Auslandsstudium EDHEC Business School, Campus Nizza
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Auslandsstudium EDHEC Business School, Campus Nizza
Studierendenbericht – Auslandsstudium EDHEC Business School, Campus Nizza, Frankreich WS 2014-15 1. Bericht: Studiengang Betriebswirtschaft, Studentin weiblich It’s so Nice! Ohja, das ist es wirklich in Nizza: türkisblaues Meer und warmer Sonnenschein bis Dezember, eine lebendige Multikulti-Stadt, in der man sich wirklich wohlfühlen kann, und eine moderne Business School mit bester Betreuung – um nur ein paar Punkte zu nennen, die zu einem tollen Auslandssemester im Süden Frankreichs beitrugen. Aber nun von Anfang an: bereits die Bewerbung und Fächerauswahl an der EDHEC Business School am Campus Nizza verlief reibungslos. Man wählt aus dem englisch- oder französischsprachigen Unterrichtsprogramm seine Lieblingsfächer aus und reicht diese mit einer Bewerbung bei unserem International Office in Kempten ein. Etwas Zeit verging und schon erhielt ich die Zusage für mein Auslandssemester in Nizza. Nun ging es los mit der Wohnungssuche, die schon etwas mehr Zeit in Anspruch nahm. Wie auch während des Semesters in Nizza musste ich bereits bei der Wohnungsorganisation viel Geduld mitbringen – die Emails an die Vermieter wurden nur sporadisch beantwortet, auch die endgültige Zusendung vom 20-seitigen Mietvertrag auf französisch ließ lange auf sich warten. Aber das Warten hat sich gelohnt! Dank der Empfehlung unseres International Office fand ich ein wunderbares kleines Appartement im Studentenwohnheim Résidence Guidotti von EasyStudent, ca. vier Kilometer nördlich von der Altstadt entfernt. Mein kleines Reich war modern und bestens ausgestattet, der Vermieter war stets sehr hilfsbereit, und auch die Entfernung in die Stadt, zum Strand oder in die Uni konnte locker mit dem Leihrad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln überwunden werden. Der Pluspunkt: gleich nebenan gibt es einen Lidl mit Normalpreisen und einen super günstigen Obstaraber, der wirklich gutes Obst und Gemüse zu Minipreisen anbietet. Auch ein Bäcker in der Nähe sorgte für mein täglich frisches Baguette. So hielten sich die Lebensmittelkosten in Grenzen, dafür ist das restliche Leben und der Unterhalt an der Côte d’Azur sehr teuer. Mein Mietaufwand betrug 550 € für ca. 20 qm + 45 € Strom / Monat (unbedingt vorher extra beantragen!). Andererseits sind die öffentlichen Verkehrsmittel (außer Taxi!) sehr günstig – egal wohin, auch außerhalb von Nizza, die Fahrt mit Bus oder Tram kostet 1,50 € one way. Da macht man doch gerne Ausflüge an unifreien Tagen, zum Beispiel nach Monaco mit dem von Hochhäusern geprägten Stadtbild, nach Cannes, dem Ort der Schönen und Reichen, oder zu einem Parfümkurs nach Grasse. Die Möglichkeiten sind endlos. Aber dabei nicht das Studieren vergessen! Die EDHEC Business School ist eine moderne Grande Ecole Frankreichs mit Blick auf das Meer, deren International Office für Fragen und Unterstützung jederzeit bereit steht. Neben einem interessanten und abwechslungsreichen Begrüßungstag inkl. Stadtrundfahrt durch Nizza und einer Verabschiedungssession inkl. leckeren Petits Fours konnte man auch mit jedem anderen Anliegen die Büros und Professoren der Uni aufsuchen. Die Vorlesungen prägten viele Gruppenarbeiten und –präsentationen während des Semesters sowie ein Final Exam in jedem Fach Mitte Dezember. Da ich den englischsprachigen Track gewählt habe, bestanden die Klassen nur aus internationalen Studenten. So befürchte ich, dass dabei mein Französisch etwas auf der Strecke blieb, dafür mein Englisch bestimmt besser wurde, da man sich meist in allen Alltags- und Unisituationen mit Englisch verständigen konnte. Der Stundenplan ist sehr flexibel gestaltet, d.h. er kann sich wöchentlich ändern, aber darüber und über noch vieles mehr wird man regelmäßig per Email von der EDHEC informiert. Meist hatte ich nur an zwei bis drei Tagen pro Woche Uni, so dass trotz Lernen auch noch viel Zeit