Kapitel 1-5
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Kapitel 1-5
Version 11 Bei der Zusammenstellung von Texten und Abbildungen wurde mit größter Sorgfalt vorgegangen. Trotzdem können Fehler nicht vollständig ausgeschlossen werden. Die Autorinnen können für fehlerhafte Angaben und deren Folgen weder eine juristische Verantwortung noch irgendeine Haftung übernehmen. Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Vertreibung sowie der Übersetzung, vorbehalten. Die Vervielfältigung und Übertragung einzelner Textabschnitte oder Abbildungen ist ohne Zustimmung der Autorinnen zulässig, sofern keine gewerbliche Nutzung (kein Weiterverkauf) erfolgt und auf die Quelle der Texte und Abbildungen verwiesen wird. Das gilt sowohl für die Vervielfältigung durch Fotokopie oder irgendein anderes Verfahren als auch für die Übertragung auf Filme, Bänder, Platten, Arbeitstransparente oder andere Medien. 7. überarbeitete Auflage für Grafis-Version 11 Februar 2012 7. Auflage 2012 © 1995-2012 Grafis- Software Dr. Kerstin Friedrich GbR Klosterstraße 48 41747 Viersen Germany Telefon: +49-(0)-2162-12114 Telefax: +49-(0)-2162-13185 www.grafis.de Quelle der Clipart: „Carsten Scheibes Clip-Art-CD-Rom“, Systhema Verlag, Vol.1 und Vol.2 „80.000 Cliparts“, 4CDs, Ari Data, Willich Umschlaggestaltung: Diplom Grafik-Designerin Jutta Höfs, Viersen Inhalt ________________________________________________________________________________________________________________ ©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012 Einleitung 7 Kapitel 1 Grundkonstruktionen holen 1.1 1.2 1.3 1.4 1.5 1.6 Wichtige Regeln für die Arbeit mit Grafis Starten von Grafis Holen von Grundkonstruktionen Ändern der Bildschirmansicht Grafis beenden Übungen 9 10 12 12 13 13 Kapitel 2 Gradieren 2.1 2.2 2.3 2.4 2.5 Maßtabellen Die Gradiertabelle Gradieren mit Maßtabellen Interaktive Konstruktion einstellen Übungen Herauslösen von Teilen Wenn Hilfe nötig ist Schnittausgabe Stapeln Schleppen, drehen, flippen von Teilen Abrollen von Teilen Übungen 16 21 22 23 25 28 30 31 34 35 37 38 Kapitel 4 Umfangslinie erzeugen und bearbeiten 4.1 Die Grafis-Datenstruktur 4.2 Das Konstruktionsprotokoll 4.3 Geometrische Grundlagen 4.4 Löschen von Objekten 4.5 Parallelen 4.5.1 Interaktive Tools und nicht-interaktive Funktionen 4.5.2 Das Menü Parallele 4.5.3 Die Funktion Parallele 4.5.4 Das Tool Parallele 10 4.6 Eckenbehandlung 4.7 Übungen 40 40 41 43 44 44 45 45 46 47 51 Kapitel 5 Einfache Linienfunktionen 5.1 5.2 5.3 5.4 6.1 Linienkonstruktion in Verbindung mit dem Untermenü Punktkonstruktion 6.2 Punktkonstruktionen 6.3 Linienkonstruktionen 6.4 Linien mit Richtungskonstruktion 6.5 Kreisbögen 6.6 Rechtecke 6.7 Übungen 70 77 79 82 87 88 88 Kapitel 7 Bemaßen und Beschriften Kapitel 3 Herauslösen von Teilen und Schnittausgabe 3.1 3.2 3.3 3.4 3.5 3.6 3.7 Kapitel 6 Punkt-, Linien- und Richtungskonstruktion Koppeln von Linien 54 Rastern 58 Linien verlängern und verkürzen 61 Abschneiden, „Dranschneiden“ und Trennen von Linien 62 5.5 Das Tool Vordere Kante 30 65 5.6 Übungen 66 7.1 7.2 7.3 7.4 7.5 7.6 7.7 7.8 7.9 7.10 Das temporäre Messen Bemaßen Texte setzen und verändern Symbole setzen Interaktive Tools für Knopflöcher und Riegel Attribute Interaktive Naht-Symbole Schraffuren Funktion Vorzeichenlinie zur Anfertigung von Schablonen Übungen 93 96 99 102 103 105 106 107 108 109 Kapitel 8 Abnäher und Falten 8.1 8.2 8.3 8.4 8.5 Abnäher verlegen Abnäher kürzen Dachbildungen auf Abnähern und Falten Kneifen mit neuem Abnäher Sperren für Faltenbildung, Auf- und Zudrehen 8.6 Übungen Kapitel 9 Konstruktion Kurven 9.1 9.2 9.3 9.4 und Manipulation Konstruktion von Kurven Kurve manipulieren Übungen Kurvenkorrektur für Kurven classic 112 115 116 117 118 119 von 124 129 130 132 Kapitel 10 Transformationen 10.1 Transformationen 10.2 Einfügen mit Transformation 10.3 Komplexe Übungen 136 141 144 4 Inhalt _________________________________________________________________________________________ ©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012 Kapitel 11 Die Konstruktionsparameter X-Werte Kapitel 16 Sprungwertgradieren 11.1 11.2 16.1 16.2 11.3 11.4 11.5 Die X-Werte 150 Interaktive Konstruktionen größenabhängig einstellen 157 Der X-Wert-Verweis 159 Die Alternative Verweisgröße 159 Übungen zu X-Werten 166 Kapitel 12 Die Konstruktionsparameter G- und ZWerte 12.1 12.2 12.3 Die G-Werte Die Z-Werte Komplexe Übungen 170 171 174 Kapitel 13 Interaktive Konstruktionen 13.1 13.2 13.3 13.4 13.5 Interaktives Oberteil 50 Interaktiver Ärmel 30 Zusätzliche Funktionen zum Einstellen interaktiver Konstruktionen Digitalisiertes Vorlageteil mit einer interaktiven Konstruktion nachstellen Die Gestaltung der Holen-Liste 178 188 14.4 14.5 14.6 Vererbungsautomatik Teilearbeit Unterschied zwischen den Funktionen des Menüs Einfügen und Duplizieren/ Verweisteil in der Teilearbeit Änderungen in Mutterteilen Pick neu setzen Komplexe Übungen 196 198 202 205 15.2 15.3 15.4 15.5 15.6 15.7 15.8 Vorbereitungen für den Export im Programm Grafis-Konstruktion Exportformate und deren Besonderheiten Die Export-Dialoge Schrittfolge für den Export im AAMA/ ASTM/ DXF-Format Schrittfolge für den Export im Gerber EPN-Format Spezielle Einstellungen und Fehlerquellen beim Export Export manuell… Import von Sprungwertschnitten 17.1 17.2 17.3 17.4 17.5 17.6 17.7 17.8 17.9 206 207 208 215 Kapitel 15 Export und Import 15.1 Kapitel 17 Schnittbildlegen 194 Kapitel 14 Teilearbeit 14.1 14.2 14.3 Digitalisieren der Schnittkontur 244 Überblick über das Zuweisen von Sprungwerten 249 16.3 Sprungwerte editieren 250 16.4 Sprungwertschnitt speichern 254 16.5 Sprungwertschnitt bearbeiten, Sprungwerte schleppen und übertragen 255 16.6 Sprungwerte digitalisieren 259 16.7 Sprungwerte übernehmen 262 16.8 Protokoll in Sprungwertschnitt umwandeln 264 16.9 Sprungwert-Bibliothek anlegen, nutzen und ändern 265 16.10 Gradierpunkte gruppieren 267 232 233 233 235 236 237 238 239 Der schnellste Weg zum Schnittbild 272 Vorbereitungen im Programm GrafisKonstruktion 272 Struktur des Grafis-Schnittbildes 273 Produktionsmodell erstellen 274 Schnittbildinformation bearbeiten 277 Schnittbild legen 280 Schnittbild legen: Funktionen der rechten Menüleiste 283 Zusätzliche Funktionen im Pull-DownMenü Schnittbild und Ansicht 286 Schnittbild plotten 286 Kapitel 18 Schnittbildlegen II 18.1 18.2 18.3 18.4 18.5 18.6 18.7 18.8 18.9 18.10 18.11 18.12 18.13 18.14 18.15 18.16 18.17 Änderungen am Produktionsmodell Modellverwaltung Rapport Einlaufen Legeschema Fehlerbereiche Kategorien Stufenlagen (freier Modus) Schnittbildkette Saumlagen Linientypen Materialkatalog/ Materialvorauswahl Überlappungsbereiche Austauschteile Zusätzliche Optionen Cutter-Ausgabe Autonester 290 291 292 296 297 298 298 300 301 301 301 302 302 303 304 305 306 Inhalt 5 _________________________________________________________________________________________ ©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012 Folgende Kapitel und Anhänge befinden sich ausschließlich in der Grafis-Hilfe, die aus dem Programm Grafis über das Pull-Down-Menü Hilfe geöffnet werden kann. Kapitel 19 Fachsprache I 19.1 19.2 19.3 19.4 19.5 19.6 19.7 Ein einfaches Programm: Quadrat Datenbasis und Oberfläche Regeln der Programmierung Programm Gradierbares Rechteck Programm Bündchenkragen Programm Rock Allgemeine Hinweise 308 309 313 314 316 320 325 Kapitel 20 Fachsprache II 20.1 20.2 20.3 20.4 20.5 Themen für Fortgeschrittene 328 Automatische Längenanpassung 334 Ansatzlinie mit Minimum als Externe Funktion 337 Hemdkragenkonstruktion 339 Konstruktionsbaustein Schulternahtverlegung 341 Anhang A Neuerungen der Version 11 A.1 A.2 A.3 Neuerungen im Programm GrafisKonstruktion 347 Neuerungen im Programm GrafisSchnittbild 348 Neuerungen der interaktiven Konstruktionen 348 Anhang B Grafis installieren und einrichten B.1 B.2 B.3 B.4 B.5 B.6 B.7 Grafis-Installation 351 Systemeinstellung Grafis-Setup 353 Grafis Verzeichnisstruktur 358 Parameter der Grafis.ini 359 Drucker/Plotter einrichten 365 Plotteranpassung und Drucker/Plotter im Netzwerk 367 Einstellungen für den EPN-Export an Gerber 369 Anhang C Autonester installieren und einrichten 371 Anhang D Plotmanager installieren und einrichten 377 Einleitung ________________________________________________________________________________________________________________ ©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012 Das System Grafis Das Lehrbuch und die Grafis- Lehrgänge Zum Leistungsumfang von Grafis gehören die Erstschnittentwicklung, die Schnittvergrößerung/ -verkleinerung und ein industrielles Schnittbildlegesystem. Die Schnittvergrößerung/ -verkleinerung kann sowohl nach dem Konstruktionsprinzip als auch mit Sprungwerten erfolgen. Während der Modellentwicklung speichert Grafis die Konstruktions- und Gestaltungsschritte indem es unmerklich ein Protokoll führt. Das Protokoll kann später für andere Größen automatisch abgearbeitet werden. Das Herkömmliche Gradieren des Erstschnittes entfällt daher. Grafis protokolliert auch das Ableiten von Teilen. Damit sind die Abhängigkeiten zwischen den Teilen bekannt. Änderungen an einem Teil werden automatisch auf alle davon abhängigen Teile übertragen. Die Verwendung von Konstruktionsparametern während der Modellentwicklung erlaubt nachträgliche Schnittvariationen allein durch Verändern der Parameter. Das Lehrbuch soll einen autodidaktischen Einstieg in Grafis ermöglichen und/oder als begleitendes Unterrichtsmaterial für Grafis- Lehrgänge dienen. In Viersen/ Deutschland werden die Lehrgänge Grafis I und Grafis II angeboten. Gegenstand des Lehrganges Grafis I sind die Kapitel 1 bis 10 des Lehrbuches. Die Kapitel 11 bis 17 des Lehrbuches werden in Grafis II behandelt. Aus Kapitel 16 Sprungwertgradieren wird speziell das Digitalisieren einer Modell- oder Nestzeichnung und deren Weiterverwendung trainiert. Zum Komplex Grafis III gehören die Inhalte der Kapitel 19 und 20 ‚Grafis-Fachsprache’. Das Beschäftigen mit den Inhalten von Grafis III ist zu empfehlen, wenn der Anwender • eigene Konstruktionen oder Konstruktionsmodule mit der Grafis- Fachsprache erstellen, • ein eigenes Konstruktionssystem anlegen oder • umfassende Kenntnissen zur Installation des Systems und zur Systempflege erwerben möchte. Alle Lehrbuch-Kapitel stehen in deutscher und englischer Sprache zum Download im Internet bereit. Voraussetzungen Voraussetzungen für das Erlernen von Grafis sind • Grundkenntnisse in der Anwendung von Computern, insbesondere die Benutzung der Tastatur und der Maus sowie die Arbeit mit Ordnern und Dateien und • gute Kenntnisse der Bekleidungskonstruktion. Der Umgang mit Grafis kann auch ohne Kenntnisse in der Bekleidungskonstruktion erlernt werden, zum Beispiel für den Einsatz von Grafis in der Polstermöbelindustrie. Grundsätzlich gilt, dass Grafis den Bleistift, das Lineal und den Winkelmesser des Anwenders ersetzt, jedoch nicht sein Wissen über Konstruktion. Ausblick Grafis kann nur dann optimal genutzt werden, wenn der Anwender umfassend und gut geschult wurde. Zur Förderung der Ausbildung wird das GrafisTeam auch weiterhin eine frei kopierbare, kostenlose Übungsversion zur Verfügung stellen. In Vorbereitung ist eine CD mit Videos zum Lehrbuch. Aktuelle Informationen und Downloads werden unter www.grafis.de veröffentlicht. Viersen, im Februar 2012 Kapitel 1 Grundkonstruktionen holen ________________________________________________________________________________________________________________ ©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012 Zu Beginn dieses Kapitels werden wichtige Regeln Inhalt für die Arbeit mit Grafis erläutert. Danach lernen Sie 1.1 Wichtige Regeln für die Arbeit mit Grafis .......... 9 das Starten und Verlassen des Systems Grafis sowie 1.2 Starten von Grafis............................................. 10 die Einteilung des Grafis-Bildschirmes. 1.3 Holen von Grundkonstruktionen..................... 12 1.4 Ändern der Bildschirmansicht .......................... 12 1.5 Grafis beenden ................................................. 13 1.6 Übungen........................................................... 13 __________________________________________ 1.1 Wichtige Regeln für die Arbeit mit Grafis Grafis-Maße In Grafis wird generell mit folgenden Maßen gearbeitet: Längen Abstände mm (Millimeter) Radien Körpermaße mm (Millimeter) Winkel Grad (Rechter Winkel =90°) Richtung mm2 (Quadratmillimeter) Flächen Prozente 0-100% Relative Längen Beachten Sie bitte, dass die Längen- und Abstandswerte alle in Millimeter angezeigt und eingegeben werden. Maustastenbelegung in Grafis In diesem Lehrbuch werden für die Bezeichnung der linken und rechten Maustaste die Symbole und verwendet. Die linke Maustaste ist in Grafis die „Machertaste“ und dient zum Auswählen, Anpicken oder Aktivieren (Bild 1-1). Linke Maustaste Auswahl, Anpicken, Aktivieren Rechte Maustaste Abbruch, Rückkehr, Beenden Scrollrad Bildschirm verschieben, Zoomen Bild 1-1 Die rechte Maustaste ist die „Rückzugstaste“ und dient zum Abbruch/ Beenden einer Funktion oder zur Rückkehr in das nächst höhere Menü. Die Position des Kursors ist dafür ohne Bedeutung. Das Scrollrad dient zum Verschieben des Bildschirmbildes und zum Zoomen. Funktionstastenbelegung Den Funktionstasten F1 bis F12 sind in Grafis spezielle Funktionen zugeordnet. An dieser Stelle folgt ein Überblick mit Hinweis auf die jeweiligen Kapitel, in denen sie näher erläutert werden: Kapitel Funktion Aufruf der kontextabhängigen 3.2 F1 Hilfe Vergrößern/ Verkleinern des 1.4 F2 Bildschirminhaltes Schieben/ Drehen/ Flippen von 3.5 F3 Teilen sowie das aneinander 3.6 Abrollen von zwei Teilen Bildschirminhalt auffrischen 1.4 F4 Teilepositionierung 3.1 F5 Bildschirminhalt zentrieren 1.4 F6 Bemaßungslinien zu-/ abschal7.2 F7 ten Wechsel zwischen Teile auf 3.5 F8 Originalposition und auf Position nach Schleppen mit <F3> 12.2 F11 Rechnerfunktion zur Berechnung von Z-Werten 2.4 F12 Anzeige geholter interaktiver Grundkonstruktionen im Modell 10 Kapitel 1 Grundkonstruktionen holen ________________________________________________________________________________________________________________ ©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012 Weitere wichtige Regeln Das Dezimalkennzeichen ist der Punkt (.). Bsp.: 10.4 45.2° 67.9% 12.7cm2 Text- und Werteingaben sind mit <ENTER> abzuschließen. Der Abbruch einer Text- oder Werteingabe erfolgt mit <ESC>. Die Datenbasis wird in Kapitel 4.1 ausführlich erläutert. Sie ist in Grafis geordnet nach: Laufwerke je nach Hard- und Software A:,...,Z: Kollektions- Ordner und Unterordner unter \Grafis\Basis_D\Kollekt Ordner als *.mdl Dateien in den KollektiModelle ons-Ordnern oder Unterordnern gespeichert maximal 500 Teile pro Modell Teile Punkte, Linien, Texte, Schraffuren, Objekte Konstruktionsprotokoll, Konstruktionsparameter u.a. 1.2 Starten von Grafis Schrittfolge zum Starten von Grafis ⇒ Anklicken des entsprechenden Symbols auf dem Desktop oder Doppelklick auf grafis.exe im Ordner \Grafis ⇒ Öffnen des Pull-Down-Menüs Datei (Bild 1-2) und Anklicken von Neu… oder Öffnen … ⇒ Auswahl des gewünschten Maßsystems ⇒ Im Fall Öffnen…: Laufwerk und KollektionsOrdner auswählen ⇒ Im Fall Öffnen…: Doppelklick auf ein vorhande- Bild 1-2 nes Modell oder Eingeben des neuen Modellnamens im Feld Dateiname und <Enter>. Der Dialog Maßsystem auswählen Die Beispiele und Übungen dieses Lehrbuches werden alle mit dem System Optimass (Basis_D) durchgeführt. Das Erlernte gilt gleichermaßen für alle anderen Maßsysteme. Sobald Sie ein Maßsystem markiert haben, erscheinen im rechten Bildteil Erläuterungen dazu. Das gewählte Maßsystem wird durch Betätigen der Taste <ENTER>, mit Doppelklick auf die entsprechende Zeile oder durch Anklicken von Maßsystem starten gestartet. Im Fall Öffnen… erscheint nach dem Start eines Maßsystems der Dialog Modell öffnen (Bild 1-3). Der Dialog Modell öffnen Im Dialog Modell öffnen wählen Sie zunächst das Laufwerk und dann den gewünschten KollektionsOrdner aus. Modelle dürfen nur in KollektionsOrdnern und deren Unterordnern angelegt werden. Das Feld Dateiname bleibt gesperrt, bis ein Kollektions-Ordner durch Doppelklick ausgewählt wurde. Eröffnen eines neuen Unterordners Anzeigeoptionen: - Detail-/Listenansicht - Vorschau auf die Teileliste/ das Modell Modelle im Ordner Angebot Unterordner im KollektionsOrdner Angebot auf Laufwerk C: Eingabe eines neuen Modellnamens Bild 1-3 Kapitel 1 Grundkonstruktionen holen 11 ________________________________________________________________________________________________________________ ©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012 Erst danach kann ein neuer Datei-/ Modellname eingegeben werden (Bild 1-3). Erstellen eines neuen Kollektions-Ordners Wählen Sie das Laufwerk, auf dem der neue Kollektions-Ordner erstellt werden soll. Wechseln Sie ggf. mit in einen übergeordneten Ordner und eröff- nen dann mit den neuen Ordner. Der Kollektions-Ordner kann in bis zu sieben Unterordnern untergliedert werden. Löschen von Modellen und Ordnern Der Dialog Modell öffnen (Bild 1-3) ermöglicht auch das Löschen von Ordnern und Modellen. Dazu markieren Sie den Ordner oder das Modell und klicken auf . Nach einer Sicherheitsabfrage ist das Modell bzw. der Ordner mit allen Modellen gelöscht. Hinweis: Sofern Grafis den Ordner nicht löschen kann, befinden sich darin noch weitere Dateien. Beginnen Sie rechtzeitig mit einer regelmäßigen Datensicherung Ihrer Modelle und Maßtabellen. Nur so können Sie Ihre Daten beispielsweise bei einem Defekt Ihrer Festplatte restaurieren. Namensgebung für ein neues Modell Der Name eines Modells oder eines Ordners darf aus den Ziffern 0...9, den Buchstaben A...Z und den Sonderzeichen „-“ [Bindestrich] und „_“ [Unterstrich] gebildet werden. Der Modellname A03HG wäre korrekt. Jedoch sollten Sie bereits an dieser Stelle auf eine inhaltsbezogene und systematische Namensgebung achten, da Sie sonst nur schwer den Überblick über Ihre Modelle behalten werden. Starten Sie Grafis und wählen Datei | Öffnen…. Öffnen Sie im Ordner Angebot das neue Modell ‚Test’. Doppelklicken Sie dazu auf den Ordner Angebot und geben dann den Modellnamen ‚Test’ ein. Nach Anklicken von Öffnen oder nach <Enter> wird das Modell angelegt und kann bearbeitet werden. Das Grafis-Basismenü Das Grafis-Basismenü erscheint auf dem Bildschirm (Bild 1-4). Vergleichen Sie es mit Ihrem Bildschirmbild. Kollektions-Ordner: Name des Modells: Maßsystem: Angebot Modell mit Passe 50-Werte-OPTIMASS Steuerung des Konstruktionsprotokolls Arbeitsbereich für die Konstruktion Funktionenleiste des Basismenüs Mit der linken Maustaste wählen Sie eine Funktion. Mit der rechten Maustaste kehren Sie wieder in dieses Menü zurück. Teil in Bearbeitung: Nummer, Name Größe in Bearbeitung: ___N38_0 Bild 1-4 12 Kapitel 1 Grundkonstruktionen holen ________________________________________________________________________________________________________________ ©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012 1.3 Holen von Grundkonstruktionen 1.4 Ändern der Bildschirmansicht Schrittfolge ⇒ Im Basismenü: Anklicken von holen ⇒ Auswählen der gewünschten Grundkonstruktion. Es werden Bild- und Textinformationen angezeigt. ⇒ Mit Doppelklick auf die gewünschte Konstruktion wird sie gestartet Die Funktion holen Alle im gewählten Maßsystem vorhandenen Grundkonstruktionen können mit der Funktion holen gestartet werden. Unter Allgemein befinden sich Konstruktionen, die in mehreren Maßsystemen aufrufbar sind. In der Rubrik Optimass (Basis_D) befinden sich Konstruktionen, die nur im aktuellen Maßsystem aufrufbar sind. Übersicht Die Schnitte sind auf dem Bildschirm in Maßstäben von ca. 100:1 bis 1:100 darstellbar. Die Einstellung ist stufenlos oder mit bestimmten Werten möglich. Zur Einstellung der Bildschirmansicht dienen die Funktionstasten F2, F3, F4, F6, die Pfeiltasten und das Scrollrad der Maus. Sie sind wie folgt belegt: F2 F3 F4 F6 Funktion Vergrößern/Verkleinern des Bildschirminhaltes Schieben/Drehen/ Flippen von Teilen sowie das aneinander Abrollen von zwei Teilen (Abschnitte 3.5 und 3.6) Bildschirminhalt auffrischen Bild in Bildschirm zentrieren/einpassen Die Konstruktion selbst wird bei diesen Änderungen der Bildschirmansicht nicht beeinflusst. Schieben/ Zoomen mit dem Scrollrad Mit dem Scrollrad kann jederzeit die Bildschirmansicht geändert werden. Dabei gilt: verschieben hoch/runter nur Scrollrad verschieben rechts/links <Shift>+Scrollrad zoomen <Strg>+Scrollrad Funktion Schieben / Zoomen Mit der Funktion Schieben/Zoomen im Pull-DownMenü Bearbeiten bzw. in der Toolbox wird der Schnitt in Stufen Liste vorhandener Informationen zur Konstruktion vergrößert/ verkleinert oder auf Konstruktionen dem Bildschirm verschoben. Nach dem Anklicken von Schieben/Zoomen Bild 1-5 erscheint eine Lupe, die folgende Funktionen bietet: Holen einer Grundkonstruktion vergrößern linke Maustaste klicken Eine markierte Grundkonstruktion (Bild 1-5) wird verkleinern rechte Maustaste klicken durch Doppelklick aufgerufen. verschieben linke Maustaste gedrückt halten Holen Sie das Grafis-Oberteil Das Vergrößern und Verkleinern erfolgt mit der 50. Ihre erste GrundkonstrukLupe als Zentrum. Klicken Sie die interessierenden tion erscheint auf dem BildPunkte oder Linien mit an. Verkleinern Sie mit schirm. Bevor Sie eine andere und bewegen Sie die Maus mit gedrückter linker Grundkonstruktion holen, Maustaste. klicken Sie im Basismenü auf rücksetzen und dann auf Probelauf. Damit wird die vorher geholte Grundkonstruktion zurückgesetzt. Kapitel 1 Grundkonstruktionen holen 13 ________________________________________________________________________________________________________________ ©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012 Bild zentrieren/ einpassen mit <F6> Betätigen der <F6>-Taste stellt automatisch die Vergrößerung und Position der gesamten Konstruktion so ein, dass alle Objekte sichtbar sind. Die Konstruktion wird auf dem Bildschirm zentriert. Vergrößern mit <F2> Zum Vergrößern eines Teils des Bildschirminhaltes drücken Sie die <F2>-Taste. Klicken Sie zuerst mit auf die linke untere Ecke des zu vergrößernden Bereiches. Durch Bewegen der Maus öffnet sich ein Rechteck. Ziehen Sie das Rechteck nach rechts oben auf (Bild 1-6) und klicken Sie nochmals . 