bildschirm in Maßstäben
von ca. 100:1 bis 1:100 darstellbar. Die Einstellung
ist stufenlos oder mit bestimmten Werten möglich.
Zur Einstellung der Bildschirmansicht dienen die
Funktionstasten F2, F3, F4, F6, die Pfeiltasten und
das Scrollrad der Maus. Sie sind wie folgt belegt:
F2
F3
F4
F6
Funktion
Vergrößern/Verkleinern des Bildschirminhaltes
Schieben/Drehen/ Flippen von Teilen sowie
das aneinander Abrollen von zwei Teilen
(Abschnitte 3.5 und 3.6)
Bildschirminhalt auffrischen
Bild in Bildschirm zentrieren/einpassen
Die Konstruktion selbst wird bei diesen Änderungen der Bildschirmansicht nicht beeinflusst.
Schieben/ Zoomen mit dem
Scrollrad
Mit dem Scrollrad kann jederzeit die
Bildschirmansicht geändert werden.
Dabei gilt:
verschieben hoch/runter
nur Scrollrad
verschieben rechts/links
<Shift>+Scrollrad
zoomen
<Strg>+Scrollrad
Funktion Schieben / Zoomen
Mit der Funktion Schieben/Zoomen im Pull-DownMenü Bearbeiten bzw. in der
Toolbox
wird der Schnitt in Stufen
Liste vorhandener
Informationen zur Konstruktion
vergrößert/ verkleinert oder auf
Konstruktionen
dem Bildschirm verschoben. Nach
dem Anklicken von Schieben/Zoomen
Bild 1-5
erscheint eine Lupe, die folgende
Funktionen
bietet:
Holen einer Grundkonstruktion
vergrößern
linke Maustaste klicken
Eine markierte Grundkonstruktion (Bild 1-5) wird
verkleinern
rechte Maustaste klicken
durch Doppelklick aufgerufen.
verschieben
linke Maustaste gedrückt halten
Holen Sie das Grafis-Oberteil
Das Vergrößern und Verkleinern erfolgt mit der
50. Ihre erste GrundkonstrukLupe als Zentrum. Klicken Sie die interessierenden
tion erscheint auf dem BildPunkte oder Linien mit an. Verkleinern Sie mit
schirm. Bevor Sie eine andere
und bewegen Sie die Maus mit gedrückter linker
Grundkonstruktion
holen,
Maustaste.
klicken Sie im Basismenü auf
rücksetzen und dann auf Probelauf. Damit wird die vorher
geholte
Grundkonstruktion
zurückgesetzt.
Kapitel 1 Grundkonstruktionen holen
13
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©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012
Bild zentrieren/ einpassen mit <F6>
Betätigen der <F6>-Taste stellt automatisch die
Vergrößerung und Position der gesamten Konstruktion so ein, dass alle Objekte sichtbar sind. Die Konstruktion wird auf dem Bildschirm zentriert.
Vergrößern mit <F2>
Zum Vergrößern eines Teils des Bildschirminhaltes
drücken Sie die <F2>-Taste. Klicken Sie zuerst mit
auf die linke untere Ecke des zu vergrößernden
Bereiches. Durch Bewegen der Maus öffnet sich ein
Rechteck. Ziehen Sie das Rechteck nach rechts oben
auf (Bild 1-6) und klicken Sie nochmals .
2.Pickpunkt
1.5 Grafis beenden
Zum Beenden von Grafis wählen Sie im Pull-DownMenü Datei zwischen:
Speichern
Speichert den letzten Bearbeitungsstand
des Modells unter dem bisherigen Namen.
Speichern unter…
Speichert den letzten Bearbeitungsstand des
Modells unter einem neuen Namen und/oder auf
einem anderen Laufwerk (Wechseldatenträger/
Netz) und/oder einer anderen Kollektion.
Schließen
Falls das Modell noch nicht gespeichert
wurde, folgt eine Sicherheitsabfrage.
1.6 Übungen
1.Pickpunkt
Bild 1-6
Der Rechteckinhalt ist jetzt zum Bildschirminhalt
geworden. Drücken Sie die <F6> - Taste und es
erscheint wieder die gesamte Konstruktion auf Ihrem Bildschirm.
Üben Sie das Vergrößern an verschiedenen Stellen
einer Grundkonstruktion. Nach jedem Vergrößern
betätigen Sie die <F6> - Taste.
Verschieben mit Pfeiltasten
Zum Verschieben des
Bildschirminhaltes
sind die Pfeiltasten zu
betätigen. Längeres
Drücken der Tasten
erhöht die Verschiebegeschwindigkeit.
Verkleinern Sie die Konstruktion und verschieben
Sie den Bildschirminhalt mit den Pfeiltasten.
Bild neu aufbauen mit <F4>
Mit der <F4>-Taste wird der gesamte Bildschirminhalt neu aufgebaut.
Sofern identische Objekte (Punkte, Linien) zwei-,
vier-, sechs-,...-fach übereinander liegen, sind sie auf
dem Bildschirm nicht zu sehen, da sie ihr Bild gegenseitig löschen. Liegen sie ein-, drei-, fünf-...-fach vor,
sind sie zu sehen. Nach Drücken von <F4> werden
auch sich gegenseitig löschende Objekte immer
dargestellt.
Betätigen Sie bitte diese Taste öfters zu Kontrollzwecken.
1. Übung
Starten Sie Grafis mit dem Maßsystem Optimass
(Basis_D), holen die Grundkonstruktion Oberteil 10
und speichern das Modell im Kollektions-Ordner
Angebot als Modell ‚Oberteil’.
Beenden Sie Ihre Arbeit am Modell ‚Oberteil’ über
Datei | Schließen.
Öffnen Sie ein neues Modell mit Datei | Neu….,
holen die Grundkonstruktion Hose 10 und speichern
das Modell im Kollektions-Ordner Angebot als Modell ‚Hose’.
Beenden Sie Grafis über Datei | Beenden….
Starten Sie Grafis und öffnen das Modell ‚Oberteil’.
Schließen Sie das Modell über Datei | Schließen.
Im Dialog Modell öffnen löschen Sie die Modelle, die
Sie nicht mehr benötigen. Dazu markieren Sie die
Modelle und klicken auf
.
2.Übung
Starten Sie Grafis und öffnen Sie ein neues Modell
über Datei | Neu….. Klicken Sie im Basismenü auf
die Funktion holen, wählen verschiedene Konstruktionen aus und studieren die Hinweise zur Konstruktion auf den zugehörigen Karteikarten.
3.Übung
Eröffnen Sie im Maßsystem
Optimass (Basis_D) das neue
Modell ‚Test’ und holen verschiedene Grundkonstruktionen (Rock, Hose, Oberteil) aus
der Rubrik Allgemein. Setzen Sie nach dem Holen
das Protokoll jeweils durch Anklicken von rücksetzen
zurück.
Kapitel 2
Gradieren
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©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012
Inhalt
2.1 Maßtabellen...................................................... 16
2.2 Die Gradiertabelle............................................ 21
2.3 Gradieren mit Maßtabellen .............................. 22
2.4 Interaktive Konstruktion einstellen .................. 23
2.5 Übungen........................................................... 25
______________________
Die Schnittentwicklung erfolgt in Grafis zunächst nur
in der Modellgröße. Dabei werden alle Konstruktions- und Gestaltungsschritte vom System registriert, indem es unmerklich ein Protokoll führt. Dieses Konstruktionsprotokoll kann später für andere
Größen aufgerufen werden, wobei die Schnitte der
entsprechenden Größen automatisch entstehen.
Das Erstellen und Bearbeiten von Maßtabellen ist
Gegenstand des ersten Abschnittes dieses Kapitels.
Sie erstellen Standardmaßtabellen, individuelle Maßtabellen für konkrete Personen und eigene Gradierverläufe. Im zweiten Abschnitt belegen Sie die Gradiertabelle mit den gewünschten Größen für Ihr
Modell. Im dritten Abschnitt wird das Aufrufen von
Grundkonstruktionen behandelt. Daran schließen
sich erste Einstellungen von interaktiven Konstruktionen an. In allen folgenden Kapiteln erlernen Sie die
Modifikationsfunktionen von Grafis.
Nutzen Sie bitte die ausführlichen Übungen am
Ende dieses Kapitels, um das erworbene Wissen zu
festigen. Sofern Sie den Anweisungen dieses Kapitels
folgen, erhalten Sie am Ende die im Bild dargestellte
gradierte Grundkonstruktion.
16
Kapitel 2 Gradieren
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©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012
2.1 Maßtabellen
Gradieren mit Maßtabellen
Grafis arbeitet nach dem gleichen Prinzip wie es in
Büchern für Bekleidungskonstruktion gelehrt wird,
nur nutzt es dafür den Computer. Danach erfolgt
die Schnittentwicklung in drei Schritten.
Erster Schritt: Erstellen von Maßtabellen mit den
Körpermaßen aus offiziellen oder firmenspezifischen
Konfektionsmaßtabellen oder mit den Maßen konkreter Personen.
Zweiter Schritt: Auf Basis der Maßtabellen werden
vorbereitete Grundkonstruktionen für z.B. Oberteil,
Rock, Hose, Ärmel durchgerechnet. Die Grundkonstruktionen können noch interaktiv in Bezug auf
Passform, Gestaltung und technologische Aspekte
eingestellt werden.
Dritter Schritt: Die Grundkonstruktionen aus dem
zweiten Schritt sind Ausgangspunkt für die Modellierung von Schnittentwicklungsteilen, aus denen anschließend die Produktionsteile abgeleitet werden.
Das Konstruktionsprinzip benötigt keine Sprungwerte. Grundlage zur Erzeugung der Produktionsschnitte in den verschiedenen Größen sind Maßtabellen.
Jede Größe wird durch eine spezifische Maßtabelle
repräsentiert.
Maßtabellen in Grafis
Maßtabellen sind jederzeit zugänglich und können
für vorbereitete Konfektionsgrößen, eigene Größenverläufe wie auch für konkrete Personen erstellt
werden.
Filter nach
Maßtabellentyp
Liste vorhandener
Maßtabellen
Filter nach Namen
Jede Maßtabelle gilt für ein bestimmtes Maßsystem
(z.B.: Maßsystem für Herren, Damen oder Kinder).
Es ist auch möglich, eigene Maßsysteme in Grafis
einzubinden.
Die Auswahl des Maßsystems erfolgt bereits beim
Start von Grafis (siehe Abschnitt 1.2).
Grafis unterscheidet Standardmaßtabellen und
individuelle Maßtabellen. Standardmaßtabellen
enthalten die Maße vorbereiteter Konfektionsgrößen. Die Werte und die Bezeichnung dieser Maßtabellen sind nicht änderbar. Individuelle Maßtabellen
enthalten gemessene Körpermaße oder die Körpermaße firmenspezifischer Gradierverläufe. Individuelle Maßtabellen können jederzeit geändert werden.
Die Bezeichnung von Standardmaßtabellen beginnt
immer mit dem Zeichen „_“. Die Maßtabelle
___N36_0 ist die Standardmaßtabelle der Größe 36
im aktiven Maßsystem. Bitte beachten Sie auch die
verschiedenen Kennungen der Figurtypen abhängig
vom Maßsystem, z.B. ein vorangestelltes „S“ für den
kurzen und ein vorangestelltes „L“ für den langen
Figurtyp.
Jede Maßtabelle ist eine einzelne Datei im angezeigten Ordner Ihres Computers. Maßtabellen
werden nicht im Modell gespeichert. Speziell
Ihre Individuellen Maßtabellen müssen in Ihre
regelmäßige Datensicherung mit einbezogen
werden.
Das Bearbeiten von Maßtabellen erfolgt im Dialog
Maßtabellen bearbeiten (Bild 2-1), das aus dem PullDown-Menü Extras | Maßtabellen bearbeiten aufgerufen wird. In der Mitte des
Fensters befindet sich die
Liste vorhandener Maßtabellen. Links neben der Liste
kann eingestellt werden,
welche
Maßtabellentypen
angezeigt werden sollen. Ein
Filter nach MaßtabellenNamen befindet sich unter
der Liste. In der Liste können auch mehrere Maßtabellen markiert werden. Ein
Kontextmenü mit Funktionen unter anderem zum
Ausschneiden, Kopieren und
Löschen öffnet sich mit der
rechten Maustaste .
Das Anzeigen der Maßtabellen ist über den Button
Öffnen möglich. Die Art der
Darstellung
unterscheidet
sich für die Anzeige entweder einer einzelnen MaßtaBild 2-1 belle und für die Anzeige
mehrerer Maßtabellen.
Kapitel 2 Gradieren
17
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©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012
Das Anlegen von „Zwischengrößen“, wie beispielsweise „_N41_0“ oder „_N38_0“ ist ebenfalls möglich. Passen Sie dazu die Vorgaben für den Größenbereich und den Größenabstand an.
Standardmaßtabellen erstellen
Schrittfolge
⇒ Extras | Maßtabellen bearbeiten
⇒ Button Neu/Anlegen
⇒ Schalter Standard-/ individuelle Maßtabelle auf
Standardmaßtabelle setzen
⇒ Auswahl des gewünschten Figurtyps
⇒ Eingabe des gewünschten Größenbereiches und
des Größenabstandes
⇒ Button OK
Erstellen einer Individuellen Maßtabelle
Schrittfolge
⇒ Extras | Maßtabellen bearbeiten
⇒ Button Neu/Anlegen
⇒ Option Einzelne Individuelle Maßtabelle aktivieren
⇒ Eingabe des Namens der Maßtabelle
⇒ Button OK
⇒ Korrektur der individuellen Maßtabelle, indem
die an der Person gemessenen Werte in die Tabelle eingetragen werden
Erstellen Sie gemäß der Schrittfolge eine individuelle
Maßtabelle. In das Feld
Name geben Sie den gewünschten Namen der
Maßtabelle ein, wie zum
Beispiel den Namen der
Person oder eine Kundennummer. Der Name darf
maximal 8 Zeichen lang
sein und darf nicht mit „_“
beginnen. Nach OK wurde
die vorläufige individuelle
Bild 2-2
Grafis erstellt Standardmaßtabellen automatisch, sobald sie beim Gradieren benötigt werden.
Körpermaß-Filter
Körpermaß-Filter
editieren / erstellen
Filtername
Körpermaße,
die angezeigt werden
Konstruktionen, für die die
benötigten Körpermaße immer
angezeigt werden sollen
Bild 2-3
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Kapitel 2 Gradieren
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©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012
Maßtabelle erstellt. Es öffnet sich das Fenster zum
Editieren einer einzelnen individuellen Maßtabelle
(Bild 2-3 Hintergrund). Jetzt müssen die individuellen Werte eingetragen werden.
Editieren einer Individuellen Maßtabelle
Nach dem Anlegen einer neuen individuellen Maßtabelle oder beim Öffnen einer einzelnen individuellen
Maßtabelle erscheint der Dialog gemäß Bild 2-3
(Hintergrund).
Es werden zunächst alle Körpermaße angezeigt, die
für das aktuelle Maßsystem verfügbar sind. Einige
Maßsysteme enthalten sehr viele Maße, wie zum
Beispiel Optimass. Die einzelnen KörpermaßGrundkonstruktionen werten jeweils nur ganz bestimmte Maße aus. Welche Maße die jeweilige Konstruktion verrechnet, steht in der Hilfe zur Konstruktion. Die Konstruktion Rock 10 nutzt beispielsweise die drei Körpermaße Gesäßumfang, Taillenumfang und Gesäßlänge. Die Konstruktion Rock 30
ist eine Fertigmaßkonstruktion. Sie benötigt keine
Körpermaße, sondern wird über Stützgrößen interaktiv eingestellt.
Zur besseren Übersicht kann jeder Nutzer eigene
Körpermaß-Filter (Bild 2-4) anlegen. Beim Einstellen der Filter (Bild 2-4 Vordergrund) werden links
die anzuzeigenden Maße gewählt. Zusätzlich können
rechts noch Grafis-Konstruktionen gewählt werden,
mit denen der Anwender arbeitet.
Erstellen Sie einen Körpermaßfilter „Alle Grundkonstruktionen“
und
aktivieren
alle
GrafisKonstruktionen. Damit erscheinen nur die für dieses
Lehrbuch tatsächlich benötigten Maße.
Geben Sie in die Spalte Individuell einige konkrete
Maße der Person ein. Die Spalte Standard ist zunächst noch unbelegt. Bevor die Maßtabelle gespeichert werden kann, muss die zur Maßtabelle in
etwa passende Standardmaßtabelle eingestellt
werden. Die Standardmaßtabelle wird zunächst zur
Vorbelegung der Maße benutzt. Darüberhinaus hat
sie große Bedeutung bei der späteren Arbeit mit XWerten und bei der Nutzung der interaktiven Konstruktionen. Deaktivieren Sie zunächst den Schalter
Auto BestFit und wählen in der ComboBox links
daneben eine geeignete Größe aus. In der Spalte
Differenz wird Ihnen die Differenz zwischen dem
gemessenen und dem Vorbelegungswert angezeigt.
Wählen Sie eine andere Größe aus und entscheiden
sich dann für eine Ihrer Meinung nach geeignete
Größe.
Zur automatischen Suche einer passenden Standardmaßtabelle dienen die BestFit Funktionen (Bild
2-4). Öffnen Sie die Einstellungen für BestFit und
wählen links die Figurtypen aus, in denen eine Standardmaßtabelle gesucht werden soll. Wählen Sie
zunächst nur den Figurtyp für normale Größen aus.
Erst wenn Sie tatsächlich Modelle für mehrere Figurtypen erstellen oder beispielsweise in Optimass mit
Herren-Größen arbeiten, dann wählen Sie hier einen
BestFit Funktionen
Bild 2-4
Kapitel 2 Gradieren
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©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012
oder mehrere andere Figurtypen. Rechts im Fenster
aktivieren Sie die Hauptmaße für BestFit. Auf Basis
dieser Maße versucht Grafis, Ihnen eine passende
Standardmaßtabelle vorzuschlagen.
Während der Eingabe von Körpermaßen kann der
Schalter Auto BestFit aktiv sein. Nach jeder Werteingabe wird dann automatisch nach einer geeigneten
Größe gesucht. Ist er nicht aktiv, dann starten Sie
die Suche mit dem Button BestFit suchen.
Möchten Sie selbst eine passende Größe suchen,
dann deaktivieren Sie Auto BestFit und stellen die
Standardmaßtabelle wie beschrieben manuell ein.
Sie können jederzeit Meßwerte in eine individuelle
Maßtabelle eintragen bzw. die darin enthaltenen
Werte korrigieren. Doppelklick auf die zu bearbeitende Maßtabelle in der Liste vorhandener Maßtabellen (Bild 2-1) stellt sie analog Bild 2-3 dar.
Achtung, alle Längenangaben müssen in mm
erfolgen! Gültigkeit haben
jeweils die fett dargestellten
Werte.
Änderungen werden in der
Konstruktion/ im Schnitt erst
wirksam, nachdem die Konstruktion neu durchgerechnet
wurde. Dies geschieht durch
Anklicken von Probelauf oder
gradieren.
Es gibt drei Editiervarianten (Bild 2-6):
1 - Maße editieren und Differenzen anzeigen
2 - Maß der Basisgröße editieren und Differenzen editieren
3 - Maße editieren
Nutzen Sie die erste Variante Maße editieren und
Differenzen anzeigen (Bild 2-6), um Körpermaße
hintereinander einzugeben. Die Differenzen zu den
benachbarten Größen werden nach jeder Eingabe
automatisch neu berechnet.
Nutzen Sie die zweite Variante Maß der Basisgröße editieren und Differenzen editieren (Bild 2-7),
wenn Sie ein Körpermaß über alle Größen hinweg
um einen festen Betrag verändern wollen oder
wenn Sie den Wert der Basisgröße und die Differenzen eingeben möchten. Die Änderungen übertragen
sich über die Größen hinweg, die miteinander gekoppelt sind. Die Kopplung wird durch das entsprechende Symbol
oder
in der dritten Zeile
Anlegen eines eigenen Gradierverlaufes
Schrittfolge
⇒ Extras | Maßtabellen bearbeiten weiter mit Erstellen
⇒ Gradierverlauf aus individuellen Maßtabellen aktivieren und den gewünschten
Figurtyp wählen
⇒ Größenbereich
und
Größenabstand einstellen
⇒ Kennung, z.B. „A“ eingeben; Die Kennung kann
vor oder nach der Ziffer
stehen. Alternativ kann
über frei auch eine freie
Namensvergabe erfolgen, beispielsweise für
die Größenbezeichner
XS, S, M, L, XL.
