Mendez der Luege ueberfuehrt

Transcription

Mendez der Luege ueberfuehrt
Ana Mendez Ferrell:
Im Himalaya gegen die Mächte der Finsternis
Die andere Seite der Geschichte
G. Walter
Vorbemerkung
Ana Mendez ist eine wichtige Schlüsselfigur in der NAR (Neue Apostolische
Reformation, von C. Peter Wagner gegründete Apostelvereinigung, der auch Ana
Mendez angehört). In Deutschland ist sie bekannt durch ihre Bücher und
Konferenzen in der charismatischen Szene und ihre Lehre zur geistigen
Kampfführung. So verkündet sie immer wieder spektakuläre Siege gegen Satan und
sein Reich, die nicht selten mit ebenso spektakulären Handlungen verbunden sind.
Bekannt wurde unter anderem ihre "Besteigung des Mount Everest" im Jahre 1997,
um einen Gebetskampf gegen die finsteren Mächte und die „Himmelskönigin“ zu
führen. Peter Wagner und Mitglieder von International Spiritual Warfare Network
unterstützten diese Aktion (u.a.: Rony Chavez, Harold Caballeros, Cindy Jacobs,
George Otis, Jr., Fred Markert, Chuck Pierce, Doris Wagner). Diese Aktion von
Mendez wurde bekannt unter der Bezeichnung „Operation Queen’s Palace“ und
„Operation Ice Castle."
(http://www.etpv.org/1998/opqueen.html;http://www.ad2000.org/re00623.htm )
Nach Aussagen von Ana Mendez und der NAR war diese Aktion nötig, weil mächtige
Dämonen ganze Gebiete der Erde kontrollieren und die Menschen behindern, das
Evangelium anzunehmen. Die tatsächlichen Ereignisse jedoch gelangten nie an die
Öffentlichkeit und auch Anfragen dazu an Ana Mendez selbst, Peter Wagner, Doris
Wagner und Rony Chaves wurden nie beantwortet (siehe englischsprachige
Korrespondenz auf folgender Seite: www.christianresearchservice.com).
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Während es stimmt, dass Ana Mendez eine Expedition auf den Mount Everest
unternahm, gelangte weder sie noch eine anderer Expeditionsteilnehmer auf den
Gipfel des Mount Everest (8848 Meter hoch). Sie schafften es niemals über das
Basiscamp hinaus (5200 Meter hoch).
Eine andere Sicht der Geschichte, die Ana Mendez und die NAR verschweigen,
stammt von einer Frau, deren Ruf weltweit unangetastet ist, Miss Elizabeth Hawley.
Bei einer der wichtigsten Personen, die mit dem Aufstieg auf den Himalaya
verbunden ist, handelt es sich um eine Frau, die niemals auf dem Basiscamp war
und selbst keine Bergsteigerin ist. Im Jahre 1960 zog eine junge Amerikanerin,
Elizabeth Hawley, als Reporterin für die TIME in den Nepal. Ursprünglich verfasste
sie politische Berichte für ihre Zeitung, aber schon bald fand sie eine Nische:
Bergsteigen an den höchsten Orten der Welt. Sie wurde schnell zu einem Teil der
Szene in Kathmandu und schloss Bekanntschaft mit einer ausgewählten Gruppe von
Abenteurern, Bergsteigern, Personen aus dem Königshaus, Politikern und
Unternehmer. Hawley lebt noch heute in Kathmandu und war seit vier Jahrzehnten
die inoffizielle Berichterstatterin jeden Details aller Expeditionen, die vom Nepal aus
in den Himalaya unternommen wurden (Bernadette McDonald, Introduction to I’ll Call
You in Kathmandu: The Elizabeth Hawley Story, siehe: hier oder dt. Titel: Wir sehen
uns in Kathmandu: Elizabeth Hawley - Die Chronistin des Himalaya-Bergsteigens).
