Studie BI Verkehrskonzept - Bürgerinitiative Verkehrskonzept

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Studie BI Verkehrskonzept - Bürgerinitiative Verkehrskonzept
BÜRGERINITIATIVE
VERKEHRSKONZEPT BURGHAUSEN
www.bi-verkehrskonzept.bgh.de
Verkehrsaufkommen in Burghausen
bis 2025
Wie entwickelt sich der innerstädtische
Verkehr in den nächsten 15 Jahren weiter
und wie viel Durchgangsverkehr kann von der
Burgkirchener-/ Marktler-/ Berchtesgadener-/
Tittmoninger Straße
auf die Umgehungsstraße verlagert werden.
Eine Auswertung der Verkehrszählungen von 2008 / 2009
von Bernd Passer, Dipl.-Ing. (FH)
Bernd Passer, Marienberger Straße 48, 84489 Burghausen, Tel. 08677 65656,
[email protected]
LKWs machen die Straßen kaputt,
PKWs machen sie nur voll
...
1 Lkw-Achse mit 10 t entspricht
160.000 Pkw-Achsen mit 0,5 t
Verkehrszunahme 2008 - 2025
Verkehrszunahme 2008 - 2025
Burgkirchener und Marktler Straße
Burgkirchener und Marktler Straße
Pkw-Zunahme
Lkw -Zunahme
Ziel-/Quellverkehr Lkw + Pkw
Gesamtverkehr Lkw + Pkw
25,0%
70,0%
23,2%
63,7%
60,0%
20,0%
50,0%
42,1%
14,5%
15,0%
15,8%
40,0%
30,0%
10,0%
20,0%
10,0%
5,0%
16,8%
8,7%
0,0%
5,2%
0,0%
"best case scenario"
"best case scenario"
"w orst case scenario"
"w orst case scenario"
Lkws belasten die Straßen-Infrastruktur, denn zwischen Achslast und
Straßenschäden besteht eine exponentielle Beziehung. Der Hauptfaktor, der
die Reparatur- und Wartungsanfälligkeit von Strassen beeinflusst, ist ...
zunächst einmal die Zahl der Lkws; Lkws mit Achslasten über den gesetzlich
festgelegten Grenzwerten verursachen jedoch einen unverhältnismäßig hohen
Anteil an Schäden.
Quelle: http://www.dynapac.com/Global/Additional_files/VSVI_DE2009.pdf
http://www.kistler.com/de_de-de_corp/70_RoadTraffic/Strasse-und-Verkehr-WIM.html
-2-
Vorwort
Am 1. Dezember 2008 legte Professor Dr.-Ing. Harald Kurzak, apl. Professor an der
Technischen Universität München und beratender Ingenieur für Verkehrsplanung, sein
Gutachten zur „Verkehrsuntersuchung B 20, Knoten Wegscheid und Umfahrung
Burghausen – 2008“ vor, das er im Auftrag des Landratsamtes Altötting angefertigt hatte.
Grundlage des Gutachtens waren u. a. eigene Verkehrszählungen am 22./23. Oktober 2008.
Das Gutachten wurde von Herrn Prof. Kurzak am 5. Februar 2009 in einem VerkehrsWorkshop im Stadtsaalgebäude in Burghausen vorgestellt und erörtert. In diesem
Erörterungstermin wurde Prof. Kurzak aufgetragen, mit ergänzenden Verkehrszählungen
den Verkehrsstatus auf den Zufahrtstraßen von Süden her zu ermitteln und die
innerstädtischen Verkehrsströme zu aktualisieren. Auftraggeber für die Ergänzungsarbeiten
war die Stadt Burghausen.
Am 19. August 2009 wurde das erweiterte und aktualisierte Gutachten vorgelegt.