⇒ Weiter mit OK. Die
Individuellen Maßtabellen
Ihres
Gradierverlaufes
werden analog Bild 2-6
zum Editieren angeboten.
Bild 2-5
Editiervarianten
Körpermaß-Filter
Werte
Differenzen zur
vorhergehenden Größe
Bild 2-6
20
Kapitel 2 Gradieren
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©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012
symbolisiert und kann durch Anklicken gewechselt
werden.
Die dritte Variante Maße editieren ist die kürzeste
Ansicht, in der alle Körpermaße nacheinander eingegeben werden.
Mit der TAB - Taste wechselt die Eingabe zur
nächsten Größe. Mit der Enter - Taste wechselt die
Eingabe zum nächsten Körpermaß. Geänderte Werte werden rot markiert. Die Markierung wird erst
beim Speichern zurückgesetzt. Änderungen können
zurückgesetzt und wieder hergestellt werden.
Basisgröße
Editieransicht
Entkoppeln der
Größengänge ‚A’ und ‚B’
für Wertänderungen
Übungen
1. Übung
Erstellen Sie für Frau BERGER eine individuelle Maßtabelle im Maßsystem OPTIMASS unter Verwendung von BestFit. Editieren Sie folgende, an Frau
BERGER gemessene Werte:
• Brustumfang:
925mm
• Gesäßumfang: 960mm
• Taillenumfang: 710mm.
Erstellen Sie für Frau MEIER und Frau SCHULZE
eine individuelle Maßtabelle,
editieren Sie jeweils verschiedene Werte, wie beiMit Ziehen der ersten Zeile
können die Maßtabellen
spielsweise
Brustumfang,
umsortiert werden.
Gesäßumfang,
Schulterlänge.
Achten Sie auf
eine geeignete Sortierung!
Löschen Sie die Maßtabellen
von Frau MEIER und Frau
SCHULZE.
Erstellen Sie Ihre persönliche Maßtabelle und lagern
Sie diese anschließend über
Extras |Maßtabellen Ex-/
Import aus.
Legen Sie den eigenen Gradierverlauf gemäß Bild 27 an. Beide Gradierverläufe haben jeweils 5 Größen
auf Basis des Figurtyps _N DOB normal. Die beiden
Gradierverläufe unterscheiden sich in ihren Sprüngen der Körpermaße sowie in den Werten der jeweiligen Basisgröße 40.
Um die Tabelle aus Bild 2-7 zu erzeugen, müssen
die Größengänge zunächst separat angelegt werden,
analog Bild 2-5 jeweils mit dem Größenbereich 36
bis 44. Im Dialog Maßtabellen bearbeiten (Bild 2-1)
markieren Sie dann alle zehn Maßtabellen A36 bis
A44 und B36 bis B44 und drücken auf Öffnen. Die
Maßtabellen werden nach ihrer Standardmaßtabelle
sortiert. Stellen Sie die zweite Editiervariante ein
und aktivieren den Körpermaß-Filter Alle Grundkonstruktionen. Sortieren Sie jetzt die Größen in die
abgebildete Reihenfolge, indem Sie in der ersten
Zeile ziehen. Entkoppeln Sie dann die beiden Gradierverläufe, damit Wertänderungen nur in einem
Gradierverlauf wirksam werden.
2. Übung
Erstellen Sie einen individuellen Gradierverlauf im Maßsystem OPTIMASS für den
Figurtyp _S DOB kurz,
normalhüftig, Größenbereich
Bild 2-7 von 34 bis 44, Größenabstand 2 und mit Code ‚Test’
davor. Markieren Sie die Größe Test38 in der Übersicht als Basisgröße. Nutzen Sie die zweite Variante
Maß der Basisgröße editieren und Differenzen
editieren zum Editieren der Maße. Ändern Sie für
den Brustumfang die Differenzen zwischen den
Größen 34 und 40 auf 35mm und für den Gesäßumfang auf 45mm. Speichern Sie anschließend den
individuellen Gradierverlauf.
3. Übung
Erstellen Sie für Herrn Müller eine individuelle Maßtabelle im Maßsystem OPTIMASS unter Verwendung von BestFit. Legen Sie einen Maßfilter an, der
nur die Hosenmaße anzeigt. Stellen Sie in den
BestFit Einstellungen ein, dass nur HerrenFigurtypen durchsucht werden. Editieren Sie folgende, an Herrn MÜLLER gemessene Werte:
• Gesäßumfang:
900mm
• Taillenumfang:
670mm
• Oberschenkelumfang 555 mm
Kapitel 2 Gradieren
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©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012
2.2 Die Gradiertabelle
Aufrufen der Gradiertabelle
Das Aufrufen dieses Menüs erfolgt über Extras |
Gradiertabelle. Öffnen Sie die Gradiertabelle und
lesen Sie die Erläuterungen in Bild 2-8.
Der Inhalt der Gradiertabelle
Mit jedem Modell wird eine Gradiertabelle gespeichert. Auf der ersten Position der Gradiertabelle
steht die Maßtabelle zur Schnittentwicklung, die so
genannte Modellgröße. Im Maßsystem Optimass
wird automatisch die Größe N38 eingetragen. Der
Nutzer kann jederzeit eine andere Maßtabelle, auch
eine individuelle Maßtabelle, als Modellgröße einsetzen. Auf die weiteren Positionen der Gradiertabelle
werden alle im Modell gewünschten Maßtabellen
eingetragen.
Die Schnittentwicklung wird in der Modellgröße
durchgeführt. Gradieren bedeutet automatisches
Abarbeiten des gespeicherten Konstruktionsprotokolls für die in der Gradiertabelle enthaltenen, aktivierten Maßtabellen. Die automatische Neukonstruktion ist möglich, da sich Grafis alle Konstruktionsschritte gemerkt hat und für andere Maßtabellen wiederholt.
Eintragen und Ändern in der Gradiertabelle
Zum Eintragen einer Maßtabelle klicken Sie in der
Spalte der Maßtabellen auf die gewünschte Position.
Rechts neben der Gradiertabelle erscheint ein Fenster mit allen verfügbaren Standardmaßtabellen oder
„;“ steht für aktiv
„ “ steht für NICHT aktiv
für die automatische Konstruktion
allen vorhandenen Individuellen Maßtabellen. Sofern
Sie Standardmaßtabellen in die Gradiertabelle eintragen möchten, aktivieren Sie die Option Standardmaßtabellen und wählen den gewünschten
Figurtyp. Mit der Option Individuelle Maßtabellen
werden alle vorhandenen Individuellen Maßtabellen
aufgelistet. Falls die gewünschte Individuelle Maßtabelle nicht in der Liste erscheint, muss sie neu erstellt werden, siehe Abschnitt 2.1.
Klicken Sie dann auf die Maßtabelle, die in die Gradiertabelle eingetragen werden soll. Die aktuelle
Eingabezeile wechselt nach dem Eintragen automatisch eine Position weiter nach unten, so dass das
Eintragen ohne Unterbrechung mit der nächsten
Position fortgesetzt werden kann. Auch mehrere
Maßtabellen können ausgewählt und gleichzeitig
übernommen werden. Betätigen der rechten Maustaste beendet das Eintragen.
Zum Entfernen von Maßtabellen aus der Gradiertabelle markieren Sie die Maßtabelle oder wählen
mit <Shift> bzw. <Strg> mehrere Maßtabellen
aus. Nach Betätigen des Buttons Löschen oder der
Taste <Del> wird die Maßtabelle aus der Gradiertabelle entfernt, jedoch nicht aus der Liste der vorhandenen Maßtabellen gelöscht. Durch erneutes
Eintragen steht auch diese Maßtabelle wieder für das
Gradieren zur Verfügung.
Da in der Regel nicht alle Maßtabellen der Gradiertabelle gleichzeitig gradiert werden sollen, ist in
Grafis eine Auswahlmöglichkeit integriert. Die
Maßtabellen, die gradiert werden sollen, sind in der
Laufende Nummer
In dieser Reihenfolge erfolgt die
automatische Konstruktion.
Auswahloptionen für
die Liste verfügbarer
Maßtabellen
Für Standardmaßtabellen
wird zusätzlich noch der
Figurtyp gewählt.
X-Wert-Verweis
(Kapitel 11)
Bezeichnung / Name der
Maßtabelle
Liste verfügbarer
Standardmaßtabellen
oder Individueller
Maßtabellen
Sie erscheint nach
Anklicken einer
Maßtabellenposition in der
Gradiertabelle.
Bild 2-8
22
Kapitel 2 Gradieren
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©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012
Gradiertabelle mit „;“ gekennzeichnet (aktiviert).
Durch Anklicken kann zwischen aktiviert „;“ und
nicht aktiviert „ “ gewechselt werden.
Eine vereinfachte Handhabung bietet das Ziehen
der Maus bei gedrückter linker Maustaste. In der
Gradiertabelle lassen sich so Einträge auf benachbarte Positionen schnell übertragen. Das gilt für das
Zeichen „;“ und leere Maßtabellen-Plätze.
Mit Maßtabellen bearbeiten werden die Maßtabellen aller in der Gradiertabelle eingetragenen Größen
in einer Tabelle angezeigt.
Übung
In dieser Übung soll die Gradiertabelle aus Bild 2-8
erzeugt werden.
Nach dem Eröffnen eines neuen Modells enthält die
Gradiertabelle nur die Größe N38 als Modellgröße.
Fügen Sie auf die zweite Position die Größe N36 ein.
Dazu klicken Sie in die Spalte der Maßtabellen in die
Zeile der zweiten Position. Es öffnet sich rechts das
Fenster mit allen vorhandenen Maßtabellen. Wählen
Sie als Maßtabellen-Typ Standardmaßtabellen und
stellen den Figurtyp „_N DOB normal“ ein. Klicken
Sie die Größen „__N36_0“ und „__N38_0“ an. Die
Maßtabellen erscheinen auf der 2. und 3. Position
der Gradiertabelle. Betätigen Sie
und das Übernehmen ist beendet.
Wechseln Sie zwischen aktiv und nicht aktiv dieser
Maßtabelle, indem Sie mehrmals auf die Positionsnummer „; 02“ klicken.
Markieren Sie jetzt die 4. Position und wählen in der
Liste der Maßtabellen rechts mit gedrückter linker
Maustaste die Größen „__N42_0“ bis „__N46_0“
aus. Stellen Sie den Figurtyp „_S DOB kurz, normalhüftig“ für die kurzen Größen ein und übernehmen
die Größen „__S36“ bis „__S46“ auf die folgenden
Positionen. Markieren Sie alle kurzen Größen und
entfernen sie wieder aus der Gradiertabelle.
Ordnen Sie jetzt mit dem soeben Gelernten die
anderen abgebildeten Maßtabellen in die Gradiertabelle ein. Lassen Sie sich mit Maßtabellen bearbeiten
die Maße aller Größen der Gradiertabelle anzeigen.
2.3 Gradieren mit Maßtabellen
Gradieren in Grafis
Gradieren ist in Grafis eine
automatische Ähnlichkeitskonstruktion. Alle Konstruktionsschritte der Modellgröße
werden für die zu gradierenden Maßtabellen wiederholt.
Während der Konstruktion
muss die nachfolgende Ähnlichkeitskonstruktion bereits
berücksichtigt werden. Das Konstruieren in Grafis
wird dadurch nicht schwieriger, sondern eleganter
und interessanter.
Gradieren starten
Das Gradieren wird gestartet
über: Basismenü --> gradieren
Gradiert werden nur die
Größen, die in der Gradiertabelle eingetragen und aktiviert
sind.
Erstellen Sie eine Gradiertabelle gemäß Bild 2-8 und
holen die Grundkonstruktion Oberteil 10. Starten Sie
gradieren. Auf Ihrem Bildschirm erscheint die Oberteil-Konstruktion in den Größen N36 bis N44.
Die Modellgröße erscheint auf weißem Bildschirm immer in blauer Farbe bzw. auf schwarzem Bildschirm in gelber Farbe!
Tragen Sie in der Gradiertabelle die kurzen Größen
„__S36“bis „__S46“ ein und deaktivieren Sie die
bereits gradierten Größen. Starten Sie gradieren und
auf dem Bildschirm erscheinen alle bereits gradierten Größen und zusätzlich die kurzen Größen. Änderungen in der Gradiertabelle führen zum Gradieren weiterer Größen, jedoch nicht zum Löschen
bereits gradierter Größen. Für einen Bildneuaufbau
muss die Funktion Probelauf oder eine andere Protokollfunktion aus dem Basismenü gestartet werden.
Danach kann erneut gradiert werden.
Übung
Aktivieren Sie alle Maßtabellen der Gradiertabelle
und gradieren Sie.
Aktivieren Sie in der Gradiertabelle nur die Modellgröße und die kurzen Größen und gradieren Sie.
Starten Sie Probelauf aus dem Basismenü und danach
erneut gradieren. Auf dem Bildschirm sehen Sie die
Grundkonstruktion für die Modellgröße und die
kurzen Größen.
Starten Sie andere Grundkonstruktionen und gradieren Sie diese. Verwerfen Sie die gradierten Grundkonstruktionen durch Anklicken von N*rücksetzen
im Basismenü. Ändern Sie auch die Gradiertabelle.
Hinweis
Es ist zu empfehlen, das Gradieren während der Konstruktion öfters zu Testzwecken zu benutzen. Dazu sollten in
der Gradiertabelle einige extreme Maßtabellen aktiviert sein, wie beispielsweise
die Größen N36, N46 und N54.
Auf diese Weise können die Konstruktionsschritte direkt überprüft und späteres
Rücksetzen vermieden werden.
Kapitel 2 Gradieren
23
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2.4 Interaktive Konstruktion einstellen
Schrittfolge
⇒ Konstruktion holen (siehe Abschnitt 1.3)
⇒ Konstruktion aktivieren mit Doppelklick oder
aus der Übersicht mit <F12>
⇒ Optionen der Konstruktion einstellen
⇒ Schleppbereiche aktivieren und die KonstrukMenü für interaktive Konstruktionen
tion einstellen; dabei Raster und auch Vergleich
benutzen.
Konstruktion aktivieren
Alle Konstruktionen, die in das Modell geladen wurden, können entweder
• durch Doppelklick auf die betreffende Konstruktion oder
• nach <F12> in der Liste interaktiver Konstruktionen (Bild 2-9) aktiviert werden.
Form laden
Form speichern
Stützgrößen
Raster
Bild 2-9
+/-Magnet
+/-Lineal
+/-Notizen
+/-Optionen
+/-Werte
+/-Bemaßung
Bemaßung setzen
+/-Vergleich
Vergleich setzen
Die Liste interaktiver Konstruktionen (Bild 2-9)
enthält alle im Modell geholten Konstruktionen und
die Nummer des Teiles, in das sie geholt wurden.
Die Sortierung erfolgt nach den Teilnummern.
Rechts im Fenster befindet sich eine Vorschau auf
die markierte Konstruktion. Eine Konstruktion wird
durch Doppelklick oder Markieren und Starten aktiviert.
Optionen einstellen
Nach dem Aktivieren einer Konstruktion erscheint
das Menü für interaktive Konstruktionen.
+/-Stapel
Stapel setzen
Änderungsschritte
Anfangszustand
Schritt zurück
Schritt vor
Ende
Abbruch
Hilfe zur Konstruktion
Bild 2-10
Zu jeder Konstruktion gibt es mehr oder weniger
viele Optionen. Die Übersicht der Optionen (Bild 210) öffnet sich durch Umschalten auf
+Optionen in der rechten Menüleiste. Das
Optionen-Fenster kann beliebig verkleinert werden. Sind nicht alle Optionen sichtbar, dann
erscheinen am Fensterrand die Scrollbalken. Die
aktive Option ist hervorgehoben (Bild 2-10 links
oben). Betätigen der Pfeiltasten, des Rollrades der
24
Kapitel 2 Gradieren
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Maus oder Verändern des Schiebereglers links vom
Bild verändert die aktive Option. Durch Anklicken
wird eine andere Option ausgewählt.
Die Änderung einer Option wird sofort in der dahinterliegenden Konstruktion wirksam. Wir empfehlen
die Arbeit mit einem verkleinerten OptionenFenster, damit Sie die Veränderungen an der Konstruktion verfolgen können.
Übung
Eröffnen Sie ein neues Modell, holen in Teil 001 die
Grundkonstruktion Rock 20 und aktivieren sie. Stellen Sie folgende Optionen ein (Bild 2-10):
• Seitennaht konturengleich
• Ausgleich Taille an Seitennaht: ja
• Saumrichtung in Seitennaht gekoppelt.
Schleppbereiche
Jede Konstruktion hat ein oder mehrere Schleppbereiche. Die Schleppbereiche werden über das Kontextmenü
ausgewählt,
das sich nach Klicken der
rechten Maustaste öffnet.
Die
Schleppbereiche
wurden zur besseren
Übersicht
eingeführt,
damit nicht zu viele
Punkte gleichzeitig veränderbar sind. Nach dem
Aktivieren einer interaktiven Konstruktion ist der
erste
Schleppbereich
Bild 2-11
aktiv. Er ist im Kontextmenü mit einem Häkchen gekennzeichnet (Bild 211).
Schlepppunkte
In den Schleppbereichen erscheinen an der Konstruktion kleine rote Punkte. Das sind die sogenannten Schlepppunkte, mit denen die Konstruktion
interaktiv verändert werden kann. In der Nähe eines
Schlepppunktes wird am Kursor zusätzlich ein Symbol angezeigt, wie die Konstruktion mit diesem
Schlepppunkt verändert wird. Es gibt folgende Symbole:
Der Schlepppunkt wird bewegt ...
frei
nur in X-Richtung
nur in Y-Richtung
frei, symmetrisch
nur in X-Richtung, symmetrisch
nur in Y-Richtung, symmetrisch
frei, asymmetrisch
nur in X-Richtung, asymmetrisch
nur in Y-Richtung, asymmetrisch
Die Kurve wird verändert ...
frei
symmetrisch
asymmetrisch
Der Winkel wird verändert ...
frei
symmetrisch
asymmetrisch
Der Punkt gleitet entlang einer Linie.
Ein Schlepppunkt wird durch Anklicken aktiviert.
Der zusätzlich mit einem grünen Rechteck
gekennzeichnete Punkt ist der aktive Schlepppunkt.
Das Werte-Fenster
(Bild 2-12) enthält die
Werte für den aktiven
Schlepppunkt, wobei
es nur ein oder zwei
größenabhängige Werte je Schlepppunkt
geben kann. Es gibt nur
dann zwei Werte,
Bild 2-12
wenn der Punkt mit
sowohl in X- als auch in Y-Richtung frei bewegt
werden kann.
Schleppen eines Punktes
Jeder Schlepppunkt kann
• interaktiv durch Schleppen des Punktes oder
• direkt durch Eingabe eines Wertes im WerteFenster verändert werden.
Beim interaktiven Schleppen des Punktes kann auch
das Raster eingeschaltet werden. Klicken Sie dazu
auf eine der Zahlen 01 05 10 25 25 in der
rechten Menüleiste. Der zum Schlepppunkt gehörende Wert verhält sich entsprechend dem eingestellten Raster. Zum Deaktivieren des Rasters stellen Sie auf 00.
Mit +Werte wird beim Schleppen direkt
am Kursor auch der Wert angezeigt.
Wechsel auf +Vergleich macht einen
Vergleich sichtbar. Das ist entweder der
Stand der Veränderungen beim letzten
Anklicken von Vergleich setzen oder der
Ausgangszustand.
Durch Anklicken von <= oder
=> setzen Sie Änderungsschritte zurück oder wiederholen sie. Der Zustand bei „00“
entspricht dem Ausgangszustand.
Kapitel 2 Gradieren
25
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Form speichern/ laden
Mit Anklicken von Form speichern werden die aktuellen
Einstellungen der Konstruktion
als Form gespeichert. Durch
Anklicken von Form laden wird die Liste vorhandener Formen der Konstruktion geöffnet. Formen
werden unter Angabe von Datum, Zeit, Computername und Nutzer abgelegt. Mit Doppelklick kann
eine andere Form aus der Liste geladen werden.
Übung
Stellen Sie am vorbereiteten Rock 20 ein:
• im Bereich Linienverlegung die Rocklänge auf
650mm
• im Bereich Abnäher vorn den 2. Abnäher zulegen
• im Bereich Abnäher hinten den 2. Abnäher zulegen
• im Bereich Saum die Seitennahteinstellung auf
0mm
Speichern Sie die eingestellte Form und auch das
Modell als „Gerader Rock“. Er wird Ausgangspunkt von Übungen der folgenden Kapitel sein.
