Management des Sportpferdes - Schlütersche Verlagsgesellschaft
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Management des Sportpferdes - Schlütersche Verlagsgesellschaft
Fachzeitschrift für Züchter und Tiermediziner 5. Jahrgang Nr. 7 Schwerpunktthema dieser Ausgabe Dieses Heft wurde Ihnen überreicht von: Management des Sportpferdes Ein Sonderheft von – ANZEIGE – DIGITALES RÖNTGEN DESIGNED TO BE THE FIRST! DER EXAMION ® DR 1012 LEISTUNGSSTARKE DR LÖSUNG Ö - FÜR ALLROUND AUFNAHMEN AM PFERD Au Kasse ch im ttenf 35 x 4 ormat 3 erhält cm lich! Das kabellose DR System im Format 25 x 30 cm für Ihre digitalen Röntgenaufnahmen am Pferd! Durch seine ultrakompakte und extrem leichte Bauweise ist die Mobilität speziell im Außeneinsatz gesichert. 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Diese Entwicklung hat dazu geführt, dass auch die Ansprüche an das Tier sich sehr verändert haben: Im Wettkampf verlangen wir den Pferden je nach Sportart große Kraft, Ausdauer, Konzentration und Geschicklichkeit ab. Wer als Pferdebesitzer, Reiter oder Fahrer hohe Leistungen fordert, muss gleichzeitig den Anforderungen an den Umgang mit Pferden im Sport gerecht werden. Definiert werden diese in den Leitlinien für den Tierschutz im Pferdesport, die vor allem Tierschutzaspekte bei der Ausbildung und im Training beschreiben. Der artgerechte Umgang mit Freizeit- und Sportpferden erfordert ein großes Wissen und Können des Reiters oder Fahrers in allen Belangen des Trainings und bei Wettkämpfen. Pferde haben ein spezifisches Sozial-, Bewegungs- und Fressverhalten. Ihre Bedürfnisse zu berücksichtigen, ist nicht nur aus Tierschutzgründen unverzichtbar, sondern auch zum Erreichen von Höchstleistungen notwendig. In dieser Ausgabe des pferdefokus widmen wir uns als Schriftleitung, unterstützt von zahlreichen Fachleuten, vor allem der Diagnostik und Therapie leistungsmindernder Probleme bei sportlich genutzten Pferden – das Spektrum reicht von typischen Erkrankungen über die Kontrolle unerwünschten Sexualverhaltens bis zum Überprüfen des Sattels. Darüber hinaus gibt das vorliegende Heft zahlreiche Denkanstöße zum tiergerechten Ausbilden und Füttern von Sportpferden. Dr. med. vet. Katja Roscher, Dipl. ECEIM PD Dr. med. vet. Ingrid Vervuert Management des Sportpferdes Hohe Leistungen bringen Pferde nur, wenn sie gesund und gut ausgebildet sind. Das richtige Futter, eine tiergerechte Haltung und die passende Ausrüstung sichern eine gute Startposition. Wir freuen uns, wenn das zusammengestellte Wissen sowohl Pferdebesitzer als auch Pferdetierärzte im Umgang mit dem Sportpartner Pferd unterstützt und zahlreiche Gespräche rund um das Pferd im Sport anregt. Katja Roscher Ingrid Vervuert pferdefokus – 5. Jahrgang, Nr. 7 3 Fütterung & Haltung 6–35 36–41 6 Lahmgelegt 36 Fit durch gutes Futter Häufige Lahmheitsursachen beim Sportpferd Die Ernährung des Sportpferdes Medizin 16 Ist es das Herz? Kardiale Probleme des Sportpferdes 21 Außer Atem Dynamische Erkrankungen der oberen Atemwege 29 Mehr als ein Muskelkater Muskuläre Probleme des Sportpferdes 4 pferdefokus – 5. Jahrgang, Nr. 7 Pferde, die hohe Leistungen bringen, brauchen viel Energie. Neben ausreichend Raufutter sorgen vor allem Getreide, Eiweiß und Fett für mehr Power. Durch vermehrtes Schwitzen bei enormer körperlicher Belastung kommt es zu Wasser- und Elektrolytverlusten, die sinnvoll ausgeglichen werden müssen. Bei intensiv genutzten Pferden ist eine gut durchdachte Rationsgestaltung deshalb besonders wichtig. inhalt Management des Sportpferdes Zu dieser Ausgabe: Damit Sportpferde im Wettkampf gute Leistungen bringen, muss mehr passen als der Sattel: Gesunde und richtig ausgebildete Tiere geben gerne ihr Bestes. Titelfoto © Mikhail Kondrashov - Fotolia.com ausbildung & Sport Ausbildung Zucht 32 – 36 48–56 42 Hormone unter Kontrolle 48 Passt, wackelt und hat Luft Möglichkeiten zur Kontrolle des Sexualverhaltens bei Stute und Hengst Satteldruckmessung zur objektiven Überprüfung des Systems Reiter-Sattel-Pferd Typisches Dominanzverhalten, eingeschränkte Rittigkeit und reduzierte Leistungsbereitschaft – unerwünschtes Rosse- und Hengstverhalten kann das Training und die erfolgreiche Teilnahme an Wettkämpfen erheblich erschweren. Doch es gibt verschiedene Möglichkeiten, Geschlechtshormone bei Stute und Hengst zu regulieren und so das Verhalten zu beeinflussen. 42–47 53 Pferdegerechtes Reiten & Sport Die Entwicklung des Pferdesports – ein Widerspruch zur klassischen Reitlehre Spektrum 57–62 Doping im Pferdesport Dopingproblematik bei Pferd und Reiter aus juristischer Sicht 63–71 Marktplatz 71 Impressum pferdefokus – 5. Jahrgang, Nr. 7 5 Foto: Melissa Schalke/fotolia.de Medizin Lahmgelegt Häufige Lahmheitsursachen beim Sportpferd Michael Röcken, Joachim Hahn, Tanja Witte W Orthopädische Probleme gehören zu den häufigsten Erkrankungen des Pferdes, die zur Sportuntauglichkeit eines Patienten führen können. Dabei zählen Sehnen- und Gelenkerkrankungen zu den bekanntesten Lahmheit verursachenden Erkrankungen des Bewegungsapparates, die sich vor allem bei Sportpferden unter Belastung manifestieren können. Mehrheitlich ist eine Vordergliedmaße von der Lahmheit betroffen. Dabei sind rund 95 Prozent dieser Lahmheiten unterhalb des Karpalgelenks lokalisiert, wohingegen am Hinterbein häufiger auch die oberen Gelenke wie das das Knie- und Sprunggelenk betroffen sind. Sehnenschäden Sehnenschäden gehören vor allem bei Renn–, Military- und Dressurpferden zu den häufigsten eine Lahmheit verursachenden Erkrankungen. Dabei kann die Heilung solcher Erkrankungen in Abhängigkeit von Lokalisation, Dauer der Erkrankung und Art der Behandlung mindestens drei bis zwölf Monate in Anspruch nehmen. Dieser verzögerte Heilungsprozess der Pferdesehne ist darauf zurückzuführen, dass die Sehnen der Gliedmaßen die Aufgabe haben, als Überträger der Muskelkraft in der Art eines elastischen Kraftüberträgers auf die in der Nähe des Hufes gelegenen anatomischen Strukturen einzuwirken. Infolge einmaliger oder wiederholter traumatischer Einwirkungen kommt es zu einer lokalen, entzündlichen Reaktion. Je hochgradiger diese Entzündungsreaktion ist, desto umfangreicher verändert sich das Gewebe in der betroffenen Sehne. Infolge der geringen Versorgung des Sehnengewebes mit Blutgefäßen verläuft die Heilung verzögert. Zunächst wird nur Ersatz- bzw. Narbengewebe gebildet, welches vor allem initial nicht so elastisch und belastbar ist wie das ursprüngliche Sehnengewebe. Dieser Sachverhalt ist verantwortlich für die zum Teil hohe Rückfallrate bei Sehnenerkrankungen. 6 pferdefokus – 5. Jahrgang, Nr. 7 Zumeist ist chronische Ermüdung der Auslöser Schäden der oberflächlichen Beugesehne und des Unterstützungsbandes der tiefen Beugesehne sowie des Fesselträgers sind bei Sportpferden in den meisten Fällen chronische Ermüdungsschäden. Rein traumatische Schädigungen kommen vor, sind jedoch selten. Sind Muskeln ermüdet, kann ihre stoßabsorbierende Wirkung reduziert sein. Die passive Sehne, die den Knochen und Muskel verbindet, kommt dabei noch mehr unter Zugspannung, was dazu führt, dass sie sich übermäßig erwärmt. Da das betroffene Sehnengewebe nur unzureichend durch die Blutzirkulation versorgt wird, führt dieser Umstand zu einer Unterversorgung des Gewebes mit Sauerstoff. Die Folgen sind, dass sich toxische Stoffwechselprodukte ansammeln, die zu einer Zelldegeneration und verringerter Kollagensynthese führen. Diese mangelnde Elastizität führt automatisch zu einer verringerten Festigkeit. Weitere, auch nur geringe Arbeitsbelastungen, können dann zum plötzlichen Zerreißen einzelner Fibrillen oder sogar der gesamten Sehne führen. Dies löst eine entzündliche Gewebsreaktion aus, toxische Substanzen werden freigesetzt, die unter anderem zu einer erhöhten Durchlässigkeit der kleinsten Blutgefäße führen können. Die Folgen davon sind verringerte Durchblutung, Abbildung 1: Schematische Darstellung der unteren Gliedmaße: oberflächliche Beugesehne (grün), tiefe Beugesehne (pink), Unterstützungsband der tiefen Beugesehne (Ligamentum accessorium, blau), Fesselträger (Musculus interosseus medius, gelb) Zeichnung: Janine Brunner Abbildung 2: Untersuchung der tiefen und oberflächlichen Beugesehnen Foto: Jürgen Althaus, Hermann Josef Genn: Die Kaufuntersuchung des Pferdes. Schlütersche Verlagsgesellschaft, 2011 Röntgen war noch nie so leicht, frei ... und so günstig! Vereinbaren Sie schon jetzt einen Vorführtermin! Unser Service-Telefon erreichen Sie unter Tel.: 05131 - 705 - 444 nur 9,5 kg Schmerzen, Wärme und eine meist spindelförmige Verdickung. Sie werden als die ersten klinischen Anzeichen der klassischen, produktiven Tendinitis gewertet. Zentral bleibt das Gewebe abgestorben, auch wenn die äußerlich sichtbaren klinischen Symptome bereits nach wenigen Tagen abgeklungen sind. Die strukturelle Veränderung des Sehnengewebes kann bei erneutem Training weitere neue Schäden bis hin zu einem vollständigen Sehnenriss zur Folge haben. Ultraschall sichert die Diagnose Es ist für den behandelnden Tierarzt mitunter schwierig, initial Grad und Größe der Verletzung einzustufen, da jedes Pferd anders auf einen Schaden reagieren kann. Neben dem Vorbericht – zum Beispiel Pferd zeigt Lahmheit nach einmali- Ebenfalls möglich: Rüsten Sie Ihren alten Röntgentisch mit dem Medici-DR-System um! Digitales Röntgen mit Detektorplatte (DR), auch kabellos! © ohne Kassetten – sekundenschnelle Bilder! © derzeit kleinste und leichteste Kofferlösung © kabellos und kabelgebunden zu unschlagbaren Preisen! © exzellente Bildqualität www.wdt.de pferdefokus – 5. Jahrgang, Nr. 7 7 Medizin Mehr Informationen: ger, längerer Belastung auf weichem Boden – steht die Untersuchung durch Betrachten und Betasten der verletzten Anteile an erster Stelle. Meist entwickeln sich die typischen Entzündungssymptome erst nach Stunden. Das Pferd wird im Schritt und Trab vorgeführt, um eine eventuelle Lahmheit (gering-, mittel- oder hochgradig) oder totale Entlastung feststellen zu können. Meist rufen Schäden an den Beugesehnen sogenannte Stützbeinlahmheiten hervor, die beim Vorführen auf weichem Boden verstärkt sein können. Das heißt, die betroffene Gliedmaße wird kürzer belastet. Die extremste Form des Sehnenschadens ist der sogenannte Niederbruch. Hierbei kommt es, meistens bei Galopprennpferden, nach totalem Zerreißen des Fesselträgers und eventuell auch weiterer Beugesehnen zum Durchtreten in der Fessel, sodass der Fesselkopf dabei durchaus den Boden berühren kann. Häufig wird im Bereich der erkrankten Sehnen ein Verlust der scharfen Kontur bemerkt. Das Betasten gibt Aufschluss über vermehrten Umfang, Wärme oder Druckschmerzempfindlichkeit. Dadurch kann zwischen einem akuten und einem eher chronischen Sehnenschaden unterschieden werden. Meist ist eine genaue Lokalisation einer Schädigung im betroffenen Sehnengewebe aber erst nach weitergehenden Untersuchungen möglich. Die Diagnose wird an erster Stelle durch die Ultraschall untersuchung abgesichert. Hiermit können auch kleinere Schäden des Gewebes sichtbar gemacht werden. Auch röntgenologische, szintigraphische oder thermographische Untersuchungen werden angewendet, sie sind aber dem Ultraschall unterlegen. Im Rahmen der Ultraschalluntersuchung ist es außerdem möglich, das Ausmaß und den Verlauf einer Schädigung, die Prognose und die Wahl der Sehnenentzündung (Tendinitis) Als Tendinitis wird jede krankhafte Störung bezeichnet, bei der die Sehne und das die Sehnen umgebende lockere, fibröse Bindegewebe (Peritendineum) entzündet sind. Sehnenerkrankungen des Pferdes werden durch folgende Faktoren begünstigt: • Mangelhaftes Training und Konditionsmängel • Muskelermüdung – unelastische Muskelfasern übertragen die einwirkende Kraft ungedämpft auf die Sehne •Bodenbeschaffenheit – tiefer, unebener, rutschiger und harter Boden, je nach Dauer der Belastung • Stellungsfehler •Fehler beim Hufzubereiten und beim Hufbeschlag – zu lange Zehen •Ungleichmäßige Gewichtsbelastung – plötzliche Wendungen • Übergewicht • Aufzuchtfehler • Erbliche Disposition • Zu früher beziehungsweise ungeeigneter Einsatz des Pferdes All diese Faktoren können in unterschiedlichem Ausmaß für Sehnenerkrankungen verantwortlich sein. 8 pferdefokus – 5. Jahrgang, Nr. 7 Ausgezeichnet röntgen! 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Das Beste, was digitalem Röntgen passieren konnte.“ VetZ GmbH • Sattlerstraße 40 • 30916 Isernhagen • Vertrieb: (05136) 9710 311 • [email protected] • www.vetz.de Medizin 2 1 Abbildung 3 und 4: Ultraschall eines Defekts im Bereich der oberflächlichen Beugesehne Therapieform zu benennen. Moderne Kernspinverfahren können ebenfalls sehr gute diagnostische Hinweise liefern. Oft ist eine Rückkehr in den Sport möglich Grundsätzlich stehen unterschiedliche Therapieansätze für die Behandlung von Sehnenschäden zur Verfügung, die allerdings alle zum Ziel haben, die ursprüngliche Belastbarkeit der Sehne wiederherzustellen. Allerdings verläuft die Sehnen- und Bandheilung sehr langsam und bisherige Behandlungsformen sind vielfach unbefriedigend. Oftmals entsteht ein funktionell minderwertiges Ersatzgewebe anstatt gleichwertigem Sehnengewebe, was verhindert, dass die ursprüngliche Belastbarkeit wiederhergestellt wird. So können trotz intensivster tierärztlicher Bemühungen nach massiven Sehnenschäden nur schwach belastbare Sehnennarben entstehen, was zu einer relativ hohen Rückfallrate führt. Die therapeutischen Maßnahmen richten sich nach Art und Ausmaß sowie nach dem Alter der Sehnenerkrankung. Im Rahmen der konservativen Therapie werden sowohl physikalische als auch medikamentöse Therapieformen gewählt. So werden bei akuten Sehnenschäden zunächst entzündungshemmende Umschläge aufgebracht, die für ein Abschwellen sorgen und die Schmerzen lindern sollen. Eine ähnliche Wirkung können Eisbandagen oder Dauerberieselung mit Kaltwasser haben. Ist die Hauptschwellung zurückgegangen, werden durchblutungsfördernde Mittel eingerieben. Lokal innerhalb der Sehne wurden beziehungsweise werden bisher überwiegend Wirkstoffe angewendet wie die Hyaluronsäure, Chondroitinpolysulfat und andere, die zum Teil im Gemisch mit weiteren Substanzen an den Sehnenschaden deponiert werden. GIERTH Röntgengeräte, digitale Systeme und Zubehör KRAFTVOLL UND INTELLIGENT Raffinierte Röntgentechnik für die Pferdepraxis. Leistungsstarke mobile & stationäre Röntgensysteme sowie digitale Radiographielösungen für jeden Tierarzt. GIERTH X-Ray international GmbH, Am Südspeicher 4, D-01587 Riesa, Tel: 03525 512459, Fax: 03525 512424, Web: www.gierth-x-ray.de Chirurgische Methoden wie das Sehnensplitting, ein Verfahren, bei dem mit einem Stilett Teile der Sehne und ihrer Bindegewebshülle (Peritendineum) eröffnet werden, erfahren in letzter Zeit eine Renaissance. Hierbei kommt es sowohl zu einer Druckentlastung als auch zu einem durch die Einblutung hervorgerufenen Einstrom heilungsfördernder Substanzen. In den letzten Jahren wurden zudem verschiedene neuere Therapieansätze mit regenerativem Potenzial wie zellbasierte Substrate, Blutprodukte und Gerüstsubstanzen zur Behandlung von Sehnen- und Banderkrankungen angewendet. Sie sollen zu einer Regeneration der geschädigten Struktur führen sowie die Funktion und Struktur gegenüber dem bindegewebigem Narbengewebe verbessern. Eine Schlüsselrolle bei der Behandlung von Sehnen erkrankungen spielt jedoch die kontrollierte Bewegung. Keine noch so intensive Therapie kann zum Erfolg führen, wenn nicht ein entsprechendes Rehabilitationsprogramm eingehalten wird. Dieses muss zusammen mit dem Tierarzt auf das jeweilige Pferd und den Umfang des jeweiligen Sehnenschadens genauestens abgestimmt werden. Wiederholt durchgeführte Ultraschalluntersuchungen sollten den Heilungsverlauf begleiten. Im Gegensatz zu früheren Zeiten, in denen das Pferd über Monate in der Box verweilen musste, sind heute ein möglichst frühzeitig einsetzendes Bewegungsprogramm sowie umfangreiche Physiotherapie maßnahmen angezeigt, um Verklebungen im Bereich der erkrankten Sehnen zu vermeiden. Die Prognose ist abhängig von der Art, Dauer und Ausdehnung des Sehnenschadens sowie vom Nutzungszweck und Alter des Pferdes. In vielen Fällen kann wieder mit einer Sporttauglichkeit des Pferdes gerechnet werden, wenn auch Primärursachen der Erkrankung wie tiefer Boden oder Fehlstellungen erkannt und behoben werden. Wird dies nicht beachtet, muss mit Rückfällen gerechnet werden. Laut Literaturangaben liegt die Rückfallrate der Pferde, die in den Sport zurückkehren, je nach Nutzungsrichtung zwischen 23 und 67 Prozent. Bild: Peter Siegfried Glatzel (Hrsg.): Atlas der Ultraschalluntersuchung beim Pferd. Schlütersche Verlagsgesellschaft, 2011 Abbildung 5 und 6: Ultraschall eines Sehnenschadens im Bereich des Unterstützungsbandes der tiefen Beugesehne (Transversal-und Longitudinalschnitt), 1 = oberflächliche Beugesehne 2 = tiefe Beugesehne 3 = Unterstützungsband der tiefen Beugesehne 4 = Fesselträger 5 = Röhrbein Einen Schritt voraus im WIEDERAUFBAU der GELENKE • Hemmt die Entzündung* Frag e Sie n Ih Tierren arzt! • Lindert den Schmerz* • Einfache Verabreichung in den Muskel ohne Gelenkspunktion Und es läuft wie geschmiert * Burba DJ et al. J Eq Vet Sci 1993, 696 - 702 © Novartis Tiergesundheit AG, 2013 ® registrierte Handelsmarke der Luitpold Pharmaceuticals Inc. www.ah.novartis.de Medizin SOLUTEN FÜR DEN AB K DURCHBLIC Abbildung 7: Übersichtsbeugeprobe aller Gelenke der linken Hintergliedmaße Foto: Jürgen Althaus, Hermann Josef Genn: Die Kaufuntersuchung des Pferdes. Schlütersche Verlagsgesellschaft, 2011 Gelenkerkrankungen Bei der Gelenkerkrankung handelt es sich um akut entzündliche beziehungsweise degenerative Veränderungen von Gelenkstrukturen, die multifaktoriell bedingt sind, jedoch mehrheitlich durch traumatische Einwirkungen hervorgerufen werden. Während die akute Gelenkentzündung (Arthritis) mittels konservativer Verfahren meistens erfolgreich therapiert werden kann, wird die Arthrose des Pferdes in der Literatur als „zumeist unheilbar und folglich ursächlich für das Ende des Sportlerlebens“ des betroffenen Patienten beschrieben. Die degenerativen Gelenkerkrankungen (Osteoarthrose, DJD) gehören dabei mit einem Anteil von ca. 60 Prozent zu den häufigsten lahmheitsverursachenden Erkrankungen des Pferdes überhaupt. Die hierbei involvierten Gelenkstrukturen sind der hyaline Knorpel, der subchondrale Knochen, die Gelenkflüssigkeit und die Gelenkkapsel. Diese Strukturen unterliegen im Zuge eines chronischen Entzündungsgeschehens klinisch verifizierbaren morphologischen und strukturellen Veränderungen, sodass im Gegensatz zur Arthritis letztlich ein vollständiges Ausheilen therapeutisch nicht mehr zu erzielen ist. Schäden am Gelenk werden sichtbar Die typischen klinischen Anzeichen einer Gelenkerkrankung sind Lahmheit, vermehrte Wärme und Füllung, übermäßige Produktion von Gelenkflüssigkeit sowie Schmerzreaktionen bei Beugung des Gelenkes. Trotz klinisch sichtbarer Anzeichen ist eine genaue Untersuchung allerdings notwendig, um die exakte Lokalisation des betroffenen Gelenkes bzw. der betroffenen Gelenkstrukturen eingrenzen zu können. Das diagnostische Verfahren der Wahl ist die Anästhesie des vermeintlich betroffenen Gelenks. Weiterführende Untersuchungsverfahren sind die Röntgen- und bedarfsweise Ultraschalluntersuchung. Während auf den Röntgenbildern Knochenveränderungen sichtbar werden, zum Beispiel Sklerose, Lysis und osteophytäre Zubildungen, eignet sich die Ultraschalluntersuchung vorrangig, um Weichteilstrukturen in und um die Gelenke wie Knorpel oder Bänder darzustellen. Bei Gelenk erkrankungen im Anfangsstadium sind die Veränderungen durch eine Röntgenuntersuchung noch nicht immer nachweisbar. Als weiterführende Diagnostika sind je nach Zielsetzung die Szintigraphie sowie die Computer- oder Magnetresonanztomographie geeignet, um frühzeitige Veränderungen an Knochen und Gelenken darstellen zu können. Um den Grad des Schadens am Knorpel selbst nachzuweisen, kann das Gelenk mittels Endoskop (Arthroskopie) untersucht werden, wodurch Knorpelschäden visualisiert und morphologisch klas- Abbildung 8 und 9: Arthroskopische Darstellung eines Knorpelschadens sifiziert sowie die Prognose abgeschätzt werden können. Direkt im Anschluss kann außerdem eine endoskopische Operation ausgeführt werden. Eine Therapie kann den Verschleiß verzögern Therapeutisches Ziel der Arthritis- bzw. Arthrosebehandlung ist es einerseits, den Gelenkschmerz durch symptomatische Therapie- verfahren zu lindern, um den Patienten wieder mobiler und leistungsfähiger zu machen. Andererseits soll der fortschreitende Gelenkverschleiß verzögert werden. Im Regelfall erfolgt primär eine konservative Behandlung des Gelenks. Hierzu zählen die medikamentöse, physikalische und orthopädische Therapie. Sollten die konservativen Behandlungen nicht den erforderlichen Erfolg zeigen oder ist der Schaden im Medizin Abbildung 10: gesunder Gelenkknorpel Abbildung 11: Knorpelerweichung Gelenk so groß, dass diese Maßnahmen nicht greifen, können im Bedarfsfall Operationen wie die Arthroskopie und final die Gelenkversteifung (Arthrodese) erwogen werden. Für die symptomatische Therapie der Arthritis und Arthrose beim Pferd stehen unterschiedliche Wirkstoffe und Wirkstoffgruppen zur Verfügung. Heutzutage wird zwischen den Symptom Modifying Osteoarthritic Drugs (SMOADs) und den Disease Modifying Osteo arthritic Drugs (DMOADs) unterschieden. Während die SMOADs eine vorrangig entzündungshemmende und schmerzlindernde Funktion haben, sollen die DMOADs den Knorpel schützen und regenerative Eigenschaften besitzen. Für die Arthrosebehandlung des Pferdes ergeben sich hieraus folgende konservative Therapieansätze: Als Initialtherapeutikum und als zeitlich limitiertes Begleittherapeutikum werden in der Praxis zumeist die in unterschiedlichen Darreichungsformen (Tablette, Injektion in Muskel oder Vene) angebotenen nicht steroidalen Entzündungshemmer (engl. Non-Steroidal Anti-Inflammatory Drugs, NSAIDs) angewandt. Sie haben neben einer fiebersenkenden und anti-entzündlichen auch eine schmerzlindernde Wirkung und sind die klinisch am häufigsten angewandten Medikamente. Zu ihnen gehören unter anderem Wirkstoffe wie Phenylbutazon, Meloxicam, Flunixin-Meglumin, Carprofen und Metamizol. Das über die Jahrzehnte gebräuchlichste NSAID beim Pferd war und ist das Phenylbutazon. Heutzutage werden aber aufgrund der ge- Besuchen Sie uns! 06. - 10. November 2013 Vet-Congress Berlin 17. - 18. Januar 2014 Leipziger Tierärztekongress 14 pferdefokus – 5. Jahrgang, Nr. 7 Abbildung 12: fortgeschrittener Knorpelschaden ringeren Nebenwirkungen bevorzugt selektivere Wirkstoffe wie Meloxicam oder Firocoxib (sogenannte COX-2-Hemmer) eingesetzt. DMOADs werden in der Pferdepraxis wegen ihres Wirkmechanismus und den geringeren Nebenwirkungen bevorzugt direkt ins Gelenk appliziert, während sie – soweit verfügbar – zusätzlich als Begleit- und Langzeittherapeutikum zum Einnehmen über das Maul gegeben werden. Zur Gruppe der DMOADs werden auch die Kortikosteroide gezählt, da sie neben ihrer stark anti-entzündlichen und schmerzlindernden Wirkung sowohl knorpeldestruktive Mediatoren (IL-1 und TNF-) als auch die Freisetzung spezieller Enzyme (Matrix-Metalloproteasen, MMPs) hemmen. Unter der Vielzahl der zur Verfügung stehenden Kortikosteroide werden die synthetischen Kortikosteroide wie Betamethasonacetat, Methylprednisolonacetat oder Triamcinolonacetonid beim Pferd am häufigsten direkt ins Gelenk appliziert. Der Wirkgruppe der DMOADs ebenfalls zuzurechnen sind die Hyaluronsäure oder auch Hyaluronan, die polysulfatierten Glykosaminoglykane sowie das Polyacrylamid Hydrogel. Diese werden bei der Osteoarthrose als Einzeltherapeutikum, meist aber aufgrund der länger anhaltenden Wirkung in Kombination mit Wirkstoffen wie Kortikosteroiden oder NSAIDs eingesetzt. Daneben gibt es noch das relativ junge Feld der Regenerativen Medizin. Diese befasst sich unter anderem mit der „Heilung“ der Osteoarthrose durch die Wiederherstellung funktionsgestörter Zel- Pssst.. simply clever iT Informatics bietet auch Leasing für Röntgenanlagen und digitale Lösungen! www.informatics-systemhaus.de • [email protected] Hufschuh zur Rehe-Behandlung - anklebbar - ... mit Keilplatte und Hufpolster Abbildung 13: hochgradiger Knorpelschaden mit Knorpelabrieb, sogenannte Knochenglatze DALLMER GmbH + Co · Abt. Hufschuhe Tel. 04172 5100 · Fax 04172 7294 [email protected] · www.dallmer.de Therapie- und Trainingszentrum · Rehabilitation · Aquatherapie · Infrarot-Thermium · Magnetfeldtherapie · Modulations-Elektrother. · Ultraschalltherapie len und Gewebe. Dies soll sowohl durch den biologischen Ersatz gezüchteter Gewebe erreicht werden als auch indem körpereigene Regenerations- und Reparaturprozesse mittels Wachstumsfaktoren angeregt werden. Zu den auf biomolekularer Forschung basierenden Therapeutika, die auf den körpereigenen Reparationsmechanismen beruhen, zählen das Autologe Conditionierte Serum (IRAP), das Platelet-Rich-Plasma wie auch die Mesenchymalen Stammzellen. Hier gibt es bereits erste klinische Erfahrungen für die Translation experimenteller Therapien bei Knorpel- und Knochendefekten. Für die Zukunft wird aber angestrebt, auch die Arthrose mit Hilfe der regenerativen Medizin behandeln zu können. Als neuere Felder auf dem Gebiet der Arthroseforschung sind abschließend noch das Züchten von Gewebe- und Zellverbänden (Tissue Engineering) und die Gentherapie zu nennen. Zwar befindet sich die Mehrzahl der modernen Therapieverfahren im Moment noch in der Erprobungsphase, sie zeigten aber in ersten Studien bereits vielversprechende Erfolge. 