2.Pickpunkt 1.5 Grafis beenden Zum Beenden von Grafis wählen Sie im Pull-DownMenü Datei zwischen: Speichern Speichert den letzten Bearbeitungsstand des Modells unter dem bisherigen Namen. Speichern unter… Speichert den letzten Bearbeitungsstand des Modells unter einem neuen Namen und/oder auf einem anderen Laufwerk (Wechseldatenträger/ Netz) und/oder einer anderen Kollektion. Schließen Falls das Modell noch nicht gespeichert wurde, folgt eine Sicherheitsabfrage. 1.6 Übungen 1.Pickpunkt Bild 1-6 Der Rechteckinhalt ist jetzt zum Bildschirminhalt geworden. Drücken Sie die <F6> - Taste und es erscheint wieder die gesamte Konstruktion auf Ihrem Bildschirm. Üben Sie das Vergrößern an verschiedenen Stellen einer Grundkonstruktion. Nach jedem Vergrößern betätigen Sie die <F6> - Taste. Verschieben mit Pfeiltasten Zum Verschieben des Bildschirminhaltes sind die Pfeiltasten zu betätigen. Längeres Drücken der Tasten erhöht die Verschiebegeschwindigkeit. Verkleinern Sie die Konstruktion und verschieben Sie den Bildschirminhalt mit den Pfeiltasten. Bild neu aufbauen mit <F4> Mit der <F4>-Taste wird der gesamte Bildschirminhalt neu aufgebaut. Sofern identische Objekte (Punkte, Linien) zwei-, vier-, sechs-,...-fach übereinander liegen, sind sie auf dem Bildschirm nicht zu sehen, da sie ihr Bild gegenseitig löschen. Liegen sie ein-, drei-, fünf-...-fach vor, sind sie zu sehen. Nach Drücken von <F4> werden auch sich gegenseitig löschende Objekte immer dargestellt. Betätigen Sie bitte diese Taste öfters zu Kontrollzwecken. 1. Übung Starten Sie Grafis mit dem Maßsystem Optimass (Basis_D), holen die Grundkonstruktion Oberteil 10 und speichern das Modell im Kollektions-Ordner Angebot als Modell ‚Oberteil’. Beenden Sie Ihre Arbeit am Modell ‚Oberteil’ über Datei | Schließen. Öffnen Sie ein neues Modell mit Datei | Neu…., holen die Grundkonstruktion Hose 10 und speichern das Modell im Kollektions-Ordner Angebot als Modell ‚Hose’. Beenden Sie Grafis über Datei | Beenden…. Starten Sie Grafis und öffnen das Modell ‚Oberteil’. Schließen Sie das Modell über Datei | Schließen. Im Dialog Modell öffnen löschen Sie die Modelle, die Sie nicht mehr benötigen. Dazu markieren Sie die Modelle und klicken auf . 2.Übung Starten Sie Grafis und öffnen Sie ein neues Modell über Datei | Neu….. Klicken Sie im Basismenü auf die Funktion holen, wählen verschiedene Konstruktionen aus und studieren die Hinweise zur Konstruktion auf den zugehörigen Karteikarten. 3.Übung Eröffnen Sie im Maßsystem Optimass (Basis_D) das neue Modell ‚Test’ und holen verschiedene Grundkonstruktionen (Rock, Hose, Oberteil) aus der Rubrik Allgemein. Setzen Sie nach dem Holen das Protokoll jeweils durch Anklicken von rücksetzen zurück. Kapitel 2 Gradieren ________________________________________________________________________________________________________________ ©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012 Inhalt 2.1 Maßtabellen...................................................... 16 2.2 Die Gradiertabelle............................................ 21 2.3 Gradieren mit Maßtabellen .............................. 22 2.4 Interaktive Konstruktion einstellen .................. 23 2.5 Übungen........................................................... 25 ______________________ Die Schnittentwicklung erfolgt in Grafis zunächst nur in der Modellgröße. Dabei werden alle Konstruktions- und Gestaltungsschritte vom System registriert, indem es unmerklich ein Protokoll führt. Dieses Konstruktionsprotokoll kann später für andere Größen aufgerufen werden, wobei die Schnitte der entsprechenden Größen automatisch entstehen. Das Erstellen und Bearbeiten von Maßtabellen ist Gegenstand des ersten Abschnittes dieses Kapitels. Sie erstellen Standardmaßtabellen, individuelle Maßtabellen für konkrete Personen und eigene Gradierverläufe. Im zweiten Abschnitt belegen Sie die Gradiertabelle mit den gewünschten Größen für Ihr Modell. Im dritten Abschnitt wird das Aufrufen von Grundkonstruktionen behandelt. Daran schließen sich erste Einstellungen von interaktiven Konstruktionen an. In allen folgenden Kapiteln erlernen Sie die Modifikationsfunktionen von Grafis. Nutzen Sie bitte die ausführlichen Übungen am Ende dieses Kapitels, um das erworbene Wissen zu festigen. Sofern Sie den Anweisungen dieses Kapitels folgen, erhalten Sie am Ende die im Bild dargestellte gradierte Grundkonstruktion. 16 Kapitel 2 Gradieren ________________________________________________________________________________________________________________ ©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012 2.1 Maßtabellen Gradieren mit Maßtabellen Grafis arbeitet nach dem gleichen Prinzip wie es in Büchern für Bekleidungskonstruktion gelehrt wird, nur nutzt es dafür den Computer. Danach erfolgt die Schnittentwicklung in drei Schritten. Erster Schritt: Erstellen von Maßtabellen mit den Körpermaßen aus offiziellen oder firmenspezifischen Konfektionsmaßtabellen oder mit den Maßen konkreter Personen. Zweiter Schritt: Auf Basis der Maßtabellen werden vorbereitete Grundkonstruktionen für z.B. Oberteil, Rock, Hose, Ärmel durchgerechnet. Die Grundkonstruktionen können noch interaktiv in Bezug auf Passform, Gestaltung und technologische Aspekte eingestellt werden. Dritter Schritt: Die Grundkonstruktionen aus dem zweiten Schritt sind Ausgangspunkt für die Modellierung von Schnittentwicklungsteilen, aus denen anschließend die Produktionsteile abgeleitet werden. Das Konstruktionsprinzip benötigt keine Sprungwerte. Grundlage zur Erzeugung der Produktionsschnitte in den verschiedenen Größen sind Maßtabellen. Jede Größe wird durch eine spezifische Maßtabelle repräsentiert. Maßtabellen in Grafis Maßtabellen sind jederzeit zugänglich und können für vorbereitete Konfektionsgrößen, eigene Größenverläufe wie auch für konkrete Personen erstellt werden. Filter nach Maßtabellentyp Liste vorhandener Maßtabellen Filter nach Namen Jede Maßtabelle gilt für ein bestimmtes Maßsystem (z.B.: Maßsystem für Herren, Damen oder Kinder). Es ist auch möglich, eigene Maßsysteme in Grafis einzubinden. Die Auswahl des Maßsystems erfolgt bereits beim Start von Grafis (siehe Abschnitt 1.2). Grafis unterscheidet Standardmaßtabellen und individuelle Maßtabellen. Standardmaßtabellen enthalten die Maße vorbereiteter Konfektionsgrößen. Die Werte und die Bezeichnung dieser Maßtabellen sind nicht änderbar. Individuelle Maßtabellen enthalten gemessene Körpermaße oder die Körpermaße firmenspezifischer Gradierverläufe. Individuelle Maßtabellen können jederzeit geändert werden. Die Bezeichnung von Standardmaßtabellen beginnt immer mit dem Zeichen „_“. Die Maßtabelle ___N36_0 ist die Standardmaßtabelle der Größe 36 im aktiven Maßsystem. Bitte beachten Sie auch die verschiedenen Kennungen der Figurtypen abhängig vom Maßsystem, z.B. ein vorangestelltes „S“ für den kurzen und ein vorangestelltes „L“ für den langen Figurtyp. Jede Maßtabelle ist eine einzelne Datei im angezeigten Ordner Ihres Computers. Maßtabellen werden nicht im Modell gespeichert. Speziell Ihre Individuellen Maßtabellen müssen in Ihre regelmäßige Datensicherung mit einbezogen werden. Das Bearbeiten von Maßtabellen erfolgt im Dialog Maßtabellen bearbeiten (Bild 2-1), das aus dem PullDown-Menü Extras | Maßtabellen bearbeiten aufgerufen wird. In der Mitte des Fensters befindet sich die Liste vorhandener Maßtabellen. Links neben der Liste kann eingestellt werden, welche Maßtabellentypen angezeigt werden sollen. Ein Filter nach MaßtabellenNamen befindet sich unter der Liste. In der Liste können auch mehrere Maßtabellen markiert werden. Ein Kontextmenü mit Funktionen unter anderem zum Ausschneiden, Kopieren und Löschen öffnet sich mit der rechten Maustaste . Das Anzeigen der Maßtabellen ist über den Button Öffnen möglich. Die Art der Darstellung unterscheidet sich für die Anzeige entweder einer einzelnen MaßtaBild 2-1 belle und für die Anzeige mehrerer Maßtabellen. Kapitel 2 Gradieren 17 ________________________________________________________________________________________________________________ ©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012 Das Anlegen von „Zwischengrößen“, wie beispielsweise „_N41_0“ oder „_N38_0“ ist ebenfalls möglich. Passen Sie dazu die Vorgaben für den Größenbereich und den Größenabstand an. Standardmaßtabellen erstellen Schrittfolge ⇒ Extras | Maßtabellen bearbeiten ⇒ Button Neu/Anlegen ⇒ Schalter Standard-/ individuelle Maßtabelle auf Standardmaßtabelle setzen ⇒ Auswahl des gewünschten Figurtyps ⇒ Eingabe des gewünschten Größenbereiches und des Größenabstandes ⇒ Button OK Erstellen einer Individuellen Maßtabelle Schrittfolge ⇒ Extras | Maßtabellen bearbeiten ⇒ Button Neu/Anlegen ⇒ Option Einzelne Individuelle Maßtabelle aktivieren ⇒ Eingabe des Namens der Maßtabelle ⇒ Button OK ⇒ Korrektur der individuellen Maßtabelle, indem die an der Person gemessenen Werte in die Tabelle eingetragen werden Erstellen Sie gemäß der Schrittfolge eine individuelle Maßtabelle. In das Feld Name geben Sie den gewünschten Namen der Maßtabelle ein, wie zum Beispiel den Namen der Person oder eine Kundennummer. Der Name darf maximal 8 Zeichen lang sein und darf nicht mit „_“ beginnen. Nach OK wurde die vorläufige individuelle Bild 2-2 Grafis erstellt Standardmaßtabellen automatisch, sobald sie beim Gradieren benötigt werden. Körpermaß-Filter Körpermaß-Filter editieren / erstellen Filtername Körpermaße, die angezeigt werden Konstruktionen, für die die benötigten Körpermaße immer angezeigt werden sollen Bild 2-3 18 Kapitel 2 Gradieren ________________________________________________________________________________________________________________ ©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012 Maßtabelle erstellt. Es öffnet sich das Fenster zum Editieren einer einzelnen individuellen Maßtabelle (Bild 2-3 Hintergrund). Jetzt müssen die individuellen Werte eingetragen werden. Editieren einer Individuellen Maßtabelle Nach dem Anlegen einer neuen individuellen Maßtabelle oder beim Öffnen einer einzelnen individuellen Maßtabelle erscheint der Dialog gemäß Bild 2-3 (Hintergrund). Es werden zunächst alle Körpermaße angezeigt, die für das aktuelle Maßsystem verfügbar sind. Einige Maßsysteme enthalten sehr viele Maße, wie zum Beispiel Optimass. Die einzelnen KörpermaßGrundkonstruktionen werten jeweils nur ganz bestimmte Maße aus. Welche Maße die jeweilige Konstruktion verrechnet, steht in der Hilfe zur Konstruktion. Die Konstruktion Rock 10 nutzt beispielsweise die drei Körpermaße Gesäßumfang, Taillenumfang und Gesäßlänge. Die Konstruktion Rock 30 ist eine Fertigmaßkonstruktion. Sie benötigt keine Körpermaße, sondern wird über Stützgrößen interaktiv eingestellt. Zur besseren Übersicht kann jeder Nutzer eigene Körpermaß-Filter (Bild 2-4) anlegen. Beim Einstellen der Filter (Bild 2-4 Vordergrund) werden links die anzuzeigenden Maße gewählt. Zusätzlich können rechts noch Grafis-Konstruktionen gewählt werden, mit denen der Anwender arbeitet. Erstellen Sie einen Körpermaßfilter „Alle Grundkonstruktionen“ und aktivieren alle GrafisKonstruktionen. Damit erscheinen nur die für dieses Lehrbuch tatsächlich benötigten Maße. Geben Sie in die Spalte Individuell einige konkrete Maße der Person ein. Die Spalte Standard ist zunächst noch unbelegt. Bevor die Maßtabelle gespeichert werden kann, muss die zur Maßtabelle in etwa passende Standardmaßtabelle eingestellt werden. Die Standardmaßtabelle wird zunächst zur Vorbelegung der Maße benutzt. Darüberhinaus hat sie große Bedeutung bei der späteren Arbeit mit XWerten und bei der Nutzung der interaktiven Konstruktionen. Deaktivieren Sie zunächst den Schalter Auto BestFit und wählen in der ComboBox links daneben eine geeignete Größe aus. In der Spalte Differenz wird Ihnen die Differenz zwischen dem gemessenen und dem Vorbelegungswert angezeigt. Wählen Sie eine andere Größe aus und entscheiden sich dann für eine Ihrer Meinung nach geeignete Größe. Zur automatischen Suche einer passenden Standardmaßtabelle dienen die BestFit Funktionen (Bild 2-4). Öffnen Sie die Einstellungen für BestFit und wählen links die Figurtypen aus, in denen eine Standardmaßtabelle gesucht werden soll. Wählen Sie zunächst nur den Figurtyp für normale Größen aus. Erst wenn Sie tatsächlich Modelle für mehrere Figurtypen erstellen oder beispielsweise in Optimass mit Herren-Größen arbeiten, dann wählen Sie hier einen BestFit Funktionen Bild 2-4 Kapitel 2 Gradieren 19 ________________________________________________________________________________________________________________ ©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012 oder mehrere andere Figurtypen. Rechts im Fenster aktivieren Sie die Hauptmaße für BestFit. Auf Basis dieser Maße versucht Grafis, Ihnen eine passende Standardmaßtabelle vorzuschlagen. Während der Eingabe von Körpermaßen kann der Schalter Auto BestFit aktiv sein. Nach jeder Werteingabe wird dann automatisch nach einer geeigneten Größe gesucht. Ist er nicht aktiv, dann starten Sie die Suche mit dem Button BestFit suchen. Möchten Sie selbst eine passende Größe suchen, dann deaktivieren Sie Auto BestFit und stellen die Standardmaßtabelle wie beschrieben manuell ein. Sie können jederzeit Meßwerte in eine individuelle Maßtabelle eintragen bzw. die darin enthaltenen Werte korrigieren. Doppelklick auf die zu bearbeitende Maßtabelle in der Liste vorhandener Maßtabellen (Bild 2-1) stellt sie analog Bild 2-3 dar. Achtung, alle Längenangaben müssen in mm erfolgen! Gültigkeit haben jeweils die fett dargestellten Werte. Änderungen werden in der Konstruktion/ im Schnitt erst wirksam, nachdem die Konstruktion neu durchgerechnet wurde. Dies geschieht durch Anklicken von Probelauf oder gradieren. Es gibt drei Editiervarianten (Bild 2-6): 1 - Maße editieren und Differenzen anzeigen 2 - Maß der Basisgröße editieren und Differenzen editieren 3 - Maße editieren Nutzen Sie die erste Variante Maße editieren und Differenzen anzeigen (Bild 2-6), um Körpermaße hintereinander einzugeben. Die Differenzen zu den benachbarten Größen werden nach jeder Eingabe automatisch neu berechnet. Nutzen Sie die zweite Variante Maß der Basisgröße editieren und Differenzen editieren (Bild 2-7), wenn Sie ein Körpermaß über alle Größen hinweg um einen festen Betrag verändern wollen oder wenn Sie den Wert der Basisgröße und die Differenzen eingeben möchten. Die Änderungen übertragen sich über die Größen hinweg, die miteinander gekoppelt sind. Die Kopplung wird durch das entsprechende Symbol oder in der dritten Zeile Anlegen eines eigenen Gradierverlaufes Schrittfolge ⇒ Extras | Maßtabellen bearbeiten weiter mit Erstellen ⇒ Gradierverlauf aus individuellen Maßtabellen aktivieren und den gewünschten Figurtyp wählen ⇒ Größenbereich und Größenabstand einstellen ⇒ Kennung, z.B. „A“ eingeben; Die Kennung kann vor oder nach der Ziffer stehen. Alternativ kann über frei auch eine freie Namensvergabe erfolgen, beispielsweise für die Größenbezeichner XS, S, M, L, XL. ⇒ Weiter mit OK. Die Individuellen Maßtabellen Ihres Gradierverlaufes werden analog Bild 2-6 zum Editieren angeboten. Bild 2-5 Editiervarianten Körpermaß-Filter Werte Differenzen zur vorhergehenden Größe Bild 2-6 20 Kapitel 2 Gradieren ________________________________________________________________________________________________________________ ©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012 symbolisiert und kann durch Anklicken gewechselt werden. Die dritte Variante Maße editieren ist die kürzeste Ansicht, in der alle Körpermaße nacheinander eingegeben werden. Mit der TAB - Taste wechselt die Eingabe zur nächsten Größe. Mit der Enter - Taste wechselt die Eingabe zum nächsten Körpermaß. Geänderte Werte werden rot markiert. Die Markierung wird erst beim Speichern zurückgesetzt. Änderungen können zurückgesetzt und wieder hergestellt werden. Basisgröße Editieransicht Entkoppeln der Größengänge ‚A’ und ‚B’ für Wertänderungen Übungen 1. Übung Erstellen Sie für Frau BERGER eine individuelle Maßtabelle im Maßsystem OPTIMASS unter Verwendung von BestFit. Editieren Sie folgende, an Frau BERGER gemessene Werte: • Brustumfang: 925mm • Gesäßumfang: 960mm • Taillenumfang: 710mm. Erstellen Sie für Frau MEIER und Frau SCHULZE eine individuelle Maßtabelle, editieren Sie jeweils verschiedene Werte, wie beiMit Ziehen der ersten Zeile können die Maßtabellen spielsweise Brustumfang, umsortiert werden. Gesäßumfang, Schulterlänge. Achten Sie auf eine geeignete Sortierung! Löschen Sie die Maßtabellen von Frau MEIER und Frau SCHULZE. Erstellen Sie Ihre persönliche Maßtabelle und lagern Sie diese anschließend über Extras |Maßtabellen Ex-/ Import aus. Legen Sie den eigenen Gradierverlauf gemäß Bild 27 an. Beide Gradierverläufe haben jeweils 5 Größen auf Basis des Figurtyps _N DOB normal. Die beiden Gradierverläufe unterscheiden sich in ihren Sprüngen der Körpermaße sowie in den Werten der jeweiligen Basisgröße 40. Um die Tabelle aus Bild 2-7 zu erzeugen, müssen die Größengänge zunächst separat angelegt werden, analog Bild 2-5 jeweils mit dem Größenbereich 36 bis 44. Im Dialog Maßtabellen bearbeiten (Bild 2-1) markieren Sie dann alle zehn Maßtabellen A36 bis A44 und B36 bis B44 und drücken auf Öffnen. Die Maßtabellen werden nach ihrer Standardmaßtabelle sortiert. Stellen Sie die zweite Editiervariante ein und aktivieren den Körpermaß-Filter Alle Grundkonstruktionen. Sortieren Sie jetzt die Größen in die abgebildete Reihenfolge, indem Sie in der ersten Zeile ziehen. Entkoppeln Sie dann die beiden Gradierverläufe, damit Wertänderungen nur in einem Gradierverlauf wirksam werden. 