Gradieren Sie die Konstruktion in den Größen N38
bis N46. Das Ergebnis zeigt Bild 2-13.
2. Übung
Gradieren Sie die Grundkonstruktion Rock 10 in den
Größen N38, N40, N42, N44 und N46.
3. Übung
Holen Sie die Grundkonstruktion Oberteil 10 und
gradieren Sie in den Größen N38, N40, N42, N44
und N46.
Bild 2-13
2.5 Übungen
1. Übung
Gradieren Sie die Grundkonstruktion Rock 20 in den Größen N38, N40, N42, N44 und
N46.
26
Kapitel 2 Gradieren
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©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012
4.Übung
Gradieren Sie die Grundkonstruktion Hose 10 in den
Größen N38, N40, N42, N44 und N46.
• den Schulterabnäher zulegen
Stellen Sie im Bereich Halsloch ein:
• das Halsloch um 5mm an der Schulter, der Vorderen und Hinteren Mitte erweitern
Stellen Sie im Bereich Schulter ein:
• Schulterverlegung von 10mm nach vorne
Speichern Sie die eingestellte Form und auch das
Modell als „Hemdbluse“. Es wird Ausgangspunkt
von Übungen der folgenden Kapitel sein.
6. Übung „Oberteil mit Längsteilungsnähten“
Eröffnen Sie ein neues Modell und holen in Teil 001
die Grundkonstruktion Oberteil 10 und aktivieren
die Konstruktion. Stellen Sie folgende Optionen ein:
5. Übung „Hemdbluse“
Eröffnen Sie ein neues Modell und holen in Teil 001
die Grundkonstruktion Oberteil 10 und aktivieren
die Konstruktion. Stellen Sie folgende Optionen ein:
• Hintere Mitte im Bruch
• Seitennaht gerade
• Brustabnäher in Seitennaht
• Saumrichtung in Seitennaht gekoppelt
• 4 Segmente
Stellen Sie im Bereich Zugaben quer und längs ein:
• Zugabe zur Oberweite: 100mm
• Zugabe zur Gesäßweite: 100mm
• Zugabe zur Brustbreite: 15mm
• Zugabe zur Rückenbreite: 15mm
• Zugabe zur Schulterbreite: 10mm
Stellen Sie im Bereich Abnäher Brust ein:
• Auflockerung im Armloch von 20mm
Stellen Sie im Bereich Abnäher Schulter ein:
• Hintere Mitte im Bruch
• Lage Schulterabnäher wie Brustabnäher
• Lage Taillenabnäher hinten relativ Taille
• Länge Taillenabnäher bis Saum
• Saumrichtung in Seitennaht gekoppelt
• Teilung im Rückenteil: ja
• 8 Segmente
Stellen Sie im Bereich Zugaben quer und längs ein:
• Zugabe zur Oberweite: 60mm
• Zugabe zur Taillenweite: 55mm
• Zugabe zur Gesäßweite: 60mm
• Zugabe zur Brustbreite: 10mm
• Zugabe zur Rückenbreite: 10mm
• Zugabe zur Schulterbreite vorne/hinten: 10mm
Stellen Sie im Bereich Linienverlegung ein:
• Rumpflänge auf 750mm
Stellen Sie im Bereich Abnäher Brust ein:
• Position des Abnähers auf 50% der Schulternaht
• Auflockerung im Armloch: 5mm
Speichern Sie die eingestellte Form und auch das
Modell als „Oberteil mit Längsteilungsnähten“.
Es wird Ausgangspunkt von Übungen der folgenden Kapitel sein.
Kapitel 3
Herauslösen von Teilen und Schnittausgabe
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©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012
Inhalt
3.1 Herauslösen von Teilen.................................... 28
3.2 Wenn Hilfe nötig ist.......................................... 30
3.3 Schnittausgabe.................................................. 31
3.4 Stapeln.............................................................. 34
3.5 Schleppen, drehen, flippen von Teilen ............. 35
3.6 Abrollen von Teilen.......................................... 37
3.7 Übungen........................................................... 38
______________________
Zu Beginn lernen Sie das Herauslösen von Teilen.
Danach folgen die Hilfe-Funktionen von Grafis. Die
Ausgabe der konstruierten Schnitte auf einem Drucker oder Plotter ist ein weiterer Schwerpunkt
dieses Kapitels. Zum Abschluss lernen Sie das Stapeln der Größen eines Teiles sowie das Positionieren und Abrollen von Teilen zueinander.
Nutzen Sie bitte die daran anschließenden Übungen,
um das Wissen aus diesem Kapitel zu festigen. Am
Ende dieses Kapitels sind Sie in der Lage, die in Grafis enthaltenen Grundkonstruktionen zu gradieren,
auszugeben und die Schnitte zu stapeln.
28
Kapitel 3 Herauslösen von Teilen und Schnittausgabe
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©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012
3.1 Herauslösen von Teilen
Die Modellentwicklung verläuft in Grafis in drei
Stufen:
• Grundkonstruktion holen und einstellen
• Entwicklung eines Schnittanalyseteiles mit allen
benötigten Gestaltungselementen
• Ableiten von Produktionsschnittteilen, wie Vorderteil, Rückenteil, Bund, Besätze, Belege, Futter
und andere.
Die Teile aus diesen Entwicklungsstufen sind miteinander verbunden, so dass sich Änderungen an der
Grundkonstruktion auf das Schnittanalyseteil und
damit auch auf die Produktionsschnittteile auswirken.
In diesem Abschnitt wird zunächst das Herauslösen
von Teilen behandelt. Ausführliche Erläuterungen
zur Teilearbeit und zur Vererbungsautomatik folgen
in Kapitel 14.
In jedes Teil können Objekte aus bis zu 10 Teilen
eingefügt werden.
Schrittfolge
⇒ Basismenü --> Teilearbeit oder Extras |
Teilearbeit....
⇒ Erzeugen neuer Teile mit eröffnen
⇒ Eingabe/Ändern eines Teilbezeichners für das
markierte Teil mit Text oder durch Doppelklick
⇒ Teil, in das Linien und Objekte einzufügen sind,
durch Anklicken aktivieren; Das aktive Teil ist
farblich gekennzeichnet.
⇒ Teil(e), aus denen Linien und Punkte eingefügt
⇒
⇒
⇒
⇒
⇒
⇒
werden sollen, sichtbar machen und alle anderen
Teile auslagern.
Den Dialog Teilearbeit durch Drücken der rechten Maustaste verlassen.
Basismenü --> einfügen
Auswählen der Objektart der Einfügeobjekte durch Aktivieren von Punkte, Linien
oder Teile unter Einfügeobj.auswählen:
Anklicken der Objekte in den inaktiven, schwarz
dargestellten Teilen auf weißem Hintergrund
und weiß dargestellten Teilen auf schwarzem
Hintergrund. Die eingefügten Objekte erscheinen andersfarbig (rot) und nach Betätigen der
<F5>-Taste versetzt.
Anklicken von ohne Transformation (ohne Tr.) fügt
die Objekte in das aktive Teil ein. Erst danach
erscheinen die eingefügten Objekte in der blauen
Farbe des aktiven Teils und können bearbeitet
werden.
Mit zurück ins Basismenü.
Teile eröffnen und beschriften
Legen Sie ein neues Modell „Jacke“ an, holen Oberteil 50 und klicken in der rechten Menüleiste auf
Teilearbeit. Es öffnet sich der Dialog gemäß Bild 3-1.
Links im Fenster befindet sich die Liste aller Teile
des Modells. Zunächst ist nur Teil 001 mit der vorläufigen Bezeichnung „NN“ vorhanden. Durch Anklicken von eröffnen in der rechten Menüleiste
eröffnen Sie weitere Teile in dieser Liste. Das mit
einem Balken gekennzeichnete Teil ist das aktive
Teil, für das in der Mitte des Fensters eine Vorschau
Bild 3-1
Kapitel 3 Herauslösen von Teilen und Schnittausgabe
29
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©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012
Menü Teilearbeit (Auszug)
Teil eröffnen
Teil einfügen
Teil hoch
Teil runter
Teil duplizieren
Teil duplizieren auf…
Teil löschen
Teil entfernen
holen alle
auslagern alle
holen Schnittteile
holen Vorfahren
holen Erben
Text
Ende
erscheint. Eröffnen Sie zehn weitere Teile.
Klicken Sie mit Doppelklick auf das erste Teil und
geben als Bezeichnung „Oberteil 50“ ein. Analog
beschriften Sie das zweite Teil mit „Vorderteil 40“
und das dritte Teil mit „Rückenteil 40“. Zum Beschriften der anderen Teile nutzen Sie eine Funktion
aus der rechten Menüleiste. Markieren Sie zunächst
Teil 004 und klicken dann auf Text und geben nacheinander die Texte gemäß Bild 3-1 ein. Im Unterschied zum Bearbeiten nach Doppelklick öffnet sich
jetzt nach jedem <ENTER> automatisch die Textzeile des nächsten Teiles. Das Eingeben wird mit
<ESC> abgebrochen. Teile können mit den Funktionen löschen und entfernen aus dieser Liste gelöscht oder entfernt werden. Löschen bedeutet, dass
alle Protokollschritte zurückgesetzt werden. Entfernen bedeutet, dass das Teil aus der Liste entfernt
wird.
Die Liste der Teile enthält noch weitere wichtige
Informationen. Sobald vor der Teilnummer das
Zeichen „*“ erscheint, dann ist dieses Teil ein Mutterteil. Ein Mutterteil hat abhängige Teile, die bei
Änderungen am Mutterteil auch beeinflusst werden.
Weitere Informationen dazu folgen in Kapitel 14.
Steht in der Spalte „sichtbar“ das Zeichen „x“, dann
ist das betreffende Teil auf dem Bildschirm sichtbar.
Sie können direkt in diese Spalte klicken, um bestimmte Teile sichtbar und nicht sichtbar zu machen. Das aktive Teil, auf dem der Balken steht, ist
grundsätzlich sichtbar. Sie können alle Teile auf
nicht sichtbar schalten, indem Sie auslagern alle
anklicken. Sie können alle Teile auf sichtbar schalten, indem Sie holen alle anklicken. Ausgelagerte
Teile sind auf dem Bildschirm nicht mehr sichtbar,
jedoch nicht gelöscht.
Die Teilearbeit wird durch Klicken der rechten
Maustaste verlassen. Das markierte Teil steht dann
zur Bearbeitung zur Verfügung. Ist das betreffende
Teil ein Mutterteil, erscheint eine Warnung.
Das aktive Teil ist auf weißem Hintergrund blau
dargestellt.
Im Basismenü sind alle sichtbaren Teile durch
Anklicken aktivierbar. Das Menü Teilearbeit
muss dazu nicht geöffnet werden!
Markieren Sie in der Teilearbeit jetzt das Teil 002
„Vorderteil 40“, setzen für das Teil 001 „Oberteil
50“ das Zeichen „x“ für sichtbar und verlassen mit
die Teilearbeit. Sie befinden sich wieder im Basismenü. Die Grundkonstruktion ist sichtbar, jedoch
schwarz dargestellt.
Holen Sie die Konstruktion Vorderteil 40 aus der
Holen-Liste unter Grafis-Oberteile | DOB-Oberteile |
VT-Tools. Die Vorder- und Rückenteil-Tools können
entweder an Oberteil 10 oder an Oberteil 50 angebunden werden. Oberteil 50 wurde bereits in Teil
001 geholt. Zum Holen von Vorderteil 40 genügt nun
ein Klick auf eine beliebige Linie von Oberteil 50.
Jetzt soll das Rückenteil-Tool Rückenteil 40 in Teil
003 geholt und ebenfalls an Oberteil 50 angebunden
werden. Öffnen Sie dazu die Teilearbeit, aktivieren
Teil 003, lassen Teil 001 sichtbar und verlassen mit
die Teilearbeit.
Holen Sie die Konstruktion Rückenteil 40 aus der
Holen-Liste unter Grafis-Oberteile | DOB-Oberteile |
RT-Tools und binden es ebenfalls mit einem Linienklick an Oberteil 50 an.
Im nächsten Abschnitt werden Linien und Punkte
aus dem Teil 003 „Rückenteil 40“ in das Teil 004
eingefügt. Aktivieren Sie dazu in der Teileliste das
Teil 004, schalten das Teil 001 auf nicht sichtbar und
die Teile 002 und 003 auf sichtbar. Verlassen Sie die
Teilearbeit.
30
Kapitel 3 Herauslösen von Teilen und Schnittausgabe
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©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012
Objekte einfügen/ aus einem anderen Teil herauslösen
Für das Einfügen gelten folgende wichtige Regeln:
1. Zum Einfügen von Objekten muss das Teil aktiv
sein, in das Objekte eingefügt werden sollen.
2. Das Teil, aus dem Objekte übernommen werden, muss auf dem Bildschirm sichtbar, jedoch
inaktiv sein.
3. Das Einfügen kann nur aus Teilen mit niedrigerer
Teilenummer in Teile mit höherer Nummer erfolgen.
Öffnen Sie durch Anklicken von einfügen auf der
rechten Menüleiste das Menü Einfügen:
Die Taste <F5> dient dem Anordnen aller sichtbaren Teile des Modells in einem Rechteck.
Wechseln Sie dann zur Objektart Punkte und fügen
eventuell benötigte Punkte ein. Die ausgewählten
Objekte werden nach Anklicken von ohne Transformation in der Rubrik Objekte ablegen eingefügt.
Verlassen Sie dann mit das Menü Einfügen.
Menü Einfügen
Einfügeobjekte:
Punkte
Linien
Teil
rücksetzen einzeln
rücksetzen alle Objekte
006
Objekte ablegen:
ohne Transformation
schieben
drehen und schieben
005
004
Bild 3-3
Setzen Sie in analoger Weise mit den Teilen 005 und
006 fort (Bild 3-3). Aktivieren Sie in der Teilearbeit
das nächste Teil, machen das Teil 004 Rückenteil
Mitte unsichtbar, belassen die Teile 002 und 003
sichtbar und so weiter.
rücksetzen
’Pick’-Einfügen:
Punkte
Linien
Teil
Aktivieren Sie die Objektart Linien durch Anklicken.
Klicken Sie jetzt die Linien an, die Sie für die Fertigstellung des Rückenteiles benötigen (Bild 3-2). Die
angeklickten Linien erscheinen rot bzw. hellblau und
liegen nach Drücken von <F5> seitlich vom Spenderteil.
Bild 3-2
Im Basismenü bewirkt:
• Anklicken eines nicht aktiven Teiles Î Aktivieren dieses Teiles
• Wegziehen eines nicht aktiven Teiles Î Auslagern dieses Teiles in den Hintergrundspeicher.
3.2 Wenn Hilfe nötig ist
Übersicht
⇒ Ständige Hilfe im Mitteilungsfeld oder in der Statuszeile (Bild 3-4)
⇒ Kontextbezogene
Hilfe
über <F1> oder über
das Pull-Down-Menü Hilfe | Kontext.
Ständige Hilfe
Eine ständige Hilfe wird im Mitteilungsfeld bzw. in
der Statuszeile gegeben, in denen die nächsten erforderlichen Eingaben erläutert werden. Das Mitteilungsfeld befindet sich rechts oben im Arbeitsfeld.
Die Statuszeile bildet den unteren Rand des GrafisBildschirmes (siehe Bild 3-4). Klicken Sie zur Übung
im Basismenü mit
auf transformieren. Lesen Sie
sich die Anweisung durch und schließen Sie mit
das Menü transformieren.
Kapitel 3 Herauslösen von Teilen und Schnittausgabe
31
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©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012
zentrieren Sie mit <F6> und kopieren den Gradierstapel über Bearbeiten | Kopieren (Zwischenablage)
in die Zwischenablage. Starten Sie nun eine andere
Windows-Anwendung (z.B. Paint) und fügen den
Inhalt der Zwischenablage in diese Anwendung ein.
Bearbeiten Sie den Gradierstapel weiter, indem Sie
beispielsweise die Linienfarben ändern, Flächen
füllen oder Beschriftungen setzen.
Die Kontextbezogene Hilfe
Kontextbezogene Hilfe erhalten Sie nach Betätigen
der Funktionstaste <F1> oder über das Pull-DownMenü Hilfe | Kontext. Es öffnet sich das zum Kontext gehörende Thema dieses Lehrbuches.
Alle Inhalte der Hilfe-Funktion erhalten Sie über
Hilfe | Hilfethemen.
Übung:
Öffnen Sie in Grafis das Menü löschen indem Sie im
Basismenü auf löschen klicken. Betätigen Sie die
<F1> - Taste. Es öffnet sich das Lehrbuch-Kapitel
zum Thema Löschen.
3.3.2 Ausgabe auf Plotter/Drucker
Die Schnittausgabe auf Plotter (Zeichengeräte) oder Printer (Drucker) erfolgt im Menü
Schnittausgabe Eine Besonderheit der
Schnittausgabe in Grafis ist die automatische Umbruchtechnik. Sie erlaubt die schnelle Ausgabe von
1:1 Schnitten auch auf kleinformatigen Druckern
durch Aufteilen des Schnittes in Teilbilder, die nachträglich zusammenzufügen sind.
Das Menü Schnittausgabe wird über das Pull-DownMenü Dateien | Plotten/ Drucken... oder aus der
Toolbox geöffnet.
3.3 Schnittausgabe
3.3.1 Zwischenablage
Grafis
unterstützt
die
WindowsZwischenablage zur Weiterverwendung von
Schnitten
in
anderen
WindowsProgrammen. Die Funktion Kopieren (Zwischenablage) aus dem Pull-Down-Menü Bearbeiten kopiert
den sichtbaren Inhalt des Grafis-Bildschirmes in die
Zwischenablage. Der Inhalt der Zwischenablage
kann in andere Windows-Anwendungen, wie z.B.
Word, Paint oder Excel, eingefügt werden, um beispielsweise Begleitmaterial zum Modell oder eine
Unterrichtsvorbereitung zu erstellen.
Gradieren Sie eine Grundkonstruktion in 5 Größen,
Vorbereitung des Plotbildes
⇒ Plotter/Drucker einrichten bzw. ändern (Plottertyp, Papierformat,...)
⇒ Anklicken von zentrieren und Betätigen von
<F6>, um einen Überblick zu gewinnen
⇒ Anpassen der folgenden Einstellungen:
Mitteilungsfeld mit Hilfe-Texten zu
den nächsten Eingaben
Im Pull-Down-Menü Ansicht stellen Sie ein, welche
Fenster zusätzlich angezeigt werden.
GRAFIS-Anfänger benötigen die Statuszeile und das
Mitteilungsfeld.
Erfahrene Grafis-Anwender arbeiten in der Regel mit
der Statuszeile und der Toolbox.
Statuszeile mit den Hilfe-Texten des
Mitteilungsfeldes
Bild 3-4
32
Kapitel 3 Herauslösen von Teilen und Schnittausgabe
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©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012
Menü plotten/drucken
Ausgabegerät ändern
Vergrößerung
Vergrößerung anpassen
Hoch-/Querformat
anlegen
zentrieren
(Winspool) Die Steuerinformationen werden an
ein Gerät gesandt, das an USB angeschlossen ist. Der Windows-Treiber wird
für das Durchleiten der Vektordaten an
das Endgerät benutzt. Zu beachten ist,
dass nicht jeder Treiber dies ermöglicht.
Für die folgenden Übungen ist ein A4-Drucker,
installiert unter Windows, völlig ausreichend. Weitere Informationen finden Sie im Anhang der GrafisHilfe.
Das Plotformat
Die Maße des aktiven Formates werden in der Zeile
unter Plotformat in Millimeter angezeigt. Die anderen Plotformate Ihres Ausgabegerätes können Sie
über Drucker/ Plotter einrichten einstellen.
Der auf dem Bildschirm sichtbare Plotrahmen entspricht dem bedruckbaren Bereich Ihres Ausgabegerätes. Der Inhalt des Plotrahmens wird ausgedruckt.
Betätigen Sie die Funktionstaste <F6>. Mit ihr
werden sowohl der Plotrahmen als auch das Plotbild
auf dem Bildschirm sichtbar gemacht.
Textposition
+/- Nahtzugabe
Hoch- oder Querformat einstellen
Durch Anklicken von Hoch-/Querformat wird zwischen Hoch- und Querformat gewechselt.
