ALLGEMEINE INFORMATIONEN
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ALLGEMEINE INFORMATIONEN
AWO-LÄNDERREPORT BULGARIEN WIRTSCHAFT / AUSSENHANDEL GESCHÄFTSABWICKLUNG ZOLLREGIME / RECHT GESCHÄFTSREISEN AUSSENHANDELSSTELLE SOFIA L 5 /JÄNNER 2006 2 Herausgeber, Medieninhaber (Verleger) und Hersteller: AUSSENWIRTSCHAFT ÖSTERREICH (AWO) Wiedner Hauptstraße 63, Postfach 150, 1045 Wien, Redaktion: AWO-Redaktion Inland, Telefon: 05 90 900-4321, 4421, 4214, Telefax: 05 90 900-255, E-Mail: [email protected], Internet: http://wko.at/awo Die Unterlage zu dieser Veröffentlichung stellte die zuständige Außenhandelsstelle zur Verfügung. © AUSSENWIRTSCHAFT ÖSTERREICH (AWO) Die Wiedergabe mit Quellenangabe ist vorbehaltlich anders lautender Bestimmungen gestattet. Ist für die Wiedergabe bestimmter Text- und Multimedia-Daten (Ton, Bilder, Programme usw.) eine vorherige Genehmigung einzuholen, so hebt diese die oben stehende allgemeine Genehmigung auf; auf etwaige Nutzungseinschränkungen wird deutlich hingewiesen. Trotz sorgfältiger Prüfung aller in der vorliegenden Publikation enthaltenen Informationen sind Fehler nicht auszuschließen. Die Richtigkeit des Inhaltes ist daher ohne Gewähr. Eine Haftung der Außenhandelsstelle, der AUSSENWIRTSCHAFT ÖSTERREICH (AWO) bzw. der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) ist ausgeschlossen. Hinweis: Im Sinne einer leichteren Lesbarkeit werden geschlechtsspezifische Bezeichnungen nur in ihrer männlichen Form angeführt. Ein Service der AUSSENWIRTSCHAFT ÖSTERREICH (AWO) 3 ALLGEMEINE INFORMATIONEN ................................................................................. 4 WIRTSCHAFTSINFORMATIONEN ................................................................................ 6 AUSSENHANDEL .................................................................................................. 7 INFORMATIONEN ZUR MARKTBEARBEITUNG UND GESCHÄFTSABWICKLUNG ............................ 8 Landessprache ................................................................................................... 8 Geschäftssprachen .............................................................................................. 8 Maße und Gewichte ............................................................................................. 8 Normen ............................................................................................................ 8 Zahlungskonditionen ............................................................................................ 9 Forderungseintreibung .........................................................................................10 Wichtigste Messen und Ausstellungen .......................................................................11 Wichtigste Geschäftsbanken ..................................................................................12 INFORMATIONEN ZUM ZOLL- UND AUSSENHANDELSREGIME ..............................................13 Außenhandels- und Importbestimmungen ..................................................................13 Zollrecht .........................................................................................................13 Einfuhrsteuern ..................................................................................................14 Geschenk- und Mustersendungen ............................................................................14 Begleitpapiere für den Warenversand.......................................................................14 Verpackungsvorschriften, Markierungen, Ursprungsbezeichnungen ....................................14 Vertreterrecht ..................................................................................................16 Patent-, Marken- und Musterrecht ...........................................................................16 Wechsel- und Scheckrecht ....................................................................................16 Eigentumsvorbehalt, Konsignation...........................................................................16 Devisenrecht.....................................................................................................16 Bestimmungen für Montagearbeiten.........................................................................16 Konkursrecht ....................................................................................................16 Prozessrecht .....................................................................................................17 Schiedsgerichtsbarkeit .........................................................................................17 Niederlassungs-, Firmengründungs- und Investitionsrecht ...............................................18 Wirtschaftsrecht, Handelsgesetz.............................................................................18 Rechtshilfe und weitere Rechtsauskünfte ..................................................................18 Internetlinks .....................................................................................................19 INFORMATIONEN FÜR GESCHÄFTSREISENDE ................................................................20 REISETIPPS .......................................................................................................24 ERGÄNZENDE AUSKÜNFTE .....................................................................................26 WEITERE VERÖFFENTLICHUNGEN.............................................................................26 Ein Service der AUSSENWIRTSCHAFT ÖSTERREICH (AWO) 4 ALLGEMEINE INFORMATIONEN Staatsform Parlamentarische Republik Fläche 110.993 km² Bevölkerung 7,76 Mio. Einwohner (größere Minderheiten von ethnischen Türken und Roma; in den letzten 15 Jahren ist die Bevölkerung um 1,2 Mio. gesunken) Wichtigste Städte Sofia (Hauptstadt): Plovdiv (Messeplatz): Varna (Haupthafen): Burgas (petrochem. Ind.): Klima gemäßigt kontinental (etwas milder als in Wien) 1,2 Mio. Einwohner 341.000 Einw. 315.000 Einw. 193.000 Einw. AWO-Länderprofil - politischer und wirtschaftlicher Status quo: http://wko.at/awo/publikation/laenderprofil/lp_BG.pdf Historischer Überblick 681 – 1018 Erstes Bulgarisches Reich 1018 – 1185 byzantinische Herrschaft 1185 – 1336 Zweites Bulgarisches Reich 1336 – 1878 türkische Herrschaft 1878 – 1944 Drittes Bulgarisches Reich, Königsdynastie: Sachsen-Coburg-Gotha 1944 – 1989 Kommunistische „Volksrepublik Bulgarien“ seit Juli 1991 Parlamentarische Republik Nach der „ersten Wende“ im November 1989, als Bulgarien die Einparteienherrschaft und staatliche Kommandowirtschaft beseitigte, herrschten Jahre lang verworrene politische Verhältnisse mit häufigen Regierungswechseln. Ende 1994 gewann die Bulgarische Sozialistische Partei (BSP) der früheren Kommunisten die Parlamentswahlen; die in der Folge von Jan Videnov geführte Regierung brachte den politisch-wirtschaftlichen Transformationsprozess weitgehend zum Stillstand. Mitte 1996 kam es zu einer schweren Bankenkrise mit massiver Geldentwertung und hohen Einkommensverlusten der Bevölkerung. Der klare Sieg des Kandidaten der konservativen Opposition (Vereinigte Demokratische Kräfte - VDK), Peter Stoyanov, in den Präsidentenwahlen am 3. November 1996 löste eine schwere politische Krise aus, die in der Erstürmung des Parlaments am 10. Januar 1997 gipfelte. Bei der erzwungenen Neuwahl im April erreichten die „Vereinigten Demokratischen Kräfte“ die absolute Mehrheit im Parlament und stellen seither die Regierung unter Ivan Kostov. Mit dieser „zweiten Wende“ setzten in Bulgarien die längst fälligen Strukturreformen ein, vor allem im öffentlichen Dienst, im Energie-, Verkehrsund Bankensektor. Die Entstaatlichung von Industrie, Handel und Dienstleistungen wurde beschleunigt und inzwischen fast abgeschlossen. Auf Veranlassung des Internationalen Währungsfonds und anderer internationaler Finanzinstitutionen wurde im Juli 1997 ein Währungsrat (Currency Board) eingerichtet und die bulgarische Währung an die Deutsche Mark gekoppelt. Der Regierung gelang mittlerweile eine eindrucksvolle politische und volkswirtschaftliche Stabilisierung sowie eine zügige Erneuerung der Gesetzgebung im Hinblick auf den mit Vehemenz angestrebten EU-Beitritt. Die im Dezember 1999 ausgesprochene Einladung der EU zu offiziellen Verhandlungen wurde als eine Bestätigung der Regierung in ihren Bemühungen um Reformen und Öffnung des Landes sowie als Belohnung für die tatkräftige Solidarität in der Kosovo-Krise gewertet. Der damit in Aussicht gestellte EU-Beitritt löste im Land freudige Erwartung eines weiteren Aufschwunges aus, genauso wie die seit April 2001 Aufhebung der Visumpflicht für die Schengenstaaten. Ein Service der AUSSENWIRTSCHAFT ÖSTERREICH (AWO) 5 Der Europäische Rat von Kopenhagen hat Mitte Dezember 2002 beschlossen, den Beitrittsprozess mit Bulgarien weiter voranzubringen, um Bulgarien in seinem Ziel zu unterstützen, die Mitgliedschaft zur Europäischen Union im Jahre 2007 zu erreichen. Die Parlamentswahlen im Juni 2001 brachten einen Regierungswechsel durch den überraschenden Sieg des ehemaligen Zaren Simeon II, dessen „Nationale Bewegung Simeon II.“ gemeinsam mit „Bewegung für Freiheit und Rechte“ (Partei der türkischen Minderheit) eine Regierungskoalition bildete. Wirtschaftspolitisch wurde eine Fortsetzung der von den Vorgängern gesetzten Prioritäten wie Privatisierung und Schaffung der Rahmenbedingungen für einen künftigen EU-Beitritt angekündigt. Auch die Präsidentschaftswahlen im Herbst 2001 brachten eine politische Umschichtung: Präsident Stojanov wurde, trotz Unterstützung der Nationalen Bewegung Simeon II und der größten Oppositionspartei, abgewählt und der Sozialist Parvanov ging als Wahlsieger hervor. Die letzte Parlamentswahl vom 25. Juni 2005 brachte durch den Wahlsieg der Sozialistischen Partei eine neue Regierungskoalition, der nunmehr mit der „Nationalen Bewegung Simeon II“ und der „Bewegung für Freiheit und Rechte“ auch die sozialistische Partei angehört. Mitgliedschaft in internationalen Organisationen (Auszug) UNO mit allen Unterorganisationen wie UNIDO, IAEA usw.; WTO; Weltbankgruppe (IBRD); EBRD; IWF; Europarat; CEI; CEFTA (seit 1999); OSCE; EU (assoziiertes Mitglied), Antrag auf EU-Beitritt am 15.12.1995, Beginn der Verhandlungen Anfang 2000 (die Verhandlungen wurden am 15.6.2004 vorläufig abgeschlossen); WEU (assoziiertes Mitglied); NATO (seit 2.4.2004; OSZE (Vorsitz 2004). Wichtige Abkommen mit Österreich (Auszug) Rechtshilfe-Abkommen (BGBl. Nr. 268/1969), Abkommen über Zusammenarbeit im Tourismus (BGBl. Nr. 113/1972), Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung (BGBl. Nr. 425/1984), Investitionsschutzabkommen (BGBl. III Nr. 162/1997). Für den österreichisch-bulgarischen Handelsverkehr relevant ist seit 1. Februar 1995 Bulgariens Assoziierungs-Abkommen mit der EU („Europa-Abkommen“, EU-Amtsblatt Nr. L 358 vom 31.12.1994). Für Transporte gelten die internationalen Abkommen COTIF und SMGS (Bahn) und CMR (Straße). Internetlinks Ministerrat der Republik Bulgarien – Links zu den einzelnen Ministerien und zu Staatlichen Agenturen und Kommissionen, in englischer Sprache http://www.government.bg Bulgarische Investitionsagentur – Breites Informationsangebot (Projekte, Business-Guide, Infrastruktur-/Regionalprojekte, Tender, etc), in englischer Sprache http://investbg.government.bg/ Bulgarische Privatisierungsagentur – Aufstellung aktueller Kaufangebote bzw. abgeschlossener Privatisierungen, in englischer Sprache http://www.priv.government.bg Delegation der Europäischen Kommission in Bulgarien Förderprogrammen der Europäischen Union, in englischer Sprache http://www.evropa.bg – Informationen Ein Service der AUSSENWIRTSCHAFT ÖSTERREICH (AWO) zu den 6 WIRTSCHAFTSINFORMATIONEN Bis zum zweiten Weltkrieg war Bulgarien vornehmlich ein Agrarland. Nach der Machtübernahme der Kommunisten begann eine staatlich erzwungene Industrialisierung mit den Schwerpunkten Stahl, Maschinenbau, Elektrotechnik, Chemie und Kernenergie (AKW Kozloduj). Einzelne Industrien konnten beachtliche Marktpositionen im ehemaligen Comocon-Raum aufbauen (Pharmazeutika, Maschinenbau, Elektronik). Heute, nach Jahren verschleppter Restrukturierung und Privatisierung, zeugen zahlreiche Industrieruinen von den Fehlern dieser Politik. In der Industrie, aber auch im Agrarbereich sind Anlagen wie Produktionsmethoden großteils veraltet. Für Modernisierungsinvestitionen fehlt es fast überall an Geld. Hoffnungen auf ausländische Investoren haben sich bisher nur teilweise erfüllt. AWO-Wirtschaftsreport - Informationen zur wirtschaftlichen Lage: http://portal.wko.at/wk/format_detail.wk?AngID=1&StID=55755&BrID=502&DstID=670 Von 1989 bis Mitte 1994 sank das Bruttoinlandsprodukt jährlich real – bis auf etwa 70 Prozent des Niveaus von 1989. Gleichzeitig stiegen Inflation und Arbeitslosenrate. Ein positives Erbe dieser fünf Rezessionsjahre ist das gesetzliche Instrumentarium für eine freie Marktwirtschaft, vor allem das Handelsgesetz, die Liberalisierung des Außenhandels und des Devisenregimes, die Schaffung gesetzlicher Grundlagen für die Privatisierung, Restituierung und für ausländische Investitionen. Der etwa Mitte 1994 - nach Einführung der Mehrwertsteuer und Konsolidierung der Auslandsschulden - einsetzende leichte Wirtschaftsaufschwung kam durch die schwere Bankenkrise Mitte 1996 erneut zum Stillstand. Der Vertrauensverlust führte zu Flucht in Valuten und anderen unproduktiven Veranlagungen. Der Wert des Lev fiel gegenüber dem Dollar um mehr als 80 Prozent, die Inflation überstieg 300 Prozent, und die bulgarische Volkswirtschaft schrumpfte 1996 erneut real um fast 11 Prozent. Im ersten Halbjahr 1997 beschleunigte sich die Inflation noch und erreichte allein im Monat Februar 243 Prozent! Erst mit der Einführung des Währungsrates unter der Ägide des IWF und mit der Bindung des Lev an die Deutsche Mark ab 1. Juli – ersetzt durch die Bindung an den EURO seit 1.1.2002 - kam es zu einer deutlichen Stabilisierung der Wirtschaft. Die Inflation konnte stark reduziert werden. Der Staatshaushalt erwirtschaftete Überschüsse. Die Finanztranchen des IWF wurden dank strikter Erfüllung der Auflagen hinsichtlich Strukturreformen, Liberalisierung und Entstaatlichung pünktlich ausbezahlt. Gewisse Sorgen bereitet die zunehmend passive Handelsbilanz infolge der Öffnung des Marktes für Importe und der Probleme bulgarischer Produzenten. Infolge der zunehmend geordneten politischen und gesetzlichen Rahmenbedingungen mit Blickrichtung EU-Beitritt rechnet die Regierung mit verstärkten ausländischen Investitionen und dem Anhalten des Wirtschaftswachstums. Makroökonomische Daten BIP (2005, Veränderung real gegenüber Vorjahr): 5,6 % Inflation (I-X 2005): 4,5 % Arbeitslosigkeit (Okt. 2005): 10,4 % Reales BIP-Wachstum (in Prozent) Inflationsrate (in Prozent) 2001: 2002: 2003: 2004: 2001: 2002: 2003: 2004: 2005 (I-X): + + + + 4,0 4,8 4,3 5,6 4,8 3,8 5,6 4,0 4,5 Ein Service der AUSSENWIRTSCHAFT ÖSTERREICH (AWO) 7 BEDEUTENDE WIRTSCHAFTSSEKTOREN Der bedeutendste Wirtschaftssektor in Bulgarien ist der Dienstleistungssektor. In diesem Sektor