Studie BI Verkehrskonzept - Bürgerinitiative Verkehrskonzept
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Studie BI Verkehrskonzept - Bürgerinitiative Verkehrskonzept
BÜRGERINITIATIVE VERKEHRSKONZEPT BURGHAUSEN www.bi-verkehrskonzept.bgh.de Verkehrsaufkommen in Burghausen bis 2025 Wie entwickelt sich der innerstädtische Verkehr in den nächsten 15 Jahren weiter und wie viel Durchgangsverkehr kann von der Burgkirchener-/ Marktler-/ Berchtesgadener-/ Tittmoninger Straße auf die Umgehungsstraße verlagert werden. Eine Auswertung der Verkehrszählungen von 2008 / 2009 von Bernd Passer, Dipl.-Ing. (FH) Bernd Passer, Marienberger Straße 48, 84489 Burghausen, Tel. 08677 65656, [email protected] LKWs machen die Straßen kaputt, PKWs machen sie nur voll ... 1 Lkw-Achse mit 10 t entspricht 160.000 Pkw-Achsen mit 0,5 t Verkehrszunahme 2008 - 2025 Verkehrszunahme 2008 - 2025 Burgkirchener und Marktler Straße Burgkirchener und Marktler Straße Pkw-Zunahme Lkw -Zunahme Ziel-/Quellverkehr Lkw + Pkw Gesamtverkehr Lkw + Pkw 25,0% 70,0% 23,2% 63,7% 60,0% 20,0% 50,0% 42,1% 14,5% 15,0% 15,8% 40,0% 30,0% 10,0% 20,0% 10,0% 5,0% 16,8% 8,7% 0,0% 5,2% 0,0% "best case scenario" "best case scenario" "w orst case scenario" "w orst case scenario" Lkws belasten die Straßen-Infrastruktur, denn zwischen Achslast und Straßenschäden besteht eine exponentielle Beziehung. Der Hauptfaktor, der die Reparatur- und Wartungsanfälligkeit von Strassen beeinflusst, ist ... zunächst einmal die Zahl der Lkws; Lkws mit Achslasten über den gesetzlich festgelegten Grenzwerten verursachen jedoch einen unverhältnismäßig hohen Anteil an Schäden. Quelle: http://www.dynapac.com/Global/Additional_files/VSVI_DE2009.pdf http://www.kistler.com/de_de-de_corp/70_RoadTraffic/Strasse-und-Verkehr-WIM.html -2- Vorwort Am 1. Dezember 2008 legte Professor Dr.-Ing. Harald Kurzak, apl. Professor an der Technischen Universität München und beratender Ingenieur für Verkehrsplanung, sein Gutachten zur „Verkehrsuntersuchung B 20, Knoten Wegscheid und Umfahrung Burghausen – 2008“ vor, das er im Auftrag des Landratsamtes Altötting angefertigt hatte. Grundlage des Gutachtens waren u. a. eigene Verkehrszählungen am 22./23. Oktober 2008. Das Gutachten wurde von Herrn Prof. Kurzak am 5. Februar 2009 in einem VerkehrsWorkshop im Stadtsaalgebäude in Burghausen vorgestellt und erörtert. In diesem Erörterungstermin wurde Prof. Kurzak aufgetragen, mit ergänzenden Verkehrszählungen den Verkehrsstatus auf den Zufahrtstraßen von Süden her zu ermitteln und die innerstädtischen Verkehrsströme zu aktualisieren. Auftraggeber für die Ergänzungsarbeiten war die Stadt Burghausen. Am 19. August 2009 wurde das erweiterte und aktualisierte Gutachten vorgelegt. Als Mitglied im Sprecherkreis der BÜRGERINITIATIVE VERKEHRSKONZEPT BURGHAUSEN hat sich der Autor intensiv mit den Inhalten, den Grundlagen und Annahmen des Gutachtens beschäftigt und einige Einzelpunkte