Umbruch horizontal
Automatischer Umbruch
Einstellen des Plot-Maßstabes
Der Plot-Maßstab wird durch Eingabe des Vergrößerungsfaktors unter der Menüzeile Vergrößerung
festgelegt. Der Schnitt wird genau um diesen Faktor
vergrößert/verkleinert ausgegeben. Dabei bedeuten
die Vergrößerungsfaktoren
1.0
Maßstab 1:1
0.5
Maßstab 1:2
0.25 Maßstab 1:4 und so weiter.
Stellen Sie den Maßstab 1:2 ein, indem Sie 0.5 in das
Feld unter Vergrößerung eintragen (anklicken, eingeben, <ENTER>) und drücken Sie die <F6>-Taste.
Sie werden beobachten, dass der Plotrahmen jetzt
einen größeren Bereich des Schnittes erfasst. Wiederholen Sie gleiches mit anderen Maßstäben.
Wechseln Sie auch zwischen Hoch- und Querformat.
Die Option anpassen stellt die Vergrößerung automatisch so ein, dass der gesamte Bildschirminhalt
optimal in den Plotrahmen passt. Nutzen Sie diese
Option nur für verkleinerte Kontrollausgaben und
Skizzen, da der Maßstab geändert wird!
Im Dialog Datei plotten, der über Ausgabegerät ändern geöffnet wird, kann der Maßstab ebenfalls eingestellt werden.
Umbruch vertikal
Ausgabe starten
• Einstellen von Hoch- oder Querformat
• Einstellen des Plot-Maßstabes mit Vergrößerung
• Aktivieren des automatischen Umbruchs
• Positionieren des Plotrahmens mit anlegen/zentrieren und/ oder durch Ziehen
⇒ Positionieren des Rahmentextes
Ausgabe des Plotbildes
⇒ Ausgabe anklicken (Plotbild wird intern erzeugt)
Drucker/Plotter ändern
Das eingestellte Ausgabegerät wird unter Ausgabegerät angezeigt. Die Ergänzungen bedeuten:
an LPT1 Es wird direkt auf die parallele Schnittstelle LPT1 ausgegeben.
an File Es wird eine Datei mit den Steuerinformationen für das Ausgabegerät erstellt.
(WIN) Es wird auf ein Gerät mit Windows Treiber ausgegeben.
(DOS) Es wird auf ein Gerät ohne Windows Treiber ausgegeben.
Positionieren des Plotrahmens
Das Positionieren des Plotrahmens erfolgt entweder
durch Ziehen (Kursor auf Plotrahmen, linke Maustaste drücken und Maus bewegen) oder durch Anklicken der Menüfunktionen anlegen oder zentrieren.
Kapitel 3 Herauslösen von Teilen und Schnittausgabe
33
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©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012
Üben Sie diese Varianten. Anlegen positioniert den
Schnitt immer rechts unten am Bahnrand, optimiert
für Plotausgaben. Zentrieren bewirkt, dass der Plotrahmen zentrisch zum Plotbild positioniert wird.
Nutzen Sie anlegen bei Plots in Originalgröße und
zentrieren bei verkleinerten Ausgaben auf A4. Üben
Sie das Positionieren des Plotrahmens in Verbindung
mit Format- und Maßstabsänderungen.
Aktivieren des automatischen Umbruchs
Der automatische Umbruch
ist dann hilfreich, wenn Schnitte in Originalgröße auf Geräten wie zum Beispiel A4Druckern ausgegeben werden
sollen, deren Format dafür zu
klein ist. Dazu wird ein Raster
über den Schnitt gelegt (Bild
3-5 und Bild 3-6) und jedes
Rasterfeld als Teilbild ausgegeben. Die Teilbilder sind
später Rahmen an Rahmen
zusammenzufügen. Das Rasterfeld wird durch Anklicken
von Umbruch horizontal oder
Umbruch vertikal auf oder
abgebaut. Mit Automatischer
Umbruch wird die Rasteranzahl so eingestellt, dass der
gesamte Schnitt im Raster
Bild 3-5
liegt.
Positionieren des Rahmentextes
Zur Identifizierung der Plotbilder, vor allem aber der
Teilbilder beim automatischen Umbruch, kann die
Ausgabe eines Standardtextes am Plotrahmen angewiesen werden. Er enthält Kollektions- und Modellnamen, Teilenummer und die Rasterfeldkoordinaten (Bild 3-6). Durch Anklicken von Textposition
befindet sich der Text am rechten, linken, oberen
oder unteren Plotrahmen oder er ist nicht sichtbar.
Positionieren Sie den Text am linken Plotrand.
Einstellen von mit/ohne Plotrahmen
Bild 3-7
Nach Anklicken von Ausgabegerät ändern öffnet sich
ein Dialog für weitere Plotoptionen (Bild 3-7).
Durch Aktivieren von Plotten mit Rahmen wird beim
Plotten auch der Rahmen mit ausgegeben. Für Ausgaben mit Umbruch sollte diese Option aktiv sein.
Ausführliche Informationen zu den Dialogen Einstellungen und Druckoptionen sowie zum Einrichten von
Plottern/Druckern mit oder ohne Windows-Treiber
finden Sie im Anhang.
Ausgabe des Plotbildes
Bild 3-6
Üben Sie den automatischen Umbruch in Verbindung mit dem Einstellen des Plot-Maßstabes, Hoch-/
Querformat und Positionieren des Plotrahmens.
Verwenden Sie auch den Maßstab 1:1 und betätigen
Sie ab und zu die <F6>-Taste.
Anklicken von Ausgabe
bewirkt, dass die Steuerinformationen direkt an das
am Computer angeschlossene Ausgabegerät (Drucker/Plotter)
übertragen
und von diesem als Bild
oder in Form von Teilbildern ausgegeben werden.
Selbstverständlich
muss
dafür das Ausgabegerät
betriebsbereit sein.
Ausgabe auf Datei
Ausgabe auf Datei wird benötigt, wenn Sie Ihre Plots
• auf einem Plotter ausgeben möchten, der nicht
an Ihrem Rechner angeschlossen ist und mit dem
Sie auch nicht über Netzwerk verbunden sind,
oder
34
Kapitel 3 Herauslösen von Teilen und Schnittausgabe
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©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012
• als HP-GL-Dateien in ein Text- oder Zeichenprogramm übergeben möchten.
Plotten auf Datei ist nur für Drucker/ Plotter ohne
Windows-Treiber möglich. Sofern rechts im Menü
das Ziel für das Ausgabegerät noch nicht „an FILE:“
ist, öffnen Sie über Ausgabegerät ändern den Dialog
Grafis-Datei plotten, wählen den Plotter, aktivieren
den Button Bearbeiten, setzen verbunden mit: auf
FILE und übernehmen diese Einstellungen. Für das
Erzeugen von HP/GL-Daten wählen Sie als Plotter
HP/GL-2.
Ist Ausgabe auf Datei („an FILE“) aktiv, werden die
Steuerinformationen auf eine oder mehrere Dateien
(bei automatischem Umbruch) gespeichert. Nach
Auslösen von Ausgabe werden Sie aufgefordert,
einen Dateinamen anzugeben.
Zur Ausgabe der Plotdateien auf einen Plotter im Inoder Ausland wird Grafis nicht benötigt. Wichtig ist,
dass die Steuerinformationen auch speziell für diesen
Plotter erstellt wurden. Plotdateien, die beispielsweise mit der Einstellung „Algotex (an FILE)“ erzeugt wurden, können auch nur von einem AlgotexPlotter gelesen werden.
Zur Übertragung der Datei an den Plotter klicken
Sie auf Start | Ausführen… Im Eingabefeld Öffnen:
tragen Sie ein:
copy C:\test.plt com2:
c:\test.plt muss dabei der komplette Pfad zur
Plotdatei mit dem Namen der Plotdatei sein. com2:
muss die Schnittstelle sein, an der der Plotter angeschlossen ist. Auf USB-Schnittstellen kann mit copy
nicht ausgegeben werden.
Übungen
1.Übung
Geben Sie die Grundkonstruktion Rock 20 in Größe
40 im Maßstab 1:1 (Originalgröße) auf einem A4Drucker aus. Arbeiten Sie mit +Rahmen und Rahmentext, um die einzelnen Teilbilder später Rahmen
an Rahmen verkleben zu können.
2.Übung
Geben Sie folgende Grundkonstruktionen auf Blätter
im A4-Format aus:
• Hose 10 im Maßstab 1:2,
• Oberteil 10 im Maßstab 1:3,
• Oberteil 20 im Maßstab 1:5.
Sofern Sie sich mit Word für Windows oder CorelDraw auskennen, fügen Sie die Schnitte über die
Zwischenablage in diese Systeme ein und arbeiten
Sie damit.
3.4 Stapeln
Das Menü stapeln
Das Menü stapeln wird
über das Pull-DownMenü Extras | stapeln
oder aus der Toolbox geöffnet.
Mit den Funktionen des Menüs
kann der Gradierstapel eines
Teiles an einem Konstruktionsoder Linienpunkt gestapelt
werden. Die Funktion Auslage
legt alle Größen gemäß deren
Reihenfolge in der Gradiertabelle nebeneinander
aus. Die Auslage wird durch erneutes Stapeln oder
Probelauf zurückgesetzt.
Menü stapeln
Stapelpunkt setzen
Richtungspunkt setzen
Protokollierten Stapelpunkt setzen
Protokollierten Stapelpunkt löschen
Auslage
Schrittfolge
Stapeln an einem Konstruktions- oder Linienpunkt:
⇒ Stapelpunkt setzen und anklicken des Stapelpunk-
tes in der Konstruktion und
⇒ anschließend bei Bedarf den Richtungspunkt in
analoger Weise bestimmen.
Stapelpunkt setzen
Nach Anwählen von Stapelpunkt setzen erscheint das
Untermenü Punktkonstruktion, das in Kapitel 6
ausführlich erläutert wird. Für das Erarbeiten der
Funktion stapeln werden aus diesem Untermenü die
in Bild 3-8 markierten Varianten erläutert.
Kapitel 3 Herauslösen von Teilen und Schnittausgabe
35
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©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012
Mit der Variante der Punktkonstruktion
•
Stapelpunkt
Richtpunkt
(im folgenden pick P) wird vorgegeben,
dass der Kursor nur Punkte der Konstruktion als
Stapelpunkt auswählen kann,
• mit
(im folgenden pick L) können nur
Linien angeklickt werden,
• mit pick L und <Shift> wird der Anfangs- oder
Endpunkt einer Linie angewählt,
• mit
(im folgenden Schnittpunkt) wird der
Schnittpunkt zweier Linien als Stapelpunkt festgelegt. Beide Linien sind nacheinander anzuklicken.
pick P - Punkte
pick L - Linien
Schnittpunkt
zweier Linien
Bild 3-9
kollierten Stapelpunkt löschen zeigt den aktuellen
Stapelpunkt an. Durch Anklicken wird er gelöscht.
Bild 3-8
• Zusätzlich gibt es den Freien Modus. Im Freien
Modus ist kein Button des Untermenüs Punktkonstruktion gedrückt. Dieser Modus ist eine
Kombination aus pick P, pick L, pick L und
<Shift>. Sie wird am häufigsten benutzt.
Zum Stapeln eines gradierten Teiles aktivieren Sie
zunächst Stapelpunkt setzen, wählen dann eine geeignete Variante im Untermenü Punktkonstruktion
und klicken anschließend den gewünschten Stapelpunkt in der Konstruktion an, siehe Bild 3-9 links.
Richtungspunkt setzen
Nachdem das Teil an einem Punkt gestapelt wurde
kann zusätzlich ein Richtungspunkt bestimmt werden. Das Teil bleibt am Stapelpunkt gestapelt. Die
Größen des Teiles werden so um den Stapelpunkt
gedreht, dass die Richtung von Stapel- zu Richtungspunkt in allen Größen gleich ist, siehe Bild 3-9
rechts.
Stapelpunkt protokollieren
Mit Protokollierten Stapelpunkt setzen kann ein Punkt
angeklickt werden, der zum Stapelpunkt für das
aktive Teil wird. Das Stapeln wird jeweils am Ende
des Gradierlaufes ausgeführt. Aktivieren von Proto-
Übung
Gradieren Sie die Grundkonstruktion Oberteil 10 in
den Größen _N36 bis _N48 und stapeln das Teil
nacheinander
• mit pick P am Brustpunkt,
• mit pick L und <Shift> am oberen Ende der
Vorderen Mitte ,
• mit Schnittpunkt an der Vorderen Mitte in Höhe
der Brustlinie,
• im Freien Modus am Ärmeleinsatzpunkt und
danach wieder am Brustpunkt.
Richten Sie das Teil am rechten Brustabnäherschenkel aus. Stapeln Sie anschließend an der Ecke Schulter/Armloch im Vorderteil und richten es in Bezug
zum Ärmeleinsatzpunkt aus.
3.5 Schleppen, drehen, flippen von Teilen
Mit <F3> oder über das Pull-Down Menü
Bearbeiten | Teile bewegen öffnet sich das
Menü schieben, mit dem Teile zueinander
geschleppt, gedreht oder geflippt werden können.
Das Abrollen von Teilen aneinander wird ebenfalls
über dieses Menü gesteuert und im folgenden Abschnitt behandelt.
Zunächst ist das zu bewegende Teil anzupicken.
Es erscheint ein Schleppanfasser in Form eines Fadenkreuzes mit Kreis, der folgende Funktionen
bietet:
Schleppen
Innerhalb des Kreises klicken und mit gedrückter
linker Maustaste ziehen.
36
Kapitel 3 Herauslösen von Teilen und Schnittausgabe
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Menü schleppen/drehen <F3>
schleppen/drehen
aktivieren
Anfasser setzen
Anfasser zu Punkt setzen
abrollen
siehe Abschnitt 3.6
Maßstab wählen
aktueller Maßstab
Teil drehen
1:3
für 1/3 Größe
1:5
für 1/5 Größe
1 : 10
für 1/10 Größe
Der aktuelle Maßstab wird direkt unter diesen Button angezeigt.
Hinweis: Die Funktionstasten <F2>, <F4> und
<F6> sind weiterhin aktiv.
Richtung
Drehen des Schleppanfassers in Grad durch Anklicken des betreffenden Buttons in der Rubrik Teil
drehen. Die aktuelle Drehung wird direkt unter
diesen Buttons angezeigt.
Drehung des Teiles nullen
Drehung des Teiles zurücksetzen, nullen.
Anfasser setzen
Der Schleppanfasser wird mit dem Untermenü
Punktkonstruktion, siehe dazu die Erläuterungen im
vorhergehenden Abschnitt, neu gesetzt.
Anfasser zu P setzen
Das Teil wird mit dem Schleppanfasser zu einem
konstruierten Punkt in einem anderen Teil versetzt.
Anderes Teil schleppen
kann der Schleppanfasser schnell zu einem
Nach
anderen Teil versetzt und sofort geschleppt werden.
Ende
Das Schleppen wird durch 2x beendet.
Betätigen der Funktionstaste <F8> wechselt
zwischen „Teile auf Original-(Konstruktions-)
position“ und „Teile auf transformierter Arbeitsposition“.
Drehung des Teiles
nullen
Aktuelle Drehung des
Teiles
Drehen
Außerhalb des Kreises klicken und mit gedrückter
linker Maustaste drehen.
Flippen (Spiegeln)
Symmetrieachse anklicken, um die das Teil geflippt
(gespiegelt) werden soll.
Zusätzliche Funktionen
Nach dem Anpicken eines Teiles stehen folgende
Funktionen zusätzlich zur Verfügung:
Maßstab
Einstellen des Abbildungsmaßstabes durch Anklicken
von
1 : 0.2
für 5-fache Vergrößerung
1:1
für Maßstab 1:1 (Originalgröße)
Übung zum Schleppen, Drehen und Flippen
Legen Sie die Teile 001
und 004 der Übung aus
Abschnitt 3.1 am Eckpunkt Armloch/ Seitennaht aneinander und
drehen dann ein Teil so,
dass Sie den Verlauf des
Armloches prüfen können (Bild 3-10). Verschieben, drehen und
flippen Sie auch die anderen Teile. Verlassen Sie
das Menü schleppen/
drehen mit .
Betätigen Sie auch die
Taste <F8>. Die Teile
liegen jetzt auf Originalposition und nach nochBild 3-10
maligem <F8> wieder
wie zuvor positioniert.
Nach Drücken von <F5> werden alle Teile im
Rechteck ausgelegt. Drücken Sie auch jetzt wieder
<F8>.
Kapitel 3 Herauslösen von Teilen und Schnittausgabe
37
_______________________________________________________________________________________________________________
©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012
3.6 Abrollen von Teilen
⇒ Startpunkt für das Abrollen im zu bewegenden
Das Abrollen von Teilen aneinander befindet
sich ebenfalls im Menü schieben, das über
<F3> oder aus dem Pull-Down Menü Bearbeiten | Teile bewegen geöffnet wird, siehe Abschnitt
3.5.
Abrollen im Menü schleppen/drehen <F3>
Teil bestimmen.
⇒ Startpunkt für das Abrollen im ruhenden Teil
bestimmen
Übung zum Abrollen
Rollen Sie die Teilungsnahtlinien der Teile 004 und
005 der Übung aus Abschnitt 3.1 aneinander ab.
schleppen/ drehen
siehe Abschnitt 3.5
abrollen aktivieren
abrollen setzen
abrollen: Größe wählen
abrollen: Startpunkt neu
setzen
3.
4.
Das Rechtsprinzip
Mit dem Rechtsprinzip wird dem System beim Anpicken von Linien/Kurven nicht nur das Objekt, sondern auch eine Richtung mitgeteilt, in der das Objekt
zu verwenden ist.
Bild 3-11
Grafis unterstützt den Anwender durch den so genannten "Rechtsprinzip-Kursor", der zusätzlich einen
"Richtungs-Anzeiger" hat, siehe Bild 3-11.
Abrollen setzen
Schrittfolge:
⇒ abrollen setzen im Menü anwählen
⇒ Eine oder mehrere Abroll-Linien im zu bewegenden Teil anklicken. Dabei muss die AbrollRichtung berücksichtigt und über das Rechtsprinzip dem System mitgeteilt werden.
⇒
beendet die Linienauswahl im zu bewegenden
Teil.
⇒ Eine oder mehrere Abroll-Linien im ruhenden
Teil anklicken. Auch hierbei muss die AbrollRichtung mitgeteilt werden.
⇒
beendet die Linienauswahl im ruhenden Teil.
1.
2.
6.
5.
Bild 3-12
Gehen Sie gemäß der oben genannten Schrittfolge
vor und beachten die Klickreihenfolge aus Bild 3-12.
Nach erfolgreichem Abstimmen der Abroll-Linien
und der Startpunkte erscheint an Teil 004 der
Schleppanfasser. Durch Ziehen des Schleppanfassers
wird abgerollt. Das Flippen ist auch während des
Abrollens möglich.
Abrollen anpassen
Mit abrollen: Startpunkt neu setzen können die
Startpunkte neu bestimmt werden. Das Versetzen
der Startpunkte ist sinnvoll, wenn Einhalteweite
eingearbeitet wurde und die Linienabschnitte nacheinander geprüft werden sollen. Setzen Sie im Beispiel aus Bild 3-12 die beiden Schnittpunkte mit der
Taillenlinie als neue Startposition für das Abrollen.
Das Abrollen wird zunächst nur in der Modellgröße
ausgeführt. Unter Umständen sollen aber auch andere Größen geprüft werden. Aktivieren Sie abrollen: Größe wählen. Es werden alle Größen angeboten, in denen beide Teile vorliegen. Wählen Sie eine
Größe aus und rollen ab.
Ein Wechsel vom Abroll-Modus in den SchleppModus aus Abschnitt 3.5 ist über schleppen/drehen
aktivieren möglich. Ein Wechsel vom SchleppModus in den zuletzt eingestellten Abroll-Modus ist
über abrollen aktivieren möglich.
38
Kapitel 3 Herauslösen von Teilen und Schnittausgabe
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©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012
3.7 Übungen
1. Übung
Gradieren Sie die Grundkonstruktion Hose 10 in den Größen 38 bis 46 und stapeln den
Schnitt an der Abnäherspitze
der Vorderhose. Drucken Sie
den abgebildeten Ausschnitt
der Vorderhose auf A4-Format im Maßstab 1:1 aus.