ist der Tourismus einer der wichtigsten Wirtschaftszweige mit großem Wachstumspotenzial. Dem Dienstleistungssektor folgt der Industriesektor mit einem Anteil von 30,0 % am BIP. Um 0,7 Prozentpunkte ist der Anteil des Landwirtschaftssektors am BIP auf 11,4 % im Jahre 2003 gesunken. Der Anteil der Landwirtschaft (einschließlich Holzwirtschaft) am BIP ist zwar gering, allerdings ist in diesem Sektor ein Viertel der bulgarischen Beschäftigten tätig. AUSSENHANDEL Mio. EUR* 2004 Veränderung gg. 2003 2003 Veränderung gg. 2002 Export f.o.b. 7.980 + 19,7 % 6.663 + 10,2 % Import c.i.f. 11.620 + 20,9 % 9.600 + 14,5 % Handelsbilanz -3.640 -2.937 * umgerechnet zum Kurs BGN/EUR = 1,95 Quelle: Nationales Statistik Institut Wichtigste Einfuhrwaren Mineralische Rohstoffe und Energieträger, Chemikalien und pharmazeutische Erzeugnisse, Maschinen und Fahrzeuge, Konsumgüter, elektr. Geräte Wichtigste Ausfuhrwaren Mineralische und metallurgische Rohstoffe, Konsumgüter (Bekleidung und Schuhe, Nahrungsmittel, Pharmazeutika und Kosmetika, Möbel), Maschinen und Fahrzeuge, Chemikalien. Wichtigste Importländer 1. Russland, 2. Deutschland, 3. Italien, 4. Türkei, ... 11. Österreich. Wichtigste Exportländer 1. Italien, 2. Deutschland, 3. Türkei, 4. Griechenland, ... 12. Österreich. Außenhandel mit Österreich (in Mio. EUR) 2004 Veränd. gg. 2003 2005 (I-IX) Veränd. gg 2004 Österr. Exporte 388,98 +31,6 % 329,67 +18,9 % Österr. Importe 208,62 +32,2 % 170,41 +13,5 % Quelle: Statistik Österreich Wichtigste österreichische Ausfuhrwaren Maschinen/Elektrogeräte, pharmaz. und chem. Produkte, Straßenfahrzeuge/PKW, Textilien, Papier/Pappe Wichtigste österreichische Einfuhrwaren Bekleidung, Schuhe, Arbeitsmaschinen, Hand- und Maschinenwerkzeuge Ein Service der AUSSENWIRTSCHAFT ÖSTERREICH (AWO) 8 INFORMATIONEN ZUR MARKTBEARBEITUNG UND GESCHÄFTSABWICKLUNG Bulgarien ist ein typisches Niedriglohn- und Tiefpreisland. Dies macht das Land auch mitunter interessant als Einkaufsmarkt und Fertigungsstandort. Allerdings sind die Marktstrukturen in vielen Bereichen noch schwer überschaubar (große Fluktuation unter den Firmen, kaum verlässliche Nachschlagwerke), Qualitäts- und Serviceorientierung vielfach noch wenig entwickelt. Die Zahlungsabsicherung ist daher sehr wichtig! Die Finanzierung ist ausschlaggebend für das Zustandekommen eines Geschäfts: dies gilt besonders im Projektgeschäft. Zur Marktbearbeitung empfiehlt sich der Aufbau eigener Vertriebskanäle, anfangs am einfachsten in Form eines Vertretungsbüros. Landessprache Bulgarisch Geschäftssprachen Englisch, Deutsch, Russisch (in dieser Reihenfolge) Maße und Gewichte metrisch Normen DIN, BDS (bulgarischer Staatsstandard) mit allmählicher Angleichung an EU-Normen. International gängige Standards wie ISO, EN werden in der Regel anerkannt bzw. erleichtern die bulgarische Zulassung und den Marktzutritt. In Österreich ist das Österreichische Normungsinstitut ON erste Adresse, wenn es um Normen und Regelwerke geht. Durch die aktive Mitarbeit im europäischen und Internationalen Netzwerk (CEN bzw. ISO) zur Normenerstellung ist das ON das Informationszentrum für Normung. Als Serviceeinrichtung werden neben allen in Österreich gültigen ÖNORMEN und anderen Regelwerken auch internationale und ausländische Dokumente sowie eine Fülle an Fachliteratur, Nachschlagewerken, Software und Dienstleistungen angeboten. Auskunft über Normen in aller Welt, Recherchen, Seminare, Zertifizierungen, WTO-Enquiry Point: ON InfoPoint, 1020 Wien, Heinestraße 38, Tel: 01/21300-0, E-Mail: [email protected], Internet: www.on-norm.at Währung 1 Lev (BGN) = 100 Stotinki. Der Lev (Mehrzahl: Leva) ist frei konvertierbar, der Kurs ist seit 1.1.2002 an jenen des EUR gekoppelt: 1 Lev (internationale Schreibweise “BGN” für „neuer Lev“) = ca. 0,50 EUR. 1 EUR = ca. 1,95 BGN 1 USD = ca. 1,61 BGN (Stand Jänner 2006) Preiserstellung in EUR, USD oder in einer anderen frei konvertierbaren Währung, meist ab Werk oder FCA und bei Vorauszahlung gelegentlich frei Haus, aber unverzollt und unversteuert (DDU). Die Österreichische Exportfonds GmbH bietet zinsgünstige Finanzierungsmittel für heimische KMUs mit Exporttätigkeit. Bis zu 30% des Exportumsatzes (abzüglich Transit) können finanziert werden. Einfache und rasche Abwicklung im Wege der Hausbank. Näheres: www.exportfonds.at Ein Service der AUSSENWIRTSCHAFT ÖSTERREICH (AWO) 9 Prüfen Sie, ob eventuell Soft-loan-Finanzierungen für bestimmte Projekte in diesem Land möglich sind. Weitere Informationen: AWO - Exportfinanzierung 05 90 900-4186 und http://www.oekb.at/control/index.html?id=12932 Zahlungskonditionen Vor allem bei Erstlieferungen ist Vorauszahlung (gegen Faktura oder bei Produktionsfinanzierung gegen Proforma-Rechnung und Liefervertragskopie) oder ein unwiderrufliches, bestätigtes Akkreditiv unbedingt zu empfehlen. Bei Lieferungen gegen offene Rechnung, Kassa gegen Dokumente oder gegen Ziel besteht ein großes Zahlungsrisiko. Regelmäßige Kunden verlangen aber schon Zahlungsziele bis zu sechs Monaten. Wenn möglich, soll dafür eine erstklassige unwiderrufliche Bankgarantie verlangt werden. Zu beachten ist auch die Möglichkeit einer Exportkreditversicherung. Dafür stehen Ihnen in Österreich der private Versicherungsmarkt (Atradius, OeKB Versicherung AG, Coface Austria Kreditversicherung AG und Prisma) und das staatliche Exportgarantiesystem bei der OeKB (Oesterreichische Kontrollbank AG) zur Verfügung. Während der private Versicherungsmarkt schwerpunktmäßig im Bereich der sog. „marktfähigen“ Risiken tätig ist, können bei der OeKB „nicht marktfähige“ Risiken unter Deckung genommen werden. Als „nicht marktfähig“ gelten Risiken außerhalb der EU und OECD mit Ausnahme von Südkorea, Mexiko und Türkei bzw. wenn die Risikodauer (Produktionszeitraum + Kreditlaufzeit) mehr als zwei Jahre beträgt. Weiterführende Informationen erteilt der Bereich AWO-Exportfinanzierung, Tel. 05 90 900-4186, Fax: 05 90 900-3702, E-mail: [email protected]. Empfohlene Vertriebswege Wenn keine eigene Zweigniederlassung vorgesehen ist, empfiehlt sich die Vertretungsvergabe als geeignete Form der Marktbearbeitung. In der Praxis gestaltet sich die Vertretersuche oft relativ schwierig, da qualifizierte Bewerber „dünn gesät sind“. Mögliche Wege zur Vertretersuche sind neben Empfehlungen der Außenhandelsstelle, Inserate in Printmedien oder die Einschaltung von Personalberatern. Grundsätzlich kann jede bulgarische Firma die Vertretung von ausländischen Firmen übernehmen. Eine weitere relativ einfache Form des Markteinstiegs ist die Errichtung eines eigenen Vertretungsbüros. Bei steigendem Geschäftsumfang empfiehlt sich aufgrund des dadurch erweiterten Handlungsspielraumes die Errichtung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Die Errichtung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung ist auch ohne Beteiligung bulgarischer Teilhaber möglich (Einmann-GmbH). Daneben gibt es laut dem bulgarischen Handelsgesetz noch verschiedene andere Gesellschaftsformen, z.B. Kommanditgesellschaft oder Aktiengesellschaft. Ausführliche Informationen über die Etablierung einer Firma bzw. Vertretung in Bulgarien finden Sie auch in den von uns erstellten AWO-Fachreports „Firmengründung und Steuern in Bulgarien“ sowie „Vertretungsvergabe in Bulgarien“, die in der Online-Version unter http://wko.at/awo/bg abrufbar sind. Mittlerweile spielen in Bulgarien zur Förderung des Vertriebs der Produkte auch Werbemaßnahmen, z.B. Einschaltung in Printmedien, Plakatwerbung etc. eine wichtige Rolle. Daneben kommt der Beteiligung an Messen, besonders an der Internationalen