2. Übung Erstellen Sie einen individuellen Gradierverlauf im Maßsystem OPTIMASS für den Figurtyp _S DOB kurz, normalhüftig, Größenbereich Bild 2-7 von 34 bis 44, Größenabstand 2 und mit Code ‚Test’ davor. Markieren Sie die Größe Test38 in der Übersicht als Basisgröße. Nutzen Sie die zweite Variante Maß der Basisgröße editieren und Differenzen editieren zum Editieren der Maße. Ändern Sie für den Brustumfang die Differenzen zwischen den Größen 34 und 40 auf 35mm und für den Gesäßumfang auf 45mm. Speichern Sie anschließend den individuellen Gradierverlauf. 3. Übung Erstellen Sie für Herrn Müller eine individuelle Maßtabelle im Maßsystem OPTIMASS unter Verwendung von BestFit. Legen Sie einen Maßfilter an, der nur die Hosenmaße anzeigt. Stellen Sie in den BestFit Einstellungen ein, dass nur HerrenFigurtypen durchsucht werden. Editieren Sie folgende, an Herrn MÜLLER gemessene Werte: • Gesäßumfang: 900mm • Taillenumfang: 670mm • Oberschenkelumfang 555 mm Kapitel 2 Gradieren 21 ________________________________________________________________________________________________________________ ©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012 2.2 Die Gradiertabelle Aufrufen der Gradiertabelle Das Aufrufen dieses Menüs erfolgt über Extras | Gradiertabelle. Öffnen Sie die Gradiertabelle und lesen Sie die Erläuterungen in Bild 2-8. Der Inhalt der Gradiertabelle Mit jedem Modell wird eine Gradiertabelle gespeichert. Auf der ersten Position der Gradiertabelle steht die Maßtabelle zur Schnittentwicklung, die so genannte Modellgröße. Im Maßsystem Optimass wird automatisch die Größe N38 eingetragen. Der Nutzer kann jederzeit eine andere Maßtabelle, auch eine individuelle Maßtabelle, als Modellgröße einsetzen. Auf die weiteren Positionen der Gradiertabelle werden alle im Modell gewünschten Maßtabellen eingetragen. Die Schnittentwicklung wird in der Modellgröße durchgeführt. Gradieren bedeutet automatisches Abarbeiten des gespeicherten Konstruktionsprotokolls für die in der Gradiertabelle enthaltenen, aktivierten Maßtabellen. Die automatische Neukonstruktion ist möglich, da sich Grafis alle Konstruktionsschritte gemerkt hat und für andere Maßtabellen wiederholt. Eintragen und Ändern in der Gradiertabelle Zum Eintragen einer Maßtabelle klicken Sie in der Spalte der Maßtabellen auf die gewünschte Position. Rechts neben der Gradiertabelle erscheint ein Fenster mit allen verfügbaren Standardmaßtabellen oder „;“ steht für aktiv „ “ steht für NICHT aktiv für die automatische Konstruktion allen vorhandenen Individuellen Maßtabellen. Sofern Sie Standardmaßtabellen in die Gradiertabelle eintragen möchten, aktivieren Sie die Option Standardmaßtabellen und wählen den gewünschten Figurtyp. Mit der Option Individuelle Maßtabellen werden alle vorhandenen Individuellen Maßtabellen aufgelistet. Falls die gewünschte Individuelle Maßtabelle nicht in der Liste erscheint, muss sie neu erstellt werden, siehe Abschnitt 2.1. Klicken Sie dann auf die Maßtabelle, die in die Gradiertabelle eingetragen werden soll. Die aktuelle Eingabezeile wechselt nach dem Eintragen automatisch eine Position weiter nach unten, so dass das Eintragen ohne Unterbrechung mit der nächsten Position fortgesetzt werden kann. Auch mehrere Maßtabellen können ausgewählt und gleichzeitig übernommen werden. Betätigen der rechten Maustaste beendet das Eintragen. Zum Entfernen von Maßtabellen aus der Gradiertabelle markieren Sie die Maßtabelle oder wählen mit <Shift> bzw. <Strg> mehrere Maßtabellen aus. Nach Betätigen des Buttons Löschen oder der Taste <Del> wird die Maßtabelle aus der Gradiertabelle entfernt, jedoch nicht aus der Liste der vorhandenen Maßtabellen gelöscht. Durch erneutes Eintragen steht auch diese Maßtabelle wieder für das Gradieren zur Verfügung. Da in der Regel nicht alle Maßtabellen der Gradiertabelle gleichzeitig gradiert werden sollen, ist in Grafis eine Auswahlmöglichkeit integriert. Die Maßtabellen, die gradiert werden sollen, sind in der Laufende Nummer In dieser Reihenfolge erfolgt die automatische Konstruktion. Auswahloptionen für die Liste verfügbarer Maßtabellen Für Standardmaßtabellen wird zusätzlich noch der Figurtyp gewählt. X-Wert-Verweis (Kapitel 11) Bezeichnung / Name der Maßtabelle Liste verfügbarer Standardmaßtabellen oder Individueller Maßtabellen Sie erscheint nach Anklicken einer Maßtabellenposition in der Gradiertabelle. Bild 2-8 22 Kapitel 2 Gradieren ________________________________________________________________________________________________________________ ©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012 Gradiertabelle mit „;“ gekennzeichnet (aktiviert). Durch Anklicken kann zwischen aktiviert „;“ und nicht aktiviert „ “ gewechselt werden. Eine vereinfachte Handhabung bietet das Ziehen der Maus bei gedrückter linker Maustaste. In der Gradiertabelle lassen sich so Einträge auf benachbarte Positionen schnell übertragen. Das gilt für das Zeichen „;“ und leere Maßtabellen-Plätze. Mit Maßtabellen bearbeiten werden die Maßtabellen aller in der Gradiertabelle eingetragenen Größen in einer Tabelle angezeigt. Übung In dieser Übung soll die Gradiertabelle aus Bild 2-8 erzeugt werden. Nach dem Eröffnen eines neuen Modells enthält die Gradiertabelle nur die Größe N38 als Modellgröße. Fügen Sie auf die zweite Position die Größe N36 ein. Dazu klicken Sie in die Spalte der Maßtabellen in die Zeile der zweiten Position. Es öffnet sich rechts das Fenster mit allen vorhandenen Maßtabellen. Wählen Sie als Maßtabellen-Typ Standardmaßtabellen und stellen den Figurtyp „_N DOB normal“ ein. Klicken Sie die Größen „__N36_0“ und „__N38_0“ an. Die Maßtabellen erscheinen auf der 2. und 3. Position der Gradiertabelle. Betätigen Sie und das Übernehmen ist beendet. Wechseln Sie zwischen aktiv und nicht aktiv dieser Maßtabelle, indem Sie mehrmals auf die Positionsnummer „; 02“ klicken. Markieren Sie jetzt die 4. Position und wählen in der Liste der Maßtabellen rechts mit gedrückter linker Maustaste die Größen „__N42_0“ bis „__N46_0“ aus. Stellen Sie den Figurtyp „_S DOB kurz, normalhüftig“ für die kurzen Größen ein und übernehmen die Größen „__S36“ bis „__S46“ auf die folgenden Positionen. Markieren Sie alle kurzen Größen und entfernen sie wieder aus der Gradiertabelle. Ordnen Sie jetzt mit dem soeben Gelernten die anderen abgebildeten Maßtabellen in die Gradiertabelle ein. Lassen Sie sich mit Maßtabellen bearbeiten die Maße aller Größen der Gradiertabelle anzeigen. 2.3 Gradieren mit Maßtabellen Gradieren in Grafis Gradieren ist in Grafis eine automatische Ähnlichkeitskonstruktion. Alle Konstruktionsschritte der Modellgröße werden für die zu gradierenden Maßtabellen wiederholt. Während der Konstruktion muss die nachfolgende Ähnlichkeitskonstruktion bereits berücksichtigt werden. Das Konstruieren in Grafis wird dadurch nicht schwieriger, sondern eleganter und interessanter. Gradieren starten Das Gradieren wird gestartet über: Basismenü --> gradieren Gradiert werden nur die Größen, die in der Gradiertabelle eingetragen und aktiviert sind. Erstellen Sie eine Gradiertabelle gemäß Bild 2-8 und holen die Grundkonstruktion Oberteil 10. Starten Sie gradieren. Auf Ihrem Bildschirm erscheint die Oberteil-Konstruktion in den Größen N36 bis N44. Die Modellgröße erscheint auf weißem Bildschirm immer in blauer Farbe bzw. auf schwarzem Bildschirm in gelber Farbe! Tragen Sie in der Gradiertabelle die kurzen Größen „__S36“bis „__S46“ ein und deaktivieren Sie die bereits gradierten Größen. Starten Sie gradieren und auf dem Bildschirm erscheinen alle bereits gradierten Größen und zusätzlich die kurzen Größen. Änderungen in der Gradiertabelle führen zum Gradieren weiterer Größen, jedoch nicht zum Löschen bereits gradierter Größen. Für einen Bildneuaufbau muss die Funktion Probelauf oder eine andere Protokollfunktion aus dem Basismenü gestartet werden. Danach kann erneut gradiert werden. Übung Aktivieren Sie alle Maßtabellen der Gradiertabelle und gradieren Sie. Aktivieren Sie in der Gradiertabelle nur die Modellgröße und die kurzen Größen und gradieren Sie. Starten Sie Probelauf aus dem Basismenü und danach erneut gradieren. Auf dem Bildschirm sehen Sie die Grundkonstruktion für die Modellgröße und die kurzen Größen. Starten Sie andere Grundkonstruktionen und gradieren Sie diese. Verwerfen Sie die gradierten Grundkonstruktionen durch Anklicken von N*rücksetzen im Basismenü. Ändern Sie auch die Gradiertabelle. Hinweis Es ist zu empfehlen, das Gradieren während der Konstruktion öfters zu Testzwecken zu benutzen. Dazu sollten in der Gradiertabelle einige extreme Maßtabellen aktiviert sein, wie beispielsweise die Größen N36, N46 und N54. Auf diese Weise können die Konstruktionsschritte direkt überprüft und späteres Rücksetzen vermieden werden. Kapitel 2 Gradieren 23 ________________________________________________________________________________________________________________ ©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012 2.4 Interaktive Konstruktion einstellen Schrittfolge ⇒ Konstruktion holen (siehe Abschnitt 1.3) ⇒ Konstruktion aktivieren mit Doppelklick oder aus der Übersicht mit <F12> ⇒ Optionen der Konstruktion einstellen ⇒ Schleppbereiche aktivieren und die KonstrukMenü für interaktive Konstruktionen tion einstellen; dabei Raster und auch Vergleich benutzen. Konstruktion aktivieren Alle Konstruktionen, die in das Modell geladen wurden, können entweder • durch Doppelklick auf die betreffende Konstruktion oder • nach <F12> in der Liste interaktiver Konstruktionen (Bild 2-9) aktiviert werden. Form laden Form speichern Stützgrößen Raster Bild 2-9 +/-Magnet +/-Lineal +/-Notizen +/-Optionen +/-Werte +/-Bemaßung Bemaßung setzen +/-Vergleich Vergleich setzen Die Liste interaktiver Konstruktionen (Bild 2-9) enthält alle im Modell geholten Konstruktionen und die Nummer des Teiles, in das sie geholt wurden. Die Sortierung erfolgt nach den Teilnummern. Rechts im Fenster befindet sich eine Vorschau auf die markierte Konstruktion. Eine Konstruktion wird durch Doppelklick oder Markieren und Starten aktiviert. Optionen einstellen Nach dem Aktivieren einer Konstruktion erscheint das Menü für interaktive Konstruktionen. +/-Stapel Stapel setzen Änderungsschritte Anfangszustand Schritt zurück Schritt vor Ende Abbruch Hilfe zur Konstruktion Bild 2-10 Zu jeder Konstruktion gibt es mehr oder weniger viele Optionen. Die Übersicht der Optionen (Bild 210) öffnet sich durch Umschalten auf +Optionen in der rechten Menüleiste. Das Optionen-Fenster kann beliebig verkleinert werden. Sind nicht alle Optionen sichtbar, dann erscheinen am Fensterrand die Scrollbalken. Die aktive Option ist hervorgehoben (Bild 2-10 links oben). Betätigen der Pfeiltasten, des Rollrades der 24 Kapitel 2 Gradieren ________________________________________________________________________________________________________________ ©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012 Maus oder Verändern des Schiebereglers links vom Bild verändert die aktive Option. Durch Anklicken wird eine andere Option ausgewählt. Die Änderung einer Option wird sofort in der dahinterliegenden Konstruktion wirksam. Wir empfehlen die Arbeit mit einem verkleinerten OptionenFenster, damit Sie die Veränderungen an der Konstruktion verfolgen können. Übung Eröffnen Sie ein neues Modell, holen in Teil 001 die Grundkonstruktion Rock 20 und aktivieren sie. Stellen Sie folgende Optionen ein (Bild 2-10): • Seitennaht konturengleich • Ausgleich Taille an Seitennaht: ja • Saumrichtung in Seitennaht gekoppelt. Schleppbereiche Jede Konstruktion hat ein oder mehrere Schleppbereiche. Die Schleppbereiche werden über das Kontextmenü ausgewählt, das sich nach Klicken der rechten Maustaste öffnet. Die Schleppbereiche wurden zur besseren Übersicht eingeführt, damit nicht zu viele Punkte gleichzeitig veränderbar sind. Nach dem Aktivieren einer interaktiven Konstruktion ist der erste Schleppbereich Bild 2-11 aktiv. Er ist im Kontextmenü mit einem Häkchen gekennzeichnet (Bild 211). Schlepppunkte In den Schleppbereichen erscheinen an der Konstruktion kleine rote Punkte. Das sind die sogenannten Schlepppunkte, mit denen die Konstruktion interaktiv verändert werden kann. In der Nähe eines Schlepppunktes wird am Kursor zusätzlich ein Symbol angezeigt, wie die Konstruktion mit diesem Schlepppunkt verändert wird. Es gibt folgende Symbole: Der Schlepppunkt wird bewegt ... frei nur in X-Richtung nur in Y-Richtung frei, symmetrisch nur in X-Richtung, symmetrisch nur in Y-Richtung, symmetrisch frei, asymmetrisch nur in X-Richtung, asymmetrisch nur in Y-Richtung, asymmetrisch Die Kurve wird verändert ... frei symmetrisch asymmetrisch Der Winkel wird verändert ... frei symmetrisch asymmetrisch Der Punkt gleitet entlang einer Linie. Ein Schlepppunkt wird durch Anklicken aktiviert. Der zusätzlich mit einem grünen Rechteck gekennzeichnete Punkt ist der aktive Schlepppunkt. Das Werte-Fenster (Bild 2-12) enthält die Werte für den aktiven Schlepppunkt, wobei es nur ein oder zwei größenabhängige Werte je Schlepppunkt geben kann. Es gibt nur dann zwei Werte, Bild 2-12 wenn der Punkt mit sowohl in X- als auch in Y-Richtung frei bewegt werden kann. Schleppen eines Punktes Jeder Schlepppunkt kann • interaktiv durch Schleppen des Punktes oder • direkt durch Eingabe eines Wertes im WerteFenster verändert werden. Beim interaktiven Schleppen des Punktes kann auch das Raster eingeschaltet werden. Klicken Sie dazu auf eine der Zahlen 01 05 10 25 25 in der rechten Menüleiste. Der zum Schlepppunkt gehörende Wert verhält sich entsprechend dem eingestellten Raster. Zum Deaktivieren des Rasters stellen Sie auf 00. Mit +Werte wird beim Schleppen direkt am Kursor auch der Wert angezeigt. Wechsel auf +Vergleich macht einen Vergleich sichtbar. Das ist entweder der Stand der Veränderungen beim letzten Anklicken von Vergleich setzen oder der Ausgangszustand. Durch Anklicken von <= oder => setzen Sie Änderungsschritte zurück oder wiederholen sie. Der Zustand bei „00“ entspricht dem Ausgangszustand. Kapitel 2 Gradieren 25 ________________________________________________________________________________________________________________ ©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012 Form speichern/ laden Mit Anklicken von Form speichern werden die aktuellen Einstellungen der Konstruktion als Form gespeichert. Durch Anklicken von Form laden wird die Liste vorhandener Formen der Konstruktion geöffnet. Formen werden unter Angabe von Datum, Zeit, Computername und Nutzer abgelegt. Mit Doppelklick kann eine andere Form aus der Liste geladen werden. Übung Stellen Sie am vorbereiteten Rock 20 ein: • im Bereich Linienverlegung die Rocklänge auf 650mm • im Bereich Abnäher vorn den 2. Abnäher zulegen • im Bereich Abnäher hinten den 2. Abnäher zulegen • im Bereich Saum die Seitennahteinstellung auf 0mm Speichern Sie die eingestellte Form und auch das Modell als „Gerader Rock“. Er wird Ausgangspunkt von Übungen der folgenden Kapitel sein. Gradieren Sie die Konstruktion in den Größen N38 bis N46. Das Ergebnis zeigt Bild 2-13. 2. Übung Gradieren Sie die Grundkonstruktion Rock 10 in den Größen N38, N40, N42, N44 und N46. 3. Übung Holen Sie die Grundkonstruktion Oberteil 10 und gradieren Sie in den Größen N38, N40, N42, N44 und N46. Bild 2-13 2.5 Übungen 1. Übung Gradieren Sie die Grundkonstruktion Rock 20 in den Größen N38, N40, N42, N44 und N46. 26 Kapitel 2 Gradieren ________________________________________________________________________________________________________________ ©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012 4.Übung Gradieren Sie die Grundkonstruktion Hose 10 in den Größen N38, N40, N42, N44 und N46. • den Schulterabnäher zulegen Stellen Sie im Bereich Halsloch ein: • das Halsloch um 5mm an der Schulter, der Vorderen und Hinteren Mitte erweitern Stellen Sie im Bereich Schulter ein: • Schulterverlegung von 10mm nach vorne Speichern Sie die eingestellte Form und auch das Modell als „Hemdbluse“. Es wird Ausgangspunkt von Übungen der folgenden Kapitel sein. 6. Übung „Oberteil mit Längsteilungsnähten“ Eröffnen Sie ein neues Modell und holen in Teil 001 die Grundkonstruktion Oberteil 10 und aktivieren die Konstruktion. Stellen Sie folgende Optionen ein: 5. Übung „Hemdbluse“ Eröffnen Sie ein neues Modell und holen in Teil 001 die Grundkonstruktion Oberteil 10 und aktivieren die Konstruktion. Stellen Sie folgende Optionen ein: • Hintere Mitte im Bruch • Seitennaht gerade • Brustabnäher in Seitennaht • Saumrichtung in Seitennaht gekoppelt • 4 Segmente Stellen Sie im Bereich Zugaben quer und längs ein: • Zugabe zur Oberweite: 100mm • Zugabe zur Gesäßweite: 100mm • Zugabe zur Brustbreite: 15mm • Zugabe zur Rückenbreite: 15mm • Zugabe zur Schulterbreite: 10mm Stellen Sie im Bereich Abnäher Brust ein: • Auflockerung im Armloch von 20mm Stellen Sie im Bereich Abnäher Schulter ein: • Hintere Mitte im Bruch • Lage Schulterabnäher wie Brustabnäher • Lage Taillenabnäher hinten relativ Taille • Länge Taillenabnäher bis Saum • Saumrichtung in Seitennaht gekoppelt • Teilung im Rückenteil: ja • 8 Segmente Stellen Sie im Bereich Zugaben quer und längs ein: • Zugabe zur Oberweite: 60mm • Zugabe zur Taillenweite: 55mm • Zugabe zur Gesäßweite: 60mm • Zugabe zur Brustbreite: 10mm • Zugabe zur Rückenbreite: 10mm • Zugabe zur Schulterbreite vorne/hinten: 10mm Stellen Sie im Bereich Linienverlegung ein: • Rumpflänge auf 750mm Stellen Sie im Bereich Abnäher Brust ein: • Position des Abnähers auf 50% der Schulternaht • Auflockerung im Armloch: 5mm Speichern Sie die eingestellte Form und auch das Modell als „Oberteil mit Längsteilungsnähten“. Es wird Ausgangspunkt von Übungen der folgenden Kapitel sein. Kapitel 3 Herauslösen von Teilen und Schnittausgabe ________________________________________________________________________________________________________________ ©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012 Inhalt 3.1 Herauslösen von Teilen.................................... 28 3.2 Wenn Hilfe nötig ist.......................................... 30 3.3 Schnittausgabe.................................................. 31 3.4 Stapeln.............................................................. 34 3.5 Schleppen, drehen, flippen von Teilen ............. 35 3.6 Abrollen von Teilen.......................................... 37 3.7 Übungen........................................................... 38 ______________________ Zu Beginn lernen Sie das Herauslösen von Teilen. Danach folgen die Hilfe-Funktionen von Grafis. Die Ausgabe der konstruierten Schnitte auf einem Drucker oder Plotter ist ein weiterer Schwerpunkt dieses Kapitels. Zum Abschluss lernen Sie das Stapeln der Größen eines Teiles sowie das Positionieren und Abrollen von Teilen zueinander. Nutzen Sie bitte die daran anschließenden Übungen, um das Wissen aus diesem Kapitel zu festigen. Am Ende dieses Kapitels sind Sie in der Lage, die in Grafis enthaltenen Grundkonstruktionen zu gradieren, auszugeben und die Schnitte zu stapeln. 