2.Übung
Gradieren Sie die Grundkonstruktion Rock 20 in den
Größen 38 bis 46 und stapeln am Hüftpunkt im
Vorderrock. Geben Sie den Schnitt verkleinert auf
A4 aus.
3.Übung
Gradieren Sie die Grundkonstruktion Oberteil 20 in
den Größen 38 bis 46 und stapeln am Eckpunkt
Seitennaht/ Armloch. Geben Sie den Schnitt im Maßstab 1:4 auf A4 aus.
Die Grundkonstruktion Oberteil 20 ist für Fertigmaß-Konstruktionen vorbereitet. Nur die Werte für die Längsmaße werden aus den Maßtabellen verwendet. Die Weitenmaße werden interaktiv anhand von Fertigmaßtabellen eingestellt.
Nähere Informationen zum größenabhängigen
Einstellen von interaktiven Konstruktionen folgen
in Kapitel 13.
Kapitel 4
Umfangslinie erzeugen und bearbeiten
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©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012
Inhalt
4.1 Die Grafis-Datenstruktur ................................. 40
4.2 Das Konstruktionsprotokoll ............................. 40
4.3 Geometrische Grundlagen ............................... 41
4.4 Löschen von Objekten ..................................... 43
4.5 Parallelen .......................................................... 44
4.5.1 Interaktive Tools und nicht-interaktive
Funktionen .................................................... 44
4.5.2 Das Menü Parallele ........................................ 45
4.5.3 Die Funktion Parallele.................................... 45
4.5.4 Das Tool Parallele 10..................................... 46
4.6 Eckenbehandlung ............................................. 47
4.7 Übungen........................................................... 51
Zunächst erfahren Sie Wissenswertes zum Konstruktionsprotokoll und zu geometrischen Grundlagen. Gegenstand des vierten bis sechsten Abschnittes sind das Löschen von Objekten, die Konstruktion
von Parallelen und die Behandlung von Ecken. Nutzen Sie bitte die Übungen, um alle neuen Funktionen
dieses Kapitels zu erlernen. Folgen Sie in allen Anweisungen dem Text. Am Ende dieses Kapitels können Sie die abgebildete Nahtzugabe und Schlitzgestaltung konstruieren.
40
Kapitel 4 Umfangslinie erzeugen und bearbeiten
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4.1 Die Grafis-Datenstruktur
Die Datenstruktur
Kollektions- Ordner
SOMMER
Modelle
ILONA
Im Dialog mit Ihnen verwaltet
Intern von GRAFIS verwaltet
Teile
Objekte
Punkte
Linien
WINTER
GABRIELE
001
002
STEFANIE
003
Konstruktionsprotokoll
Technologieinformation
Text
Schraffur
Bild 4-1
Die Konstruktionsdaten sind in Grafis nach Kollektions-Ordnern, Modellen und Teilen geordnet (Bild
4-1). Die Anzahl von Ordnern und Modellen ist
nicht begrenzt, jedoch sollten Sie nicht mehr benötigte Modelle auf CD-Rom oder Netzwerk auslagern
oder löschen.
Wichtig für Ihre Arbeit ist,
dass Sie wissen, welche
Modelle in welchem Ordner gespeichert sind. Legen Sie sich deshalb eine
Übersicht an.
Jedes Modell kann bis zu 500 Teile enthalten, die
Grafis mit einer 3-stelligen Zahl kennzeichnet. Die
einzelnen Teile bestehen aus Objekten, wie beispielsweise Punkten, Linien und Texten.
Der Dialog zum Öffnen und Löschen von Modellen
öffnet sich entweder automatisch nach dem Auswählen eines Konstruktionssystems oder über Datei
| Öffnen.
4.2 Das Konstruktionsprotokoll
Zweck des Konstruktionsprotokolls
Grafis speichert die Konstruktions- und Gestaltungsschritte bei der Entwicklung eines Schnittes in der
Modellgröße, indem es unmerklich ein Protokoll
führt. Der Anwender hat dann jederzeit die Möglichkeit, das Konstruktionsprotokoll mit anderen
Maßtabellen aufzurufen und rechnerunterstützt eine
Ähnlichkeitskonstruktion dieser Größen durchzuführen. Das manuelle Gradieren entfällt.
Das Konstruktionsprotokoll ist vergleichbar mit dem
Notizblatt eines aufmerksamen Konstruktionsschülers, der jeden Arbeitsschritt seines Lehrers notiert
und dann in der Lage ist, diese Konstruktion mit
anderen Maßvorgaben zu wiederholen.
Anzeige der Protokollschritte, Probelauf
Im Basismenü von Grafis wird ständig die Anzahl der
protokollierten Konstruktionsschritte angezeigt.
Dem dienen die zwei Zahlenblöcke Protokollzähler
mit je drei Ziffern im Basismenü oben. Der rechte
Block gibt an, wieviel Protokollschritte bisher gemacht wurden. Die linke Zahlengruppe zeigt den
Protokollschritt an, an dem das letzte Mal die Funktion Probelauf aufgerufen wurde.
Basismenü (Auszug)
Konstruktionsprotokoll
im aktiven Teil…
rücksetzen
wiederherstellen
N Schritte rücksetzen
Protokollzähler
Probelauf
gradieren
Probelauf startet das Abarbeiten des Konstruktionsprotokolls. Es ist auch im Schrittbetrieb abrufbar.
Sofort nach Anklicken von Probelauf drücken Sie
Kapitel 4 Umfangslinie erzeugen und bearbeiten
41
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©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012
einmal die Taste <S>. Danach löst das Betätigen
der Leertaste jeweils den nächsten Konstruktionsschritt aus. Erneutes Drücken von <S> beendet
den Schrittbetrieb.
Zurücksetzen des Konstruktionsprotokolls
Über die Funktion rücksetzen wird das Konstruktionsprotokoll um einen Schritt zurückgesetzt. Falls
eine größere Anzahl von Rücksetzschritten gewünscht wird, ist die Zeile N Schritte rücksetzen
anzuklicken und die Zahl der Rücksetzschritte einzugeben. Danach setzt sich das Konstruktionsprotokoll automatisch zurück. Auf dem Bildschirm hat
sich jedoch noch nichts geändert. Der aktuelle Stand
ist nach Anklicken der Funktion Probelauf zu sehen.
Sobald Sie einen Fehler in Ihrer Konstruktion
entdeckt haben, setzen Sie das Konstruktionsprotokoll bis zum Fehler zurück und führen die
Konstruktion ohne diesen Fehler erneut durch.
Versuchen Sie bitte nicht, den Fehler nachträglich „auszubessern“, da nachfolgende Konstruktionsschritte
möglicherweise negativ beeinflusst werden. Das
rechtzeitige Korrigieren vermeidet Fehler
bei der automatischen
Konstruktion (Gradieren).
Analog zum Stricken
gilt auch hier: Zurücksetzen, auch wenn es weh tut!
Falls Sie zu viele Schritte zurückgesetzt haben, können Sie mit der Funktion wiederherstellen den Stand
vor dem Löschen wieder herstellen.
Übung
Holen Sie die Grundkonstruktion Rock 20, klicken
Sie auf rücksetzen und dann auf Probelauf. Der Bildschirm ist leer, da das Holen einer Grundkonstruktion bereits ein Protokollschritt ist. Sie können jetzt
eine andere Grundkonstruktion holen. Zum Anschauen verschiedener Grundkonstruktionen ist
dieser Weg der kürzeste.
Holen Sie zwei weitere Grundkonstruktionen, wobei Sie zuvor das Protokoll jeweils um einen Schritt
zurücksetzen. Das Aufrufen von Probelauf ist in diesen Fällen nicht unbedingt erforderlich, da vor dem
Aufruf einer Protokollfunktion automatisch ein Probelauf durchgeführt wird. Alle Funktionen des Basismenüs ab der Funktion holen sind Protokollfunktionen. Sie werden rechnerintern protokolliert.
4.3 Geometrische Grundlagen
Das Koordinatensystem
Das Koordinatensystem dient zur Beschreibung der
Lage von Punkten auf der Ebene. Die Ebene ist in
der Bekleidungskonstruktion vergleichbar mit einem
Zeichenblatt, auf dem der Schnitt entsteht.
Alle Punkte der Ebene beziehen sich auf einen vereinbarten Ursprung (einen
Ausgangspunkt).
Durch
diesen Ursprung verlaufen
die x- und y-Achse, die im
rechten Winkel aufeinander
stehen. Falls nicht anderes
festgelegt, verläuft die xAchse waagerecht und die yAchse senkrecht (Bild 4-2).
Ein Beispiel für eine andere Darstellung im Koordinatensystem sind Diagramme über den zeitlichen
Verlauf des DAX. Sie kennen diese Diagramme aus
den Börsenberichten. In diesem Fall ist die x-Achse
eine Zeitachse und entlang der y-Achse wird der
DAX-Wert abgetragen. Ein Punkt in diesem Koordinatensystem ordnet einem bestimmten Zeitpunkt
einen bestimmten DAX-Wert zu.
X- und Y-Koordinaten eines Punktes
Die Lage eines Punktes ist durch dessen Abstand zur
x- und y-Achse eindeutig bestimmt. Der Abstand
zur y-Achse ist die x-Koordinate des Punktes und
der Abstand zur x-Achse die y-Koordinate des Punktes (siehe Bild 4-2).
y-Achse
Punkt mit
(x,y)
y-Koordinate
Koordinatenursprung
x-Koordinate
x-Achse
Bild 4-2
Das Vorzeichen der x-Koordinate ist negativ, wenn
der Punkt links von der y-Achse liegt. Analog ist die
y-Koordinate negativ, sobald der Punkt unterhalb
der x-Achse liegt. Ein Punkt ist durch die Angabe
von (x,y) eindeutig bestimmt (Bild 4-2).
42
Kapitel 4 Umfangslinie erzeugen und bearbeiten
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y-Achse
Mit der Funktion rastern0 (Abschnitt 5.2) können sie
bei Bedarf als Punkte sichtbar gemacht werden.
Die Stützpunkte eines Kreisbogens haben zueinander gleiche Abstände. Die Stützpunkte von Kurven
liegen in Bereichen starker Krümmung dichter (Bild
4-6).
4
3
(0,2)
2
(3,2)
(1,1)
1
0
(2,1)
(3,1)
x-Achse
(0,0)
0
1
2
3
4
Bild 4-3
In Bild 4-3 sind neben einigen Punkten deren zugehörige Koordinaten angegeben.
Die Lage eines Punktes kann auch relativ zu einem
anderen Punkt der Konstruktion angegeben werden.
In Bild 4-4 ist der neu gewählte Bezugspunkt der
Punkt (5.5,2.5). Die absoluten Koordinaten des
Punktes ergeben sich dann aus dessen relativen
Koordinaten und den Koordinaten des Bezugspunktes.
Punkt:
Absolute Koordinaten:
Relative Koordinaten:
2
(6.5 ,5)
(1 ,2.5)
Bild 4-6
Das Rechtsprinzip
Für bestimmte Konstruktionsvorgänge muss festgelegt werden, was der Anfang
und das Ende einer Linie sind.
Die Linie erhält eine Richtung.
Zu diesem Zweck wurde das
Rechtsprinzip
eingeführt.
Grafis unterstützt den Anwender durch den sogenannten "RechtsprinzipKursor", der zusätzlich einen "Fahrt“-RichtungsAnzeiger hat (Bild 4-7).
*
1
(5.5,2.5)
2
1
2
Bild 4-7
1
(0,0)
1
2
Koordinatensystem der Konstruktion
Bild 4-4
Polygonzug
Alle Strecken, Kreisbögen und Kurven werden in
Grafis als Polygonzüge dargestellt. Ein Polygonzug
Bild 4-5
besteht aus einer Folge von Punkten, die durch
Geraden verbunden sind (Bild 4-5). Die Stützpunkte
des Polygonzuges sind in der Regel nicht sichtbar.
Zur Veranschaulichung des Rechtsprinzips stellen Sie
sich die anzupickende Linie/Kurve als Mittelstreifen
einer Straße vor. Die gewünschte Fahrtrichtung
teilen Sie dem System beim Anpicken der Linie mit.
Das Rechtsprinzip und seine Anwendung wird in
Abschnitt 4.6 ausführlich erläutert.
Winkelangaben
Winkelangaben werden zur Durchführung von
Drehtransformationen, zur Richtungsdefinition von
Kurven in bestimmten Punkten oder zur Konstruktion von Strecken benötigt. Dafür gelten folgende
Vereinbarungen (Bild 4-8):
1. Die Angabe des Winkels erfolgt -falls kein anderer Bezug vorliegt- immer ausgehend von der
positiven x-Achse. Diese Vereinbarung ist wichtig für die Festlegung von Punkten durch Angabe
ihres Abstandes zum Ursprung und ihrer Richtung.
Kapitel 4 Umfangslinie erzeugen und bearbeiten
43
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©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012
y
Schrittfolge
dem Drehwinkel entsprechende Richtung
⇒ Aktivieren der zu löschenden Objektart unter
der gewünschten Option (Löschen einzeln oder
Löschen im Rechteck)
⇒ Anklicken der Objekte oder Aufziehen des
Rechteckes
positiver
Drehwinkel
x
negativer
Drehwinkel
Bild 4-8
2. Ein positiver Drehwinkel erzeugt eine Drehung
entgegen der Uhrzeigerrichtung; ein negativer in
Uhrzeigerrichtung.
4.4 Löschen von Objekten
Das Menü löschen
Das Menü löschen wird über Basismenü |
löschen aktiviert. Es können einzelne Objekte
(Punkte, Linien/ Kurven, Schraffuren und
Texte) durch Anklicken gelöscht werden, aber auch
mehrere Objekte, die innerhalb eines aufzuziehenden Rechteckes liegen.
Menü Löschen
Löschen einzeln …
Punkte
Linien
Schraffur
Texte
Löschen im Rechteck …
Punkte
Linien
alles
Texte
Löschen im Rechteck …
Knipssymbole
innere Symbole
Nahtlinien
rücksetzen
Löschen einzeln
Zum Löschen einzelner Objekte ist im Menü unter
Löschen einzeln die Objektart zu aktivieren und das
zu löschende Objekt anzuklicken. Dies ist jeweils
das zum Kursor nächstliegende und durch einen
feinen Faden und Verfärbung gekennzeichnete Objekt.
Löschen im Rechteck
Für das gleichzeitige
Löschen mehrerer Objekte ist im Menü unter
Löschen im Rechteck
zunächst die Objektart
zu aktivieren. Alle Objekte dieser Art, die sich
vollständig innerhalb eines aufzuziehenden Rechteckes befinden, werden gelöscht. Das Rechteck
auf eine Ecke
ziehen Sie auf, indem Sie kurz mit
des zu löschenden Bereiches klicken, die Maus bewegen und dann die gegenüberliegende Ecke mit
anklicken.
Beim Löschen mehrerer Objekte werden nur die
Objekte gelöscht, die sich vollständig im Rechteck befinden!
Durch Anklicken von rücksetzen können Sie den
letzten Löschschritt zurücksetzen.
Beachten Sie, dass das Löschen als ein Konstruktionsschritt protokolliert und bei Aufruf von Probelauf oder gradieren automatisch abgearbeitet wird.
Starten Sie beide Funktionen aus dem Basismenü.
Ein oder mehrere Löschschritte können auch durch
Rücksetzen des Konstruktionsprotokolls rückgängig
gemacht werden.
Übung zum Löschen
Holen Sie die Grundkonstruktion Oberteil 10 und
löschen einzeln alle gestrichelten Linien und alle
Punkte im Vorderteil.
Klicken Sie mit den zu löschenden Punkt bzw. die
Linie an. Ein feiner Faden vom Kursor zeigt jeweils
auf den nächstliegenden Punkt.
Falls ein anderer Punkt gelöscht wurde, zeigte der
Fadenkursor nicht auf den zu löschenden Punkt.
44
Kapitel 4 Umfangslinie erzeugen und bearbeiten
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©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012
Falls sogar ein anderes Objekt gelöscht wurde, war
eine andere Objektart aktiv. Zur Korrektur klicken
Sie auf rücksetzen und wiederholen das Löschen.
Löschen Sie alle Linien und Punkte von Rückenteil
und Armloch mit Rechteck: alles, siehe Bild 4-9.
zurück und löschen alle Linien des Vorderteils und
alle Punkte des Rückenteiles.
Bild 4-10
Bild 4-9
Klicken Sie kurz auf eine Ecke des Bereiches und
bewegen Sie die Maus. Es öffnet sich ein Rechteck,
das Sie wie abgebildet aufziehen. Klicken Sie
und
die Punkte innerhalb des Rechtecks sind gelöscht.
Falls andere Punkte gelöscht wurden, haben Sie das
Rechteck über einem anderen Bereich geöffnet. Zur
Korrektur klicken Sie auf rücksetzen und wiederholen die Schritte.
Übungen
1.Übung
Holen Sie die Grundkonstruktion Rock 20 und löschen Sie
• alle Punkte im Vorderrock
• rücksetzen
• alle Linien im Hinterrock
• rücksetzen
• den gesamten Vorderrock
• rücksetzen
• den gesamten Hinterrock.
Setzen Sie im Basismenü das Konstruktionsprotokoll
auf 000 zurück.
2.Übung
Holen Sie die Grundkonstruktion Oberteil 10 und
löschen Sie das gesamte Rückenteil. Zentrieren Sie
mit <F6> das Vorderteil auf dem Bildschirm.
3.Übung
Im Unterschied zur 2.Übung löschen Sie jetzt das
gesamte Vorderteil und zentrieren das Rückenteil
anschließend auf dem Bildschirm.
4.Übung
Holen Sie das Modell „Hemdbluse“ aus Kapitel 2
Abschnitt 2.5 (Bild 4-10) und löschen einzelne Linien
und Punkte. Setzen Sie anschließend das Protokoll
4.5 Parallelen
4.5.1 Interaktive Tools und nicht-interaktive Funktionen
Bis Grafis Version 9 gab es nur nicht-interaktive
Menüfunktionen, im folgenden ‚Funktionen’ genannt. Mit Grafis Version 10 sind neue interaktive
Tools („Tool“: englisch „Werkzeug“) für die Konstruktion von Parallelen, Raster, Koppeln und Kurven dazugekommen. Die neuen Tools können die
bisherigen Funktionen noch nicht komplett ersetzen. Daher sind ab Version 10 beide Arbeitsweisen
verfügbar.
Die wesentlichen Unterschiede sind:
• Zeitpunkt der Eingabe von Parametern
Für die Funktionen werden zuerst die benötigten
Parameter wie z.B. der Abstand einer Parallele
oder die Anzahl Rasterpunkte angegeben, erst
danach können die zugehörigen Objekte angeklickt werden. Im Unterschied dazu werden mit
den interaktiven Tools zuerst die Objekte angeklickt und anschließend interaktiv die Parameter
eingestellt.
• Geschwindigkeit der Abarbeitung
Die Funktionen laufen beim Gradieren schneller
ab als die interaktiven Tools. Diese Unterschiede
sind deutlich spürbar beim Gradieren von Kurven auf Prozessoren mit weniger als 1GHz Taktfrequenz. Auf schnelleren Computern fallen diese Unterschiede kaum noch auf.
• Nachträgliche Änderungen
Beim Aufruf von Funktionen können X-Werte
(siehe Kapitel 11) als Parameter eingesetzt werden. Nur bei Verwendung von X-Werten sind
die aufgerufenen Funktionen nachträglich änderbar. Tools können durch Doppelklick auf die
betreffenden Objekte oder über die <F12>Liste nachträglich interaktiv verändert werden.
Kapitel 4 Umfangslinie erzeugen und bearbeiten
45
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©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012
• Auflistung in der <F12>-Liste der Konstruktionen
Alle Tools erscheinen in der <F12>-Liste der
Konstruktionen geordnet nach Teilenummer und
Protokollschritt des Aufrufes. Die Funktionen erscheinen nicht in dieser Liste.
Empfehlung: Sofern Sie sicher sind, dass bei dem
jeweiligen Konstruktionsschritt eine Funktion
zum gewünschten Ergebnis führt, dann sollten Sie
diese Funktion einsetzen. Damit vermeiden Sie zu
viele unnötige Einträge in der <F12>-Liste und
verkürzen die Laufzeit beim Gradieren.
Alle Buttons zum direkten Aufruf von Tools sind
mit einem kleinen grünen Punkt gekennzeichnet.
Weitere Tools können gegebenenfalls über den
Button ‚Tools’ im rechten Menü ganz unten aufgerufen werden.