blieb, die schöne Gegend rund um Nizza zu entdecken oder auch noch einen Strandtag im November einzulegen. Aber sobald man dem Alltag verfällt, vergeht die Zeit wie im Flug. Einerseits hat man sein eigenständiges Leben täglich zu managen – einkaufen, putzen, lernen, Handwerker koordinieren, usw. -, andererseits genießt man Ausflüge mit neuen Bekanntschaften aus den vielseitigen Kulturen und Ländern im Rahmen des Austauschprogramms. Es entsteht eine tolle Gemeinschaft – jeder ist für jeden da. Umso schwerer fiel der Abschied im Dezember, als jeder wieder in die Heimat zurückkehrte. Trotzdem freute ich mich sehr wieder auf das „geordnete“ Leben in Bayern. In Frankreich geht halt doch alles etwas langsamer. Wie ich schon erwähnte, muss man überall viel Geduld mitbringen – vor allem beim französischen Ablehnungsverhalten: erstmal ist nichts möglich. Wenn man viel Glück hat und auch noch trotz Ungeduld ein Lächeln hervorzaubert, kann man vielleicht doch noch was erreichen. Auch das Warten auf die französische Wohnhilfe für Studenten hat sich gelohnt: nach guten drei Monaten, kurz vor der Rückkehr nach Deutschland, habe ich dann doch noch den Mietzuschuss erhalten. Also seht den überall sichtbaren Ausdruck „Patientez s’il vous-plaît“ nicht als Unwort des Jahres, sondern als Ermutigung für die Warterei – auch an den langen Kassenschlangen in den Supermärkten. Aber kaum verlässt man den Laden, schon vergisst man wieder jeden trüben Gedanken – bei diesem traumhaften Blick auf das türkisblaue Meer. Selbst kurz vor Weihnachten genossen noch viele Einheimische die angenehme Wassertemperatur, während ich in T-Shirt und mit Sonnenbrille über den netten Weihnachtsmarkt unter Palmen schlenderte. Die Stadt Nizza hat wirklich einiges zu bieten – nicht nur die weihnachtliche Stimmung im Dezember mit der Eislaufbahn und dem Riesenrad, den Holzhütten und dem Christbaumverkauf am Meer. Auch die Stadt selbst ist sehr sehenswert: tolle Plätze und Parkanlagen, farbenfrohe Häuser, eine verwinkelte Altstadt, gute Shoppingmöglichkeiten und die gleichzeitige Nähe zum Meer und zu den französischen Alpen. Beim Staunen kann so schon mal passieren, dass man in die nicht wenigen Hundekots auf den Gehwegen tritt. Aber man sollte sowieso immer achtsam im Verkehr (egal ob zu Fuß oder per Rad) unterwegs sein, da grüne Fußgängerampeln nicht unbedingt das versprechen, was man erwartet. Dementsprechend sehen auch die Autos aus… Also wenn man schicke Schlitten an der Côte d‘Azur erwartet, sollte man lieber in Cannes oder Monaco danach Ausschau halten. Mein Fazit ist also: es war eine tolle Zeit, eine super Erfahrung, ich habe viel für mich selbst lernen können, mich weiterentwickeln können, und gleichzeitig eine traumhafte Gegend mit viel Sonne und Strand zwischendurch entdecken dürfen. Nice is so nice! 2. Bericht: Studiengang Betriebswirtschaft, Student männlich Vorbereitung: Die Vorbereitung eines Auslandssemesters mithilfe der Hochschule Kempten ist grundsätzlich perfekt organisiert und folglich auch nicht sehr schwierig. Der schwerste Teil der Vorbereitung ist die Suche eines passenden Landes, der passenden Stadt und der passenden Universität. Nachdem dieser Schritt erledigt ist und man motiviert und mit Vorfreude seine Bewerbungsunterlagen vorbereitet, sollte eigentlich nichts mehr schief gehen. Nach der endgültigen Zusage ist es wichtig, sich um die angebotenen Kurse und Anrechnungsmöglichkeiten zu kümmern. Alles andere ist mithilfe des IO und der Partnerhochschule kein Problem und nur noch organisatorisch. Grundvoraussetzung für ein Auslandssemester ist meiner Meinung nach die absolute Überzeugung, genau an diesem Ort studieren zu wollen! Ein Semester ist eine lange Zeit und es wird sicher auch Momente des Heimwehs, der Sehnsucht nach dem Gewohnten und der Familie und Freunde geben. Die positiven Momente werden aber in Nizza definitiv überwiegen und es wird die Zeit Eures Lebens werden! Unterkunft: Eine passende Unterkunft an der Côte d’Azur zu finden ist