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Sprechen Sie mit uns! www.ruv.de Ulrike Seim Pferdemanagement Raiffeisenplatz 1 65189 Wiesbaden Tel.: 0611 533-9662 E-Mail: [email protected] Wir sind Partner der FN OperationskostenVersicherung ab 7,14 EUR monatlich pferdefokus – 5. Jahrgang, Nr. 7 15 Medizin Für die Aufzeichnung eines telemetrischen EKGs vorbereitetes Pferd Ist es das Herz? Kardiale Probleme des Sportpferdes Nora Gembicki Rebelo W In den meisten Fällen werden Herzgeräusche oder ein veränderter Herzrhythmus beim Sportpferd zufällig festgestellt, überwiegend beeinträchtigen sie weder das Allgemeinbefinden des Pferdes, noch seine Leistung. Nur selten muss von einer weiteren sportlichen Nutzung eines Pferdes abgeraten werden. Dennoch sollten Herzprobleme unbedingt abgeklärt und regelmäßig kontrolliert werden, denn Symptome einer Herzschwäche treten beim Pferd in der Regel erst im Endstadium der Erkrankung auf. Schon zuvor kann das Risiko für Pferd und Reiter groß sein. Pferde verfügen grundsätzlich über einen extrem leistungsfähigen Herz-Kreislauf-Apparat: Ihre Herzfrequenz ist in Ruhe mit 28– 40 Schlägen pro Minute sehr langsam, kann sich aber bei maximaler Belastung auf über 200 Schläge pro Minute steigern. Dies führt jedoch auch dazu, dass Herzprobleme sehr lange kompensiert werden können: Das Herz kann eine bestehende Fehlfunktion so gut ausgleichen, dass sie für den Besitzer nicht offensichtlich wird. Von außen erkennbare Anzeichen einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz) treten erst bei weit fortgeschrittenen Erkrankungen auf. Die Symptome sind anfangs möglicherweise nur bei Belastung feststellbar und äußern sich zum Beispiel als Leistungsabfall. Mit zunehmendem Schweregrad kommt es auch in Ruhe zu Auffälligkeiten wie Mattigkeit, Wassereinlagerungen an Unterbrust und Unterbauch (Ödemen, Abb. 1), einer Pulsation im Bereich der Halsvenen oder gestauten Venen (Abb. 2), einer angestrengten Atmung, Husten sowie Gewichtsverlust. Bei plötzlich auftretenden Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien) oder wenn es innerhalb kurzer Zeit zu einer gravierenden Herzerkrankung kommt, die nicht kompensiert werden kann, können auch Unwohlsein bis hin zu Koliksymptomen hinzukommen. Beim Abhören des Herzens kann meist eine kompensatorisch deutlich erhöhte Herzfrequenz festgestellt werden. Eine solche klinisch manifeste Herzschwäche ist immer als lebensbedrohlicher 16 pferdefokus – 5. Jahrgang, Nr. 7 Zustand anzusehen. Glücklicherweise kommt es aber nur in wenigen Fällen zu einem so dramatischen Verlauf. Herzproblemen auf den Grund gehen Nicht selten fällt bei Pferden beim Abhören des Herzens ein Herzgeräusch oder eine Herzarrhythmie ohne weitere Symptome auf, häufig als Zufallsbefund bei der Untersuchung vor einer Impfung oder Zahnbehandlung. Dabei handelt es sich in der Mehrzahl der Fälle um Veränderungen, die nicht klinisch relevant sind, das heißt, die das Allgemeinbefinden oder die Leistungsfähigkeit nicht beeinträchtigen. Vereinzelt sind solche Befunde jedoch auch Anzeichen einer gravierenden Erkrankung des Herzens. Da Veränderungen am Herzen stets eine potenzielle Gefahr für den Reiter beziehungsweise Fahrer oder Voltigierer darstellen, sollte aus tierärztlicher Sicht immer zu einer eingehenden Untersuchung des Herz-KreislaufSystems bei einem spezialisierten Tierarzt beziehungsweise in einer entsprechend ausgestatteten Klinik geraten werden. Zu einer kompletten Herzuntersuchung gehört stets eine klinische Untersuchung des Pferdes in Ruhe sowie gegebenenfalls unter und nach Belastung mit Bestimmung der Wiederberuhigungszeit. Abbildung 1: Wassereinlagerungen an Unterbrustund Unterbauch (Ödem) bei Herzschwäche Abbildung 2: Gestaute Halsvene bei Herzschwäche Abbildung 3: Schematische Darstellung eines Elektrokardiogramms (EKG). Ein EKG zeichnet die elektrische Aktivität des Herzmuskels in Form einer Kurve auf. Darunter versteht man die Zeitspanne bis zum Wiedererreichen der Ruheherzfrequenz. Sind bereits in Ruhe Anzeichen einer Herzinsuffizienz feststellbar, darf das Tier natürlich nicht belastet werden. Weiterhin wird insbesondere beim Vorliegen von Herzgeräuschen eine Ultraschalluntersuchung des Herzens durchgeführt. Dies erfordert eine entsprechende technische Ausstattung (spezielles Ultraschallgerät mit geeignetem Schallkopf und Software) sowie einen erfahrenen Untersucher. Zudem sollte meist ein Elektrokardiogramm (EKG, Abb. S. 16 und Abb. 3) angefertigt werden, teils auch unter Belastung bzw. als Dauer-EKG, in der Regel über 24 Stunden. In einigen Fällen sind auch labordiagnostische Untersuchungen angezeigt wie die Bestimmung von Entzündungsparametern, Elektrolyten und Troponin I. Insgesamt ist daher der Zeitaufwand für eine Herzabklärung nicht unerheblich, Pferdebesitzer sollten auch im unkomplizierten Fall mindestens ein bis zwei Stunden einplanen. Herzgeräusch – was steckt dahinter? Wird das Herz eines gesunden Pferdes abgehört, sind in der Regel zwei Herztöne feststellbar: der erste (Muskelton) und der zweite Herzton (Klappenton). Meist nicht zu hören ist der dritte Herzton, der beim Einstrom des Blutes in die Hauptkammern entsteht. Der vierte Herzton (Vorhofton) ist meist gemeinsam mit dem ersten zu hören, teilweise jedoch auch kurz zuvor, sodass ein sogenannter gespaltener erster Herzton resultiert (Abb. 4). Ein Herzgeräusch ist ein herzsynchrones, zusätzlich zu den normalerweise hörbaren Herztönen auftretendes Geräusch. Dabei kann es sich um ein krankhaftes oder um ein funktionelles Geräusch handeln. Funktionelle Geräusche sind meist in der Phase feststellbar, in der sich die Herzmuskulatur anspannt und das Blut aus dem Herzen in die großen Gefäße treibt (Systole). Diese Geräusche treten zum Beispiel in Zusammenhang mit anderen Erkrankungen wie Kolik, Fieber oder Anämie auf sowie vorübergehend bei Aufregung oder Belastung. Sind sie nach Heilung der Grunderkrankung oder beim Abhören in Ruhe verschwunden, ist eine krankhafte Veränderung am Herzen unwahrscheinlich. In einer Untersuchung aus England an über 1000 Pferden und Ponys verschiedener Rassen und Altersgruppen konnten Stevens und Mitarbeiter 2009 bei ca. 20 Prozent der Tiere ein Herzgeräusch feststellen. Undichte Herzklappen Die häufigste Ursache für Herzgeräusche beim erwachsenen Pferd sind Herzklappen, die nicht richtig schließen (Herzklappeninsuffizienzen). Da beim Abhören keine oder nur eingeschränkte Aussagen über den Schweregrad der zugrundeliegenden Veränderung getroffen werden können, sollten Herzgeräusche stets mittels Herzultraschall abgeklärt werden, gegebenenfalls in Kombination mit weiteren Untersuchungen. Alle vier Herzklappen können von einer Insuffizienz betroffen sein, wobei die Häufigkeit des Auftretens je nach untersuchter Pferdepopulation variiert. Ursache sind degenerative oder entzündliche Herzklappen Die vier Herzklappen wirken im Herz als Ventile und verhindern einen Rückstrom des Blutes in die falsche Richtung. Die Klappen zwischen Herzvorhof und Herzkammer werden links als Mitralklappe und rechts als Trikuspidalklappe bezeichnet. Die Klappe zwischen rechter Kammer und Lungenarterie heißt Pulmonalklappe, die zwischen linker Kammer und Aorta Aortenklappe. pferdefokus – 5. Jahrgang, Nr. 7 17 Medizin AV-Block: Störung der Erregungsleitung Die Pumptätigkeit des Herzens wird durch elektrische Signale gesteuert, die den Rhythmus der Vorhof- und Kammerkontraktionen vorgeben. Die Erregung wird im Sinusknoten in der Wand des rechten Vorhofs gebildet. Über die Vorhofmuskulatur gelangt die Erregung zum AV-Knoten und von dort in die Muskulatur der Herzkammern. Von einem AV-Block ist die Rede, wenn die Erregung vom AV-Knoten nur verzögert weitergeleitet wird (AVBlock 1. Grades) oder wenn die Weiterleitung unterbrochen ist: zeitweise (AV-Block 2. Grades) oder dauerhaft (AV-Block 3. Grades). Prozesse an den Herzklappen, die zu einer verminderten Elastizität und damit Schlussunfähigkeit der Herzklappen führen. Bei Warmblutpferden sind meist Mitral- und/ oder Aortenklappe betroffen, bei Vollblütern (Rennpferden) deutlich häufiger die Trikuspidalklappe. Isolierte Pulmonalklappeninsuffizienzen treten nur selten auf. Das Abhören des Herzens ermöglicht meist bereits eine Vermutung, welche Klappe(n) betroffen ist (sind). Mittels Herzultraschall muss dieser Verdacht bestätigt werden, zudem kann der Schweregrad unter anderem anhand des Ausmaßes des krankhaften Rückflusses sowie möglicher Folgeerscheinungen wie vergrößerter Herzkammern oder Vorhöfe beurteilt werden. Die Entscheidung, ob ein betroffenes Pferd weiter als Reitpferd, zum Fahren oder Voltigieren genutzt werden kann, hängt jedoch nicht allein von den Ergebnissen der Ultraschalluntersuchung ab. Die klinische Untersuchung in Ruhe, gegebenenfalls ein EKG sowie eine Untersuchung während und nach Belastung inklusive der Wiederberuhigungszeit fließen hier mit ein. Letztere allerdings nur, wenn aufgrund der Untersuchung in Ruhe nichts gegen eine Belastung des Pferdes spricht: Es sollte keine Anzeichen einer klinisch manifesten Herzschwäche geben, die Herzfrequenz in Ruhe muss unauffällig sein. Eine Aussage darüber, wie lange genau eine detektierte Herzklappeninsuffizienz schon besteht, lässt sich nicht treffen. Meist sind isolierte gering- bis mittelgradige Insuffizienzen der Herzklappen, bei denen die Dimensionen der Herzkammern und -vorhöfe nicht verändert sind, hinsichtlich einer weiteren Leistungsfähigkeit weniger kritisch (Goltz, 2006; Imhasly et al., 2010). Trotzdem lässt sich die individuelle Prognose nur mittels regelmäßiger Ultraschalluntersuchungen im Verlauf der Erkrankung einschätzen – je nach Schweregrad der Befunde im Abstand von mehreren Monaten bis Jahren. Obwohl bei etwa einem Fünftel der Pferde Herzgeräusche als Anzeichen von Klappenveränderungen feststellbar sind, ist die Sterblichkeit (Mortalität) bei mittelalten bis alten Pferden mit Mitral- und/ oder Aortenklappeninsuffizienzen nicht höher als bei herzgesunden Pferden (Stevens et al., 2009). Eine Therapie kann Herzklappeninsuffizienzen beim Pferd nicht beseitigen. Die Gabe des ACE-Hemmers Quinapril konnte bei Pferden mit Mitralklappeninsuffizienz den Schweregrad der Insuffizienz zwar moderat reduzieren, auf vergrößerte Herzdimensionen hatte die Therapie in einer Studie von Gehlen und Mitarbeitern aus dem Jahr 2003 jedoch keinen Einfluss. Die benötigte Dosis liegt bei 0,22 mg/ kg einmal täglich in Form von Tabletten. Es ist zu beachten, dass es sich dabei um eine Dauertherapie handelt mit entsprechenden Kos- 18 pferdefokus – 5. Jahrgang, Nr. 7 Abbildung 4: Schematische Darstellung der zeitlichen Abfolge der Herztöne. In der Herzaktion wechseln sich die Phasen der Herzkontraktion (Systole) und -entspannung (Diastole) ab. ten (ca. 1,15 €/Tag für ein 600-kg-Pferd) und Konsequenzen: Quinapril ist dopingrelevant. Zudem ist der ACE-Hemmer für das Pferd nicht zugelassen und darf somit nur an Pferde verabreicht werden, die im Pferdepass als nicht zur Schlachtung bestimmt gekennzeichnet sind. Angeborene Missbildungen In Einzelfällen können auch angeborene Herzmissbildungen, wenn es sich nicht um gravierende Defekte handelt, erst beim ausgewachsenen Pferd anhand eines Herzgeräusches entdeckt werden. Missbildungen sind beim Pferd grundsätzlich selten, am häufigsten ist ein Defekt in der Herzscheidewand im Bereich der Herzkammern, ein sogenannter Ventrikelseptumdefekt. Auch in solchen Fällen ermöglicht die Ultraschalluntersuchung zum einen eine eindeutige Diagnose, zum anderen kann die Größe des Defektes sowie die Geschwindigkeit und Richtung des Blutflusses durch den Defekt ermittelt werden. So lässt sich eine Aussage zum Schweregrad treffen und darüber, ob die Missbildung sich möglicherweise auf die Belastbarkeit des Pferdes auswirkt. Herzarrhythmie – gestörter Rhythmus Der zweithäufigste Grund, weshalb Pferde zur Herzuntersuchung vorgestellt werden, ist ein unregelmäßiger Herzrhythmus. Auch hier ist zunächst eine gründliche klinische Untersuchung in Ruhe wichtig. Sehr viele gesunde Pferde zeigen in Ruhe, das heißt bei Herzfrequenzen im (unteren) Normalbereich sogenannte Bradyarrhythmien. Dies sind Rhythmusstörungen, die mit einer verlangsamten Herztätigkeit einhergehen. Ursache dafür ist der beim Pferd starke Einfluss des Parasympathikus, des Anteils des vegetativen Nervensystems, dessen Wirkung in Ruhe überwiegt. Dementsprechend müssen solche Arrhythmien verschwinden, wenn die Herzfrequenz bei Aufregung oder körperlicher Belastung über die Ruhefrequenz steigt. Die häufigste nicht krankhafte Rhythmusveränderung ist der sogenannte Atrioventrikuläre-(AV)-Block 2. Grades (Abb. 5), der beim Abhören durch regelmäßige „Aussetzer“ gekennzeichnet ist. Das heißt, nach ein paar regelmäßigen Herzaktionen setzt ein Schlag aus, dies wiederholt sich in (relativ) regelmäßigen Abständen. Bei über 40 Prozent der gesunden Pferde kann unabhängig von Alter oder Trainingszustand im Rahmen eines 24-Stunden-EKGs ein AV-Block 2. Grades festgestellt werden. Weitere nicht krankhafte Arrhythmien sind zum Beispiel Sinusbradykardie, Sinusarrhythmie sowie der Sinuatriale Block. Abbildung 5: AV-Block 2. Grades Abbildung 6: Vorhofflimmern; * Flimmerwellen Arrythmien können lebensbedrohlich sein Verschwinden Rhythmusstörungen bei steigender Herzfrequenz nicht, ist die Herzfrequenz in Ruhe dauerhaft zu hoch oder (seltener) zu niedrig und zeigt das Pferd möglicherweise sogar weitere Anzeichen einer Herzschwäche, ist von einer krankhaften Veränderung auszugehen. In diesem Fall sollte das Pferd zeitnah, möglichst TELEMETRIC ECG & HOLTER innerhalb weniger Tage, weiterführend untersucht werden. Erforderlich sind ein EKG in Ruhe, gegebenenfalls auch während und nach Belastung bzw. als Dauer-EKG sowie meist auch ein Herzultraschall. Ein solches Pferd sollte bis zum Abschluss der Untersuchungen nicht mehr belastet werden, da es sich bei als krankhaft einzustufenden Herzrhythmusstörungen um eine potenziell lebensbedrohliche Er- Televet1O O TELEVET 100 Das telemetrische EKG für Pferde und Kleintiere O Drahtlose Übertragung der EKG-Daten vom Tier an den PC (ca.100 m) O Interne Speichermöglichkeit auf SD-Karte O Automatische Analysen erleichtern die EKG-Auswertung O Vielseitige Einsatzmöglichkeiten O Ruhe-EKG O Belastungs-EKG O 24-Stunden-Holter-EKG O Foetus-EKG (Stute) O Monitoring von Risikopatienten O Einsetzbar bei Groß- und Kleintieren O Deutliche Bilddarstellung Dr. Otto Fischer GmbH O Einfache Installation Medizin Abbildung 7: Supraventrikuläre Extrasystole Seltene Herzprobleme Sehr selten kommt es beim Pferd zu akuten entzündlichen Prozessen im Bereich des Herzmuskels oder des Herzbeutels, welche sich ebenfalls durch Anzeichen einer Herzschwäche bemerkbar machen. Daneben zeigen solche Pferde meist ein deutlich gestörtes Allgemeinbefinden und Fieber. Neben Herzultraschall und EKG ist in diesen Fällen eine Blutuntersuchung zur Bestimmung der Entzündungsparameter und des kardialen Troponin I als Marker für Herzmuskelschäden hilfreich. Abbildung 8: Ventrikuläre Extrasystolen Abbildung 9: Ventrikuläre Extrasystolen, * Salve krankung handelt, die in Einzelfällen durchaus ein plötzliches Kollabieren des Tieres zur Folge haben kann. Mögliche Ursachen für krankhafte Herzrhythmusstörungen sind zum Beispiel • vergrößerte Vorhöfe oder Herzkammern aufgrund von Klappenerkrankungen oder angeborenen Herzdefekten • akute oder chronische Veränderungen des Herzmuskels (entzündlich oder degenerativ) • Störungen der Elektrolytkonzentrationen • Sauerstoffmangel • toxisch wirkende Substanzen (körpereigene oder von außen zugeführt). Häufig kann jedoch keine zugrundeliegende Ursache gefunden werden. Aufgrund der vielfältigen möglichen Auslöser sollte stets eine vollständige internistische Untersuchung erfolgen. Anhand des Vorberichts sollte versucht werden, den Zeitpunkt des ersten Auftretens einer Herzarrhythmie ungefähr herauszufinden. Oft ist dies jedoch nicht möglich. Vorhofflimmern Die häufigste und klinisch bedeutsamste krankhafte Rhythmusstörung beim Pferd ist das Vorhofflimmern (Abb. 6). Dabei kommt es zu einer sogenannten kreisenden Erregung im Bereich der Vorhöfe, das heißt es laufen ungerichtete elektrische Erregungen über die Vorhöfe. Die normale Vorhofkontraktion fehlt und der Herzrhythmus wird sehr unregelmäßig. Beim Abhören zeigt sich dies als völlig chaotische Arrhythmie, auch der an Arterien fühlbare Puls ist charakteristisch unregelmäßig und ungleichmäßig. Das Vorhofflimmern kann ein Zufallsbefund sein, gerade bei nur leicht oder moderat belasteten Tieren. Häufig berichten Besitzer jedoch von einem gewissen Leistungsabfall, in einigen Fällen zeigen sich die oben beschriebenen Symptome einer Herzschwäche. Es stehen zwei verschiedene Therapiemöglichkeiten zur Verfügung, um ein Vorhofflimmern zu behandeln. Zum einen kann medikamentös mittels Chinidin behandelt werden. Dabei muss mit teils erheblichen unerwünschten Arzneimittelwirkungen gerechnet werden, was eine kontinuierliche Intensivüberwachung des Patienten erfordert, auch mittels Dauer-EKG. Zum anderen besteht seit einigen Jahren die Möglichkeit einer transvenösen elektrischen Kardiokonversion. Dabei werden spezielle Herzkatheter über die Halsvene bis 20 pferdefokus – 5. Jahrgang, Nr. 7 ins Herz vorgeschoben und anschließend unter Vollnarkose mittels Elektroschocks versucht, den normalen Herzrhythmus (Sinusrhythmus) wieder herzustellen. Diese Therapie wird bislang nur in sehr wenigen spezialisierten Universitätskliniken – zum Beispiel in Belgien und in der Schweiz – angeboten. Bei beiden Behandlungsformen kann ein erfolgreicher Ausgang nicht garantiert werden. Die Prognose hängt von der Dauer des Vorhofflimmerns, von der Herzfrequenz in Ruhe und von den mittels Ultraschall erfassten Veränderungen am Herzen ab. Für eine relativ gute Prognose sprechen: • eine Dauer von unter drei Monaten (lediglich anhand des Vorberichts zu ermitteln) • keine oder eine nur mäßige Erhöhung der Herzfrequenz in Ruhe (< 60/Minute) • höchstens leicht vergrößerte Vorhöfe Allerdings muss auch in diesen Fällen mit einer Rezidivrate von ca. 25 Prozent gerechnet werden, das heißt bei einem Viertel der erfolgreich behandelten Pferde tritt das Vorhofflimmern erneut auf. Natürlich kommen beim Pferd auch weitere krankhafte Herzrhythmusstörungen vor, allerdings deutlich seltener als das Vorhofflimmern. Dazu zählen zum Beispiel Extrasystolen, also Herzschläge, die zusätzlich zu den normalen Herzaktionen auftreten und im Bereich der Vorhöfe (supraventrikulär; Abb. 7) oder im Bereich der Herzkammern (ventrikulär) entstehen können. Sie können sowohl vereinzelt (Abb. 8), als auch gehäuft oder in Salven (Abb. 9) auftreten. Selten werden auch gravierende Störungen der Erregungsleitung festgestellt, wie ein AV-Block 3. Grades, bei dem die Überleitung der Erregung von den Vorhöfen auf die Kammern komplett unterbrochen ist. Die Entscheidung, ob und welche Therapie im Fall einer der aufgeführten Arrhythmien erforderlich beziehungsweise sinnvoll ist, muss im Einzelfall anhand der individuellen Befunde getroffen werden. W Literatur bei der Autorin Über die Autorin Dr. Nora Gembicki Rebelo ist als Tierärztin in der Inneren Medizin der Klinik für Pferde der Justus-Liebig-Universität Gießen tätig. Ihr Arbeitsschwerpunkt ist die Kardiologie. Zudem befindet sie sich in der Ausbildung zum Diplomate des European College of Equine Internal Medicine (ECEIM). Endoskopische Untersuchung unter Belastung auf dem Laufband Foto: Abteilung Sportmedizin, Departement für Pferde, Vetsuisse-Fakultät Universität Zürich Außer Atem Dynamische Erkrankungen der oberen Atemwege Katja Roscher W Nach den Erkrankungen des Bewegungsapparates sind Erkrankungen der oberen Atemwege neben der chronisch obstruktiven Bron- chitis (COB) eine häufige Ursache für eine Leistungsminderung bei Sportpferden. Besonders das Kehlkopfpfeifen und die sogenannte „Dorsalverlagerung des weichen Gaumens“ (DDSP) können unter Belastung zu Atembeschwerden und zumeist einem äußerlich wahrnehmbaren Atemgeräusch (Stridor) führen und damit die sportliche Leistung einschränken. Da etliche Pferde in Ruhe keinerlei endoskopische Veränderungen zeigen oder unter Belastung weitere dynamische Veränderungen auftreten, ist eine Belastungsendoskopie auf dem Laufband oder unter dem Reiter bzw. vor dem Sulky in vielen Fällen für eine vollständige Diagnostik unerlässlich. Der Weg zur Diagnose Tritt ein äußerlich hörbares Atemgeräusch auf, ist im Rahmen der Erhebung der Vorgeschichte (Anamnese) des Pferdes besonders wichtig, wie lange dieses Geräusch schon besteht, ob es ausschließlich unter bestimmten Bedingungen auftritt und ob bereits ein operativer Eingriff durchgeführt wurde. Neben einer vollständigen klinischen Untersuchung des Patienten liegt das Augenmerk darauf, ob sich am Larynx Asymmetrien oder gegebenenfalls Narben ertasten lassen. Belastungsprobe Im Anschluss an die klinische Untersuchung wird das Pferd während und nach körperlicher Belastung untersucht, eventuell auch unter dem Sattel, vor dem Sulky oder auf dem Laufband. Je nach Trainingszustand wird es ca. 15 Minuten im Trab und Galopp bewegt. Geachtet wird hierbei zunächst auf das Auftreten von Geräuschen, einer Atemstörung (Dyspnoe) sowie einer abnormen Haltung von Kopf und Hals. So kann beispielsweise das Vorstrecken des Kopfes eine Reaktion auf eine Einengung der oberen Atemwege sein. Im ausgebundenen Zustand oder auch unter dem Reiter kann sich dies als Kopfschlagen oder „Gegen-die-Hand-Gehen“ äußern. Atemgeräusche werden unterschieden nach dem Zeitpunkt ihres Auftretens (Ein-, Ausatmung oder beides), der Lautstärke, der Qualität (z. B. Pfeifen, Schnarchen) und der Kontinuität. Nach der Belastung sollte bei gesunden Pferden innerhalb von 15–20 Minuten die Ruheatemfrequenz wieder erreicht sein. Endoskopie Die Endoskopie stellt das wichtigste Diagnostikum bei Erkrankungen der oberen Atemwege dar. Dank moderner Technik sind die Untersuchungen auch vor Ort im Stall möglich, beim Einsatz von Videochip-Endoskopen werden die Bilder hierbei auf einen Bildschirm übertragen und sind so auch für den Pferdebesitzer zugänglich. Eine Sedation der Patienten ist in der Regel nicht notwendig. Zudem bewirken die dafür eingesetzten Wirkstoffe eine Muskelentspannung, die eine Lageveränderung von Strukturen im Pharynx und Larynx nach sich ziehen kann. Wie die Endoskopie am sedierten pferdefokus – 5. Jahrgang, Nr. 7 21 Abbildung 1 (links): Schematische Darstellung Kopf: ventrale Conche (1), dorsale Conche (2), Gaumen (3), Gaumelsegel (4), Pharynx (5), Aryknorpel (6), Epiglottis (7), Trachea (8), Ösophagus (9), Maulhöhle (10), Zunge (11) Pferd zu beurteilen ist, wird in der Pferdemedizin daher nach wie vor kontrovers diskutiert. Abbildung 2 zeigt das endoskopische Bild bei einem gesunden Pferd. Beurteilt werden die Lage und das Aussehen der Epiglottis, der beiden Aryknorpel sowie der Stimmfalten. Bei den beiden Letzteren ist entscheidend, dass sie symmetrisch sind und sich synchron bewegen. Da sich das Endoskop aus anatomischen Gründen – es kommt immer leicht schräg aus dem unteren Nasengang – meist nicht hundertprozentig frontal zum Larynx befindet, erscheint dieser besonders auf Standbildern häufig geringgradig asymmetrisch. Zwischen dem Nasen-Rachen-Raum und dem Mittelohr besteht bei allen Säugetieren eine Verbindung (Eustachische Röhre). Beim Pferd besitzt diese Röhre auf beiden Seiten eine umfangreiche Auswölbung, den sogenannten Luftsack. Abbildung 4 zeigt eine Übersicht aus dem Pharynx mit den beiden sogenannten Luftsackklappen, welche die Eustachische Röhre und somit den Zugang zum Luftsack bedecken. Während des Schluckaktes bewegen sich die Klappen ins Innere des Pharynx (Abb. 5). Die Aufgabe des Luftsackes ist bis heute ungeklärt, diskutiert wird unter anderem ein Kühleffekt auf den arteriellen Blutfluss zum Gehirn (über die Arteria carotis interna). In der Diagnostik von dynamischen Erkrankungen der oberen Atemwege ist eine endoskopische Untersuchung beider Luftsäcke (Abb. 6) häufig angezeigt, da bei Erkrankungen des Luftsackes Nerven geschädigt werden können. Dies kann wiederum die Funktion von Pharynx und Larynx stören. Als Beispiel seien hier der Nervus glossopharyngeus (Abb. 6/3) sowie der Nervus hypoglossus genannt, welche unter anderem die Funktion von Zungen- und Pharynxmuskulatur steuern. Am oberen hinteren Ende des Pharynx befindet sich eine Ausstülpung der Pharynxschleimhaut, der sogenannte Recessus pharyngeus (Abb. 4/4), dessen hinteres Ende bei einzelnen Individuen gelegentlich nicht zu erkennen ist. Belastungsendoskopie Die Mehrzahl der dynamischen Erkrankungen der oberen Atemwege tritt erst bei hohen Belastungen und bei Reitpferden möglicherweise lediglich bei bestimmten Kopfhaltungen (Abb. 7) auf. Häufig verschlechtert sich eine funktionelle Störung unter der Belastung durch die großen Luftdruckunterschiede zwischen Ein- und Ausatmung besonders im nicht knöchern gestützten Pharynx, aber auch im Larynx. In diesen Fällen ist eine eindeutige Diagnostik nur im Rahmen 22 pferdefokus – 5. Jahrgang, Nr. 7 Abbildung 2: Endoskopische Ansicht des Kehlkopfes: Aryknorpel (1), Epiglottis (2), Plica aryepiglottica (3), Stimmfalte (4), Gaumensegel (5), Trachea (6), Arcus palatopharyngeus (7) Abbildung 3: Verschluss der Rima glottis beim Schlucken: Aryknorpel (1), Stimmfalte (2) einer Endoskopie während der Belastung möglich. Diese kann entweder auf einem Hochgeschwindigkeitslaufband (bis 16 m/s, Abb. S. 21) oder unter dem Sattel durchgeführt werden. Letzteres ist besonders dann sinnvoll, wenn die Problematik des Pferdes vor allem bei bestimmten Kopfhaltungen unter dem Reiter auftritt (Abb. 7). Bei gesunden Pferden konnte gezeigt werden, dass allein die gebeugte Kopfhaltung zu einer Abnahme des Durchmessers der luftführenden Wege besonders im Pharynx führt (Cehak et al., 2010). Für die endoskopische Untersuchung unter dem Sattel stehen seit einigen Jahren zuverlässige drahtlose (telemetrische) Videoendoskopiesysteme zur Verfügung (Abb. 8). Zudem hat der Untergrund einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Atemproblematik, sodass die telemetrische Untersuchung in vielen Fällen die bessere Methodik darstellt. Andere bildgebende Verfahren Eine hilfreiche Ergänzung zur bisher beschriebenen Diagnostik liefert der Ultraschall des Larynx über die Hautoberfläche. Hierbei können besonders Strukturen des Larynx wie zum Beispiel Muskeln dargestellt und beurteilt werden, welche endoskopisch nicht sichtbar sind. Andere bildgebende Verfahren wie Röntgen oder auch Computerund Kernspintomographie sind aufgrund ihrer statischen Bilder für die Diagnostik der funktionellen, dynamischen Erkrankungen wenig geeignet. Die Blutgasuntersuchung ist wenig hilfreich Die Untersuchung des Sauerstoffgehaltes des arteriellen Blutes in Ruhe mittels Blutgasuntersuchung spielt in der Diagnostik von dynamischen Erkrankungen der oberen Atemwege praktisch keine Rolle, da es erst unter höheren Belastungen zu Atemstörungen und somit Veränderungen des Sauerstoffgehaltes kommt. Eine Untersuchung des arteriellen Blutes nach der Belastung ist aufgrund der großen Spannweite der Messergebnisse auch bei gesunden Pferden ohne diagnostische Bedeutung. Kleine Dosis, große Wirkung Abbildung 4: Endoskopische Ansicht des Rachens: rechte Luftsackklappe (1), linke Luftsackklappe (2), Larynx (3), Recessus pharyngeus (4 Abbildung 5: Öffnung der Luftsackklappe (*) während des Schluckaktes Abbildung 6: Endoskopische Ansicht des linken Luftsacks: Zungenbein (1), Arteria carotis interna (2), Nervus glossopharyngeus (3), Arteria maxillaris (4) Ein geschädigter Nerv führt zum Kehlkopfpfeifen Beim Warmblut ist die linksseitige Hemiplegie (halbseitige Lähmung) des Larynx (Hemiplegia laryngis sinistra), die häufigste dynamische Erkrankung der oberen Atemwege. Bei Vollblütern steht sie hinter der Dorsalverlagerung des weichen Gaumens (DDSP) an zweiter Stelle. Unter Belastung zeigen die betroffenen Pferde typischerweise ein Atemgeräusch beim Einatmen, bei hochgradigen Erkrankungsformen auch beim Ausatmen. Die Unterscheidung der Atemphasen ist besonders im Galopp einfach: beim Absprung und in der Schwebephase atmet das Pferd ein, beim Wiedererreichen des Bodens aus. Meist ist das Geräusch besser hörbar, wenn die Pferde ausgebunden longiert oder Inhalationstherapie für dämpfige Pferde Die Inhalierhilfe RC-Animal-Chamber ermöglicht Pferden die Therapie mit Medikamentensprays Glossar: Anatomische Grundlagen Conche: Nasenmuschel Pharynx: Rachen Larynx: Kehlkopf Trachea: Luftröhre Epiglottis: Kehldeckel Rima glottis: Stimmritze Aryknorpel: Stellknorpel Ösophagus: Speiseröhre Artikel-Nr. 2040 Aufgrund der anatomischen Gegebenheiten können Pferde ausschließlich über die Nüstern atmen. Die Atemluft gelangt hierbei an der unteren (Abb. 1/1) und oberen (Abb. 1/2) Conche vorbei in den Pharynx und von dort über den Larynx in die Trachea (Abb. 1/8). Der knöchern gestützte Gaumen (Abb. 1/3) sowie das Gaumensegel (Abb. 1/4, Abb. 2/5) trennen die Nasen- von der Mundhöhle (Abb. 1/10). Die Epiglottis (Abb. 1/7, Abb. 2/2) ist durch ihre Lage auf dem Gaumensegel dafür verantwortlich, dass keine Luft aus der Mundhöhle in die Trachea gelangen kann. Die Rima glottis bzw. die Trachea wird während des Schluckaktes durch den Zusammenschluss der beiden Aryknorpel (Abb. 1/6, Abb. 3/1) und der beiden Stimmfalten (Abb. 3/2) sowie das Zurückklappen der Epiglottis verschlossen und Wasser und/oder Futter können durch den Ösophagus (Abb. 1/9) in den Magen transportiert werden. Vorteile: ✔ bringt den Wirkstoff direkt an den Ort der Erkrankung ✔ minimiert Dosierung und Nebenwirkungen von Kortison ✔ einfach anzuwenden und leicht zu reinigen R.Cegla GmbH & Co.KG Te l . 0 2 6 0 2 9 2 1 3 - 0 www.rc-animal-chamber.de erhältlich beim Tierarzt oder unter www.cegla-shop.de Medizin Tabelle 1: Endoskopische Klassifizierung der Larynxfunktion bei unsedierten Pferden in Ruhe (nach Hackett et al., 1991) Grad Definition I beide Aryknorpel bewegen sich synchron; maximale Abduktion wird erreicht II linker Aryknorpel bewegt sich langsamer/weniger im Vergleich zum rechten bzw. flattert in allen Phasen der Atmung; maximale Abduktion des linken Aryknorpels beim Schlucken oder Verschluss der Nüstern wird erreicht III linker Aryknorpel bewegt sich langsamer/weniger im Vergleich zum rechten bzw. flattert in allen Phasen der Atmung; maximale Abduktion des linken Aryknorpels beim Schlucken oder Verschluss der Nüstern wird nicht erreicht IV (Abb. 9) linker Aryknorpel hängt unbeweglich in oder dicht neben der Mitte des Larynxlumens; keine substanzielle Bewegung beim Schlucken oder Verschluss der Nüstern Abb. 7 (rechts): Beugehaltung des Pferdekopfes unter dem Reiter (relative Aufrichtung) Tabelle 2: Endoskopische Klassifizierung der Larynxfunktion bei unsedierten Pferden in Ruhe (Havemeyer Workshop, Anon 2003) Grad Beschreibung I beide Aryknorpel bewegen sich synchron; maximale Abduktion wird erreicht II Aryknorpel bewegen sich nicht synchron und/oder Larynx ist gelegentlich asymmetrisch; maximale Abduktion wird erreicht und gehalten 1. Asynchronität vorrübergehend III Aryknorpel bewegen sich nicht synchron und/oder sind asymmetrisch; maximale Abduktion wird nicht erreicht und gehalten 1. Asynchronität überwiegt; maximale Abduktion des linken Aryknorpels beim Schlucken oder Verschluss der Nüstern wird erreicht aber nicht gehalten 2. Asynchronität offensichtlich; maximale Abduktion wird nie erreicht 3. noch geringe Bewegungen des Aryknorpels; maximale Abduktion wird nie erreicht IV Vollständige Unbeweglichkeit des Aryknorpels und der Stimmfalte O DĂŶƵĨĂŬƚƵƌŇĞdžŝďůĞƌsŝĚĞŽĞŶĚŽƐŬŽƉĞ von Ø 6 mm bis 13 mm Längen von 80 – 330 cm O ZĞƉĂƌĂƚƵƌƐĞƌǀŝĐĞ O Gebrauchtgeräte Brunskamp 7 · 21220 Seevetal-Maschen Telefon +49 (0) 4105 – 580 584 Telefax +49 (0) 4105 – 580 586 e-mail: [email protected] [email protected] Internet: www.endo-tech-hamburg.de 24 pferdefokus – 5. Jahrgang, Nr. 7 Unterkategorie 2. Asynchronität überwiegt; maximale Abduktion des linken Aryknorpels beim Schlucken oder Verschluss der Nüstern wird erreicht und gehalten durchs Genick geritten werden (Abb. 7). In der Regel handelt es sich um ein klassisches gleichbleibendes Pfeifgeräusch, das Kehlkopfpfeifen. Ursache der linksseitigen Hemiplegie ist eine Schädigung des Nervs, der die Muskeln des Larynx versorgt (Nervus laryngeus recurrens, daher englisch: Recurrent Laryngeal Neuropathy, RLN). Die Nervenschädigung führt dazu, dass sich Anteile der Kehlkopfmuskulatur (Musculus cricoarytenoideus dorsalis) zurückbilden (Atrophie). Je nach Grad der Muskelatrophie kann sich der Aryknorpel nur eingeschränkt oder gar nicht mehr bewegen (Abb. 9). Dies führt wiederum zu einem Spannungsverlust der Stimmfalte/-tasche und dem charakteristischen, pfeifenden Ton. Durch die fehlende oder gar aufgehobene Beweglichkeit des Aryknorpels wird der Durchmesser der luftführenden Wege im Bereich des Larynx reduziert, wodurch unter hohen Belastungen die Sauerstoffversorgung der Lunge sinkt. Die Folge ist ein – gelegentlich plötzlich auftretender – Leistungsabfall. Die Ursache für die Nervenschädigung ist nicht bekannt. Diskutiert wird jedoch seit vielen Jahren eine erbliche Komponente, denn Abbildung 8: Belastungsendoskopie mit telemetrischem Videoendoskop Foto: Optomed Nachkommen betroffener Hengste erkranken häufiger als Pferde, deren Väter nicht betroffenen sind. Ein Gentest zum Nachweis der Veranlagung existiert jedoch nicht. Diagnostik Erfahrene Untersucher können beim Betasten der Kehlkopfmuskulatur die linksseitige Atrophie ermitteln, dies jedoch erst bei weit fortgeschrittenen Formen. Die Diagnose wird in der Regel im Rahmen einer Endoskopie gestellt. Zur Einteilung des Schweregrades wurden in der Vergangenheit verschiedene Systeme vorgeschlagen, wobei in der Praxis bei der Endoskopie in Ruhe meist ein einfaches System mit vier Schwere-graden verwendet wird (Tab. 1). Diese Klassifizierung wurde 2003 im Rahmen eines Havemeyer-Workshops durch Unterteilung in weitere Subformen modifiziert (Tab. 2). Besonders bei einer in Ruhe gering bis mäßig ausgeprägten funktionellen Störung (Grad II.2, III.1 und III.2) sowie bei Pferden mit Leistungsmangel, Atemgeräusch unter Belastung und unauffälliger Endoskopie in Ruhe ist eine endoskopische Untersuchung unter Belastung unbedingt anzuraten. Für die Beurteilung kommt hier ein einfaches dreistufiges Klassifizierungssystem zum Einsatz (Tab. 3). Bei einigen Pferden treten unter Belastung zudem weitere dynamische Funktionsstörungen auf, was die Prognose