Als Mitglied im Sprecherkreis der BÜRGERINITIATIVE VERKEHRSKONZEPT BURGHAUSEN hat sich
der Autor intensiv mit den Inhalten, den Grundlagen und Annahmen des Gutachtens
beschäftigt und einige Einzelpunkte herausgearbeitet, bei denen Abweichungen zu den
Aussagen des Gutachters plausibel erscheinen. Ziel des Autors war jedoch nicht, das
Gutachten zu widerlegen oder ein eigenes, abweichendes „Gutachten“ zu erstellen (was
aufgrund fehlender eigener Fachkenntnis höchst fragwürdig wäre). Der Autor wollte vielmehr
herausfinden, wie sich auf der Basis demoskopischer und demografischer Entwicklungen
erstellte Verkehrsprognosen in Burghausen auswirken werden.
Dieser Aspekt war nicht Teil des Auftrages an Herrn Prof. Kurzak, weshalb er auch nur
ansatzweise bei der Beurteilung der Entlastungswirkung unterschiedlicher Ortsumgehungsvarianten in seinem Gutachten aufscheint. Bei seiner Arbeit hat der Autor weitgehend
die aktualisierten Verkehrszählungen des neuesten Gutachtens verwendet. Für die
Zukunftsprognosen wurde ein Papier des Bundes-Verkehrsministerium (BMVBS)
„Prognose der deutschlandweiten Verkehrsverflechtungen 2025; FE-Nr. 6.0857/2005
Kurzfassung - München/Freiburg, 14.11.2007“ herangezogen. Insbesondere auf deren Inhalte
stützen sich die abweichenden Einschätzungen des Autors gegenüber den Grundlagen und
Annahmen des Gutachtens bezüglich der spezifischen Situation des Standortes Burghausen
und seiner Anbindung an die bundesdeutschen Verkehrsnetze.
Burghausen im Februar 2010
Bernd Passer
-3-
In seinem Gutachten geht Prof. Kurzak von einer Verkehrszunahme aus, die sich an der
durchschnittlichen Steigerung der Gesamtverkehrsleistung der Bundesrepublik (Lkw + 15% bis
2025; + 0,88 % p.a.) orientiert. In dieser Sichtweise werden einige Sondereffekte bezüglich der
Situation der Burghauser Durchgangsstraßen nicht berücksichtigt.
Laut Prognose des Bundesverkehrsministeriums
(BMVBS; http://www.bmvbs.de/.../Verkehrsprognose- 2025-Kurzfassung.pdf.; Tabelle 0-3; Tabelle 0-4)
werden sich der Straßen-Güterverkehr und der Personenverkehr von 2004 bis 2025
unterschiedlich entwickeln. Der Urlauberverkehr (Pkw; Blaue Route) wird bis 2025 um 43,9 %
(Aufkommen) bzw. 41 % (Leistung) zunehmen. Der Straßen-Güterverkehr wird bis 2025 um 55
% (Aufkommen) bzw. 84% (Leistung) zunehmen Der Seehafen-Hinterlandverkehr und der Schienen-KV-Zuwachs werden mit 168 % bzw. 116 %
beziffert. In einigen Fahrtzwecken geht die Nachfrage sogar zurück, nämlich im
Ausbildungsverkehr und aufkommensbezogen auch im Einkaufsverkehr. Deren Anteile nehmen
somit mehr oder minder ab
BMVBS-Tabelle 0-3 (Ausschnitte):
Personenverkehrsentwicklung in Deutschland 2004 - 2025
BMVBS-Tabelle 0-4 (Ausschnitte):
Güterverkehrsentwicklung in Deutschland 2004 – 2025
An dieser Stelle soll zunächst der Schwerlastverkehr betrachtet werden.
Aussagen der BMVBS-Verkehrsprognose (auszugsweise, sinngemäß):
Die Güterverkehre nach Österreich, Italien und in die Schweiz folgen in der Zunahme an
zweiter Stelle (nach Westeuropa). Insbesondere Südost- und Osteuropa weisen bis 2025
ein überproportionales Wachstum zwischen 4 % und 5 % p.a. auf. Außerdem wird im
Containerverkehr mit einem jährlichen Zuwachs von über 6,5 % p.a. eine hohe Dynamik
erwartet. (s. auch Tab 0-4, KV + 129 %).