Neben Richard Salisbury ist Elizabeth Hawley die Mitautorin des im Jahre 2007
verfassten Buches The Himalaya by the Numbers: A Statistical Analysis of
Mountaineering in the Nepal Himalaya. Darin beschreibt Miss Hawley detailliert die
Geschehnisse, die sich während der Expedition von Ana Mendez auf den Himalaya
ereigneten:
„Eine geplante Besteigung, die niemals stattfand, war der Versuch von drei
Mexikanern und einem Costa Ricaner unter Leitung von Frau Ana Mendez aus
Mexico City, den Mount Everest von der nepalesischen Seite zu erklimmen. Ihre
Expedition fand unter dem Motto Summit for Peace – Everest 1997 () statt, und ihr
Ziel war es, vom höchsten Punkt der Erde aus für den Frieden der Welt und gegen
Armut zu beten. Ana Mendez erläuterte: ‚Der Gipfel der Welt ist ein Symbol der Welt.
Indem ich auf dem Gipfel der Welt stehe, kann ich Fürbitte für die Welt tun.‘ Sie
sagte, 50 Millionen Personen von einer Großzahl christlicher Organisationen auf der
ganzen Welt würden beten, während sie und ihr Team eine kurze Zeremonie auf
dem Gipfel des Everest vollziehen würden. Sie räumte ein, dass keine der
Expeditionsteilnehmer einschließlich ihr selbst bis vor einem Jahr viel über das
Bergsteigen wussten; aus diesem Grunde hatten sie ein ‚intensives Training‘ in
Mexiko und Peru absolviert.
Frau Mendez erhielt allerdings nie eine Genehmigung der nepalesischen Behörden,
einen Fuß auf den Everest zu setzen, und ihre Expeditionsteilnehmer kamen nie über
das Basiscamp hinaus. Sie behauptete, ihr Kathmandu Trekkingagent habe sie
bestohlen; ihr Agent hingegen sagte, sie habe niemals das nötige Geld für die
Bezahlung der Genehmigung aufgebracht und stattdessen die Vertreter der Behörde
versucht zu überzeugen, dass Nepal von einer Katastrophe heimgesucht werden
würde, sofern sie keine Genehmigung bekäme, auf dem Gipfel zu beten; die
Behörde sollte, so Mendez, für ihren so hilfreichen Dienst an dem Land keine
Gebühren von ihr erheben. Der Tourismusminister erklärte, dass Mendez keine
Genehmigung erteilt wurde, da nur ein Teil der 50.000 $ der Nutzungsgebühr von
einem Repräsentanten des Teams angeboten worden war.
Folglich überzeugte die Gruppe von Mendez andere Personen auf dem Basiscamp
aufgrund ihrer noch nie dagewesenen Aktivitäten. Ein spanischer Führer berichtete,
dass sie ihnen mitteilten, ein Ziel sei es, den Teufel vom Gipfel des Everest zu
vertreiben, damit Gott nach Nepal kommen könne und die Hindus und Buddhisten in
Nepal evangelisiert werden können. Sie schrieben mit einer Eisaxt auf Eisblöcke
nahe dem Basiscamp ‚Jesus lebt‘ und sie machten einen Altar im Eis, wo sie jeden
Tag beteten. Schon bevor sie das Basiscamp erreicht hatten, beteten sie; sie
brauchten sechs Stunden zum Basiscamp, das man normalerweise in einer Stunde
erreichen konnte, da sie sich ständig niederknieten zum Gebet. Sie trafen auf ein
großes Loch auf dem Weg zum Basiscamp und behaupteten, dass es sich hierbei
um das Tor zur Hölle handele; sie beteten zu Gott, damit dieser es verschließe. (Er
tat es nicht). Als sie ihre Genehmigung zur Besteigung nicht erhielten, teilten sie mit,
dass das Basiscamp sich für ihre Zwecke genauso gut eigne wie der Gipfel des
Everest. ["The Hallelujah Summit? From The Seasonal Stories of Elizabeth HawleyAutumn 1997," S.39, siehe hier
http://www.himalayandatabase.com/downloads/HimalayaByNbrs..pdf ]”
Sollte ein Leser Zweifel an Elizabeth Hawleys Glaubwürdigkeit und Zuverlässigkeit
haben, ist er aufgerufen die folgenden Artikel zu studieren:
Elizabeth Hawley, Wikipedia (deutsch).
http://de.wikipedia.org/wiki/Elizabeth_Hawley.