sehr schwierig. Erstens sind die Franzosen oftmals gewillt englisch zu sprechen und zweitens ist das Wohnangebot sehr gering und teilweise sehr heruntergekommen. Ich bin mit meiner Kommilitonin in einem sehr modernen neuen Wohnheim untergekommen, in dem der monatliche Mietpreis bei 550 € ohne Strom und Versicherung lag. Vom Stromanbieter EDF werden einem monatlich 51 € abgebucht und am Ende wieder zurückgebucht, wenn man weniger verbraucht hat. Die Wohnversicherung zahlt man im Voraus und sie kostet circa 150 €. Man sollte in Frankreich auch auf die „frais des dossier“ achten, dies ist eine Vermittlungsgebühr und wird gerne großzügig berechnet (Strom 38 € und Wohnheim 300 €). Das Problem dieser Unterkunft war die Lage und deswegen würde ich dieses Wohnheim nicht weiterempfehlen! Zur EDHEC (die direkt am Flughafen liegt) sind es mit dem Bus circa 1 Stunde +/- 30 Minuten und an den Strand circa 20 Minuten mit dem Fahrrad. Während meines Semesters habe ich viele Unterkünfte von anderen Studenten gesehen und sie haben teilweise in uralten Zimmer gewohnt, in denen nichts mehr funktionstüchtig war. Preislich wird man in Nizza wohl nichts unter 500 € finden. Wenn man in einer guten Lage und einem schönen Appartement wohnen möchte, sollte man sich an 900 € orientieren. Bei der Unterkunftsvermittlung wird man von der EDHEC allein gelassen, denn die Universität fühlt sich dafür nicht verantwortlich! Allgemein wird man bei außerschulischen Problemen nicht unterstützt, denn diese gehören „zu den Erfahrungen eines Auslandssemesters“. Sehr wichtig ist es auch, sich im Vorfeld um Strom zu kümmern. Ich hatte die ersten 8 Tage keinen Strom und kein Warmwasser in meiner Unterkunft! Studium an der Gasthochschule: Das Unigebäude liegt direkt hinter der Start- und Landebahn des „Aéroport Nice Côte d’Azur“ und man hat von der Dachterasse einen wunderschönen Ausblick auf das Meer und die Flugzeuge. Das Gebäude ist grundsätzlich sehr modern, im Inneren gibt es aber noch sehr alte Gänge und Räume. Die Lage und die Dachterasse der EDHEC sind ein absoluter Traum und man kann jede Minute genießen! Da die EDHEC eine private „Grand Ecolé“ ist und die französischen Studenten viel Geld dafür bezahlen müssen, ist auch das Mittagessen preislich höher wie in Deutschland. Es schmeckt aber sehr gut! Meine Vorlesungen waren alle auf Englisch und das Niveau war vergleichbar mit den Vorlesungen in Deutschland. Da in den Kursen immer nur circa 30-40 Studenten teilnehmen, sind Präsentationen und Case Studies üblich und auch sehr fordernd und zeitintensiv. Dafür sind die „final exams“ teilweise nur mit 50 % gewichtet und nicht so ausschlaggebend wie in Deutschland. Während meines Semesters belegte ich 5 Fächer mit insgesamt 28 ECTS. Ich hatte damit aber fast nie eine „volle“ Woche, sondern meist nur Vorlesungen an 3-4 Tagen. Da aber einige Assignments und Präsentationen vorbereitet werden müssen, ist zusätzlich schon noch einiges zu erledigen. Unsere Gruppe aus internationalen Studenten bestand aus 21 verschiedenen Nationen, mit denen man auch guten Kontakt haben kann. In den Sommerwochen trafen wir uns fast täglich am Strand zu Bier, Wein und guten Gesprächen. Im Winter verlagerte sich dies dann in diverse Bars. Die „deutsche Gruppe“ war dabei mit circa 10 Studenten am besten bestückt. Da man mit den deutschen Kommilitonen normalerweise am meisten Zeit verbringt, spricht man in der Freizeit also nicht sehr viel englisch. Alltag und Freizeit: Das wahrscheinlich Wichtigste in Frankreich ist ein Bankaccount. Diesen sollte man schon aus Deutschland eröffnen. Dafür ist die Banque Populaire Côte d’Azur mit Herr Stephané Boncorps zu empfehlen (http://www.internationalbranch bpca.com/german/willkommen.html). Er spricht deutsch und ist auch in anderen Dingen sehr hilfsbereit. Er hat sich beispielsweise um meinen Stromvertrag gekümmert und ihn wieder gekündigt. Zu Beginn ist man mit vielen organisatorischen Dingen beschäftigt, z.B. Strom, Hausratsversicherung, Handyvertrag, Busfahrkarte, Fahrradkarte. Eine