herausgearbeitet, bei denen Abweichungen zu den Aussagen des Gutachters plausibel erscheinen. Ziel des Autors war jedoch nicht, das Gutachten zu widerlegen oder ein eigenes, abweichendes „Gutachten“ zu erstellen (was aufgrund fehlender eigener Fachkenntnis höchst fragwürdig wäre). Der Autor wollte vielmehr herausfinden, wie sich auf der Basis demoskopischer und demografischer Entwicklungen erstellte Verkehrsprognosen in Burghausen auswirken werden. Dieser Aspekt war nicht Teil des Auftrages an Herrn Prof. Kurzak, weshalb er auch nur ansatzweise bei der Beurteilung der Entlastungswirkung unterschiedlicher Ortsumgehungsvarianten in seinem Gutachten aufscheint. Bei seiner Arbeit hat der Autor weitgehend die aktualisierten Verkehrszählungen des neuesten Gutachtens verwendet. Für die Zukunftsprognosen wurde ein Papier des Bundes-Verkehrsministerium (BMVBS) „Prognose der deutschlandweiten Verkehrsverflechtungen 2025; FE-Nr. 6.0857/2005 Kurzfassung - München/Freiburg, 14.11.2007“ herangezogen. Insbesondere auf deren Inhalte stützen sich die abweichenden Einschätzungen des Autors gegenüber den Grundlagen und Annahmen des Gutachtens bezüglich der spezifischen Situation des Standortes Burghausen und seiner Anbindung an die bundesdeutschen Verkehrsnetze. Burghausen im Februar 2010 Bernd Passer -3- In seinem Gutachten geht Prof. Kurzak von einer Verkehrszunahme aus, die sich an der durchschnittlichen Steigerung der Gesamtverkehrsleistung der Bundesrepublik (Lkw + 15% bis 2025; + 0,88 % p.a.) orientiert. In dieser Sichtweise werden einige Sondereffekte bezüglich der Situation der Burghauser Durchgangsstraßen nicht berücksichtigt. Laut Prognose des Bundesverkehrsministeriums (BMVBS; http://www.bmvbs.de/.../Verkehrsprognose- 2025-Kurzfassung.pdf.; Tabelle 0-3; Tabelle 0-4) werden sich der Straßen-Güterverkehr und der Personenverkehr von 2004 bis 2025 unterschiedlich entwickeln. Der Urlauberverkehr (Pkw; Blaue Route) wird bis 2025 um 43,9 % (Aufkommen) bzw. 41 % (Leistung) zunehmen. Der Straßen-Güterverkehr wird bis 2025 um 55 % (Aufkommen) bzw. 84% (Leistung) zunehmen Der Seehafen-Hinterlandverkehr und der Schienen-KV-Zuwachs werden mit 168 % bzw. 116 % beziffert. In einigen Fahrtzwecken geht die Nachfrage sogar zurück, nämlich im Ausbildungsverkehr und aufkommensbezogen auch im Einkaufsverkehr. Deren Anteile nehmen somit mehr oder minder ab BMVBS-Tabelle 0-3 (Ausschnitte): Personenverkehrsentwicklung in Deutschland 2004 - 2025 BMVBS-Tabelle 0-4 (Ausschnitte): Güterverkehrsentwicklung in Deutschland 2004 – 2025 An dieser Stelle soll zunächst der Schwerlastverkehr betrachtet werden. Aussagen der BMVBS-Verkehrsprognose (auszugsweise, sinngemäß): Die Güterverkehre nach Österreich, Italien und in die Schweiz folgen in der Zunahme an zweiter Stelle (nach Westeuropa). Insbesondere Südost- und Osteuropa weisen bis 2025 ein überproportionales Wachstum zwischen 4 % und 5 % p.a. auf. Außerdem