Alte Eichen

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Alte Eichen
Alte Eichen
Mehr als 1000 Jahre haben die alten Eichen im Hasbruch das Waldbild mit gestaltet und
wurden von der Bevölkerung als eine selbstverständliche Eigenart dieses Waldes betrachtet. Im
19. Jahrhundert waren es diese Eichen, die den Hasbruch weit über die Grenzen des
Oldenburger Landes hinaus bekannt gemacht haben.
Entdeckung der Eichen
Die ersten bekannten Bilder stammen von den Hofmalern des Großherzogs von Oldenburg
Ludwig Phillip Strack und Ernst Willers.
Letzterer wurde 1803 in Oldenburg geboren und war nach einem längeren Aufenthalt in Rom ab
1863 in München ansässig. 1835 eröffnet er die Wallfahrten der Landschaftsmaler zu den alten
Eichen im Hasbruch.
1/4
Alte Eichen
Johann
schöne
Bilder
in
Hasbrucheichen
Georg
München
Kohl
ausgestellt,
beschreibt
in
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wo
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Altersschätzung
Das Alter der alten Eichen im Hasbruch lässt sich nicht genau bestimmen sondern nur
schätzen. Dabei wird davon ausgegangen, dass die durchschnittliche Jahrringbreite bei Eichen
im Alter von 160 bis 200 Jahre ca. 2 mm beträgt. Dieser Zuwachs nimmt allerdings auch mit
dem Alter der Eichen ab, so dass man bei den alten Hasbrucheichen von einem
durchschnittlichen Wachstum von etwas mehr als 1 mm ausgeht. Legt man der Berechnung ein
Wachstum von 1,2 mm jährlich zugrunde, ergibt dies einen einseitigen Zuwachs von ca. 1 cm in
8 Jahren. Eine Eiche mit einem Durchmesser von 3 m hat einen Halbdurchmesser von 150 cm.
Entsprechend lässt sich ein Alter von ca. 1200 Jahren annehmen.
Diese Berechnung wird unterstützt durch Beobachtungen des Försters Ch. Erdmann, der die
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Zählung der Jahresringe damals gefällter alten Eiche veranlasst hat. Er schreibt:
„Das Alter dieser Eichen nach Zählung und Berechnung der Jahresringe bei mehreren starken
Eichen die gefällt waren, hat sich zwischen 1000 und 1100 Jahre herausgestellt, obgleich
zugleich anzunehmen sein dürfte, dass mehrere der angeführten Eichen das Alter von 1100
Jahre noch überschreiten.
Hasbruch den 18 ten Febr. 1858
Ch. Erdmann“.
Das im 19. Jahrhundert angelegte Wegesystem im Hasbruch wurde zum Teil auf die Standorte
der alten Baumriesen ausgerichtet, so dass sie in der Mitte der Wege standen. Die Bäume
konnten beidseitig umfahren werden. Daher wurden auch die Wegeseitengräben im Kreis um
die Bäume verlegt. Stellenweise verraten uns noch heute diese Aufweitungen der Wege mit den
entsprechenden Seitengräben den ehemaligen Standort der alten Eichen.
Namensgebung für die Eichen
Auch Mitglieder der großherzoglichen Familie besuchten im 19. und Anfang des 20.
Jahrhunderts den Hasbruch gemeinsam mit ihren Gästen, um die großen Eichen zu
bewundern. Zu diesen Gästen zählte unter anderen auch der mit dem Großherzog befreundete
Erzherzog Stephan von Österreich.
Bereits aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts dürften die ersten Namensgebungen für die
alten Eichen stammen. In dieser Zeit dürften die Amalien-Eiche und Friederiken-Eiche ihre
Namen bekommen haben, die beide nach den Töchtern des Großherzogs Paul Friedrich
August (1785 – 1853) benannt wurden.
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Alte Eichen
Amalie,
heiratete
Steiermark.
Griechenland
(1818-1875)
1855
Bereits
benannten
und
lebte
Johann
heiratete
fortan
Amalieneiche
Georg
1836
mit
Kohl
ihrem
König
und
erwähnt
Ehemann
Otto
die
von
„Friederiken-Eiche.
1864
Maximilian
Griechenland.
die
nach
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der
Friederike
späteren
von
Washington
Königin
(1820-1891)
von
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Sophie
Die
Charlotten-Eiche
Charlotte
(Tochter
wurde
von
später
Großherzog
nach
einer
Friedrich
1879
geborenen
August)
benannt.
Tochter
des
Hauses
Oldenburg,
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Eiche
trug
auch
im
Volksmund
bereits
die
Bezeichnung
Dicke
Eiche
weitere
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auf
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wurde
nach
ihrem
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Kreuzeiche
Später
benannt
wurden
(Bismarck-Eiche,
weitere
Eichen
Roon-Eiche,
nach
herausragenden
Moltke-Eiche,
Persönlichkeiten
Hindenburg-Eiche)
des
Deutschen
Reichs
Auch
Orth-Eiche)
besonders
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Förstern
des
Hasbruch
wurden
Eichen
gewidmet
(Erdmann-Eiche,
Die
des
Fischbeck-Eiche,
20.
Jahrhunderts
die
nach
Elise-Fink-Eiche
Künstlern
benannt,
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die
Ahlers-Eiche
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Jahrhunderts
den
angrenzenden
die
Bezeichnung
Flächen
Grenzeiche,
und
dem
Karl
Hasbrucheichen
Naturdenkmäler
Deutschland.“
Ehlers
hebt
allerersten
1926
hervor:
ineinem
„Vom
seinem
Ranges,
biologischen
Buch
möglicherweise
über
den
Standpunkt
Hasbruch
die
sind
bedeutendsten
bereits
die
Hasbrucheichen
die
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der
inbenannt.
ganz
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Errichtung
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Bahnhöfe
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Grüppenbühren,
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gehörte
Hasbruch
Städten
Ganderkesee.
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Oldenburg
ein
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Oldenburg
Für
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Nur
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im
Hasbruch,
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Dennoch
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sind
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