Sondereffekte bei der Straßen-Güterverkehrsentwicklung Burghausen
Für Burghausen bedeutet das, dass der Lkw-Durchgangsverkehr auf der Bundesstraße B 20 als
international wirksamer, mautfreier Gütertransport-Achse zwischen Cham(CS)/A 3 und A8,
innerstädtisch über die Burgkirchener und die Marktler Straße verlaufend, überproportional
zunehmen wird. Auch der Lkw-Verkehr über den Grenzübergang Neue Brücke wird weiter
erheblich zunehmen. Ebenso wird die Anlieferung zum und die Abfahrt vom KV-Terminal nicht
ohne Einfluss auf den Lkw-Durchgangsverkehr sein. 70.000 Hübe p.a. entsprechen 70.000 Lkw
-4-
(davon ein hoher Anteil von Werksverkehr innerhalb des Industriegebietes Burghausen), von
denen nicht wenige vom Terminal in die Region fahren werden.
Für 2005 wird der tägliche Lkw-Verkehr südlich der Wegscheid mit 1612 (7,3 % SV von 22.086
Fahrzeugen) angegeben (Gutachten, S.10). Ausgehend von einer jährlichen Steigerung von 5 %
ab 2004 (Prognose BMVBS) wären für 2008 1.866 Lkw zu erwarten gewesen. Gemessen
wurden 2008 2.290 Lkw (Gutachten Anlage 2b), ein jährlicher Anstieg von 10,5 % p.a. (statt - auf
Basis 2004 zurückgerechnet - prognostizierter 5 % p.a.). Ob hierin bereits Zuwachs aus den
Industrie-Investitionen 2006 – 2008 in Höhe von > 2 Mrd. € enthalten ist, oder ob andere
Sondereffekte der Stadt Burghausen bzw. der B 20 wirken, kann nachträglich nicht festgestellt
werden.
Für 2025 sind südlich der Wegscheid auf der gemessenen Basis von 2008 bei einer jährlichen
Zunahme von 5 % 5.249 Lkw zu erwarten. Im Fall der Nulllösung, ohne Ortsumgehung B 20
neu, verteilt sich dieser Lkw-Strom auf die Burgkirchener Straße und die Marktler Straße.
Wirksamkeit der Ortsumgehung B 20 neu – Verlängerung von der GVS nach Hochöster
Im Falle der Nulllösung wird bei gleichzeitiger Zunahme der Schienen-Gütertransporte am
Bahnübergang Pirach der St 2107 die Staubildung ebenfalls überproportional zunehmen, was
wiederum zu einer teilweisen Rückverlagerung von Lkw-Durchgangsverkehr auf die weiterhin
bestehende B 20-Ortsdurchfahrt durch Marktler-/ Berchtesgadener Straße führen kann.
Bereits heute wird hier Schwerlastverkehr in Richtung Tittmoning/Freilassing beobachtet, der
ebenso bis 2025 um 129 % (+ 5 % p. a.) zunehmen wird.
Bei jährlich 5 % Zunahme wird am Grenzübergang „Neue Brücke“ der tägliche Lkw-Verkehr
bis 2025 auf 1.284 Lkw anwachsen. Hier (für den grenzüberschreitenden Verkehr) kann die
Ortsumgehung B 20 ohne einen weiteren schwerlasttauglichen Salzach-Übergang zwischen
Burghausen und Freilassing nur sehr bedingt wirken.
Ein weiterer Sondereffekt für Burghausen – auch ohne das KV-Terminal - sind die bereits
erwähnten Industrie-Erweiterungen von > 2 Milliarden €. Der erhöhte Transportbedarf aufgrund
dieser Erweiterungen ist ganz sicher nicht in der jährlichen Steigerungsprognose des BMVBS in
Höhe von 5 % p.a. enthalten. Es muss vielmehr angenommen werden, dass die Zahlen der
Zufahrt/Abfahrt von Lkw zur Wacker Pforte West (zukünftig Nordwest) sowie die Zufahrt/Abfahrt
zur OMV-Raffinerie von 2008 verdoppelt werden müssen. Die erhöhten Wacker-Anfahrten
werden weitestgehend nach Norden Auf die A 94 bzw. über die Ortsumgehung B 20 neu gehen.