28 Kapitel 3 Herauslösen von Teilen und Schnittausgabe ________________________________________________________________________________________________________________ ©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012 3.1 Herauslösen von Teilen Die Modellentwicklung verläuft in Grafis in drei Stufen: • Grundkonstruktion holen und einstellen • Entwicklung eines Schnittanalyseteiles mit allen benötigten Gestaltungselementen • Ableiten von Produktionsschnittteilen, wie Vorderteil, Rückenteil, Bund, Besätze, Belege, Futter und andere. Die Teile aus diesen Entwicklungsstufen sind miteinander verbunden, so dass sich Änderungen an der Grundkonstruktion auf das Schnittanalyseteil und damit auch auf die Produktionsschnittteile auswirken. In diesem Abschnitt wird zunächst das Herauslösen von Teilen behandelt. Ausführliche Erläuterungen zur Teilearbeit und zur Vererbungsautomatik folgen in Kapitel 14. In jedes Teil können Objekte aus bis zu 10 Teilen eingefügt werden. Schrittfolge ⇒ Basismenü --> Teilearbeit oder Extras | Teilearbeit.... ⇒ Erzeugen neuer Teile mit eröffnen ⇒ Eingabe/Ändern eines Teilbezeichners für das markierte Teil mit Text oder durch Doppelklick ⇒ Teil, in das Linien und Objekte einzufügen sind, durch Anklicken aktivieren; Das aktive Teil ist farblich gekennzeichnet. ⇒ Teil(e), aus denen Linien und Punkte eingefügt ⇒ ⇒ ⇒ ⇒ ⇒ ⇒ werden sollen, sichtbar machen und alle anderen Teile auslagern. Den Dialog Teilearbeit durch Drücken der rechten Maustaste verlassen. Basismenü --> einfügen Auswählen der Objektart der Einfügeobjekte durch Aktivieren von Punkte, Linien oder Teile unter Einfügeobj.auswählen: Anklicken der Objekte in den inaktiven, schwarz dargestellten Teilen auf weißem Hintergrund und weiß dargestellten Teilen auf schwarzem Hintergrund. Die eingefügten Objekte erscheinen andersfarbig (rot) und nach Betätigen der <F5>-Taste versetzt. Anklicken von ohne Transformation (ohne Tr.) fügt die Objekte in das aktive Teil ein. Erst danach erscheinen die eingefügten Objekte in der blauen Farbe des aktiven Teils und können bearbeitet werden. Mit zurück ins Basismenü. Teile eröffnen und beschriften Legen Sie ein neues Modell „Jacke“ an, holen Oberteil 50 und klicken in der rechten Menüleiste auf Teilearbeit. Es öffnet sich der Dialog gemäß Bild 3-1. Links im Fenster befindet sich die Liste aller Teile des Modells. Zunächst ist nur Teil 001 mit der vorläufigen Bezeichnung „NN“ vorhanden. Durch Anklicken von eröffnen in der rechten Menüleiste eröffnen Sie weitere Teile in dieser Liste. Das mit einem Balken gekennzeichnete Teil ist das aktive Teil, für das in der Mitte des Fensters eine Vorschau Bild 3-1 Kapitel 3 Herauslösen von Teilen und Schnittausgabe 29 _______________________________________________________________________________________________________________ ©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012 Menü Teilearbeit (Auszug) Teil eröffnen Teil einfügen Teil hoch Teil runter Teil duplizieren Teil duplizieren auf… Teil löschen Teil entfernen holen alle auslagern alle holen Schnittteile holen Vorfahren holen Erben Text Ende erscheint. Eröffnen Sie zehn weitere Teile. Klicken Sie mit Doppelklick auf das erste Teil und geben als Bezeichnung „Oberteil 50“ ein. Analog beschriften Sie das zweite Teil mit „Vorderteil 40“ und das dritte Teil mit „Rückenteil 40“. Zum Beschriften der anderen Teile nutzen Sie eine Funktion aus der rechten Menüleiste. Markieren Sie zunächst Teil 004 und klicken dann auf Text und geben nacheinander die Texte gemäß Bild 3-1 ein. Im Unterschied zum Bearbeiten nach Doppelklick öffnet sich jetzt nach jedem <ENTER> automatisch die Textzeile des nächsten Teiles. Das Eingeben wird mit <ESC> abgebrochen. Teile können mit den Funktionen löschen und entfernen aus dieser Liste gelöscht oder entfernt werden. Löschen bedeutet, dass alle Protokollschritte zurückgesetzt werden. Entfernen bedeutet, dass das Teil aus der Liste entfernt wird. Die Liste der Teile enthält noch weitere wichtige Informationen. Sobald vor der Teilnummer das Zeichen „*“ erscheint, dann ist dieses Teil ein Mutterteil. Ein Mutterteil hat abhängige Teile, die bei Änderungen am Mutterteil auch beeinflusst werden. Weitere Informationen dazu folgen in Kapitel 14. Steht in der Spalte „sichtbar“ das Zeichen „x“, dann ist das betreffende Teil auf dem Bildschirm sichtbar. Sie können direkt in diese Spalte klicken, um bestimmte Teile sichtbar und nicht sichtbar zu machen. Das aktive Teil, auf dem der Balken steht, ist grundsätzlich sichtbar. Sie können alle Teile auf nicht sichtbar schalten, indem Sie auslagern alle anklicken. Sie können alle Teile auf sichtbar schalten, indem Sie holen alle anklicken. Ausgelagerte Teile sind auf dem Bildschirm nicht mehr sichtbar, jedoch nicht gelöscht. Die Teilearbeit wird durch Klicken der rechten Maustaste verlassen. Das markierte Teil steht dann zur Bearbeitung zur Verfügung. Ist das betreffende Teil ein Mutterteil, erscheint eine Warnung. Das aktive Teil ist auf weißem Hintergrund blau dargestellt. Im Basismenü sind alle sichtbaren Teile durch Anklicken aktivierbar. Das Menü Teilearbeit muss dazu nicht geöffnet werden! Markieren Sie in der Teilearbeit jetzt das Teil 002 „Vorderteil 40“, setzen für das Teil 001 „Oberteil 50“ das Zeichen „x“ für sichtbar und verlassen mit die Teilearbeit. Sie befinden sich wieder im Basismenü. Die Grundkonstruktion ist sichtbar, jedoch schwarz dargestellt. Holen Sie die Konstruktion Vorderteil 40 aus der Holen-Liste unter Grafis-Oberteile | DOB-Oberteile | VT-Tools. Die Vorder- und Rückenteil-Tools können entweder an Oberteil 10 oder an Oberteil 50 angebunden werden. Oberteil 50 wurde bereits in Teil 001 geholt. Zum Holen von Vorderteil 40 genügt nun ein Klick auf eine beliebige Linie von Oberteil 50. Jetzt soll das Rückenteil-Tool Rückenteil 40 in Teil 003 geholt und ebenfalls an Oberteil 50 angebunden werden. Öffnen Sie dazu die Teilearbeit, aktivieren Teil 003, lassen Teil 001 sichtbar und verlassen mit die Teilearbeit. Holen Sie die Konstruktion Rückenteil 40 aus der Holen-Liste unter Grafis-Oberteile | DOB-Oberteile | RT-Tools und binden es ebenfalls mit einem Linienklick an Oberteil 50 an. Im nächsten Abschnitt werden Linien und Punkte aus dem Teil 003 „Rückenteil 40“ in das Teil 004 eingefügt. Aktivieren Sie dazu in der Teileliste das Teil 004, schalten das Teil 001 auf nicht sichtbar und die Teile 002 und 003 auf sichtbar. Verlassen Sie die Teilearbeit. 30 Kapitel 3 Herauslösen von Teilen und Schnittausgabe ________________________________________________________________________________________________________________ ©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012 Objekte einfügen/ aus einem anderen Teil herauslösen Für das Einfügen gelten folgende wichtige Regeln: 1. Zum Einfügen von Objekten muss das Teil aktiv sein, in das Objekte eingefügt werden sollen. 2. Das Teil, aus dem Objekte übernommen werden, muss auf dem Bildschirm sichtbar, jedoch inaktiv sein. 3. Das Einfügen kann nur aus Teilen mit niedrigerer Teilenummer in Teile mit höherer Nummer erfolgen. Öffnen Sie durch Anklicken von einfügen auf der rechten Menüleiste das Menü Einfügen: Die Taste <F5> dient dem Anordnen aller sichtbaren Teile des Modells in einem Rechteck. Wechseln Sie dann zur Objektart Punkte und fügen eventuell benötigte Punkte ein. Die ausgewählten Objekte werden nach Anklicken von ohne Transformation in der Rubrik Objekte ablegen eingefügt. Verlassen Sie dann mit das Menü Einfügen. Menü Einfügen Einfügeobjekte: Punkte Linien Teil rücksetzen einzeln rücksetzen alle Objekte 006 Objekte ablegen: ohne Transformation schieben drehen und schieben 005 004 Bild 3-3 Setzen Sie in analoger Weise mit den Teilen 005 und 006 fort (Bild 3-3). Aktivieren Sie in der Teilearbeit das nächste Teil, machen das Teil 004 Rückenteil Mitte unsichtbar, belassen die Teile 002 und 003 sichtbar und so weiter. rücksetzen ’Pick’-Einfügen: Punkte Linien Teil Aktivieren Sie die Objektart Linien durch Anklicken. Klicken Sie jetzt die Linien an, die Sie für die Fertigstellung des Rückenteiles benötigen (Bild 3-2). Die angeklickten Linien erscheinen rot bzw. hellblau und liegen nach Drücken von <F5> seitlich vom Spenderteil. Bild 3-2 Im Basismenü bewirkt: • Anklicken eines nicht aktiven Teiles Î Aktivieren dieses Teiles • Wegziehen eines nicht aktiven Teiles Î Auslagern dieses Teiles in den Hintergrundspeicher. 3.2 Wenn Hilfe nötig ist Übersicht ⇒ Ständige Hilfe im Mitteilungsfeld oder in der Statuszeile (Bild 3-4) ⇒ Kontextbezogene Hilfe über <F1> oder über das Pull-Down-Menü Hilfe | Kontext. Ständige Hilfe Eine ständige Hilfe wird im Mitteilungsfeld bzw. in der Statuszeile gegeben, in denen die nächsten erforderlichen Eingaben erläutert werden. Das Mitteilungsfeld befindet sich rechts oben im Arbeitsfeld. Die Statuszeile bildet den unteren Rand des GrafisBildschirmes (siehe Bild 3-4). Klicken Sie zur Übung im Basismenü mit auf transformieren. Lesen Sie sich die Anweisung durch und schließen Sie mit das Menü transformieren. Kapitel 3 Herauslösen von Teilen und Schnittausgabe 31 _______________________________________________________________________________________________________________ ©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012 zentrieren Sie mit <F6> und kopieren den Gradierstapel über Bearbeiten | Kopieren (Zwischenablage) in die Zwischenablage. Starten Sie nun eine andere Windows-Anwendung (z.B. Paint) und fügen den Inhalt der Zwischenablage in diese Anwendung ein. Bearbeiten Sie den Gradierstapel weiter, indem Sie beispielsweise die Linienfarben ändern, Flächen füllen oder Beschriftungen setzen. Die Kontextbezogene Hilfe Kontextbezogene Hilfe erhalten Sie nach Betätigen der Funktionstaste <F1> oder über das Pull-DownMenü Hilfe | Kontext. Es öffnet sich das zum Kontext gehörende Thema dieses Lehrbuches. Alle Inhalte der Hilfe-Funktion erhalten Sie über Hilfe | Hilfethemen. Übung: Öffnen Sie in Grafis das Menü löschen indem Sie im Basismenü auf löschen klicken. Betätigen Sie die <F1> - Taste. Es öffnet sich das Lehrbuch-Kapitel zum Thema Löschen. 3.3.2 Ausgabe auf Plotter/Drucker Die Schnittausgabe auf Plotter (Zeichengeräte) oder Printer (Drucker) erfolgt im Menü Schnittausgabe Eine Besonderheit der Schnittausgabe in Grafis ist die automatische Umbruchtechnik. Sie erlaubt die schnelle Ausgabe von 1:1 Schnitten auch auf kleinformatigen Druckern durch Aufteilen des Schnittes in Teilbilder, die nachträglich zusammenzufügen sind. Das Menü Schnittausgabe wird über das Pull-DownMenü Dateien | Plotten/ Drucken... oder aus der Toolbox geöffnet. 3.3 Schnittausgabe 3.3.1 Zwischenablage Grafis unterstützt die WindowsZwischenablage zur Weiterverwendung von Schnitten in anderen WindowsProgrammen. Die Funktion Kopieren (Zwischenablage) aus dem Pull-Down-Menü Bearbeiten kopiert den sichtbaren Inhalt des Grafis-Bildschirmes in die Zwischenablage. Der Inhalt der Zwischenablage kann in andere Windows-Anwendungen, wie z.B. Word, Paint oder Excel, eingefügt werden, um beispielsweise Begleitmaterial zum Modell oder eine Unterrichtsvorbereitung zu erstellen. Gradieren Sie eine Grundkonstruktion in 5 Größen, Vorbereitung des Plotbildes ⇒ Plotter/Drucker einrichten bzw. ändern (Plottertyp, Papierformat,...) ⇒ Anklicken von zentrieren und Betätigen von <F6>, um einen Überblick zu gewinnen ⇒ Anpassen der folgenden Einstellungen: Mitteilungsfeld mit Hilfe-Texten zu den nächsten Eingaben Im Pull-Down-Menü Ansicht stellen Sie ein, welche Fenster zusätzlich angezeigt werden. GRAFIS-Anfänger benötigen die Statuszeile und das Mitteilungsfeld. Erfahrene Grafis-Anwender arbeiten in der Regel mit der Statuszeile und der Toolbox. Statuszeile mit den Hilfe-Texten des Mitteilungsfeldes Bild 3-4 32 Kapitel 3 Herauslösen von Teilen und Schnittausgabe ________________________________________________________________________________________________________________ ©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012 Menü plotten/drucken Ausgabegerät ändern Vergrößerung Vergrößerung anpassen Hoch-/Querformat anlegen zentrieren (Winspool) Die Steuerinformationen werden an ein Gerät gesandt, das an USB angeschlossen ist. Der Windows-Treiber wird für das Durchleiten der Vektordaten an das Endgerät benutzt. Zu beachten ist, dass nicht jeder Treiber dies ermöglicht. Für die folgenden Übungen ist ein A4-Drucker, installiert unter Windows, völlig ausreichend. Weitere Informationen finden Sie im Anhang der GrafisHilfe. Das Plotformat Die Maße des aktiven Formates werden in der Zeile unter Plotformat in Millimeter angezeigt. Die anderen Plotformate Ihres Ausgabegerätes können Sie über Drucker/ Plotter einrichten einstellen. Der auf dem Bildschirm sichtbare Plotrahmen entspricht dem bedruckbaren Bereich Ihres Ausgabegerätes. Der Inhalt des Plotrahmens wird ausgedruckt. Betätigen Sie die Funktionstaste <F6>. Mit ihr werden sowohl der Plotrahmen als auch das Plotbild auf dem Bildschirm sichtbar gemacht. Textposition +/- Nahtzugabe Hoch- oder Querformat einstellen Durch Anklicken von Hoch-/Querformat wird zwischen Hoch- und Querformat gewechselt. Umbruch horizontal Automatischer Umbruch Einstellen des Plot-Maßstabes Der Plot-Maßstab wird durch Eingabe des Vergrößerungsfaktors unter der Menüzeile Vergrößerung festgelegt. Der Schnitt wird genau um diesen Faktor vergrößert/verkleinert ausgegeben. Dabei bedeuten die Vergrößerungsfaktoren 1.0 Maßstab 1:1 0.5 Maßstab 1:2 0.25 Maßstab 1:4 und so weiter. Stellen Sie den Maßstab 1:2 ein, indem Sie 0.5 in das Feld unter Vergrößerung eintragen (anklicken, eingeben, <ENTER>) und drücken Sie die <F6>-Taste. Sie werden beobachten, dass der Plotrahmen jetzt einen größeren Bereich des Schnittes erfasst. Wiederholen Sie gleiches mit anderen Maßstäben. Wechseln Sie auch zwischen Hoch- und Querformat. Die Option anpassen stellt die Vergrößerung automatisch so ein, dass der gesamte Bildschirminhalt optimal in den Plotrahmen passt. Nutzen Sie diese Option nur für verkleinerte Kontrollausgaben und Skizzen, da der Maßstab geändert wird! Im Dialog Datei plotten, der über Ausgabegerät ändern geöffnet wird, kann der Maßstab ebenfalls eingestellt werden. Umbruch vertikal Ausgabe starten • Einstellen von Hoch- oder Querformat • Einstellen des Plot-Maßstabes mit Vergrößerung • Aktivieren des automatischen Umbruchs • Positionieren des Plotrahmens mit anlegen/zentrieren und/ oder durch Ziehen ⇒ Positionieren des Rahmentextes Ausgabe des Plotbildes ⇒ Ausgabe anklicken (Plotbild wird intern erzeugt) Drucker/Plotter ändern Das eingestellte Ausgabegerät wird unter Ausgabegerät angezeigt. Die Ergänzungen bedeuten: an LPT1 Es wird direkt auf die parallele Schnittstelle LPT1 ausgegeben. an File Es wird eine Datei mit den Steuerinformationen für das Ausgabegerät erstellt. (WIN) Es wird auf ein Gerät mit Windows Treiber ausgegeben. (DOS) Es wird auf ein Gerät ohne Windows Treiber ausgegeben. Positionieren des Plotrahmens Das Positionieren des Plotrahmens erfolgt entweder durch Ziehen (Kursor auf Plotrahmen, linke Maustaste drücken und Maus bewegen) oder durch Anklicken der Menüfunktionen anlegen oder zentrieren. Kapitel 3 Herauslösen von Teilen und Schnittausgabe 33 _______________________________________________________________________________________________________________ ©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012 Üben Sie diese Varianten. Anlegen positioniert den Schnitt immer rechts unten am Bahnrand, optimiert für Plotausgaben. Zentrieren bewirkt, dass der Plotrahmen zentrisch zum Plotbild positioniert wird. Nutzen Sie anlegen bei Plots in Originalgröße und zentrieren bei verkleinerten Ausgaben auf A4. Üben Sie das Positionieren des Plotrahmens in Verbindung mit Format- und Maßstabsänderungen. Aktivieren des automatischen Umbruchs Der automatische Umbruch ist dann hilfreich, wenn Schnitte in Originalgröße auf Geräten wie zum Beispiel A4Druckern ausgegeben werden sollen, deren Format dafür zu klein ist. Dazu wird ein Raster über den Schnitt gelegt (Bild 3-5 und Bild 3-6) und jedes Rasterfeld als Teilbild ausgegeben. Die Teilbilder sind später Rahmen an Rahmen zusammenzufügen. Das Rasterfeld wird durch Anklicken von Umbruch horizontal oder Umbruch vertikal auf oder abgebaut. Mit Automatischer Umbruch wird die Rasteranzahl so eingestellt, dass der gesamte Schnitt im Raster Bild 3-5 liegt. Positionieren des Rahmentextes Zur Identifizierung der Plotbilder, vor allem aber der Teilbilder beim automatischen Umbruch, kann die Ausgabe eines Standardtextes am Plotrahmen angewiesen werden. Er enthält Kollektions- und Modellnamen, Teilenummer und die Rasterfeldkoordinaten (Bild 3-6). Durch Anklicken von Textposition befindet sich der Text am rechten, linken, oberen oder unteren Plotrahmen oder er ist nicht sichtbar. Positionieren Sie den Text am linken Plotrand. Einstellen von mit/ohne Plotrahmen Bild 3-7 Nach Anklicken von Ausgabegerät ändern öffnet sich ein Dialog für weitere Plotoptionen (Bild 3-7). Durch Aktivieren von Plotten mit Rahmen wird beim Plotten auch der Rahmen mit ausgegeben. Für Ausgaben mit Umbruch sollte diese Option aktiv sein. Ausführliche Informationen zu den Dialogen Einstellungen und Druckoptionen sowie zum Einrichten von Plottern/Druckern mit oder ohne Windows-Treiber finden Sie im Anhang. Ausgabe des Plotbildes Bild 3-6 Üben Sie den automatischen Umbruch in Verbindung mit dem Einstellen des Plot-Maßstabes, Hoch-/ Querformat und Positionieren des Plotrahmens. Verwenden Sie auch den Maßstab 1:1 und betätigen Sie ab und zu die <F6>-Taste. Anklicken von Ausgabe bewirkt, dass die Steuerinformationen direkt an das am Computer angeschlossene Ausgabegerät (Drucker/Plotter) übertragen und von diesem als Bild oder in Form von Teilbildern ausgegeben werden. Selbstverständlich muss dafür das Ausgabegerät betriebsbereit sein. Ausgabe auf Datei Ausgabe auf Datei wird benötigt, wenn Sie Ihre Plots • auf einem Plotter ausgeben möchten, der nicht an Ihrem Rechner angeschlossen ist und mit dem Sie auch nicht über Netzwerk verbunden sind, oder 34 Kapitel 3 Herauslösen von Teilen und Schnittausgabe ________________________________________________________________________________________________________________ ©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012 • als HP-GL-Dateien in ein Text- oder Zeichenprogramm übergeben möchten. Plotten auf Datei ist nur für Drucker/ Plotter ohne Windows-Treiber möglich. Sofern rechts im Menü das Ziel für das Ausgabegerät noch nicht „an FILE:“ ist, öffnen Sie über Ausgabegerät ändern den Dialog Grafis-Datei plotten, wählen den Plotter, aktivieren den Button Bearbeiten, setzen verbunden mit: auf FILE und übernehmen diese Einstellungen. Für das Erzeugen von HP/GL-Daten wählen Sie als Plotter HP/GL-2. Ist Ausgabe auf Datei („an FILE“) aktiv, werden die Steuerinformationen auf eine oder mehrere Dateien (bei automatischem Umbruch) gespeichert. Nach Auslösen von Ausgabe werden Sie aufgefordert, einen Dateinamen anzugeben. Zur Ausgabe der Plotdateien auf einen Plotter im Inoder Ausland wird Grafis nicht benötigt. Wichtig ist, dass die Steuerinformationen auch speziell für diesen Plotter erstellt wurden. Plotdateien, die beispielsweise mit der Einstellung „Algotex (an FILE)“ erzeugt wurden, können auch nur von einem AlgotexPlotter gelesen werden. Zur Übertragung der Datei an den Plotter klicken Sie auf Start | Ausführen… Im Eingabefeld Öffnen: tragen Sie ein: copy C:\test.plt com2: c:\test.plt muss dabei der komplette Pfad zur Plotdatei mit dem Namen der Plotdatei sein. com2: muss die Schnittstelle sein, an der der Plotter angeschlossen ist. Auf USB-Schnittstellen kann mit copy nicht ausgegeben werden. Übungen 1.Übung Geben Sie die Grundkonstruktion Rock 20 in Größe 40 im Maßstab 1:1 (Originalgröße) auf einem A4Drucker aus. Arbeiten Sie mit +Rahmen und Rahmentext, um die einzelnen Teilbilder später Rahmen an Rahmen verkleben zu können. 2.