Technischen Messe Plovdiv, die eine der größten in Südost-Europa ist, sowie der Veranstaltung von Symposien mit intensiver Nachbetreuung und Pflege der persönlichen Kontakte Bedeutung zu. Gute direkte und indirekte persönliche Kontakte sind auch bei Geschäften mit staatlichen und kommunalen Stellen von aller größter Wichtigkeit. Ein Service der AUSSENWIRTSCHAFT ÖSTERREICH (AWO) 10 Bonitätsauskünfte Diese können mit unverbindlicher Kreditlimit-Empfehlung von der Außenhandelsstelle Sofia auf Fax- oder E-Mail-Anforderung gegen derzeit. EUR 46 (normal - innerhalb von zwei bis drei Wochen) oder derzeit EUR 92 (express - innerhalb einer Woche) streng vertraulich und ohne Obligo besorgt werden. Detailinformationen (Kosten, Dauer, etc.) dazu stellt die Außenhandelsstelle gerne zur Verfügung. Forderungseintreibung Aushaftende Forderungen sollten nach Möglichkeit aufgrund der Art der Zahlungsvereinbarungen im Bulgarien-Geschäft nach Möglichkeit ausgeschlossen werden, da diese in vielen Fällen schwer oder nicht einbringlich sind. Die Außenhandelsstelle Sofia bemüht sich um die Eintreibung aushaftender Forderungen im Rahmen ihrer Möglichkeiten als offizielle Vertretungsstelle. Inkassoaufträge übernehmen u.a. die folgenden Auskunfteien und Inkassobüros: COFACE Intercredit SOFIA OOD Leiterin: Fr. Kamelia POPOVA Blvd. Todor Alexandrov 85/87 BG-1303 Sofia Tel.: +359/2/9207125, 8213735 Fax: +359/2/9207150 E-Mail: [email protected] Internet: http://www.coface.bg Korrespondenzsprache: Englisch, Deutsch Creditreform Bulgaria OOD Präsident: Hr. Dimitar PETROV Wv. Ilinden Bl. 129, Eing. B BG-1309Sofia Tel.: +359/2/929 39 93, 920 40 93 - 98 Fax: +359/2/920 09 94 E-Mail: [email protected] Internet : http://www.creditreform.bg Korrespondenzsprache: Englisch, Deutsch Zur gerichtlichen Forderungseintreibung ist die Einschaltung eines bulgarischen Rechtsanwaltes unerlässlich (siehe auch Kapitel Rechtsinformationen). Vorher empfiehlt sich aber zur Feststellung der Zahlungsfähigkeit unbedingt die Einholung einer Bonitätsauskunft (siehe Kapitel Bonitätsauskünfte)! Werbung Den Medien kommt als Werbeträgern in Bulgarien immer größere Bedeutung zu. Neben dem staatlichen Fernsehen gibt es mehrere private TV-Anstalten und zahlreiche Radiosender. Plakatwände und Leuchtreklamen erfreuen sich – in den größeren Städten – steigender Beliebtheit. Für Kommunikationskonzepte und ganze Werbepakete gibt es auch in Bulgarien Niederlassungen international bekannter Agenturen. Eine Liste dieser Agenturen stellt die Außenhandelsstelle Sofia auf Anfrage bereit, ebenso eine Übersicht über die Einschaltungsmöglichkeiten in bulgarischen Printmedien. Wichtige Zeitungen und Zeitschriften a) für Inserate Die – auch für Werbung und Annoncen – wichtigsten und auflagenstärksten Tageszeitungen sind „Dneven Trud“ („Tagesarbeit“, Auflage: ca. 240.000) und „24 Tschassa“ („24 Stunden“, Auflage: ca. 100.000) sowie die Wochenzeitung „Kapital“ mit einer Auflage von ca. 30.000. b) für Informationen über Bulgarien Nützliche Informationen über das aktuelle Wirtschaftsgeschehen und Änderungen in den gesetzlichen Rahmenbedingungen von Firmenaktivitäten in Bulgarien bietet die folgende deutschsprachige Monatszeitung: Ein Service der AUSSENWIRTSCHAFT ÖSTERREICH (AWO) 11 Bulgarisches Wirtschaftsblatt ul. Han Krum 9 BG-1000 Sofia Tel.: +359/2/915 39 20 Fax: +359/2/915 39 34 E-Mail [email protected] Internet: http://www.wirtschaftsblatt-bg.com Korrespondenzsprache: Deutsch Detailliertere wirtschaftliche und laufende Informationen sind in der folgenden englischsprachigen Wochenpublikation zu finden: Bulgarian Economic Outlook Blvd. Tsarigradsko Chaussee 49 BG-1124 Sofia Tel.: +359/2/926 22 05, 926 23 78, 926 22 79 Fax: +359/2/981 42 08, 986 22 89 E-Mail: [email protected] Internet: www.bta.bg Ein elektronischer Newsletter mit tagesaktuellen politischen und wirtschaftlichen Informationen kann bei http://www.novinite.com bestellt werden. Wichtigste Messen und Ausstellungen Der wichtigste Messeveranstalter Bulgariens hat seinen Sitz in der Messestadt Plovdiv (150 km süd-östlich von Sofia): Internationale Messe Plovdiv AG Blvd. Zar Boris III Obedinitel 37 BG-4003 Plovdiv Tel.: +359/32/902 346 Fax: +359/32/902 432, 620 511 Exekutiv Direktor: Hr. Jordan RADEV Tel.: +359/32/902 242 E-Mail: [email protected] Internet: http://www.fair.bg Die wichtigsten Veranstaltungen sind: • Internationale Technische Messe Plovdiv, jährlich Ende September(mit AWO-Beteiligung) • Internationale Messe für Konsumwaren und Produktionstechnologien, jährlich Ende Mai gleichzeitig mit PIVO (Bier), GASTRO (Nahrungsmittel), BROT (Backwaren) An Fachmessen werden von der Internationalen Messe Plovdiv u.a. folgende Veranstaltungen organisiert: VINARIA (Weinwirtschaft), AGRA (Landwirtschaft), AUTOTEC (Autos und Zubehör), HEMUS (Wehrtechnik – alle zwei Jahre), MEDIKUS, DENTO, GALENIA (medizinischer Bedarf), PLR (Jagd- und Fischereibedarf) und PRINTKOM (Polygrafie, Verpackung). Die genauen Messedaten und weitere Außenhandelsstelle Sofia angefordert werden. Veranstalteradressen Ein Service der AUSSENWIRTSCHAFT ÖSTERREICH (AWO) können bei der 12 Wichtigste Geschäftsbanken RBB-Raiffeisenbank Bulgaria AD Leitung: Herr Momtchil ANDREEV ul. Gogol 18-20 BG-1504 Sofia Tel.: +359/2/919 85-101 Fax: +359/2/943 48 05, 943 45 28 E-Mail: [email protected] Internet: http://www.rbb.bg HVB Bank Biochim Leitung: Peter HAROLD (Vorstandsvorsitzender), Gert HEMPLER ul. Alabin 58 BG-1000 Sofia Tel.: +359/2/9269-100 Fax: +359/2/9269-154 E-Mail: [email protected], [email protected] Internet: http://www.biochim.com Bulgarische Nationalbank Gouverneur Herr Ivan ISKROV Pl. Knjas Al. Batenberg 1 BG-1000 Sofia Tel.: +359/2/914 59 Fax: +359/2/980 24 25, 980 64 93 E-Mail: [email protected] Internet: http://www.bnb.bg BULBANK AD (größte Privatbank; Eigentümer: UniCredito Group/Allianz consortium) Leitung: Herr Levon HAMPARTZOUMIAN Pl. Sveta Nedelja 7 BG-1000 Sofia Tel.: +359/2/923 2111 Fax: +359/2/988 4636 E-Mail: [email protected] Internet: http://www.bulbank.bg Banka DSK EAD (die ehemalige Sparkasse; Eigentümer ist seit Mai 2003: die ungarische OTP-Bank) Leitung: Frau Violina MARINOVA ul. Moskovska 19 BG-1036 Sofia Tel.: +359/2/939 12 20 Fax: +359/2/980 64 77 E-Mail: [email protected] Internet: http://www.dskbank.bg Nach einer Phase großer Probleme und Umstrukturierungen im Bankensektor hat sich die Lage weitgehend stabilisiert. Die Bankenaufsicht wurde in ihren Befugnissen gestärkt. Ein Service der AUSSENWIRTSCHAFT ÖSTERREICH (AWO) 13 INFORMATIONEN ZUM ZOLL- UND AUSSENHANDELSREGIME Außenhandels- und Importbestimmungen Bulgarien hat mit der Europäischen Union ein Assoziierungsabkommen (EU-Amtsblatt Nr. L 358 vom 31.12.1994) abgeschlossen. Im Rahmen dieses „Europa-Abkommens“ sind nur noch wenige Produkte, besonders am Agrarsektor, einfuhrkontingentiert. Auch weltweit ist der Außenhandel mit wenigen Ausnahmen liberalisiert. Import- oder Exportgenehmigungen und gelegentlich auch temporäre Verbote kommen bei einigen sensiblen Produkten (z.B. Waren unter EU-Quoten, verschiedene Rohstoffe, Waffen, Narkotika etc.) zur Anwendung. Edelmetalle und unbearbeitetes Holzmaterial unterliegen einem Registrierungsverfahren. Für Heilmittel gelten besondere Registrierungsvorschriften. Nahrungsmittel und Getränke (Lebendvieh, Fleisch, Milchprodukte, Getreide, alkoholische Getränke) sind seit 1.1.1999 nicht mehr registrierungspflichtig. Diverse Vorschriften betreffend Sanitärbewilligung, etc. sind zu beachten. Elektrogeräte unterliegen gewissen Sicherheitsvorschriften. Auf