für das Tier sowie die Wahl der geeigneten Therapie entscheidend beeinflussen kann. Eindeutiger Nachweis der Erkrankung, ein sogenannter Goldstandard, ist das Vorhandensein der nerval bedingten Atrophie der linksseitigen Kehlkopfmuskulatur. Bislang war dies jedoch lediglich am toten Tier möglich. In der internationalen Literatur wurde kürzlich ein Verfahren zur Biopsie des Musculus cricoarytenoideus lateralis am stehenden Pferd beschrieben, welches möglicherweise in der Frühdiagnostik der RLN zum Einsatz kommen könnte, wenn die klinische Symptomatik (noch) gering ausgeprägt ist (O‘Neill et al., 2013). Therapie Zum Beseitigen des Tones bei geringgradigen Formen der RLN kann die linke Stimmtasche allein (Ventrikulektomie, Abb. 10) oder in Kombination mit Anteilen der Stimmfalte (Ventrikulochordektomie) entfernt werden. Die rechte Stimmtasche wird von einigen Operateuren hierbei ebenfalls entfernt. Früher musste hierfür der Larynx von außen operativ eröffnet werden. Dank moderner Technik kann die Therapie heute auch endoskopisch mittels Laser durchgeführt werden. Zu beachten ist, dass die Operation lediglich den unter Medizin Abbildung 10: Endoskopisches Bild nach Ventrikulektomie mit entspechendem Narbengewebe (*) Abbildung 9: Hemiplegia laryngis sinistra Grad IV Tabelle 3: Endoskopische Klassifizierung der Larynxfunktion bei Pferden unter Belastung (nach Rakestraw et al. 1991) Grad Definition A maximale Abduktion beider Aryknorpel während der Inspiration B maximale Abduktion des linken Aryknorpels während der Inspiration nicht möglich C keine Abduktion des linken Aryknorpels während der Inspiration mit Kollabieren in die Gegenhälfte der Rima glottis Belastung auftretenden Ton beseitigt und in der Regel nicht die Störungen des Luftstroms. Als alleinige Therapie ist sie somit nur bei milden Formen der RLN erfolgversprechend. Um den physiologischen Luftstrom zu verbessern bzw. wiederherzustellen, muss die Rima glottis durch eine Operation am Kehlkopf (Laryngoplastik) weitgestellt werden. Dies geschieht in der Regel durch operative Fixation des linken Aryknorpels mittels eines sich nicht auflösenden Fadens (Operation nach Marks). Das Training der Pferde kann in der Regel bereits vier Wochen nach der Operation wieder aufgenommen werden. Die Abbildungen 11 und 12 zeigen das endoskopische Bild einige Monate nach der Operation. Die Therapie verlangt viel Erfahrung vom operierenden Chirurg: Wird der Aryknorpel in zu starker Weitstellung fixiert, kann der Schluckakt nach der Operation gestört sein, was wiederum dazu führen kann, dass Futterbestandteile eingeatmet werden. In der Folge kann eine häufig tödlich endende Lungenentzündung entstehen. Durch die Operation in Kombination mit ein- oder beidseitiger Ventrikulektomie kann die ursprüngliche Leistungsfähigkeit in der Regel vollständig wiederhergestellt werden. Dies gilt jedoch vermutlich nicht für Höchstleistungen im Galopprennsport und möglicherweise auch im internationalen Vielseitigkeits- und Distanzsport. Weitere, seltener durchgeführte Therapieverfahren sind beispielsweise die Entfernung des Aryknorpels oder kombinierte NervMuskel-Transplantationen. Daneben wurde kürzlich eine experimentelle Therapie in Form einer Elektrostimulation des Nervus laryngeus recurrens beschrieben, durch welche die Muskelfunktionen des Larynx wiederhergestellt werden sollen (Ducharme et al., 2010). Dorsalverlagerung des weichen Gaumens Bei Vollblütern ist die Dorsalverlagerung des weichen Gaumens (Dorsal Displacement of the Soft Palate, DDSP) die häufigste Ursache für dynamische Erkrankungen der oberen Atemwege. Bis zu 20 Prozent der Population sind betroffen. In der Regel zeigt sich ein relativ plötzlicher Leistungsabfall während der Belastung, meist in 26 pferdefokus – 5. Jahrgang, Nr. 7 der Höchstbelastung. Bei ca. 70 Prozent der betroffenen Pferde ist zu diesem Zeitpunkt – gelegentlich schon kurz vorher – ein schnarchendes oder gurgelndes Atemgeräusch besonders beim Ausatmen deutlich zu hören. Einige Pferde zeigen während der Höchstleistung zudem eine Maulatmung: Da beim DDSP die Epiglottis nicht mehr auf, sondern unter dem Gaumensegel liegt (Abb. 13, vgl. Abb. 2), kann das Pferd eingeschränkt über die Maulhöhle atmen. Das Atemvolumen ist hierbei jedoch für Höchstleistungen nicht ausreichend. Als Ursache für das DDSP wird eine Muskelschwäche diskutiert, da der weiche Gaumen sowie der gesamte Rest des Pharynx keinerlei knöcherne oder – wie Anteile des Larynx – knorpelige Unterstützung besitzen. Durch die unter hohen Belastungen stark schwankenden Druckunterschiede wird das Gaumensegel nach dorsal über die Epiglottis gezogen. Ähnlich wie bei der RLN wird als Ursache der Muskelschwäche eine nervale Störung vermutet. Aus diesem Grund sollten bei betroffenen Pferden auch die Luftsäcke untersucht werden. Darüber hinaus kann eine stark entzündete Rachenschleimhaut (Pharyngitis) ein DDSP verursachen, welches meist vollständig verschwindet, wenn die Entzündung abgeheilt ist. In seltenen Fällen können auch ein missgebildetes Gaumensegel, eine kleine Gaumenspalte (Abb. 14) oder eine Zyste an der Unterseite des Kehldeckels (Subepiglottiszyste) ein DDSP verursachen. Im Fall einer Subepiglottiszyste muss die Unterseite der Epiglottis gegebenenfalls von der Maulhöhle aus untersucht werden. Nicht zuletzt ist ein DDSP häufig bei sedierten Pferden zu beobachten. Bei diesen ist es in der Regel klinisch ohne Bedeutung, sofern es nach einem (provozierten) Schluckakt verschwindet. Die Diagnostik des DDSP kann schwierig sein, da ca. 40 Prozent der betroffenen Tiere die Erkrankung lediglich in der Hochleistung und auch hier nicht unbedingt permanent zeigen. Das klassische endoskopische Bild (Abb. 13) ist somit in Ruhe nicht vorhanden. Hier kann allein die Belastungsendoskopie die Diagnose absichern. In einigen Studien wurde nachgewiesen, dass ein DDSP bei einer Belastungsuntersuchung auf dem Laufband häufiger auftritt als unter realen Bedingungen, sodass hier die Möglichkeit einer Fehlinterpretation besteht. Da zudem die Symptome häufig lediglich bei maximaler Leistung auftreten, ist eine Untersuchung vor Ort unter realen Bedingungen (zum Beispiel auf der Rennbahn) notwendig. Aus diesem Grund ist eine telemetrische Untersuchung dieser Pferde vorzuziehen. Im Unterschied zur dynamischen Erkrankung DDSP äußert sich eine permanente Verlagerung des Gaumensegels weniger durch einen Leistungsmangel, sondern vor allem durch eine Schluckstörung. Dabei treten in Zusammenhang mit der Futteraufnahme Husten und Nasenausfluss mit Futterbestandteilen auf. Durch die Schluckstörung gelangen Futterbestandteile in die Luftröhre und in der Regel auch in die tiefen Atemwege, was eine meist tödlich endende Lungenentzündung verursacht. Therapie Zahlreiche Therapieverfahren wurden bislang beschrieben. Als vielversprechendste Therapie gilt heutzutage das Tie forward (engl.: nach vor- Abbildung 11 (links): Endoskopische Ansicht des Kehlkopfes nach Laryngoplastik: Inspiration, Abbildung 12 (rechts): Exspiration Abbildung 13: DDSP: Aryknorpel (1), Gaumensegel (2), Stimmfalte (3) ne ziehen). Hierbei wird operativ der Larynx mittels Fäden in Richtung des Pharynx gezogen (dorso-rostral, Fixation am Basishyoid), sodass für die Epiglottis eine größere Auflagefläche auf dem Gaumensegel erreicht wird. Bereits 14 Tage nach der Operation kann bei den Pferden das Training wieder aufgenommen werden. Nur bei ca. sechs Prozent der Patienten tritt das DDSP nach einer Operation erneut auf. Damit ist die Rezidivrate sehr gering. Das Operationsverfahren wird seit Kurzem auch in der Therapie der kleinen Gaumenspalte eingesetzt, wobei der Erfolg aufgrund geringer Fallzahlen derzeit noch unsicher ist. Um das bei einigen Pferden schlaff erscheinende Gaumensegel zu stabilisieren, können festigende Substanzen in das Gaumensegel injiziert oder mittels Lasertherapie eine narbige Versteifung des hinteren Randes des Gaumens provoziert werden (Abb. 15). Eine gegebenenfalls vorhandene Subepiglottiszyste lässt sich zumeist endoskopisch mittels Laser- oder Elektrochirurgie entfernen. Dynamischer Pharynxkollaps Das Kollabieren des Pharynx ist bei bis zu zwölf Prozent der Sportpferde Ursache für einen Leistungsmangel. Hierbei können beim Einatmen entweder einzelne Anteile wie das Pharynxdach, die Seitenwände, das Gaumensegel oder alle Bestandteile ins Innere des Pharynx vorfallen. Als Ursache für den Kollaps wird wie beim DDSP eine nervale Schädigung diskutiert, welche eine Muskelschwäche verursacht. Die betroffenen Pferde fallen ebenfalls durch einen plötzlichen Leistungsabfall unter Hochleistung auf, wobei ein gege- Abbildung 14: Kleine Gaumenspalte Abbildung 15: Laserchirurgie des kaudalen Randes des Gaumensegels benenfalls äußerlich wahrnehmbares Geräusch jedoch – im Unterschied zum DDSP – in der Regel beim Einatmen zu hören ist. Da der Kollaps ausschließlich bei Belastung auftritt, kann er lediglich im Rahmen einer Belastungsendoskopie diagnostiziert werden. Bei Reitpferden kann die gebeugte Kopfhaltung (Abb. 7) von entscheidender Bedeutung für das Auftreten des Kollaps sein, aus diesem Grund ist hier zumeist eine telemetrisch-endoskopische Untersuchung unter dem Reiter notwendig. Entzündliche Veränderungen von Nerven können am Entstehen des Pharynxkollaps beteiligt sein, womit eine entzündungshemmende Therapie ein möglicher Ansatzpunkt ist. Chirurgische Therapieverfahren existieren nicht. Dynamischer Larynxkollaps Wichtigste Ursache für das Kollabieren des Larynx unter Belastung ist die oben beschriebene Hemiplegia laryngis. Neben der klassischen Form, verursacht durch eine Nervenschädigung des N. laryngeus recurrens, können auch andere Nervenschädigungen das Krankheitsbild verursachen. Darüber hinaus kann natürlich auch die rechte Larynxseite betroffen sein. Des Weiteren können sich prinzipiell alle Strukturen des Kehlkopfs in Richtung des Larynxinneren verlagern und einen Kollaps verursachen: beispielsweise die Plica aryepiglottica (Abb. 2/3), die dorsalen Anteile der Aryknorpel (Processus corniculatus) oder die Epiglottis (Epiglottis-Retroversion). Darüber hinaus kann eine voll- Medizin Abbildung 16: Beginnendes Entrapment der Epiglottis durch die Plica aryepiglottica (*) Abbildung 17: Granulom linker Aryknorpel ständige, einstülpende Verlagerung der Plica aryepiglottica über die Epiglottis (Entrapment, Abb. 16) oder ein Vorfall des Arcus palatopharyngeus (Abb. 2/7) einen dynamischen Verschluss des Larynx hervorrufen. In seltenen Fällen können eine oder beide Stimmfalten (Abb. 2/4) eine isolierte Lähmung aufweisen sowie Granulationsgewebe am Aryknorpel (Abb. 17) oder der Epiglottis (Abb. 18) den Innenraum des Larynx einengen. Unter Belastung auftretende Geräusche sind bei allen Veränderungen in der Regel während des Einatmens hörbar. Therapie Lediglich Entrapment und Granulationsgewebe an Aryknorpel oder Epiglottis sind therapeutisch zu beseitigen. In beiden Fällen kommt heutzutage besonders die Laserchirurgie zum Einsatz. Granulationsgewebe an der Epiglottis kann in der Regel mittels systemischer oder Abbildung 18: Granulationsgewebe an der Epiglottis lokaler entzündungshemmender Medikation therapiert werden. Therapeutische Verfahren wie die als Therapie des Kehlkopfpfeifens beschriebene Laryngoplastik oder die Ventrikul(ochord)ektomie beseitigen die dynamische Einschränkung in den meisten Fällen nicht. W Literatur bei der Autorin Über die Autorin Dr. med. vet. Katja Roscher ist als Tierärztin in der Inneren Medizin der Klinik für Pferde der Justus-Liebig-Universität Gießen tätig. Sie ist Diplomate des European College of Equine Internal Medicine (ECEIM) sowie Fachtierärztin für Pferde. Ihr Forschungsschwerpunkt ist die Hämostaseologie (Blutgerinnung) des Pferdes. Kompakt, praxisnah und anschaulich! Heidrun Gehlen Pferdekardiologie Q Q Q Q Für eine fachkundige Beurteilung der Leistungsfähigkeit von Reit- und Sportpferden Praxisnahe und fallbezogene Darstellung des Themas Einmaliger Bildfundus Überblick über die Möglichkeiten der kardiologischen Diagnostik und weiterführender Untersuchungen Das einzige chige deutschspra ema Werk zum Th Im Buchhandel erhältlich. 2010. 224 Seiten 416 farbige Abbildungen 21,0 x 27,5 cm, Hardcover ISBN 978-3-89993-062-7 € 114,- Die Autorin Prof. Dr. Heidrun Gehlen, Klinik für Pferde, FU Berlin. Sie ist Fachtierärztin für Pferde, Zusatzbezeichnung für Innere Medizin des Pferdes, sowie Diplomate des European College of Equine Internal Medicine (ECEIM). Absender Ja, hiermit bestelle ich Vor- und Zuname E-Mail Straße/Hausnummer Telefon PLZ/Ort Datum/Unterschrift Expl. Pferdekardiologie € 114,00 ____ ISBN 978-3-89993-062-7 Auch als eBook erhältlich! Bitte ausschneiden oder kopieren und einsenden an: Schlütersche Verlagsgesellschaft mbH & Co. 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Vorbeugen lässt sich vor allem durch ein spezielles Bewegungsmanagement und die richtige Fütterung. Chronisch wiederkehrende Belastungsmyopathien müssen von Problemen unterschieden werden, die nur gelegentlich bei übermäßig belasteten oder nicht adäquat trainierten Pferden auftreten. Während bis vor ca. 20 Jahren von einer einzigen Ursache für eine chronische Belastungsmyopathie ausgegangen wurde, sind heute zumindest bei zwei Formen genauere Ursachen bekannt. Die sogenannte RER (engl.: recurrent exertional rhabdomyolysis) bei Vollblütern wird vermutlich durch eine autosomal dominante Erbkrankheit (siehe Glossar) verursacht, welche zu einer Störung der Kalziumregulation der Muskulatur führt. Die RER tritt in der Regel sporadisch auf, häufig in Kombination mit weiteren Stressfaktoren wie einer erhöhten Nervosität der Pferde oder einer sehr hohen Fütterungsintensität. Weltweit sind ca. fünf bis sieben Prozent der Population betroffen. Ein spezifischer Gendefekt konnte bislang nicht nachgewiesen werden. Neuere Untersuchungen diskutieren das Auftreten der gleichen Erkrankung auch bei Trabern. Eine andere Form der Muskelerkrankung wurde vor etwa 20 Jahren erstmals bei Quarter Horses als Polysaccharid-Speicher-Myopathie (PSSM) beschrieben. Hier liegt die Ursache in einer abnormen Speicherung von Kohlenhydraten in der Muskulatur, wobei der genaue Zusammenhang zur Zerstörung der Muskelzelle nach wie vor nicht bekannt ist. Seit dieser Zeit konnte die abnorme Speicherung bei zahlreichen anderen Rassen wie Kaltblütern, aber auch Ponys und Warmblütern gezeigt werden. Bei Quarter Horses, Kaltblütern und einigen anderen Rassen – jedoch nicht bei Vollblütern oder Arabern – verursacht ein autosomal dominant vererbter genetischer Defekt die Erkrankung. In diesen Fällen spricht man auch von PSSM Typ 1. Bei bestimmten Kaltblutrassen (Belgier, Percherons) sind bis zu 70 Prozent der Pferde betroffen, bei Quarter Horses immerhin fast zehn Prozent. Wie häufig die Mutation bei Warmblütern vorkommt, ist nicht bekannt, jedoch konnte bei erkrankten Tieren in fast 50 Prozent der Fälle eine PSSM als Ursache diagnostiziert werden (Hunt et al., 2008). pferdefokus – 5. Jahrgang, Nr. 7 29 8000 Glossar Autosomal dominante und autosomal rezessive Vererbung: Gene und damit Erbinformationen sind größtenteils in Chromosomen enthalten. Wird ein Merkmal autosomal vererbt, befindet sich die Erbinformation nicht auf einem Geschlechtschromosom, sodass autosomal vererbbare Erkrankungen bei beiden Geschlechtern vorkommen können. 3000 U/l 2000 1000 Ta ge 20 10 Ta ge 0 6 12 h 24 h h 2 Ta ge 5 Ta ge Belastungsmyopathie: Durch Belastung ausgelöste Muskelerkrankungen werden als „Feiertagskrankheit“ oder „Verschlagen der Pferde“ bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Aufzeichnungen erwähnt. Andere geläufige Begriffe sind Kreuzverschlag, Lumbago, Schwarze Harnwinde oder Tying-up. Hauptmerkmal der Erkrankung ist eine durch Belastung ausgelöste Zerstörung von Zellen der Skelettmuskulatur (Rhabdomyolyse). 4000 Abbildung 1: Schematische Darstellung des Verlaufes der Plasmakonzentrationen von Muskelenzymen nach einer Rhabdomyolyse (rot: CK, blau: LDH, grün: AST). Jedes Chromosom (außer den Geschlechtschromosomen) ist bei gesunden Individuen in jeder Körperzelle doppelt vertreten. Von jedem Elternteil stammt eines der Chromosome. Bei rezessiver Vererbung muss ein Individuum von beiden Elternteilen veränderte Chromosomen bekommen, damit es erkrankt. Wird eine Erkrankung dominant vererbt, genügt bereits ein verändertes Chromosom, um die Erkrankung zu verursachen. Homozygoter/heterozygoter Merkmalsträger: Bei den meisten autosomal dominant vererbten Erkrankungen erhöht eine Veränderung beider Chromosomen (homozygot) den Schweregrad der Erkrankung im Vergleich zu Individuen, welche nur auf einem Chromosom die Genveränderung aufweisen (heterozygot). Homozygote Merkmalsträger geben die Erkrankung zudem zu 100 Prozent an ihre Nachkommen weiter. Bei heterozygoten Merkmalsträgern beträgt die Wahrscheinlichkeit 50 Prozent, wenn das andere Elternteil gesund ist, und 75 Prozent, wenn beide Elternteile heterozygote Träger sind. Abbildung 2: Typische Braunfärbung des Urins bei Myolyse (rechts) im Vergleich zum Urin gesunder Pferde (links) Unter PSSM Typ 2 versteht man eine Form abnormer Kohlenhydratspeicherung ohne den genetischen Defekt, die Ursache ist hier noch gänzlich unbekannt. Im Unterschied zur PSSM Typ 1 können bei dieser Form in seltensten Fällen auch ohne Belastung Skelettmuskelzellen zerstört werden. Bei beiden Formen treten die ersten klinischen Symptome in der Regel im Alter von zwei bis drei Jahren auf, in seltenen Fällen bereits bei Jährlingen. Bei schweren Verlaufsformen treten die typischen klinischen Symptome bereits bei leichter Belastung auf. Bei milderen Verläufen kann das einzige Symptom eine mangelnde Leistungsbereitschaft der Pferde sein, welche sich auch durch Training nicht oder wenig beeinflussen lässt. Seltener kommt es hier zu Ganganomalien oder Muskelschwund. Eine Belastungsmyopathie feststellen Muskelenzyme im Blut Werden Muskelzellen zerstört, werden unter anderem Enzyme freigesetzt, deren Konzentration im Blut sich in der Folge erhöht. So kann eine Blutuntersuchung Hinweise auf Muskelschäden geben. 30 pferdefokus – 5. Jahrgang, Nr. 7 Allerdings sind besonders bei den leichteren Verlaufsformen der PSSM Typ 1 (heterozygote Träger) die Werte in Ruhe meist nicht erhöht. Das einzige Enzym, das spezifisch nur in der Skelettmuskulatur vorkommt, ist die Creatin-Kinase (CK). Bei gesunden Pferden entspricht die CK-Konzentration im Blutplasma etwa dem Gehalt von 1 g Muskelmasse (ca. 300 U/l). Werden nur 20 g Muskelmasse zerstört, erhöht sich die Plasmakonzentration bereits um das Vier- bis Fünffache (Volfinger et al., 1994). Selbst bei gut trainierten Pferden erhöhen extreme Belastungen – beispielsweise im Rahmen einer Vielseitigkeitsprüfung – die Plasmakonzentration auf bis zu 5000 U/l, ohne dass klinische Symptome einer Muskelschädigung auftreten. So sind bei schweren Verlaufsformen einer Rhabdomyolyse Plasmakonzentrationen ab dem mittleren fünfstelligen Bereich aufwärts zu erwarten. Allerdings sind selbst Erhöhungen der Konzentrationen auf etwa 10 000 U/l bereits nach ca. zehn Stunden fast vollständig verschwunden (sofern die Myolyse nicht weiter besteht), da die CK im Plasma bei Pferden eine extrem kurze Halbwertszeit hat. Neben der CK enthält die Skelettmuskelzelle auch die Enzyme Aspartat-Aminotransferase (AST) und Laktatdehydrogenase (LDH). Da aber beide auch in anderen Körperzellen vorkommen, ist eine er- höhte Konzentration im Blut nicht immer auf einen Muskelschaden zurückzuführen. So beinhalten beispielsweise rote Blutkörperchen eine große Konzentration an LDH, wodurch eine entnahme- oder transportbedingte Zerstörung der Erythrozyten eine deutliche Erhöhung der Konzentration in der Blutprobe zur Folge hat. Die AST hat bei Pferden eine sehr lange Plasmahalbwertszeit von ca. sieben bis zehn Tagen, sodass die Konzentration nach einem Muskelschaden bis zu drei Wochen erhöht bleibt. Die Konzentration der LDH im Blutplasma ist nach einem Muskelschaden für wenige Tage erhöht. Aufgrund der unterschiedlichen Plasmahalbwertszeiten entsteht bei einer Zerstörung von Muskelzellen ein typisches Verlaufsprofil der Enzymkonzentrationen (Abb. 1). zu irreversiblen Nierenschäden führen können. Grundsätzlich können neben Myoglobin auch Hämoglobin (der Farbstoff der roten Blutkörperchen), die roten Blutkörperchen selbst oder seltener auch Pflanzenfarbstoffe den Urin braun verfärben. Geringe, mit bloßem Auge nicht sichtbare Mengen Myoglobins, Hämoglobins oder roter Blutkörperchen sind mit Urinteststicks nachweisbar. Diese sind allerdings extrem sensitiv, sodass bereits geringe Mengen Myoglobin, welche einer Schädigung von lediglich 200 g Muskelmasse entsprechen, zu einer deutlich positiven Reaktion (4+) des Testfeldes führen (Abb. 3). Dies bedeutet, dass bei klinisch manifesten Belastungsmyopathien dieser Grad der Reaktion zu erwarten ist. Muskelfarbstoff im Urin Leichte Bewegung führt bei Pferden mit schwerer Verlaufsform einer Belastungsmyopathie bereits zu den typischen klinischen Symptomen. Bei leichteren Verlaufsformen treten diese in der Regel nicht oder nur in sehr geringer Ausprägung auf. Unter Umständen kann ein Leistungsmangel hier das einzige Symptom sein. Im Unterschied zu gesunden Pferden sind die Plasmakonzentrationen der Muskelenzyme nach Belastung bei diesen Patienten jedoch deutlich erhöht. Bei den meisten Protokollen werden die Pferde zunächst zwei Minu- Bei der Zerstörung von Muskelzellen wird neben Enzymen auch ein Muskeleiweiß freigesetzt, der Farbstoff Myoglobin. Im Blut ist Myoglobin nur extrem kurz nachzuweisen. Der Farbstoff wird jedoch über die Niere ausgeschieden und färbt den Urin in hohen Konzentrationen bei schweren Verlaufsformen einer Rhabdomyolyse innerhalb von Stunden braun (Abb. 2). Der Farbstoff selbst ist zudem stark toxisch für die Nieren, sodass schwerwiegende Muskelschäden Submaximaler Belastungstest pferdefokus – 5. Jahrgang, Nr. 7 31 Medizin Abbildung 3: Urinstick mit Verfärbung (4+) des Testfeldes für Myo-, Hämoglobin oder Erythrozyten (Pfeil) im Vergleich zum Ergebnis bei physiologischem Urin (oben) ten im Schritt, anschließend 13 Minuten im Trab bewegt. Bei Pferden in sehr schlechtem Trainingszustand empfiehlt sich eine Belastung über 15 Minuten in Zweiminutenintervallen abwechselnd in Schritt und Trab. Zeigt das Pferd Steifheit oder Bewegungsunlust, kann die Belastung zunächst für eine Minute stehend unterbrochen werden. Tritt die Steifheit danach wieder auf, sollte der Test abgebrochen werden. Bei gesunden Pferden und vielen Pferden mit einer leichten Verlaufsform der PSSM (vor allem Typ 2) liegen die Plasmakonzentrationen vor Beginn der Belastung im Referenzbereich. Bei gesunden Pferden liegt die Konzentration der CK vier Stunden nach der Belastung unter 800 U/l (oder der Ausgangswert ist maximal zwei- bis dreifach erhöht), die AST sollte maximal um 50 Prozent des Ausgangswertes erhöht sein. Untersuchung von Muskelgewebe Bei Verdacht auf eine belastungsinduzierte Muskelerkrankung kann Muskelgewebe entnommen und untersucht werden (Biopsie). Der geeignete Ort zur Entnahme ist die lange Sitzbeinmuskulatur (seitlich des Schweifes), wobei die Biopsie mindestens die Größe eines Zuckerwürfels haben sollte. Der Umgang mit der Biopsie unterscheidet sich grundlegend von anderen Biopsien, sodass eine Durchführung in der Praxis schwierig bis unmöglich ist. Hierbei sei nur kurz erwähnt, dass Muskelbiopsien beispielsweise möglichst nicht in Formalin fixiert werden sollten. Aufgrund der pferdespezifischen Besonderheiten dieser Biopsien empfiehlt sich die Untersuchung in einem darauf hochspezialisierten Labor, zum Beispiel am Royal Veterinary College in London, was die Durchführbarkeit in der Praxis zusätzlich erschwert. Zum Nachweis einer Störung der Kalziumregulation bei der RER von Vollblütern müssen Biopsien der Zwischenrippenmuskulatur einem speziellen Test (Koffein- oder Halothan-Muskelkontrakturtest) unterzogen werden, welcher jedoch in der Routinediagnostik nicht zur Verfügung steht. Gentest Vor einigen Jahren gelang einer Arbeitsgruppe der Universität von Minnesota die Identifikation des für PSSM Typ 1 verantwortlichen Gendefekts und in der Folge die Entwicklung eines spezifischen Gentestes. Die aufwändige Untersuchung einer Muskelbiopsie ist in diesem Fall somit nicht notwendig. Der Test wird mittlerweile auch in Deutschland in einigen Laboren durchgeführt, es werden entweder Haare inklusive Wurzeln oder eine Blutprobe benötigt. Der Test kann nicht nur die Erkrankung nachweisen, sondern auch homo- und heterozygote Merkmalträger (siehe Glossar) unterscheiden. Dies ist besonders für einen eventuell geplanten Zuchteinsatz des betroffenen Tieres von Bedeutung. 32 pferdefokus – 5. Jahrgang, Nr. 7 Akute Muskelschäden behandeln Pferde mit akuten klinischen Symptomen einer Rhabdomyolyse sollten möglichst schnell an einen warmen, trockenen Ort gebracht werden, wobei Bewegung nach Möglichkeit gänzlich zu vermeiden ist. Hier empfiehlt sich gegebenenfalls der Transport mit einem Pferdehänger oder –transporter zum nächstgelegenen Stall, längere Fahrtstrecken sollten jedoch ebenfalls vermieden werden. Aufgrund der stark nierentoxischen Eigenschaften des bei schweren Verlaufsformen mit dem Urin massenhaft ausgeschiedenen Myoglobins sollte die Nierenfunktion durch Infusionen unterstützt werden. Hierbei kann ein gestörter Flüssigkeit- und Elektrolythaushalt ebenfalls ausgeglichen werden. Viele Patienten zeigen deutliche Schmerzen, doch in Anbetracht der durch das Myoglobin möglicherweise bereits vorgeschädigten Niere sollten für die Niere toxische Wirkstoffe wie Flunixin und Phenylbutazon unbedingt vermieden werden. Ist ein Pferd mit Myolyse zudem mittel- bis hochgradig ausgetrocknet, sollte auf die Anwendung bestimmter Schmerzmittel (nichtsteroidale Antiphlogistika) vollständig verzichtet werden, bis Kreislauf und Flüssigkeitshaushalt stabilisiert sind. Zur schmerzhemmenden Therapie können Beruhigungsmittel (Acepromazin, α2-Agonisten) und Opioide (Butorphanol als Dauertropf ) eingesetzt werden. Aufgrund der kreislaufdepressiven Eigenschaften sollten Beruhigungsmittel bei mittel- bis hochgradiger Austrocknung (Dehydratation) allerdings mit äußerster Vorsicht angewandt werden. Durch Fütterung und Training vorbeugen Eine optimierte Fütterung, unterstützt durch ein spezielles Bewegungsmanagement, kann das Wiederauftreten belastungsinduzierter Muskelprobleme deutlich vermindern oder bei leichteren Verlaufsformen vollständig verhindern. In letzterem Falle ist sogar ein Einsatz im Hochleistungssport möglich – mit Ausnahme des Distanz- oder Vielseitigkeitssports. Bei Vollblütern mit nachgewiesenermaßen gestörter Kalziumregulation der Muskulatur kann die Applikation von Dantrolen das Risiko des Wiederauftretens eines Krankheitsschubes vermindern. Der Wirkstoff ist zur Prophylaxe der PSSM und anderer Muskelerkrankungen nicht geeignet. Schwachstellen überprüfen Die Futterration des betroffenen Pferdes sollte zunächst insgesamt überprüft und gegebenenfalls korrigiert werden. In der Praxis wer- den häufig Blutuntersuchungen durchgeführt und zum Beispiel Eiweiß, Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine überprüft, um eine Aussage über die entsprechende Versorgung des Pferdes zu treffen. Auf die Blutbefunde im Einzelnen möchten wir an dieser Stelle nicht eingehen, es sei aber darauf hingewiesen, dass die Befunde häufig überbewertet werden und vielfach kein Zusammenhang zwischen den erhobenen Blutbefunden und der Versorgung mit Eiweiß, Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen vorliegt. Bei Pferden mit wiederholt auftretenden Muskelproblemen muss daher unbedingt die Ration überprüft werden, um die Energie- und Nährstoffversorgung zu erfassen. Viele Pferderationen weisen ein auffallend schlechtes Verhältnis von Rau- zu Kraftfutter auf, also einen deutlichen Kraftfutterüberhang. Zum Teil ist die Energieversorgung deutlich überhöht und es gibt weitere Engpässe wie einen Natriumund Chloridmangel, insbesondere bei hohen Schweißverlusten. Die tägliche Raufutterzufuhr sollte generell ein Minimum von 1,5 kg Heu/100 kg Körpermasse nicht unterschreiten, alternativ können Gras bzw. Heu-, Gras- oder Maissilagen als Raufutter eingesetzt werden. Stärkereiche Kraftfutter reduzieren Bei belastungsbedingten Muskelerkrankungen sollte an erster Stelle der Anteil des stärkereichen Kraftfutters in der Ration deutlich reduziert werden. Bei Pferden, die an PSSM leiden, müssen stärke- und zuckerhaltige Futtermittel wie Getreide oder melassierte Ergänzungsfuttermittel komplett aus der Ration genommen werden. Bei Pferden, die nicht an PSSM leiden, darf während arbeitsintensiven Trainings- und Wettkampfphasen ein Anteil an Getreide oder Kraftfutter von 0,7 kg/100 kg Körpermasse pro Tag, verteilt auf mindestens drei Mahlzeiten, nicht überschritten werden. An Pferde, die regelmäßig belastet werden können, kann als Energielieferant Fett in Form von Pflanzenölen oder Reiskleie verfüttert werden. Fette bieten generell eine sehr hohe Energiedichte, führen Mehr Muskelkraft durch Reiskleie? Reiskleie ist ein Futtermittel mit rund 15 Prozent Fett. Durch Fettextraktion wird das sogenannte Reiskeimöl gewonnen. Das Fett der Reiskleie und insbesondere des Reiskeimöls enthält γ-Oryzanol (Ferulasäure und Phytosterin). γ-Oryzanol-Präparate werden damit beworben, dass sie beim Humansportler die Muskelkraft verbessern und Müdigkeit reduzieren sollen. Für das Sportpferd liegen kaum Studien vor, allerdings ist das Verfüttern von γ-Oryzanol dopingrelevant. zu einer geringeren Wärmebildung im Stoffwechsel, verringern die Glukoseaufnahme in die Skelettmuskulatur und scheinen einen positiven Einfluss auf das Verhalten zu besitzen: Sie können zum Beispiel bei Pferden die Nervosität und Ängstlichkeit verringern. Die Fettfütterung hat deutlich positive Effekte auf das klinische Bild, beispielsweise verbessert sich die Muskelsteifheit. Daneben kann auch der belastungsbedingte Anstieg der CK bei Pferden mit Belastungsmyopathie deutlich verringert werden. Auch wenn die