4.5.2 Das Menü Parallele
Anwendung von Parallelen
Parallelen sind von Bedeutung zur Konstruktion von
• Übertritt und Untertritt
Menü Parallele
• Ärmelaufschlägen an Jacken, Hosen und Mänteln
• Naht- und Saumzugaben und anderem.
Die Konstruktion von Parallelen erfolgt im Menü
Parallele, das aus dem Basismenü geöffnet wird.
Dieses Menü enthält die Funktion Parallele sowie
das Tool Parallele 10.
In der Regel wird die Funktion Parallele eingesetzt, ggf. unter Verwendung von X-Werten. Das
Tool Parallele 10 ist sinnvoll, wenn sich der Anfangs- und Endabstand im Verlauf der Linie ändern
soll, z.B. für die Zugabe zur Gesäßnaht.
4.5.3 Die Funktion Parallele
Schrittfolge
⇒ Auswahl eines Abstandswertes oder Eingabe
eines speziellen/eigenen Abstandswertes im Menü
⇒ Einstellen von +/-Ring/Kette
⇒ Einstellen von +/-kopieren
⇒ Anklicken der Linie/Kurve, zu der die Parallele
gebildet werden soll.
Abstandswert vorgeben
Sofern der gewünschte Abstandswert (in Millimeter)
im Menü enthalten ist, wird er dort angeklickt. Anderenfalls ist ein eigener Wert durch Eingabe des
gewünschten Wertes auf dem Button Abstandswert
und <ENTER> einzutragen. Auch hier ist der Punkt
das Dezimalzeichen.
Ein bereits eingegebener eigener Abstandswert wird
durch Anklicken des Buttons Abstandswert aktiviert.
Feste Abstandswerte
für die Funktion
Parallele
Bedeutung von +/-Ring/Kette und +/-kopieren
Ist +Ring/Kette gesetzt, wird die Parallele nicht nur
für die angeklickte Linie/Kurve, sondern für alle mit
ihr verbundenen Linien und Kurven konstruiert.
Anklicken von Ring/Kette aktiviert bzw. deaktiviert
diese Option.
Der Schalter +/-kopieren bestimmt, ob die Ausgangslinie erhalten (+kopieren) oder nicht erhalten
(-kopieren) bleibt. Das Umschalten erfolgt durch
auf diesen Button.
Abstandswert
Richtung der Parallelenbildung
Auf welcher Seite einer Linie/Kurve die Parallele
gebildet wird, entscheiden Sie mit dem Anklicken.
Die Parallele wird immer in die Richtung gebildet,
aus der Sie die Linie/Kurve anklicken. Klicken Sie aus
diesem Grund neben und nicht auf die Linie!
Achtung! Sofern identische Objekte 2-, 4-, 6-,...-fach
übereinander liegen, sind sie auf dem Bildschirm
nicht zu sehen, da sie ihr Bild gegenseitig löschen.
Liegen sie 1-, 3-, 5-...-fach vor, sind sie zu sehen.
Beim ersten Üben der Funktion Parallele ist dies ein
häufiger Fehler. Nach <F4> werden auch sich
gegenseitig löschende Objekte immer dargestellt.
Sofern Sie eine neue Parallele nicht sofort erkennen,
betätigen Sie deshalb zunächst <F4> und sorgen
+/- kopieren
+/- Ring/Kette
+/- Symbol versetzen
rücksetzen
Tool Parallele 10
46
Kapitel 4 Umfangslinie erzeugen und bearbeiten
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danach durch Rücksetzen oder Löschen dafür, dass
niemals Punkte oder Linien übereinander liegen.
4.5.4 Das Tool Parallele 10
Übung zur Parallelenbildung einzelner Linien
Holen Sie die Grundkonstruktion Oberteil 20 und
konstruieren Sie die abgebildeten Nahtzugaben (Bild
4-11):
• Halsloch und Armloch: 10mm
• Schulternaht und Seitennaht: 15mm
• Saumnaht 30mm
• Übertritt Vordere Mitte 40mm
Schrittfolge
⇒ Aufruf von Parallele 10
⇒ Anklicken der Linie/Kurve, zu der die Parallele
gebildet werden soll.
⇒ Doppelklick auf die neue Parallele und interaktives Einstellen des Anfangs- und Endabstandes.
10
15
Übung zur Parallelenbildung mit Parallele 10
Holen Sie die Grundkonstruktion Hose 10 und konstruieren Sie die abgebildeten Nahtzugaben (Bild 413) mit der Funktion Parallele:
10
10
25
10
10
20
40
10
20
15
30
Bild 4-11
Übung zur Parallelenbildung mit Ring/Kette
Holen Sie die Grundkonstruktion Rock 20 und konstruieren Sie eine Parallele von 10mm zur gesamten
Umfangslinie des Hinterrocks (Bild 4-12). Stellen Sie
dazu auf +Ring/Kette. Konstruieren Sie im Vorderrock einzelne Parallelen von 10mm bzw. 30mm im
Saum. Deaktivieren Sie zuvor Ring/Kette.
40
Bild 4-13
• Taille, Seitennaht, Schrittnaht: 10mm
• Gesäßnaht unten: 10mm
Die Gesäßnaht oben konstruieren Sie mit dem Tool
Parallele 10 und stellen sie interaktiv ein, siehe Bild
4-14.
Bild 4-14
Bild 4-12
Kapitel 4 Umfangslinie erzeugen und bearbeiten
47
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©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012
Übungen
1.Übung
Holen Sie das Modell „Gerader Rock“ aus Kapitel 2
Abschnitt 2.4 und bilden Sie Parallelen im Abstand
von 40mm ab Vorderer Mitte im Vorderrock und
weitere Parallelen im Abstand von 40mm ab Saum
im Hinterrock (Bild 4-15).
4.6 Eckenbehandlung
Das Menü Eckenbehandlung
Die Konstruktion von Ecken erfolgt im Menü Eckenbehandlung, das aus dem Basismenü geöffnet wird.
Dieses Menü enthält die Funktionen Ecke, Gerade,
Kurve und Kreisbogen sowie diverse interaktive
Ecken-Tools, die über den Button Tools aufrufbar
sind.
Menü Eckenbehandlung
Ecke
rücksetzen
Tool Ecke 40 mit Kurve
Tool Ecke 40 mit Kreis
Tool Ecke 40 mit Gerade
Bild 4-15
Tool Spiegel-Ecke 10
Tool Brief-Ecke 20
Tool Schlitz-Ecke 30
Tool Koordinierte Ecke 50
Tool Winkel-Ecke 60
Tool Koo. Winkel-Ecke 70
2.Übung
Holen Sie das Modell „Gerader Rock“ aus Kapitel 2
Abschnitt 2.4 und bilden Sie Parallelen im Abstand
von 40mm ab Vorderer und Hinterer Mitte und
weitere Parallelen von 70mm jeweils ab Saum (Bild
4-16).
Tool Saum-Ecke 80
Ausgangsmöglichkeiten für die Funktion Ecke
sowie das interaktive Tool Ecke 40
Bild 4-17
Bild 4-16
Eine Ecke wird in der Regel aus zwei verschiedenen
Linien/Kurven gebildet, die sich nicht schneiden
müssen, sich aber mehrfach schneiden können (siehe Bild 4-17). Vor jeder Eckenkonstruktion werden
die beteiligten Objekte (intern) an Anfang und Ende
um jeweils 500 mm verlängert. So sind auch Ecken
konstruierbar, die außerhalb der Objekte liegen.
Findet Grafis bei Kurven mehrere Eckpunkte, werden diese markiert und der gewünschte Eckpunkt ist
anzuklicken.
1
48
Kapitel 4 Umfangslinie erzeugen und bearbeiten
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Das Rechtsprinzip
Für die Eckenkonstruktion ist beim Anpicken der
Objekte das Rechtsprinzip zu beachten (Bild 4-18).
Dem System wird mit diesem Prinzip beim Anpicken von Linien/Kurven nicht nur das Objekt sondern auch eine Richtung mitgeteilt, in der das Objekt
für die angewiesene Konstruktion zu verwenden ist.
Für die Eckenkonstruktion ist das erste Objekt so
anzuklicken, dass auf die gewünschte Ecke zugefahren und beim zweiten Anklicken von der Ecke weggefahren wird, siehe Bild 4-19.
Die Funktion Ecke
Schrittfolge
⇒ Aktivieren von Ecke
⇒ Anklicken zweier Linien unter Berücksichtigung
des Rechtsprinzips
Die Funktion Ecke bildet eine Ecke direkt aus dem
Schnittpunkt beider Objekte.
Holen Sie das Modell „Gerader Rock“ aus Kapitel 2
Abschnitt 2.4 und bilden Sie jeweils 5 Parallelen von
40mm zur Vorderen Mitte, Hinteren Mitte und zum
Saum. Erzeugen Sie anschließend mit der Funktion
Ecke das abgebildete Muster (Bild 4-20).
Bild 4-18
Das Rechtsprinzip ist sehr leistungsfähig. Grafis unterstützt den Anwender durch den sogenannten
"Rechtsprinzip-Kursor", der zusätzlich einen "Fahrtrichtungs-Anzeiger" hat (Bild 4-18 und 4-19).
Bild 4-20
Die interaktive Tool Ecke 40 mit den Optionen
Kurve, Kreis, Gerade und Ecke
Zur Veranschaulichung des Rechtsprinzips stellen Sie
sich die anzupickende Linie/Kurve als Mittelstreifen
einer Autobahn vor. Die Eckenkonstruktion entspricht in diesem Bild dem Befahren eines Autobahnkreuzes. Sie fahren entlang der ersten Linie auf
das Kreuz zu und biegen dann auf die zweite Autobahn ab. Die gewünschten Fahrtrichtungen teilen Sie
dem System beim Anpicken der Linien unter Beachtung des Rechtsprinzips mit. Die Autobahnstücke,
die Sie in Gedanken fahren, bleiben erhalten, die
übrigen werden gelöscht.
Bild 4-19
Bild 4-21
Kapitel 4 Umfangslinie erzeugen und bearbeiten
49
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©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012
Schrittfolge
⇒ Aufruf von Ecke 40 mit Kurve
⇒ Anklicken zweier Linien unter Berücksichtigung
des Rechtsprinzips
⇒ Doppelklick auf die neue Ecke
⇒ Einstellen der Optionen der Ecke
⇒ interaktives Gestalten der Ecke.
Holen Sie die Grundkonstruktion Oberteil 10 und
bilden Sie mit dem Tool Ecke 40 an der Seitennaht/
Saum eine Ecke (Bild 4-21). Stellen Sie nacheinander
die Ecke interaktiv um auf Ecke mit Kurve, mit Gerade, mit Kreisbogen und gradieren Sie.
Die interaktive Spiegel-Ecke 10
Im Unterschied zur Funktion Ecke und zum Tool
Ecke 40 werden für diese Ecke vier Linien benötigt:
die beiden Nahtlinien und die beiden Nahtzugaben.
Die interaktive Brief-Ecke 20
Die Schrittfolge und die Pick-Reihenfolge Zugabe –
Naht – Naht – Zugabe sind identisch mit der Spiegel-Ecke 10.
Bild 4-23
Holen Sie die Grundkonstruktion Oberteil 10 und
konstruieren Sie eine Saum- und eine Nahtzugabe
von 40mm. Bilden Sie mit dem Tool Ecke 20 an der
Seitennaht/ Saum eine Brief-Ecke (Bild 4-23).
Die interaktive Schlitz-Ecke 30
Die Schrittfolge und die Pick-Reihenfolge Zugabe –
Naht – Naht – Zugabe sind identisch mit der Spiegel-Ecke 10.
Bild 4-22
Schrittfolge
⇒ Aufruf von Ecke 10
⇒ Anklicken von vier Linien unter Berücksichtigung
des Rechtsprinzips in der Pick-Reihenfolge gemäß Bild 4-22: Zugabe – Naht – Naht – Zugabe.
⇒ Doppelklick auf die neue Ecke
⇒ Einstellen der Optionen der Ecke
⇒ interaktives Gestalten der Ecke.
Holen Sie die Grundkonstruktion Oberteil 10 und
konstruieren Sie eine Saumzugabe von 40mm und
eine Nahtzugabe von 10mm. Bilden Sie mit dem
Tool Ecke 10 an der Seitennaht/ Saum eine SpiegelEcke (Bild 4-22).
Bild 4-24
Holen Sie die Grundkonstruktion Oberteil 10 und
konstruieren Sie eine Saumzugabe von 40mm und
an der Hinteren Mitte eine Nahtzugabe von 10mm.
Bilden Sie mit dem Tool Ecke 30 an der Hinteren
Mitte/ Saum eine Schlitz-Ecke (Bild 4-24).
Die interaktive koordinierte Ecke 50
Mit Ecke 50 werden zwei Eckenbildungen im gleichen Teil aufeinander abgestimmt. Die Schrittfolge
ist identisch mit Ecke 40. Die Pick-Reihenfolge ist
abhängig von der Lage der Ecken zueinander. Ausführliche Informationen finden Sie auf der Karteikarte Anbinden in der Holen-Funktion unter GrafisEcken. Von den insgesamt 3 Anpickvarianten stellen
wir hier nur die häufigste Anpickvariante dar, siehe
Bilder 4-25 und 4-26.
50
Kapitel 4 Umfangslinie erzeugen und bearbeiten
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©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012
Verwenden Sie diese Ecke für nicht zu koordinierende Ecken an beispielsweise symmetrischen Teilen, am Halsloch, an der Schulternaht oder an der
Rückenmittelnaht.
Holen Sie die Grundkonstruktion Oberteil 10 und
konstruieren Sie Nahtzugaben von 10mm. Bilden Sie
mit dem Tool Ecke 60 an der Seitennaht/ Armloch
eine Winkel-Ecke (Bild 4-27).
Bild 4-25
Die zuerst angeklickte Ecke hat höhere Priorität
vor der zweiten angeklickten Ecke. Änderungen
an der zuerst angeklickten Ecke gelten für beide
Ecken. Änderungen an der zweiten Ecke gelten
nur für die zweite Ecke. Stellen Sie daher zuerst
die erste Ecke ein und anschließend die gewünschten Asymmetrien an der zweiten Ecke.
Die koordinierte Winkel-Ecke 70
Sofern zwei Winkel-Ecken vernäht werden sollen,
müssen sie aufeinander abgestimmt werden. Die
Koordination sollte über ein gemeinsames Mutterteil
erfolgen, damit keine zusätzlichen unnötigen Abhängigkeiten entstehen. Machen Sie daher zusätzlich
4.
3.
6.
2.
5.
1.
Bild 4-26
Die interaktive Winkel-Ecke 60
Die Schrittfolge ist identisch mit der Spiegel-Ecke
10. Die Pick-Reihenfolge Zugabe – Naht – Naht –
Zugabe ähnelt Ecke 10. Als erstes muss zwingend
die Zugabenlinie angeklickt werden, deren Naht
zuerst genäht wird. Die beiden Pick-Varianten sind
in Bild 4-27 dargestellt.
6.
4
5.
3
2.
1.
Bild 4-27
Bild 4-28
Kapitel 4 Umfangslinie erzeugen und bearbeiten
51
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zum aktiven Teil auch das Mutterteil sichtbar. Die
Pick-Reihenfolge ist: Zugabe (zur zuerst genähten
Naht) – Naht – Naht – Zugabe und weiter im
Mutterteil analog zuerst genähte Naht – Naht der
zugehörigen Ecke.
In Ecke 70 kann die Länge der Winkel-Ecke interaktiv gekürzt werden. Dieser Wert wird nicht automatisch bei beiden Ecken aktualisiert, sondern muss
vom Anwender bei beiden Ecken separat eingestellt
werden.
Holen Sie das Modell aus Kapitel 3 Abschnitt 3.1 und
konstruieren Sie im Rückenteil-Seite die Nahtzugaben mit 10mm und die Saumzugaben mit 40mm.
Schließen Sie die Ecken am Saum mit Ecke 10. Die
Ecke am Armloch soll zum Rückenteil-Mitte koordiniert werden. Schalten Sie dazu in der Teilearbeit
das Rückenteil 40 sichtbar. Konstruieren Sie die
Ecke mit der koordinierten Winkel-Ecke 70 (Bild 428).
4.7 Übungen
1.Übung
Holen Sie das Modell „Gerader
Rock“ aus Kapitel 2 Abschnitt
2.4, löschen Sie den Vorderrock und konstruieren Sie
folgende Parallelen:
• Schlitzhöhe Hintere Mitte: 200mm
• Schlitzhöhe Seitennaht: 300mm
• Zugabe Taille, Seitennaht und Hintere Mitte:
10mm
• Schlitzbreiten: 30mm
• Saumverlängerung: 30mm
Schließen Sie die Ecken mit der Funktion Ecke und
gradieren Sie in verschiedenen Größen.
Die interaktive Saum-Ecke 80
Die Pick-Reihenfolge lautet Zugabe – Saum –
Saumzugabe – Zugabe, siehe Bild 4-29. Wichtig ist,
dass die Saumlinien ein durchgehender Kurvenzug
sind. Alternativ kann statt der Zugabe auch direkt
die seitliche Naht angeklickt werden. In diesem Fall
sind die Knipse nicht sichtbar.
2.Übung
Holen Sie das Modell „Gerader Rock“ aus Kapitel 2
Abschnitt 2.4, löschen den
Vorderrock und konstruieren folgende Parallelen:
• Zugabe Taille, Seitennaht und Hintere Mitte
mit je 10mm
• Saumverlängerung mit
30mm
Konstruieren Sie mit dem
Tool Ecke 30 die Schlitze
analog der 1.Übung und
stellen die Schlitzform interaktiv ein.
Bild 4-29
Der Saumeinschlag innen kann mit der zweiten
Option sichtbar gemacht werden. Er wird als
Parallele zum Saum gebildet.
52
Kapitel 4 Umfangslinie erzeugen und bearbeiten
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©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012
3.Übung
Holen Sie das Modell „Gerader Rock“ aus Kapitel 2
Abschnitt 2.4, fügen Sie die Linien des Vorderrocks
in ein neues Teil der Teilearbeit ein und konstruieren Sie:
• Nahtzugaben von 10mm
• Parallelen zum Saum und zur Vorderen Mitte
(VM) mit Parallele 10
• Rundung an der VM mit Ecke 40 beginnend am
Saum bei 100mm und an der VM bei 200mm
• 30mm Übertritt an der VM mit Parallele10
6.Übung
Holen Sie das Modell „Hemdbluse“ aus Kapitel 2
Abschnitt 2.5, fügen Sie die Linien des Vorder- und
Rückenteils in ein neues Teil der Teilearbeit ein.
Konstruieren Sie eine Saumabrundung in der Seitennaht unter Verwendung der Ecke 50 (koordinierte
Ecke). Stellen Sie die Ecken interaktiv ein. Wechseln
Sie anschließend die Optionen auf Ecke mit Gerade
und Ecke mit Kreisbogen.
4.Übung
Holen Sie die Konstruktion
Oberteil 50, und konstruieren
Sie eine Abschrägung an der
Vorderen Mitte / Saum. Nutzen Sie dabei Ecke 40. Die
Abschrägung soll auf der Vorderen Mitte 120mm ab Saum
beginnen und auf dem Saum
60mm ab Vorderer Mitte enden.
5.Übung
Holen Sie Oberteil 50 und
fügen Sie die Objekte des
Rückenteils in ein neues Teil
der Teilearbeit. Konstruieren
Sie eine Saumzugabe von
40mm und eine Nahtzugabe
von 10mm. Konstruieren Sie in
der Hinteren Mitte einen
Schlitz mit der Schlitz-Ecke 30.
Stellen Sie den Schlitz interaktiv ein. Die Saumecke an der
Seitennaht schließen Sie mit
der Spiegel-Ecke 10.
7.Übung
Holen Sie das Modell aus Kapitel 3 Abschnitt 3.1 und konstruieren Sie mit der Funktion
Parallele an das Rückenteil
Mitte eine Nahtzugabe von
10mm und eine Saumzugabe
von 40mm. Schließen Sie die
Ecken am Saum mit Ecke 80.
Alle anderen Ecken schließen
Sie mit der Winkel-Ecke 50.