jeden Fall sollten die Instruktionen des bulgarischen Geschäftspartners genau befolgt werden. Zollrecht In Bulgarien gilt der "Harmonisierte Zolltarif" (HS: die ersten 6 Ziffern stimmen mit der EUNomenklatur überein). Die nominellen Zollsätze liegen im Allgemeinen zwischen 2 und 40 Prozent. Verzollungsbasis ist der CIF-Wert. An Zollnebenabgaben gibt es Gebühren für diverse Dienstleistungen, wie Zollauskünfte, Genehmigungsverfahren, Überstunden usw., die in Summe eher gering sind. Zollbegünstigungen gibt es im Rahmen der WTO etwa gegenüber Entwicklungsländern, den CEFTA-Ländern (Tschechien, Slowakei, Slowenien, Ungarn, Polen, Rumänien)und den EFTALändern (Island, Liechtenstein, Norwegen und Schweiz) Mit der Türkei, Mazedonien, Kroatien, Israel und Estland hat Bulgarien Freihandelsabkommen abgeschlossen. Änderungen im Zolltarif 2001 betrafen Zollsenkungen für landwirtschaftliche Produkte, gewisse Fleischkonserven, einige Industriewaren, Verpackungsmaterial, Nichtedelmetalle zur Schmuckherstellung u.a. Für Wein und Spirituosen gelten nach Abschluss des EU-Abkommens Anfang 2001 ebenfalls reduzierte Zollsätze. Die Zollabgaben für Importe aus der Europäischen Union wurden schrittweise gesenkt und betragen (im industriell-gewerblichen Bereich) zum größten Teil mittlerweile null Prozent. Im Rahmen des Stabilitätspaktes für Südosteuropa sollen in dieser Region Freihandelsabkommen abgeschlossen werden. Mit folgenden Ländern hat Bulgarien Freihandelsabkommen abgeschlossen: Albanien (in Kraft seit 1.9.2003) Bosnien-Herzegowina (in Kraft seit 1.5.2004) Serbien und Montenegro (erst von der bulgarischen Seite ratifiziert) Moldawien (Verhandlungen abgeschlossen) Ehemalige Republik Mazedonien (in Kraft seit 1.1.2000) Für detaillierte Auskünfte im Zollbereich steht die Außenhandelsstelle Sofia zur Verfügung. Gegenüber den EU-, CEFTA- und EFTA-Staaten sind die Zölle für industriell-gewerbliche Erzeugnisse seit 1.1.2002 teilweise oder ganz auf Null abgebaut. Der Ursprungsnachweis erfolgt für diese EU-Zollbegünstigung durch die EU-Ursprungsklausel im Falle eines berechtigten Exporteurs oder mittels EUR 1-Formular. Zollbegünstigungen gibt es auch für Sacheinlagen bei gewissen Investitionen. Ein Service der AUSSENWIRTSCHAFT ÖSTERREICH (AWO) 14 Einfuhrsteuern Bei der Einfuhr muss die Mehrwertsteuer (20 Prozent) bezahlt werden. Für bestimmte „Luxuswaren“ wie z.B. Bier, Wein, Spirituosen, Rauchwaren, Kaffee und Tee ist bei der Einfuhr auch eine „Akzisensteuer“ zu entrichten. Weitere Akzisen bestehen auf Treibstoffe und Glückspielautomaten. Ähnliches gilt für die Einfuhr von PKWs. Per 1.1.2000 wurde eine Umweltabgabe für Autoreifenimporte in Kraft gesetzt. Zollfreizonen Zur Zwischenlagerung, vor allem für den Handel mit Drittstaaten und zur steuerbegünstigten Beund Verarbeitung, gibt es unter anderem in Sofia (Dragoman), Russe, Burgas und Plovdiv Zollfreizonen. Geschenk- und Mustersendungen Wertgrenze für die zollfreie Einfuhr von Paketsendungen sind EUR 100,--. Ist der Adressat eine Firma, so muss die Sendung als Mustersendung gekennzeichnet sein. Bulgarisches Zollgesetz gem. EU-Richtlinie Nr. 918/83: Für Warenmuster bis zum Wert von EUR 100,-- ist eine Proforma-Rechnung ausreichend und es besteht Zollfreiheit. Die Sendung ist als Mustersendung zu deklarieren und so zu kennzeichnen, dass sie nicht in den Verkauf gelangt, ohne aber die Qualität zu verändern. Übersteigt der Warenwert EUR 100,--, wird die Sendung wie ein normaler Import behandelt (VO zum Zollgesetz, Art. Nr. 733-738, veröffentlicht im Amtsblatt Nr. 149/17.12.1998, letzte Änderung Amtsblatt 95/28.10.2003). Zollvormerk Er bedarf einer Kaution in der Höhe von 10 Prozent (bei Maschinen 20 Prozent) der gegebenenfalls zu entrichtenden Einfuhrabgaben. Die Sicherstellung ist nicht erforderlich, wenn die Ware zur Weiterverarbeitung geliefert wird und im Eigentum der ausländischen Firma verbleibt (Lohnveredelung). Begleitpapiere für den Warenversand Handelsrechnung mehrfach, firmenmäßig gefertigt, Transport- und Versicherungsdokumente, Ursprungszeugnis (bei Lieferung aus der EU: Ursprungserklärung bei einem Wert bis EUR 6.000 bzw. EUR1 bei einem Wert von über EUR 6.000); bei der Lieferung von Agrarprodukten und Produkten tierischen oder pflanzlichen Ursprungs ist im allgemeinen ein Gesundheits- bzw. ein Veterinär- oder Phytosanitärzeugnis notwendig. Verpackungsvorschriften, Markierungen, Ursprungsbezeichnungen Die wesentlichen Markierungs- und Verpackungsvorschriften sind im „Gesetz über den Konsumentenschutz und die Handelsregeln (idF GBl. Nr. 42 vom 17.05.2005) enthalten. Es gibt aber auch Verordnungen bezüglich der Etikettierung für bestimmte Bereiche wie Non-FoodArtikeln (GBl. 60 vom 02.07.1999, in Kraft seit 03.11.1999), Produkte aus Kristallglas (letzte Fassung GBl. 65 vom 27.07.2004), Textilprodukte (letzte Fassung GBl. 78 vom 30.09.2005) und Lebensmittel (letzte Fassung GBl. 82 vom 14.10.2005, in Kraft seit 25.11.2005). Im Allgemeinen müssen alle Waren den Namen des Herstellers oder Importeurs, eine Warenbeschreibung und Kontrollnummer, das Ursprungsland, die Warenzusammenstellung und wesentlichen Eigenschaften sowie Gebrauchsanweisungen und Gebrauchsrisiken in Bulgarisch tragen. Die Verpackung bzw. Etikette von Lebensmitteln muss unter anderem den Namen des Herstellers, das Produktions- und Ablaufdatum aufweisen. Auch Ursprungsbezeichnungen sind obligatorisch. Behandlung nicht angenommener Waren Die in Zolllagern befindlichen Waren sind innerhalb eines Monats zollamtlich abzufertigen. Wird die Ware trotz schriftlicher Mahnung und Setzung einer Nachfrist vom Empfänger nicht abgeholt, wird vom Zollamt darüber verfügt. Ein Service der AUSSENWIRTSCHAFT ÖSTERREICH (AWO) 15 Wareninspektion Für Wareninspektionen stehen die folgenden Firmen zur Verfügung: Bulgarkontrola EAD Exekutivdirektor Herr Nikolai ATANASSOV ul. Partschevitsch 42 BG-1240 Sofia Tel.: +359/2/989 40 70 Fax: +359/2/988 23 54 E-Mail: [email protected] Internet: www.bulgarkontrola.bg Korrespondenzsprache Englisch (privat) SGS Bulgaria Ltd. Herr Dimitar Marikin Blvd. Zar Osvoboditel 25 A BG-1504 Sofia Tel. +359/2/910 15 Fax: +359/2/981 81 43 E-Mail: [email protected] Internet: www.sgs.bg Korrespondenzsprache Englisch (privat, Tochter der Société Générale de Surveillance) Kurierdienste DHL Worldwide Express Blvd. Prof. Zvetan Lasarov 10 BG-1582 Sofia Tel.: +359/2/960 860 Fax: +359/2/971 25 57 E-Mail: [email protected] Internet: www.dhl.bg UPS - In Time Ltd. Blvd. Assen Jordanov 12 BG-1592 Sofia Tel.: +359/2/960 96, 960 99 Fax: +359/2/960 98 66, 960 98 99 E-Mail: [email protected] Internet: www.ups.com, www.intime.bg Ein Service der AUSSENWIRTSCHAFT ÖSTERREICH (AWO) 16 RECHTSINFORMATIONEN Im Zuge der Reformen sind sukzessive Rechtsgrundlagen für eine freie Marktwirtschaft geschaffen worden. Sie entsprechen weitgehend unseren Rechtsgrundsätzen und werden immer mehr den EU-Bestimmungen angeglichen. Problematisch ist vielfach noch die Implementierung der Gesetze, die Kontrolle ihrer Einhaltung und die praktische Rechtsdurchsetzung. Handfeste Vereinbarungen sind oft mehr wert als akribisch nach Vorschrift ausgearbeitete Verträge. Von Gerichtsprozessen ist eher abzuraten. Vertreterrecht Das Vertreterrecht ist in den Artikeln 32 bis 48 des Handelsgesetzes geregelt. Im Prinzip herrscht Vertragsfreiheit. Jede bulgarische Firma kann grundsätzlich die Vertretung von ausländischen Firmen übernehmen. Aufgrund teilweise fehlender effizienter bulgarischer Vertretungsfirmen errichten viele ausländische Lieferfirmen eine eigene