Bei der OMV-Logistik – kein Bahntrans-port von Raffinerieprodukten nach Österreich – ist der
zusätzliche Schwerlastverkehr zu mindestens 60 % mit einer Ortsdurchfahrt über Marktler/Berchtesgadener-/Tittmoninger Straße zur Neuen Brücke verbunden.
Entlastung der Burgkirchener Straße
Das Kurzak-Gutachten kalkuliert die Masse des täglichen Gesamtverkehrs in der Burgkirchener
Straße für 2025 mit ca. 14.000 Fahrzeugen. Lkw werden hier mit ca. 1.400 angenommen (10%
aller Fahrzeuge). Nach Tabelle 3 beträgt aber die Lkw-Zunahme in der Burgkirchener Straße bis
2025 im Falle der Nullösung bereits 930 Fahrzeuge auf 2120, davon 1513 im
Durchgangsverkehr. Hier hat der vom KV-Terminal ausgehende, zusätzliche SchwerlastVerkehr noch keine Berücksichtigung gefunden (70.000 Hübe p.a. entsprechen 70.000 Lkw).
Auch die zu erwartende Verdoppelung des Produktausstoßes der Burghauser Industriewerke in
Folge der Erweiterungsinvestitionen ist in diesen Zahlen nicht berücksichtigt. Obwohl sich der
überwiegende Anteil dieser zusätzlichen Verkehre zwischen Terminal und Werken sowie zur A
94 nach Norden bewegen wird, muss mit einer nicht unerheblichen weiteren Lkw-Zunahme in
Richtung Burghausen, im Fall der Nulllösung durch die Burgkirchener und Marktler Straße
gerechnet werden.
-5-
Langsamere Entwicklung des Ziel- und Quell-Verkehrs ?
Burghausen hat eine Funktion als Einkaufs-, Arbeits- und Kulturstadt. Das Einzugsgebiet ist im
Wesentlichen stabilisiert, größere Zuwächse sind dauerhaft nicht zu erwarten. Der
Bevölkerungszuwachs in der Region wird als stagnierend beurteilt, die demografische
Entwicklung weist auf die Abnahme jüngerer Bevölkerungsgruppen hin. Die BMVBS-Prognose
für 2025 weist für den Einkaufsverkehr eine geringfügige Schrumpfung des Aufkommens aus.
Unter diesen Annahmen erscheint es sinnvoll, die durchschnittliche bundesdeutsche
Gesamtverkehrszunahme des Gutachtens zur Einschätzung des künftigen Ziel- und
Quellverkehrs in Höhe von 0,88 % p. a. zu hinterfragen. Unter der Annahme, dass die
Einwohnerzahl im Einzugsgebiet stagniert und die Kaufkraft (erhöhter Rentneranteil) tendenziell
eher sinkt erscheint eine moderate jährliche Zunahme des Ziel-/Quell-Verkehrs (=Berufs- und
Einkaufsverkehr) mit < 0,3% p. a. plausibel.
Tabelle 3: Verkehrsbelastung Burgkirchener Straße; Basis Verkehrszählung 2008;
Berechnungsgrundlagen Durchgangsverkehr: Lkw + 5% p.a.; Pkw + 40 % 2004-2025;
Ziel-/Quell-Verkehr: Lkw + Pkw 0,3 % p.a. (Gutachten 0,8 % Zuwachs in allen Kategorien)
Verkehrsentwicklung Burgkirchener Straße 2008 - 2025
Lkw
Wegscheid
Jahr der
Zählung bzw. Basis ZähH o c hre c hnung
lung 2008
2008
2010
2015
2020
2025
2290
2525
3222
4113
5249
Gesamt
V e rk e hr m it
re duzie rt e m
Z ie l- / Q ue llV e rk e hrs zuwa c hs
0 ,3 % Z una hm e
p.a . Z ie l- /
Q ue ll- V e rk e hr
Lk w + P k w
0 ,3 % Lk wZ una hm e p.a .