Kapitel 5
Einfache Linienfunktionen
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©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012
Inhalt
5.1 Koppeln von Linien........................................... 54
5.2 Rastern ............................................................. 58
5.3 Linien verlängern und verkürzen...................... 61
5.4 Abschneiden, „Dranschneiden“ und Trennen
von Linien ......................................................... 62
5.5 Das Tool Vordere Kante 30 ............................... 65
5.6 Übungen........................................................... 66
______________________
Die Funktionen zum Verändern von Linien sind
Gegenstand dieses Kapitels. Dazu gehören:
• das Koppeln von Linien,
• das Rastern zum Verteilen von Punkten für
Knopflöcher, Knipse und andere Markierungen
entlang einer Linie,
• Längenänderungen und
• das Trennen von Linien.
Zum Abschluss wird das interaktive Tool Vordere
Kante 30 behandelt. Diese sehr wichtigen Konstruktionsfunktionen müssen später beherrscht werden.
Üben Sie daher intensiv.
54
Kapitel 5 Einfache Linienfunktionen
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©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012
5.1 Koppeln von Linien
Das Menü Koppeln
Das Menü koppeln wird aus dem Basismenü
geöffnet. Mit ihm können Linien aneinander
gekoppelt oder durch eine Kurve verbunden
werden.
Menü Koppeln
koppeln…
einzeln
mit Kette
rücksetzen
Das Ende der bereits
gekoppelten
Linien
(=Basislinie) wird mit
dem Anfang der nächsten angeklickten Linie
verbunden. Für die Richtungsbestimmung
gilt
das Rechtsprinzip.
In Bild 5-1 ist das Koppeln
von zwei Linien mit einzeln oder Kette dargestellt.
Anfang und Ende der Linien sind durch das Rechtsprinzip festgelegt. Lesen Sie dazu die Erläuterungen
in Abschnitt 4.6.
E
ablegen
koppeln mit Kurve
2.
rücksetzen
E
1.
A
Tool Koppeln 10
Bild 5-1
A
Linien koppeln (miteinander verbinden)
Schrittfolge
⇒ Aktivieren der Option einzeln oder Kette
⇒ Anklicken der zu koppelnden Linien unter Beachtung des Rechtsprinzips
⇒ Korrektur (auch mehrfach) durch Anklicken von
koppeln rücksetzen
⇒ Beenden des Koppelns mit ablegen
Die oberen vier Buttons dienen zum Koppeln von
Linien, wobei Lücken zwischen den Linien mit einer
Gerade überbrückt werden.
Koppeln von Linien ist erforderlich, wenn zwei oder
mehr Linien in den folgenden Konstruktionsschritten
als eine Einheit behandelt werden sollen.
Zunächst ist zwischen den Koppelvarianten einzeln
oder Kette zu entscheiden. Mit Kette werden alle
tangentiell (ohne Knick) folgenden Linien in einem
Schritt automatisch gekoppelt. Für den Anfang wird
jedoch die einfachere Variante einzeln empfohlen.
Rücksetzen setzt die einzelnen Koppelschritte
schrittweise zurück. Das Koppeln ist erst mit ablegen beendet und wird im Protokoll als ein Konstruktionsschritt vermerkt.
A
E
2.
1.
Ergebnis:
eine Linie
E
A
Bild 5-2
Bild 5-2 stellt das Koppeln zweier nicht aneinanderliegender Linien mit einer Geraden dar. Auch hier ist
das Rechtsprinzip zu beachten.
Koppeln mit Kurve
Schrittfolge
⇒ Aktivieren von Koppeln mit Kurve
⇒ Anklicken der zu koppelnden zwei Linien oder
Anklicken einer auszuformenden Linie an zwei
Linienstellen (Rechtsprinzip!)
Mit der Funktion Koppeln mit Kurve können zwei
Linien durch eine Kurve verbunden werden. Diese
Funktion wird beispielsweise für das Koppeln getrennter Saumlinien, Seitennähte oder das Herausnehmen von Abnähern genutzt.
Kapitel 5 Einfache Linienfunktionen
55
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©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012
Weitere Funktionen
Mit rücksetzen wird der letzte Konstruktionsschritt
rückgängig gemacht. Der letzte Konstruktionsschritt
kann sein
• das Koppeln zweier Linien mit Koppeln mit Kurve
oder
• die Konstruktion einer Linie aus mehreren Linien
mit den Funktionen einzeln und Kette.
1.
2.
1.
2.
Bild 5-3
Nach dem Aktivieren von Koppeln mit Kurve sind die
zwei zu koppelnden Linien unter Beachtung des
Rechtsprinzips anzuklicken. Die neue Verbindungskurve beginnt bzw. endet jeweils an den Pickpunkten, wodurch die Form der Kurve bestimmt wird
(siehe Bild 5-3). Sofern die Verbindungskurve nicht
Ihren Vorstellungen entspricht, setzen Sie zurück
und koppeln Sie erneut. Das Aussehen der Kurve
wird durch die Wahl von Anfangs- und Endpunkt
beeinflusst. Die Kurvenform entspricht der eines
dünnen biegsamen Stahlbandes, das in den Pickpunkten fixiert und ausgerichtet wird. Das Erzeugen
einer bestimmten Kurvenform mit dieser Funktion
erfordert Übung und Erfahrung. Flexibler einstellbar
sind Übergänge, die mit dem Tool Koppeln 10 erstellt werden.
Das interaktive Koppeln-Tool Koppeln 10
Schrittfolge
⇒ Aufruf von Koppeln 10
⇒ Anklicken der zu koppelnden zwei Linien oder
Anklicken einer auszuformenden Linie an zwei
Linienstellen unter Berücksichtigung des Rechtsprinzips (Bild 5-4)
⇒ Doppelklick auf die neue durchgehende Linie
⇒ Einstellen der Optionen
⇒ interaktives Gestalten der Kurve.
Das interaktive Koppeln-Tool sollte alternativ zu
Koppeln mit Kurve verwendet werden, wenn der
Anfang und/oder das Ende des Verbindungsstückes
entlang der ursprünglichen Linien interaktiv verschoben werden sollen. Mit dem Koppeln-Tool lässt
sich auch die Form des Verbindungsstückes interaktiv gestalten.
Bild 5-5
Die Optionen bestimmen, ob
• Anfang/Ende des Verbindungsstückes entlang der
ursprünglichen Linien verschoben oder ob die
eine/beiden ursprünglichen Linien komplett ersetzt werden sollen (Bild 5-5) und
• die Basisrichtungen am Anfang/Ende des Verbindungsstückes identisch mit den Richtungen der
ursprünglichen Linien sind oder frei.
Die Form des Verbindungsstückes und die zusätzlichen Richtungen an dessen Anfang/Ende sind interaktiv einstellbar, siehe Erläuterungen im folgenden
Abschnitt.
Bild 5-4
56
Kapitel 5 Einfache Linienfunktionen
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Ein Video zu Koppeln 10 finden Sie in der
Hilfe zum Tool. Zum Aufruf der Hilfe
markieren Sie unter Holen | GrafisHilfsprogramme das Tool Koppeln 10 und betätigen
den Button Hilfe zur Grundkonstruktion. In der interaktiven Oberfläche von Koppeln 10 öffnet auch Anklicken des Fragezeichen-Buttons diese Hilfe.
Einstellen einer interaktiven Kurve am Beispiel
des Tools Koppeln 10
In allen interaktiven Konstruktionen gelten identische Prinzipien für das Einstellen von Kurven. Diese
Prinzipien werden jetzt am Beispiel des Tools Koppeln 10 erläutert, siehe auch Bild 5-6.
2
1
1
4
1 – Basispunkte
2 – Richtungsanfasser
3
Formpunkte und bewirkt auch Richtungsänderungen, sofern die Richtung abhängig von der Position
des Basispunktes ist.
Wichtig: Beginnen Sie beim Einstellen einer Kurve immer mit den Objekten höchster Priorität.
1.
2.
3.
4.
2
4
5.
3 – Formpunkt 1.Ordnung
4 – Formpunkte 2. Ordnung
Bild 5-6
Am Anfang und Ende der Kurve befinden sich Basispunkte ‚1’, die mit Punkt und rotem Kreis gekennzeichnet sind. Sofern der Kursor an diesen Punkten
6.
die Form
annimmt, kann der Basispunkt entlang
der dazu gehörenden Linie verschoben werden.
Gestrichelte Verlängerungen am Anfang/Ende der
Kurve sind Richtungsanfasser ‚2’ mit kleinen Punkten. Sofern der Kursor an diesen Punkten die Form
annimmt, kann die Richtung geschleppt werden.
Zwischen zwei benachbarten Basispunkten gibt es
ein oder drei Formpunkte:
• einen Formpunkt 1. Ordnung ‚3’, dargestellt als
größerer roter Punkt, und
• ggf. zwei Formpunkte 2. Ordnung ‚4’, dargestellt als kleine rote Punkte.
7.
Die Lage der Formpunkte wird über zwei Werte
bestimmt: ein prozentualer Wert für die Lage entlang einer gedachten Verbindung zwischen den
Basispunkten und ein zweiter Wert für den Abstand
zu der gedachten Verbindung. Der zweite Wert ist
in der Regel ein Wert in Millimeter. Die Nulllage von
Formpunkten ist in der Regel bei 50% und 0mm.
Die genannten Objekte haben folgende Prioritäten:
Basispunkte
Ð
Richtungsanfasser
Ð
Formpunkt 1. Ordnung
Ð
Formpunkte 2. Ordnung
Priorität bedeutet, dass sich Objekte niedrigerer
Priorität bei Veränderungen von Objekten höherer
Priorität ändern, umgekehrt jedoch nicht. Die Verschiebung von Basispunkten verändert die Lage der
Bild 5-7
Werden diese Prinzipien auf das Tool Koppeln 10
angewandt, ergibt sich folgende empfohlene Schrittfolge für das Einstellen des Verbindungsstückes (Bild
5-7):
1. Ausgangszustand: Es ist möglich zwei Linien zu
koppeln oder eine einzelne Linie stückweise neu
zu gestalten.
2. Das Tool Koppeln 10 ist geholt. Die beiden kleinen schwarzen Punkte kennzeichnen Beginn und
Ende des neuen Koppelstückes. Das sind exakt
die Linienstellen, an denen gepickt wurde.
3. Die beiden Basispunkte am Anfang und Ende
können entlang der ursprünglichen Linie verschoben werden.
4. und 5. An beiden Basispunkten wird die gewünschte Kurvenrichtung eingestellt.
6. Die Form der Kurve wird mit dem Formpunkt
1.Ordnung grob eingestellt.
7. Die Form der Kurve wird mit den Formpunkten
2.Ordnung noch leicht verändert.
Wenn Sie eine interaktive Kurve erneut einstellen
wollen, dann setzen Sie zuerst die Formpunkte auf
die Nulllage zurück, indem Sie beispielsweise Raster
10 einstellen und die Punkte durch Schleppen auf
50% / 0. versetzen. Danach setzen Sie den Rasterwert zurück auf 0 oder 1 und stellen die Kurve erneut ein. Beginnen Sie dabei mit den Objekten
höchster Priorität.
Kapitel 5 Einfache Linienfunktionen
57
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©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012
Übungen
1.Übung
Holen Sie die Grundkonstruktion Oberteil 10. Bilden
Sie Parallelen zur Armlochlinie und Schulterlinie mit
jeweils 10mm Abstand. Koppeln Sie folgende Linien
(Bild 5-8):
4. Koppeln
einzeln
2. Koppeln
Kette
Bild 5-9
1. Koppeln
einzeln
5. Tool
Koppeln 10
3.Übung
Holen Sie die Grundkonstruktion Rock 20 und stellen interaktiv die Seitennaht gerade ein. Konstruieren Sie folgende Parallelen:
• 30mm zur Hinteren Mitte nach außen für
Schlitzbreite
• 20mm zur Hinteren Mitte nach außen für verdeckten Reißverschluss
• 10mm zur Seitennaht und zur Hinteren Mitte
und Taille für Nahtzugaben
3. Koppeln
Kette
Bild 5-8
•
•
•
•
die Seitennaht mit Koppeln einzeln
die Armlochlinie mit Koppeln Kette
die Saumlinie mit Koppeln Kette
die Parallelen zum Armloch und zur Schulter mit
Koppeln einzeln
• die Vordere Mitte und Saum mit dem Tool Koppeln 10
Klicken Sie immer in Fahrtrichtung rechts von den
Linien. Falls Sie einen Fehler gemacht haben, klicken
Sie (auch mehrfach) auf rücksetzen und setzen Sie
dann fort.
2.Übung
Holen Sie die Grundkonstruktion Rock 20 und bilden
Parallelen
• 30mm vom Saum nach außen
• 40mm von der Vorderen Mitte nach außen
• 100mm von der Vorderen Mitte nach innen mit
dem Tool Parallele 10
• 200mm vom Saum nach innen
Koppeln Sie die Vordere Mitte und den Saum mit
dem Tool Koppeln 10 und konstruieren weitere
Parallelen von jeweils 10mm zur Vorderen Mitte
und zum Saum nach außen. Anschließend konstruieren Sie die abgebildeten Ecken mit der Funktion
Ecke (Bild 5-9).
Bild 5-10
Konstruieren Sie die abgebildeten Ecken und koppeln mit Koppeln 10 anschließend die Hintere Mitte
gemäß Bild 5-10. Stellen Sie die Ecken und die gekoppelten Übergänge interaktiv ein. Gradieren Sie in
verschiedenen Größen.
58
Kapitel 5 Einfache Linienfunktionen
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©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012
4.Übung
Holen Sie die Grundkonstruktion Rock 20 und stellen Sie interaktiv die Seitennaht gerade ein. Konstruieren Sie folgende Parallelen:
• 10mm zur Vorderen Mitte, Taille und Seitennaht
von Saum bis Hüfte
• 30mm zum Saum
• 20mm zur Seitennaht von Taille bis Hüfte.
Menü Rastern
rastern 0
in Linie umwandeln
rastern 1
Punktanzahl
für rastern 1
rastern 2
Abstandswert
für rastern 2
rastern 4
Punktanzahl
für rastern 4
Bild 5-11
Koppeln Sie die Seitennaht mit Koppeln 10 und
schließen Sie die abgebildeten anderen Ecken mit
der Funktion Ecke (Bild 5-11). Stellen Sie den gekoppelten Übergang interaktiv ein.
+/-kopieren
rücksetzen
Tool Rastern 10
5.2 Rastern
Das Menü Rastern
Das Menü rastern bietet vier verschiedene
Funktionen zur Konstruktion von Punktfolgen sowie das interaktive Tool Rastern 10.
Die Punktfolgen werden jeweils entlang
einer Linie konstruiert. Die Funktion in Linie umwandeln ist die Umkehrfunktion für die Funktionen rastern 0 bis rastern 4. Mit ihr wird eine zusammenhängende Punktfolge wieder in eine Linie umgewandelt.
Die Funktionen rastern 0 bis rastern 4
Schrittfolge:
⇒ Einstellen von Parametern der gewünschten
rastern-Art
⇒ Aktivieren der gewünschten rastern-Art
⇒ Einstellen von +/-kopieren
⇒ Anklicken der Linie unter Beachtung des Rechtsprinzips
rastern 0
Jede Linie ist in Grafis ein Polygonzug (siehe Abschnitt 4.3). Mit rastern 0 werden entlang der Linie
deren Stützpunkte angezeigt. Im Fall von Geraden
sind das die Anfangs- und Endpunkte. Ein Beispiel für
eine Kurve enthält Bild 5-12.
rastern 1
Diese Funktion konstruiert
eine Anzahl von Punkten mit
gleichen Abständen entlang
einer Linie. Die Anzahl der
Punkte, einschließlich Anfangs- und Endpunkt, sind im
Menü unter Punktanzahl
vorzugeben (Bild 5-12).
Nach Aktivieren von rastern
1 und Einstellen von +/kopieren ist die gewünschte
Linie anzuklicken.
Kapitel 5 Einfache Linienfunktionen
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©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012
Das interaktive Tool Rastern 10
Schrittfolge
⇒ Aufruf von Rastern 10
⇒ Anklicken einer Linien unter Berücksichtigung
des Rechtsprinzips
⇒ Doppelklick auf die neue Punktfolge
⇒ Einstellen der Optionen (Bild 5-13)
⇒ interaktives Gestalten der Punktfolge.
rastern 0
rastern 1
N=5
rastern 2
Ab=5.
rastern 4
N =5
erster und zweiter
konstruierter Punkt
Bild 5-12
rastern 2
Mit rastern 2 werden Punkte mit vorgegebenem
Abstand entlang der Linie konstruiert. Den Abstandswert korrigiert Grafis so, dass die Punkte von
Anfang bis Ende gleiche Abstände haben (Bild 5-12).
Der vorgegebene Abstandswert ist somit ein ca.Wert.
Der gewünschte Abstandswert wird im Menü unter
Abstandswert eingegeben. Nach Aktivieren von rastern 2 und Einstellen von +/-kopieren ist die Linie
anzuklicken.
rastern 4
Rastern 4 verteilt eine Anzahl von Punkten gleichmäßig zwischen zwei konstruierten Punkten (Bild 512).
Zuerst ist die Anzahl im Menü unter Punktanzahl
einzugeben und dann die Linie anzuklicken, entlang
der gerastert werden soll. Zur Konstruktion von
Anfangs- und Endpunkt des Rasterbereiches öffnet
sich jeweils das Untermenü Punktkonstruktion, das
in Abschnitt 3.4 kurz behandelt wurde. Eine ausführliche Erläuterung der Punktkonstruktion folgt in
Kapitel 6.
Linie
Die Funktion Linie ist die Umkehrfunktion der rastern - Funktionen. Aktivieren von Linie und Anklicken einer Punktfolge erzeugt aus der Punktfolge
eine Linie. Auch hier wirkt der Schalter +/-kopieren.
+/-kopieren, rücksetzen
Mit dem Schalter +/-kopieren wird eingestellt, ob
das Ausgangsobjekt erhalten bleibt oder nicht. Beim
Umwandeln einer Linie in eine Punktfolge mit
+kopieren
ist danach sowohl die Linie als auch
die Punktfolge vorhanden,
-kopieren
ist danach nur die Punktfolge vorhanden.
Mit rücksetzen wird der letzte Konstruktionsschritt
rückgängig gemacht.
Bild 5-13
Mit dem Tool Rastern 10 werden Punktfolgen konstruiert, deren Position und Anzahl auch nachträglich
noch interaktiv veränderbar sind.
1
3
1
2
3
4
5
2
Abstand von 4
der Basislinie
Punktanzahl
Beginn der
Punktfolge ab
Anfang der
Linie
je nach Option:
Punktabstand
oder Abstand
des letzten
Punktes zum
Ende der
Basislinie
Schräglage zur
Basislinie
5
Bild 5-14
60
Kapitel 5 Einfache Linienfunktionen
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©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012
Die einzige Option dieses Tools (Bild 5-13) bestimmt, ob sich aus der Position des letzten Punktes
der Punktabstand ergibt oder umgekehrt.
Ein Video zu Rastern 10 finden Sie in der Hilfe zum
Tool. Zum Aufruf der Hilfe markieren Sie in Holen |
Grafis-Hilfsprogramme das Tool Rastern 10 und betätigen den Button Hilfe zur Grundkonstruktion. In der
interaktiven Oberfläche von Rastern 10 öffnet auch
Anklicken des Fragezeichen-Buttons diese Hilfe.
2.Übung
Holen Sie die Grundkonstruktion Rock 20 oder die
zweite Übung aus Abschnitt 5.1 und konstruieren
Sie mit dem Tool Rastern 10 eine Knopflochleiste auf
der Vorderen Mitte. Der erste Knopf soll 20mm von
der Taille entfernt beginnen. Insgesamt sollen 6
Knöpfe im Abstand von 60mm gesetzt werden,
siehe Bild 5-16.
Übungen
1.Übung
Holen Sie die Grundkonstruktion Oberteil 10 und
konstruieren im Vorderteil (Bild 5-15):
rastern 0
rastern 1
N=5
Tool
Rastern 10
Abstand oben
= 20mm
Punktanzahl
=8
Abstand von
unten
= 180mm
Bild 5-16
rastern 2
Ab=20.0
3.Übung
Holen Sie die Grundkonstruktion Rock 20 oder die
dritte Übung aus Abschnitt 5.1 und konstruieren mit
dem Tool Rastern 10 eine Knopfleiste auf der Hinteren Mitte ab Saum. Der erste Knopf soll 20mm vom
Saum entfernt beginnen. Insgesamt sollen 4 Knöpfe
im Abstand von 40mm gesetzt werden, siehe Bild 517.
Bild 5-15
• Die Stützpunkte der Halslochkurve. Nur wenn
der Schalter auf +kopieren steht, bleibt die Original-Linie erhalten!