Niederlassung im Land. Zusätzliche Informationen finden sich im AWO-Fachreport „Vertretungsvergabe in Bulgarien“ im Internet unter http://wko.at/awo/bg. Patent-, Marken- und Musterrecht Für die Registrierung von Patenten, Warenzeichen (Wort- und Bildmarken) oder Mustern ist die Einschaltung eines Patentanwaltes unerlässlich. Nähere Informationen zum bulgarischen Patent-, Marken- und Musterrecht finden Sie im AWO-Fachreport „Bulgarien - Lizenzvergabe und gewerblicher Rechtsschutz“ im Internet unter http://wko.at/awo/bg. Wechsel- und Scheckrecht Das Institut des Wechsels (Art. 455 ff) als auch des Schecks (Art. 539 ff) findet sich im Handelsgesetzbuch. Aufgrund der Komplexität der Materie ist auf alle Fälle anwaltlicher Rat einzuholen. Eigentumsvorbehalt, Konsignation Beide Instrumente sind de jure möglich, bedürfen aber eines schriftlichen Vertrages. Ein Vermerk über den Eigentumsvorbehalt auf der Faktura genügt nicht. Bei Maschinen, Fahrzeugen u.a. Mobilien ist er Dritten gegenüber nicht wirksam. In der Praxis ist von einem Eigentumsvorbehalt abzuraten, es sei denn, er ist durch eine erstklassige unwiderrufliche Bankgarantie abgesichert. Dies gilt auch für Konsignationslieferungen. Devisenrecht Informationen zum Devisenrecht in Bulgarien finden Sie unter dem Kapitel „Informationen für Geschäftsreisende“. Bestimmungen für Montagearbeiten Bei der Außenhandelsstelle Sofia können Sie ein Infoblatt über Montagearbeiten in Bulgarien kostenlos bestellen. Konkursrecht Im Vierten Teil des Handelsgesetzesbuches (Art. 607 bis 760) ist das bulgarische Insolvenzrecht geregelt. Subsidiär kommen gemäß Art. 621 Handelsgesetzbuch die Bestimmungen der Zivilprozessordnung zur Anwendung. Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung eines Schuldners sind die Gründe für die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Ein Service der AUSSENWIRTSCHAFT ÖSTERREICH (AWO) 17 Beim Forschungsinstitut für mittel- und osteuropäisches Wirtschaftsrecht (FOWI) Althanstrasse 39 – 45 1090 Wien Tel.: 01/313 36-4199 Fax: 01/313 36-764 E-Mail: [email protected] Internet: http://www.fowi.at gibt es ein Arbeitspapier zum „Bulgarischen Insolvenzrecht“, verfasst von W. Daskalov, P. Laleva, B. Metodiev, 3. Auflage, 2003. Prozessrecht Die gegenseitige Anerkennung und Vollstreckbarkeit zivilrechtlicher Urteile wird durch das Abkommen über Rechtshilfe in bürgerlichen Rechtssachen (österr. BGBl. 268/1969) geregelt. Trotzdem ist von Gerichtsverfahren abzuraten, weil sie langwierig, teuer und in ihrem Ausgang wenig berechenbar sind. Außerdem scheitert die Exekution zuletzt nicht selten an der Zahlungsunfähigkeit des Verurteilten. Schiedsgerichtsbarkeit Bulgarien hat das Übereinkommen über die Anerkennung und Vollstreckung ausländischer Schiedssprüche (New Yorker Übereinkommen) ratifiziert. Hierin verpflichten sich die Vertragsstaaten, auf dem Hoheitsgebiet eines anderen Vertragsstaates ergangene Schiedssprüche anzuerkennen und zu vollstrecken. Es kann daher im Vertrag mit Ihrem ausländischen Vertragspartner die Zuständigkeit des Internationalen Schiedsgerichts der Wirtschaftskammer Österreich, der Internationalen Handelskammer (ICC) oder eines anderen Schiedsgerichts vereinbart werden. Das Internationale Schiedsgericht der Wirtschaftskammer Österreich steht Ihnen als österreichische Firma und Mitglied der Wirtschaftskammer näher. Aber gerade dieses Faktum kann einen starken ausländischen Partner unter Umständen stören. Die Internationale Handelskammer hingegen ist eine weltweit vertretene Organisation, hat aus historischem Zufall heraus ihren Sitz in Paris und ist in Österreich durch ICC Austria vertreten. Daraus ergeben sich folgende Varianten: ¾ Sollte Ihre Firma in den Vertragsverhandlungen eine günstige Ausgangsposition haben, empfehlen wir Ihnen zur Streitbeilegung die Schiedsklausel der Wirtschaftskammer Österreich. ¾ Sollte umgekehrt Ihre Firma eine schwächere Position haben, empfehlen wir die Schiedsklausel der Internationalen Handelskammer (ICC). ¾ Sollten Sie und Ihr Partner sich in der Ausgangsposition in etwa die Waage halten, empfehlen wir Ihnen mit der Schiedsklausel der Wirtschaftskammer Österreich in die Verhandlungen zu gehen. So Ihr Partner damit nicht einverstanden sein sollte, könnten/sollten Sie auf die Klausel der Internationalen Handelskammer (ICC) umsteigen. Die Schiedsklausel des Internationalen Schiedsgericht der Wirtschaftskammer Österreich lautet: "Alle Streitigkeiten, die sich aus diesem Vertrag ergeben oder auf dessen Verletzung, Auflösung oder Nichtigkeit beziehen, werden nach der Schieds- und Schlichtungsordnung des Internationalen Schiedsgerichts der Wirtschaftskammer Österreich in Wien (Wiener Regeln) von einem oder mehreren gemäß diesen Regeln ernannten Schiedsrichtern endgültig entschieden." Ein Service der AUSSENWIRTSCHAFT ÖSTERREICH (AWO) 18 Die Schiedsklausel der Internationalen Handelskammer (ICC) lautet: "All disputes arising out of or in connection with the present contract shall be finally settled under the Rules of Arbitration of the International Chamber of Commerce by one or more arbitrators appointed in accordance with the said Rules." Beide Schiedsklauseln sind auch noch in vielen anderen Sprachen verfügbar Zweckmäßige zusätzlich zu ergänzende Vereinbarungen bei beiden Schiedsklauseln: ¾ die Anzahl der Schiedsrichter beträgt.......................... (einer oder drei); ¾ es ist............................materielles Recht anzuwenden; (applicable law) ¾ die im Schiedsverfahren zu verwendende Sprache ist...................................... Detaillierte Auskünfte: ¾ Internationales Schiedsgericht der Wirtschaftskammer Österreich, Dr. Manfred Heider, Tel.: 05/90 900-4402, Fax: 05/90 900-216, E-Mail: [email protected], Internet: wko.at/arbitration ¾ ICC Austria, Internationale Handelskammer Dr. Maximilian Burger-Scheidlin, Tel.: 05-/90 900-3701, Fax: 05/90 900-3703, E-Mail: [email protected], Internet: http://www.icc-austria.org/ Niederlassungs-, Firmengründungs- und Investitionsrecht ist im Gesetz zur Förderung von Investitionen geregelt. Zusatzinformationen finden sich im AWO Fachreport „Firmengründung und Steuern in Bulgarien“. Förderungen für Investitionsprojekte in Bulgarien und anderen Reformstaaten gibt es sowohl in Österreich (OeKB Tel.: 01/53127-615, Austria Wirtschaftsservice Gesellschaft mit beschränkter Haftung – AWS, Tel.: 01/50175-0, E-Mail: [email protected], Internet: http://www.awsg.at/) als auch international (EIB, IFC, etc.). Im Aus- und Weiterbildungsbereich gibt es u.a. die Management-Schulungen des WIFI der Wirtschafskammer Österreich, Gruppe Internationaler Know-how Transfer (Dr. Simon Wöss, Tel.: 05/90 900-3619, Fax: 05/90 900-286, E-Mail: [email protected]). Die bulgarischen Partnerorganisationen sind: EMC - European Management Centre Ltd. Direktor Petroslav PETROV 1, Panayot Volov Str. BG-1504 Sofia Tel.: +359/2/944 47 58 Fax: +359/2/846 75 73 E-Mail: [email protected] Internet: http://www.ecc-bg.org Handels- und Industriekammer Plovdiv Präsidentin Dr. Dobrina Dimitrova PRODANOVA 7 Samara BG-4003 Plovdiv Tel.: +359/32/96 88 80 Fax: +359/32/96 26 47 E-Mail: [email protected] Internet: www.plovdiv-chamber.org Wirtschaftsrecht, Handelsgesetz Die Wirtschaftstätigkeit der bulgarischen Firmen wird im Handelsgesetz geregelt, das inhaltlich sehr stark an das deutsche/österr. HGB angelehnt ist. Rechtshilfe und weitere Rechtsauskünfte Eine Liste fremdsprachiger Anwälte kann von der Außenhandelsstelle Sofia angefordert werden. Ein Service der AUSSENWIRTSCHAFT ÖSTERREICH (AWO) 19 Die folgenden