Z ie l- / Q ue llV e rk e hr
0 ,3 % P k wZ una hm e p.a .
Z ie l- / Q ue llV e rk e hr
+ 5 % Lk w p.a .
D urc hga ngs V e rk e hr
+ 40 % P kw
D urc hga ngs V e rk e hr 2 0 0 4 2025
12000
12182
12677
13243
13896
9620
9678
9824
9972
10123
530
533
541
549
558
9090
9145
9283
9423
9565
660
728
929
1185
1513
1720
1776
1925
2086
2260
In der Verkehrszählung 2008 beträgt der tägliche Pkw-Durchgangsverkehr in der Burgkirchener
Straße ~ 1.720 Fahrzeuge. Dieser wird bis 2025 auf ~2.260 Fahrzeuge anwachsen (Tabelle 3;
Urlaub; +40% 2004 – 2025). Der Ziel- und Quellverkehr - für Lkw und Pkw gemeinsam - wird,
anders als im Gutachten, mit 0,3 % angenommen (von täglich 9.620 Fahrzeugen 2008 auf
10.123 Fahrzeuge 2025). Mit 13.896 Fahrzeugen im Gesamtdurchlauf wird wieder die
Größenordnung des Gutachtens erreicht, nur mit dem Unterschied, dass sich in diesem Modell
der Durchgangsverkehr (Lkw+Pkw) anteilig von 19,8 % auf 27,2 % erhöht.
Unter der Annahme der jährlichen Steigerung (s.o.) werden 2025 1513 Lkw die Burgkirchener
Straße im Durchgangsverkehr nutzen. Bei moderat anwachsender Ver-/Entsorgung der Stadt mit
Gütern (Lkw-Ziel-/ Quell-Verkehr + 0,3 % p.a.) wird der Gesamt-Lkw-Anteil in der Burgkirchener
Straße im Falle der Nulllösung auf 2.071 Fahrzeuge anwachsen.
Verlagerung von der Burgkirchener Straße können 2025 auf die Umgehungsstraße:
• täglich 1.513 Lkw im Durchgangsverkehr (= 73,1 % von 2.071 Lkw)
• täglich 2.260 Pkw im Durchgangsverkehr (= 19,1 % von 11.825 Pkw)
• Prof. Kurzak prognostiziert in seinem Gutachten darüber hinausgehend eine weitere
Verlagerung von Durchgangsverkehr zur Wackerpforte West, sofern die
Umgehungstrasse B als ortsnahe Umgehung realisiert wird.
Durchgangsverkehr von der Wegscheid über Marktler und Berchtesgadener Straße
Da eine Verkehrszählung an der Engl-Kreuzung fehlt, müssen hier zur Abschätzung der Anteile
von Ziel-/Quellverkehr und Durchgangsverkehr einige Annahmen getroffen werden. Grundlage
hierfür soll die Befragung der Verkehrsteilnehmer vom 17. Juni 2009 an den südlichen Zufahrten
B 20 und Grenzübergang Neue Brücke sein.
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Festlegungen:
1. Alle Fahrziele außer Zielangabe Burghausen und Wacker-Chemie werden dem
Durchgangsverkehr zugeordnet (einschließlich OMV).
2. Richtung Nord werden die in die Berchtesgadener Straße einfahrenden Fahrzeuge zu
Grunde gelegt (Salzlände, Alte Brücke und Stadtplatz bleiben unberücksichtigt)
3. Lkw, die am Bürgerhaus in die Marktler Straße einbiegen, werden dem
Durchgangsverkehr zugeordnet
4. Fahrzeuge, die von der Tittmoninger Str. in die B 20 Richtung Süden abbiegen, bleiben
unberücksichtigt (kein Stadtverkehr).
5. Die prozentualen Anteile am Durchgangsverkehr Richtung Nord (21,1 %), ermittelt durch
die Befragung, werden in gleicher Höhe dem in Richtung Süd in die Berchtesgadener Str.
einfahrenden Verkehr angerechnet.