Übung Geben Sie folgende Grundkonstruktionen auf Blätter im A4-Format aus: • Hose 10 im Maßstab 1:2, • Oberteil 10 im Maßstab 1:3, • Oberteil 20 im Maßstab 1:5. Sofern Sie sich mit Word für Windows oder CorelDraw auskennen, fügen Sie die Schnitte über die Zwischenablage in diese Systeme ein und arbeiten Sie damit. 3.4 Stapeln Das Menü stapeln Das Menü stapeln wird über das Pull-DownMenü Extras | stapeln oder aus der Toolbox geöffnet. Mit den Funktionen des Menüs kann der Gradierstapel eines Teiles an einem Konstruktionsoder Linienpunkt gestapelt werden. Die Funktion Auslage legt alle Größen gemäß deren Reihenfolge in der Gradiertabelle nebeneinander aus. Die Auslage wird durch erneutes Stapeln oder Probelauf zurückgesetzt. Menü stapeln Stapelpunkt setzen Richtungspunkt setzen Protokollierten Stapelpunkt setzen Protokollierten Stapelpunkt löschen Auslage Schrittfolge Stapeln an einem Konstruktions- oder Linienpunkt: ⇒ Stapelpunkt setzen und anklicken des Stapelpunk- tes in der Konstruktion und ⇒ anschließend bei Bedarf den Richtungspunkt in analoger Weise bestimmen. Stapelpunkt setzen Nach Anwählen von Stapelpunkt setzen erscheint das Untermenü Punktkonstruktion, das in Kapitel 6 ausführlich erläutert wird. Für das Erarbeiten der Funktion stapeln werden aus diesem Untermenü die in Bild 3-8 markierten Varianten erläutert. Kapitel 3 Herauslösen von Teilen und Schnittausgabe 35 _______________________________________________________________________________________________________________ ©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012 Mit der Variante der Punktkonstruktion • Stapelpunkt Richtpunkt (im folgenden pick P) wird vorgegeben, dass der Kursor nur Punkte der Konstruktion als Stapelpunkt auswählen kann, • mit (im folgenden pick L) können nur Linien angeklickt werden, • mit pick L und <Shift> wird der Anfangs- oder Endpunkt einer Linie angewählt, • mit (im folgenden Schnittpunkt) wird der Schnittpunkt zweier Linien als Stapelpunkt festgelegt. Beide Linien sind nacheinander anzuklicken. pick P - Punkte pick L - Linien Schnittpunkt zweier Linien Bild 3-9 kollierten Stapelpunkt löschen zeigt den aktuellen Stapelpunkt an. Durch Anklicken wird er gelöscht. Bild 3-8 • Zusätzlich gibt es den Freien Modus. Im Freien Modus ist kein Button des Untermenüs Punktkonstruktion gedrückt. Dieser Modus ist eine Kombination aus pick P, pick L, pick L und <Shift>. Sie wird am häufigsten benutzt. Zum Stapeln eines gradierten Teiles aktivieren Sie zunächst Stapelpunkt setzen, wählen dann eine geeignete Variante im Untermenü Punktkonstruktion und klicken anschließend den gewünschten Stapelpunkt in der Konstruktion an, siehe Bild 3-9 links. Richtungspunkt setzen Nachdem das Teil an einem Punkt gestapelt wurde kann zusätzlich ein Richtungspunkt bestimmt werden. Das Teil bleibt am Stapelpunkt gestapelt. Die Größen des Teiles werden so um den Stapelpunkt gedreht, dass die Richtung von Stapel- zu Richtungspunkt in allen Größen gleich ist, siehe Bild 3-9 rechts. Stapelpunkt protokollieren Mit Protokollierten Stapelpunkt setzen kann ein Punkt angeklickt werden, der zum Stapelpunkt für das aktive Teil wird. Das Stapeln wird jeweils am Ende des Gradierlaufes ausgeführt. Aktivieren von Proto- Übung Gradieren Sie die Grundkonstruktion Oberteil 10 in den Größen _N36 bis _N48 und stapeln das Teil nacheinander • mit pick P am Brustpunkt, • mit pick L und <Shift> am oberen Ende der Vorderen Mitte , • mit Schnittpunkt an der Vorderen Mitte in Höhe der Brustlinie, • im Freien Modus am Ärmeleinsatzpunkt und danach wieder am Brustpunkt. Richten Sie das Teil am rechten Brustabnäherschenkel aus. Stapeln Sie anschließend an der Ecke Schulter/Armloch im Vorderteil und richten es in Bezug zum Ärmeleinsatzpunkt aus. 3.5 Schleppen, drehen, flippen von Teilen Mit <F3> oder über das Pull-Down Menü Bearbeiten | Teile bewegen öffnet sich das Menü schieben, mit dem Teile zueinander geschleppt, gedreht oder geflippt werden können. Das Abrollen von Teilen aneinander wird ebenfalls über dieses Menü gesteuert und im folgenden Abschnitt behandelt. Zunächst ist das zu bewegende Teil anzupicken. Es erscheint ein Schleppanfasser in Form eines Fadenkreuzes mit Kreis, der folgende Funktionen bietet: Schleppen Innerhalb des Kreises klicken und mit gedrückter linker Maustaste ziehen. 36 Kapitel 3 Herauslösen von Teilen und Schnittausgabe ________________________________________________________________________________________________________________ ©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012 Menü schleppen/drehen <F3> schleppen/drehen aktivieren Anfasser setzen Anfasser zu Punkt setzen abrollen siehe Abschnitt 3.6 Maßstab wählen aktueller Maßstab Teil drehen 1:3 für 1/3 Größe 1:5 für 1/5 Größe 1 : 10 für 1/10 Größe Der aktuelle Maßstab wird direkt unter diesen Button angezeigt. Hinweis: Die Funktionstasten <F2>, <F4> und <F6> sind weiterhin aktiv. Richtung Drehen des Schleppanfassers in Grad durch Anklicken des betreffenden Buttons in der Rubrik Teil drehen. Die aktuelle Drehung wird direkt unter diesen Buttons angezeigt. Drehung des Teiles nullen Drehung des Teiles zurücksetzen, nullen. Anfasser setzen Der Schleppanfasser wird mit dem Untermenü Punktkonstruktion, siehe dazu die Erläuterungen im vorhergehenden Abschnitt, neu gesetzt. Anfasser zu P setzen Das Teil wird mit dem Schleppanfasser zu einem konstruierten Punkt in einem anderen Teil versetzt. Anderes Teil schleppen kann der Schleppanfasser schnell zu einem Nach anderen Teil versetzt und sofort geschleppt werden. Ende Das Schleppen wird durch 2x beendet. Betätigen der Funktionstaste <F8> wechselt zwischen „Teile auf Original-(Konstruktions-) position“ und „Teile auf transformierter Arbeitsposition“. Drehung des Teiles nullen Aktuelle Drehung des Teiles Drehen Außerhalb des Kreises klicken und mit gedrückter linker Maustaste drehen. Flippen (Spiegeln) Symmetrieachse anklicken, um die das Teil geflippt (gespiegelt) werden soll. Zusätzliche Funktionen Nach dem Anpicken eines Teiles stehen folgende Funktionen zusätzlich zur Verfügung: Maßstab Einstellen des Abbildungsmaßstabes durch Anklicken von 1 : 0.2 für 5-fache Vergrößerung 1:1 für Maßstab 1:1 (Originalgröße) Übung zum Schleppen, Drehen und Flippen Legen Sie die Teile 001 und 004 der Übung aus Abschnitt 3.1 am Eckpunkt Armloch/ Seitennaht aneinander und drehen dann ein Teil so, dass Sie den Verlauf des Armloches prüfen können (Bild 3-10). Verschieben, drehen und flippen Sie auch die anderen Teile. Verlassen Sie das Menü schleppen/ drehen mit . Betätigen Sie auch die Taste <F8>. Die Teile liegen jetzt auf Originalposition und nach nochBild 3-10 maligem <F8> wieder wie zuvor positioniert. Nach Drücken von <F5> werden alle Teile im Rechteck ausgelegt. Drücken Sie auch jetzt wieder <F8>. Kapitel 3 Herauslösen von Teilen und Schnittausgabe 37 _______________________________________________________________________________________________________________ ©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012 3.6 Abrollen von Teilen ⇒ Startpunkt für das Abrollen im zu bewegenden Das Abrollen von Teilen aneinander befindet sich ebenfalls im Menü schieben, das über <F3> oder aus dem Pull-Down Menü Bearbeiten | Teile bewegen geöffnet wird, siehe Abschnitt 3.5. Abrollen im Menü schleppen/drehen <F3> Teil bestimmen. ⇒ Startpunkt für das Abrollen im ruhenden Teil bestimmen Übung zum Abrollen Rollen Sie die Teilungsnahtlinien der Teile 004 und 005 der Übung aus Abschnitt 3.1 aneinander ab. schleppen/ drehen siehe Abschnitt 3.5 abrollen aktivieren abrollen setzen abrollen: Größe wählen abrollen: Startpunkt neu setzen 3. 4. Das Rechtsprinzip Mit dem Rechtsprinzip wird dem System beim Anpicken von Linien/Kurven nicht nur das Objekt, sondern auch eine Richtung mitgeteilt, in der das Objekt zu verwenden ist. Bild 3-11 Grafis unterstützt den Anwender durch den so genannten "Rechtsprinzip-Kursor", der zusätzlich einen "Richtungs-Anzeiger" hat, siehe Bild 3-11. Abrollen setzen Schrittfolge: ⇒ abrollen setzen im Menü anwählen ⇒ Eine oder mehrere Abroll-Linien im zu bewegenden Teil anklicken. Dabei muss die AbrollRichtung berücksichtigt und über das Rechtsprinzip dem System mitgeteilt werden. ⇒ beendet die Linienauswahl im zu bewegenden Teil. ⇒ Eine oder mehrere Abroll-Linien im ruhenden Teil anklicken. Auch hierbei muss die AbrollRichtung mitgeteilt werden. ⇒ beendet die Linienauswahl im ruhenden Teil. 1. 2. 6. 5. Bild 3-12 Gehen Sie gemäß der oben genannten Schrittfolge vor und beachten die Klickreihenfolge aus Bild 3-12. Nach erfolgreichem Abstimmen der Abroll-Linien und der Startpunkte erscheint an Teil 004 der Schleppanfasser. Durch Ziehen des Schleppanfassers wird abgerollt. Das Flippen ist auch während des Abrollens möglich. Abrollen anpassen Mit abrollen: Startpunkt neu setzen können die Startpunkte neu bestimmt werden. Das Versetzen der Startpunkte ist sinnvoll, wenn Einhalteweite eingearbeitet wurde und die Linienabschnitte nacheinander geprüft werden sollen. Setzen Sie im Beispiel aus Bild 3-12 die beiden Schnittpunkte mit der Taillenlinie als neue Startposition für das Abrollen. Das Abrollen wird zunächst nur in der Modellgröße ausgeführt. Unter Umständen sollen aber auch andere Größen geprüft werden. Aktivieren Sie abrollen: Größe wählen. Es werden alle Größen angeboten, in denen beide Teile vorliegen. Wählen Sie eine Größe aus und rollen ab. Ein Wechsel vom Abroll-Modus in den SchleppModus aus Abschnitt 3.5 ist über schleppen/drehen aktivieren möglich. Ein Wechsel vom SchleppModus in den zuletzt eingestellten Abroll-Modus ist über abrollen aktivieren möglich. 38 Kapitel 3 Herauslösen von Teilen und Schnittausgabe ________________________________________________________________________________________________________________ ©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012 3.7 Übungen 1. Übung Gradieren Sie die Grundkonstruktion Hose 10 in den Größen 38 bis 46 und stapeln den Schnitt an der Abnäherspitze der Vorderhose. Drucken Sie den abgebildeten Ausschnitt der Vorderhose auf A4-Format im Maßstab 1:1 aus. 2.Übung Gradieren Sie die Grundkonstruktion Rock 20 in den Größen 38 bis 46 und stapeln am Hüftpunkt im Vorderrock. Geben Sie den Schnitt verkleinert auf A4 aus. 3.Übung Gradieren Sie die Grundkonstruktion Oberteil 20 in den Größen 38 bis 46 und stapeln am Eckpunkt Seitennaht/ Armloch. Geben Sie den Schnitt im Maßstab 1:4 auf A4 aus. Die Grundkonstruktion Oberteil 20 ist für Fertigmaß-Konstruktionen vorbereitet. Nur die Werte für die Längsmaße werden aus den Maßtabellen verwendet. Die Weitenmaße werden interaktiv anhand von Fertigmaßtabellen eingestellt. Nähere Informationen zum größenabhängigen Einstellen von interaktiven Konstruktionen folgen in Kapitel 13. Kapitel 4 Umfangslinie erzeugen und bearbeiten ________________________________________________________________________________________________________________ ©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012 Inhalt 4.1 Die Grafis-Datenstruktur ................................. 40 4.2 Das Konstruktionsprotokoll ............................. 40 4.3 Geometrische Grundlagen ............................... 41 4.4 Löschen von Objekten ..................................... 43 4.5 Parallelen .......................................................... 44 4.5.1 Interaktive Tools und nicht-interaktive Funktionen .................................................... 44 4.5.2 Das Menü Parallele ........................................ 45 4.5.3 Die Funktion Parallele.................................... 45 4.5.4 Das Tool Parallele 10..................................... 46 4.6 Eckenbehandlung ............................................. 47 4.7 Übungen........................................................... 51 Zunächst erfahren Sie Wissenswertes zum Konstruktionsprotokoll und zu geometrischen Grundlagen. Gegenstand des vierten bis sechsten Abschnittes sind das Löschen von Objekten, die Konstruktion von Parallelen und die Behandlung von Ecken. Nutzen Sie bitte die Übungen, um alle neuen Funktionen dieses Kapitels zu erlernen. Folgen Sie in allen Anweisungen dem Text. Am Ende dieses Kapitels können Sie die abgebildete Nahtzugabe und Schlitzgestaltung konstruieren. 40 Kapitel 4 Umfangslinie erzeugen und bearbeiten ________________________________________________________________________________________________________________ ©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012 4.1 Die Grafis-Datenstruktur Die Datenstruktur Kollektions- Ordner SOMMER Modelle ILONA Im Dialog mit Ihnen verwaltet Intern von GRAFIS verwaltet Teile Objekte Punkte Linien WINTER GABRIELE 001 002 STEFANIE 003 Konstruktionsprotokoll Technologieinformation Text Schraffur Bild 4-1 Die Konstruktionsdaten sind in Grafis nach Kollektions-Ordnern, Modellen und Teilen geordnet (Bild 4-1). Die Anzahl von Ordnern und Modellen ist nicht begrenzt, jedoch sollten Sie nicht mehr benötigte Modelle auf CD-Rom oder Netzwerk auslagern oder löschen. Wichtig für Ihre Arbeit ist, dass Sie wissen, welche Modelle in welchem Ordner gespeichert sind. Legen Sie sich deshalb eine Übersicht an. Jedes Modell kann bis zu 500 Teile enthalten, die Grafis mit einer 3-stelligen Zahl kennzeichnet. Die einzelnen Teile bestehen aus Objekten, wie beispielsweise Punkten, Linien und Texten. Der Dialog zum Öffnen und Löschen von Modellen öffnet sich entweder automatisch nach dem Auswählen eines Konstruktionssystems oder über Datei | Öffnen. 4.2 Das Konstruktionsprotokoll Zweck des Konstruktionsprotokolls Grafis speichert die Konstruktions- und Gestaltungsschritte bei der Entwicklung eines Schnittes in der Modellgröße, indem es unmerklich ein Protokoll führt. Der Anwender hat dann jederzeit die Möglichkeit, das Konstruktionsprotokoll mit anderen Maßtabellen aufzurufen und rechnerunterstützt eine Ähnlichkeitskonstruktion dieser Größen durchzuführen. Das manuelle Gradieren entfällt. Das Konstruktionsprotokoll ist vergleichbar mit dem Notizblatt eines aufmerksamen Konstruktionsschülers, der jeden Arbeitsschritt seines Lehrers notiert und dann in der Lage ist, diese Konstruktion mit anderen Maßvorgaben zu wiederholen. Anzeige der Protokollschritte, Probelauf Im Basismenü von Grafis wird ständig die Anzahl der protokollierten Konstruktionsschritte angezeigt. Dem dienen die zwei Zahlenblöcke Protokollzähler mit je drei Ziffern im Basismenü oben. Der rechte Block gibt an, wieviel Protokollschritte bisher gemacht wurden. Die linke Zahlengruppe zeigt den Protokollschritt an, an dem das letzte Mal die Funktion Probelauf aufgerufen wurde. Basismenü (Auszug) Konstruktionsprotokoll im aktiven Teil… rücksetzen wiederherstellen N Schritte rücksetzen Protokollzähler Probelauf gradieren Probelauf startet das Abarbeiten des Konstruktionsprotokolls. Es ist auch im Schrittbetrieb abrufbar. Sofort nach Anklicken von Probelauf drücken Sie Kapitel 4 Umfangslinie erzeugen und bearbeiten 41 ________________________________________________________________________________________________________________ ©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012 einmal die Taste <S>. Danach löst das Betätigen der Leertaste jeweils den nächsten Konstruktionsschritt aus. Erneutes Drücken von <S> beendet den Schrittbetrieb. Zurücksetzen des Konstruktionsprotokolls Über die Funktion rücksetzen wird das Konstruktionsprotokoll um einen Schritt zurückgesetzt. Falls eine größere Anzahl von Rücksetzschritten gewünscht wird, ist die Zeile N Schritte rücksetzen anzuklicken und die Zahl der Rücksetzschritte einzugeben. Danach setzt sich das Konstruktionsprotokoll automatisch zurück. Auf dem Bildschirm hat sich jedoch noch nichts geändert. Der aktuelle Stand ist nach Anklicken der Funktion Probelauf zu sehen. Sobald Sie einen Fehler in Ihrer Konstruktion entdeckt haben, setzen Sie das Konstruktionsprotokoll bis zum Fehler zurück und führen die Konstruktion ohne diesen Fehler erneut durch. Versuchen Sie bitte nicht, den Fehler nachträglich „auszubessern“, da nachfolgende Konstruktionsschritte möglicherweise negativ beeinflusst werden. Das rechtzeitige Korrigieren vermeidet Fehler bei der automatischen Konstruktion (Gradieren). Analog zum Stricken gilt auch hier: Zurücksetzen, auch wenn es weh tut! Falls Sie zu viele Schritte zurückgesetzt haben, können Sie mit der Funktion wiederherstellen den Stand vor dem Löschen wieder herstellen. Übung Holen Sie die Grundkonstruktion Rock 20, klicken Sie auf rücksetzen und dann auf Probelauf. Der Bildschirm ist leer, da das Holen einer Grundkonstruktion bereits ein Protokollschritt ist. Sie können jetzt eine andere Grundkonstruktion holen. Zum Anschauen verschiedener Grundkonstruktionen ist dieser Weg der kürzeste. Holen Sie zwei weitere Grundkonstruktionen, wobei Sie zuvor das Protokoll jeweils um einen Schritt zurücksetzen. Das Aufrufen von Probelauf ist in diesen Fällen nicht unbedingt erforderlich, da vor dem Aufruf einer Protokollfunktion automatisch ein Probelauf durchgeführt wird. Alle Funktionen des Basismenüs ab der Funktion holen sind Protokollfunktionen. Sie werden rechnerintern protokolliert. 4.3 Geometrische Grundlagen Das Koordinatensystem Das Koordinatensystem dient zur Beschreibung der Lage von Punkten auf der Ebene. Die Ebene ist in der Bekleidungskonstruktion vergleichbar mit einem Zeichenblatt, auf dem der Schnitt entsteht. Alle Punkte der Ebene beziehen sich auf einen vereinbarten Ursprung (einen Ausgangspunkt). Durch diesen Ursprung verlaufen die x- und y-Achse, die im rechten Winkel aufeinander stehen. Falls nicht anderes festgelegt, verläuft die xAchse waagerecht und die yAchse senkrecht (Bild 4-2). Ein Beispiel für eine andere Darstellung im Koordinatensystem sind Diagramme über den zeitlichen Verlauf des DAX. Sie kennen diese Diagramme aus den Börsenberichten. In diesem Fall ist die x-Achse eine Zeitachse und entlang der y-Achse wird der DAX-Wert abgetragen. Ein Punkt in diesem Koordinatensystem ordnet einem bestimmten Zeitpunkt einen bestimmten DAX-Wert zu. X- und Y-Koordinaten eines Punktes Die Lage eines Punktes ist durch dessen Abstand zur x- und y-Achse eindeutig bestimmt. Der Abstand zur y-Achse ist die x-Koordinate des Punktes und der Abstand zur x-Achse die y-Koordinate des Punktes (siehe Bild 4-2). y-Achse Punkt mit (x,y) y-Koordinate Koordinatenursprung x-Koordinate x-Achse Bild 4-2 Das Vorzeichen der x-Koordinate ist negativ, wenn der Punkt links von der y-Achse liegt. Analog ist die y-Koordinate negativ, sobald der Punkt unterhalb der x-Achse liegt. Ein Punkt ist durch die Angabe von (x,y) eindeutig bestimmt (Bild 4-2). 42 Kapitel 4 Umfangslinie erzeugen und bearbeiten ________________________________________________________________________________________________________________ ©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012 y-Achse Mit der Funktion rastern0 (Abschnitt 5.2) können sie bei Bedarf als Punkte sichtbar gemacht werden. Die Stützpunkte eines Kreisbogens haben zueinander gleiche Abstände. Die Stützpunkte von Kurven liegen in Bereichen starker Krümmung dichter (Bild 4-6). 