"On Highest Authority" by Nicholas Dawidoff (September 19, 1994),
http://sportsillustrated.cnn.com/vault/article/magazine/MAG1005655/index.htm
"Elizabeth Hawley, grande dame of the Himalayas" (April 29, 2010),
http://www.thebaron.info/elizabethhawley.html
"Elizabeth Hawley, unrivalled Himalayan record keeper," by Joanna Jolly (August
28, 2010), http://www.bbc.co.uk/news/world-south-asia-10268549
"Biography Miss Elizabeth Hawley" (The King Albert Memorial Foundation),
http://www.king-albert.ch/html/winners/98/hawley_bi.html
Abschließender Kommentar
Die Richtigkeit einer Behauptung muss auf Tatsachen und dokumentierten Beweisen
beruhen, die nicht widerlegbar sind. Wenn Menschen Dinge behaupten, sollten sie
bereit sein, dass man diese nachprüft und dass sie auf alle Fragen, die man
diesbezüglich stellt, nach bestem Wissen antworten. Wenn Behauptungen von
Personen wahr sind, dann haben sie nichts zu verbergen oder zu befürchten, weil die
Wahrheit auch intensiven Nachforschungen standhalten wird.
Auf der anderen Seite rufen Behauptungen, die von Personen gemacht werden, die
sich weigern, auf einfache Fragen Antworten zu geben, Misstrauen und Zweifel
hervor. Wenn dem so ist, müssen derartige Behauptungen in Frage gestellt und
dementsprechend bewertet werden.
Außergewöhnliche Behauptungen erfordern klare Beweise.
Statt eine Behauptung leichtgläubig zu übernehmen, sollten Christen diese
hinterfragen und alle Fakten sorgfältig und objektiv abwägen. Worte sind unwichtig.
Wenn Worte missbraucht werden, werden sie den Autor einholen.
Für Ana Mendez Ferrells Behauptung, den Gipfel des Mount Everest bestiegen zu
haben, gab es seit dreizehn Jahren keine Nachforschungen, aber ihre Behauptungen
haben sie nun eingeholt. Dies ist ein deutliches Beispiel dafür, was passieren kann,
wenn man es versäumt, die andere Seite der Geschichte zu erzählen.
Quelle: Christian Research Service/Let Us Reason Ministries.
Anmerkungen
Folgende Personen haben bei dieser Recherche einen wertvollen Beitrag geleistet.
G. Richard Fisher: Personal Freedom Outreach.
Sandy Simpson: Deception in the Church.
David-Alan Holland.
Dennis Borel: Project Director for Team Everest '03.
Miss Elizabeth Hawley: Journalistin und Co-Autorin des Buches The Himalaya
by the Numbers: A Statistical Analysis of Mountaineering in the Nepal Himalaya.
Richard Salisbury: The Himalayan Database: The Expedition Archives of
Elizabeth Hawley, und Co-Autorin des Buches, The Himalaya by the Numbers: A
Statistical Analysis of Mountaineering in the Nepal Himalaya.
Stacy Allison: erste Amerikanerin, die den Mount Everest bestieg und Autorin
des Buches Beyond The Limits: A Woman’s Triumph on Everest and Many
Mountains to Climb; Reflections on Competence, Courage and Commitment.
Mark Ryman: Bergsteiger, Inc. in Seattle, Washington.
Tom Murphy: American Institute for Avalanche Research and Education
(AIARE).
Brad Clement: Professioneller Filmemacher und einer der wenigen Bergsteiger,
die den Everest sowohl von nördlicher wie südlicher Seite bezwungen haben.
Khamsum: Adventure Travellers Club, Kathmandu, Nepal.
Gordon Janow: Trekkingführer, Programmdirektor für Alpine Ascents
International, und Herausgeber von Alpine Journal.