Tabelle 4: Verkehrsbelastung Berchtesgadener-/Tittmoninger Straße (Napoleonshöhe);
Basis Verkehrszählung 2008
Fahrtrichtung Süd
Pkw
Lkw
1040
186
8300
204
9340
390
Verkehrszählung *)
2008; B20/St2357
Durchgangsverkehr
Ziel-/Quellverkehr
Gesamtverkehr
Fahrtrichtung Nord
Pkw
Lkw
930
170
4190
270
5120
440
Summe
2326
12964
15290
*) Durchgangs- und Ziel-/Quellverkehrs-Anteile wurden aus den Zählungen der Verkehrsströme herausgerechnet
Daraus ergeben sich im Durchgangsverkehr 1100 von insgesamt 5220 Fahrzeugen, die an der
Napoleonshöhe in die Berchtesgadener Straße einfahren (21,1 %). Für die folgende
Abschätzung der Verkehrszunahme bis 2025 wird unterstellt, dass der Durchgangsverkehr in
Richtung Süd (Neue Brücke, B 20 Tittmoning) anteilsmäßig zum Gesamtverkehr ebenso
gewertet werden darf, wie der befragte Verkehr in Nordrichtung. Daraus folgt für den
Durchgangsverkehr Richtung Süd, gemessen in der Berchtesgadener Straße: 21,1 % von 5810
Fahrzeugen = 1224 Fahrzeuge (Pkw + Lkw).
Zum Schwerlast-Durchgangsverkehr wird angenommen, dass die täglich 170 Lkw, die die
Berchtesgadener Straße und weiter die Marktler Straße in Richtung Nord befahren (von
insgesamt 330 eingefahrenen Lkw), dem Durchgangsverkehr zugeordnet werden können.
Bezogen auf den an der Napoleonshöhe in die Berchtesgadener Straße einfahrenden
Gesamtverkehr machen 170 Lkw einen Anteil von 3,2 % aus. Analog dazu entsprechen in
Südrichtung 3,2 % auf der Berchtesgadener Straße fahrende Lkw von 5.810 Fahrzeugen 186
Lkw im Durchgangsverkehr.
Tabelle 5: Künftige Entwicklung der Verkehrsbelastung Berchtesgadener-/Tittmoninger Straße;
Verkehrsentwicklung Berchtesgadener-/Tittmoninger Straße 2008 - 2025
Jahr der
Hochrechnung
Zufahrt Lkw
Marktler
Straße
2008
2010
2015
2020
2025
390
430
549
700
894
Zählung bzw.
Gesam t
0,3%
Verkehr m it
0,3% Lkw 0,3% Pkw + 5 % Lkw
Zufahrt Lkw
Zunahm e p.a.
0,3 %
Zunahm e p.a. Zunahm e p.a.
p.a.
Neue Brücke
Ziel-/ QuellZuw achs p.a.
Ziel-/ QuellZiel-/ Quell- Durchgangs+ B20
Verkehr Lkw
Ziel-/ QuellVerkehr
Verkehr
Verkehr
+ Pkw
Verkehrs
440
485
619
790
1008
15290
15469
15944
16467
17046
12964
13042
13239
13438
13641
474
477
484
491
499
12964
13042
13239
13438
13641
356
392
501
639
816
Berechnungsgrundlagen Durchgangsverkehr: Lkw + 5% p.a.; Pkw + 40 % 2004-2025;
Ziel-/Quell-Verkehr: Lkw + Pkw 0,3 % p.a.;
Basis Verkehrszählung 2008;
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+ 40 % Pkw
DurchgangsVerkehr
2004 - 2025
1970
2034
2205
2389
2589
Tabelle 5: „worst-case-scenario“
Burgkirchener Straße
Marktler Straße
Ges.-Verk.,
Ziel-/ QuellVerkehr
Lkw + Pkw
... zeigt den Verkehrszuwachs, wenn die
jährliche Zunahme des Ziel- und QuellVerkehrs gemäß dem Kurzak-Gutachten mit
15 % bis 2025 (0,88% p.a.) zugrunde gelegt
wird.