4 3 (0,2) 2 (3,2) (1,1) 1 0 (2,1) (3,1) x-Achse (0,0) 0 1 2 3 4 Bild 4-3 In Bild 4-3 sind neben einigen Punkten deren zugehörige Koordinaten angegeben. Die Lage eines Punktes kann auch relativ zu einem anderen Punkt der Konstruktion angegeben werden. In Bild 4-4 ist der neu gewählte Bezugspunkt der Punkt (5.5,2.5). Die absoluten Koordinaten des Punktes ergeben sich dann aus dessen relativen Koordinaten und den Koordinaten des Bezugspunktes. Punkt: Absolute Koordinaten: Relative Koordinaten: 2 (6.5 ,5) (1 ,2.5) Bild 4-6 Das Rechtsprinzip Für bestimmte Konstruktionsvorgänge muss festgelegt werden, was der Anfang und das Ende einer Linie sind. Die Linie erhält eine Richtung. Zu diesem Zweck wurde das Rechtsprinzip eingeführt. Grafis unterstützt den Anwender durch den sogenannten "RechtsprinzipKursor", der zusätzlich einen "Fahrt“-RichtungsAnzeiger hat (Bild 4-7). * 1 (5.5,2.5) 2 1 2 Bild 4-7 1 (0,0) 1 2 Koordinatensystem der Konstruktion Bild 4-4 Polygonzug Alle Strecken, Kreisbögen und Kurven werden in Grafis als Polygonzüge dargestellt. Ein Polygonzug Bild 4-5 besteht aus einer Folge von Punkten, die durch Geraden verbunden sind (Bild 4-5). Die Stützpunkte des Polygonzuges sind in der Regel nicht sichtbar. Zur Veranschaulichung des Rechtsprinzips stellen Sie sich die anzupickende Linie/Kurve als Mittelstreifen einer Straße vor. Die gewünschte Fahrtrichtung teilen Sie dem System beim Anpicken der Linie mit. Das Rechtsprinzip und seine Anwendung wird in Abschnitt 4.6 ausführlich erläutert. Winkelangaben Winkelangaben werden zur Durchführung von Drehtransformationen, zur Richtungsdefinition von Kurven in bestimmten Punkten oder zur Konstruktion von Strecken benötigt. Dafür gelten folgende Vereinbarungen (Bild 4-8): 1. Die Angabe des Winkels erfolgt -falls kein anderer Bezug vorliegt- immer ausgehend von der positiven x-Achse. Diese Vereinbarung ist wichtig für die Festlegung von Punkten durch Angabe ihres Abstandes zum Ursprung und ihrer Richtung. Kapitel 4 Umfangslinie erzeugen und bearbeiten 43 ________________________________________________________________________________________________________________ ©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012 y Schrittfolge dem Drehwinkel entsprechende Richtung ⇒ Aktivieren der zu löschenden Objektart unter der gewünschten Option (Löschen einzeln oder Löschen im Rechteck) ⇒ Anklicken der Objekte oder Aufziehen des Rechteckes positiver Drehwinkel x negativer Drehwinkel Bild 4-8 2. Ein positiver Drehwinkel erzeugt eine Drehung entgegen der Uhrzeigerrichtung; ein negativer in Uhrzeigerrichtung. 4.4 Löschen von Objekten Das Menü löschen Das Menü löschen wird über Basismenü | löschen aktiviert. Es können einzelne Objekte (Punkte, Linien/ Kurven, Schraffuren und Texte) durch Anklicken gelöscht werden, aber auch mehrere Objekte, die innerhalb eines aufzuziehenden Rechteckes liegen. Menü Löschen Löschen einzeln … Punkte Linien Schraffur Texte Löschen im Rechteck … Punkte Linien alles Texte Löschen im Rechteck … Knipssymbole innere Symbole Nahtlinien rücksetzen Löschen einzeln Zum Löschen einzelner Objekte ist im Menü unter Löschen einzeln die Objektart zu aktivieren und das zu löschende Objekt anzuklicken. Dies ist jeweils das zum Kursor nächstliegende und durch einen feinen Faden und Verfärbung gekennzeichnete Objekt. Löschen im Rechteck Für das gleichzeitige Löschen mehrerer Objekte ist im Menü unter Löschen im Rechteck zunächst die Objektart zu aktivieren. Alle Objekte dieser Art, die sich vollständig innerhalb eines aufzuziehenden Rechteckes befinden, werden gelöscht. Das Rechteck auf eine Ecke ziehen Sie auf, indem Sie kurz mit des zu löschenden Bereiches klicken, die Maus bewegen und dann die gegenüberliegende Ecke mit anklicken. Beim Löschen mehrerer Objekte werden nur die Objekte gelöscht, die sich vollständig im Rechteck befinden! Durch Anklicken von rücksetzen können Sie den letzten Löschschritt zurücksetzen. Beachten Sie, dass das Löschen als ein Konstruktionsschritt protokolliert und bei Aufruf von Probelauf oder gradieren automatisch abgearbeitet wird. Starten Sie beide Funktionen aus dem Basismenü. Ein oder mehrere Löschschritte können auch durch Rücksetzen des Konstruktionsprotokolls rückgängig gemacht werden. Übung zum Löschen Holen Sie die Grundkonstruktion Oberteil 10 und löschen einzeln alle gestrichelten Linien und alle Punkte im Vorderteil. Klicken Sie mit den zu löschenden Punkt bzw. die Linie an. Ein feiner Faden vom Kursor zeigt jeweils auf den nächstliegenden Punkt. Falls ein anderer Punkt gelöscht wurde, zeigte der Fadenkursor nicht auf den zu löschenden Punkt. 44 Kapitel 4 Umfangslinie erzeugen und bearbeiten ________________________________________________________________________________________________________________ ©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012 Falls sogar ein anderes Objekt gelöscht wurde, war eine andere Objektart aktiv. Zur Korrektur klicken Sie auf rücksetzen und wiederholen das Löschen. Löschen Sie alle Linien und Punkte von Rückenteil und Armloch mit Rechteck: alles, siehe Bild 4-9. zurück und löschen alle Linien des Vorderteils und alle Punkte des Rückenteiles. Bild 4-10 Bild 4-9 Klicken Sie kurz auf eine Ecke des Bereiches und bewegen Sie die Maus. Es öffnet sich ein Rechteck, das Sie wie abgebildet aufziehen. Klicken Sie und die Punkte innerhalb des Rechtecks sind gelöscht. Falls andere Punkte gelöscht wurden, haben Sie das Rechteck über einem anderen Bereich geöffnet. Zur Korrektur klicken Sie auf rücksetzen und wiederholen die Schritte. Übungen 1.Übung Holen Sie die Grundkonstruktion Rock 20 und löschen Sie • alle Punkte im Vorderrock • rücksetzen • alle Linien im Hinterrock • rücksetzen • den gesamten Vorderrock • rücksetzen • den gesamten Hinterrock. Setzen Sie im Basismenü das Konstruktionsprotokoll auf 000 zurück. 2.Übung Holen Sie die Grundkonstruktion Oberteil 10 und löschen Sie das gesamte Rückenteil. Zentrieren Sie mit <F6> das Vorderteil auf dem Bildschirm. 3.Übung Im Unterschied zur 2.Übung löschen Sie jetzt das gesamte Vorderteil und zentrieren das Rückenteil anschließend auf dem Bildschirm. 4.Übung Holen Sie das Modell „Hemdbluse“ aus Kapitel 2 Abschnitt 2.5 (Bild 4-10) und löschen einzelne Linien und Punkte. Setzen Sie anschließend das Protokoll 4.5 Parallelen 4.5.1 Interaktive Tools und nicht-interaktive Funktionen Bis Grafis Version 9 gab es nur nicht-interaktive Menüfunktionen, im folgenden ‚Funktionen’ genannt. Mit Grafis Version 10 sind neue interaktive Tools („Tool“: englisch „Werkzeug“) für die Konstruktion von Parallelen, Raster, Koppeln und Kurven dazugekommen. Die neuen Tools können die bisherigen Funktionen noch nicht komplett ersetzen. Daher sind ab Version 10 beide Arbeitsweisen verfügbar. Die wesentlichen Unterschiede sind: • Zeitpunkt der Eingabe von Parametern Für die Funktionen werden zuerst die benötigten Parameter wie z.B. der Abstand einer Parallele oder die Anzahl Rasterpunkte angegeben, erst danach können die zugehörigen Objekte angeklickt werden. Im Unterschied dazu werden mit den interaktiven Tools zuerst die Objekte angeklickt und anschließend interaktiv die Parameter eingestellt. • Geschwindigkeit der Abarbeitung Die Funktionen laufen beim Gradieren schneller ab als die interaktiven Tools. Diese Unterschiede sind deutlich spürbar beim Gradieren von Kurven auf Prozessoren mit weniger als 1GHz Taktfrequenz. Auf schnelleren Computern fallen diese Unterschiede kaum noch auf. • Nachträgliche Änderungen Beim Aufruf von Funktionen können X-Werte (siehe Kapitel 11) als Parameter eingesetzt werden. Nur bei Verwendung von X-Werten sind die aufgerufenen Funktionen nachträglich änderbar. Tools können durch Doppelklick auf die betreffenden Objekte oder über die <F12>Liste nachträglich interaktiv verändert werden. Kapitel 4 Umfangslinie erzeugen und bearbeiten 45 ________________________________________________________________________________________________________________ ©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012 • Auflistung in der <F12>-Liste der Konstruktionen Alle Tools erscheinen in der <F12>-Liste der Konstruktionen geordnet nach Teilenummer und Protokollschritt des Aufrufes. Die Funktionen erscheinen nicht in dieser Liste. Empfehlung: Sofern Sie sicher sind, dass bei dem jeweiligen Konstruktionsschritt eine Funktion zum gewünschten Ergebnis führt, dann sollten Sie diese Funktion einsetzen. Damit vermeiden Sie zu viele unnötige Einträge in der <F12>-Liste und verkürzen die Laufzeit beim Gradieren. Alle Buttons zum direkten Aufruf von Tools sind mit einem kleinen grünen Punkt gekennzeichnet. Weitere Tools können gegebenenfalls über den Button ‚Tools’ im rechten Menü ganz unten aufgerufen werden. 4.5.2 Das Menü Parallele Anwendung von Parallelen Parallelen sind von Bedeutung zur Konstruktion von • Übertritt und Untertritt Menü Parallele • Ärmelaufschlägen an Jacken, Hosen und Mänteln • Naht- und Saumzugaben und anderem. Die Konstruktion von Parallelen erfolgt im Menü Parallele, das aus dem Basismenü geöffnet wird. Dieses Menü enthält die Funktion Parallele sowie das Tool Parallele 10. In der Regel wird die Funktion Parallele eingesetzt, ggf. unter Verwendung von X-Werten. Das Tool Parallele 10 ist sinnvoll, wenn sich der Anfangs- und Endabstand im Verlauf der Linie ändern soll, z.B. für die Zugabe zur Gesäßnaht. 4.5.3 Die Funktion Parallele Schrittfolge ⇒ Auswahl eines Abstandswertes oder Eingabe eines speziellen/eigenen Abstandswertes im Menü ⇒ Einstellen von +/-Ring/Kette ⇒ Einstellen von +/-kopieren ⇒ Anklicken der Linie/Kurve, zu der die Parallele gebildet werden soll. Abstandswert vorgeben Sofern der gewünschte Abstandswert (in Millimeter) im Menü enthalten ist, wird er dort angeklickt. Anderenfalls ist ein eigener Wert durch Eingabe des gewünschten Wertes auf dem Button Abstandswert und <ENTER> einzutragen. Auch hier ist der Punkt das Dezimalzeichen. Ein bereits eingegebener eigener Abstandswert wird durch Anklicken des Buttons Abstandswert aktiviert. Feste Abstandswerte für die Funktion Parallele Bedeutung von +/-Ring/Kette und +/-kopieren Ist +Ring/Kette gesetzt, wird die Parallele nicht nur für die angeklickte Linie/Kurve, sondern für alle mit ihr verbundenen Linien und Kurven konstruiert. Anklicken von Ring/Kette aktiviert bzw. deaktiviert diese Option. Der Schalter +/-kopieren bestimmt, ob die Ausgangslinie erhalten (+kopieren) oder nicht erhalten (-kopieren) bleibt. Das Umschalten erfolgt durch auf diesen Button. Abstandswert Richtung der Parallelenbildung Auf welcher Seite einer Linie/Kurve die Parallele gebildet wird, entscheiden Sie mit dem Anklicken. Die Parallele wird immer in die Richtung gebildet, aus der Sie die Linie/Kurve anklicken. Klicken Sie aus diesem Grund neben und nicht auf die Linie! Achtung! Sofern identische Objekte 2-, 4-, 6-,...-fach übereinander liegen, sind sie auf dem Bildschirm nicht zu sehen, da sie ihr Bild gegenseitig löschen. Liegen sie 1-, 3-, 5-...-fach vor, sind sie zu sehen. Beim ersten Üben der Funktion Parallele ist dies ein häufiger Fehler. Nach <F4> werden auch sich gegenseitig löschende Objekte immer dargestellt. Sofern Sie eine neue Parallele nicht sofort erkennen, betätigen Sie deshalb zunächst <F4> und sorgen +/- kopieren +/- Ring/Kette +/- Symbol versetzen rücksetzen Tool Parallele 10 46 Kapitel 4 Umfangslinie erzeugen und bearbeiten ________________________________________________________________________________________________________________ ©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012 danach durch Rücksetzen oder Löschen dafür, dass niemals Punkte oder Linien übereinander liegen. 4.5.4 Das Tool Parallele 10 Übung zur Parallelenbildung einzelner Linien Holen Sie die Grundkonstruktion Oberteil 20 und konstruieren Sie die abgebildeten Nahtzugaben (Bild 4-11): • Halsloch und Armloch: 10mm • Schulternaht und Seitennaht: 15mm • Saumnaht 30mm • Übertritt Vordere Mitte 40mm Schrittfolge ⇒ Aufruf von Parallele 10 ⇒ Anklicken der Linie/Kurve, zu der die Parallele gebildet werden soll. ⇒ Doppelklick auf die neue Parallele und interaktives Einstellen des Anfangs- und Endabstandes. 10 15 Übung zur Parallelenbildung mit Parallele 10 Holen Sie die Grundkonstruktion Hose 10 und konstruieren Sie die abgebildeten Nahtzugaben (Bild 413) mit der Funktion Parallele: 10 10 25 10 10 20 40 10 20 15 30 Bild 4-11 Übung zur Parallelenbildung mit Ring/Kette Holen Sie die Grundkonstruktion Rock 20 und konstruieren Sie eine Parallele von 10mm zur gesamten Umfangslinie des Hinterrocks (Bild 4-12). Stellen Sie dazu auf +Ring/Kette. Konstruieren Sie im Vorderrock einzelne Parallelen von 10mm bzw. 30mm im Saum. Deaktivieren Sie zuvor Ring/Kette. 40 Bild 4-13 • Taille, Seitennaht, Schrittnaht: 10mm • Gesäßnaht unten: 10mm Die Gesäßnaht oben konstruieren Sie mit dem Tool Parallele 10 und stellen sie interaktiv ein, siehe Bild 4-14. Bild 4-14 Bild 4-12 Kapitel 4 Umfangslinie erzeugen und bearbeiten 47 ________________________________________________________________________________________________________________ ©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012 Übungen 1.Übung Holen Sie das Modell „Gerader Rock“ aus Kapitel 2 Abschnitt 2.4 und bilden Sie Parallelen im Abstand von 40mm ab Vorderer Mitte im Vorderrock und weitere Parallelen im Abstand von 40mm ab Saum im Hinterrock (Bild 4-15). 4.6 Eckenbehandlung Das Menü Eckenbehandlung Die Konstruktion von Ecken erfolgt im Menü Eckenbehandlung, das aus dem Basismenü geöffnet wird. Dieses Menü enthält die Funktionen Ecke, Gerade, Kurve und Kreisbogen sowie diverse interaktive Ecken-Tools, die über den Button Tools aufrufbar sind. Menü Eckenbehandlung Ecke rücksetzen Tool Ecke 40 mit Kurve Tool Ecke 40 mit Kreis Tool Ecke 40 mit Gerade Bild 4-15 Tool Spiegel-Ecke 10 Tool Brief-Ecke 20 Tool Schlitz-Ecke 30 Tool Koordinierte Ecke 50 Tool Winkel-Ecke 60 Tool Koo. Winkel-Ecke 70 2.Übung Holen Sie das Modell „Gerader Rock“ aus Kapitel 2 Abschnitt 2.4 und bilden Sie Parallelen im Abstand von 40mm ab Vorderer und Hinterer Mitte und weitere Parallelen von 70mm jeweils ab Saum (Bild 4-16). Tool Saum-Ecke 80 Ausgangsmöglichkeiten für die Funktion Ecke sowie das interaktive Tool Ecke 40 Bild 4-17 Bild 4-16 Eine Ecke wird in der Regel aus zwei verschiedenen Linien/Kurven gebildet, die sich nicht schneiden müssen, sich aber mehrfach schneiden können (siehe Bild 4-17). Vor jeder Eckenkonstruktion werden die beteiligten Objekte (intern) an Anfang und Ende um jeweils 500 mm verlängert. So sind auch Ecken konstruierbar, die außerhalb der Objekte liegen. Findet Grafis bei Kurven mehrere Eckpunkte, werden diese markiert und der gewünschte Eckpunkt ist anzuklicken. 1 48 Kapitel 4 Umfangslinie erzeugen und bearbeiten ________________________________________________________________________________________________________________ ©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012 Das Rechtsprinzip Für die Eckenkonstruktion ist beim Anpicken der Objekte das Rechtsprinzip zu beachten (Bild 4-18). Dem System wird mit diesem Prinzip beim Anpicken von Linien/Kurven nicht nur das Objekt sondern auch eine Richtung mitgeteilt, in der das Objekt für die angewiesene Konstruktion zu verwenden ist. Für die Eckenkonstruktion ist das erste Objekt so anzuklicken, dass auf die gewünschte Ecke zugefahren und beim zweiten Anklicken von der Ecke weggefahren wird, siehe Bild 4-19. Die Funktion Ecke Schrittfolge ⇒ Aktivieren von Ecke ⇒ Anklicken zweier Linien unter Berücksichtigung des Rechtsprinzips Die Funktion Ecke bildet eine Ecke direkt aus dem Schnittpunkt beider Objekte. Holen Sie das Modell „Gerader Rock“ aus Kapitel 2 Abschnitt 2.4 und bilden Sie jeweils 5 Parallelen von 40mm zur Vorderen Mitte, Hinteren Mitte und zum Saum. Erzeugen Sie anschließend mit der Funktion Ecke das abgebildete Muster (Bild 4-20). Bild 4-18 Das Rechtsprinzip ist sehr leistungsfähig. Grafis unterstützt den Anwender durch den sogenannten "Rechtsprinzip-Kursor", der zusätzlich einen "Fahrtrichtungs-Anzeiger" hat (Bild 4-18 und 4-19). Bild 4-20 Die interaktive Tool Ecke 40 mit den Optionen Kurve, Kreis, Gerade und Ecke Zur Veranschaulichung des Rechtsprinzips stellen Sie sich die anzupickende Linie/Kurve als Mittelstreifen einer Autobahn vor. Die Eckenkonstruktion entspricht in diesem Bild dem Befahren eines Autobahnkreuzes. Sie fahren entlang der ersten Linie auf das Kreuz zu und biegen dann auf die zweite Autobahn ab. Die gewünschten Fahrtrichtungen teilen Sie dem System beim Anpicken der Linien unter Beachtung des Rechtsprinzips mit. Die Autobahnstücke, die Sie in Gedanken fahren, bleiben erhalten, die übrigen werden gelöscht. Bild 4-19 Bild 4-21 Kapitel 4 Umfangslinie erzeugen und bearbeiten 49 ________________________________________________________________________________________________________________ ©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012 Schrittfolge ⇒ Aufruf von Ecke 40 mit Kurve ⇒ Anklicken zweier Linien unter Berücksichtigung des Rechtsprinzips ⇒ Doppelklick auf die neue Ecke ⇒ Einstellen der Optionen der Ecke ⇒ interaktives Gestalten der Ecke. Holen Sie die Grundkonstruktion Oberteil 10 und bilden Sie mit dem Tool Ecke 40 an der Seitennaht/ Saum eine Ecke (Bild 4-21). Stellen Sie nacheinander die Ecke interaktiv um auf Ecke mit Kurve, mit Gerade, mit Kreisbogen und gradieren Sie. Die interaktive Spiegel-Ecke 10 Im Unterschied zur Funktion Ecke und zum Tool Ecke 40 werden für diese Ecke vier Linien benötigt: die beiden Nahtlinien und die beiden Nahtzugaben. Die interaktive Brief-Ecke 20 Die Schrittfolge und die Pick-Reihenfolge Zugabe – Naht – Naht – Zugabe sind identisch mit der Spiegel-Ecke 10. Bild 4-23 Holen Sie die Grundkonstruktion Oberteil 10 und konstruieren Sie eine Saum- und eine Nahtzugabe von 40mm. Bilden Sie mit dem Tool Ecke 20 an der Seitennaht/ Saum eine Brief-Ecke (Bild 4-23). Die interaktive Schlitz-Ecke 30 Die Schrittfolge und die Pick-Reihenfolge Zugabe – Naht – Naht – Zugabe sind identisch mit der Spiegel-Ecke 10. Bild 4-22 Schrittfolge ⇒ Aufruf von Ecke 10 ⇒ Anklicken von vier Linien unter Berücksichtigung des Rechtsprinzips in der Pick-Reihenfolge gemäß Bild 4-22: Zugabe – Naht – Naht – Zugabe. ⇒ Doppelklick auf die neue Ecke ⇒ Einstellen der Optionen der Ecke ⇒ interaktives Gestalten der Ecke. Holen Sie die Grundkonstruktion Oberteil 10 und konstruieren Sie eine Saumzugabe von 40mm und eine Nahtzugabe von 10mm. Bilden Sie mit dem Tool Ecke 10 an der Seitennaht/ Saum eine SpiegelEcke (Bild 4-22). Bild 4-24 Holen Sie die Grundkonstruktion Oberteil 10 und konstruieren Sie eine Saumzugabe von 40mm und an der Hinteren Mitte eine Nahtzugabe von 10mm. Bilden Sie mit dem Tool Ecke 30 an der Hinteren Mitte/ Saum eine Schlitz-Ecke (Bild 4-24). Die interaktive koordinierte Ecke 50 Mit Ecke 50 werden zwei Eckenbildungen im gleichen Teil aufeinander abgestimmt. Die Schrittfolge ist identisch mit Ecke 40. Die Pick-Reihenfolge ist abhängig von der Lage der Ecken zueinander. Ausführliche Informationen finden Sie auf der Karteikarte Anbinden in der Holen-Funktion unter GrafisEcken. Von den insgesamt 3 Anpickvarianten stellen wir hier nur die häufigste Anpickvariante dar, siehe Bilder 4-25 und 4-26. 50 Kapitel 4 Umfangslinie erzeugen und bearbeiten ________________________________________________________________________________________________________________ ©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012 Verwenden Sie diese Ecke für nicht zu koordinierende Ecken an beispielsweise symmetrischen Teilen, am Halsloch, an der Schulternaht oder an der Rückenmittelnaht. Holen Sie die Grundkonstruktion Oberteil 10 und konstruieren Sie Nahtzugaben von 10mm. Bilden Sie mit dem Tool Ecke 60 an der Seitennaht/ Armloch eine Winkel-Ecke (Bild 4-27). Bild 4-25 Die zuerst angeklickte Ecke hat höhere Priorität vor der zweiten angeklickten Ecke. Änderungen an der zuerst angeklickten Ecke gelten für beide Ecken. Änderungen an der zweiten Ecke gelten nur für die zweite Ecke. Stellen Sie daher zuerst die erste Ecke ein und anschließend die gewünschten Asymmetrien an der zweiten Ecke. Die koordinierte Winkel-Ecke 70 Sofern zwei Winkel-Ecken vernäht werden sollen, müssen sie aufeinander abgestimmt werden. Die Koordination sollte über ein gemeinsames Mutterteil erfolgen, damit keine zusätzlichen unnötigen Abhängigkeiten entstehen. Machen Sie daher zusätzlich 4. 3. 6. 2. 5. 