Anwaltsbüros sind der Außenhandelsstelle gut bekannt: Daskalov, Daskalova & Partner Mag. Waltschin DASKALOV (deutschsprachig) ul. Ljuben Karavelov 27 BG-1142 Sofia Tel./Fax: +359/2/981 92 67 E-Mail: [email protected] Anwaltssoziätet Tascheva & Partner Fr. Nelli TASCHEVA (deutschsprachig) ul. Marko Balabanov 4 BG-1303 Sofia Tel.: +359/2/980 02 63, 980 98 17 Fax: +359/2/981 75 93 E-Mail: [email protected] Internet: www.tashevapartners.com PENKOV, MARKOV & PARTNERS Hr. Vladimir PENKOV (deutsch- und englischsprachig) Mr. Ivan Markov (englischsprachig) Quartal Istok, Block 22, Eing. A, 1. Stock BG-1113 Sofia Tel.: +359/2/971 39 35 Fax: +359/2/971 11 91 E-Mail: [email protected], [email protected] Internet: http://www.licpenkov-markov.com Aliena Consult Ltd. Fr. Tania BOUZEVA (deutschsprachig) Hr. Angel ANGELOV (englischsprachig) Blvd. Zar Osvoboditel 17, vh. A BG-1504 Sofia Tel.: +359/2/942 79 10 Fax: +359/2/942 79 11 E-Mail: [email protected] SCHÖNHERR BULGARIA Fr. Alexandra Doytchinova ul. Solunska 27 BG-1000 Sofia Tel: + 359 / 2 / 933 10 77 Fax: + 359 / 2 / 986 11 05 E-Mail: [email protected] Internetlinks Nationalbank der Republik Bulgarien – Statistische Informationen, Rechtsvorschriften, in englischer Sprache - http://www.bnb.bg bankrelevante Patentamt der Republik Bulgarien – Umfangreiche Materialien für die Registrierung von Patenten, Marken, usw., in englischer Sprache - http://www.bpo.bg Ein Service der AUSSENWIRTSCHAFT ÖSTERREICH (AWO) 20 INFORMATIONEN FÜR GESCHÄFTSREISENDE Sowohl bei der Vorbereitung für Ihre Reise als auch während des Aufenthalts im Ausland steht Ihnen die Außenhandelsstelle mit ihrem Service gerne zur Verfügung. In diesem Zusammenhang wird auch empfohlen die Reiseinformationen des Bundesministeriums für auswärtige Angelegenheiten (BMAA) zu beachten: http://www.bmaa.gv.at/view.php3?f_id=1822&LNG=de. Der persönliche Kontakt mit den Firmen und ganz besonders mit den Entscheidungsträgern und Fachleuten der jeweiligen Endabnehmer ist für den Geschäftserfolg ausschlaggebend. Da ohne entsprechende Vorbereitung und Ankündigung der Erfolg einer Geschäftsreise in Frage gestellt ist, empfiehlt es sich, die Außenhandelsstelle in Sofia einzuschalten, die durch den ständigen Kontakt mit den Unternehmen in der Lage ist, potenzielle Interessenten zu ermitteln, den bestmöglichen Zeitpunkt für einen Geschäftsbesuch zu eruieren und gewünschtenfalls auch Termine zu vereinbaren. Der Handelsdelegierte Bezeichnung in Landessprache Adresse (und Postanschrift) der Außenhandelsstelle Telefon Telefax E-Mail Internet Der Handelsrat der österr. Botschaft in Sofia Dr. Hermann ORTNER Targovsko Predstavitelstvo na Avstrija Tsar Samuil 35 BG-1000 Sofia +359/2/953 15 53 ISDN: +359/2/950 21 25 +359/2/953 24 26 [email protected] http://wko.at/aw/atc/bulgaria Hinweis: Das lokale Telefonnetz und die internationalen Telefonlinien können während der üblichen Bürozeiten in Bulgarien teilweise überlastet sein, Telefon- oder Faxverbindungen kommen manchmal schwer zustande. Bürozeiten (durchgehend, MEZ + 1 h) Mo-Do: 08.30 – 17.30 Uhr Fr: 08.30 – 15.00 Uhr Der Dienstbetrieb an der Außenhandelsstelle ruht an den gesetzlichen Feiertagen des Aufenthaltslandes sowie am 1. Jänner, Ostersonntag, Pfingstsonntag, 26. Oktober und 25. Dezember, nicht jedoch an den übrigen gesetzlichen österreichischen Feiertagen. Telefon privat (nur in Notfällen) Handelsdelegierter: 954 28 89 (Dr. Ortner) Stellvertreter: (Mag. Stauber, MA) US-VOIP-Tel.Nr. 001/646/80-80-263 Österreichische Botschaft in Bulgarien ul. Shipka 4 BG-1000 Sofia Dr. Karl DIEM Tel.: +359/2/932 90 32 Fax: +359/2/981 05 67 E-Mail: [email protected] Botschafter Ein Service der AUSSENWIRTSCHAFT ÖSTERREICH (AWO) 21 Botschaft der Bundesrepublik Deutschland ul. Fréderic Joliot-Curie 25 BG-1113 Sofia Tel.: +359/2/918 38 0 Fax: +359/2/963 16 58 E-Mail: [email protected] Schweizerische Botschaft ul. Schipka 33 BG-1000 Sofia Tel.: +359/2/942 01 00 Fax: +359/2/946 16 22 E-Mail: [email protected] Bulgarische Handels- und Industriekammer in Sofia ul. Partschevitsch 42 BG-1000 Sofia Tel.: +359/2/987 26 31, 987 61 42 Fax: +359/2/987 32 09 E-Mail [email protected] Internet: http://www.bcci.bg Österreichreferent: Nadja ILIEVA (deutschsprachig) Bulgarian Industrial Association („Bulgarische Wirtschaftskammer“) ul. Alabin 16-20 BG-1000 Sofia Tel.: +359/2/932 09 11 Fax: +359/2/987 26 04, 987 96 11 E-Mail: [email protected] Internet: http://www.bia-bg.com Österreichreferent: Hr. Borislav GEORGIEV (deutschsprachig) Bulgarische Botschaft in Österreich Schwindgasse 8 A-1040 Wien Tel.: 01/505 64 44 Fax: 01/505 14 23 Botschafter: Fr. Dr. Elena KIRTSCHEVA Handelsvertretung Rechte Wienzeile 13 A-1040 Wien Tel.: 01/585 47 16 Fax: 01/585 47 20 Handelsrat: Frau Dr. Jasmina Koeva Einreisebestimmungen Ein Visum ist für EU-Bürger nicht erforderlich. Für einen Aufenthalt bis zu 90 Tagen pro Halbjahr genügt ein gültiger Reisepass. Für einen Aufenthalt über 90 Tagen pro Halbjahr ist eine Aufenthaltsgenehmigung nötig. Der österreichische Reisepass muss bei der Einreise noch mindestens 6 Monate gültig sein. WICHTIG: Aktuelle Meldeerfordernisse sind zu beachten. Impfungen sind nicht vorgeschrieben; Hepatitis A und B Impfungen sind jedoch empfehlenswert. Ein Service der AUSSENWIRTSCHAFT ÖSTERREICH (AWO) 22 Zollvorschriften für Reisegepäck Alle Gegenstände des persönlichen Bedarfes können problemlos nach Bulgarien abgabenfrei eingeführt werden, dasselbe gilt für Reisemitbringsel bis zu einem Wert von EUR 100,-, Wein oder Sekt bis zu zwei Liter, andere Spirituosen bis zu einem Liter und höchstens 200 Zigaretten. Gegenstände im Wert von EUR 100,- bis 1.500,- unterliegen einem Pauschalzollsatz von 5 Prozent und 20 Prozent Mehrwertsteuer. Wertvolle technische Geräte sollten (zur Vermeidung von Schwierigkeiten bei der Wiederausreise) bei der Einreise deklariert werden. Musterkollektionen Muster ohne Handelswert sind zollfrei. Muster mit Handelswert können zollfrei abgefertigt werden, wenn sie nach Verwendung wieder exportiert werden (Carnet ATA). Devisenvorschriften, Währung Einfuhr von Devisen – WICHTIG!!! Einheimische und ausländische natürliche Personen dürfen an und für sich unbegrenzt Devisen in bar einführen, sofern bei der Einfuhr der Betrag BGN 8.000 (ca. EUR 4.000) nicht überschritten wird. Bei der Einfuhr von Devisen im Wert von über BGN 8.000 müssen die Devisen mit einer Zollerklärung deklariert werden (roter Zolldurchgang). • Aktuelle Informationen zur Einfuhr und Ausfuhr von Devisen sind auf der Homepage des bulgarischen Zolls (www.customs.bg - Useful Information/For Passengers) angegeben. Ausländische natürliche Personen dürfen auch Edelmetalle und Schmuck (Pretiosen) ein- und ausführen, müssen diese jedoch bei der Zollbehörde deklarieren. Da die Devisenvorschriften oftmaligen Änderungen unterworfen sind, empfiehlt sich eine Verifizierung vor Reiseantritt. Kreditkarten Kreditkarten werden weitgehend akzeptiert. Verkehrsfragen Kfz-Bestimmungen: Der österreichische Führerschein und Zulassungsschein werden anerkannt, allerdings muss laut bulgarischem Verkehrsgesetz eine beglaubigte Übersetzung mitgeführt werden. Eine „Grüne Versicherungskarte“ ist erforderlich. Der Abschluss einer Kasko- und besonders Diebstahlsversicherung in Österreich ist für die Dauer des Bulgarien-Aufenthaltes äußerst empfehlenswert. Flugverbindungen Wien-Sofia: Austrian Airlines Group mehrmals täglich, teilweise in Kooperation mit der Bulgaria Air. Ebenso werden an mehreren Wochentagen Flüge von Viaggio Air sowie von Sky Europe (via