positiven Effekte des Austausches von Stärke gegen Fett zur Vorbeugung von Muskelerkrankungen unbestritten sind, sind dem Einsatz von Fetten dennoch Grenzen gesetzt. Fettmengen von mehr als zehn Prozent in der Gesamtration führen zu einem deutlichen Abfluten von Fett in den Dickdarm, welches dazu führt, dass die zelluloseabbauende Mikroflora gehemmt wird. Zahlreiche fettangereicherte und stärkereduzierte Mischfuttermittel sind im Handel erhältlich. Aufgrund der zum Teil hohen Mineralstoff- und Vitamingehalte ist der tägliche Einsatz in der Regel jedoch auf 1–3 kg (in Abhängigkeit von der Arbeitsbelastung) zu limi- MOBIL PRAXISSOFTWARE ALS SMARTPHONE-APP Als Tierarzt mit Großtier- und Pferdepraxis sollten Sie sich das Smartphone-App unserer Praxissoftware PEGASUS anschauen. PEGASUS MOBIL ist die optimale Lösung, um Behandlungen direkt vor Ort aufzuzeichnen. tline Info-Ho 07-10 93 8 6 0 5 0 Die Verrechnungsstelle Tierärztliche Verrechnungsstelle Niedersachsen r.V. Danziger Straße 1 · 31008 Elze · Tel 05068 9307-0 Fax 05068 9307-80 · [email protected] · www.tvn-elze.de Medizin Tabelle 1: Empfehlung zur Zusammensetzung eines Ergänzungsfutters für Pferde mit PSSM Energie und Nährstoffe Gehalte/kg Energie >11,8 MJ ME (umsetzbare Energie) Rohprotein ~120–130 g Rohfett >100 g Stärke <120 g Ca 10 g P 6g Se 1 mg Vitamin E 900 mg tieren. Reiskleie (0,5–2 kg/Tag) als Einzelfuttermittel wird von Pferden vielfach schlecht akzeptiert, allerdings stehen auch mit Kräutern aromatisierte Produkte zur Verfügung. Das in der Fettfraktion der Reiskleie enthaltene γ-Oryzanol ist dopingrelevant, sodass entsprechende Zeiten für das Absetzen von Reiskleie- oder Reiskeimölprodukten vor Wettkämpfen zu beachten sind. Alternativ können auch Pflanzenöle mit einer guten Akzeptanz verfüttert werden, beispielsweise Sonnenblumenöl. Davon werden nach langsamer Gewöhnung täglich 0,5–1 ml/kg Körpermasse auf drei bis vier Mahlzeiten verteilt. Auch die gezielte tägliche Zulage von Omega-3-Fettsäuren kann empfohlen werden. Dafür ist beispielsweise Leinöl in einer Dosierung von 0,2–0,5 ml/kg Körpermasse geeignet. Elektrolyt- und Wasserdefizite vermeiden Pferde verlieren bei intensiven Belastungen insbesondere an warmen, sonnigen Tagen 10–30 l Schweiß, sodass die Austrocknung ein Equivet häufiges Problem darstellt. Ungünstig ist darüber hinaus, dass Pferde nach der Belastung nur sehr zögerlich Wasser aufnehmen. Im Schweiß gehen neben Wasser auch Elektrolyte wie Natrium, Kalium und Chlorid verloren, was dazu führt, dass sich die Konzentrationen an Elektrolyten, insbesondere an Natrium, durch die Schweißverluste nicht ändern oder sogar abnehmen. Ein Durstgefühl entsteht jedoch nur, wenn die Natriumkonzentration im Blut zunimmt. Durch den Flüssigkeitsverlust schrumpfen die Zellen, was zu Zellschäden im Skelettmuskel und zur Erschöpfung führen kann. Vermutlich kann die Gabe von Elektrolyten in Kombination mit einer erhöhten Wasseraufnahme nach intensiven Belastungen dafür sorgen, dass die Muskulatur kurzfristig besser durchblutet wird. Bei starken Schweißverlusten sollte nichtjodiertes Speisesalz in einer vom Schweißverlust abhängigen Menge von 10–15 g/100 kg Körpergewicht ergänzt werden. Werden pro Tag mindestens 1,5 kg Heu/100 kg Körpermasse verfüttert, bedarf es in der Regel keiner gezielten Kaliumergänzung, da Kalium ausreichend im Raufutter vorhanden ist. Besonderer Wert sollte darauf gelegt werden, dass Wasser uneingeschränkt verfügbar ist. Kritisch sind insbesondere längere Transportzeiten der Sportpferde, aber auch die Freilandhaltung im Sommer und Winter ohne permanenten Zugang zu Wasser. Sind Tränken, zum Beispiel Selbsttränken, vorhanden, bedeutet das noch nicht, dass die Pferde freien Wasserzugang haben. Häufig ist die Durchflussgeschwindigkeit durch verstopfte Ventile erheblich eingeschränkt, sodass für Sportpferde mit starken Schweißverlusten nicht genug Wasser verfügbar ist. Deshalb sind Tränken und Wasserplätze zu kontrollieren, um den uneingeschränkten Zugang zu hygienisch einwandfreiem Wasser sicherzustellen. Vitamin E und Selen ausreichend füttern Vielfach wird in der Praxis eine knappe Selen- und/oder Vitamin EVersorgung im Zusammenhang mit Muskelerkrankungen diskutiert. Die Bedeutung von Vitamin E und Selen im Muskelstoffwechsel ist unbestritten. Allerdings ist eine knappe Selenversorgung in praxisüblichen Rationen für Sportpferde in Kombination mit dem Einsatz von Mischfuttermitteln und/oder Mineralfuttermitteln eher selten, Muskelschutz und Rittigkeit: Equivet Vitamin E liquid mit Selen und Lysin Aktiver Muskelaufbau: Equivet Gammasterol mit Reiskeimöl, Gamma-Oryzanol, Vitamin E Essenzielle Omega-3-Fettsäuren: Equivet Leinöl mit Linolensäure und Linolsäure Alles was Ihr Pferd braucht: In Top Qualität für Ihr Pferd Exklusiv bei Ihrem Tierarzt / Ihrer Tierärztin erhältlich! Equivet – eine Marke im Vertrieb von Dopharma Deutschland GmbH Hansestr. 53, 48165 Münster Tel.: 02501-594349-0 Fax: 02501-5943419-90 www.dopharma.de [email protected] DEUTSCHLAND GmbH 34 pferdefokus – 5. Jahrgang, Nr. 7 orthosal®VITAMIN E vielfach ist sie sogar übertrieben bis kritisch hoch. Die Vitamin EVersorgung in Sportpferderationen schwankt zwischen einer knappen und einer sehr hohen Vitamin E-Zufuhr. Untersuchungen zur Selen- und/oder Vitamin E-Versorgung bei Pferden mit Muskelerkrankungen belegen nur in Einzelfällen eine knappe Selen- und Vitamin E-Versorgung. Ungeachtet der notwendigen bedarfsangepassten Vitamin E-Versorgung von 2 mg Vitamin E/kg Körpermasse) wird für Pferde mit Belastungsmyopathie vielfach eine bedarfsüberschreitende Versorgung von 4–6 mg Vitamin E/kg Körpermasse empfohlen. www.navalis-vet.de Die „Übersäuerung“ ist ein Mythos Vielfach werden Belastungsmyopathien in der Praxis mit einer „Übersäuerung aufgrund von Milchsäure (Laktat)“ in Verbindung gebracht. Doch bei belastungsbedingten Myopathien kommt es nicht zu einer vermehrten Anhäufung von Laktat in der Skelettmuskulatur. Dementsprechend hat die Gabe von puffernden Substanzen wie Natriumbikarbonat auch keine positiven Effekte. Die Fütterung von puffernden Substanzen wird bei belastungsbedingten Myopathien nicht empfohlen. Regelmäßig trainieren Regelmäßige Bewegung ist die Grundlage, um wiederholt auftretenden Muskelproblemen vorzubeugen. Untersuchungen der Universität Minnesota haben ergeben, dass bereits tägliche leichte Bewegung im Trab über zehn Minuten das Risiko des Wiederauftretens deutlich vermindern kann. Bei Reitpferden, besonders jenen mit PSSM Typ 2, hat sich zudem ein verlängertes Aufwärmintervall und die Unterbrechung des Trainings durch Ruhe- und Dehnungszeiten von zwei bis fünf Minuten als hilfreich erwiesen. Beim Management nach einer akuten Episode einer PSSM sollten gemäß Empfehlung der Universität Minnesota folgende Grundsätze beachtet werden: • Frühestens zwei Wochen nach der Fütterungsumstellung darf das Pferd belastet werden. • Es ist wichtiger, die Belastungsdauer zu begrenzen, als die Belastungsintensität. Das heißt, beginnen sollte die Belastung mit täglich maximal fünf Minuten wechselnd Schritt und Trab. • Die Belastung muss langsam und kontinuierlich gesteigert werden, um zwei Minuten pro Tag. • Jeder Tag ohne Belastung muss unbedingt vermieden werden. • Ist eine Trainingsdauer von täglich 15 Minuten erreicht, können die Trabintervalle verlängert werden. Ein Training im Galopp sollte frühestens nach drei Wochen erfolgen. W Literatur bei den Autorinnen. Hilfreiche Links Unter www.cvm.umn.edu/umec/lab/home.html stehen Informationen des Neuromuscular Diagnostic Laboratory der University of Minnesota orthosal®VITAMIN E ist das erste hochdosierte Vitamin E-Monopräparat, das ausschließlich a-,b-,g-und d-Tocopherole aus natürlichen Quellen enthält. Es weist im Vergleich zu synthetischem Vitamin E eine mindestens doppelt so hohe antioxidative Wirkung auf, ist verträglicher, wird besser aufgenommen und nimmt weit mehr Aufgaben im Stoffwechsel wahr. Vitamin E ist das wichtigste fettlösliche Antioxidans. Als Bestandteil jeder Zellmembran verhindert es oxidative Prozesse und ist damit für die Zellwandintegrität unerlässlich. Einsatzbereiche von orthosal®VITAMIN E • Ausgleich des fütterungsbedingten Vitamin E - Mangels • Vermeidung von Belastungsmyopathien • Steigerung der Fruchtbarkeit bei Stute und Hengst • Erhöhter Antikörpertransfer bei Fohlen über die Milch • Begleitende Gabe durch antiphlogistische und durchblutungsfördernde Wirkung bei Hufrehe (ECS, EMS) • Verbesserung des Immunstatus z.B. bei Urtikaria • Anti-Aging-Nährstoff z.B. für das alte Pferd Innovation und Erfahrung bewähren sich– Nutriologische Strategien für unsere Tiere! NAVALIS Nutraceuticals GmbH Rosenstraße 72 70794 Filderstadt Tel: +49-(0)711-7070749-0 Fax: +49-(0)711-7070749-50 [email protected] www.navalis-vet.de Die Internetadresse des Comparative Neuromuscular Diseases Laboratory des Royal Vet. College in London lautet: www.rvc.ac.uk/Research/Labs/NeuroLab/Index.cfm pferdefokus – 5. Jahrgang, Nr. 7 35 Fütterung Foto: Carola Schubbel/fotolia.de Fit durch gutes Futter Die Ernährung des Sportpferdes Ingrid Vervuert W Ein intensiver Einsatz im Sport erfordert eine gezielte und langfristige Fütterungsstrategie. Im Distanz- oder Fahrsport, bei Vielseitig- keit, Springen oder Dressur im hohen Leistungssegment brauchen Pferde viel Energie. Während der Belastung rinnt zudem der Schweiß, Wasser- und Elektrolytverluste müssen über die Fütterung ausgeglichen werden. Auch die Rationsgestaltung sollte gut durchdacht sein: Durch eine Mindestmenge an Raufutter, eine Höchstmenge an Kraftfutter und eine angemessene Frequenz der Mahlzeiten können Gesundheitsprobleme vermieden werden. Beim Training und im Wettkampf wird die zum Teil enorme körperliche Belastung durch das komplexe Zusammenspiel verschiedener Organsysteme ermöglicht. Bewegungsapparat, HerzKreislaufsystem, Atmungstrakt, Thermoregulation und das zentralnervöse System arbeiten zusammen und sichern so unter anderem die Versorgung mit Energie und Elektrolyten. Je nach Belastungsintensität steigt der Energieverbrauch bei Sportpferden bis zum Dreifachen des Erhaltungsbedarfs. Durch das Schwitzen entstehen erhebliche Elektrolytverluste, wobei sich der Schweiß im Wesentlichen aus Chlorid, Natrium und Kalium zusammensetzt. Der Mehrbedarf an Eiweiß sowie den meisten Mengenund Spurenelementen ist hingegen nur gering bis mäßig. Raufutter als Basis der Ration Da die klassischen Rationsbestandteile Heu und Getreide einen sehr hohen Energiebedarf abdecken können, ist eine ausreichende Energiezufuhr beim Pferd prinzipiell unproblematisch. Um ein Pferd ausreichend mit Raufutter zu versorgen, sollte seine Ration immer 36 pferdefokus – 5. Jahrgang, Nr. 7 auf Heu oder Weidegang basieren. Pro Tag stehen mindestens 1,5 kg Heu pro 100 kg Körpermasse auf dem Speisezettel. Alternativ können Heu- oder Grassilagen, zum Teil auch Maissilagen verfüttert werden. Im Idealfall erhält das Pferd mehrstündigen bis ganztägigen Weidegang. Die meisten Freizeitpferde können mit Raufutter in Kombination mit einem Mineralfutter adäquat versorgt werden. Bei sportlich intensiv genutzten Pferden sollte ein Heu gewählt werden, welches relativ früh im Jahr, zu Beginn der Blüte, geschnitten wird. So werden sie nicht übermäßig mit schwer verdaulicher Rohfaser belastet. Insbesondere für Sportpferde liegt ein weiterer Vorteil einer angemessenen Versorgung mit Raufutter darin, dass Elektrolyte und Wasser im Dickdarm besser gebunden werden. So können temporäre Schweissverluste aus diesem Reservoir besser kompensiert werden. Doch bei der Raufutteraufnahme stehen nicht nur die Energieund Nährstoffversorgung im Vordergrund, sondern auch die kontinuierliche Beschäftigung und das erfüllte Kaubedürfnis der Pferde. Bei Vollblütern mit knapper Raufutteraufnahme (weniger als 6,8 kg Heu pro Tag) werden häufig Stereotypien wie Koppen und Weben beobachtet. Darüber hinaus nehmen Pferde bei geringer Raufutterzufuhr deutlich mehr Einstreumaterialien und Kot auf. Die Bereitstellung von Energie für die Muskelarbeit 700 600 vor Belastung nach Belastung 500 400 300 200 100 Für mehr Power: Getreide, Eiweiß und Fett Traditionell werden beim Pferd Getreidesorten wie Hafer, Gerste oder Mais als Energieträger in der Ration eingesetzt. Sie zeichnen sich durch hohe Stärkegehalte aus, enthalten aber nur mittlere Konzentrationen an Protein. Als Einzelfuttermittel hat Hafer mit einem Energiegehalt von rund 11 MJ umsetzbare Energie/kg in der Pferdefütterung immer noch die größte Bedeutung. Als Komponente im Mischfutter wird Hafer zusehends von Gerste oder Mais verdrängt. Hafer kann als ganzes Korn verfüttert werden. Die mechanische Bearbeitung wie das Walzen oder Quetschen beeinflusst die Verdau- Sprint 2000 m Sprint 800 m Sprint 4 x 620 m Vielseitigkeit Distanz 80 km 0 Distanz 100 km (mmo/kg Trockenmasse) Glukose/Glykogen in der Muskulatur Abbildung 1: Glykogenverbrauch beim Pferd im Verlauf unterschiedlicher Belastungen (Literaturauswertung) Die wesentlichen Energiequellen für den Muskel sind Glukose und freie Fettsäuren bzw. deren Speicherformen Glykogen und Fette. In der Muskelzelle wird die Energie abhängig von der Belastungsintensität und -dauer unter Sauerstoffzufuhr (aerob) oder ohne Sauerstoff (anaerob) gewonnen. Als Nebenprodukt der anaeroben Energiegewinnung entsteht Milchsäure (Laktat). Je nach Arbeitsintensität verbraucht der Körper zur Energiegewinnung während der Belastung bis zu 90 Prozent des Muskel glykogens (Abb. 1). Die Energie für die Muskelarbeit wird allerdings nur zu maximal 20–30 Prozent in Bewegung und zu über 70 Prozent in Wärme umgewandelt. Je nach Luftfeuchtigkeit und Außentemperatur kann die Körperinnentemperatur deshalb im Verlauf einer intensiven Belastung bis auf 42 °C ansteigen. Um den Körper vor dem Überhitzen zu schützen, wird die Wärme über die Atmung sowie die Schweißbildung und -verdunstung der Haut abgeführt. Dies führt zu erheblichen Wasser- und Elektrolytdefiziten. lichkeit der Stärke im Dünndarm nur unwesentlich, birgt aber die Gefahr eines höheren Verderbs. Auf bearbeiteten Hafer sollte daher nur bei besonderen Indikationen zurückgegriffen werden, zum Beispiel bei alten Pferden mit erheblichen Gebissveränderungen. Wird Hafer in der Ration durch Gerste oder Mais ausgetauscht, lässt sich bei identischer Futteraufnahme eine höhere Energiezufuhr realisieren. Der Energiegehalt von 1 kg Hafer entspricht dem von rund 0,9 kg Gerste oder 0,85 kg Mais. Jedoch müssen sowohl Gerste als auch Mais aufgrund einer geringeren Dünndarmverdaulichkeit der Stärke vor der Fütterung thermisch aufgeschlossen werden. Angeboten werden unter anderem Gersten- oder Maisflocken. Eine Eiweißergänzung ist häufig sinnvoll bei eher schlecht bemuskelten Equivet Elektrolyte tTDIOFMMFSXJSLVOHTWPMMFS"VTHMFJDIEFS7FSMVTUFBO&MFLUSPMZUFOVOE7JUBMTUPòFO tHJCUEFN1GFSEEJF-FJTUVOHXJFEFS tBMT1VMWFS[VN&JOHFCFOàCFSEBT'VUUFSPEFSBMT-JRVJE "MMFTXBT*IS1GFrECSBVDIU SBVDIU *OTPQ2VBMJUÊUGàS*IS1GFrE *OTPQ TPQ 2VB VBMJMJUÊ UÊUUGà GàSS*I *ISS1G 1GFFrE &YLMVTJWCFJ*IrFNTJFSBS[U *IrFSTJFSÊS[UJOFSIÊMUMJDI &RVJWFUoFJOF.BSLFJN7FSUSJFCWPO %PQIBSNB%FVUTDIMBOE(NC) )BOTFTUr.àOTUFr TFM 'BY XXXEPQIBSNBEF JOGP!EPQIBSNBEF DEUTSCHLAND GmbH pferdefokus – 5. Jahrgang, Nr. 7 37 Fütterung Tabelle 1: Leistungssteigernde Substanzen? Substrat Wirkung Leistungssteigerung bzw. Beeinflussung des Stoffwechsels Q10 antioxidativ Nein Vitamin C antioxidativ Nein Natrium Bikarbonat Pufferung Nein L-Carnitin Energiestoffwechsel Nein Aminosäuren Energiestoffwechsel Studien fehlen Glukose Energiestoffwechsel Nur bei extrem hohen Gaben schnellerer Glykogenaufbau nach Belastungen Kreatinphosphat Energiestoffwechsel Nein Lactanase Verstoffwechselung von Milchsäure Studien fehlen gamma-Oryzanol Muskelstoffwechsel Studien fehlen Magnesium Verhalten Studien fehlen Pferden, aber auch bei eiweißarmen Rationen, zum Beispiel wenn sehr spät geerntetes Heu in Kombination mit Getreide verfüttert wird. Hier sollten vor allem Futtermittel verwendet werden, die eine gute Aminosäurenzusammensetzung aufweisen. Besonders geeignet sind Sojaextraktionsschrot, Trockenbierhefe, Luzerne oder auch Kasein (Milchprotein). Kasein wird allerdings nur sehr ungern von Pferden gefressen. Sogenannte „Milchaustauscher für Fohlen“ enthalten neben Kasein auch den für viele Pferde sehr schmackhaften Milchzucker. Sie können in begrenzten Mengen an Sportpferde verfüttert werden (10–50 g/100 kg Körpermasse pro Tag). Die Kraftfutteraufnahme kann zu gesundheitlichen Störungen beim Sportpferd beitragen. Für das Verfüttern von Getreide oder Mischfutter gilt, dass eine tägliche Aufnahme von mehr als 2,5 kg/ Tag ( bei etwa 600 kg Körpermasse) das Kolikrisiko auf das 4,8-fache „Urkraft-Leinöl-Spezial in der Sportpferdefütterung“ •eiweiß-&stärkefreierEnergielieferant (derEnergiegehaltvon100gLeinöl≙ 300gHafer) •fördertdieFließfähigkeitdesBlutes,beugtMuskel- Schweiß zusammensetzung beim Pferd: 5,5 g/l Chlorid 3,1 g/l Natrium 1,6 g/l Kalium 0,12 g/l Kalzium 0,05 g/l Magnesium <10 mg/l Phosphor 11 mg/l Zink 5 mg/l Eisen 0,3 mg/l Kupfer Spuren von Selen erhöht. Liegt der tägliche Verzehr über 5 kg steigt das Risiko sogar auf das 6,3-fache. Durch die Aufnahme großer Mengen von Stärke aus dem Ergänzungsfutter oder Getreide können Dickdarmübersäuerungen, Koliken oder Hufrehe ausgelöst werden. Auch Magengeschwüre werden mit einer hohen Kraftfutteraufnahme in Verbindung gebracht. Wegen der Häufigkeit von Magen-Darm-Störungen sollte die Kraftfuttermenge pro Mahlzeit und Tag limitiert werden. Bei sehr hoher Leistung wird eine maximale Kraftfutteraufnahme von 0,3 kg/100 kg Körpermasse pro Mahlzeit und maximal 1 kg Kraftfutter/100 kg Körpermasse pro Tag empfohlen. Für Pferde mit Muskelproblemen muss der Kraftfutteranteil weiter reduziert werden (siehe Artikel „Mehr als nur Muskelkater“, S. 29 ff.). Neben dem Getreide verdienen Fette als Energiequelle in der Fütterung besondere Aufmerksamkeit. Zum Einsatz kommen beim Pferd Soja-, Sonnenblumen- und Maiskeimöl. Nach langsamer Eingewöhnung sind maximale Tagesmengen von 100 ml/100 kg Körpermasse möglich. Auch Leinöl (0,2–0,5 ml/kg/Tag) wird in der Sportpferdefütterung häufig verwendet, denn es enthält einen großen Anteil entzündungshemmender Omega-3-Fettsäuren. Obwohl Fette beim Pferd hochverdaulich sind, hat ihr Einsatz als Mischfutterbestandteil oder Einzelfuttermittel Grenzen. Bei zu hohen Gaben können erhebliche Fettmengen in den Dickdarm abfließen und zu schweren Verdauungsstörungen führen. Die Fettmenge in der Gesamtration sollte daher zehn Prozent pro Tag nicht überschreiten. übersäuerungenvor&wirktentzündungshemmend •verbessertdieRegenerationszeit&Ausdauerleistung » reine Speisequalität ab Mühle « » 100% kaltgepresst unter 40°C « Elektrolytversorgung ist mehr als ein Salzleckstein Die Öl-Qualität ist entscheidend! Informieren Sie sich Online www.urkraft-leinmanufaktur.de oder per Telefon 03 49 24 - 20 201. 38 pferdefokus – 5. Jahrgang, Nr. 7 Die hohen Schweißverluste des Pferdes bei intensiver Arbeit führen temporär zu einem hohen Flüssigkeits- und Elektrolytdefizit. Da Abbildung 2: Durch Raufutter können Wasser und Elektrolyte im Dickdarm besser gebunden werden. Foto: Melve/fotolia.de Gut versorgt? Häufig sollen Blutproben die Frage klären, ob ein Sportpferd ausreichend mit Eiweiß, Elektrolyten oder Spurenelementen versorgt ist. Die meisten Parameter im Blut wie Eiweiß, Natrium, Chlorid oder Zink sind jedoch ungeeignet, um die entsprechende Versorgung zu überprüfen. Allenfalls die Selenbestimmung im Plasma bzw. Serum korrespondiert mit der aktuell aufgenommenen Selenmenge und Veränderungen in der Selenzufuhr werden innerhalb weniger Tage im Plasma bzw. im Serum reflektiert. Die Rationsüberprüfung ist daher besser geeignet, um den Versorgungsstatus des Sportpferdes zu kontrollieren. weder Schweißmenge noch -zusammensetzung verändert werden können, ist das Pferd auf die Zufuhr von Elektrolyten angewiesen. Hohe Schweißmengen von beispielsweise 10 l ergeben Natriumchlorid-Verluste von rund 80 g bei einem 600 kg schweren Pferd. Die massiven Elektrolytverluste über den Schweiß können zu Störungen im Säuren-Basen-Haushalt und Muskelstoffwechsel führen. In der Praxis werden üblicherweise Salzlecksteine mit 38 Prozent Natrium und 62 Prozent Clorid verwendet – in der Hoffnung, das Pferd könne die Salzaufnahme bedarfsdeckend selber regulieren. Eine Fehleinschätzung: Durch den Leckstein ist eine maximale Salzaufnahme von rund 10–20 g zu erwarten. Bei intensiver Arbeit mit hohen Schweißverlusten muss daher nicht jodiertes, nicht fluoriertes Salz gezielt über das Futter ergänzt werden. Da viele Pferde das Salz nicht freiwillig aufnehmen, kann es in schmackhaften Futtermitteln wie Apfelmus, eingeweichten Grünmehlpellets oder Rübenschnitzeln „versteckt“ werden. Ungeeignet zur Deckung des Salzbedarfs sind sogenannte Leckmassen, die neben Natriumchlorid weitere Mengen- und Spurenelemente sowie Vitamine enthalten und damit möglicherweise zu einer unnötig hohen Zufuhr dieser Nährstoffe führen. Auch kommerzielle Ergänzungsprodukte enthalten häufig nicht genügend Elektrolyte, um die erheblichen Salzverluste über den Schweiß auszugleichen. Grundsätzlich muss ein Pferd, das Salz erhält, immer Wasser zur freien Verfügung haben, denn Salz verursacht Durst. In das Tränkwasser sollte das Salz zur Elektrolytversorgung nicht eingemischt werden, da ansonsten die Gefahr besteht, dass die Pferde nicht ausreichend Wasser aufnehmen. Die Kaliumversorgung ist selbst bei hohen Schweißverlusten in der Regel unproblematisch. Über das Raufutter wird Kalium in ausreichenden Mengen aufgenommen. Magnesium, welches über den Schweiß kaum verloren geht, ist in der Regel ebenfalls ausreichend im Raufutter vorhanden. Nur in sehr wenigen Einzelfällen muss beim Sportpferd gezielt Magnesium ergänzt werden. pferdefokus – 5. Jahrgang, Nr. 7 39 Fütterung Tabelle 2: Praktische Rationsbeispiele Pferd mit leichter Arbeit, 600 kg, ca. 1 Stunde „lockeres“ Reiten pro Tag (z. B. Gelände, Reitplatz, Bodenarbeit), Gesamtration inkl. Heu auf mindestens zwei Mahlzeiten verteilen Menge/Tag Futtermittel 12 kg Heu (Mitte Blüte) 100 g Vitaminiertes Mineralfutter (beachte Herstelleranweisung) 10-30 g Viehsalz (z. B. im Sommer bei sichtbaren Schweißverlusten, einmischen z. B. in Apfelmus oder Grünmehl) Salzleckstein Pferd mit mittlerer Arbeit, 600 kg, ca. 1,5-2 Stunden Reiten pro Tag (z. B. Gelände, intensives Reiten auf dem Reitplatz), Gesamtration auf mindestens drei Mahlzeiten verteilen Menge/Tag Futtermittel 10-12 kg Heu (Beginn Blüte) 1,5-2,5 kg Getreide (z. B. Hafer und/oder Maisflocken) 200 ml Pflanzenöl (z. B. Sonnenblumenöl) 50-100 g Sojaextraktionsschrot oder Trockenbierhefe 100 g vitaminiertes Mineralfutter (beachte Herstelleranweisung) 20-50 g Viehsalz (z. B. im Sommer bei sichtbaren Schweißverlusten, einmischen z. B. in Apfelmus oder Grünmehl) Salzleckstein Pferd mit mittlerer Arbeit, 600 kg, ca. 1,5-2 Stunden Reiten pro Tag (z. B. Gelände, intensives Reiten auf dem Reitplatz), Gesamtration auf mindestens drei Mahlzeiten verteilen Menge/Tag Futtermittel 10-12 kg Heu (Beginn Blüte) 1,5-2,5 kg Ergänzungsfutter (z. B. Corn Müsli) 1 kg Luzernehäcksel 100-200 ml Pflanzenöl (z. B. Sonnenblumenöl) 20-50 g Viehsalz (z. B. im Sommer bei sichtbaren Schweißverlusten, einmischen z. B. in Apfelmus oder Grünmehl) Salzleckstein 40 pferdefokus – 5. Jahrgang, Nr. 7 Abbildung 3: Pferde trinken gerne von offenen Wasserflächen. Foto: Sven Cramer/fotolia.de Trotz der zum Teil erheblichen Wasserverluste nehmen Pferde nach der Arbeit häufig spontan kein Wasser auf. Die Elektrolytkonzentrationen im Blut, insbesondere die Natriumkonzentration, ändern sich durch die Schweißverluste nicht oder nehmen sogar ab. Ein Durstgefühl entsteht nur, wenn die Konzentration an Natrium im Blut zunimmt. Ein spezielles Anliegen im Trainingsprogramm sollte demnach das Antrainieren der Wasseraufnahme während langer Belastungen und danach sein. Dies verbessert den Wasserhaushalt erheblich. Auch bei Transporten oder auf Turnieren, zum Beispiel in Gastboxen, sollte stets auf eine kontinuierliche Wasserversorgung geachtet werden. Ergänzungspräparate sind kein Ersatz Vor und nach der Arbeit gut versorgt Besonders bei der Gabe großer Kraftfuttermengen ist es wichtig, die Ration über den Tag auf mehrere Mahlzeiten zu verteilen. Im Hinblick auf die Energie- und Elektrolytversorgung gilt es als optimal, wenn die Arbeit drei bis fünf Stunden nach der Kraftfuttergabe beginnt. Raufutter kann hingegen bis kurz vor der Belastung verfüttert werden. Auch Wasser sollte dem Pferd bis unmittelbar vor Arbeitsbeginn zur Verfügung stehen. Ein Wasserentzug erhöht nicht nur das Kolikrisiko, sondern hat auch negative Folgen für den Wasserhaushalt während der Belastung. Nach intensiver Arbeit sollte das Kraftfutter erst nach drei bis vier Stunden vorgelegt werden. Heu oder Gras können hingegen zügig verfüttert werden, sobald die Atem- und Herzfrequenz sich normalisiert haben. Auf dem Markt sind viele Ergänzungsprodukte erhältlich, die leistungssteigernd wirken sollen (Tab. 1). Die meisten Substanzen zeigen in Untersuchungen allerdings keine Wirkung, so zum Beispiel Kreatin als energiereiches Substrat oder Bikarbonat als Puffer gegen Übersäuerung. Vielfach wurden die angebotenen Substanzen überhaupt nicht in Studien beim Pferd getestet – unter anderem Lactanasen zum Abbau von Milchsäure. Es würde den Rahmen des Artikels sprengen, auf alle Substanzen näher einzugehen, zumal einige, zum Beispiel gamma-Oryzanol, dopingrelevant sind. Letztlich kann kein Ergänzungsprodukt eine raufutterreiche Fütterung, eine dem Lauftier Pferd angepasste Haltung und ein regelmäßiges Training ersetzen. W Über die Autorin Dr. med. vet. Ingrid Vervuert ist Privatdozentin am Institut für T ierernährung, Ernährungsschäden und Diätetik der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig. Als Fachtierärztin für Tierernährung und Diätetik forscht sie auf dem Gebiet der Fütterung von Pferden. Besondere Schwerpunkte sind aktuell die Stärkefütterung beim Pferd, das metabolische Syndrom, Mykotoxine und Mineralstoffe in der Pferdefütterung. NZZZZZ]VVVlK^Zg"HiZgcZ"LZ^YZc 8DJEDC @Va`hi^X`hid[[hX]V[[iZ^cZY^X]iZ<gVhcVgWZjcY gZ^c^\iY^ZLZ^YZkdcEVgVh^iZc/ ?Zioi`dhiZcadhVc[dgYZgc/ ;gYZgiY^ZlZgikdaaZcJciZg\g~hZg HideeiY^Z7dYZckZghVjZgjc\ 7Z`~be[iLZ^YZeVgVh^iZc b^i;^ab!?V]gZheaVcZg!I^eehojg 9c\jc\jcY7dYZcjciZghjX]jc\ @Va`hi^X`hid[[·YZg^YZVaZE[ZgYZlZ^YZcYc\Zg HigVZ 89É<ZhjcYZLZ^YZc \ZhjcYZE[ZgYZº EAO$Dgi 6ao8]Zb6< Edhi[VX]&'+'Ç-((%-IgdhiWZg\ÇI/%-+'&$-+"'.+,Ç;/%-+'&$-+"''*' :"BV^a/eZga`V5VaoX]Zb#XdbÇlll#VaoX]Zb#YZ CVbZ 8djedceZgEdhiZ^chZcYZcdYZg Z^cZ:"BV^ab^iYZb7ZigZ[[É9ZgegV`i^hX]Z I^ZgVgoi¹hZcYZcVc/eZga`V5VaoX]Zb#Xdb pferdefokus – 5. Jahrgang, Nr. 7 41 © hemlep/fotolia.de Zucht Hormone unter Kontrolle Möglichkeiten zur Kontrolle des Sexualverhaltens bei Stute und Hengst Jasmin Walter W Das Sexualverhalten von Stuten und Hengsten kann ein erfolgreiches Training und die Teilnahme an Wettkämpfen erheblich erschwe- ren, da sich Rosse- und Hengstverhalten häufig negativ auf die Leistungsbereitschaft der Tiere auswirken. Selbst das alltägliche Handling kann zur Qual werden. So entsteht der Wunsch, die Geschlechtshormone zu regulieren und dieses Verhalten zu kontrollieren. Da gerade die equinen Hochleistungssportler häufig ein wertvolles genetisches Potenzial besitzen, sollte das Unterdrücken unerwünschten Sexualverhaltens nicht nur frei von Nebenwirkungen, sondern auch reversibel sein. Bei der Stute die Rosse unterdrücken Typisches unerwünschtes Dominanzverhalten der Stute in der Rosse sind Schweifschlagen, übermäßiges Urinieren, Klitorisblitzen, Quietschen, Schlagen oder einfach allgemeine Lustlosigkeit beim Training. Ausgelöst wird das Rosseverhalten durch den Einfluss des Sexualhormons Östrogen in Abwesenheit des Trächtigkeitshormons Progesteron (Abb. 1). Die Rossesymptome sind von Stute zu Stute unterschiedlich ausgeprägt. In der Regel sind sie gut kontrollierbar, jedoch gibt es immer wieder Fälle, in denen die Rosse die Rittigkeit enorm einschränkt. Neben dem Verhalten wird auch das muskuläre System von den Geschlechtshormonen beeinflusst. Die Muskulatur entspannt sich unter dem Einfluss von Östrogen, sodass Erkrankungen des Bewegungsapparates sich verschlimmern können. Einige Stuten reagieren bei rektalen Untersuchungen während der Rosse sensibel, wenn der 42 pferdefokus – 5. Jahrgang, Nr. 7 Eierstock berührt wird. Dieser Schmerz kann bei starker Ausprägung bis zu Koliksymptomen führen. Stuten sind saisonal zyklische Tiere, was bedeutet, dass sie zumindest in freier Wildbahn im Winter eine Phase zyklischer Inaktivität haben. Aber auch in dieser sexuellen Ruhephase wird gelegentlich Rosseverhalten gezeigt. Dies ist auch ohne eine tatsächliche Aktivität des Eierstocks möglich. Bevor regulatorische Maßnahmen ergriffen werden, sollte ausgeschlossen werden, dass das unerwünschte Verhalten oder die Symptome zyklusunabhängig sind. Viele der Symptome können auch nerval oder orthopädisch bedingt sein. Die typischen Verhaltensweisen während der Rosse können, wenn sie zyklusunabhängig auftreten, fälschlicherweise zur Diagnose einer Rosse führen. Ängstliche Stuten können beispielsweise auch in Gefahrensituationen urinieren. Allgemein verleiten wiederkehrend auftretende Verhaltensprobleme dazu, eine Assoziation mit der Rosse herzustellen, da ohne 1 Hormonelle Regulation 2 Der Zyklus der Stute Zwischenrosseintervall (14 - 16 Tage) Ohne Signal eines einnistenden Embryos wird von der Gebärmutter ein Hormon (Prostaglandin) gebildet das den Gelbkörper am 14. Tag nach dem Eisprung auflöst. Es wird kein Progesteron mehr gebildet und mit einem Follikel aus der 2. Anbildungswelle entsteht eine neue Rosse. Auch während des Zwischenrosseintervalles, unter dem Einfluss von Progesteron, finden auf den Eierstöcken Follikelanbildungswellen statt. In der Regel kommt es hierbei nicht zu Rossesymptomen oder zum Eisprung. 