wird im Containerverkehr mit einem jährlichen Zuwachs von über 6,5 % p.a. eine hohe Dynamik erwartet. (s. auch Tab 0-4, KV + 129 %). Sondereffekte bei der Straßen-Güterverkehrsentwicklung Burghausen Für Burghausen bedeutet das, dass der Lkw-Durchgangsverkehr auf der Bundesstraße B 20 als international wirksamer, mautfreier Gütertransport-Achse zwischen Cham(CS)/A 3 und A8, innerstädtisch über die Burgkirchener und die Marktler Straße verlaufend, überproportional zunehmen wird. Auch der Lkw-Verkehr über den Grenzübergang Neue Brücke wird weiter erheblich zunehmen. Ebenso wird die Anlieferung zum und die Abfahrt vom KV-Terminal nicht ohne Einfluss auf den Lkw-Durchgangsverkehr sein. 70.000 Hübe p.a. entsprechen 70.000 Lkw -4- (davon ein hoher Anteil von Werksverkehr innerhalb des Industriegebietes Burghausen), von denen nicht wenige vom Terminal in die Region fahren werden. Für 2005 wird der tägliche Lkw-Verkehr südlich der Wegscheid mit 1612 (7,3 % SV von 22.086 Fahrzeugen) angegeben (Gutachten, S.10). Ausgehend von einer jährlichen Steigerung von 5 % ab 2004 (Prognose BMVBS) wären für 2008 1.866 Lkw zu erwarten gewesen. Gemessen wurden 2008 2.290 Lkw (Gutachten Anlage 2b), ein jährlicher Anstieg von 10,5 % p.a. (statt - auf Basis 2004 zurückgerechnet - prognostizierter 5 % p.a.). Ob hierin bereits Zuwachs aus den Industrie-Investitionen 2006 – 2008 in Höhe von > 2 Mrd. € enthalten ist, oder ob andere Sondereffekte der Stadt Burghausen bzw. der B 20 wirken, kann nachträglich nicht festgestellt werden. Für 2025 sind südlich der Wegscheid auf der gemessenen Basis von 2008 bei einer jährlichen Zunahme von 5 % 5.249 Lkw zu erwarten. Im Fall der Nulllösung, ohne Ortsumgehung B 20 neu, verteilt sich dieser Lkw-Strom auf die Burgkirchener Straße und die Marktler Straße. Wirksamkeit der Ortsumgehung B 20 neu – Verlängerung von der GVS nach Hochöster Im Falle der Nulllösung wird bei gleichzeitiger Zunahme der Schienen-Gütertransporte am Bahnübergang Pirach der St 2107 die Staubildung ebenfalls überproportional zunehmen, was wiederum zu einer teilweisen Rückverlagerung von Lkw-Durchgangsverkehr auf die weiterhin bestehende B 20-Ortsdurchfahrt durch Marktler-/ Berchtesgadener Straße führen kann. Bereits heute wird hier Schwerlastverkehr in Richtung Tittmoning/Freilassing beobachtet, der ebenso bis 2025 um 129 % (+ 5 % p. a.) zunehmen wird. Bei jährlich 5 % Zunahme wird am Grenzübergang „Neue Brücke“ der tägliche Lkw-Verkehr bis 2025 auf 1.284 Lkw anwachsen. Hier (für den grenzüberschreitenden Verkehr) kann die Ortsumgehung B 20 ohne einen weiteren schwerlasttauglichen Salzach-Übergang zwischen Burghausen und Freilassing nur sehr bedingt wirken. Ein weiterer Sondereffekt für Burghausen – auch ohne das KV-Terminal - sind die bereits erwähnten Industrie-Erweiterungen von > 2 Milliarden €. Der erhöhte Transportbedarf aufgrund dieser Erweiterungen ist ganz sicher nicht in der jährlichen