2008
2010
2015
2020
2025
Ges.-Verk.
Ziel-/ QuellVerkehr
Lkw + Pkw
+0,88% p.a.
davon +
0,88 %
Ziel-/ QuellVerkehr p.a.
Lkw + Pkw
+ 0,88% p.a.
davon +
0,88 %
Ziel-/ QuellVerkehr p.a.
Lkw + Pkw
9620
9782
10180
10594
11024
12000
12286
13033
13865
14797
12964
13183
13719
14276
14856
15290
15610
16424
17304
18261
Wie geht es weiter in Burghausen ?
Das Kurzak-Gutachten geht beim Prognose-Nullfall von einem Zuwachs in der Burgkirchener
Straße werktäglich auf 14.000 Fahrzeuge aus. Die Betrachtung mit reduziertem Zuwachs bei
Ziel- und Quellverkehr und verstärktem Durchgangsverkehr endet zwar in der gleichen
Größenordnung, belegt dabei aber einen wesentlich stärkeren Anteil von Schwerlast-Lkw. Im
„worst-case-scenario“ wird die Gutachten-Prognose mit 14.797 Fahrzeugen noch übertroffen.
Auch in der Marktler-/Berchtesgadener Straße muss bis 2025 mit einer hohen Verkehrszunahme
zu gerechnet werden. Wegen der starken Fluktuation im Kurzparkbereich und Parkplatzsuche
zwischen Robert-Koch-Straße und Einmündung Berchtesgadener Straße muss hier ohne
ergänzende Maßnahmen mit erheblichen Behinderungen, stop-and-go und gesteigerter
Unfallgefahr gerechnet werden.
Auf der Tittmoninger Straße von und zur Neuen Brücke ist ein erheblicher Zuwachs an LkwVerkehr zu erwarten. Und auf der engen und kurvigen B 20 stadtauswärts Richtung Tittmoning
wird vor allem der Lkw-Verkehr zunehmen, wenn die Ortsumgehung bei Pirach die Bahnlinie
nicht schrankenfrei quert.
Die Umgehungsstraße, ausgeführt mit einer schrankenfreien Umfahrung von Pirach und
ausgewiesen als B20 wird diese Situation nur bezüglich Herkunft/Ziel Tittmoning/Laufen
entschärfen können. Der Lkw-Anteil vom Grenzübergang Neue Brücke wäre teilweise auf die
Ortsumgehung zu verlagern, wenn ein neuer, schwerlasttauglicher Salzachübergang im Raum
Ostermieting realisiert würde. Ähnlich wirksam wäre aber auch die Errichtung eines (oder
mehrerer) Auslieferungslager für die hier transportierten Raffinerieprodukte der OMV, ebenfalls
im Raum Ostermieting.
Die Problematik ist vielschichtig und kompliziert, zumal es sich – mit Ausnahme der
Burgkirchener Straße – um eine Staats- bzw. Bundesstraße handelt. Gleichwohl wäre es
hilfreich, wenn Stadtverwaltung und Bürgerschaft ihre eigenen Vorstellungen zur
Verkehrsentwicklung in Burghausen gemeinsam erarbeiten und kommunizieren würden. Hierfür
wurde vor 2 Jahren der Arbeitskreis Verkehrsentwicklung einberufen. Seine tätige Mitarbeit wäre
für eine zukunftsorientierte Lösung der innerstädtischen Burghauser Verkehrsentwicklung sicher
hilfreich.
Ein weiterer Aspekt sollte in diesem Zusammenhang nicht unerwähnt bleiben. Die Weiterentwicklung der Kraftfahrzeugtechnik beschert uns leisere Motoren und Reifen. Der Feinstaubausstoß,
verursacht durch Straßenabrieb, Abgase und Bremsvorgänge wird deutlich höher ausfallen, als
die Lärmminderung. Dies wäre bei der Fortschreibung der Feinstaubverordnung/Aktionsplan zu
berücksichtigen.
-8-