3 Rosse (5 - 7 Tage) Ein Follikel setzt sich gegen die weiteren heranwachsenden Follikel der 2. Anbildungswelle durch und reift zum sprungreifen Follikel heran. Ein bis zwei Tage vor Ende der äußeren Brunstsymptome findet der Eisprung (Ovulation) statt. Der Gelbkörper entsteht aus dem gesprungenen Follikel. Er produziert das Trächtigkeitshormon (Progesteron), welches die Entwicklung der Rosse bis zur Rückbildung des Gelbkörpers unterdrückt. Abbildung 1 : Hormonelle Regulation der zyklischen Aktivität der Stute mit Ansatzpunkten für die Unterdrückung unerwünschten Sexualverhaltens. Abbildung 2: Der Eierstockszyklus der Stute. Während des Zyklusintervalls von ca. 21 Tagen finden zwei Follikelanbildungswellen statt. Abbildung 3: Gelbkörper auf dem Eierstock einer Stute. Der Gelbkörper bildet Progesteron (Trächtigkeitshormon), das die Symptome einer Verhaltensrosse unterdrückt. gynäkologische Untersuchung nur die Interpretation des Verhaltens zur Rosseansprache genutzt werden kann. In solchen Fällen ist es hilfreich, die äußeren Rossesymptome im Rahmen einer gynäkologischen Untersuchung durch die Rosseanzeichen an den Genitalorganen (Follikel auf dem Eierstock, Radspeichenphänomen an der Gebärmutter, offener Gebärmutterhals) bestätigen zu lassen. Sind die Zyklusphasen nicht klar diagnostizierbar, sollten Hormonuntersuchungen (Östradiol-17β, Progesteron, Testosteron) durchgeführt werden. Gelegentlich wird auch Hengstverhalten bei Stuten mit Rosseanzeichen verwechselt. Zeigt eine Stute Hengstverhalten, muss ein Eierstocktumor mithilfe von Ultraschalluntersuchungen der Eierstöcke und Hormonanalysen ausgeschlossen werden. Trächtigkeitshormon verabreichen Eine sichere Option zum Unterdrücken der Rosse ist es, Substanzen zu verabreichen, die analog zum Trächtigkeitshormon Progesteron wirken. Sie gaukeln der Stute hormonell eine vorhandene Trächtigkeit vor, was durch ein negatives Feedback auf die übergeordneten Regulationszentren der Zyklussteuerung im Gehirn, Hypothalamus und Hirnanhangsdrüse, erreicht wird (Abb. 1 und 2). In dieser Kategorie steht in Deutschland der für Pferde zugelassene Wirkstoff Altrenogest zur Verfügung. Es handelt sich hierbei um eine ölige Lösung, die täglich oral verabreicht wird. Mithilfe dieses Wirkstoffes kann die Rosse ohne Risiken für die weitere Fruchtbarkeit über einen längeren Zeitraum unterdrückt werden. Die Dauermedikation ist jedoch aus Kostengründen oftmals keine befriedigende Option. Außerdem kann das Hormon Progesteron einen negativen Einfluss auf die Abwehrkräfte in der Gebärmutter haben und im Zusammenspiel mit anderen Faktoren, insbesondere bei Stuten mit entsprechenden Vorerkrankungen, Infektionen und Entzündungen des Geschlechtstraktes begünstigen. Als Alternative zur kontinuierlichen Verabreichung kann eine kurzzeitige Behandlung drei bis vier Tage vor dem Wettkampf begonnen werden, um unerwünschte Effekte der Rosse während des Turniers zu verhindern. Wer Altrenogest verabreicht, sollte Handschuhe tragen, da das Arzneimittel über die Haut aufgenommen werden kann. Schwangere sollten jeglichen Kontakt vermeiden. Zu beachten bleibt, ob die Turnierteilnahme unter dem hormonellen Einfluss von Altrenogest nach Reglement der zuständigen Pferdesportvereinigung erlaubt ist. Sowohl die Anti-Doping- und Medikamentenkontroll-Regeln der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) als auch das Regelwerk der Fédération Equestre Internationale (FEI) erlauben den Turnierstart von Stuten unter dem Einfluss von Altrenogest (zum Redaktionsschluss dieses Artikels). Die FEI fordert die Meldung der Medikation vor dem Start mit einem eigens dafür vorgesehenen Formular in den Veterinary Regulations. Dem Gelbkörper eine Trächtigkeit vortäuschen Eine Trächtigkeit vorzutäuschen ist eine weitere Möglichkeit, die Stute unter einem ähnlichen Einfluss wie während der Trächtigkeit zu halten. So kann die körpereigene Progesteronproduktion durch den Gelbkörper (Abb. 3) aufrechterhalten werden. Wird eine Stute trächtig, sendet der Embryo ein bisher noch nicht bekanntes Signal aus, das die Rückbildung des Gelbkörpers verhindert. Um die Rosse reversibel zu unterdrücken, können eine bis drei Glas- oder Plastikmurmeln in die Gebärmutter eingesetzt werden. Warum genau sich die Zwischenrossephase bei dieser Methode verlängert, ist noch nicht schlüssig aufgeklärt. Es wird vermutet, dass pferdefokus – 5. Jahrgang, Nr. 7 43 Zucht Abbildung 4: Im Wettkampf ist der Einsatz von Altrenogest bei Hengsten nach FNund FEI-Reglement verboten. Foto: Gabriele Arndt/fotolia.de die Kugeln entweder ein Stadium einer Scheinträchtigkeit hervorrufen oder aber eine entzündliche Reaktion verursachen. In etwa 40 (bis zu 75) Prozent der Fälle soll das Einsetzen der Murmeln zu einer verlängerten Gelbkörperfunktion mit Progesteronproduktion für 60–90 Tage führen. Weil es jedoch auch Untersuchungen gibt, in denen kein Effekt auf das Rosseverhalten feststellbar war, zählt das Einsetzen der Kugeln zu den weniger sicheren Methoden. In der Regel wird innerhalb von 24 Stunden nach dem Eisprung eine 35 mm große sterilisierte Glaskugel in den Gebärmutterkörper eingesetzt. Auch mit wassergefüllten Plastikkugeln konnte ein ähnlicher Effekt erzielt werden. Das Einlegen zwischen Tag 2 und 4 nach dem Eisprung resultierte laut einer 2008 in der Zeitschrift Animal Reproduction Science veröffentlichten Studie bei 75 Prozent der Stuten in einer verlängerten Zwischenrossephase von durchschnittlich 57 Tagen. Die Behandlung hat in der Regel keine nachteiligen Effekte auf die Gebärmutter. Es sollte jedoch vorher ausgeschlossen werden, dass die Gebärmutterschleimhaut entzündlich verändert ist, da es bei dem Eingriff ein gewisses Risiko einer bakteriellen Kontamination der Gebärmutter gibt. Die verlängerte Zwischenrossephase tritt gelegentlich erst verzögert ein, sodass durchaus noch ein bis zwei weitere Rossen stattfinden können. Ansonsten liegt das größte Risiko dieser Methode darin, dass die Rossesymptome eventuell nicht erfolgreich durch die Therapie unterdrückt werden. Die Dauer der Rosseunterdrückung ist ebenfalls nicht kalkulierbar: Neben individuell unterschiedlichen Reaktionen auf das Einsetzen kann es unbemerkt zum vorzeitigen Verlust der Murmeln kommen. Entnommen werden die Murmeln in der Rosse, da hierzu der Gebärmutterhals optimal geöffnet sein sollte. Dieser ist jedoch in der Regel nicht für die Hand passierbar, sodass die Kugeln vom Darm aus (transrektal) in der Gebärmutter in Richtung Gebärmutterhals und Scheide massiert werden. Wird eine Kugel nicht entnommen, könnte sie für Jahre in der Gebärmutter liegen bleiben. Im Falle eines Verkaufs der Stute weiß der neue Besitzer eventuell nichts von der Murmel. Dies sollte bedacht werden, wenn eine Stute unfruchtbar ist und die Ursachen abgeklärt werden. Auch kann das Zerbrechen der Glasmurmeln ein gesundheitliches Risiko für die Stute darstellen. Einen ähnlichen Effekt wie die Applikation von Kugeln haben auch minimale Mengen (1 ml) pflanzlicher Öle wie Kokosnuss- und Erdnussöl, die in die Gebärmutter eingelegt werden. Dieser Effekt 44 pferdefokus – 5. Jahrgang, Nr. 7 wurde erst 2010 im Rahmen einer von Wilsher und Allen im Equine Veterinary Journal veröffentlichten Studie über die Rolle von Östrogenen bei der Erkennung der Frühträchtigkeit festgestellt. Im Rahmen dieser Studie wurde ein Teil der untersuchten Stuten mit in Kokosnussöl aufgelösten Östrogenen behandelt. Zur Kontrolle wurde eine zweite Gruppe nur mit Kokosnuss- und Erdnussöl behandelt. Dabei wurde festgestellt, dass die beiden Öle auch ohne Zusatz des Hormons zu einer verzögerten Rückbildung des Gelbkörpers führen. Es wird spekuliert, dass die Fettsäuren dieser pflanzlichen Öle Einfluss auf die Prostaglandinproduktion nehmen. Der Erfolg dieser Behandlung hängt stark vom Anwendungszeitpunkt ab. Erfolgsraten von über 90 Prozent wurden am zehnten Tag nach dem Eisprung erreicht. Wichtig ist hierbei, dass der Zeitpunkt des Eisprungs genau bestimmt wird, da die Erfolgsraten schon bei der geringen zeitlichen Abweichung von zwei Tagen früher oder später deutlich sinken. Pflanzenöl in die Gebärmutter zu verabreichen, erscheint somit als vielversprechende Möglichkeit zur Rosseverschiebung. Vorteile gegenüber dem Einsetzen von Murmeln in die Gebärmutter scheinen bessere Erfolgsraten und das Wegfallen der Entnahme der Kugeln zu sein. Ein Nachteil ist allerdings, dass der genaue Zeitpunkt des Eisprungs festgestellt werden muss. Dies erfordert wiederholte Follikelkontrollen und verursacht somit zusätzliche Kosten. Des Weiteren wurde der Einsatz dieser Methode unter Praxisbedingungen noch nicht untersucht. Eine hormonelle Möglichkeit zur Hemmung der Gelbkörperrückbildung ist auch die Applikation von Oxytocin, einem Hormon aus der Hirnanhangsdrüse, das an der Freisetzung von Prostaglandin F2α aus der Gebärmutterschleimhaut beteiligt ist (Abb. 1). Mit einer Injektion von 60 IE Oxytocin einmal täglich zwischen Tag 7 bis 14 nach dem Eisprung zeigten 63 Prozent der Stuten in aktuell veröffentlichten Untersuchungen von Vanderwall und Kollegen (2012) eine verlängerte Gelbkörperphase von mindestens 50 Tagen. Die zweimal tägliche Verabreichung erbrachte nur geringfügig bessere Erfolgsraten (71 Prozent) . Diese Methode ist somit zwar nicht ganz so zuverlässig wie die Applikation von Pflanzenöl, allerdings scheint sie vielversprechender als das Einsetzen von Murmeln in die Gebärmutter. Ein Vorteil ist, dass die Wirkung der Oxytocin-Behandlung jederzeit unterbrochen werden kann, indem der Stute ein analog dem Prostaglandin F2α wirkendes Medikament verabreicht wird. Zickig oder zackig Bevorstehender Turnierstart und jetzt die Rosse? Da gibt es Hilfe! Dopingfreie Rosseunterdrückung innerhalb von 1 bis 3 Tagen mit dem Gestagen-Präparat von MSD Tiergesundheit. Es ist ausgezeichnet verträglich, oral zu verabreichen und optimiert die Fruchtbarkeit am Ende der Intervention. Fragen Sie Ihre Tierärztin / Ihren Tierarzt nach dem Gestagen von MSD Tiergesundheit Intervet Deutschland GmbH – ein Unternehmen der MSD Tiergesundheit www.msd-tiergesundheit.de Zucht Gegen das zentrale, rossesteuernde Hormon impfen Gonadotropin-Releasing Hormon (GnRH), freigesetzt aus dem Gehirn, ist das zentrale Element, das die Entwicklung der Rossesymptome steuert. Die Impfung gegen GnRH, die sogenannte immunologische Kastration, ist eine elegante Lösung, um die zyklische Aktivität zu unterdrücken. Die Injektion des Impfstoffes stimuliert das Immunsystem, Antikörper gegen das Hormon zu produzieren, und hat zur Folge, dass das im Blut zirkulierende körpereigene GnRH von den Antiköpern ausgeschaltet wird. Dies stoppt die gesamte hormonelle Regulation des Sexualzyklus an oberster, zentraler Stelle (Abb. 1). Für die Kontrolle des Rosseverhaltens bei Stuten, für die kein späterer Zuchteinsatz geplant ist, gibt es allerdings lediglich in Australien einen zugelassenen Impfstoff. Nach zwei Impfungen im Abstand von vier Wochen zur Grund immunisierung sollte innerhalb von weiteren zwei Wochen eine Aktivität der Eierstöcke erreicht werden, die der zyklisch inaktiven Phase im Winter entspricht. Die zyklische Pause variiert in verschiedenen Untersuchungen zwischen 23 und 70 Wochen und zeigt, insbesondere bei älteren Stuten, starke individuelle Variationen. Soll die Rosse langfristig unterdrückt werden, muss die Impfung regelmäßig wiederholt werden. Insgesamt sind die Effekte auf das Rosseverhalten sehr zufriedenstellend, nur gelegentlich zeigen die Stuten trotz Impfung und ovarieller Ruhephase noch Rosseverhalten. In den meisten Fällen ist der Effekt der Impfung reversibel und die Stuten können innerhalb von ein bis zwei Jahren nach der Impfung wieder trächtig werden. Vereinzelt kann die Zyklusruhe jedoch schon nach der Grundimmunisierung für mehr als zwei Jahre anhalten. Der australische Impfstoff ist nur für Stuten zugelassen, die nicht zur Zucht genutzt werden sollen, da eine irreversible Unterdrückung der zyklischen Aktivität nicht ausgeschlossen werden kann, insbesondere wenn die Impfung häufig wiederholt wird. Es bleibt somit sorgfältig abzuwägen, ob die Stute nach dem Ende ihrer Sportkarriere als Zuchtstute genutzt werden soll. Eine vorangegangene Impfung gegen GnRH ist in Ländern, in denen diese zur Verfügung steht, eine mögliche Ursache für eine mangelhafte zyklische Aktivität von Stuten nach einer Sportkarriere. Erhöhte Antikörpertiter im Blut der Stute könnten hierfür einen zusätzlichen Hinweis geben. Hormonelle Alternativen zur Impfung Stoffe, die analog zu GnRH wirken, können die Hirnanhangsdrüse gegenüber der GnRH-Wirkung desensibilisieren, wenn sie in hoher Dosierung über einen längeren Zeitraum verabreicht werden. Damit hemmen sie die Bildung und Freisetzung des Follikel stimulierenden Hormons (FSH) und des Eisprung auslösenden Hormons (luteinisierendes Hormon, LH). 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Damit ist allerdings sowohl die Erfolgsrate niedriger als auch die Zyklusruhe kürzer als bei anderen Methoden zur reversiblen Rosseunterdrückung. Die Rosse durch Kastration permanent unterdrücken Eine nicht wieder rückgängig zu machende Lösung zur Unterdrückung des Rosseverhaltens ist die operative Entnahme der Eierstöcke (Ovariektomie). Danach gibt es selbstverständlich keinerlei Möglichkeit, die Stute nach dem Ende ihrer aktiven Sportkarriere züchterisch zu nutzen. Bei den klassischen chirurgischen Zugängen in Rückenlage über einen Bauchschnitt oder über das Scheidendach traten immer wieder schwerwiegende Komplikationen wie Blutungen, Wundinfektionen, Bauchfellentzündungen und Koliken auf. Heutzutage gibt es zum Entfernen der Eierstöcke in manchen Kliniken jedoch schonende minimalinvasive Operationsverfahren. In einer in der Zeitschrift Veterinary Surgery veröffentlichten Studie wurden 157 Fälle rückblickend ausgewertet: Die Komplikationsrate für dieses Verfahren lag bei nur noch 10,8 Prozent im Vergleich zu 25 Prozent bei den konventionellen Operationsverfahren. Zu tödlichen Zwischenfällen kam es nicht. Nicht in allen Fällen tritt durch die Kastration der gewünschte Effekt auf das Verhalten ein. 35 Prozent der Stuten nach Ovariektomie änderten ihr Verhalten nicht in gewünschter Weise, so eine rückblickende Auswertung der Verhaltensänderungen in 23 Fällen, die 1993 im Journal of the American Veterinary Medical Association veröffentlicht wurde. Die Stute scheint sehr empfindlich auf geringe Mengen männlicher Sexualhormone (Androgene) zu reagieren, die ständig von der Nebennierenrinde produziert werden. Dies kann den erwünschten Erfolg der Kastration verhindern. Diese Hormonproduktion der Nebennierenrinde ließe sich durch Cortison (Dexamethason) unterdrücken, doch dies würde bei einem Turnierstart als Doping gelten. Eine Option für Turnierpferde wäre in diesem Fall das zusätzliche Verabreichen von Altrenogest, das analog zu Progesteron wirkt. Dies unterdrückt in der Regel sowohl bei unkastrierten als auch bei kastrierten Stuten erfolgreich die Rosse. Hengstverhalten temporär regulieren Das Hengstverhalten erschwert den Umgang mit den Tieren nicht nur für den Menschen, sondern schränkt auch die Haltung mit Artgenossen ein. Daher werden Hengste, die nicht für eine züchterische Nutzung vorgesehen sind, in der Regel chirurgisch kastriert. Diese Operation ist anders als die Kastration der Stute ein Routineeingriff, die überwiegende Zahl der männlichen Pferde sind Wallache. Dennoch gibt es immer wieder Fälle, in denen Alternativen zur chirurgischen Kastration gesucht werden, sei es, weil die Fruchtbarkeit des Hengstes erhalten bleiben soll oder weil der chirurgische Eingriff mit zu großen Risiken verbunden wäre, beispielsweise aufgrund eines erhöhten Narkoserisikos im fortgeschrittenen Alter. Die Therapieansätze sind dabei ähnlich wie bei der Stute, da die übergeordneten regulativen Zentren bei männlichen und weiblichen Individuen analog zueinander die Ausschüttung der Geschlechtshor- mone regulieren (Abb. 1). Auch bei Hengsten zeigt Altrenogest einen positiven Einfluss auf unerwünschte sexuelle und aggressive Verhaltensmuster. Es soll das zentrale Nervensystem beeinflussen und daher zusätzlich beruhigend auf die Tiere wirken, was den erfolgreichen Einsatz gegen aggressives Verhalten beim Wallach erklären könnte. Allerdings ist der Wirkstoff in Deutschland nicht für den Einsatz beim männlichen Tier zugelassen und die Dauermedikation wäre ohnehin ein sehr kostspieliges Unterfangen. Unbedingt zu beachten bleibt, dass der Einsatz von Altrenogest bei Hengsten im Wettkampf sowohl nach FN- als auch FEI-Reglement verboten ist. Somit ist auch die kurzfristige Therapie für den Turniereinsatz keine Option. Auch die immunologische Kastration wurde im Rahmen von diversen Studien am Hengst getestet. Eine dreimalige Impfung mit dem gleichen Impfstoff gegen GnRH, der in Australien zur Behandlung von Stuten zugelassen ist, in Abständen von vier und acht Wochen unterdrückte die Testosteron-Ausschüttung und reduzierte in der Folge das sexuelle Verhalten für mindestens sechs Monate bei vier von fünf behandelten Hengsten, so die Ergebnisse einer 2009 in der Zeitschrift Animal Reproduction Science veröffentlichten Studie. Eine verlässliche Unfruchtbarkeit wird durch die Impfung jedoch nicht erreicht. Auch wenn die Hengste in der Regel nach der Impfung wieder zu ihrer früheren Fruchtbarkeitsleistung zurückkehren, gibt es – wie bei der Stute – Fälle, in denen die Wirkung über den gewünschten Zeitraum hinaus anhält. Zusammenfassend bleibt die chirurgische Kastration beim Hengst sicher die Methode der Wahl, um dauerhaft Problemen mit Artgenossen vorzubeugen, eine artgerechte Haltung zu ermöglichen und das tägliche Handling und Training zu erleichtern. Das individuell richtige Verfahren finden Es steht somit eine Reihe von Möglichkeiten zur Verfügung, um geschlechtsspezifische Verhaltensprobleme bei Stute und Hengst zu beeinflussen. Keine davon garantiert jedoch einen Erfolg und ist in jedem Fall geeignet. Die Entscheidung, welche Methode im Einzelfall die richtige ist, sollte gemeinsam von Besitzer und Tierarzt entschieden werden, nachdem die Symptome gründlich abgeklärt und das Pferd klinisch, gynäkologisch oder andrologisch untersucht wurde. Bei der Entscheidung für eine der aufgeführten Methoden müssen insbesondere die arzneimittelrechtlichen Vorschriften sowie bei Turnierpferden die Anti-Doping-Regularien der entsprechenden Pferdesportvereinigungen beachtet werden. Hat die gewählte Methode nicht den gewünschten Effekt, kann dies auch daran liegen, dass die Tiere ihre ursprünglich noch hormonell verursachten Symptome in ihr Verhaltensrepertoire übernommen haben. In diesen Fällen muss auch erzieherisch eingegriffen werden, damit antrainierte Verhaltensmuster wieder abgelegt werden. W Literatur bei der Autorin. Über die Autorin Dr. med. vet. Jasmin Walter ist Oberärztin in der Klinik für Reproduktionsmedizin der Vetsuisse-Fakultät Universität Zürich. Sie ist Fachtierärztin für Reproduktionsmedizin und Diplomate des European College of Animal Reproduction (ECAR). pferdefokus – 5. Jahrgang, Nr. 7 47 Ausbildung/Sport Abbildung 1: Satteldruckmessmatte zwischen Sattel und Pferderücken. Reiterin mit Datenloggersystem. Passt, wackelt und hat Luft Satteldruckmessung zur objektiven Überprüfung des Systems Reiter-Sattel-Pferd Katja Geser-von Peinen W Schwache Leistung, Rittigkeitsprobleme oder Rückenbeschwerden: Die Ursache ist nicht selten ein schlecht passender Sattel. Die Pass- form von Sätteln und ihren Unterlagen wird noch immer vorwiegend subjektiv am stehenden Pferd beurteilt. Durch eine Satteldruckmessung kann die Druckverteilung in der Bewegung dargestellt und objektiv beurteilt werden. So lassen sich die Abläufe unter dem Sattel besser verstehen und Probleme aufzeigen. Die Ergebnisse aus der Wissenschaft können dabei helfen, für jedes Pferd-Reiter-Paar einen individuell passenden Sattel zu finden. Vor knapp zwei Jahrzehnten leistete die Tierärztin Joyce Harman Pionierarbeit zur Satteldruckmessung. Als eine der Ersten verwies sie auf den Missstand einer schlechten Sattelpassform und deren Auswirkung auf die Rückengesundheit der Pferde. Sie war es auch, die Sättel sehr passend mit Turnschuhen verglich. Bei diesem Beispiel wird schnell klar, dass Anpreisungen wie „dieser Sattel passt allen Pferden“ so wenig wahr sein können wie die Behauptung, dass es einen Schuh gibt, der an alle Füße passt. Um bestehende Aussagen über Sättel und Zubehör objektiv zu überprüfen, führte Harman erstmals Untersuchungen mithilfe einer elektronischen Druckmessmatte unter dem Sattel durch. Der Druck unter dem Sattel Zurzeit sind verschiedene Systeme zur Druckmessung erhältlich, die grundsätzlich ähnlich funktionieren. Der größte Unterschied zwischen den Systemen sind die Art und Größe der Drucksensoren. An der Pferdeklinik in Zürich wird seit 2002 mit dem System Pliance X 48 pferdefokus – 5. Jahrgang, Nr. 7 der Firma Novel GmbH aus München gearbeitet. Das System besteht aus einer drucksensitiven Matte mit 256 druckempfindlichen Sensoren, die mit einem batteriebetriebenen Datenlogger verbunden sind (Abb. 1). Dieser zeichnet die Messdaten auf und sendet sie gleichzeitig via Bluetooth auf einen Laptop. Die Daten können somit bereits während der Messung beurteilt werden. Bei Patienten, die aufgrund von Leistungsschwäche, Rittigkeitsproblemen oder Rückenbeschwerden an der Pferdeklinik in Zürich vorgestellt werden, erfolgt eine ausführliche orthopädische Untersuchung mit Schwerpunkt auf Hals und Rücken. Auch der Sattel wird untersucht, die Sattelpassform auf dem Rücken des möglichst gerade stehenden Pferdes kontrolliert und schließlich der Druck unter dem Sattel elektronisch gemessen. Dabei wird das Pferd auf beiden Händen in allen Gangarten geritten. Besonders wichtig ist die Messung im Leichttraben. Durch das Aufstehen im Bügel konzentriert sich das Reitergewicht im vorderen Drittel der Sattellage. Ist die Passform im Bereich des Widerristes mangelhaft, wird dies in dieser Gangart und Reitweise am besten sichtbar. Während der Messung sollte der Reiter sowohl hinsichtlich seiner Bewegungssymmetrie und Haltung von A B Abbildung 2: Die Druckverteilung auf dem Pferderücken bei Messungen mit zwei gleich schweren Reiterinnen mit demselben Pferd und Sattel. A: Erfahrene Reiterin mit ruhigem, geschmeidigem Sitz. B: Reiterin mit unruhigem Sitz. Rechts jeweils die Skala mit den dazugehörigen Druchwerten. Der Widerrist liegt in allen Abbildungen oben. A B Abbildung 3: Repräsentatives Druckverteilungsmuster im Moment der maximalen Vorführung des rechten Vorderbeins (A), dargestellt als dreidimensionale Grafik (B). Becken und Schultergürtel als auch seiner Einwirkung auf das Pferd beurteilt werden. Eine Messung der Sattelpassform ist nur dann aussagekräftig, wenn das Pferd locker, gleichmäßig und in korrekter Haltung geht sowie der Reiter ruhig und losgelassen sitzen kann. Stolpert ein Pferd oder buckelt es, steigt der Druck auch unter einem passenden Sattel entsprechend an: Die Sattelpassform kann so nicht beurteilt werden. Gleiche Druckmuster können verschiedene Ursachen haben. So ist zu einer korrekten Interpretation der Messresultate gleichermaßen Wissen über Sattel, Reitlehre und Biomechanik von Pferd und Reiter nötig. Pferd und Reiter beeinflussen den Druck Die Gesamtkraft unter dem Sattel steigt mit der Geschwindigkeit und der Dynamik der Gangart an. Im Schritt entspricht sie ungefähr dem Körpergewicht des Reiters. Im Galopp konnten lokale Kraftspitzen gemessen werden, die beinahe das 2,5-fache des Körpergewichtes betrugen. Das Körpergewicht, aber mehr noch der Sitz des Reiters beeinflussen direkt die Druckhöhe und -verteilung unter dem Sattel (Abb. 2). Mithilfe synchronisierter Messungen von Satteldruck, Auffußungskräften des Pferdes sowie der Bewegung von Pferd und Reiter wurde erstmals die mechanische Interaktion zwischen Pferd und Reiter untersucht: Im Schritt wird das Druckverteilungsmuster während eines Schrittzyklus hauptsächlich von der Bewegung des Pferdes beeinflusst. Im Trab bestimmt die vertikale Dynamik des Reiters die Druckoszillationen. Alle Untersuchungen wurden auf weichem Untergrund durchgeführt. Inwieweit die Bodenbeschaffenheit eine Rolle spielt, wurde bisher nicht untersucht. Von diesem Wissen kann auch abgeleitet werden, wie sich Druckstellen an verschiedenen Lokalisationen unter dem Sattel auf das Gangmuster des Pferdes auswirken. Beispielsweise wurde festgestellt, dass der Druck im Widerristbereich abwechselnd links und rechts ansteigt, weil die Muskulatur, die für die Vorderbeinbewegung verantwortlich ist, im Moment der Vorführphase des jeweiligen Vorderbeins angespannt wird (Abb. 3). Drückt ein Sattel in diesem Bereich, wirkt sich das negativ auf die Vorhandmotorik aus. Das Pferd versucht den unangenehmen Druck zu minimieren und verkürzt die Vorführphase der Vorderbeine. Es kann zu einem kurzen Gang oder Stolpern kommen. Wie viel Druck ist zu viel? Die zentrale Frage ist nach wie vor, wie viel Druck der Pferderücken erträgt, ohne Schaden zu nehmen. Doch die Frage nach einem oberen Grenzwert kann bis heute nicht abschließend beantwortet werden. In den durchgeführten Studien wurden einerseits verschiedene Pferdetypen, andererseits Pferde mit unterschiedlich ausgeprägten und lokalisierten Rückenbeschwerden untersucht. Probleme ähnlicher Ausprägung können zudem verschiedene Ursachen haben. Schließlich reagieren nicht alle Pferde gleich empfindlich auf hohe Druckbelastung oder eine ungünstige Verteilung der Kräfte. Erfahrungsgemäß weisen vor allem Vollblutpferde oder Pferde mit hohem Vollblutanteil im Allgemeinen eine tiefere Drucktoleranz auf. pferdefokus – 5. Jahrgang, Nr. 7 49 Ausbildung/Sport B A Abbildung 4: Trockene Stelle in der Sattellage nach der Arbeit (A) und zugehörige Messung des Drucks unter dem Sattel im Trab (B). Islandpferde hingegen werden an der Pferdeklinik in Zürich selten wegen Sattelproblemen vorgestellt, obwohl sie häufig von im Verhältnis zu ihrem Stockmaß großen und schweren Reitern geritten werden. Durch eine umfangreiche Untersuchung von zwölf gesunden Islandpferden konnte gezeigt werden, dass die maximale Druckbelastung aufgrund der geringeren Oszillation im Trab und noch ausgeprägter im Tölt deutlich geringer ist als bei Warmblutpferden. Dennoch sind durchaus Mängel in der Sattelpassform zu finden, wie eine Sattelkontrolle bei einer Gruppe Isländer zeigte, die an internationalen Turnieren teilnehmen und dementsprechend als gesund galten. Nachdem die Sattelpassform optimiert wurde, verbesserte sich die Druckverteilung deutlich. In einigen Fällen war für die Reiter sofort ein deutlicher Unterschied in der Rittigkeit der Pferde festzustellen. Druckschäden sind nicht nur direkt von der einwirkenden Kraft abhängig, sondern auch von der Dauer der Belastung. So hat die Passform speziell bei Sätteln von Distanzpferden, die mehrere Stunden geritten werden, einen sehr hohen Stellenwert. Anders als bei einem Sattel, der nur wenig auf einem Pferd gebraucht wird, werden hier auch kleinste Fehler nicht verziehen. Der Zusammenhang zwischen Druckhöhe und Rückenschmerzen wurde bisher in drei Studien untersucht. Wiederholte Druckwerte über 34–36 kPa konnten einheitlich mit Rückenschmerzen in Verbindung gebracht werden. Analog zu unseren Erfahrungswerten zeigt eine Studie von Joyce Harman, dass der Druck passender Sättel bei 25 kPa und tiefer liegt. Am Widerrist passen viele Sättel schlecht Die kritischste Stelle für die Passfom eines Sattels ist der Widerrist. An der Pferdeklinik in Zürich werden die Sättel aller Pferde untersucht, die mit einem Rücken-, Rittigkeits- oder Trainingsproblem vorgestellt werden. Bei über 70 Prozent dieser Pferde passte der Sattel am Widerrist nicht optimal. Um genau für diesen Bereich Grenzwerte festzulegen, wurden in Zürich die Daten von Patienten der letzten sechs Jahre rückblickend 50 pferdefokus – 5. Jahrgang, Nr. 7 untersucht und in dieser retrospektiven Studie spezifisch die unter dem Kopfeisen gelegene Widerristregion betrachtet. Die Pferde wurden in drei Gruppen eingeteilt: Die erste Gruppe umfasste Patienten mit einer Druckstelle auf der Haut. Die betroffene Region war geschwollen und hochgradig schmerzhaft. Die Pferde in der zweiten Gruppe wiesen an derselben Stelle nach dem Reiten trockene Bereiche auf, während die übrige Sattellage nass geschwitzt war (Abb. 4). Als Referenzgruppe diente eine Gruppe von gesunden Pferden mit passenden Sätteln. Die mittleren und maximalen Druckwerte unterschieden sich in allen drei Gangarten deutlich (statistisch signifikant) voneinander. Je höher der Druck, desto ausgeprägter waren die klinischen Symptome von Druckempfindlichkeit über trockene Hautstellen bis hin zum Satteldruck. Sättel, die im Schritt bereits lokale Druckspitzen über 38,9 kPa oder einen durchschnittlichen Druck über 24 kPa aufwiesen, führten zu einem Satteldruck. Druck setzt sich aus Krafteinwirkung und Zeit zusammen. Es spielt also eine Rolle, wie lange ein Pferd geritten wird. Alle Pferde, die in dieser Studie untersucht wurden, wer- Trockene Hautstellen durch zu hohen Druck Aus der Dekubitusforschung in der Humanmedizin ist bekannt, dass zu hoher Druck durch Kompression der Kapillaren zu einer lokalen Mangeldurchblutung (Ischämie) führt. Die Folge ist das schmerzhafte Absterben des Gewebes (Nekrose). Wird das dichte Netz an Kapillaren verschlossen, das die Schweißdrüsen umgibt, kann kein Schweiß mehr produziert werden. Bei Pferden sind die trockenen Stellen aufgrund der Behaarung deutlich sichtbar. Analog zu den Erkenntnissen der Humanmedizin sind diese Stellen auch bei Pferden sehr schmerzhaft. ohne Sattelunterlage Gelpad Memoryschaum Pad Schafsfell Abbildung 5: Vergleich der verschiedenen Sattelunterlagen am Beispiel eines Pferdes im Linksgalopp. Die Asymmetrische Druckverteilung am Widerrist ist bedingt durch die Asymmetrie der Gangart. Im Linksgalopp wird die linke Gliedmaße immer weiter vorgeführt als die rechte, daraus resultiert dieses Druckmuster. Grafik: Matthias Haab, Universität Zürich den zwischen einer und zwei Stunden pro Tag geritten. Wie schon erwähnt, muss im Distanzsport also wahrscheinlich von tieferen Grenzwerten ausgegangen werden. Bei einer Beratung zum Sattelkauf kann so dem Kunden von Sätteln abgeraten werden, die diesen Grenzwert überschreiten. Das schützt das Pferd und bewahrt den Besitzer vor einem Fehlkauf. Bei schlechter Passform hilft keine Sattelunterlage Ebenso vielfältig wie das Angebot an verschiedenen Sätteln ist die Auswahl der Unterlagen. Schon Joyce Harman untersuchte daher in ihrer ersten Arbeit den Einfluss verschiedener Sattelunterlagen, die auf dem Markt als „Lösung aller Probleme“ angepriesen wurden. Wobei sich herausstellte, dass mehr als die Hälfte der Unterlagen die Druckverhältnisse unter dem Sattel verschlechterten. Auch heute kennen wir Anpreisungen, die viel versprechen: „Antislip Pad, damit rutscht ihr Sattel nicht mehr“ oder für Gelpads: „Verteilt den Druck des Reitergewichts auf eine größere Fläche und schont so die Rückenmuskulatur vor Verspannungen“. Zu Memoryschaum Pads heißt es „Gleichmäßige Unterpolsterung durch Memoryschaum.