Steigerungsprognose des BMVBS in Höhe von 5 % p.a. enthalten. Es muss vielmehr angenommen werden, dass die Zahlen der Zufahrt/Abfahrt von Lkw zur Wacker Pforte West (zukünftig Nordwest) sowie die Zufahrt/Abfahrt zur OMV-Raffinerie von 2008 verdoppelt werden müssen. Die erhöhten Wacker-Anfahrten werden weitestgehend nach Norden Auf die A 94 bzw. über die Ortsumgehung B 20 neu gehen. Bei der OMV-Logistik – kein Bahntrans-port von Raffinerieprodukten nach Österreich – ist der zusätzliche Schwerlastverkehr zu mindestens 60 % mit einer Ortsdurchfahrt über Marktler/Berchtesgadener-/Tittmoninger Straße zur Neuen Brücke verbunden. Entlastung der Burgkirchener Straße Das Kurzak-Gutachten kalkuliert die Masse des täglichen Gesamtverkehrs in der Burgkirchener Straße für 2025 mit ca. 14.000 Fahrzeugen. Lkw werden hier mit ca. 1.400 angenommen (10% aller Fahrzeuge). Nach Tabelle 3 beträgt aber die Lkw-Zunahme in der Burgkirchener Straße bis 2025 im Falle der Nullösung bereits 930 Fahrzeuge auf 2120, davon 1513 im Durchgangsverkehr. Hier hat der vom KV-Terminal ausgehende, zusätzliche SchwerlastVerkehr noch keine Berücksichtigung gefunden (70.000 Hübe p.a. entsprechen 70.000 Lkw). Auch die zu erwartende Verdoppelung des Produktausstoßes der Burghauser Industriewerke in Folge der Erweiterungsinvestitionen ist in diesen Zahlen nicht berücksichtigt. Obwohl sich der überwiegende Anteil dieser zusätzlichen Verkehre zwischen Terminal und Werken sowie zur A 94 nach Norden bewegen wird, muss mit einer nicht unerheblichen weiteren Lkw-Zunahme in Richtung Burghausen, im Fall der Nulllösung durch die Burgkirchener und Marktler Straße gerechnet werden. -5- Langsamere Entwicklung des Ziel- und Quell-Verkehrs ? Burghausen hat eine Funktion als Einkaufs-, Arbeits- und Kulturstadt. Das Einzugsgebiet ist im Wesentlichen stabilisiert, größere Zuwächse sind dauerhaft nicht zu erwarten. Der Bevölkerungszuwachs in der Region wird als stagnierend beurteilt, die demografische Entwicklung weist auf die Abnahme jüngerer Bevölkerungsgruppen hin. Die BMVBS-Prognose für 2025 weist für den Einkaufsverkehr eine geringfügige Schrumpfung des Aufkommens aus. Unter diesen Annahmen erscheint es sinnvoll, die durchschnittliche bundesdeutsche Gesamtverkehrszunahme des Gutachtens zur Einschätzung des künftigen Ziel- und Quellverkehrs in Höhe von 0,88 % p. a. zu hinterfragen. Unter der Annahme, dass die Einwohnerzahl im Einzugsgebiet stagniert und die Kaufkraft (erhöhter Rentneranteil) tendenziell eher sinkt erscheint eine moderate jährliche Zunahme des Ziel-/Quell-Verkehrs (=Berufs- und Einkaufsverkehr) mit < 0,3% p. a. plausibel. Tabelle 3: Verkehrsbelastung Burgkirchener Straße; Basis Verkehrszählung 2008; Berechnungsgrundlagen Durchgangsverkehr: Lkw + 5% p.a.; Pkw + 40 % 2004-2025; Ziel-/Quell-Verkehr: Lkw + Pkw 0,3 % p.a. (Gutachten 0,8 % Zuwachs in allen Kategorien) Verkehrsentwicklung Burgkirchener Straße 