1. Bild 4-26 Die interaktive Winkel-Ecke 60 Die Schrittfolge ist identisch mit der Spiegel-Ecke 10. Die Pick-Reihenfolge Zugabe – Naht – Naht – Zugabe ähnelt Ecke 10. Als erstes muss zwingend die Zugabenlinie angeklickt werden, deren Naht zuerst genäht wird. Die beiden Pick-Varianten sind in Bild 4-27 dargestellt. 6. 4 5. 3 2. 1. Bild 4-27 Bild 4-28 Kapitel 4 Umfangslinie erzeugen und bearbeiten 51 ________________________________________________________________________________________________________________ ©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012 zum aktiven Teil auch das Mutterteil sichtbar. Die Pick-Reihenfolge ist: Zugabe (zur zuerst genähten Naht) – Naht – Naht – Zugabe und weiter im Mutterteil analog zuerst genähte Naht – Naht der zugehörigen Ecke. In Ecke 70 kann die Länge der Winkel-Ecke interaktiv gekürzt werden. Dieser Wert wird nicht automatisch bei beiden Ecken aktualisiert, sondern muss vom Anwender bei beiden Ecken separat eingestellt werden. Holen Sie das Modell aus Kapitel 3 Abschnitt 3.1 und konstruieren Sie im Rückenteil-Seite die Nahtzugaben mit 10mm und die Saumzugaben mit 40mm. Schließen Sie die Ecken am Saum mit Ecke 10. Die Ecke am Armloch soll zum Rückenteil-Mitte koordiniert werden. Schalten Sie dazu in der Teilearbeit das Rückenteil 40 sichtbar. Konstruieren Sie die Ecke mit der koordinierten Winkel-Ecke 70 (Bild 428). 4.7 Übungen 1.Übung Holen Sie das Modell „Gerader Rock“ aus Kapitel 2 Abschnitt 2.4, löschen Sie den Vorderrock und konstruieren Sie folgende Parallelen: • Schlitzhöhe Hintere Mitte: 200mm • Schlitzhöhe Seitennaht: 300mm • Zugabe Taille, Seitennaht und Hintere Mitte: 10mm • Schlitzbreiten: 30mm • Saumverlängerung: 30mm Schließen Sie die Ecken mit der Funktion Ecke und gradieren Sie in verschiedenen Größen. Die interaktive Saum-Ecke 80 Die Pick-Reihenfolge lautet Zugabe – Saum – Saumzugabe – Zugabe, siehe Bild 4-29. Wichtig ist, dass die Saumlinien ein durchgehender Kurvenzug sind. Alternativ kann statt der Zugabe auch direkt die seitliche Naht angeklickt werden. In diesem Fall sind die Knipse nicht sichtbar. 2.Übung Holen Sie das Modell „Gerader Rock“ aus Kapitel 2 Abschnitt 2.4, löschen den Vorderrock und konstruieren folgende Parallelen: • Zugabe Taille, Seitennaht und Hintere Mitte mit je 10mm • Saumverlängerung mit 30mm Konstruieren Sie mit dem Tool Ecke 30 die Schlitze analog der 1.Übung und stellen die Schlitzform interaktiv ein. Bild 4-29 Der Saumeinschlag innen kann mit der zweiten Option sichtbar gemacht werden. Er wird als Parallele zum Saum gebildet. 52 Kapitel 4 Umfangslinie erzeugen und bearbeiten ________________________________________________________________________________________________________________ ©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012 3.Übung Holen Sie das Modell „Gerader Rock“ aus Kapitel 2 Abschnitt 2.4, fügen Sie die Linien des Vorderrocks in ein neues Teil der Teilearbeit ein und konstruieren Sie: • Nahtzugaben von 10mm • Parallelen zum Saum und zur Vorderen Mitte (VM) mit Parallele 10 • Rundung an der VM mit Ecke 40 beginnend am Saum bei 100mm und an der VM bei 200mm • 30mm Übertritt an der VM mit Parallele10 6.Übung Holen Sie das Modell „Hemdbluse“ aus Kapitel 2 Abschnitt 2.5, fügen Sie die Linien des Vorder- und Rückenteils in ein neues Teil der Teilearbeit ein. Konstruieren Sie eine Saumabrundung in der Seitennaht unter Verwendung der Ecke 50 (koordinierte Ecke). Stellen Sie die Ecken interaktiv ein. Wechseln Sie anschließend die Optionen auf Ecke mit Gerade und Ecke mit Kreisbogen. 4.Übung Holen Sie die Konstruktion Oberteil 50, und konstruieren Sie eine Abschrägung an der Vorderen Mitte / Saum. Nutzen Sie dabei Ecke 40. Die Abschrägung soll auf der Vorderen Mitte 120mm ab Saum beginnen und auf dem Saum 60mm ab Vorderer Mitte enden. 5.Übung Holen Sie Oberteil 50 und fügen Sie die Objekte des Rückenteils in ein neues Teil der Teilearbeit. Konstruieren Sie eine Saumzugabe von 40mm und eine Nahtzugabe von 10mm. Konstruieren Sie in der Hinteren Mitte einen Schlitz mit der Schlitz-Ecke 30. Stellen Sie den Schlitz interaktiv ein. Die Saumecke an der Seitennaht schließen Sie mit der Spiegel-Ecke 10. 7.Übung Holen Sie das Modell aus Kapitel 3 Abschnitt 3.1 und konstruieren Sie mit der Funktion Parallele an das Rückenteil Mitte eine Nahtzugabe von 10mm und eine Saumzugabe von 40mm. Schließen Sie die Ecken am Saum mit Ecke 80. Alle anderen Ecken schließen Sie mit der Winkel-Ecke 50. Kapitel 5 Einfache Linienfunktionen ________________________________________________________________________________________________________________ ©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012 Inhalt 5.1 Koppeln von Linien........................................... 54 5.2 Rastern ............................................................. 58 5.3 Linien verlängern und verkürzen...................... 61 5.4 Abschneiden, „Dranschneiden“ und Trennen von Linien ......................................................... 62 5.5 Das Tool Vordere Kante 30 ............................... 65 5.6 Übungen........................................................... 66 ______________________ Die Funktionen zum Verändern von Linien sind Gegenstand dieses Kapitels. Dazu gehören: • das Koppeln von Linien, • das Rastern zum Verteilen von Punkten für Knopflöcher, Knipse und andere Markierungen entlang einer Linie, • Längenänderungen und • das Trennen von Linien. Zum Abschluss wird das interaktive Tool Vordere Kante 30 behandelt. Diese sehr wichtigen Konstruktionsfunktionen müssen später beherrscht werden. Üben Sie daher intensiv. 54 Kapitel 5 Einfache Linienfunktionen ________________________________________________________________________________________________________________ ©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012 5.1 Koppeln von Linien Das Menü Koppeln Das Menü koppeln wird aus dem Basismenü geöffnet. Mit ihm können Linien aneinander gekoppelt oder durch eine Kurve verbunden werden. Menü Koppeln koppeln… einzeln mit Kette rücksetzen Das Ende der bereits gekoppelten Linien (=Basislinie) wird mit dem Anfang der nächsten angeklickten Linie verbunden. Für die Richtungsbestimmung gilt das Rechtsprinzip. In Bild 5-1 ist das Koppeln von zwei Linien mit einzeln oder Kette dargestellt. Anfang und Ende der Linien sind durch das Rechtsprinzip festgelegt. Lesen Sie dazu die Erläuterungen in Abschnitt 4.6. E ablegen koppeln mit Kurve 2. rücksetzen E 1. A Tool Koppeln 10 Bild 5-1 A Linien koppeln (miteinander verbinden) Schrittfolge ⇒ Aktivieren der Option einzeln oder Kette ⇒ Anklicken der zu koppelnden Linien unter Beachtung des Rechtsprinzips ⇒ Korrektur (auch mehrfach) durch Anklicken von koppeln rücksetzen ⇒ Beenden des Koppelns mit ablegen Die oberen vier Buttons dienen zum Koppeln von Linien, wobei Lücken zwischen den Linien mit einer Gerade überbrückt werden. Koppeln von Linien ist erforderlich, wenn zwei oder mehr Linien in den folgenden Konstruktionsschritten als eine Einheit behandelt werden sollen. Zunächst ist zwischen den Koppelvarianten einzeln oder Kette zu entscheiden. Mit Kette werden alle tangentiell (ohne Knick) folgenden Linien in einem Schritt automatisch gekoppelt. Für den Anfang wird jedoch die einfachere Variante einzeln empfohlen. Rücksetzen setzt die einzelnen Koppelschritte schrittweise zurück. Das Koppeln ist erst mit ablegen beendet und wird im Protokoll als ein Konstruktionsschritt vermerkt. A E 2. 1. Ergebnis: eine Linie E A Bild 5-2 Bild 5-2 stellt das Koppeln zweier nicht aneinanderliegender Linien mit einer Geraden dar. Auch hier ist das Rechtsprinzip zu beachten. Koppeln mit Kurve Schrittfolge ⇒ Aktivieren von Koppeln mit Kurve ⇒ Anklicken der zu koppelnden zwei Linien oder Anklicken einer auszuformenden Linie an zwei Linienstellen (Rechtsprinzip!) Mit der Funktion Koppeln mit Kurve können zwei Linien durch eine Kurve verbunden werden. Diese Funktion wird beispielsweise für das Koppeln getrennter Saumlinien, Seitennähte oder das Herausnehmen von Abnähern genutzt. Kapitel 5 Einfache Linienfunktionen 55 ________________________________________________________________________________________________________________ ©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012 Weitere Funktionen Mit rücksetzen wird der letzte Konstruktionsschritt rückgängig gemacht. Der letzte Konstruktionsschritt kann sein • das Koppeln zweier Linien mit Koppeln mit Kurve oder • die Konstruktion einer Linie aus mehreren Linien mit den Funktionen einzeln und Kette. 1. 2. 1. 2. Bild 5-3 Nach dem Aktivieren von Koppeln mit Kurve sind die zwei zu koppelnden Linien unter Beachtung des Rechtsprinzips anzuklicken. Die neue Verbindungskurve beginnt bzw. endet jeweils an den Pickpunkten, wodurch die Form der Kurve bestimmt wird (siehe Bild 5-3). Sofern die Verbindungskurve nicht Ihren Vorstellungen entspricht, setzen Sie zurück und koppeln Sie erneut. Das Aussehen der Kurve wird durch die Wahl von Anfangs- und Endpunkt beeinflusst. Die Kurvenform entspricht der eines dünnen biegsamen Stahlbandes, das in den Pickpunkten fixiert und ausgerichtet wird. Das Erzeugen einer bestimmten Kurvenform mit dieser Funktion erfordert Übung und Erfahrung. Flexibler einstellbar sind Übergänge, die mit dem Tool Koppeln 10 erstellt werden. Das interaktive Koppeln-Tool Koppeln 10 Schrittfolge ⇒ Aufruf von Koppeln 10 ⇒ Anklicken der zu koppelnden zwei Linien oder Anklicken einer auszuformenden Linie an zwei Linienstellen unter Berücksichtigung des Rechtsprinzips (Bild 5-4) ⇒ Doppelklick auf die neue durchgehende Linie ⇒ Einstellen der Optionen ⇒ interaktives Gestalten der Kurve. Das interaktive Koppeln-Tool sollte alternativ zu Koppeln mit Kurve verwendet werden, wenn der Anfang und/oder das Ende des Verbindungsstückes entlang der ursprünglichen Linien interaktiv verschoben werden sollen. Mit dem Koppeln-Tool lässt sich auch die Form des Verbindungsstückes interaktiv gestalten. Bild 5-5 Die Optionen bestimmen, ob • Anfang/Ende des Verbindungsstückes entlang der ursprünglichen Linien verschoben oder ob die eine/beiden ursprünglichen Linien komplett ersetzt werden sollen (Bild 5-5) und • die Basisrichtungen am Anfang/Ende des Verbindungsstückes identisch mit den Richtungen der ursprünglichen Linien sind oder frei. Die Form des Verbindungsstückes und die zusätzlichen Richtungen an dessen Anfang/Ende sind interaktiv einstellbar, siehe Erläuterungen im folgenden Abschnitt. Bild 5-4 56 Kapitel 5 Einfache Linienfunktionen ________________________________________________________________________________________________________________ ©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012 Ein Video zu Koppeln 10 finden Sie in der Hilfe zum Tool. Zum Aufruf der Hilfe markieren Sie unter Holen | GrafisHilfsprogramme das Tool Koppeln 10 und betätigen den Button Hilfe zur Grundkonstruktion. In der interaktiven Oberfläche von Koppeln 10 öffnet auch Anklicken des Fragezeichen-Buttons diese Hilfe. Einstellen einer interaktiven Kurve am Beispiel des Tools Koppeln 10 In allen interaktiven Konstruktionen gelten identische Prinzipien für das Einstellen von Kurven. Diese Prinzipien werden jetzt am Beispiel des Tools Koppeln 10 erläutert, siehe auch Bild 5-6. 2 1 1 4 1 – Basispunkte 2 – Richtungsanfasser 3 Formpunkte und bewirkt auch Richtungsänderungen, sofern die Richtung abhängig von der Position des Basispunktes ist. Wichtig: Beginnen Sie beim Einstellen einer Kurve immer mit den Objekten höchster Priorität. 1. 2. 3. 4. 2 4 5. 3 – Formpunkt 1.Ordnung 4 – Formpunkte 2. Ordnung Bild 5-6 Am Anfang und Ende der Kurve befinden sich Basispunkte ‚1’, die mit Punkt und rotem Kreis gekennzeichnet sind. Sofern der Kursor an diesen Punkten 6. die Form annimmt, kann der Basispunkt entlang der dazu gehörenden Linie verschoben werden. Gestrichelte Verlängerungen am Anfang/Ende der Kurve sind Richtungsanfasser ‚2’ mit kleinen Punkten. Sofern der Kursor an diesen Punkten die Form annimmt, kann die Richtung geschleppt werden. Zwischen zwei benachbarten Basispunkten gibt es ein oder drei Formpunkte: • einen Formpunkt 1. Ordnung ‚3’, dargestellt als größerer roter Punkt, und • ggf. zwei Formpunkte 2. Ordnung ‚4’, dargestellt als kleine rote Punkte. 7. Die Lage der Formpunkte wird über zwei Werte bestimmt: ein prozentualer Wert für die Lage entlang einer gedachten Verbindung zwischen den Basispunkten und ein zweiter Wert für den Abstand zu der gedachten Verbindung. Der zweite Wert ist in der Regel ein Wert in Millimeter. Die Nulllage von Formpunkten ist in der Regel bei 50% und 0mm. Die genannten Objekte haben folgende Prioritäten: Basispunkte Ð Richtungsanfasser Ð Formpunkt 1. Ordnung Ð Formpunkte 2. Ordnung Priorität bedeutet, dass sich Objekte niedrigerer Priorität bei Veränderungen von Objekten höherer Priorität ändern, umgekehrt jedoch nicht. Die Verschiebung von Basispunkten verändert die Lage der Bild 5-7 Werden diese Prinzipien auf das Tool Koppeln 10 angewandt, ergibt sich folgende empfohlene Schrittfolge für das Einstellen des Verbindungsstückes (Bild 5-7): 1. Ausgangszustand: Es ist möglich zwei Linien zu koppeln oder eine einzelne Linie stückweise neu zu gestalten. 2. Das Tool Koppeln 10 ist geholt. Die beiden kleinen schwarzen Punkte kennzeichnen Beginn und Ende des neuen Koppelstückes. Das sind exakt die Linienstellen, an denen gepickt wurde. 3. Die beiden Basispunkte am Anfang und Ende können entlang der ursprünglichen Linie verschoben werden. 4. und 5. An beiden Basispunkten wird die gewünschte Kurvenrichtung eingestellt. 6. Die Form der Kurve wird mit dem Formpunkt 1.Ordnung grob eingestellt. 7. Die Form der Kurve wird mit den Formpunkten 2.Ordnung noch leicht verändert. Wenn Sie eine interaktive Kurve erneut einstellen wollen, dann setzen Sie zuerst die Formpunkte auf die Nulllage zurück, indem Sie beispielsweise Raster 10 einstellen und die Punkte durch Schleppen auf 50% / 0. versetzen. Danach setzen Sie den Rasterwert zurück auf 0 oder 1 und stellen die Kurve erneut ein. Beginnen Sie dabei mit den Objekten höchster Priorität. Kapitel 5 Einfache Linienfunktionen 57 ________________________________________________________________________________________________________________ ©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012 Übungen 1.Übung Holen Sie die Grundkonstruktion Oberteil 10. Bilden Sie Parallelen zur Armlochlinie und Schulterlinie mit jeweils 10mm Abstand. Koppeln Sie folgende Linien (Bild 5-8): 4. Koppeln einzeln 2. Koppeln Kette Bild 5-9 1. Koppeln einzeln 5. Tool Koppeln 10 3.Übung Holen Sie die Grundkonstruktion Rock 20 und stellen interaktiv die Seitennaht gerade ein. Konstruieren Sie folgende Parallelen: • 30mm zur Hinteren Mitte nach außen für Schlitzbreite • 20mm zur Hinteren Mitte nach außen für verdeckten Reißverschluss • 10mm zur Seitennaht und zur Hinteren Mitte und Taille für Nahtzugaben 3. Koppeln Kette Bild 5-8 • • • • die Seitennaht mit Koppeln einzeln die Armlochlinie mit Koppeln Kette die Saumlinie mit Koppeln Kette die Parallelen zum Armloch und zur Schulter mit Koppeln einzeln • die Vordere Mitte und Saum mit dem Tool Koppeln 10 Klicken Sie immer in Fahrtrichtung rechts von den Linien. Falls Sie einen Fehler gemacht haben, klicken Sie (auch mehrfach) auf rücksetzen und setzen Sie dann fort. 2.Übung Holen Sie die Grundkonstruktion Rock 20 und bilden Parallelen • 30mm vom Saum nach außen • 40mm von der Vorderen Mitte nach außen • 100mm von der Vorderen Mitte nach innen mit dem Tool Parallele 10 • 200mm vom Saum nach innen Koppeln Sie die Vordere Mitte und den Saum mit dem Tool Koppeln 10 und konstruieren weitere Parallelen von jeweils 10mm zur Vorderen Mitte und zum Saum nach außen. Anschließend konstruieren Sie die abgebildeten Ecken mit der Funktion Ecke (Bild 5-9). Bild 5-10 Konstruieren Sie die abgebildeten Ecken und koppeln mit Koppeln 10 anschließend die Hintere Mitte gemäß Bild 5-10. Stellen Sie die Ecken und die gekoppelten Übergänge interaktiv ein. Gradieren Sie in verschiedenen Größen. 58 Kapitel 5 Einfache Linienfunktionen ________________________________________________________________________________________________________________ ©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012 4.Übung Holen Sie die Grundkonstruktion Rock 20 und stellen Sie interaktiv die Seitennaht gerade ein. Konstruieren Sie folgende Parallelen: • 10mm zur Vorderen Mitte, Taille und Seitennaht von Saum bis Hüfte • 30mm zum Saum • 20mm zur Seitennaht von Taille bis Hüfte. Menü Rastern rastern 0 in Linie umwandeln rastern 1 Punktanzahl für rastern 1 rastern 2 Abstandswert für rastern 2 rastern 4 Punktanzahl für rastern 4 Bild 5-11 Koppeln Sie die Seitennaht mit Koppeln 10 und schließen Sie die abgebildeten anderen Ecken mit der Funktion Ecke (Bild 5-11). Stellen Sie den gekoppelten Übergang interaktiv ein. +/-kopieren rücksetzen Tool Rastern 10 5.2 Rastern Das Menü Rastern Das Menü rastern bietet vier verschiedene Funktionen zur Konstruktion von Punktfolgen sowie das interaktive Tool Rastern 10. Die Punktfolgen werden jeweils entlang einer Linie konstruiert. Die Funktion in Linie umwandeln ist die Umkehrfunktion für die Funktionen rastern 0 bis rastern 4. Mit ihr wird eine zusammenhängende Punktfolge wieder in eine Linie umgewandelt. Die Funktionen rastern 0 bis rastern 4 Schrittfolge: ⇒ Einstellen von Parametern der gewünschten rastern-Art ⇒ Aktivieren der gewünschten rastern-Art ⇒ Einstellen von +/-kopieren ⇒ Anklicken der Linie unter Beachtung des Rechtsprinzips rastern 0 Jede Linie ist in Grafis ein Polygonzug (siehe Abschnitt 4.3). Mit rastern 0 werden entlang der Linie deren Stützpunkte angezeigt. Im Fall von Geraden sind das die Anfangs- und Endpunkte. Ein Beispiel für eine Kurve enthält Bild 5-12. rastern 1 Diese Funktion konstruiert eine Anzahl von Punkten mit gleichen Abständen entlang einer Linie. Die Anzahl der Punkte, einschließlich Anfangs- und Endpunkt, sind im Menü unter Punktanzahl vorzugeben (Bild 5-12). Nach Aktivieren von rastern 1 und Einstellen von +/kopieren ist die gewünschte Linie anzuklicken. Kapitel 5 Einfache Linienfunktionen 59 ________________________________________________________________________________________________________________ ©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012 Das interaktive Tool Rastern 10 Schrittfolge ⇒ Aufruf von Rastern 10 ⇒ Anklicken einer Linien unter Berücksichtigung des Rechtsprinzips ⇒ Doppelklick auf die neue Punktfolge ⇒ Einstellen der Optionen (Bild 5-13) ⇒ interaktives Gestalten der Punktfolge. rastern 0 rastern 1 N=5 rastern 2 Ab=5. rastern 4 N =5 erster und zweiter konstruierter Punkt Bild 5-12 rastern 2 Mit rastern 2 werden Punkte mit vorgegebenem Abstand entlang der Linie konstruiert. Den Abstandswert korrigiert Grafis so, dass die Punkte von Anfang bis Ende gleiche Abstände haben (Bild 5-12). Der vorgegebene Abstandswert ist somit ein ca.Wert. Der gewünschte Abstandswert wird im Menü unter Abstandswert eingegeben. Nach Aktivieren von rastern 2 und Einstellen von +/-kopieren ist die Linie anzuklicken. rastern 4 Rastern 4 verteilt eine Anzahl von Punkten gleichmäßig zwischen zwei konstruierten Punkten (Bild 512). Zuerst ist die Anzahl im Menü unter Punktanzahl einzugeben und dann die Linie anzuklicken, entlang der gerastert werden soll. Zur Konstruktion von Anfangs- und Endpunkt des Rasterbereiches öffnet sich jeweils das Untermenü Punktkonstruktion, das in Abschnitt 3.4 kurz behandelt wurde. Eine ausführliche Erläuterung der Punktkonstruktion folgt in Kapitel 6. Linie Die Funktion Linie ist die Umkehrfunktion der rastern - Funktionen. Aktivieren von Linie und Anklicken einer Punktfolge erzeugt aus der Punktfolge eine Linie. Auch hier wirkt der Schalter +/-kopieren. +/-kopieren, rücksetzen Mit dem Schalter +/-kopieren wird eingestellt, ob das Ausgangsobjekt erhalten bleibt oder nicht. Beim Umwandeln einer Linie in eine Punktfolge mit +kopieren ist danach sowohl die Linie als auch die Punktfolge vorhanden, -kopieren ist danach nur die Punktfolge vorhanden. Mit rücksetzen wird der letzte Konstruktionsschritt rückgängig gemacht. Bild 5-13 Mit dem Tool Rastern 10 werden Punktfolgen konstruiert, deren Position und Anzahl auch nachträglich noch interaktiv veränderbar sind. 1 3 1 2 3 4 5 2 Abstand von 4 der Basislinie Punktanzahl Beginn der Punktfolge ab Anfang der Linie je nach Option: Punktabstand oder Abstand des letzten Punktes zum Ende der Basislinie Schräglage zur Basislinie 5 Bild 5-14 60 Kapitel 5 Einfache Linienfunktionen ________________________________________________________________________________________________________________ ©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012 Die einzige Option dieses Tools (Bild 5-13) bestimmt, ob sich aus der Position des letzten Punktes der Punktabstand ergibt oder umgekehrt. Ein Video zu Rastern 10 finden Sie in der Hilfe zum Tool. Zum Aufruf der Hilfe markieren Sie in Holen | Grafis-Hilfsprogramme das Tool Rastern 10 und betätigen den Button Hilfe zur Grundkonstruktion. In der interaktiven Oberfläche von Rastern 10 öffnet auch Anklicken des Fragezeichen-Buttons diese Hilfe. 