Anreise 1-2 Tage vor dem „Welcome Day“ ist trotzdem absolut ausreichend. Zu Beginn des Semesters hat man nur sehr wenige Vorlesungen und es fällt schwer Freunde zu finden. Dieses Problem löst sich im Laufe der Zeit von selbst, denn schließlich sind alle Studenten alleine da und suchen nach Kontakten. Die Lebensqualität in Nizza ist sehr hoch und man kann sein Leben wahrlich genießen. Dafür muss man aber einiges an finanziellen Mittel aufbringen, denn die Preise sind extrem hoch! Beispiele: Eine Pizza in einem Altstadtrestaurant (nicht unter 13 €), ein Bier in einer Bar (nicht unter 5-6 €). Dafür sind die öffentlichen Verkehrsmittel sehr günstig! Eine Monatskarte für den Bus kostet 20 € und eine Jahreskarte für ein „Vélo Bleu“ auch 20 €. Mit diesen Fahrrädern ist man sehr flexibel unterwegs, denn es gibt in 400 Meterabständen Fahrradstationen. Für die Busse besteht zwar ein Fahrplan, sie kommen und fahren aber wann sie wollen. Die Ausflugsmöglichkeiten und Sehenswürdigkeiten sind nie erschöpft. Allein das glamouröse Monaco in 15 km Entfernung ist viele Besuche wert! Antibes mit dem größten Yachthafen Europas und Cannes sind auch nur einen Katzensprung entfernt. Die italienische Grenze ist mit dem Zug in 30 Minuten erreichbar und bietet auch sehr viele schöne Städte (San Rémo, Ventimiglia). Anfang Dezember beginnt die Weihnachtszeit und vor allem Nizza wird zu einem pompösen Weihnachts-Wunderland mit Millionen von Lichtern und Attraktionen. In Nizza steht zudem eine kleinere Kopie der Allianz Arena mit dem Namen „Allianz Riviera“. Diese schöne Arena wurde für die EM 2016 gebaut und bietet günstige Tickets (ab 7 €) und guten Fussball. Wer in seinem Auslandssemester hauptsächlich auf Trinken und Feiern fokussiert ist, sollte nicht nach Nizza gehen. Dafür sind die Getränke zu teuer und die Bars und Discos zu klein. Nizza ist die richtige Adresse für Menschen mit Sinn für Natur, Gemütlichkeit und Genuss! Fazit: Mein Fazit möchte ich gerne mit einem kurzen Satz beginnen: Nicht grundlos wohnen alle Reichen und Schönen an der Côte d’Azur! Die Gegend im Süden Frankreichs ist ein Paradies und ich werde alles dafür geben, dort irgendwann dauerhaft leben zu können! Zu den besten Erfahrungen gehört jeder einzelne meiner Ausflüge in eines der Orte um Nizza oder in die Berge. Das azurblaue Meer und die Berge sind ein geniales Zusammenspiel. Im Winter kann man in 1,5 Stunden per Zug zum Ski- oder Schlittenfahren in das Skigebiet „Isola 2000“ fahren. Ich badete zwar nur bis Anfang November im Meer, sah aber auch noch viele Mitte Dezember schwimmen. Neben diesen wunderschönen Momenten gab es aber (leider) auch schlechte Erfahrungen. Da die Schere zwischen arm und reich sehr groß ist, ist folglich auch sehr hohe Kriminalität an der Tagesordnung. Die Reichen wohnen in Strandvillen und fahren mit Ferraris, Bentleys und Range Rovers an der „Promenade des Anglais“ entlang und der Rest der Bevölkerung wohnt am Existenzminimum in heruntergekommenen Wohnungen oder auf der Straße. Es gibt sehr viele Obdachlose und sehr viele nordafrikanische Migranten. Vor allem außerhalb des Zentrums (wo ich wohnte) wohnen fast ausschließlich Nordafrikaner und man trifft nur sehr wenig Franzosen auf der Straße oder in den Supermärkten. Sie sind allesamt sehr freundlich und hilfsbereit! An meinem Abreisetag hat mir z.B. der tunesische Obstverkäufer von Gegenüber noch aus 100 Meter Entfernung Verabschiedungsgrüße nachgeschrien. Während meines Semesters ist mir persönlich nichts passiert, doch ich habe von einigen Diebstählen bei anderen Studenten gehört. Eine Südkoreanerin wurde sogar zweifach beklaut (einmal am Strand und einmal in der EDHEC). Doch wenn man achtsam durch die Straßen geht, sollte einem nichts zustoßen! Da mir persönlich nichts passiert ist und nur positive Erinnerungen bleiben, kann ich jedem zu einem Auslandssemester in Nizza raten! Ihr werdet die Zeit nie bereuen und unglaublich viel lernen und neu kennenlernen!