2008 - 2025 Lkw Wegscheid Jahr der Zählung bzw. Basis ZähH o c hre c hnung lung 2008 2008 2010 2015 2020 2025 2290 2525 3222 4113 5249 Gesamt V e rk e hr m it re duzie rt e m Z ie l- / Q ue llV e rk e hrs zuwa c hs 0 ,3 % Z una hm e p.a . Z ie l- / Q ue ll- V e rk e hr Lk w + P k w 0 ,3 % Lk wZ una hm e p.a . Z ie l- / Q ue llV e rk e hr 0 ,3 % P k wZ una hm e p.a . Z ie l- / Q ue llV e rk e hr + 5 % Lk w p.a . D urc hga ngs V e rk e hr + 40 % P kw D urc hga ngs V e rk e hr 2 0 0 4 2025 12000 12182 12677 13243 13896 9620 9678 9824 9972 10123 530 533 541 549 558 9090 9145 9283 9423 9565 660 728 929 1185 1513 1720 1776 1925 2086 2260 In der Verkehrszählung 2008 beträgt der tägliche Pkw-Durchgangsverkehr in der Burgkirchener Straße ~ 1.720 Fahrzeuge. Dieser wird bis 2025 auf ~2.260 Fahrzeuge anwachsen (Tabelle 3; Urlaub; +40% 2004 – 2025). Der Ziel- und Quellverkehr - für Lkw und Pkw gemeinsam - wird, anders als im Gutachten, mit 0,3 % angenommen (von täglich 9.620 Fahrzeugen 2008 auf 10.123 Fahrzeuge 2025). Mit 13.896 Fahrzeugen im Gesamtdurchlauf wird wieder die Größenordnung des Gutachtens erreicht, nur mit dem Unterschied, dass sich in diesem Modell der Durchgangsverkehr (Lkw+Pkw) anteilig von 19,8 % auf 27,2 % erhöht. Unter der Annahme der jährlichen Steigerung (s.o.) werden 2025 1513 Lkw die Burgkirchener Straße im Durchgangsverkehr nutzen. Bei moderat anwachsender Ver-/Entsorgung der Stadt mit Gütern (Lkw-Ziel-/ Quell-Verkehr + 0,3 % p.a.) wird der Gesamt-Lkw-Anteil in der Burgkirchener Straße im Falle der Nulllösung auf 2.071 Fahrzeuge anwachsen. Verlagerung von der Burgkirchener Straße können 2025 auf die Umgehungsstraße: • täglich 1.513 Lkw im Durchgangsverkehr (= 73,1 % von 2.071 Lkw) • täglich 2.260 Pkw im Durchgangsverkehr (= 19,1 % von 11.825 Pkw) • Prof. Kurzak prognostiziert in seinem Gutachten darüber hinausgehend eine weitere Verlagerung von Durchgangsverkehr zur Wackerpforte West, sofern die Umgehungstrasse B als ortsnahe Umgehung realisiert wird. Durchgangsverkehr von der Wegscheid über Marktler und Berchtesgadener Straße Da eine Verkehrszählung an der Engl-Kreuzung fehlt, müssen hier zur Abschätzung der Anteile von Ziel-/Quellverkehr und Durchgangsverkehr einige Annahmen getroffen werden. Grundlage hierfür soll die Befragung der Verkehrsteilnehmer vom 17. Juni 2009 an den südlichen Zufahrten B 20 und Grenzübergang Neue Brücke sein. -6- Festlegungen: 1. Alle Fahrziele außer Zielangabe Burghausen und Wacker-Chemie werden dem Durchgangsverkehr zugeordnet (einschließlich OMV). 2. Richtung Nord werden die in die Berchtesgadener Straße einfahrenden Fahrzeuge zu Grunde gelegt (Salzlände, Alte Brücke und Stadtplatz bleiben unberücksichtigt) 3. Lkw, die am Bürgerhaus in die Marktler Straße einbiegen, werden dem Durchgangsverkehr zugeordnet 4. Fahrzeuge, die von der Tittmoninger Str. in die B 20 Richtung Süden abbiegen, bleiben unberücksichtigt (kein Stadtverkehr). 