2.Übung Holen Sie die Grundkonstruktion Rock 20 oder die zweite Übung aus Abschnitt 5.1 und konstruieren Sie mit dem Tool Rastern 10 eine Knopflochleiste auf der Vorderen Mitte. Der erste Knopf soll 20mm von der Taille entfernt beginnen. Insgesamt sollen 6 Knöpfe im Abstand von 60mm gesetzt werden, siehe Bild 5-16. Übungen 1.Übung Holen Sie die Grundkonstruktion Oberteil 10 und konstruieren im Vorderteil (Bild 5-15): rastern 0 rastern 1 N=5 Tool Rastern 10 Abstand oben = 20mm Punktanzahl =8 Abstand von unten = 180mm Bild 5-16 rastern 2 Ab=20.0 3.Übung Holen Sie die Grundkonstruktion Rock 20 oder die dritte Übung aus Abschnitt 5.1 und konstruieren mit dem Tool Rastern 10 eine Knopfleiste auf der Hinteren Mitte ab Saum. Der erste Knopf soll 20mm vom Saum entfernt beginnen. Insgesamt sollen 4 Knöpfe im Abstand von 40mm gesetzt werden, siehe Bild 517. Bild 5-15 • Die Stützpunkte der Halslochkurve. Nur wenn der Schalter auf +kopieren steht, bleibt die Original-Linie erhalten! • Insgesamt fünf gleichmäßig verteilte Punkte auf der Schulter außen. • Gleichmäßig verteilte Punkte mit ungefährem Abstand 20mm auf dem oberen Teil der Seitennaht. Koppeln Sie zuvor die Seitennaht oben. • Insgesamt 8 Punkte für Knöpfe. Der erste Punkt liegt 20mm vom Halsloch entfernt. Der letzte Knopf hat einen Abstand von 180mm ab Saum. Bild 5-17 Kapitel 5 Einfache Linienfunktionen 61 ________________________________________________________________________________________________________________ ©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012 4.Übung Holen Sie die Grundkonstruktion Oberteil 10 und konstruieren Sie auf der vorderen Mitte eine paarige Knopfleiste. Insgesamt sollen 8 Knopfpaare entstehen mit einem Abstand von 60mm von Paar zu Paar. Der erste Knopf liegt 20mm entfernt vom Halsloch auf der Vorderen Mitte und die beiden Knöpfe eines Paares haben einen Abstand von 15mm (Bild 5-18). Konstruieren Sie mit dem Tool Rastern 10 die paarige Knopfleiste mit zwei Punktfolgen und folgenden Einstellungen: Anfangsabstand 20mm 35mm Punktanzahl 8 8 Abstand 60mm 60mm Menü Längen Längen linear Längen auf… Länge Längen um… Länge rücksetzen Form der Längenänderung Mit linear wird die Linie an deren Ende durch ein Geradenstück verlängert oder entlang der Linie verkürzt (Bild 5-19). Das Ende der Linie wird mittels Rechtsprinzip beim Anklicken bestimmt. Bild 5-18 5.3 Linien verlängern und verkürzen Das Menü längen Das Menü längen enthält Funktionen zum Verlängern oder Verkürzen von Linien an deren Enden (linear). Die Funktionen haben vor allem Bedeutung für das Ausgleichen von Linienlängen, wie beispielsweise Seiten-, Teilungs- und Schrittnähte. Schrittfolge ⇒ Aktivieren der gewünschten Form der Längenänderung (linear oder formend) ⇒ Eingabe der Werte für die Längenänderung unter längen um oder längen auf ⇒ Aktivieren von längen um oder längen auf ⇒ Anklicken der zu ändernden Linie unter Beachtung des Rechtsprinzips Längen auf und längen um Mit längen auf wird die Linie linear auf den vorgegebenen Wert verlängert oder verkürzt. Der vorgegebene Längenwert wird genau eingestellt. linear längen um L=10 linear längen um L=-10 Bild 5-19 Mit längen um wird die Linie linear um den vorgegebenen Wert verlängert (positiver Wert) oder verkürzt (negativer Wert), siehe Bild 5-19. 62 Kapitel 5 Einfache Linienfunktionen ________________________________________________________________________________________________________________ ©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012 3.Übung Holen Sie die Grundkonstruktion Oberteil 10 und verkürzen die Vordere Mitte, Hintere Mitte und die Seitennähte um 50mm. Nutzen Sie dazu längen linear um –50 und beachten beim Anklicken das Rechtsprinzip (Bild 5-22). Versetzen Sie anschließend die Saumlinien um 50mm mit der Funktion Parallele und –kopieren. Übungen 1.Übung Längen um 30mm linear Längen um 30mm linear Bild 5-20 Holen Sie die Grundkonstruktion Oberteil 10 und konstruieren eine Parallele von 30mm zur Vorderen Mitte. Längen Sie anschließend die Halslochlinie und die Saumlinie linear um 30mm. Beachten Sie beim Anklicken das Rechtsprinzip (Bild 5-20). 2.Übung Holen Sie die Grundkonstruktion Oberteil 10 und konstruieren eine Parallele von 100mm zu den Saumlinien. Längen Sie anschließend • die Schulterlinien um 30mm, • das Armloch um 20mm, • die Vordere Mitte, Hintere Mitte und Seitennähte um jeweils 100mm. Beachten Sie beim Anklicken das Rechtsprinzip (Bild 5-21). Bild 5-22 5.4 Abschneiden, „Dranschneiden“ und Trennen von Linien Das Menü trennen Abschneiden und Trennen von Linien wird im Basismenü unter trennen aufgerufen. Trennen bedeutet, dass aus einer Linie zwei entstehen, die sich an der Trennstelle berühren und einzeln weiter verwendbar sind. Ist der Schalter Trennmarker mit +Trennmark gesetzt, wird die Trennstelle durch einen großen Punkt markiert. Beim Abschneiden wird eine Linie bis zur Schnittstelle gekürzt oder auch verlängert, wobei wir das Verlängern auch als „Dranschneiden“ bezeichnen. Rücksetzen (letzte Funktion im Menü) setzt den jeweils letzten Trenn-/Abschneideschritt zurück. Trennen ⇒ 2 Linien Abschneiden/ Dranschneiden ⇒ 1 Linie Die Trenn-/Abschneidestelle kann nach drei Varianten bestimmt werden. Bild 5-21 Kapitel 5 Einfache Linienfunktionen 63 ________________________________________________________________________________________________________________ ©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012 Menü Trennen Messerlinie wählen Messerlinie von Punkt Messerlinie trennen mit Messerlinie abschneiden mit Messerlinie und „dranschneiden“ trennen abschneiden Bild 5-23 Freihand trennen Freihand abschneiden In Ecke trennen +/-Trennmarker rücksetzen Schrittfolge Trennen oder Abschneiden an einer Messerlinie ⇒ mit Messerlinie wählen oder Messerlinie von Punkt eine Messerlinie festlegen/konstruieren ⇒ Aktivieren von trennen oder abschneiden ⇒ Einstellen von +/-Trennmarker ⇒ Anklicken der zu trennenden oder abzuschneidenden Linien. Trennen in einer Ecke ⇒ in Ecke trennen aktivieren ⇒ Einstellen von +/-Trennmarker ⇒ Anklicken der Ecke, in der die Linie getrennt werden soll, und zwar von außen Freihand Trennen oder Abschneiden mit ⇒ Aktivieren von Freihand trennen oder Freihand abschneiden ⇒ Einstellen von +/-Trennmarker ⇒ Anklicken der Linie Trennen / Abschneiden an einer Messerlinie Das Trennen oder Abschneiden mit Messerlinie ist die exakte Variante. Dafür ist zunächst eine Messerlinie festzulegen. An ihr können durch Anklicken eine oder mehrere Linien getrennt oder abgeschnitten werden. Zum „Trennen mit Messerlinie“ gehören die obersten vier Buttons des Menüs Trennen. Zuerst ist die Messerlinie zu definieren. Grafis bietet dafür zwei Möglichkeiten: 1. Mit Messerlinie wählen wird eine vorhandene Linie als Messerlinie festgelegt. 2. Mit Messerlinie von Punkt wird der erste Punkt der Messerlinie konstruiert und der andere Punkt durch Bewegen der Maus frei Hand bestimmt. Die aktuelle Messerlinie ist andersfarbig dargestellt. Ob mit dieser Messerlinie getrennt oder abgeschnitten wird, bestimmen Sie durch Aktivieren der Funktion trennen oder abschneiden. 1. Beim Trennen mit Messerlinie wird die angeklickte Linie im Schnittpunkt mit der Messerlinie getrennt; vorausgesetzt die beiden Linien schneiden sich. Üben Sie diese Funktionsvariante mit +Trennmarker. Die Trennstelle wird in diesem Fall durch einen Punkt gekennzeichnet und ist so besser zu erkennen. 2. Beim Abschneiden mit Messerlinie verschwindet immer der Teil der Linie, der im Bezug zur Anpickstelle hinter der Messerlinie liegt. Der Pickpunkt kennzeichnet das Linienstück, das erhalten bleiben soll. Ergebnis dieses Abschneidens ist nur eine Linie. Die Messerlinie und die zu trennende Linie müssen sich nicht unbedingt schneiden. Eine Linie, die vor der Messerlinie endet, wird beim Abschneiden mit Messerlinie bis zu dieser verlängert. Unter Grafis-Anwendern wird dies auch als „Dranschneiden“ bezeichnet. „Dranschneiden“ ist bis maximal 500mm möglich. Die Varianten sind in Bild 5-23 dargestellt. 64 Kapitel 5 Einfache Linienfunktionen ________________________________________________________________________________________________________________ ©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012 Trennen in einer Ecke Pickpunkt * Übung Holen Sie die Grundkonstruktion Oberteil 10 und konstruieren jeweils 5 Parallelen zum Saum im Ab- Trennstelle Bild 5-24 Mit dieser Funktion erfolgt das Trennen einer durchgehenden Linie an einem Eckpunkt. Die betreffende Ecke ist von außen anzuklicken, da Grafis an der Stelle trennt, an der ein gedachter Blitz einschlagen würde (Blitzprinzip). An der Trennstelle erscheint kurzzeitig ein kleiner Pfeil als Echo (Bild 524). Diese Seitennaht als Messerlinie festlegen und die Parallelen zur Saumnaht rechts abschneiden! Analog mit dieser Seitennaht fortsetzen. Freihand trennen und Freihand abschneiden mit pick L abschneid. mit pick L trennen Bild 5-25 Freihand ist im Sinne von “nach Augenmaß“ zu verstehen. Mit Freihand trennen wird eine Linie genau an der Stelle getrennt, an der sie angepickt wird. Gleiches gilt für Freihand abschneiden. Hier ist jedoch zusätzlich das Rechtsprinzip zu beachten, denn es verschwindet der Teil der Linie, der nach dem Rechtsprinzip vor der Anpickstelle liegt. Weitere Funktionen Mit dem Schalter Trennmarker ist einstellbar, ob beim Trennen von Linien ein Trennmarker gesetzt werden soll. Verwenden Sie in der Regel +Trennmarker, da so die Trennstelle besser zu erkennen ist. Ein Trennmarker ist ein Punkt, dem das Attribut großer Punkt (siehe Abschnitt 7.6) zugeordnet wurde. Trennmarker können wie Punkte gelöscht werden. Mit rücksetzen wird der letzte Konstruktionsschritt rückgängig gemacht. Bild 5-26 stand 50mm. Schneiden Sie die Parallelen entlang der Seitennaht ab (Bild 5-26). Beachten Sie, dass Sie mit dem Anklicken die Seite des Abschneidens vorgeben. Mit rücksetzen können Sie Fehler korrigieren. Setzen Sie fort und entfernen auch die Teilstücke der Parallelen aus dem Abnäher. Stellen Sie als Messerlinie den ersten Abnäherschenkel ein und trennen Sie zunächst. Anschließend legen Sie den anderen Abnäherschenkel als Messerlinie fest und schneiden ab (Bild 5-27). Die Abnäherlinien werden zur Messerlinie. Die Parallelen erst trennen und dann abschneiden. Analog im Rückenteil fortsetzen. Bild 5-27 Kapitel 5 Einfache Linienfunktionen 65 ________________________________________________________________________________________________________________ ©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012 5.5 Das Tool Vordere Kante 30 Eckpunkte der Kontur. Alle anderen Schlepppunkte dienen zur Einstellung von Kurven, siehe Abschnitt 5.1. Im zweiten Schleppbereich Abstich (Bild 5-29 Es gibt drei interaktive Vordere Kante-Tools, bei deren Aufruf drei bis vier Linien angeklickt werden müssen: Umschaltung zwischen Einstellungen zur • die Halslochlinie, Gestaltung des hochgeschlossener oder Gestaltung der Kante • eine durchgehende Linie Abstiches Rever-Konstruktion zum Halsloch für die Vordere Mitte, • eine Saumlinie und • die Bezugslinie für den Reverseinlauf. Das Tool Vordere Kante 10 ist für hochgeschlossene Teile und die Vordere Kante 20 für Reverskragen-Konstruktionen geeignet. Die Vordere Kante 30 ist eine Weiterentwicklung für Version 10 und für beide Varianten geeignet. Im LehrOptionen zur buch wird daher nur die Gestaltung der Vordere Kante 30 beschrieKnopfleiste ben. Holen Sie Oberteil 50 und kürzen interaktiv den Saum. Holen Sie anschließend das Tool Vordere Kante 30 aus Bild 5-28 Grafis-Hilfsprogramme. KliMitte) bestimmen die markierten Punkte die Aucken Sie exakt die angeforderten Linien unter Beßenkontur. Alle anderen Punkte dienen wiederum achtung des Rechtsprinzips an. Sofern Sie diese zur Gestaltung der Kurve. Im dritten Schleppbereich Konstruktion für das rechte Vorderteil einer asymKnöpfe (Bild 5-29 rechts) bestimmen die markierten metrischen Modellentwicklung benötigen, holen Punkte die Position der Knopfleiste. Mit dem unteSie die Vordere Kante aus Grafis-Hilfsprogramme (gespiegelt). Zunächst sind wiederum die Optionen (Bild 5-28) einzustellen. Wichtig ist die erste Option, ob es sich um eine hochgeschlossene oder eine ReverskragenKonstruktion handelt. Nach dieser Option richtet sich die Konstruktion der Knopfleiste beginnend ab Halsloch oder der angeklickten Bezugslinie. Nur im Fall einer hochgeschlossenen Konstruktion gibt es weitere Optionen zur Gestaltung der Kante zum Halsloch. Die Optionen zur Gestaltung der Knopfleiste ähneln denen des interaktiven Tools Rastern 10. Zusätzlich ist eine Umschaltmöglichkeit auf 2-reihig verfügbar. Nachdem alle Optionen eingestellt sind, werden die interaktiven Einstellungen in den insgesamt drei Schleppbereichen ausgeführt. Im ersten Schleppbereich Übertritt (Bild 5-29 links) bestimmen die Bild 5-29 markierten Schlepppunkte die 66 Kapitel 5 Einfache Linienfunktionen ________________________________________________________________________________________________________________ ©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012 Bild 5-30 ren Punkt kann die Knopfleiste schräg eingestellt werden. Alle anderen Punkte sind analog zu Rastern 10. Stellen Sie interaktiv die in Bild 5-30 abgebildeten Vorderen Kanten ein. 5.6 Übungen 1.Übung Konstruieren Sie aus der Grundkonstruktion Rock 20 einen Rock mit Kräuselweite. Löschen Sie zunächst den Hinterrock. Konstruieren Sie eine Parallele von 30mm für einen Übertritt. Verlängern Sie die Hüft- und Saumlinien um 250mm. Versetzen Sie die Seitennaht um 250mm mit Parallele und –kopieren. Anschließend konstruieren Sie eine Knopfleiste auf der Vorderen Mitte. Der erste Knopf soll einen Abstand von 20mm von der Taille und der letzte Knopf 100mm vom Saum haben. Insgesamt sollen 6 Knöpfe gesetzt werden. Setzen Sie die Kräuselsymbole, nachdem Sie das Kapitel 7 durchgearbeitet haben. 2.Übung Konstruieren Sie aus der Grundkonstruktion Rock 20 einen Rock mit Schlitz in der Seitennaht und einem Kapitel 5 Einfache Linienfunktionen 67 ________________________________________________________________________________________________________________ ©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012 Übertritt mit Knopfleiste. Die Schlitzhöhe ist 200mm, Schlitzbreite ist 30mm, Übertritt und Saum sind 30mm und alle anderen Nahtzugaben sind 10mm. Der erste Knopf soll einen Abstand von 20mm von der Taille haben. Insgesamt sollen 8 Knöpfe mit jeweils 65mm Abstand gesetzt werden. 3.Übung Konstruieren Sie im Vorderteil der Grundkonstruktion Oberteil 10 fünf Biesen. Löschen Sie zunächst den Taillenabnäher. Bilden Sie die erste Parallele im Abstand von 40mm zur Vorderen Mitte. Die vier weiteren Biesen sollen einen Abstand von 10mm zur ersten Biese haben. Koppeln Sie mit Koppeln einzeln das Halsloch mit der Schulter. Damit erhalten Sie eine durchgehende Messerlinie. Konstruieren Sie den Abstich mit dem Tool Koppeln 10. Schneiden Sie anschließend die Parallelen am Saum, am Halsloch und an der Schulter mit der Funktion trennen ab. bilden Parallelen von 40mm zur Vorderen und Hinteren Mitte sowie jeweils zum Saum. Schneiden Sie die Parallelen an der Seitennaht sowie an den Taillenabnähern ab. Nutzen Sie dazu wieder die Funktion trennen. 5. Übung Öffnen Sie das Modell „Gerader Rock“ aus Kapitel 2 Abschnitt 2.4. Konstruieren Sie fünf Parallelen im Abstand von 70mm zum Saum und weitere fünf Parallelen im Abstand von 40mm zur Vorderen und Hinteren Mitte. Erzeugen Sie mit der Funktion Ecke das abgebildete Muster. Konstruieren Sie Nahtzugaben von 10mm und schließen die Umfangskontur mit Koppeln (Taille) und der Funktion Ecke. 4.Übung Holen Sie die Grundkonstruktion Oberteil 10, koppeln im Vorder- und Rückenteil die Saumlinien und 6. Übung Holen Sie die Grundkonstruktion Oberteil 20 und konstruieren Sie Parallelen zur Vorderen und Hinteren Mitte im Abstand von 40mm nach innen und weitere fünf Parallelen im Abstand von 10mm zur neu konstruierten Parallele. Schneiden Sie die Parallelen am Saum, am Halsloch und an der Schulter ab. Konstruieren Sie mit der Vorderen Kante 10 einen Übertritt von 40mm zur Vorderen Mitte und die abgebildeten Nahtzugaben von 10mm. Schließen Sie die Umfangskontur mit der Funktion Ecke. 68 Kapitel 5 Einfache Linienfunktionen ________________________________________________________________________________________________________________ ©Friedrich: Grafis – Lehrbuch, Ausgabe 2012 Speichern Sie das Modell als „Bluse mit Biesen“. Stellen Sie die Position der Knöpfe der Vorderen Kante 10 so ein, dass 8 Knöpfe entstehen mit einem Abstand von je 60mm. Der erste Knopf soll einen Abstand von 20mm zum Halsloch haben. Die anderen Punkte erzeugen Sie mit dem Tool Rastern 10 mit den Parametern: 8 Knöpfe, Abstand von je 60mm, Beginn ab Halsloch 35mm. Daraus ergibt sich der Abstand zwischen einem Punktepaar von 35mm-20mm = 15mm, siehe auch 4. Übung in Abschnitt 5.2. Schließen Sie die Umfangskontur mit der Funktion Ecke. 7. Übung Öffnen Sie das Modell „Hemdbluse“ aus Kapitel 2 Abschnitt 2.5 und löschen die Punkte der Hinteren Mitte, den Taillenabnäher und Hilfslinien. Koppeln Sie jeweils mit koppeln einzeln: die Linien der Schulter, des Armlochs, der Seitennaht, des Saumes und der Hinteren Mitte. Bilden Sie mit dem Tool Ecke 50 eine koordinierte Ecke (120/ 80mm). Konstruieren Sie eine Folge von 6 Punkten auf der Vorderen Mitte, die 40mm ab Halsloch beginnt und einen Abstand von jeweils 75mm hat. Bilden Sie Parallelen für Biesenfalten. Die erste Biese soll 50mm ab Vorderer Mitte beginnen. Die weiteren Biesen haben jeweils einen Abstand von 15mm. Schneiden Sie die Biesen am Halsloch und an der Schulter ab. Konstruieren Sie einen Übertritt von 40mm und schließen die Ecken des Übertritts. 8.Übung Holen Sie die Grundkonstruktion Oberteil 50. Eröffnen Sie in der Teilearbeit ein weiteres Teil und holen Sie das Vorderteil 20 in das neue Teil. Stellen Sie in den Optionen auf Wiener Naht um. Konstruieren Sie mit Vordere Kante 30 einen Übertritt und stellen eine Übertrittbreite von 20mm und eine einreihige Verknöpfung mit 4 Knöpfen ein. Die Ausschnitttiefe beträgt 120mm ab Basishalsloch. Stellen Sie im Tool Vordere Kante 30 den abgebildeten Saumabstich ein, wobei Sie mit den Optionseinstellungen beginnen. Lösen Sie die Schnittteile heraus und konstruieren mit Parallele und der Funktion Ecke die Naht- und Saumzugaben.