“ Doch ein korrekt angepasster Sattel rutscht nicht und braucht kein Antislip Pad. Memoryschaum verändert sich sehr träge und scheint nicht die richtige Wahl, um schnelle Druckveränderungen auszugleichen, wie sie beispielsweise am Widerrist durch die Muskelkontraktionen bei der Vorderbeinbewegung entstehen. In einer Studie mit zehn Pferden, jeweils demselben Reiter und verschiedenen, häufig eingesetzten Sattelunterlagen – Keilkissen, einem Gelpad und einem Lammfell – wurde deutlich, dass keine Unterlage in der Lage war, den Druck eines nicht passenden Sattels ausreichend abzusenken oder gar auszugleichen (Abb. 5). Bei den Gelpads stieg der Druck vor allem im Trab und Galopp im Bereich des Widerristes sogar dramatisch an. Das ist nachvollziehbar, denn das Gel ist zu träge, um die schnellen Vorhandbewegungen, respek- tive Muskelan- und -entspannung zuzulassen. Es verhält sich ähnlich wie Wasser: Taucht die Hand langsam ein, fühlt sich das Wasser „weich“ an. Klatscht die Hand jedoch mit einer gewissen Geschwindigkeit auf die Wasseroberfläche, wird ein Widerstand spürbar – eine Bauchlandung kann beim Sprung vom Dreimeterbrett sehr schmerzhaft sein. An der Universität in Wien wurden ebenfalls verschiedene Unterlagen untersucht. Hier schnitt das Rentierfell am besten ab – dessen Gebrauch ist hierzulande jedoch nicht sehr weit verbreitet. Es werden eher Reh- und noch häufiger Lammfelle verwendet, die ebenfalls einen deutlich drucksenkenden Effekt haben. Bei der Verwendung von dicken Unterlagen muss allerdings zwingend sichergestellt werden, dass genügend Platz unter dem Sattel vorhanden ist. Ansonsten ist der Effekt ähnlich wie bei einem Fuß in dicker Wollsocke, der in einen eleganten Lederschuh schlüpft, um nochmals Joyce Harman zu zitieren. Weiterbildung zum DIPO-Pferdeosteotherapeuten Dülmen, Start Kurs A: 14./15. Sept.2013 Dülmen, Start Kurs B: 28./29. Sept.2013 Bopfingen, Start 21./22. Sept.2013 Weiterbildung zum DIPO- zertifizierten Sattelexperten Dülmen, Start 19./20. Okt. 2013 NRW . BW . Berlin Weiterbildung zum DIPO-Pferdephysiotherapeuten D - 48 249 Dülmen Hof Thier zum Berge Tel.: +49 (0) 2594 78227-0 Fax: +49 (0) 2594 78227-27 [email protected] Laufend neue Kurse in Dülmen, Bopfingen und Berlin www.osteopathiezentrum.de pferdefokus – 5. Jahrgang, Nr. 7 51 Ausbildung/Sport A A B B Abbildung 7: Satteldruckmessung eines Reiters mit steifem rechten Sprunggelenk auf der linken (A) und rechten (B) Hand. Beim Leichttraben entsteht in der Phase des Aufstehens auf der rechten Hand ein hoher Druck links am Widerrist (rote Markierung), da der Sattel gegen den Widerrist gezogen wird. Abbildung 6: Satteldruckmessung einer Reiterin mit Rücken- und Hüftbeschwerden im Galopp. Auf der für sie einfacheren linken Hand (A) ist der Druck deutlich tiefer, verglichen mit der rechten Hand (B), der unbeweglicheren Seite. Hier wurde der Sattel im hinteren Teil so stark nach links gezogen, dass das innere Polster auf der Wirbelsäule zu liegen kam (rote Markierung). Ist ein Sattel also nicht zu eng, kann der Druck durch eine Lammfellschabracke nochmals deutlich abgesenkt werden. Erfahrungsgemäß fühlen sich vor allem sensible Pferde damit wohler und bewegen sich freier. Die Unterlage sollte allerdings groß genug sein. Liegen die Nähte des Lammfells unter dem tragenden Teil des Sattels, kann das zu Druckstellen führen. Bei Pferd und Reiter die schwache Seite stärken Der Reiter hat erheblichen Einfluss auf den unter dem Sattel entstehenden Druck. Ein geschmeidiger, ruhiger Sitz ist eine der wichtigsten Fähigkeiten eines guten Reiters. Kann er den Pferdebewegungen nicht folgen, wird der Rücken des Pferdes unnötig belastet (Abb. 2). Durch eine Messung können aber weit subtilere Bewegungen des Reiters erfasst werden. Jeder der regelmäßig im Sattel sitzt, weiß um seine und seines Pferdes stärkere und schwächere Seite. An der eigenen „Einseitigkeit“ und gegen die Händigkeit seines Pferdes sollte jeder Reiter arbeiten, denn nur ein auf beiden Seiten ausgeglichener Reiter kann sein Pferd korrekt gymnastizieren und fördern. Einseitige Be- und Überlastungen, welche beispielsweise zu Rückenschmerzen oder anderen orthopädischen Problemen führen können, werden so präventiv verhindert. Die eigene Einseitigkeit sowie eigene orthopädische Probleme wirken sich dagegen drastisch auf die Einwirkung des Reiters aus. Beispielsweise führten Schmerzen im Kreuz und in der Hüfte bei einer Reiterin zu einer deutlichen Bewegungseinschränkung ihrer rechten Seite. Im Galopp wird generell die höchste Anforderung an 52 pferdefokus – 5. Jahrgang, Nr. 7 die Bewegung der Hüfte gestellt. Auf der rechten Hand war es dieser Reiterin nicht möglich, die rechte Hüfte vorzuschieben. Der Sattel wurde so schief gezogen, dass er mit dem inneren Sattelpolster auf die Wirbelsäule rutschte. Ein Druck in dieser Höhe und Lokalisation wird von Pferden generell schlecht toleriert. Auf der linken Hand war der Druck vergleichsweise deutlich tiefer, da der Sattel aufgrund der beweglichen linken Hüfte nicht schief gezogen wurde (Abb. 6). Ein weiteres Beispiel ist ein Reiter mit steifem rechten Sprunggelenk. Im Alltag beeinträchtigte ihn die Problematik nicht. Es war ihm jedoch unmöglich, beim Leichttraben im Absatz zu federn, was bei der Phase des Aufstehens auf der Gegenseite am Widerrist einen hohen Druck erzeugte, da der Sattel gegen den Widerrist gezogen wurde (Abb. 7). Die Tatsache, dass er mit seinem Pferd im Distanzsport aktiv war, erschwerte die Situation deutlich. Die Asymmetrie des Reiters führte dazu, dass das Pferd nach den ersten 30 km durch die einseitig hohe Druckbelastung begann, eine Lahmheit zu zeigen, welche jeweils zum Ausschluss des Paares führte. Die Beispiele zeigen auch, dass die Beurteilung eines Pferd-ReiterPaares mit seinem Sattel immer eine sehr individuelle Angelegenheit bleibt. Die Satteldruckmessung ist eine wertvolle Hilfe, um Probleme objektiv einzuschätzen. Alleine betrachtet kann sie aber nicht die Lösung für ein Rücken-, Rittigkeits- oder Sattelproblem sein. W Über die Autorin Dr. med. vet. Katja Geser-von Peinen betreut in der Abteilung Sportmedizin der Vetsuisse Fakultät in Zürich leistungsschwache Pferde. In der Praxis wie auch in der Forschung beschäftigt sie sich mit Sätteln und Reitern sowie deren Einfluss auf die Gesundheit der Pferde. (Foto: Kathrin Hester, in: Finger in der Wunde, Wu Wei Verlag 2006, ISBN 3-930953-20-X) Pferdegerechtes Reiten Die Entwicklung des Pferdesports – ein Widerspruch zur klassischen Reitlehre? Gerd Heuschmann W Im Mittelpunkt der klassischen Reitlehre stehen die Bedürfnisse des Pferdes und seine Losgelassenheit unter dem Sattel. Nur ein korrekt ausgebildetes Pferd kann die geforderten Leistungen ohne Schaden für seine Gesundheit und ohne Risiko für Pferd und Reiter erbringen. Insbesondere junge Pferde sollten daher immer unter dem Vorzeichen des richtigen Gleichgewichts ausgebildet und bewertet werden. Anfang des letzten Jahrhunderts, am 29. Juni 1912, wurde die erste Ausgabe der Heeres Dienstvorschrift 12 (H.Dv.12) veröffentlicht, eine per Kabinettsorder von Kaiser Wilhelm II erlassene Reitvorschrift, die unser Ausbildungssystem bis heute maßgeblich beeinflusst. Die H.Dv.12 stellt erstmalig eine systematische Reitlehre vor, die die Bedürfnisse des Pferdes und dessen daraus resultierende Leistungsbereitschaft und Fähigkeit klar in den Mittelpunkt stellt. Die „Richtlinien für Reiten und Fahren“ der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), besonders die letzte Ausgabe des ersten Bandes vom Dezember 2012, entsprechen in ihren wesentlichen Kernaussagen bis heute der H.Dv.12. Die FN hat den Richtlinien Ende der 70er Jahre, quasi als Exzerpt dieser Erkenntnisse, die sogenannte „Skala der Ausbildung“ hinzugefügt, die kurz und systematisch den Ausbildungsgang in ein lineares System stellt, welches didaktisch wertvoll die zentralen Elemente hervorhebt. Wie schon in der H.Dv.12 beschrieben ist auch in den Richtlinien und der Skala der Ausbildung eine Kernforderung die Losgelassenheit des Pferdes unter dem Sattel. Ohne schwingenden Rücken keine Losgelassenheit Zur Definition des Begriffes „Losgelassenheit“ ist früher wie heute häufig zu hören oder lesen, es handele sich um die psychische und physische „Entspanntheit“ des Pferdes während der Arbeit. Diese Definition ist sicherlich nicht falsch, für die praktische Arbeit auf dem Pferderücken jedoch nicht klar und präzise genug. pferdefokus – 5. Jahrgang, Nr. 7 53 Ausbildung/Sport A B Abbildung 1: Korrekt balancierte Pferde. A: Dehnungshaltung, B: Die relative Aufrichtung ist die Aufrichtung des Kopfes und des Halses, die einhergeht mit dem zunehmend stärker werdenden Grad der Versammlung. Das Pferd richtet sich umso mehr auf, je mehr es sich im Lumbosakralgelenk beugt (Rückengänger). Die Pfeile über dem Oberhals und der Kruppe zeigen die Auswirkungen eines sich selbst tragenden Pferdes auf den Rücken. Beim Rückengänger befindet sich der Rücken im Gleichgewicht und schwingt. Die Halsposition und die frei bewegliche Hinterhand ermöglichen diesen balancierten Rücken. (Zeichnung Kaja Möbius, Buch: Finger in der Wunde, Wu Wei Verlag 2006, ISBN 3-930953-20-X) Jeder Versuch, ein Pferd auszubilden, ohne seine Losgelassenheit in den Mittelpunkt zu stellen, ist wertlos und findet mehr oder weniger auf Kosten der Gesundheit des Pferdes statt. Aus tierärztlicher Sicht ist sie daher im Grunde abzulehnen. Allerdings bedeutet die Abwesenheit von Losgelassenheit noch nicht zwangsläufig eine Reiterei unter Zwang – zum Beispiel bei den zahlreichen Anfängern und Freizeitreitern. B. h. von Holleufer beschrieb den Zustand der Losgelassenheit eines Pferdes unter dem Sattel in seinem Werk „Die Bearbeitung des Reit- und Kutschpferdes zwischen den Pilaren“ aus dem Jahr 1896 als Erster schlüssig und praxisorientiert. Er nennt den schwingenden Rücken als entscheidendes Kriterium eines losgelassenen Pferdes. Er leitet daraus die sich ergebende korrekte Anlehnung, das hergegebene Genick mit dem kauenden Maul und alle folgenden Punkte unserer heutigen Ausbildungsskala her. Ein hergegebener, schwingender Rücken als Zentrum ist das natürliche Fundament für jeden weiteren Schritt bei der Pferdeausbildung. Nur ein schwingender Rücken lässt seinen Reiter sitzen und führt zu einem hergegebenen Genick und der unverzichtbaren Durchlässigkeit als weiterem Merkmal eines gut ausgebildeten Pferdes (Abb. 1 und 2). Nur ein Pferd mit einem derartigen Fundament ist im Gleichgewicht. Jede Abwehrspannung gegen den Reiter ist aufgelöst, es ist leistungsbereit und bleibt gesund. Auch kann nur ein solches Pferd in Harmonie bis zur Spitze der Möglichkeiten ausgebildet werden ohne körperlichen Schaden zu nehmen. physischer Verspannung führen. Ein harmonisch und losgelassen gehendes Pferd kann so niemals herangebildet werden. Aus großer Rückenverspannung ergibt sich der sogenannte „Schwebetrab“ oder „passageähnliche Trab“. Gemeint ist ein falsches Schwingen mit festgehaltenem Rücken und daraus resultierendem schwebendem, passageartigem Trab. Diese Gangmechanik, die allerdings nur mit viel Erfahrung erkannt werden kann, gefährdet die Qualität der gesamten Ausbildung und gilt in der klassischen Literatur immer als Warnsignal. Die Grundlage für ein korrekt gehendes Pferd liegt im Sitz des Reiters und der Ausbildungsphilosophie, die hinter der praktischen Trainingsplanung steht. Nur ein gelassener, erfahrener, selbstbewusster, psychisch entspannter Reiter kann einen geschmeidigen, mit dem Pferderücken schwingenden Sitz entwickeln und so ein taktmäßig gehendes und losgelassenes Pferd ausbilden. Er muss Zeit haben und Rückschritte oder Stagnation in der Ausbildung gelassen hinnehmen können, ohne emotional und mit Gewalt zu antworten. Die Ausbildung sollte vielseitig sein und sich immer an den Bedürfnissen des Pferdes orientieren. Ein Pferd, welches unter einem verspannten, schiebenden und ziehenden Reiter geht, kann die eigentlich banale Grundlage der Losgelassenheit niemals erreichen. Ein Buchtitel des FN-Verlages von den Autoren Udo Bürger und Prof. Otto Zietzschmann aus dem Jahr 1939 lautet: „Der Reiter formt das Pferd“. Dieser Titel gibt dem Reiter die Verantwortung für den Zustand seines Pferdes. Der Reiter formt das Pferd Die schöne Silhouette als Gefahr für junge Pferde Ein in Spannung gehendes, durch mehr oder weniger physische reiterliche Einwirkung kontrolliertes Pferd wird hingegen immer Widerstand leisten. Dieser wiederum verlangt dem Reiter kontinuierliche Zwangsmaßnahmen ab, um das Pferd zu kontrollieren. Ein negativer Zirkel ist in Gang gebracht. Jeder erfahrene Pferdemensch, egal ob Reiter oder nicht, weiß, dass die Applikation von dauerhaftem Zwang auf ein Fluchttier immer einen entsprechenden Fluchtreflex bis hin zu massiven Abwehrreaktionen auslöst. Dauerhafte Spannung zwischen Reiter und Pferd kann immer nur zu psychischem Stress und 54 pferdefokus – 5. Jahrgang, Nr. 7 Der Pferdesport lebt nicht zuletzt von der ästhetischen Erscheinung eines gut gerittenen Pferdes. Besonders im Dressursport spielt die schöne äußere Silhouette eine große Rolle. Hinter dieser Erkenntnis verbirgt sich eines der Hauptprobleme im Reitsport mit oft fatalen Konsequenzen: Heutzutage reagieren Pferde in der Grundausbildung, die Remonten, in einem kleinen Detail anders auf das ungewohnte Reitergewicht als früher. Ethische Grundsätze des Pferdefreundes Diese Grundsätze wurden von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) im Jahr 1995 verabschiedet, um Fairness und Sauberkeit im Umgang mit dem Pferd zu garantieren. Abbildung 2: Die Reiterin leitet eine Dehnungshaltung im Galopp ein. Das Pferd ist vollständig im Gleichgewicht. 1. Wer auch immer sich mit dem Pferd beschäftigt, übernimmt die Verantwortung für das ihm anvertraute Lebewesen. (Foto: Kathrin Hester, Buch: Finger in der Wunde, Wu Wei Verlag 2006, ISBN 3-930953-20-X) 2. Die Haltung des Pferdes muss seinen natürlichen Bedürfnissen angepasst sein. 3. Der physischen wie psychischen Gesundheit des Pferdes ist unabhängig von seiner Nutzung oberste Bedeutung einzuräumen. Früher wie heute verspannt sich die Rückenmuskulatur jeder jungen Remonte als Reaktion auf das unerwartete Reitergewicht auf ihrem Rücken beim Anreiten – eine mehr oder weniger ausgeprägte Abwehrspannung. Der maßgebliche Unterschied zwischen vielen Remonten früherer Zeit und den meisten modernen jungen Pferden liegt in der Reaktion des Halses und des Genicks auf dieses ungewohnte Gewicht. Bei den Remonten früherer Zeit versteiften sich meistens der Hals und das Genick derart, dass das Pferd die Nase nach vorne gegen die Reiterhand streckte. Es entstand ein äußerst unattraktives Seitenbild, verbunden mit einem sehr schlechten Reitgefühl. Damit war unmissverständlich klar, dass dieses Verhalten des Pferdes sowie dieses Seitenbild nicht gewünscht und nicht sinnvoll sind. Ein so gegen den Reiter gespannt gehendes Pferd musste zum Loslassen gebracht werden, um eine weitere Ausbildung zu ermöglichen. Physiologisch reagieren moderne Pferde im Grunde ähnlich. Durch die großen Zuchtfortschritte der Nachkriegszeit hat sich jedoch insbesondere die Rittigkeit der Pferde sehr verändert. Die Hälse wurden länger, sind schöner ausgeformt und entsprechen meistens schon früh dem Bild eines gerittenen Pferdes. Die sich daraus herleitende hohe Reiteignung ist für die jungen Pferde allerdings nicht nur ein Segen. Denn anders als früher ergibt sich aus einer derart schönen Reitpferdehalsung häufig schon beim Anreiten als Reaktion auf die Abwehrspannung im Rücken ein sogenanntes „Einrollen“ im Hals. Die Rückenverspannung des jungen Pferdes führt zu einer für viele Betrachter und Reiter attraktiven Seitensilhouette. Dieser so absolut aufgerichtete Hals gaukelt das schöne Bild eines weiter ausgebildeten, gut bemuskelten Pferdes vor (Abb. 3A). Der Reiter freut sich meist über das Spiegelbild in der Reithalle, übersieht dabei aber, dass er auf einer Remonte sitzt, die einen langen tiefen Hals braucht, um mit entspanntem Rücken gehen zu können. Eine gestörte Balance führt zu Verspannung und Widersetzlichkeit Häufig lassen die Reiter das junge Pferd heute sofort in diesem falschen Gleichgewicht gehen: Das nächste „Korrekturpferd“ ist gebo- 4. Der Mensch hat jedes Pferd gleich zu achten, unabhängig von dessen Rasse, Alter und Geschlecht sowie Einsatz in Zucht, Freizeit oder Sport. 5. Das Wissen um die Geschichte des Pferdes, um seine Bedürfnisse sowie die Kenntnisse im Umgang mit dem Pferd sind kulturgeschichtliche Güter. Diese gilt es zu wahren und zu vermitteln und nachfolgenden Generationen zu überliefern. 6. Der Umgang mit dem Pferd hat eine persönlichkeitsprägende Bedeutung gerade für junge Menschen. Diese Bedeutung ist stets zu beachten und zu fördern. 7. Der Mensch, der gemeinsam mit dem Pferd Sport betreibt, hat sich und das ihm anver traute Pferd einer Ausbildung zu unterziehen. Ziel jeder Ausbildung ist die größtmögliche Harmonie zwischen Mensch und Pferd. 8.Die Nutzung des Pferdes im Leistungs- sowie im allgemeinen Reit-, Fahr- und Voltigiersport muss sich an seiner Veranlagung, seinem Leistungsvermögen und seiner Leistungsbereitschaft orientieren. Die Beeinflussung des Leistungsvermögens durch medikamentöse sowie nicht pferdegerechte Einwirkung des Menschen ist abzulehnen und muss geahndet werden. 9. Die Verantwortung des Menschen für das ihm anvertraute Pferd erstreckt sich auch auf das Lebensende des Pferdes. Dieser Verantwortung muss der Mensch stets im Sinne des Pferdes gerecht werden. pferdefokus – 5. Jahrgang, Nr. 7 55 Ausbildung/Sport A B Abbildung 3: Pferde mit gestörtem Gleichgewicht. Die Pfeile an Oberhals und Kruppe zeigen die falsche Einwirkung eines zu kurzen Halses oder eines mechanisch überdehnten Halses auf den Rücken des Pferdes. A: Der Rücken geht nach unten verloren. Dieser Balanceverlust wird als Schenkelgänger bezeichnet. B: Hyperflexion – Der Rücken wird überspannt und geht nach oben verloren. Es wird der sogenannte Spannrückengänger dargestellt. (Zeichnung Kaja Möbius, Buch: Finger in der Wunde, Wu Wei Verlag 2006, ISBN 3-930953-20-X) ren, das vom Anfang seiner Reitpferdkarriere an mit steifem Rücken gehen muss. Paul Stecken, Ausbilder und ehemaliger Leiter der Westfälischen Reit- und Fahrschule, erfasst die gesamte Problematik, indem er fragt: „Wie wollen Sie den jungen Menschen von heute erklären, dass sie die wundervollen Hälse unserer jungen Pferde am Anfang nicht annehmen dürfen?“ Das sich selbst einrollende Pferd sieht im Spiegel zunächst gut aus und verführt zu Zufriedenheit. Doch der verkürzte und verspannte Hals verhindert einen entspannten und damit schwingenden Rücken, also Losgelassenheit (Abb. 3B). Das Fluchttier Pferd reagiert auf die verspannte Bewegungszentrale Rücken meistens mit Flucht. Dieser Zustand veranlasst die meisten Reiter in falscher Konsequenz, mehr am Zügel zu ziehen, um das Pferd zu verlangsamen, was wiederum den Hals noch mehr verkürzt, den Rücken weiter verkrampft und vermehrtes Rennen bedingt. Der Einstieg in die Welt der Korrekturpferde ist oft schon nach einigen Tagen oder Wochen unter dem Sattel vollzogen. Schließlich enden derart fehlbalancierte junge Pferde und ihre Reiter oft in einem mechanischen Zweikampf, der auf beiden Seiten die Verspannung und Widersetzlichkeit kontinuierlich erhöht. Viele Reiter werden unzufrieden, frustriert, traurig oder wütend. Das Pferd ist dann das Ziel der negativen Emotionen, obschon es in diesem Gesamtkontext das absolut schuldlose Wesen ist. Wissen um die korrekte Ausbildung bewahren und verbreiten Falsch ausgebildete Pferde sind heute im Freizeit- wie im Turniersport sehr häufig anzutreffen. Vielfach werden auf diese Weise grundausgebildete Remonten sogar als Normalzustand angesehen und das korrekt grundausgebildete junge Pferd ist gar nicht mehr bekannt. Viele Reiter sind tatsächlich der Meinung, junge Pferde unserer Zeit könnten nicht mehr mit offenem Genick und geschmeidigem Rücken geritten werden. Reiter, die ihre Pferde nicht selbst anreiten, sondern angerittene junge Pferde erwerben, müssen sorgfältig auswählen, um korrekt grundausgebildete Tiere zu finden. 56 pferdefokus – 5. Jahrgang, Nr. 7 Das Missverständnis unserer Zeit ist aus Sicht des Autors in der falschen Kommunikation der klassischen Reitlehre in und um den Turnier- und Freizeitsport zu suchen. Junge Pferde dürfen in den ersten beiden Jahren nicht aussehen wie fertig ausgebildete Pferde. Ein weiteres Problem ist, dass das korrekt balancierte junge Pferd auf Turnieren möglicherweise unbemerkt bleibt und nicht entsprechend gewürdigt wird. Alle Turnierprüfungen, die drei-, vier- und zum Teil noch fünfjährige Pferde betreffen, sollten immer unter dem Vorzeichen des richtigen Gleichgewichts bewertet werden. Pferde mit verspannten Rücken, eingerollten Hälsen oder steifen Genicken sollten grundsätzlich komplett aus dem Kreis der platzierten Pferde ausgeschlossen werden. Dann wäre die Mehrzahl der steifen, schlecht gerittenen Pferde wohl in wenigen Monaten von den Turnierplätzen verschwunden. Sehr zu begrüßen ist vor diesem Hintergrund der neu überarbeitete und im Dezember 2012 veröffentlichte Band 1 der „Richtlinien für Reiten und Fahren“. Dort werden korrekte Pferdeausbildung erläutert sowie graphisch falsch balancierte Pferde dargestellt und entsprechend bewertet. Das Interesse an Wissen rund um die korrekte Ausbildung wächst unaufhörlich. Auch immer mehr Richter stellen sich hinter die klassische Reitlehre und sprechen Fehlverhalten an. Zunehmend interessieren sich Tierärztinnen und Tierärzte für die Prinzipien der klassischen Reitlehre. Der Zusammenhang dieser Prinzipien mit der tierärztlichen Arbeit, insbesondere der Orthopädie, ist offensichtlich. W Über den Autor Dr. med. vet. Gerd Heuschmann ist praktischer Tierarzt für Pferde an der Tierärztlichen Klinik Domäne Karthaus. Er widmet sich vor allem der orthopädischen Diagnostik und der Therapie schwieriger, lang andauernder Lahmheiten sowie der Trainingsanalyse und dem Training von Reitpferden. Gerd Heuschmanns besonderes Interesse gilt der Korrektur balancegestörter Pferde. Foto: Fotoimpressionen/fotolia.de Doping im Pferdesport Dopingproblematik bei Pferd und Reiter aus juristischer Sicht Jens Adolphsen W In den letzten Jahren und aktuell vor und während der Leichtathletik WM in Moskau stieg in der Bevölkerung die Sensibilität für Doping – im humanen Leistungssport wie im Pferdesport. Betroffen sind hierbei nicht nur die Pferde, sondern auch die Reiter und Fahrer. Der folgende Beitrag stellt die Grundlagen und Möglichkeiten der Dopingbekämpfung im Pferdesport dar, bezieht dabei sowohl die nationalen als auch internationalen Regelwerke ein und erörtert insbesondere Fragen des Rechtsschutzes, wobei ausschließlich die persönliche Meinung des Autors wiedergegeben wird. Bei den Olympischen und Paralympischen Spielen in London 2012 gab es keine Dopingfälle im Pferdesport – weder bei Pferden, noch bei Reitern. Die Olympischen Spiele von Hongkong 2008 waren geprägt durch mehrere Dopingfälle, bei denen vor allen Dingen die Substanz Capsaicin nachgewiesen wurde. Beteiligt war auch der deutsche Reiter Christian Ahlmann, was zu erheblichen Verwicklungen innerhalb des deutschen Verbandes führte und die Übertragung von Springsportveranstaltungen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zeitweilig in Frage stellte. Auch bei den Olympischen Spielen in Athen 2004 war es zu mehreren Dopingfällen gekommen, an denen unter anderem deutsche Reiter beteiligt waren. Gerade nach den Spielen von Hongkong war den Reitsportverbänden zum Teil Kungelei mit den Reitern vorgeworfen worden, aber auch mangelnder Wille, das Dopingproblem effektiv anzugehen. In der Zwischenzeit hat sich einiges getan. Damit soll nicht die Aussage verbunden sein, dass Doping im Pferdesport derzeit keine Rolle mehr spielen würde. Es haben sich in den letzten Jahren vor allem die Regelwerke komplett geändert, die Sanktionen wurden verschärft und andere Beteiligte wie Tierärzte – als permitted treating veteriniarian und als official veterinarian – wurden stärker eingebunden. Der Tätigkeitsbericht des Tribunals der Internationalen Reiterlichen Vereinigung (FEI) weist für das Jahr 2012 bei 3877 Proben acht Dopingfälle auf, e ensoviele Medikationsfälle und insgesamt 16 im sogenannten Fast-Track-Verfahren abgearbeitete Fälle. In Deutschland waren bei insgesamt 2151 Proben 18 Proben positiv, wobei sechs dem Tatbestand Doping zugeordnet wurden. Relativ auffällig ist international die Verteilung der Dopingvergehen auf die verschiedenen Disziplinen. So weist der Springsport im Jahre 2012 vier Dopingvergehen aus, Dressur, Vielseitigkeit und Fahren lediglich einen Fall und das Voltigieren gar keinen. Weit vorne liegt der Bereich des Distanzreitens mit insgesamt zehn Dopingfällen, wobei die Mehrzahl aus der sogenannten Gruppe VII stammt, der die nationalen Vereinigungen des Mittleren Ostens angehören. Die FEI hat inzwischen eine Art runden Tisch initiiert, um das Problem zu lösen. Möglichkeiten der Dopingbekämpfung Doping im Pferdesport kann einerseits durch privates Verbandsrecht, also vor allem Regeln der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) und der FEI bekämpft werden, aber auch durch internationale pferdefokus – 5. Jahrgang, Nr. 7 57 Spektrum Während einer Veranstaltung, die gemäß Leistungsprüfungsordnung durchgeführt wird, kann jederzeit eine Medikamentenkontrolle erfolgen. Foto: IrisArt/fotolia.de Rechtsetzung, vor allen Dingen Völkerrecht und wiederum nationales staatliches Recht. Internationales Recht Das UNESCO-Übereinkommen gegen Doping trat am 1. Februar 2007 in Kraft, es haben bis heute 173 Staaten ratifiziert (www.unesco.de/sport.html). Das Zustimmungsgesetz Deutschlands trat am 30. März 2007 in Kraft. Das UNESCO-Übereinkommen gegen Doping sichert letztlich den privatrechtlichen Welt-AntiDoping-Code (WADA-Code) auf völkerrechtlicher Ebene ab, ohne jedoch Bestimmungen speziell für den Tiersport zu enthalten. Der Vertrag von Lissabon hat den Tierschutz und den Sport aufgenommen. Daneben existieren EU-Richtlinien unter anderem zur Schaffung eines Gemeinschaftscodexes für Tierarzneimittel. Nationales Recht Sichtet man die nationalen Rechte verschiedener Staaten, so finden sich Bestimmungen, die Doping im Pferdesport bekämpfen können, im Tierschutzgesetz, nationalen Sport- und Anti-Doping-Gesetzen, aber auch in Arzneimittel- und Betäubungsmittelgesetzen. Bei den verschiedenen nationalen Tierschutzgesetzen findet man in der Regel keine eigene Liste der verbotenen Substanzen, sondern häufig abstrakte Definitionen, deren Anwendung eine Einzelfallprüfung erfordert, die zu erheblicher Rechtsunsicherheit führt. Oft sind unklare Verweise auf Verbandslisten zu finden, wie auch im deutschen Tierschutzgesetz (§ 3 Nr. 1b). Insgesamt muss auch im deutschen Tierschutzrecht von einem offensichtlichen Vollzugsdefizit bei der Dopingbekämpfung ausgegangen werden. Bei den nationalen Sportund Anti-Doping-Gesetzen sind unter anderem in Österreich eigene Vorschriften für Tiere zu finden, daneben ist allerdings auch das Tierschutzgesetz anwendbar. Auch Frankreich hat im Anti-Doping-Gesetz eigene Vorschriften für Tiere und verdrängt damit weitgehend die Bestimmungen des Tierschutzgesetzes. Verbandsrecht Nach wie vor und zu Recht liegt der Schwerpunkt der Dopingbekämpfung bei den Sport organisierenden Verbänden und den nationalen (Nationale Anti Doping Agentur, NADA) und internationalen Anti-Doping-Organisationen, (Welt Anti Doping Agentur, WADA). Verbandsrecht in nationalen und internationalen Federationen Zuständig für den Erlass von Dopingregeln im Pferdesport sind die nationalen und internationalen Federationen, FN und FEI. Beide Verbände erfassen im Pferdesport sowohl das Doping des Pferdes als 58 pferdefokus – 5. Jahrgang, Nr. 7 auch das Doping des Reiters. Die hierzu erlassenen Regeln (FN: Anti-Doping- und Medikamentenkontrollregeln, ADMR; FEI: Equine Anti-Doping and Controlled Medication Regulations, Anti-Doping Rules for Human Athletes) lehnen sich eng an den WADA-Code an. Dieser hat 2004 den Anstoß gegeben, Anti-Doping-Regeln weltweit und sportartübergreifend zu vereinheitlichen. Obwohl der WADACode nur entsprechende Regeln für den Tiersport fordert, haben sich beide Verbände dazu entschieden, sehr stark am WADA-Code orientierte eigene Regelwerke zu erlassen. Dies hat den Vorteil, dass die auch zu anderen Sportarten ergangenen rechtlichen Entscheidungen auf den Tiersport anwendbar sind und nicht ausschließlich Juristen, die im Pferdesport besonders bewandert sind, Entscheidungen treffen. Dies kann die Rechtsfindung durchaus objektivieren. Doping und Medikation werden unterschieden Sowohl nationale als auch internationale Regelwerke unterscheiden den Tatbestand des Dopings von dem der Medikation, soweit es um verbotene Substanzen in Pferden geht. Die Unterscheidung hat weitreichende Bedeutung, unter anderem für das Maß der Sanktionen, aber auch für den Verfahrensverlauf und die Zuständigkeiten. Als Dopingsubstanzen sollen generell Substanzen angesehen werden, die im Pferd schlicht nichts zu suchen