5. Die prozentualen Anteile am Durchgangsverkehr Richtung Nord (21,1 %), ermittelt durch die Befragung, werden in gleicher Höhe dem in Richtung Süd in die Berchtesgadener Str. einfahrenden Verkehr angerechnet. Tabelle 4: Verkehrsbelastung Berchtesgadener-/Tittmoninger Straße (Napoleonshöhe); Basis Verkehrszählung 2008 Fahrtrichtung Süd Pkw Lkw 1040 186 8300 204 9340 390 Verkehrszählung *) 2008; B20/St2357 Durchgangsverkehr Ziel-/Quellverkehr Gesamtverkehr Fahrtrichtung Nord Pkw Lkw 930 170 4190 270 5120 440 Summe 2326 12964 15290 *) Durchgangs- und Ziel-/Quellverkehrs-Anteile wurden aus den Zählungen der Verkehrsströme herausgerechnet Daraus ergeben sich im Durchgangsverkehr 1100 von insgesamt 5220 Fahrzeugen, die an der Napoleonshöhe in die Berchtesgadener Straße einfahren (21,1 %). Für die folgende Abschätzung der Verkehrszunahme bis 2025 wird unterstellt, dass der Durchgangsverkehr in Richtung Süd (Neue Brücke, B 20 Tittmoning) anteilsmäßig zum Gesamtverkehr ebenso gewertet werden darf, wie der befragte Verkehr in Nordrichtung. Daraus folgt für den Durchgangsverkehr Richtung Süd, gemessen in der Berchtesgadener Straße: 21,1 % von 5810 Fahrzeugen = 1224 Fahrzeuge (Pkw + Lkw). Zum Schwerlast-Durchgangsverkehr wird angenommen, dass die täglich 170 Lkw, die die Berchtesgadener Straße und weiter die Marktler Straße in Richtung Nord befahren (von insgesamt 330 eingefahrenen Lkw), dem Durchgangsverkehr zugeordnet werden können. Bezogen auf den an der Napoleonshöhe in die Berchtesgadener Straße einfahrenden Gesamtverkehr machen 170 Lkw einen Anteil von 3,2 % aus. Analog dazu entsprechen in Südrichtung 3,2 % auf der Berchtesgadener Straße fahrende Lkw von 5.810 Fahrzeugen 186 Lkw im Durchgangsverkehr. Tabelle 5: Künftige Entwicklung der Verkehrsbelastung Berchtesgadener-/Tittmoninger Straße; Verkehrsentwicklung Berchtesgadener-/Tittmoninger Straße 2008 - 2025 Jahr der Hochrechnung Zufahrt Lkw Marktler Straße 2008 2010 2015 2020 2025 390 430 549 700 894 Zählung bzw. Gesam t 0,3% Verkehr m it 0,3% Lkw 0,3% Pkw + 5 % Lkw Zufahrt Lkw Zunahm e p.a. 0,3 % Zunahm e p.a. Zunahm e p.a. p.a. Neue Brücke Ziel-/ QuellZuw achs p.a. Ziel-/ QuellZiel-/ Quell- Durchgangs+ B20 Verkehr Lkw Ziel-/ QuellVerkehr Verkehr Verkehr + Pkw Verkehrs 440 485 619 790 1008 15290 15469 15944 16467 17046 12964 13042 13239 13438 13641 474 477 484 491 499 12964 13042 13239 13438 13641 356 392 501 639 816 Berechnungsgrundlagen Durchgangsverkehr: Lkw + 5% p.a.; Pkw + 40 % 2004-2025; Ziel-/Quell-Verkehr: Lkw + Pkw 0,3 % p.a.; Basis Verkehrszählung 2008; -7- + 40 % Pkw DurchgangsVerkehr 2004 - 2025 1970 2034 2205 2389 2589 Tabelle 5: „worst-case-scenario“ Burgkirchener Straße Marktler Straße Ges.-Verk., Ziel-/ QuellVerkehr Lkw + Pkw ... zeigt den Verkehrszuwachs, wenn die jährliche Zunahme des Ziel- und QuellVerkehrs gemäß dem Kurzak-Gutachten mit 15 % bis 2025 (0,88% p.a.) zugrunde gelegt wird. 2008 2010 2015 2020 2025 Ges.