Bratislava) angeboten. Transfer Flughafen - Stadtzentrum Sofia Die Fahrtdauer vom Flughafen Sofia in das Stadtzentrum beträgt mit dem Taxi ca. 15 bis 20 Minuten. In den lizenzierten – gelb lackierten – Taxis befinden sich Taxameter und die Abrechung erfolgt nach Anzahl der gefahrenen Kilometer unter Zugrundelegung des Tages- oder Nachttarifes. Wichtig ist auf die Preisangaben der Taxis zu achten, um hier überhöhte Tarife zu vermeiden. Der Flughafen Sofia empfiehlt daher auf seiner Internetseite http://www.sofiaairport.bg nur „OK“ Taxis zu verwenden, wodurch mit Kosten einer Fahrt ins Stadtzentrum von nicht mehr als 4 Euro zu rechnen sind. Ein Service der AUSSENWIRTSCHAFT ÖSTERREICH (AWO) 23 Lokale Verkehrsmittel in Sofia In der Stadt sind Taxis meistens preiswert. Taxis finden sich bei den großen Hotels und können im Zentrum praktisch überall gestoppt werden (Qualität ist teilweise unterschiedlich). Zudem kann auch unter den Sofioter Telefonnummern 02/973 21 21 OK Taxi, 02/91 119 Yes Taxi, 02/91 280 Taxi Express ein Taxi bestellt werden. Mietautos können in großen Hotels und am Flughafen mit oder ohne Chauffeur bestellt werden: AVIS Bulgaria Rent a car Blvd. Vitoscha 3 BG-1000 Sofia Tel.: +359/2/981 10 83 Fax: +359/2/980 76 64 E-Mail: [email protected] Internet: http://www.avis.bg HERTZ Blvd. Vassil Levski 47, 3.Et. BG-1000 Sofia Tel.: +359/2/980 04 61 Fax: +359/2/981 52 68 E-Mail: [email protected], [email protected] Hotels Zimmerreservierungen können über Reisebüros, die Außenhandelsstelle oder Internet (oft am günstigsten) vorgenommen werden. Vor allem zur Messezeit in Plovdiv sind Reservierungen frühzeitig vorzunehmen! Wichtige Hotels in Sofia *****HILTON SOFIA, Blvd. Bulgaria 1, BG-1000 Sofia Tel.: +359/2/933 50 00, Fax: +359/2/ 933 51 11, E-Mail: [email protected], Internet: www.hilton.com *****SHERATON SOFIA HOTEL BALKAN, Pl. Sveta Nedelia 5, 1000 Sofia (im Stadtzentrum) Tel.: +359/2/981 65 41, Fax: +359/2/980 64 64, E-Mail: [email protected] Internet: www.luxurycollection.com/sofia *****KEMPINSKI HOTEL ZOGRAFSKI, Blvd. James Bautscher 100, 1407 Sofia Tel.: +359/2/969 22 22, Fax: +359/2/969 22 34, E-Mail: [email protected] Internet: www.kempinski.bg *****RADISSON SAS GRANDHOTEL (Zentrum), Pl. Narodno Sabranie 4, BG-1000 Sofia Tel.: +359/2/933 43 34, Fax: +359/2/933 43 35, E-Mail: [email protected] Internet: http://www.radissonsas.com Plovdiv *****NOVOTEL PLOVDIV, ul. Slatju Bojadschiev 2 (nahe Messe!) Tel.: +359/32/934 999, 934 444, Fax: +359/32/934 346, E-Mail: [email protected] Internet: www.novotelpdv.bg Eine Hotelliste, die auch Übernachtungsmöglichkeiten in einer günstigeren Preiskategorie enthält, kann bei der Außenhandelsstelle Sofia angefordert werden. Lokale Reisebüros Eine aktuelle Liste kann bei der Außenhandelsstelle Sofia angefordert werden. Geschäftszeiten Behörden, Banken, z.T. auch Firmen: meist Montag bis Freitag, ca. 8.30 Uhr bis 12.00 Uhr und 13.00 Uhr bis 17.00 Uhr. Lebensmittelgeschäfte und Geschäfte in wichtigen Einkaufsstraßen: von 7.00 bis 19.00 Uhr (nicht einheitlich), teilweise auch an Samstagen und Sonntagen; etliche 24-Stunden-Shops. Ein Service der AUSSENWIRTSCHAFT ÖSTERREICH (AWO) 24 Dolmetschdienst Eine aktuelle Liste kann bei der Außenhandelsstelle Sofia angefordert werden. Zeitverschiebung MEZ bzw. MESZ plus 1 Stunde Gesetzliche Feiertage 2006 1. Jänner (Neujahrstag), 3. März (Nationalfeiertag), 24. April (Orthodoxer Ostermontag), 1. Mai (Tag der Arbeit), 6. Mai (Tag der Tapferkeit und der bulgarischen Armee), 24. Mai (Kulturtag), 6. September (Tag der Vereinigung), 22. September (Tag der Unabhängigkeit), 24., 25. und 26. Dezember (Weihnachten). REISETIPPS Do’s and Dont’s Die Lebensgewohnheiten eines Bulgaren unterscheiden sich kaum von denen eines Mitteleuropäers. Fast das gesamte Kulturleben und insbesondere die gebildeten Gesellschaftsschichten sind an Mitteleuropa orientiert. Die Verhaltensnormen decken sich weitgehend mit denen eines Mitteleuropäers. Das Alltagsleben ist allerdings angesichts des langwierigen Übergangs von der Plan- und Marktwirtschaft für den Durchschnittsbulgaren äußerst schwierig geworden. Der Unterschied zwischen arm und reich wird zunehmend größer und die Verarmung erfasst immer weitere Bevölkerungskreise. Die Verhandlungs- und Sitzungskultur unterscheidet sich in gewissem Maße von der österreichischen. So werden Verhandlungen vergleichsweise zeitaufwendig geführt, man kommt nicht sofort zum Wesentlichen. Ein Aufgeben von früher eingenommenen Verhandlungspositionen oder die Änderung einer Argumentation kommen häufig vor. Als Folge der kommunistischen Geheimniskrämerei sind die Bulgaren auch heute noch in geschäftlichen Angelegenheiten mit Informationen sehr zurückhaltend. In Bulgarien ist das Hierarchiedenken nach wie vor stark ausgeprägt, Entscheidungen trifft fast ausschließlich der Firmenchef. Mehr dazu im Buch „Erfolg in aller Welt“, 330 Seiten, 2002, erhältlich im Webshop der Service GmbH der WKÖ. Ärztliche Behandlung Ärztliche Hilfe bekommt man in den folgenden – relativ guten – Krankenhäusern: Universitetska Bolniza Sveta Anna ul. Dimitar Mollov 1 j.k. Mladost 1, BG-1784 Sofia Tel.: +359/2/975 90 00 Fax: 975 90 12 Medizinisches Institut für akute Krankenhilfe "Pirogov" Blvd. Totleben 21 BG-1606 Sofia Tel.: +359/2/915 44 11 Fax: 951 62 68 Bolniza Losenez (früheres Regierungskrankenhaus) ul. Kosiak 1 BG-1407 Sofia Tel.: +359/2/960 76 81 Tel.: +359/2/960 75 45 (akute Fälle) Fax: 962 47 71 Robert Koch Medical Centre Dr. med. Dimo KURKTSCHIEV (Vertrauensarzt der österreichischen Botschaft) ul. Ivan Milev 24 BG-1415 Sofia Tel./Fax: +359/2/967 01 65 E-Mail: [email protected] Ein Service der AUSSENWIRTSCHAFT ÖSTERREICH (AWO) 25 Telefonnotrufe Rettung:150 Polizei: 166 Feuerwehr: 160 Pannenhilfe, Abschleppdienst: 143, 146 Postlaufzeit von und nach Österreich Durchschnittlich 5 bis 6 Tage, in Einzelfällen bis zu einigen Wochen. Porto (Flugpost) für Postkarten: 0,70 BGN Das Porto für Briefe ist gestaffelt (zwischen BGN 1,00 für Briefe bis 20 g und BGN 18,00 für Briefe ab 1001 g Die Gebühr für Flugpost nach Europa beträgt BGN 0,20 pro 10 g Gewicht einer Postsendung. Elektrischer Strom 220 Volt, 50 Hz, DIN-Stecker Angenehmste Reisezeit, Kleidung Wie in Österreich Fernseh-/Video-System PAL/VHS Mobiltelefon In Bulgarien wird der GSM-Standard verwendet. Österreichische Mobiltelefone können verwendet werden. E-Mail, Internet Große internationale Hotels (z.B. SHERATON, KEMPINSKI) bieten ihren Gästen in sog. BusinessCenters die Möglichkeit der Datenkommunikation mit dem Ausland. Durchschnittliche Aufenthaltskosten Pro Tag ohne Übernachtung ca. EUR 40,--. Trinkgelder ca. 5 - 10 % des Rechnungsbetrages. Ein Service der AUSSENWIRTSCHAFT ÖSTERREICH (AWO) 26 Lageplan der Außenhandelsstelle Informieren Sie im Interesse Ihrer Firma den für Bulgarien zuständigen Handelsdelegierten formlos durch Korrespondenzkopien über Ihre Geschäftskontakte (und geplante Geschäftsreisen). Er kann aus seiner Erfahrung am Platz Ihre Firma dann besser beraten und Ihre Bemühungen unterstützen. Damit wir Sie noch besser und schneller unterstützen können, bitten wir Sie in Ihrer E-Mail-Signatur immer Ihre komplette Anschrift, Telefon- und Faxnummer anzuführen. ERGÄNZENDE AUSKÜNFTE erteilt die AUSSENWIRTSCHAFT ÖSTERREICH (AWO), Süd-Osteuropa, Wiedner Hauptstraße 63, 1045 Wien, Telefon 05 90 900-DW 4442 oder 4410, Fax: 05 90 900-255, E-Mail: [email protected]. WEITERE VERÖFFENTLICHUNGEN zu Bulgarien sind im Internet unter http://wko.at/awo/bg abrufbar. Ein Service der AUSSENWIRTSCHAFT ÖSTERREICH (AWO)