haben. Medikationssubstanzen sollen dagegen therapeutisch zwischen den Turnieren zu Recht eingesetzt werden, dürfen jedoch auf dem Turnier nicht mehr nachweisbar sein. Was in der Theorie einfach ist, bringt in der Praxis natürlich enorme Abgrenzungsschwierigkeiten mit sich. Die Frage, welche Substanzen im Pferd sinnvollerweise zu Therapiezwecken eingesetzt werden, ist schon national nicht einheitlich zu beantworten, international häufig stark umstritten. Grund sind auch völlig unterschiedliche „Behandlungskulturen“ der Tierärzte verschiedener Länder. Letztlich muss das für den Rechtsanwender zu der Einsicht führen, dass Doping das ist, was nach Maßgabe der für die Listenaufstellung Verantwortlichen (z. B. List Group der FEI) auf der Dopingliste steht, und Medikation das, was auf der Medikationsliste geführt wird. Die Bedeutung dieser Unterscheidung zeigt sich beim Blick auf die Sanktionen. Der Nachweis einer Dopingsubstanz führt regelmäßig zu einer Zweijahressperre, soweit der Athlet nicht nachweisen kann, wie die Substanz in das Pferd gelangt ist und dass er hieran keine Schuld trägt. Beim Auffinden von Medikationssubstanzen gibt es ein deutlich flexibleres Strafmaß bis hin zu lediglich einer Verwarnung. International kommt es bei Medikationsfällen regelmäßig nur zu einem sogenannten Fast-Track-Verfahren, hierbei handelt es sich um ein internes Verwaltungsverfahren innerhalb des Legal Departments der FEI. Der Reiter wird vom Turnier disqualifiziert und muss die Siegprämien und alle gewonnenen Preise etc. zurückerstatten. Eine weitere Sanktion erfolgt jedoch nicht. Das Fast-Track-Verfahren ist nur bei bedeutenden Veranstaltungen wie Olympischen Spielen und Weltreiterspielen ausgeschlossen sowie im Falle der Anwendung mehrerer Substanzen und bei Wiederholungstätern innerhalb von vier Jahren. Schwierig für Reiter, die sowohl national als auch international starten, ist die Uneinheitlichkeit der Listen verbotener Substanzen. Die FN veröffentlicht dazu auf ihrer Homepage eine Übersicht über Anti-Doping- und Medikationslisten des nationalen und des internationalen Pferdesports. Daraus ergibt sich beispielsweise, dass Sucralfate nach dem Regelwerk der FEI erlaubt, jedoch nach dem Regelwerk der FN verbotene Substanzen gemäß Liste Anhang 2 (Medikation) sind. Unsere Dopinganalytik schützt Sie vor Fehlentscheidungen Adressat der Sanktionen Soweit es um verbotene Substanzen im Körper des Reiters geht, ist der Adressat selbstverständlich der Reiter selbst. Verantwortlich bei einem Nachweis verbotener Substanzen im Pferd ist nach inter nationalem Reglement regelmäßig die sogenannte „person responsible“. Dabei handelt es sich grundsätzlich um den Athleten, der das Pferd reitet, darauf voltigiert oder fährt. Daneben können Eigentümer und sonstiges unterstützendes Personal wie Pfleger, Trainer und Tierärzte als zusätzliche verantwortliche Personen angesehen werden, jedenfalls soweit sie auf der Veranstaltung anwesend sind oder eine erhebliche Entscheidung über das Pferd treffen. Auch die FN sucht über den Begriff der verantwortlichen Personen die Beteiligten an die Regeln zu binden. Diese Fixierung auf die „person responsible“ soll sicherstellen, dass der Reiter für sein Pferd Verantwortung trägt im Sinne anerkannter Grundsätze des Horsemanship. Diese Verantwortlichkeit muss selbst bei Strukturen wie im Distanzsport bestehen bleiben, in denen Reiter wie bei Galopprennen kurzfristig auf Pferde gesetzt werden. Für jeden Einzelnen der Genannten muss jedoch sicher gestellt werden, dass er auch von dem Regelwerk der Verbände erfasst ist, da es sich um rein privatrechtliche Regeln und nicht um Gesetze handelt. Gesetze würden in einem bestimmten Territorium aus sich heraus Geltung beanspruchen, ohne dass die Adressaten sich diesen Regeln unterwerfen oder sie anerkennen. Bei privaten Regeln ist dies jedoch gänzlich anders. Alle Reiter haben in irgendeiner Form Lizenzen bzw. Reitausweise und müssen bei den Verbänden registriert sein, wobei sie sich jeweils den Regeln für einen bestimmten Zeitraum unterwerfen. Gleiches gilt inzwischen auch für Tierärzte im internationalen Bereich, die als sogenannte „treating vets“ auf Turnieren agieren wollen. Bei Eigentümern kann unter Umständen allein durch die Teilnahme ihres Pferdes an einem Wettkampf von einer schlüssigen vertraglichen Verpflichtung ausgegangen werden. Bei Pflegern und Trainern ist dies häufig schwieriger, jedenfalls soweit Akkreditierungen etc. fehlen. Der WADA-Code wurde dahingehend geändert, dass auch die sogenannte Entourage erfasst wird, also sonstige Beteiligte neben dem Reiter, Fahrer und Voltigierer. So soll vermieden werden, dass beispielsweise Tierärzte Alibiaussagen zugunsten des Reiters vornehmen, weil sie selbst nicht mit eigenen Medikamentös verschleierte Muskel-, Gelenk- oder Skelettschäden beim Pferd Immunologische und chromatografische Nachweise von mehreren 100 verschiedenen Substanzen Kostenfreie Absicherungsanalyse bei positivem Befund Zeitnahe Ergebnisse Mit modernsten Analysemethoden, langjähriger Erfahrung in der Dopinganalytik und schnellen Ergebnissen von höchster Präzision sind wir Ihr Partner beim Pferdeankauf und im Turniersport. Allgemeines Medikamentenscreening Glucocorticoide NSAIDs Sedativa Stimulanzien Tranquilizer Lokalanästhetika Tricyklische Antidepressiva Weitere Parameter auf Anfrage. LADR GmbH Medizinisches Versorgungszentrum Dr. Kramer & Kollegen Toxikologie und Drogenanalytik Ihr Ansprechpartner: Dr. rer. hum. biol. Lars Wilhelm Lauenburger Str. 67 · 21502 Geesthacht Tel. 04152 803-460 · Fax 04152 803-369 [email protected] · www.ladr.de Spektrum Sowohl im Training als auch auf dem Turnierplatz werden Bundeskaderpferde kontrolliert. Foto: womue/fotolia.de Sanktionen rechnen müssen. In der Vergangenheit gab es relativ häufig unwahre Geschichten über Behandlungen, von denen der Reiter angeblich nicht wusste – mit dem Ziel, diesen zu entlasten. Trainingskontrollen Anders als wohl in allen sonstigen Sportarten gibt es im globalen Pferdesport nur sehr vereinzelt Trainingskontrollen (bekannt sind noch Trainingskontrollen in Frankreich bei Pferden). Im deutschen Pferdesport hat sich diese Situation im Jahr 2012 insoweit geändert, als alle Bundeskaderpferde einem Trainingskontrollsystem unterliegen. Verantwortlich hierfür ist die NADA, die eine eigene Veterinärin angestellt und einen eigenen Standard für Trainingskontrollen entwickelt hat. Gegenstand von Trainingskontrollen ist die sogenannte Trainingskontrollliste, es handelt sich letztlich um eine im Vergleich zur Dopingliste noch weiter reduzierte Liste. Auf der Liste finden sich unter anderem Stimulantia, Sedativa und Narkotika, anabole Substanzen, Hormon antagonisten und Modulatoren. Als verbotene Methoden aufgeführt sind zusätzlich Blutdoping und künstliches Verbessern der Aufnahme, des Transports oder der Freisetzung von Sauerstoff. Mit der Einführung eines derartigen Trainingskontrollsystems hat die FN insoweit Neuland betreten, als offensichtlich keine andere nationale Federation innerhalb der FEI ein solches Unternehmen bisher in Angriff genommen hat. Das Regelwerk der FEI sieht für nationale Verbände keinen Zwang vor, Trainingskontrollen einzuführen, allerdings ausdrücklich die Möglichkeit, etwas Entsprechendes zu installieren. Ein eigenes Trainingskontrollsystem hat die FEI bisher nicht geschaffen. Von der Probenentnahme bis zur Strafe Auf Turnieren kann jederzeit eine Medikationskontrolle durchgeführt werden. Hierbei wird grundsätzlich versucht, sowohl Urin als auch Blut zu entnehmen. Soweit das Pferd innerhalb einer vorgegebenen Wartezeit nicht uriniert, wird lediglich eine Blutprobe genommen. Die Probe wird anschließend aufgeteilt auf mehrere Behälter, die versiegelt und in einer Kühlkette an ein akkreditiertes Labor gesendet werden. Kommt es zu einer positiven Analyse, wird zunächst die Anti-Doping-Organisation benachrichtigt, das heißt FN oder FEI (NADA bei Trainingskontrollen). Dann wird zunächst intern kontrolliert, ob gegebenenfalls eine Ausnahmegenehmigung vorlag oder ob es eine Abweichung von Standards für Kontrollen gab, anschließend wird der Verantwortliche informiert. Dieser hat die Möglichkeit, innerhalb einer bestimmten Frist eine Analyse der B-Probe zu beantragen. Diese kann nach dem Regelwerk der FEI generell, nach dem der FN ausnahmsweise in einem anderen Labor erfolgen als dem, das die A-Probe analysiert hat. Bestätigt das Ergebnis der B-Probe die A-Probe, so liegt der Nachweis einer verbotenen Substanz vor. Ergibt die Analyse der B-Probe jedoch kein positives Ergebnis, ist das Verfahren beendet, soweit der Verband nicht mit anderen Mitteln den Nachweis eines Vergehens belegen kann. Im Falle des Nachweises 60 pferdefokus – 5. Jahrgang, Nr. 7 von Dopingsubstanzen schließen FN und FEI die Reiter und auch die Pferde mit sofortiger Wirkung von der Teilnahme an Turnieren aus, sie werden vorläufig suspendiert. Je nachdem, ob eine Doping- oder Medikationssubstanz gefunden wurde, teilt sich bei der Zuständigkeit der FEI das weitere Verfahren auf. Soweit es sich um den Nachweis einer Dopingsubstanz handelt, ist der Fall dem Tribunal der FEI vorzulegen, das mit sieben Richtern besetzt ist, den einzelnen Fall aber in der Regel mit einem Gremium von drei Richtern entscheidet. Handelt es sich lediglich um den Nachweis einer Medikationssubstanz, kommt es zu dem genannten Fast-Track-Verfahren. Das Tribunal der FEI befasst sich mit derartigen Fällen nur, soweit einer der Ausnahmefälle vorliegt, die ein Fast-Track-Verfahren ausschließen – eine Probe anlässlich der Olympischen Spiele oder Weltreiterspiele sowie im Falle der Anwendung mehrerer Substanzen und bei Wiederholungstätern innerhalb von vier Jahren. National wird das Verfahren in Pferdefällen durch die Disziplinarkommission der FN geführt. Weil beide „Gerichte“ Vereinsgerichte sind, handelt es sich letztlich nicht um rechtsprechende Tätigkeit, sondern um exekutives Handeln der Verbände selbst. Konsequenz hat das für den weiteren Rechtsweg: Es wäre unzulässig (und ist auch nicht angestrebt), den Rechtsweg zu ordentlichen oder Schiedsgerichten auszuschließen. Innerhalb der genannten Verfahren werden durch die zuständige Disziplinarkommission oder das Tribunal der FEI Strafen ausgesprochen. Die Höhe des Strafmaßes beträgt bei Nachweis einer Dopingsubstanz regelmäßig zwei Jahre, kann jedoch aufgrund außergewöhnlicher Umstände reduziert werden. Hierzu muss der Verantwortliche nachweisen, wie die verbotene Substanz in den Organismus des Pferdes gelangt ist und dass er hierbei nicht grob gegen die Sorgfaltspflicht verstoßen hat. Ohne den Nachweis, wie die Substanz in das Pferd gelangt ist, kann das Verschulden des Verantwortlichen nicht berücksichtigt werden. Denn in dem Fall fehlt es schon an jeder Tatsachengrundlage, um ein eventuelles Verschulden zu prüfen. Bei Wiederholungstätern erhöht sich das Strafmaß deutlich. Pferde werden in dem Verfahren selbstverständlich nicht bestraft, weil sie rechtlich als Tiere nicht verantwortlich sind. Sie werden jedoch national und international gesperrt, nach den Regeln der FEI für sechs Wochen, nach FN-Regelwerk bei Nachweis einer Dopingsubstanz oder Anwendung einer verbotenen Methode regelmäßig für acht Wochen. Soweit eine anabole Substanz gefunden wird, beträgt die Dauer des Ausschlusses des Pferdes dagegen sechs Monate. Der Dopingprozess Im Dopingprozess sind es häufig beweisrechtliche Fragen, die darüber entscheiden, ob ein Sportler sanktioniert wird. Nachdem sich in der Vergangenheit einige juristische Hardliner von der Idee automa- © Okainara / iStockphoto tischer Strafen zur Bekämpfung von Doping verabschieden mussten, sind zwei Ebenen zu unterscheiden: Der Nachweis eines Dopingvergehens und der Nachweis des Verschuldens des Sportlers. Beide Nachweise müssen kumulativ vorliegen, damit ein Sportler gesperrt werden kann. Dieses Verschuldenserfordernis liegt letztlich auch dem WADA-Code und den ihm nachgebildeten Regelwerken von FN und FEI zugrunde. Das normale Dopingvergehen – nämlich das Vorhandensein einer verbotenen Substanz im Körper des Pferdes – ist ein Verstoß gegen Anti-Doping-Bestimmungen. Es ist die persönliche Pflicht einer jeden verantwortlichen Person, dafür zu sorgen, dass keine verbotenen Wirkstoffe im Körper des Pferdes sind. Für den Beweis des Vorhandenseins einer verbotenen Substanz im Körper des Pferdes ist der Verband verantwortlich. Dieser Beweispflicht kommt der Verband durch den Nachweis einer positiven A- und/oder B-Probe nach. Das Beweismaß – also der Grad an Überzeugung des Gerichts, der notwendig ist, damit der Beweis einer streitigen Tatsache gelingt – ist dahingehend geregelt, dass der Verband überzeugend darlegen kann, dass ein Verstoß gegen Anti-Doping- und Medikationskontrollregeln vorliegt. Dabei ist die Schwere des Vorwurfs zu berücksichtigen. Um diese Anforderung zu erfüllen, muss wahrscheinlicher sein, dass ein Verstoß vorliegt, als dass er nicht vorliegt. Es muss jedoch nicht jeder vernünftige Zweifel ausgeschlossen werden. Dieses Beweismaß ist letztlich dem WADA-Code entnommen und in den Regelwerken beider Reitsportverbände umgesetzt. Analysieren akkreditierte Labors die Proben, wird vermutet, dass diese die Analyse gemäß den Laborstandards durchführen sowie dass die Proben entsprechend gelagert und aufbewahrt wurden. Diese Vermutung kann die verantwortliche Person widerlegen, indem sie nachweist, dass eine Abweichung vom Laborstandard stattgefunden hat, die nach vernünftigem Ermessen ein von der Norm abweichendes Analyseergebnis verursacht haben könnte. Die Abweichung vom Verfahren muss also möglicherweise kausal für das Ergebnis sein, eine rein formale Betrachtung genügt nicht. Hat der Verband den Beweis eines Dopingvergehens geführt, so ist es Sache der verantwortlichen Person, auf einer ersten Stufe nachzuweisen, wie die verbotene Substanz in das Pferd gelangt ist. Für diesen Nachweis gilt zugunsten der verantwortlichen Person ein geringeres Beweismaß als für den Verband beim Nachweis des Dopingvergehens: Die verantwortliche Person muss beweisen, dass die Wahrscheinlichkeit, dass die Substanz auf einem bestimmten Weg ins Pferd gelangte, mindestens gleich hoch ist wie die Wahrscheinlichkeit eines anderen Weges. Diese Regel, die wiederum dem WADA-Code nachgebildet ist, war ursprünglich für den Humansport gedacht. Hintergrund ist die Annahme, dass natürlich der Sportler dem Inhalt seines Körpers näher ist, als der den Sport organisierende nationale und der internationale Verband. Das ist beim Nachweis von verbotenen Substanzen in Pferden ebenfalls anzunehmen. Jedoch muss hier berücksichtigt werden, dass sich die Pferde nicht 24 Stunden in der Obhut der verantwortlichen Personen befinden und auch die Organisations- und Managementanforderungen an die verantwortliche Person danach differieren, ob diese den Sport als Amateur (Unterbringung des Pferdes in einem Pensionsbetrieb) oder als professioneller Reiter (Unterbringung des Pferdes im eigenen Stall) betreibt. Gelingt es dem Sportler nicht, mit dem genannten Beweismaß nachzuweisen, wie die verbotene Substanz in das Pferd gelangt ist, so verbleibt es bei der Regelsperre von zwei Jahren. Das Verschulden des Sportlers kann nicht berücksichtigt werden, weil schon eine Tatsachengrundlage für die Prüfung des Verschuldens komplett fehlt. Für alle Verkaufspferde: Medikamentenscreening Sicherheit beim Pferdekauf: mit der standardisierten Probeneinlagerung bei IDEXX Vet∙Med∙Labor. Bis zu 6 Monate nach Entnahme der Blutprobe bei einem Verkaufspferd kann im Bedarfsfall eine Untersuchung auf den Einsatz von Medikamenten und anderen Substanzen durchgeführt werden. Schnell und sicher. www.idexx.de/vetmedlabor Spektrum Auf dieser Ebene sind in zahlreichen Dopingverfahren die größten Schwierigkeiten festzustellen. Trägt eine verantwortliche Person eine Kontamination von Futter oder ähnliches vor, ist es erforderlich, dass die verantwortliche Person nicht nur nachweist, dass ein bestimmtes Futter kontaminiert ist, sondern auch, dass das Pferd gerade mit dem kontaminierten Futter gefüttert worden ist. Hierzu kann nur der dringende Rat gegeben werden, genau darüber Buch zu führen, welche Chargen von Futter genutzt wurden und auch die entsprechenden Belege und Kennzeichnungen der Futtersäcke etc. aufzubewahren. In der Vergangenheit hat es zahlreiche derartige Verfahren gegeben, die zum Teil zu erheblichen Kosten sowohl auf Seiten des Verbandes als auch auf Seiten des Reiters geführt haben. In Einzelfällen wurde eine Verunreinigung von Pferdefutter z. B. durch Ractopmine im FEI Verfahren 2009/25 jedoch durchaus erfolgreich nachgewiesen. Ist der Nachweis geführt, wie die Substanz in das Pferd gelangt ist, muss das Verschulden des Athleten berücksichtigt werden. Trifft ihn gar kein Verschulden, so kann von einer Sperre abgesehen werden. Trifft ihn kein signifikantes Verschulden, so kann die Sperre herabgesetzt werden. Sie beträgt dann aber immer noch mindestens die Hälfte der sonst zu verhängenden Sanktion bei Anwendung des Regelstrafmaßes von zwei Jahren, also mindestens ein Jahr. Eine derartige Untergrenze enthalten die Vorschriften der FN nicht. Weiterhin kann die Strafe milder ausfallen, wenn die verantwortliche Person den Verband beim Nachweis des Dopingvergehens maßgeblich unterstützt sowie bei einem Geständnis vor der Probenentnahme. In besonderen Fällen kann auch eine höhere Strafe mit einem Höchstmaß bis zu vier Jahren festgesetzt werden. Hilfreiche Links www.unesco.de/sport Unter www.pferd-aktuell.de werden im FN-Shop unter „Broschüren, Formulare, Verträge“ unter dem Stichwort „Fairer Sport“ viele Informationen zum Herunterladen oder Bestellen angeboten. Unter www.fei.org können Informationen der FEI zum Thema Dopingkontrolle für Reiter oder Fahrer unter „Your role: Athletes“ und „Athlete Doping Control“ nachgelesen werden. Standards zur Medikationskontrolle bei Pferden in Trainingsphasen sind zu finden unter www.nada-bonn.de, Stichwort Doping-Kontroll-System, Medikationskontrollen bei Pferden. Rechtsschutz Da es sich bei beiden Verbänden um Vereine handelt, stellen Strafen, welche die im Verband zuständigen Instanzen aussprechen, letztlich keine Rechtsprechungstätigkeit dar, sondern sind verbands exekutives Handeln. Die Folge ist, dass die Sanktionierten das Recht haben, die Sanktion durch ein Gericht überprüfen zu lassen. Dieses kann ein ordentliches, das heißt staatliches Gericht sein, oder aber ein echtes unabhängiges Schiedsgericht im Sinne der deutschen Zivilprozessordnung oder des New Yorker Übereinkommens über Schiedsgerichtsbarkeit. Voraussetzung für die Zuständigkeit eines Schiedsgerichts ist der Abschluss einer Schiedsvereinbarung zwischen Verband und Sportler, die dann den Weg vor staatliche Gerichte ausschließt. National Wird bei einem Reiter eine verbotene Substanz nachgewiesen, so spricht die FN selbst keine Sanktion aus, sondern hat die Zuständigkeit zur Verhängung einer Sanktion auf das Deutsche Sportschiedsgericht übertragen. Dieses setzt auf Antrag des Verbandes eine Strafe fest. Gegen die Entscheidung des Deutschen Sportschiedsgerichts, bei dem es sich um ein echtes unabhängiges Schiedsgericht handelt, hat der Sportler die Möglichkeit, den Court of Arbitration for Sport (CAS) in Lausanne anzurufen. Wird auf einem Turnier eine verbotene Substanz der Liste 1 (Doping) oder Liste 2 (Medikation) gefunden, so wird zunächst der Verantwortliche von der FN selbst sanktioniert – unter Zuständigkeit ihrer Disziplinarkommission. Dagegen hat der Verantwortliche die Möglichkeit, innerhalb des Verbandes das sogenannte Große Schiedsgericht der FN anzurufen. Hierbei handelt es sich ebenfalls um ein Vereinsgericht und trotz des Namens nicht um ein echtes unabhängiges Schiedsgericht. Aus diesem Grunde muss wiederum die Möglichkeit gegeben sein, dagegen unabhängige Gerichte anzurufen. Da die FN bisher nicht mit allen Reitern eine Schiedsvereinbarung geschlossen hat, sind die staatlichen Gerichte für eine Überprüfung zuständig. Wird bei den Bundeskaderpferden im Training eine verbotene Substanz im Sinne der Liste 3 gefunden, ist zunächst wiederum die Disziplinarkommission der FN zuständig, wogegen der Verantwortliche die Möglichkeit hat, das Deutsche Sportschiedsgericht anzurufen. Dessen Entscheidung ist wiederum vor dem CAS anfechtbar. International Wird unter internationalem Regelwerk eine Dopingsubstanz oder eine für Reiter verbotene Substanz nachgewiesen, so ist das FEI Tribunal für die Sanktionierung zuständig. Dagegen hat die verantwortliche Person die Möglichkeit, den CAS anzurufen. Bei Nachweis einer Medikationssubstanz ist regelmäßig das Fast-Track-Verfahren der FEI zu durchlaufen, Pferd und Reiter werden also lediglich disqualifiziert und alle Preise aberkannt. W Informationen des Deutschen Sportschiedsgericht stehen unter www.dis-sportschiedsgericht.de Die Internetadresse des Court of Arbitration for Sport lautet: www.tas-cas.org Informationen über Trainingskontrollen in Frankreich können abgerufen werden unter: www.afld.fr/controle/controle/dopage-animal 62 pferdefokus – 5. Jahrgang, Nr. 7 Über den Autor Professor Dr. Jens Adolphsen ist Inhaber der Professur für Bürgerliches Recht, nationales und internationales Zivilverfahrensrecht und Sportrecht an der Justus-Liebig-Universität Gießen und Vorsitzender des Tribunals der FEI. marktplatz Die Verantwortlichkeit für die Texte und Bildrechte liegt ausschließlich bei den werbenden Unternehmen. Ein wirksames Erfolgsrezept bei Gelenkproblemen des Pferdes von Novartis Tiergesundheit Die Gelenke der Pferde sind vielseitigen Belastungen ausgesetzt. Eine anstrengende Turniersaison, anspruchsvolles Training, ein falscher Tritt oder einfach die natürliche Abnutzung durch tägliche Bewegung können zu einem taktunreinen Gang oder sogar zu Lahmheiten führen. Ein Produkt von Novartis mit dem Wirkstoff Chondroitinpolysulfat kann hier Abhilfe schaffen. Studien belegen, dass schon innerhalb von 17 Tagen nach Behandlung mit Chondroitinpolysulfat eine deutliche Besserung der Lahmheitssymptome zu beobachten ist1. Das Produkt ist eines der weltweit führenden Therapeutika zur Behandlung degenerativer Gelenkerkrankungen bei Pferden. Mit dem Wirkstoff Chondroitinpolysulfat wirkt es nicht nur schmerzlindernd und entzündungshemmend, sondern es schützt auch den Knorpel und bringt die Gelenkregeneration wieder in Gang2. Eine rechtzeitige Behandlung mit dem Produkt kann bei Lahmheiten, die durch Verletzungen im Bereich der Gelenke verursacht sind, die Funktionsstörung beheben und den Heilungsverlauf positiv beeinflussen3. Das Produkt ist verschreibungspflichtig und wird in Form einer Kur siebenmal im Abstand von vier Tagen verabreicht. Besonders hervorzuheben ist, dass das Produkt einfach und sicher in den Muskel verabreicht werden kann. Es ist keine Punktion des Gelenks notwendig. Fragen Sie Ihren Tierarzt nach dem Produkt von Novartis zum Einsatz bei Gelenkerkrankungen des Pferdes. Quellenangaben: 1 Baisch L.: Klinische Wirksamkeit von Glukosaminoglykanpolysulfat; Pferde Spiegel 2007; 10(I): 33-39 2 Jones EW et al:The current status of the clinical use of polysulphated glycosaminoglycan in the USA; J Eq Vet Sci 16(2) 153-57 3 NADA 140-901, FDA original approval, 198 Weitere Informationen: Novartis Tiergesundheit GmbH Zielstattstr. 40, 81379 München Tel. 089 7877713 Sie wünschen sich ein leichtes, mobil einsetzbares Ultraschallgerät für Ihre Pferdepraxis, um Ihre Diagnostik zu optimieren? Esaote präsentiert Ihnen die ideale Lösung: MyLabTMOne Vet – das Ultraschallgerät mit „Fingerspitzengefühl“. Hier die wichtigsten Features: • klein, leicht und handlich: ideal für den mobilen Einsatz • Akku- und Netzbetrieb möglich • robuster Touch-Screen-Monitor mit Highend-Bildqualität • intuitive Bedienung mit Tierarten-spezifischen Voreinstellungen • Einsatzgebiete: Gynäkolo- gie, Sehne, Abdomen und Kardiologie • integriertes Lernprogramm Sehne Pferd • modular aufrüstbar (Farbdoppler, DICOM etc.) • breites Sonden-Spektrum (2–22 MHz) • Standbild- und Videosequenz-Speicherung • umfangreiche Datenverarbeitung. Sicher helfen Ihnen auch unsere Pferde-Sehnen-Poster (Größe A1 und A3), welche wir mit Prof. Dr. Lischer, FU Berlin, Klinik für Pferde, entworfen haben. Die Poster zeigen sehr anschaulich physiologische und pathologische Ultraschallbilder des Pferde-Vorder- und Hinterbeines in den verschiedenen Zonen im direkten Vergleich. So können Sie dem Pferde-Besitzer ganz leicht die Sehnendefekte des Patienten im Vergleich zu den „Normalbefunden“ demonstrieren. Weitere gute Neuigkeiten: Ab dem 1. 10. 2013 werden wir in Süddeutschland von Tierärztin Stefanie Pfleger unterstützt. Weitere Informationen unter: www.esaote.de [email protected] ESAOTE Europe B.V. Max-Planck-Str. 27a 50858 Köln Tel. 02234 6885632 Fax 02234 9679628 Adressen wenn es um innovative digitale Lösungen, sowie mobiles und stationäres Röntgen geht. In Zusammenarbeit mit zahlreichen Vertriebspartnern bieten wir unsere Produkte in ganz Europa an. Haben wir Ihr Interesse wecken können? Dann besuchen Sie unsere neue Homepage oder kontaktieren Sie uns direkt. Wir beraten Sie gern. GIERTH X-Ray international GmbH Am Südspeicher 4, 01587 Riesa Tel. 03525 512459 Fax 03525 512424 [email protected] www.gierth-x-ray.de GIERTH X-Ray international GmbH: Neuer Internetauftritt Seit Ende August präsentiert sich die GIERTH X-Ray international GmbH ihren Kunden mit einem neuen Internetauftritt. Bei der Erstellung wurde großer Wert auf die Übersichtlichkeit und die ausführliche Beschreibung der gesamten Produktpalette gelegt. Die Besucher können neben allgemeinen Informationen zum Unternehmen nun auch Referenzberichte von Universitäten und Tierkliniken, sowie Kleinund Großtierpraxen einsehen. Hinweise zu Messeteilnahmen finden sich auf der neuen Homepage www.gierth-x-ray.de ebenso wie aktuelle Informationen rund um die bildgebende Diagnostik. Als kompetenter Partner für Tierärzte in Deutschland gilt die Firma GIERTH X-Ray seit über 35 Jahren als eine der ersten pferdefokus – 5. Jahrgang, Nr. 7 63 marktplatz Die Verantwortlichkeit für die Texte und Bildrechte liegt ausschließlich bei den werbenden Unternehmen. Für die einfachste Endoskopie vor Ort – das neue digitale PE Scope Das digitale PE Scope ermöglicht die Ruheendoskopie der oberen Atemwege auf sehr leichte Weise. Das Gerät ist platzsparend, leicht zu transportieren und bietet dank zwei auswechselbarer Batterien eine lange Betriebsdauer. Innovative Technologie: • digitales Videoendoskop mit Arbeitskanal (L 140 cm, Ø 9,8 mm, Ø des Kanales 2,2 mm); LED-Technologie und USB- Verbindung) • das Endoskop ist durch ein einziges Kabel zum Computer-Tablet verbunden • integriertes Programm, um Bilder und Videosequenzen zu importieren, speichern und Berichte zu erfassen • das Programm ermöglicht die Erfassung von Untersuchungsberichten vor Ort in nur wenigen Minuten • ein einziger Tragekoffer für das System und eine Schutz- und Tragehülle für das Tablet Ganz einfach zu benutzen: • Sie verbinden ein einziges USB-Kabel und das Gerät ist einsatzbereit Weitere Informationen unter: Optomed, 6 Avenue des Andes Batiment 6, F-91940 Les Ulis Tel. +33 (0)169 290198 Fax +33 (0)169 299952 [email protected] www.optomed.fr PHYSIO-TECH: Neuer Hochleistungstrainer für Sportpferde Eine Neuheit im Pferdesport ist das Unterwasserlaufband für Hochleistungspferde von PHYSIO-TECH. „Das Gerät ist ein Hochgeschwindigkeitslaufband unter Wasser“, so Günter Michl, Firmengründer und Chefentwickler von PHYSIO-TECH. Es vereint die Vorzüge von Unterwasserlaufbändern, die eher aus der Pferdetherapie bekannt sind, mit denen von Hochgeschwindigkeitslaufbändern. Hierzu zählen Indoor-Training im Winterhalbjahr, genaue Analyse des Gangbildes beim Training auf der Stelle, Erhebung von Körperdaten unter vergleichbaren Messbedingungen sowie ein besonders schonendes und zugleich effektives Training, das extrem schnell Muskeln und Kondition aufbaut. Darüber hinaus bietet das innovative Gerät ganz spezielle Trainingsmöglichkeiten. Bei einem geringen Wasserstand, etwa der Meeresbrandung vergleichbar, kann gezielt trainiert werden, die Hufe zu heben − erwünscht z. B. bei Dressurpferden und Trabern. Für Springer, die eine besonders starke Hinterhand benötigen, eignet sich die Schrägstellung des Laufbands bis zu einer Steigung von 15 %. Der extrabreite Laufgurt ermöglicht, den raumgreifenden Trab zu trainieren. Eine Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h lässt selbst Galopper über sich hinauswachsen. Innerhalb von 2,5 Minuten ist ein maximaler Wasserstand von 1,60 m möglich. Für die Sicherheit sorgen ein automatisches Auffangsystem sowie ein spezieller Laufrahmen. Beim Umpumpen des Wassers vom Laufbecken in den Wasservorratstank werden Verunreinigungen aus dem Was- ser gefiltert. Für eine hygienische Reinigung lässt sich das Laufband vollständig hochklappen. PHYSIO-TECH GmbH Medizin- und Sportgerätetechnik www.physio-tech.com Ab September 2013 verfügbar – der neue EXAMION® DR 1012 WiFi Das kabellose DR-System im Format 25 × 30 cm für Ihre digitalen Röntgenaufnahmen am Pferd! Durch seine ultrakompakte und extrem leichte Bauweise ist die Mobilität speziell im Außeneinsatz gesichert. Profitieren auch Sie von brillanten digitalen Röntgenaufnahmen. Mit dem EXAMION® DR 1012 WiFi ist es ein Leichtes, qualitativ hochwertige Röntgenbilder zu erstellen. Dieser Detektor verfügt über die Vorzüge unserer DR-Systeme und ist für den Pferdetierarzt im Außeneinsatz 64 pferdefokus – 5. Jahrgang, Nr. 7 eine unvergleichlich praktische Alternative. Nach der Belichtung übermittelt der Detektor das Röntgenbild digital an die Aufnahmekonsole. In nur wenigen Sekunden wird dieses auf dem Bildschirm der Konsole angezeigt und kann im speziell hierfür entwickelten „Pferdemodus“ der EXAMION® AQS Software befundet bzw. bearbeitet werden. Darüber hinaus können Röntgenbilder unkompliziert und schnell an einen Drucker, ein PACS oder andere Zielgeräte gesendet werden. Maximale Flexibilität! Lernen Sie auch unser Angebot an EXAMION® Röntgengeneratoren kennen. So ist beispielsweise der EXAMION® PX 20 HF Battery der optimale tragbare Röntgengenerator für mobile radiologische Anwendungen bei Pferden. Das geringe Gewicht mit Duallaserpeilung und acht Speicherfunktionstasten machen diesen portablen Röntgengenerator zum perfekten Begleiter in Ihrem Arbeitsalltag. Der tragbare EXAMION® PX 20 HF Battery ist Ihr Röntgengenerator für flexible Allround-Röntgenuntersuchungen bei Pferden. Sprechen Sie uns an, wir freuen uns auf Sie! EXAMION GmbH Erich-Herion-Str. 37 70736 Fellbach Tel. 0711 120002-0, Fax -22 [email protected] www.examion.de Mobiles EKG Televet erweitert seine Produktpalette um die „Mobile Option“ zur vollständigen Mobilität bei der Echtzeitanalyse im Feld. Das Televet 100 zeichnet sich vor allem durch seine Vielseitigkeit aus. So kann es verwendet werden als: • stationäres EKG für Kleinund Großtiere (auch zur OPbzw. Intensiv-Überwachung), • 24 Stunden Holter-EKG v. a. beim Kleintier und • Foetus- sowie BelastungsEKG vorwiegend beim Pferd. Einige Anwendungen, z. B. Ausdauertests und Trainingsläufe, konnten bisher nur schwer mit einem EKG in Echtzeit überwacht werden, da die Übertragung zwischen EKG-Aufnahmegerät und PC bislang der Reichweitenbeschränkung von Bluetooth unterlag. Die Verwendung eines handelsüblichen Handys ermöglicht Televet nun eine unbegrenzte Reichweite und vollständige Mobilität. Die „Mobile Option“ verwendet das normale Televet EKGAufnahmegerät. Dies verbindet sich über Bluetooth mit einem Handy, das am Patienten oder dem Reiter montiert ist. Das Handy leitet die EKG-Daten in Echtzeit über das Mobilfunknetz an einen Server weiter, von dem sich der PC die Daten wiederum in Echtzeit abholt. Falls die Verbindung über das Mobilnetz einmal abbricht, nutzt das System die SD-Speicherkarte des Handys zur kontinuierlichen Aufzeichnung des EKGs. Der Reiter kann mit dem Handy zudem Marker setzen, die im EKG angezeigt werden. Weiterhin werden auch GPSDaten (Ort, Geschwindigkeit) vom Handy in den EKG-Datenstrom integriert, was wiederum neue Analysen ermöglicht. So unterstützt die Televet Mobile Option als Standard z. B. die Darstellung von Herzrate über Geschwindigkeit. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.televet.de oder bei der Firma Selectavet Dr. Otto Fischer GmbH Tel. 08063 80480 PEGASUS MOBIL – Praxissoftware Smartphone-App in neuem Design Das Praxissoftware Smartphone-App PEGASUS MOBIL gibt es jetzt mit neuer Benutzeroberfläche. Noch komfortabler, intuitiver und einfacher in der Bedienung! PEGASUS MOBIL ist die optimale Lösung für Tierärzte mit Großtier- und Pferdepraxis, um Behandlungen direkt vor Ort aufzuzeichnen. Die Vorteile: • Sie haben die Kunden- und Patientendaten immer zur Hand. • Den Arzneimittel-Anwendungs- und Abgabebeleg und das Bestandsbuch erstellen Sie vor Ort und schicken Sie per Mail an den Kunden. • Sie erfassen Leistungen nur einmal und vermeiden dadurch Übertragungsfehler. • Sie können SmartphoneFotos von Behandlungen direkt einbinden. Die Praxissoftware PEGASUS wurde von der Tierärztlichen Verrechnungsstelle Niedersachsen in enger Zusammenarbeit mit Veterinärmedizinern entwickelt und ist seit vielen Jahren in den Praxen und Kliniken unserer Mitglieder erfolgreich im Einsatz. PEGASUS und PEGASUS MOBIL sind nur erhältlich für Mitglieder der tvn. Als Mitglied in der tvn haben Sie viele Vorteile: • Wir stellen Ihnen die Praxissoftware PEGASUS und das Smartphone-App PEGASUS MOBIL zur Verfügung und schulen Sie vor Ort in der Anwendung. Unser hauseigener Support hilft kompetent und zuverlässig. • Abrechnung von tierärztlichen Leistungen • Fakturierung, Mahnung, Inkasso • 80 % Vorfinanzierung Weitere Informationen: Tierärztliche Verrechnungsstelle Niedersachsen r.V. Danziger Straße 1, 31008 Elze Tel. 05068 9307-0 Fax 05068 9307-80 [email protected] www.tvn-elze.de Vitamin E der Firma Navalis – beugt Belastungsmyopathien vor Bei erhöhter Leistung steigt die oxidative Stressbelastung bzw. die Produktion freier Radikale beim Pferd stark an. Gleichzeitig reichen die körpereigenen Speicherkapazitäten an Antioxidantien situationsbedingt nicht mehr aus, um den Mehrbedarf auszugleichen. Zum Schutz vor Belastungsmyopathien sollte eine Supplementierung mit Vitamin E erfolgen. orthosal® VITAMIN E enthält als erstes hochdosiertes Vitamin-E-Monopräparat aus- schließlich natürliche α-, β-, γund δ-Tocopherole. Im Vergleich zu den üblichen synthetischen Verbindungen verfügt das Präparat über eine mindestens doppelt so hohe antioxidative Wirkung, ist zudem viel verträglicher und wird besser angenommen. Vitamin E gilt als das wichtigste fettlösliche Antioxidans im Organismus. Als Bestandteil jeder Zellmembran verhindert es oxidative Prozesse wie sie durch Entzündungen oder hohe Stoffwechselentgleisungen entstehen können, die zur Zerstörung der Zelle führen, und ist damit für die Zellwandintegrität unerlässlich. Weitere Anwendungsgebiete von orthosal® VITAMIN E: • Ausgleich eines Vitamin-EMangels • Steigerung der Fruchtbarkeit bei Stute und Hengst • Förderung der Fohlengesundheit und Stärkung des Immunsystems durch Antikörpertransfer über die Milch • Begleitend bei Hufrehe (EMS/ECS) • Verbesserung des Immunstatus • Therapie begleitend bei EMS Weitere Informationen zum Präparat sowie zur Dosierung von orthosal® VITAMIN E finden Sie unter www.navalis-vet.de pferdefokus – 5. Jahrgang, Nr. 7 65 marktplatz Die Verantwortlichkeit für die Texte und Bildrechte liegt ausschließlich bei den werbenden Unternehmen. COMPOSE® 2x: Futterzusatz für ängstliche oder leicht erregbare Pferde – jetzt brandneu in Deutschland! Wer kennt sie nicht, Stresssituationen für Pferde, z. B. beim Verladen, in fremder Umgebung oder beim ersten Ausritt. COMPOSE® 2x ist ein sehr wirksames, beruhigendes Futterkonzentrat zur kurzfristigen oder dauerhaften Anwendung. Es enthält wichtige Nährstoffe zur Regulierung der Nervenfunktion wie Magnesium, L-Tryptophan als essenzielle Aminosäure und Thiamin (Vitamin B1). L-Tryptophan ist Grundstoff einer Substanz, die die Signalübertragung im Gehirn beeinflusst und in herkömmlichem Futter nur geringfügig enthalten ist. Thiamin ist wichtig für den Energiestoffwechsel und beugt Unruhe und Hyperaktivität vor. Magnesium unterstützt die Funktion von Nervensystem und Muskeln. Erhältlich in Packungen von 0,5 und 2 kg bei Ihrem Tierarzt. Kontakt: Frau Karen Zetsche Tel. 040 86629225 [email protected] Erfolgreiche Langzeitbehandlungen mit dem PM Pferde-Schwinglifter Im Juli 2013 wurde der bisher längste Einsatz des PM PferdeSchwinglifters erfolgreich abgeschlossen. Über sechs Monate wurde das Rehepferd flexibel entlastet und damit nicht nur gerettet, sondern Folgeschäden der Rehe minimiert. Mit sichtlichem Wohlgefühl konnte es sich in der Box frei bewegen und sogar hinlegen. „Für manche Fälle ist es die einzige Behandlungsmöglichkeit“, sagen Tierärzte und Tierkliniken zu ihren Erfahrungen mit dem PM Pferde-Schwinglifter in der Behandlung von akuter Hufrehe, Frakturen und Sehnenverletzungen. „Aber auch bei einfacheren Fällen verbessern sich die Heilungschancen deutlich.“ Das Erfolgsrezept ist die gleichmäßige, federnde Teilentlastung. Während sich das Pferd wie gewohnt in der Box bewegt, wird das Eigengewicht um 50 bis 200 kg reduziert, was individuell eingestellt und jederzeit angepasst werden kann. Dies ist möglich durch die federnde und frei drehbare Einpunktaufhängung an gleitenden Trägern und durch das schonende, flexibel einstellbare Gurtsystem. Das beugt Problemen wie Belastungsrehe, Verdauungsstörungen oder Druckstellen wirksam vor. Der patentierte PM PferdeSchwinglifter wird seit 2009 in namhaften Pferdekliniken im In- und Ausland erfolgreich eingesetzt. Das Bild zeigt Ronja, die 2010 in der Pferdeklinik Burg-Müggenhausen behandelt wurde. Die mobile Version zum Mieten ermöglicht Behandlungen von nicht transportfähigen Pferden in allen Stallungen, auch „zuhause“ vor Ort. Weitere Informationen zum PM Pferde-Schwinglifter, zu Standorten, Referenzen und Videos finden Sie unter www.Pferde-Schwinglifter.de Michael Puhl GmbH Prof.-Peter-Wust-Str. 32a, 66679 Losheim am See Tel. 06832 475 Warmblood Fragile Foal Syndrome (Ehlers-Danlos-Syndrom) Das Warmblood Fragile Foal Syndrome (WFFS) ist eine erbliche Bindegewebsschwäche, die sich bereits direkt nach der Geburt des Fohlens bemerkbar macht. Die Symptome sind vergleichbar mit dem Ehlers-Danlos-Syndrom beim Menschen. Die Haut ist extrem überdehnbar und lässt sich weit vom Körper ablösen. An dünneren Hautstellen, z. B. an den Gelenken, reißt sie oft schon bei leichten Berührungen. Die Gelenke sind überstreckbar, am deutlichsten ist dies bei den Fesselgelenken zu sehen. Be- 66 pferdefokus – 5. Jahrgang, Nr. 7 troffene Fohlen können daher meist nicht normal stehen. Aufgrund der schlechten Prognose werden Fohlen mit WFFS kurz nach der Geburt euthanasiert. Nicht alle Fohlen kommen nach der normalen Trächtigkeit zur Welt, auch Frühgeburten und Aborte aufgrund von WFFS sind bekannt. WFFS wird autosomalrezessiv vererbt. Das bedeutet, dass ein Fohlen nur erkrankt, wenn es je ein betroffenes Gen von Vater und Mutter erhalten hat. Es müssen also sowohl Vater- als auch Muttertier das mutierte Gen tragen. Trägertiere selbst sind klinisch unauffällig, geben die Erbanlage jedoch mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 % an ihre Nachkommen weiter. Bei der Verpaarung von zwei Trägern besteht die Gefahr, dass die Nachkommen von der Erkrankung betroffen sind (25%). Der Gentest ist hier die einzige Möglichkeit eine solche Anpaarung zu vermeiden. Betroffen sind Warmblüter aller Rassen, die Trägerfrequenz liegt bei knapp 9 %. Die für WFFS verantwortliche Mutation wurde von der Arbeitsgruppe um Dr. Nena J. Winand an der Cornell University gefunden. LABOKLIN konnte die exklusive Lizenz für den WFFS-Gentest erwerben und besitzt somit das alleinige Untersuchungsrecht in Europa. [email protected] www.laboklin.de R+V Allgemeine Versicherung AG: Versicherungen für Pferd und Reiter Die Tierleben-Versicherung für Pferde sichert den Wert Ihres Pferdes, wenn es z. B. durch einen Unfall oder eine Krankheit zu Schaden kommt. Zur Absicherung bestehen verschiedene Möglichkeiten: • Allgefahrendeckung: Bei Tod oder Nottötung des Pferdes infolge einer Krankheit oder eines Unfalls erhalten Sie die vereinbarte Versicherungssumme. • Unfalldeckung: Wenn Sie den Versicherungsschutz aus- schließlich auf die Gefahren eines Unfalls begrenzen möchten. Je nach Verwendungszweck des Pferdes können Zusatztarife gewählt werden: • Dauernde Unbrauchbarkeit zum Reiten oder Fahren bzw. dauernde Zuchtuntauglichkeit • Fahrprüfungen • Vielseitigkeit • Distanzritte • Schleifen und Fahren von Langholz • Baustein Kolik-Operationskosten-Versicherung Gebührenordnung für Tierärzte bis zur vereinbarten Entschädigungsobergrenze übernommen. Verschaffen Sie sich einen Überblick: www.ruv.de/de/ privatkunden/tierversicherung/ pferdelebenversicherung/index jsp?WT.mc_id=01-1034-309 20120322 Die Operationskosten-Versicherung kann als Baustein in Verbindung mit der Allgefahrenoder Unfalldeckung sowie als Einzelvertrag abgeschlossen werden. Falls eine Operation unter Vollnarkose in einer Tierklinik stattgefunden hat, werden die Kosten für tierärztliche Leistungen, Medikamente und die Nachsorge in der Klinik unabhängig vom abgerechneten Satz der Sprechen Sie mit uns! Ulrike Seim, Raiffeisenplatz 1 65189 Wiesbaden Tel. 0611 5339662 [email protected], www.ruv.de Weidehygiene ab sofort auch mit Kalkstickstoff-Kali-Dünger Einen neuen und besonders für Pferdeweiden geeigneten NK-Dünger hat die AlzChem AG entwickelt. Seit Jahrzehnten hat sich der Dünger KalkstickstoffPerlka bereits zur Verbesserung der Weidehygiene bewährt. Denn nach dem Ausstreuen des Düngers treten im Boden kurzfristig Umsetzungsprodukte auf, die für die Infektionslarven vieler Weideparasiten nicht verträglich sind. Eine Kalkstickstoff-Düngung im zeitigen Frühjahr regt daher nicht nur den Graswuchs an, sondern dezimiert zugleich die überwinternden Larven von Blut-, Magen-, Darm- und Lungenwürmern. Diese Düngungsmaßnahme sichert den Erfolg einer medizinischen Entwurmung ab, denn die Pferde infizieren sich auf der Weide nicht so rasch wieder neu. Als lästig wurde von manchen Anwendern jedoch empfunden, dass meist in einem zweiten Arbeitsgang auch noch mit Kalium gedüngt werden muss. Daher produziert AlzChem ab sofort einen NKDünger mit 15 % Stickstoff und 18 % wasserlöslichem Kalium. Der Stickstoff liegt in Form des bewährten KalkstickstoffPerlka vor. Neben Stickstoff und Kalium enthält der neue Dünger „Perlka NK“ weiterhin16 % wasserlösliches Calciumoxid. Durch den hohen Anteil an wasserlöslichen Bestandteilen ist „Perlka NK“ besonders reaktionsfreudig und löst sich rasch auf. Die für Weideflächen wichtigen Nährstoffe Stickstoff, Kali und Calcium können jetzt in einem Arbeitsgang verabreicht werden. Der neue Dünger wird über den Agrarhandel vertrieben und in 600-kg-BigBags ausgeliefert. Weitere Informationen: www.alzchem.de Endlich – kabelloses Röntgen mit dem Leonardo DR mini Die Oehm und Rehbein GmbH aus Rostock hat eine der weltweit kleinsten und leichtesten Kofferlösungen mit nur 9,5 kg für portables, digitales Röntgen auf den Markt gebracht. Mit dem formschönen, aber dennoch robusten und platzsparenden Leonardo-DR-mini-Koffer kann kabellos und im AkkuBetrieb geröntgt werden. Ein eingebauter Laptop mit hoher Bildschirmauflösung sowie die integrierte Befundungs- und Akquisitionssoftware dicomPACS® DX-R garantieren eine ausgezeichnete Bilddarstellung. Die intuitive Software macht manuelle Eingaben der Röntgenparameter am Röntgengerät (bei integriertem Generator) unnötig und ermöglicht auch ungeschultem Personal eine unkomplizierte Handhabung. Der im Koffer integrierte, kabellose DR-Detektor wiegt nur ca. 1,5 kg und ermöglicht auf Grundlage einer hohen Auflösung von ca. 4 Lp/mm unschlagbare Bildqualität. Seinen Einsatz findet der Koffer in der ambulanten und stationären Radiologie, z. B. bei Pferde- oder Tierkliniken, der mobilen Hauspflege, aber auch in der maritimen und Rohstoffe abbauenden Industrie. Besonderer Vorteil: Der Leonardo DR mini kann auch in Gemischtpraxen sinnvoll eingesetzt werden, ohne dass ein zusätzliches digitales Röntgensystem benötigt wird. Neben dem Grundpaket bietet er noch viele weitere optionale Komponenten bzw. ein breites Angebot an Zusatz-Accessoires. Dazu zählen z. B. Schutzhüllen mit und ohne integriertem Raster. Weitere Informationen: Oehm und Rehbein GmbH Neptunallee 7c, 18057 Rostock Tel. 0381 36600500 Fax 0381 36600555 [email protected] www.oehm-rehbein.de pferdefokus – 5. Jahrgang, Nr. 7 67 marktplatz Die Verantwortlichkeit für die Texte und Bildrechte liegt ausschließlich bei den werbenden Unternehmen. Der THERZ-Sattel Der neue, ergonomisch geformte THERZ-Sattel ist in Zusammenarbeit von DIPOPferdeosteotherapeuten und Sattelherstellern entwickelt worden. Um den anatomisch korrekten Sitz des Sattels zu gewährleisten, wird er ausschließlich von DIPO-zertifizierten Sattelexperten angepasst. Stabiles Kernstück des THERZ-Sattels ist der mit Längsund Quergurten bespannte Holz-Stahlfederbaum, der sich auch bei größerer Belastung nicht verformt, da er dem Reiter den optimalen Sitzpunkt vorgibt. Dieser Punkt liegt dort, wo das Pferd den Reiter am besten tragen kann – auf Höhe des zwölften Brustwirbels. Das geschmiedete Kopfeisen übernimmt als Teil des Sattelbaums die Druckverteilung des Reitergewichts im vorderen Drittel der Sattellage. Die Orte des Kopfeisens weisen leicht vom Pferdekörper fort, um sich nicht in dessen Muskulatur bohren zu können. Des Weiteren wird der Sattel ausschließlich mit punktuell angehefteten, französischen Sattelkissen gefertigt. Diese sind mit Naturwolle gefüllt und werden komplett mit Filz ummantelt. Dadurch passen sie sich der bewegenden Muskulatur und kleinen Asymmetrien des Pferdes optimal an. Der THERZ-Sattel ist mit drei Kurzstrupfen ausgestattet und bedingt daher einen Langgurt. Dieser ist anatomisch funktioneller als ein Kurzgurt, da er den Pferdekörper besser umschließt. Dies sorgt zusätzlich für eine präzise Positionierung des Sattels auf dem Pferderücken. Weitere Informationen unter: www.THERZ.de POWERGRAS – das bessere Futter Bis vor 25 Jahren führten wir einen traditionellen landwirtschaftlichen Betrieb mit Pferdehaltung. Eines unserer Pferde litt damals schon an einer Heustauballergie, die absolut staubfreies Füttern erforderlich machte. Also stellte sich die Frage nach einer Alternative zum Heu. Da die Grassilagen auf dem damals verfügbaren Markt alle zu nass und zu eiweißreich waren, kamen sie als Pferdefutter nicht in Frage. So entstand die Idee, selber eine Heulage zu produzieren, die den Bedürfnissen unseres Pferdes gerecht wurde. Mit dem Anbau ausgesuchter Gräser sowie einem einzigartigen Produktionsverfahren entstand unser POWERGRAS, eine Heulage, die zu 90 % mit frischem Gras identisch ist. Es zeichnet sich durch einen hohen Trockensubstanz- und Rohfaseranteil sowie einen geringen Eiweiß- und Fruktangehalt aus. Durch die schonende Mahd bleibt die Struktur des Grashalmes erhalten, was eine längere Zeit für die Futteraufnahme sowie die Anregung der Speichelproduktion bedingt – so ist das Pferd in der Lage, sein Futter optimal zu verwerten. Ein großes Problem in Heulagen ist das Clostridium botulinum. Es kann durch Sand oder tote Tiere (Maus) in das Futter gelangen. Seit Beginn der Herstellung von POWERGRAS setzen wir Nitrite ein, welche die Ausbreitung des Clostridium botulinum weitgehend verhindern. Mit POWERGRAS werden beste Ergebnisse bei staubempfindlichen Pferden erzielt, zudem ist es einfach in der Handhabung – davon konnten sich in nunmehr 25 Jahren viele Pferdebesitzer überzeugen. Sollten Sie noch Fragen zu POWERGRAS haben, stehen wir Endo-Tech-Hamburg Die Firma Endo-Tech-Hamburg Bernd Grönhagen e.K. empfiehlt sich bei Fragen für flexible Endoskope. Seit 35 Jahren erfahren in Reparaturen und Gerätebau. Videoendoskope für den Veterinär- und Industriebereich werden im eigenen Hause gefertigt. 68 pferdefokus – 5. Jahrgang, Nr. 7 Nach Absprache erfolgt die Fertigung von Sondergeräten und Prototypen. Neben Gerätefertigung und Reparaturen wird der Handel mit gebrauchten Endoskopen und Zubehör betrieben. Die Firma befindet sich südlich von Hamburg direkt an der Autobahnabfahrt Maschen. Für weitere Informationen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung: ETH Bernd Grönhagen, Brunskamp 7 21220 Seevetal/Maschen Tel. 04105 580584 Fax 04105 580586 [email protected] [email protected] www.endo-tech-hamburg.de Ihnen gerne mit Rat und Hilfe zur Verfügung! Herstellung und Vertrieb: Bernd Schmidt 29525 Uelzen Tel. 0581 15635 www.powergras.de [email protected] Toxikologie - hochwertige Spezialanalytik und kompetente Beratung Medikationskontrolle beim Pferd Die Toxikologie bildet seit Jahrzehnten einen Schwerpunkt unseres Analysenangebots. Im LADR-Verbund verfügen wir somit über ein akkreditiertes Labor, welches hohe Standards benutzt und strengen Richtlinien unterliegt. Dass dies so bleibt, gewährleisten wir durch regelmäßige interne und externe Qualitätskontrollen. Durch konsequente Weiterentwicklung der Methoden können wir zügig auf sich ändernde Fragestellungen und neue Substanzen reagieren. Die Aufträge sind sowohl klinischer als auch forensischer Natur. Für den Nachweis von Medikamenten oder Betäubungsmitteln kommen modernste analytische Technologien wie Immunoassays, chromatographische und mas- senspektrometrische Verfahren zum Einsatz. Darüber hinaus erhalten Sie bei uns kurze Befundlaufzeiten und eine individuelle fachliche Beratung. Unsere Analytik beinhaltet ein umfangreiches Paket zum Teil kostenfreier Serviceleistungen. Unser zertifizierter Kurierdienst bietet eine flexible Probenabholung. Das erforderliche Entnahme- und Versandmaterial erhalten Sie bei unserem Partner, der ISG Intermed Service GmbH & Co. KG unter Freecall 0800 0850-113 Ein starker Verbund LADR ist ein ärztlich und inhabergeführter Laborverbund mit bundesweit über 120 Laborärzten, Mikrobiologen und Naturwissenschaftlern. Im Interesse unserer Einsender, Pa- tienten und ärztlichen Kollegen erbringen wir regional labormedizinische und analytische Dienstleistungen. Wir stehen für eine individuelle persönliche Beratung und Erreichbarkeit in allen Fragen der Labormedizin seit über 65 Jahren. LADR GmbH Medizinische Versorgungszentren Dr. Kramer & Kollegen www.ladr.de Dr. rer. hum. Biol. Lars Wilhelm Tel. 04152 803-460 EQUIVET – hochwertige Ergänzungsfuttermittel für Pferde exklusiv beim Tierarzt erhältlich Pferde sind seit jeher besondere Tiere und nicht selten die besten Kameraden für den Menschen. Sie wollen bestmöglich versorgt werden und verlassen sich auf uns. Bieten wir unseren Pferden das Beste und versorgen sie bedarfsgerecht mit den notwendigen Vitaminen, Spurenelementen und Mineralstoffen. Die EQUIVET-Produkte sind optimal aufeinander abgestimmt und entsprechen in der Zusammensetzung stets dem neuesten Stand der veterinärmedizinischen Ernährungswissenschaft. EQUIVET – hochwertige Ergänzung der Pferdefütterung für jeden Anspruch! Sport- und Hochleistungspferde haben einen erhöhten Bedarf an Vitamin E, Selen und Lysin. die umgehend ersetzt werden sollten, damit die Leistungsfähigkeit erhalten bleibt. EQUIVET Vitamin E liquid schützt effektiv die empfindlichen Muskelfasern vor der Zerstörung durch Schadsubstanzen und optimiert den Muskelstoffwechsel. Körperliche Belastbarkeit, die Leistungsbereitschaft und die Rittigkeit werden nachhaltig verbessert. Es hat sich in der Praxis gezeigt, dass EQUIVET Gammasterol nachhaltig den Muskelaufbau mit einem hohen Gehalt an Reiskeimöl, Gammoryzanol und Vitamin E unterstützt. Arbeitende Pferde verlieren über den Schweiß Elektrolyte, EQUIVET Electrolyte sind in der Zusammensetzung dem Schweiß des Pferdes nachempfunden und damit hervorragend zur Substitution geeignet. Wasser ist dabei stets zur freien Aufnahme anzubieten. Für weitergehende Informationen fordern Sie unsere Broschüre an oder besuchen Sie uns auf www.dopharma.de Kontakt: Dopharma Deutschland GmbH Hansestr. 53, 48165 Münster EQUIVET: Erhältlich nur bei Ihrem Tierarzt/Ihrer Tierärztin. pferdefokus – 5. Jahrgang, Nr. 7 69 marktplatz Die Verantwortlichkeit für die Texte und Bildrechte liegt ausschließlich bei den werbenden Unternehmen. Die erfolgreiche Behandlung von Erkrankungen am Bewegungsapparat von Sportpferden sowie die Regeneration nach einer Operation hängt entscheidend vom nachfolgenden Therapie- und Trainingsmanagement ab. Als Partner von Tierärzten und Pferdebesitzern hat sich die Kathmann Vital GbR seit 2005 auf die Rehabilitation von Pferden spezialisiert. In Vechta-Holtrup werden Pferde aller Rassen, Sportdisziplinen und Altersklassen – aus der Region sowie aus dem europäischen Ausland – trainiert oder rehabilitiert. In enger Zusammenarbeit mit Tierärzten, Therapeuten und Huforthopäden werden Behandlungs- und Trainingspläne erstellt und durchgeführt. Stationär oder ambulant. Das Ziel ist stets die Erhaltung oder Wiederherstellung der vollen Beweglichkeit und Leistungsfähigkeit. Im Mittelpunkt steht dabei das Aquatraining. Die schonende, kontrollierte Bewegung im Unterwasserlaufband kühlt Entzündungen und Schwellungen, massiert die Gliedmaße, regt Lymphsystem, Durchblutung und Stoffwechsel an und aktiviert somit den Heilungsprozess. Die Pferde sind ausgeglichen, das Wiederverletzungsrisiko ist deutlich minimiert, Muskulatur und Kondition werden erhalten/ aufgebaut. Die Rehabilitationszeit verkürzt sich und vereinfacht die Rückkehr in den Sport. Verschiedene physikalische Therapien runden das Therapiekonzept ab. Details finden Sie unter www.kathmann-vital.de Foto: Kathmann Vital GbR Therapie- und Traingsmanagement von Sportpferden Kathmann Vital GbR Therapie- und Trainingszentrum für Pferde Holtruper Str. 36, 49377 Vechta Tel. 04447 855944 [email protected] www.kathmann-vital.de URKRAFT – die Leinmanufaktur: Speisequalität für Mensch & Pferd! Die URKRAFT Leinmanufaktur hat sich auf die schonende Kaltpressung von Leinsamprodukten spezialisiert und verpresst ausschließlich Speiseleinsaat in bester Lebensmittelqualität. So entstehen zwei natürlich kaltgepresste Qualitätsprodukte: LEINÖL und LEINKUCHEN, welche beide für den menschlichen Verzehr geeignet sind. Unter dem Markennamen URKRAFT-LEINÖL-Spezial und URKRAFT-LEINSAM kommen sie als natürliche Ergänzungsfuttermittel für Pferde und Ponys zum Einsatz. URKRAFT-LEINSAM hat in erster Linie positive Wirkungen auf die Verdauung; dank seiner spezifischen Schleimstoffe (die in Leinöl nicht enthalten sind), hilft der Leinkuchen, eine stabile und abwehrstarke Magen-Darmflora aufzubauen, die Magen-Darm-Schleimhaut zu pflegen und dadurch Verdauungsstörungen (wie Kotwasser, Durchfall oder Koliken) vorzubeugen. URKRAFT-LEINÖL-Spezial fördert den allgemeinen Stoffwechsel und beinahe jedes Körpersystem kann die positiven Eigenschaften nutzen, angefangen vom Herz-Kreislauf-System bis hin zum Immunsystem. Dank der essenziellen Fettsäuren (a-Linolensäure oder kurz Omega-3), entwickelt das Leinöl wahre Multitalente für die Optimierung aller Lebensvorgänge. Haben wir Ihr Interesse geweckt? Dann fordern Sie noch heute ein kostenloses Produktmuster an unter www.urkraftleinmanufaktur.de Ihre Fragen rund um die Leinsam-/ Leinölfütterung beantworten wir Ihnen gern persönlich: Eiserbeck Naturprodukte UG URKRAFTLeinmanufaktur Rahnsdorfer Lindenstr. 22 06895 Zahna-Elster Tel. 034924 20201 [email protected] Aerosoltherapie für dämpfige Pferde mit dem RC-Animal-Chamber Der RC-Animal-Chamber ermöglicht dämpfigen Pferden die Aerosoltherapie mit Medikamentensprays. Dabei minimiert die Inhalierhilfe Dosierung und Nebenwirkungen von Kortison und vereinfacht die Medikamentengabe. Die chronisch obstruktive Bronchitis (COB) – auch als „Dämpfigkeit“ bekannt – ist die häufigste Lungenerkrankung bei Pferden: 8–10 % aller Pferde sind betroffen. Die bislang übliche Therapie – die systemische Gabe von Kortison – kann mit Nebenwirkungen verbunden sein. Wird das Medikament jedoch als Aerosol in Form kleinster Tröpfchen verabreicht, kann es deutlich niedriger dosiert werden. Ermöglicht wird Pferden die Aerosoltherapie mit Medikamentensprays durch den RC-Animal-Chamber. Die handliche Inhalierhilfe transportiert das Medikament direkt an den Ort der Erkrankung, wo es seine Wirkung optimal entfalten kann. Dabei wird die Deposition des Wirkstoffs in der Lunge bei minimaler Dosierung deutlich erhöht und der Behandlungserfolg vergrößert. Nicht zuletzt können die Nebenwirkungen von Kortison auf diese Weise erfolgreich vermieden werden. Der RC-Animal-Chamber ist einfach anzuwenden, pflegeleicht und ausgestattet mit der patentierten Cross-ValveTechnology™ – ein Ventilsystem, das eine Rückatmung in die Kammer verhindert. Die Inhalationstherapie mit Medikamen- tensprays kann vom Tierhalter selbst einfach durchgeführt werden. Mehr Informationen unter: R. Cegla GmbH & Co. KG Tel. 02602 92130 [email protected] www.rc-animal-chamber.de Neues kabelloses Röntgensystem für Pferdepraktiker meiVET (die Veterinärabteilung der medical ECONET GmbH mit Sitz in Oberhausen/NRW) stellt ein neues mobiles Röntgensystem für Pferdeärzte vor. Das System besteht aus einem kompakten, kabellosen Detektor inklusive Bildakquisitionssoftware eines namhaften deutschen Herstellers sowie einem tragbaren, batteriebetrieben Hochfrequenz-Generator. Die Kommunikation zwischen Detektor, Generator und Computer funktioniert über Funk bzw. WiFi und macht daher jegliche Kabel überflüssig. Das komplette System inklusive Transportkoffer ist ab 39.000 € zzgl. MwSt. erhältlich. Weitere Informationen erhalten Sie unter Tel. 0208 37789030 oder [email protected]. Wir beraten Sie gerne! Sollten Sie eine Vor- Herausgeber und Verlag: Schlütersche Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG Postanschrift: 30130 Hannover Adresse: Hans-Böckler-Allee 7 30173 Hannover, Tel. 0511 8550-0 Schriftleitung: Dr. med. vet. Katja Roscher, Dipl. ECEIM PD Dr. med. vet. Ingrid Vervuert Verlagsleitung: Klaus Krause führung des Systems wünschen, stehen wir Ihnen ebenfalls sehr gerne zur Verfügung. Als europäischer Marktführer vertreibt die medical Econet GmbH seit 1997 weltweit tragbare Röntgengeräte der Marken Acoma bzw. Poskom an Fachhändler und Tierärzte. Durch die enge Zusammenarbeit mit Herstellern von digitalen Röntgendetektoren können Marktbereich VeterinärMedien Leitung: Dr. med. vet. Ines George Tel. 0511 8550-2426, Fax 0511 8550-2411 [email protected] Anzeigenleitung: Bettina Kruse Tel. 0511 8550-2555, Fax 0511 8550-2406 [email protected] Anzeigenverkauf: Jessica Bönig, Tel. 0511 8550-2429 Malte Geers, Tel. 0511 8550-2445 Sonja Kenter, Tel. 0511 8550-2481 Fax 0511 8550-2406 [email protected] Anzeigenabwicklung: Ulf Schröder Tel. 0511 8550-2521 Zur Zeit gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 48 der Zeitschrift „Der Praktische Tierarzt“ vom 1.1.2013 Redaktion: Dr. med. vet. Viola Melchers, Nadine Steiner bildgebende Lösungen für fast jeden Einsatzzweck angeboten werden. Kontakt: Medical Econet GmbH Im Erlengrund 20 46149 Oberhausen Producing: Melanie Leitzke Vertrieb/Abonnement-Service: Tel. 0511 8550-2425 Fax 0511 8550-2405 [email protected] Bezug: Abonnenten der Fachzeitschrift „Der Praktische Tierarzt“ erhalten den pferdefokus automatisch und kostenfrei. Bankverbindung für Vertriebsrechnungen: Nord/LB Hannover (BLZ 250 500 00) Konto 101 418 200 Die Zeitschrift sowie ihre Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Mit Ausnahme der gesetzlich zugelassenen Fälle ist eine Verwertung ohne Einwilligung des Verlages strafbar. Druck: Grafisches Centrum Cuno GmbH & Co. KG, Gewerbering West 27, 39240 Calbe Gerichtsstand und Erfüllungsort: Hannover pferdefokus – 5. Jahrgang, Nr. 7 71 Sie haben es in der Hand, Ihr Pferd bei Gelenkentzündungen vor Knorpelabbau zu schützen. Ihr Tierarzt berät Sie gerne über den knorpelschützenden Entzündungshemmer zur Behandlung von Arthrosen und Gelenkentzündungen von Boehringer Ingelheim. ABCD