-Verk. Ziel-/ QuellVerkehr Lkw + Pkw +0,88% p.a. davon + 0,88 % Ziel-/ QuellVerkehr p.a. Lkw + Pkw + 0,88% p.a. davon + 0,88 % Ziel-/ QuellVerkehr p.a. Lkw + Pkw 9620 9782 10180 10594 11024 12000 12286 13033 13865 14797 12964 13183 13719 14276 14856 15290 15610 16424 17304 18261 Wie geht es weiter in Burghausen ? Das Kurzak-Gutachten geht beim Prognose-Nullfall von einem Zuwachs in der Burgkirchener Straße werktäglich auf 14.000 Fahrzeuge aus. Die Betrachtung mit reduziertem Zuwachs bei Ziel- und Quellverkehr und verstärktem Durchgangsverkehr endet zwar in der gleichen Größenordnung, belegt dabei aber einen wesentlich stärkeren Anteil von Schwerlast-Lkw. Im „worst-case-scenario“ wird die Gutachten-Prognose mit 14.797 Fahrzeugen noch übertroffen. Auch in der Marktler-/Berchtesgadener Straße muss bis 2025 mit einer hohen Verkehrszunahme zu gerechnet werden. Wegen der starken Fluktuation im Kurzparkbereich und Parkplatzsuche zwischen Robert-Koch-Straße und Einmündung Berchtesgadener Straße muss hier ohne ergänzende Maßnahmen mit erheblichen Behinderungen, stop-and-go und gesteigerter Unfallgefahr gerechnet werden. Auf der Tittmoninger Straße von und zur Neuen Brücke ist ein erheblicher Zuwachs an LkwVerkehr zu erwarten. Und auf der engen und kurvigen B 20 stadtauswärts Richtung Tittmoning wird vor allem der Lkw-Verkehr zunehmen, wenn die Ortsumgehung bei Pirach die Bahnlinie nicht schrankenfrei quert. Die Umgehungsstraße, ausgeführt mit einer schrankenfreien Umfahrung von Pirach und ausgewiesen als B20 wird diese Situation nur bezüglich Herkunft/Ziel Tittmoning/Laufen entschärfen können. Der Lkw-Anteil vom Grenzübergang Neue Brücke wäre teilweise auf die Ortsumgehung zu verlagern, wenn ein neuer, schwerlasttauglicher Salzachübergang im Raum Ostermieting realisiert würde. Ähnlich wirksam wäre aber auch die Errichtung eines (oder mehrerer) Auslieferungslager für die hier transportierten Raffinerieprodukte der OMV, ebenfalls im Raum Ostermieting. Die Problematik ist vielschichtig und kompliziert, zumal es sich – mit Ausnahme der Burgkirchener Straße – um eine Staats- bzw. Bundesstraße handelt. Gleichwohl wäre es hilfreich, wenn Stadtverwaltung und Bürgerschaft ihre eigenen Vorstellungen zur Verkehrsentwicklung in Burghausen gemeinsam erarbeiten und kommunizieren würden. Hierfür wurde vor 2 Jahren der Arbeitskreis Verkehrsentwicklung einberufen. Seine tätige Mitarbeit wäre für eine zukunftsorientierte Lösung der innerstädtischen Burghauser Verkehrsentwicklung sicher hilfreich. Ein weiterer Aspekt sollte in diesem Zusammenhang nicht unerwähnt bleiben. Die Weiterentwicklung der Kraftfahrzeugtechnik beschert uns leisere Motoren und Reifen. Der Feinstaubausstoß, verursacht durch Straßenabrieb, Abgase und Bremsvorgänge wird deutlich höher ausfallen, als die Lärmminderung. Dies wäre bei der Fortschreibung der Feinstaubverordnung/Aktionsplan zu berücksichtigen. -8-