Das Wohnzimmer im Freien - Mediendienst

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Das Wohnzimmer im Freien - Mediendienst
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IMMOBILIENJOURNAL AM WOCHENENDE
Samstag, 4. Juni 2016
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Das Wohnzimmer im Freien
STEFAN SCHMITT schuf in Kleinlüder einen chilligen Freisitz in mediterraner Optik
Von Mirko Luis
Kurz bevor Hobby-Heimwerker Stefan Schmitt
(47) in seinem Garten in
Kleinlüder den Grill anwirft, verzaubert ein
prächtiger Regenbogen
den Abendhimmel. Nicht
weit vom neuen Freisitz
in mediterraner Optik
läuft frisches Regenwasser in den Goldfischteich. Die einen Steinwurf entfernte Gartenhütte wird von der Sonne angestrahlt. Es ist die
Idylle des perfekten Familienglücks.
Der schwarze Flat-Coated Retriever Samu, der seinen Namen dem blonden finnischer
Sänger Samu Haber zu verdanken hat, erkundet voller Neugier das blühende Naturparadies. Währenddessen schaut
Perserkätzchen Lilo für den
Bruchteil einer Sekunde aus der
Tür in Richtung Grill. Kurz darauf ist nur noch ihr um die
Ecke
sausender
buschiger
Schwanz zu sehen. Bei Familie
Schmitt, die den Reporter wie
Osthessens bester
Heimwerker
einen guten Freund empfängt,
wird viel und herzlich gelacht.
Fast wie im Urlaub. Ein Montagabend könnte kaum entspannender sein.
„Für uns ist das hier wie Urlaub – wie ein schönes Wohnzimmer im Freien“, sagt Pia
Schmitt (44), die mit ihrem
Mann seit 22 Jahren verheiratet
und 28 Jahre zusammen ist,
beim Fernblick auf Hainzell.
„Dabei befand sich dort, wo wir
gerade stehen, früher ein großes Hühnerhaus“, erzählt die
Angestellte der Sparkasse Fulda
bei einem kleinen Rundgang
auf dem Gelände. Neben Hühnern habe ihr Vater leidenschaftlich gern Enten und Gänse gehalten – jeder in dem kleinen Ort habe genau gewusst,
wo es die besten „Bratgockel“
gibt. Irgendwann wollte die
junge Familie Schmitt, die zu-
Rustikale Lounge im Freien mit eleganten Möbeln: Leona (16) und ihre Schwester Antonia
(12) beim Chillen auf der Sitzlandschaft, die dem Ambiente mediterranes Flair verleiht. Vorn:
Bauherr Stefan Schmitt (47) mit Flat-Coated Retriever Samu.
vor das fast 150 Jahre alte Familiengrundstück saniert und das
Wohnhaus umgebaut hatte,
aber selbst noch etwas vom
Garten haben. „Schließlich
werden die Kinder immer größer und sind irgendwann aus
dem Haus“, begründet Pia
Schmitt.
Stefan Schmitt, der beruflich
als Maschinenführer im Milupa-Werk Fulda tätig ist und dort
im Schichtsystem arbeitet,
nahm die Herausforderung
gern an. „Jetzt schickt’s – irgendwas muss passieren“, sagte
er sich. „Wobei ich bei mir
recht schnell eine ganz neue
Seite entdeckte, nämlich die
des kreativen Handwerkers, der
sich in seine Projekte immer
mehr hineinsteigert.“
Zuerst mauerte der gelernte
Bäcker eine alte Mistkuhle mit
Sandsteinen zu und funktionierte sie in einen Goldfischteich um. Im Jahr darauf ent-
stand eine neue, selbst entworfene Gartenhütte. Vor drei Wochen war das Wohnzimmer im
Freien komplett und wurde der
Loungebereich in mediterraner
Optik eingeweiht.
Mit „Learning by doing“, also „Lernen durch Handeln“,
„Learning
by doing“
hatte sich der im Fuldaer Stadtteil Malkes geborene Schmitt
zuvor bereits beim Umbau des
Hauses typische Tätigkeiten eines Bauhandwerkers angeeignet – vom Mauern über die
Holzverarbeitung und Pflasterarbeiten bis hin zum Fußbodenverlegen.
Tochter Antonia (12, Berufswunsch Lehrerin) bekam vor
Kurzem eine „Kreativhöhle“.
Wenn sie nicht gerade im Gar-
ten auf dem Baum sitzt und bei
Vogelgezwitscher
Erdkunde
lernt, lässt sie hier ihrer Fantasie freien Lauf.
Tochter Leona (16), die zur
Zeit ein Jahrespraktikum bei
Mediana absolviert und sich
nach ihrem Abschluss an der
Eduard-Stieler-Schule im Pflegestudiengang an der Hochschule Fulda einschreiben will,
hätte – wie der Rest der Familie
– nichts gegen einen kleinen
Pool oder Weinreben, die den
Sonnenschutz über der Sitzlandschaft eines Tages überflüssig machen. Hobby-Heimwerker Stefan Schmitt sieht
derartigen Wünschen gelassen
entgegen.
Schließlich
hat
Stefan
Schmitt für 2016 quasi sein Jahressoll erfüllt. Und sich selbst
wahrlich ein wenig Erholung
verdient. So war er – mit Ausnahme beim Bau der Gartenhütte – immer als Einzelkämp-
Rechts oben: Frisch Gegrilltes kommt auf den Teller. Unteres
Foto: Pia Schmitt mit ihren Töchtern Antonia und Leona am
Goldfischteich .
Fotos: Mirko Luis (4)/privat
fer unterwegs. Wegen der
Hanglage hatte er einen
Freund, der Miteigentümer des
Holzbaubetriebes in Kleinlüder
ist, um Hilfe beim Ausmessen
gebeten. „Ohne spezielle Computerprogramme wäre das
schwieriger geworden“, gesteht
Schmitt ein. Die Arbeit im Alleingang sehe er positiv. „Da
weiß ich immer am besten, was
als Nächstes kommt und kann
das Tempo selbst bestimmen.“
Mit Schubkarre und Spaten,
Handkreissäge, Akkuschrauber
und Bohrmaschine – den Klassikern der Do-it-yourself-Bewegung – ausgerüstet, hat der Südtirol-Fan der Liebe zu seiner
Frau und seinen Töchtern auf
besondere Weise Ausdruck verliehen. Da es für den Fan von
Eintracht Frankfurt nichts
Schöneres gibt, das Radio anzuschalten, Bundesliga zu hören
und parallel dazu sein Gartenreich mit Liebe zum Detail wei-
ter zu verschönern, darf man
gespannt
sein,
welchen
Wunsch er seinen Liebsten im
nächsten Jahr erfüllen wird.
Stefan Schmitt in seiner kleinen Werkstatt.
SERIE
Im ersten Schritt seines Drei-Jahres-Projektes mauerte Stefan Schmitt eine alte Mistkuhle
mit Sandsteinen zu und funktionierte sie zu einem Goldfischteich um.
Moderne Architektur für den Garten – vor allem die Hanglage war für den Bauherren eine Herausforderung.
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