• Insgesamt fünf gleichmäßig verteilte Punkte auf
der Schulter außen.
• Gleichmäßig verteilte Punkte mit ungefährem
Abstand 20mm auf dem oberen Teil der Seitennaht. Koppeln Sie zuvor die Seitennaht oben.
• Insgesamt 8 Punkte für Knöpfe. Der erste Punkt
liegt 20mm vom Halsloch entfernt. Der letzte
Knopf hat einen Abstand von 180mm ab Saum.
Bild 5-17
Kapitel 5 Einfache Linienfunktionen
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4.Übung
Holen Sie die Grundkonstruktion Oberteil 10 und
konstruieren Sie auf der vorderen Mitte eine paarige
Knopfleiste. Insgesamt sollen 8 Knopfpaare entstehen mit einem Abstand von 60mm von Paar zu Paar.
Der erste Knopf liegt 20mm entfernt vom Halsloch
auf der Vorderen Mitte und die beiden Knöpfe eines
Paares haben einen Abstand von 15mm (Bild 5-18).
Konstruieren Sie mit dem Tool Rastern 10 die paarige Knopfleiste mit zwei Punktfolgen und folgenden
Einstellungen:
Anfangsabstand
20mm
35mm
Punktanzahl
8
8
Abstand
60mm
60mm
Menü Längen
Längen linear
Längen auf…
Länge
Längen um…
Länge
rücksetzen
Form der Längenänderung
Mit linear wird die Linie an deren Ende durch ein
Geradenstück verlängert oder entlang der Linie
verkürzt (Bild 5-19). Das Ende der Linie wird mittels
Rechtsprinzip beim Anklicken bestimmt.
Bild 5-18
5.3 Linien verlängern und verkürzen
Das Menü längen
Das Menü längen enthält Funktionen zum
Verlängern oder Verkürzen von Linien an
deren Enden (linear).
Die Funktionen haben vor allem Bedeutung
für das Ausgleichen von Linienlängen, wie beispielsweise Seiten-, Teilungs- und
Schrittnähte.
Schrittfolge
⇒ Aktivieren
der
gewünschten Form der
Längenänderung (linear
oder formend)
⇒ Eingabe der Werte für
die Längenänderung unter längen um oder längen auf
⇒ Aktivieren von längen um oder längen auf
⇒ Anklicken der zu ändernden Linie unter Beachtung des Rechtsprinzips
Längen auf und längen um
Mit längen auf wird die Linie linear auf den vorgegebenen Wert verlängert oder verkürzt. Der vorgegebene Längenwert wird genau eingestellt.
linear
längen um L=10
linear
längen um L=-10
Bild 5-19
Mit längen um wird die Linie linear um den vorgegebenen Wert verlängert (positiver Wert) oder
verkürzt (negativer Wert), siehe Bild 5-19.
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Kapitel 5 Einfache Linienfunktionen
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3.Übung
Holen Sie die Grundkonstruktion Oberteil 10 und
verkürzen die Vordere Mitte, Hintere Mitte und die
Seitennähte um 50mm. Nutzen Sie dazu längen
linear um –50 und beachten beim Anklicken das
Rechtsprinzip (Bild 5-22). Versetzen Sie anschließend die Saumlinien um 50mm mit der Funktion
Parallele und –kopieren.
Übungen
1.Übung
Längen um 30mm linear
Längen um 30mm linear
Bild 5-20
Holen Sie die Grundkonstruktion Oberteil 10 und
konstruieren eine Parallele von 30mm zur Vorderen
Mitte. Längen Sie anschließend die Halslochlinie und
die Saumlinie linear um 30mm. Beachten Sie beim
Anklicken das Rechtsprinzip (Bild 5-20).
2.Übung
Holen Sie die Grundkonstruktion Oberteil 10 und
konstruieren eine Parallele von 100mm zu den
Saumlinien. Längen Sie anschließend
• die Schulterlinien um 30mm,
• das Armloch um 20mm,
• die Vordere Mitte, Hintere Mitte und Seitennähte um jeweils 100mm.
Beachten Sie beim Anklicken das Rechtsprinzip (Bild
5-21).
Bild 5-22
5.4 Abschneiden, „Dranschneiden“ und
Trennen von Linien
Das Menü trennen
Abschneiden und Trennen von Linien wird im Basismenü unter trennen aufgerufen.
Trennen bedeutet, dass aus einer Linie zwei entstehen, die sich an der Trennstelle berühren und
einzeln weiter verwendbar sind. Ist der Schalter
Trennmarker mit +Trennmark gesetzt, wird die
Trennstelle durch einen großen Punkt markiert.
Beim Abschneiden wird eine Linie bis zur Schnittstelle gekürzt oder auch verlängert, wobei wir das
Verlängern auch als „Dranschneiden“ bezeichnen.
Rücksetzen (letzte Funktion im Menü) setzt den
jeweils letzten Trenn-/Abschneideschritt zurück.
Trennen
⇒ 2 Linien
Abschneiden/ Dranschneiden ⇒ 1 Linie
Die Trenn-/Abschneidestelle kann nach drei Varianten bestimmt werden.
Bild 5-21
Kapitel 5 Einfache Linienfunktionen
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Menü Trennen
Messerlinie wählen
Messerlinie von Punkt
Messerlinie
trennen mit Messerlinie
abschneiden mit Messerlinie
und „dranschneiden“
trennen
abschneiden
Bild 5-23
Freihand trennen
Freihand abschneiden
In Ecke trennen
+/-Trennmarker
rücksetzen
Schrittfolge
Trennen oder Abschneiden an einer Messerlinie
⇒ mit Messerlinie wählen oder Messerlinie von Punkt
eine Messerlinie festlegen/konstruieren
⇒ Aktivieren von trennen oder abschneiden
⇒ Einstellen von +/-Trennmarker
⇒ Anklicken der zu trennenden oder abzuschneidenden Linien.
Trennen in einer Ecke
⇒ in Ecke trennen aktivieren
⇒ Einstellen von +/-Trennmarker
⇒ Anklicken der Ecke, in der die Linie getrennt
werden soll, und zwar von außen
Freihand Trennen oder Abschneiden mit
⇒ Aktivieren von Freihand trennen oder Freihand
abschneiden
⇒ Einstellen von +/-Trennmarker
⇒ Anklicken der Linie
Trennen / Abschneiden an einer Messerlinie
Das Trennen oder Abschneiden mit Messerlinie ist
die exakte Variante. Dafür ist zunächst eine Messerlinie festzulegen. An ihr können durch Anklicken
eine oder mehrere Linien getrennt oder abgeschnitten werden. Zum „Trennen mit Messerlinie“ gehören die obersten vier Buttons des Menüs Trennen.
Zuerst ist die Messerlinie zu definieren. Grafis bietet
dafür zwei Möglichkeiten:
1. Mit Messerlinie wählen wird eine vorhandene
Linie als Messerlinie festgelegt.
2. Mit Messerlinie von Punkt wird der erste Punkt
der Messerlinie konstruiert und der andere
Punkt durch Bewegen der Maus frei Hand
bestimmt.
Die aktuelle Messerlinie ist andersfarbig dargestellt.
Ob mit dieser Messerlinie getrennt oder abgeschnitten wird, bestimmen Sie durch Aktivieren der Funktion trennen oder abschneiden.
1. Beim Trennen mit
Messerlinie wird die
angeklickte Linie im
Schnittpunkt mit der
Messerlinie getrennt;
vorausgesetzt
die
beiden Linien schneiden sich. Üben Sie diese
Funktionsvariante mit +Trennmarker. Die Trennstelle wird in diesem Fall durch einen Punkt gekennzeichnet und ist so besser zu erkennen.
2. Beim Abschneiden mit Messerlinie verschwindet
immer der Teil der Linie, der im Bezug zur Anpickstelle hinter der
Messerlinie liegt. Der
Pickpunkt kennzeichnet
das Linienstück, das erhalten bleiben soll. Ergebnis dieses Abschneidens ist nur eine Linie.
Die Messerlinie und die
zu trennende Linie müssen sich nicht unbedingt
schneiden. Eine Linie,
die vor der Messerlinie
endet, wird beim Abschneiden mit Messerlinie bis zu dieser verlängert. Unter Grafis-Anwendern wird dies auch als
„Dranschneiden“ bezeichnet. „Dranschneiden“
ist bis maximal 500mm möglich.
Die Varianten sind in Bild 5-23 dargestellt.
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Kapitel 5 Einfache Linienfunktionen
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Trennen in einer Ecke
Pickpunkt
*
Übung
Holen Sie die Grundkonstruktion Oberteil 10 und
konstruieren jeweils 5 Parallelen zum Saum im Ab-
Trennstelle
Bild 5-24
Mit dieser Funktion erfolgt das Trennen einer
durchgehenden Linie an einem Eckpunkt. Die betreffende Ecke ist von außen anzuklicken, da Grafis
an der Stelle trennt, an der ein gedachter Blitz einschlagen würde (Blitzprinzip). An der Trennstelle
erscheint kurzzeitig ein kleiner Pfeil als Echo (Bild 524).
Diese Seitennaht als
Messerlinie festlegen und
die Parallelen zur
Saumnaht rechts
abschneiden!
Analog mit
dieser
Seitennaht
fortsetzen.
Freihand trennen und Freihand abschneiden
mit pick L
abschneid.
mit pick L
trennen
Bild 5-25
Freihand ist im Sinne von “nach Augenmaß“ zu verstehen. Mit Freihand trennen wird eine Linie genau
an der Stelle getrennt, an der sie angepickt wird.
Gleiches gilt für Freihand abschneiden. Hier ist jedoch zusätzlich das Rechtsprinzip zu beachten, denn
es verschwindet der Teil der Linie, der nach dem
Rechtsprinzip vor der Anpickstelle liegt.
Weitere Funktionen
Mit dem Schalter Trennmarker ist einstellbar, ob
beim Trennen von Linien ein Trennmarker gesetzt
werden soll. Verwenden Sie in der Regel
+Trennmarker, da so die Trennstelle besser zu erkennen ist. Ein Trennmarker ist ein Punkt, dem das
Attribut großer Punkt (siehe Abschnitt 7.6) zugeordnet wurde. Trennmarker können wie Punkte gelöscht werden.
Mit rücksetzen wird der letzte Konstruktionsschritt
rückgängig gemacht.
Bild 5-26
stand 50mm. Schneiden Sie die Parallelen entlang
der Seitennaht ab (Bild 5-26). Beachten Sie, dass Sie
mit dem Anklicken die Seite des Abschneidens vorgeben. Mit rücksetzen können Sie Fehler korrigieren.
Setzen Sie fort und entfernen auch die Teilstücke
der Parallelen aus dem Abnäher. Stellen Sie als Messerlinie den ersten Abnäherschenkel ein und trennen
Sie zunächst. Anschließend legen Sie den anderen
Abnäherschenkel als Messerlinie fest und schneiden
ab (Bild 5-27).
Die Abnäherlinien
werden zur Messerlinie.
Die Parallelen erst
trennen und dann
abschneiden.
Analog im
Rückenteil
fortsetzen.
Bild 5-27
Kapitel 5 Einfache Linienfunktionen
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5.5 Das Tool Vordere Kante 30
Eckpunkte der Kontur. Alle anderen Schlepppunkte
dienen zur Einstellung von Kurven, siehe Abschnitt
5.1. Im zweiten Schleppbereich Abstich (Bild 5-29
Es gibt drei interaktive Vordere Kante-Tools, bei
deren Aufruf drei bis vier Linien angeklickt werden
müssen:
Umschaltung zwischen
Einstellungen zur
• die Halslochlinie,
Gestaltung des
hochgeschlossener oder
Gestaltung der Kante
• eine durchgehende Linie
Abstiches
Rever-Konstruktion
zum Halsloch
für die Vordere Mitte,
• eine Saumlinie und
• die Bezugslinie für den
Reverseinlauf.
Das Tool Vordere Kante 10 ist
für hochgeschlossene Teile
und die Vordere Kante 20 für
Reverskragen-Konstruktionen
geeignet. Die Vordere Kante
30 ist eine Weiterentwicklung
für Version 10 und für beide
Varianten geeignet. Im LehrOptionen zur
buch wird daher nur die
Gestaltung der
Vordere Kante 30 beschrieKnopfleiste
ben.
Holen Sie Oberteil 50 und
kürzen interaktiv den Saum.
Holen Sie anschließend das
Tool Vordere Kante 30 aus
Bild 5-28
Grafis-Hilfsprogramme.
KliMitte) bestimmen die markierten Punkte die Aucken Sie exakt die angeforderten Linien unter Beßenkontur. Alle anderen Punkte dienen wiederum
achtung des Rechtsprinzips an. Sofern Sie diese
zur Gestaltung der Kurve. Im dritten Schleppbereich
Konstruktion für das rechte Vorderteil einer asymKnöpfe (Bild 5-29 rechts) bestimmen die markierten
metrischen Modellentwicklung benötigen, holen
Punkte die Position der Knopfleiste. Mit dem unteSie die Vordere Kante aus Grafis-Hilfsprogramme
(gespiegelt).
Zunächst sind wiederum die Optionen (Bild 5-28) einzustellen.
Wichtig ist die erste Option, ob es
sich um eine hochgeschlossene
oder
eine
ReverskragenKonstruktion handelt. Nach dieser
Option richtet sich die Konstruktion der Knopfleiste beginnend ab
Halsloch oder der angeklickten
Bezugslinie. Nur im Fall einer
hochgeschlossenen Konstruktion
gibt es weitere Optionen zur Gestaltung der Kante zum Halsloch.
Die Optionen zur Gestaltung der
Knopfleiste ähneln denen des interaktiven Tools Rastern 10. Zusätzlich ist eine Umschaltmöglichkeit auf 2-reihig verfügbar.
Nachdem alle Optionen eingestellt
sind, werden die interaktiven Einstellungen in den insgesamt drei
Schleppbereichen ausgeführt.
Im ersten Schleppbereich Übertritt
(Bild 5-29 links) bestimmen die
Bild 5-29
markierten Schlepppunkte die
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Kapitel 5 Einfache Linienfunktionen
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Bild 5-30
ren Punkt kann die Knopfleiste schräg eingestellt
werden. Alle anderen Punkte sind analog zu Rastern
10.
Stellen Sie interaktiv die in Bild 5-30 abgebildeten
Vorderen Kanten ein.
5.6 Übungen
1.Übung
Konstruieren Sie aus der Grundkonstruktion Rock 20
einen Rock mit Kräuselweite. Löschen Sie zunächst
den Hinterrock. Konstruieren Sie eine Parallele von
30mm für einen Übertritt. Verlängern Sie die Hüft-
und Saumlinien um 250mm. Versetzen Sie die Seitennaht
um
250mm
mit
Parallele
und
–kopieren. Anschließend konstruieren Sie eine
Knopfleiste auf der Vorderen Mitte. Der erste Knopf
soll einen Abstand von 20mm von der Taille und der
letzte Knopf 100mm vom Saum haben. Insgesamt
sollen 6 Knöpfe gesetzt werden. Setzen Sie die
Kräuselsymbole, nachdem Sie das Kapitel 7 durchgearbeitet haben.
2.Übung
Konstruieren Sie aus der Grundkonstruktion Rock 20
einen Rock mit Schlitz in der Seitennaht und einem
Kapitel 5 Einfache Linienfunktionen
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Übertritt mit Knopfleiste. Die Schlitzhöhe ist
200mm, Schlitzbreite ist 30mm, Übertritt und Saum
sind 30mm und alle anderen Nahtzugaben sind
10mm. Der erste Knopf soll einen Abstand von
20mm von der Taille haben. Insgesamt sollen 8
Knöpfe mit jeweils 65mm Abstand gesetzt werden.
3.Übung
Konstruieren Sie im Vorderteil der Grundkonstruktion Oberteil 10 fünf Biesen. Löschen Sie zunächst
den Taillenabnäher. Bilden Sie die erste Parallele im
Abstand von 40mm zur Vorderen Mitte. Die vier
weiteren Biesen sollen einen Abstand von 10mm zur
ersten Biese haben. Koppeln Sie mit Koppeln einzeln
das Halsloch mit der Schulter. Damit erhalten Sie
eine durchgehende Messerlinie. Konstruieren Sie
den Abstich mit dem Tool Koppeln 10. Schneiden
Sie anschließend die Parallelen am Saum, am Halsloch und an der Schulter mit der Funktion trennen
ab.
bilden Parallelen von 40mm zur Vorderen und Hinteren Mitte sowie jeweils zum Saum. Schneiden Sie
die Parallelen an der Seitennaht sowie an den Taillenabnähern ab. Nutzen Sie dazu wieder die Funktion trennen.
5. Übung
Öffnen Sie das Modell „Gerader Rock“ aus Kapitel 2
Abschnitt 2.4. Konstruieren Sie fünf Parallelen im
Abstand von 70mm zum Saum und weitere fünf
Parallelen im Abstand von 40mm zur Vorderen und
Hinteren Mitte. Erzeugen Sie mit der Funktion Ecke
das abgebildete Muster.
Konstruieren Sie Nahtzugaben von 10mm und
schließen die Umfangskontur mit Koppeln (Taille)
und der Funktion Ecke.
4.Übung
Holen Sie die Grundkonstruktion Oberteil 10, koppeln im Vorder- und Rückenteil die Saumlinien und
6. Übung
Holen Sie die Grundkonstruktion Oberteil 20 und
konstruieren Sie Parallelen zur Vorderen und Hinteren Mitte im Abstand von 40mm nach innen und
weitere fünf Parallelen im Abstand von 10mm zur
neu konstruierten Parallele. Schneiden Sie die Parallelen am Saum, am Halsloch und an der Schulter ab.
Konstruieren Sie mit der Vorderen Kante 10 einen
Übertritt von 40mm zur Vorderen Mitte und die
abgebildeten Nahtzugaben von 10mm. Schließen Sie
die Umfangskontur mit der Funktion Ecke.
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Kapitel 5 Einfache Linienfunktionen
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Speichern Sie das Modell als „Bluse mit Biesen“.
Stellen Sie die Position der Knöpfe der Vorderen
Kante 10 so ein, dass 8 Knöpfe entstehen mit einem
Abstand von je 60mm. Der erste Knopf soll einen
Abstand von 20mm zum Halsloch haben. Die anderen Punkte erzeugen Sie mit dem Tool Rastern 10
mit den Parametern: 8 Knöpfe, Abstand von je
60mm, Beginn ab Halsloch 35mm. Daraus ergibt
sich der Abstand zwischen einem Punktepaar von
35mm-20mm = 15mm, siehe auch 4. Übung in
Abschnitt 5.2. Schließen Sie die Umfangskontur mit
der Funktion Ecke.
7. Übung
Öffnen Sie das Modell „Hemdbluse“ aus Kapitel 2
Abschnitt 2.5 und löschen die Punkte der Hinteren
Mitte, den Taillenabnäher und Hilfslinien. Koppeln
Sie jeweils mit koppeln einzeln: die Linien der Schulter, des Armlochs, der Seitennaht, des Saumes und
der Hinteren Mitte. Bilden Sie mit dem Tool Ecke 50
eine koordinierte Ecke (120/ 80mm). Konstruieren
Sie eine Folge von 6 Punkten auf der Vorderen Mitte, die 40mm ab Halsloch beginnt und einen Abstand
von jeweils 75mm hat. Bilden Sie Parallelen für Biesenfalten. Die erste Biese soll 50mm ab Vorderer
Mitte beginnen. Die weiteren Biesen haben jeweils
einen Abstand von 15mm. Schneiden Sie die Biesen
am Halsloch und an der Schulter ab. Konstruieren
Sie einen Übertritt von 40mm und schließen die
Ecken des Übertritts.
8.Übung
Holen Sie die Grundkonstruktion Oberteil 50. Eröffnen Sie in der Teilearbeit ein weiteres Teil und holen Sie das Vorderteil 20 in das neue Teil. Stellen Sie
in den Optionen auf Wiener Naht um. Konstruieren
Sie mit Vordere Kante 30 einen Übertritt und stellen
eine Übertrittbreite von 20mm und eine einreihige
Verknöpfung mit 4 Knöpfen ein. Die Ausschnitttiefe
beträgt 120mm ab Basishalsloch.
Stellen Sie im Tool Vordere Kante 30 den abgebildeten Saumabstich ein, wobei Sie mit den Optionseinstellungen beginnen. Lösen Sie die Schnittteile heraus und konstruieren mit Parallele und der Funktion
Ecke die Naht- und Saumzugaben.