NRW-Netzwerk Frauen und Sucht 15. Dezember 2011

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NRW-Netzwerk Frauen und Sucht 15. Dezember 2011
Landeskoordinierungsstelle Frauen und Sucht NRW, BELLA DONNA
NRW-Netzwerk Frauen und Sucht
Tagungsbericht der
Sitzung des NRW-Netzwerkes Frauen und Sucht
und
Eröffnung der neuen Landeskoordinierungsstelle Frauen und Sucht NRW, BELLA DONNA,
15. Dezember 2011
Martina Tödte eröffnet als Vertreterin der Geschäftsstelle des NRW-Netzwerkes Frauen und Sucht die Sitzung
und begrüßt neben den vielen Teilnehmerinnen des Netzwerkes ganz besonders die Ministerin für Gesundheit,
Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein, Frau Barbara Steffens; ihre Büroleiterin Frau Gabriele
Beckmann; Herrn Dirk Lesser, Leiter des Referates 214 im MGEPA ( Grundsatzfragen der psychiatrischen
Versorgung, psychiatrische Krankenhausplanung, Psychosomatik, Sucht, Drogen); Herrn Christoph Meinerz,
MGEPA, Leiter der Pressestelle und Frau Petra Dreier-Wenmakers aus dem Vorstand des Trägervereins der
Landeskoordinierungsstelle Frauen und Sucht NRW, BELLA DONNA.
TOP 1: Eröffnung der Landeskoordinierungsstelle Frauen und Sucht NRW, BELLA DONNA
Frau Petra Dreier-Wenmakers, Vorsitzende des Verein zur Hilfe suchtmittelabhängiger Frauen Essen e.V., Träger
der Landeskoordinierungsstelle Frauen und Sucht NRW, BELLA DONNA, begrüßt die TeilnehmerInnen und weist
darauf hin, dass sie bereits zum 2. Mal in der Geschichte von BELLA DONNA eine Landeskoordinierungsstelle
zum Thema „Frauen und Sucht“ eröffnet, welches eher ungewöhnlich für die BELLA DONNA-Einrichtungen ist,
da insgesamt eine hohe Kontinuität im Trägerverein bezogen auf Mitarbeiterinnen und Einrichtungen besteht.
Sie spannt den Bogen von den großen Bedenken Ende des Jahres 2006 bezogen auf eine befürchtete Stagnation
und fachliche Rückentwicklung des Themenbereiches Frauen und Sucht, als die derzeitige Landesfachstelle
Frauen & Sucht NRW auf Beschluss der damaligen Landesregierung schließen und dem gesamten Personal gekündigt werden musste.
Sie beschreibt die wirtschaftlich riskante Entscheidung des Trägers, die Thematik durch eine neue –nicht finanzierte– Einrichtung, die Fachstelle Frau●Sucht●Gesundheit weiter zu führen und die Bemühungen, die bewährten Vernetzungsstrukturen in NRW, die landesweit erst einmal entfallen waren, wieder zu beleben. Diese Entwicklung konnte nur mit den vielen Fachkolleginnen in NRW gelingen, die sich ebenso wenig mit der nun gestalteten Situation zum Themenfeld „Frauen und Sucht“ abfinden wollten, sich für eine erneute landesweite
Vernetzung engagierten und sich als Konsequenz im NRW-Netzwerk Frauen und Sucht organisierten.
Frau Dreier-Wenmakers bedankt sich bei Frau Tödte und den vielen Fachkolleginnen aus NRW für dieses Engagement. Es stellte sich deutlich „gegen den Wind“ der damaligen politischen und fachlichen Ausrichtung. Ohne
dieses Engagement und die parallel wachsende Aufmerksamkeit aus der politischen Opposition –sie bezog sich
dabei auf die Große Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zur geschlechtsspezifischen Aspekten der
Sucht- und Drogenhilfe im Jahr 2008 und die folgende Anhörung im Landtag NRW– wäre die heutige
Netzwerksitzung mit der Eröffnung der neuen Landeskoordinierungsstelle Frauen und Sucht NRW nicht möglich
geworden.
Entsprechend bestätigt sie den „würdigen Rahmen“, in dem sie die neue Einrichtung nun eröffnen kann – mit so
vielen Fachkolleginnen aus NRW und der Gesundheitsministerin Frau Steffens, die sich mit viel Kompetenz und
Engagement für die Thematik „Frauen und Sucht“ eingesetzt hat und einsetzt!
Abschließend stellt Frau Dreier-Wenmakers das Team der neuen Landeskoordinierungsstelle vor:
Martina Tödte und Barbara Eifert für die fachlich inhaltliche Arbeit (Frau Eifert beginnt am 01. April 2012);
Daniela Teigelkamp für Veranstaltungsmanagement und Verwaltung; Dorothea Herrmann, die zwar keine Mitarbeiterin der Landeskoordinierungsstelle sei, aber als Administratorin das wesentliche Standbein des BELLA
DONNAweb ist und Katja Waldschmidt, die „im Hintergrund“ und in der Zuarbeit der Verwaltung im Rahmen
einer geringfügigen Beschäftigung tätig ist.
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Landeskoordinierungsstelle Frauen und Sucht NRW, BELLA DONNA
NRW-Netzwerk Frauen und Sucht
TOP 2: Grußworte der Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes NordrheinWestfalen, Frau Barbara Steffens
Frau Steffens begrüßt die Anwesenden und erläutert, dass die geschlechtsspezifische Differenzierung in der
Suchthilfe ein Schwerpunkt der Sucht- und Drogenpolitik der Landesregierung sei. Sie betont, dass neben einer
stärkeren Einbeziehung der Belange drogen- bzw. suchtkranker Frauen und Männer in die Praxis insbesondere
auch eine fachlich-inhaltliche und strukturelle Verankerung geschlechtsspezifischer Maßnahmen und Strategien
in allen Bereichen und auf allen Ebenen des Suchthilfesystems erforderlich sei, damit die geschlechtsbezogene
Arbeit tatsächlich auch nachhaltig implementiert wird. Sie wies darauf hin, dass diese Erfordernisse nach wie
vor Überzeugungs- und Entwicklungsarbeit bedürfen.
Von der Wiedereinsetzung der Landeskoordinierungsstelle Frauen und Sucht NRW, BELLA DONNA, verspricht
sie sich wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der geschlechtsbezogenen Arbeit mit Frauen in NRW, denn
es sei aus ihrer Sicht unbestritten, „dass die Entwicklung und der Verlauf einer Sucht maßgeblich von geschlechtsspezifischen Einflussfaktoren bestimmt werden. Um erfolgreiche und frauenspezifische Therapieangebote bieten zu können, brauchen wir deshalb auch eine geschlechterspezifische Ausrichtung bei dem Umgang mit der Sucht".
Sie verwies auch auf das Landeskonzept gegen Sucht, welches die Stärkung geschlechtsspezifischer Präventionsund Hilfeansätze sowie den Auf- bzw. Ausbau bedarfsgerechter Angebote als zentrales Element beinhalte. Bei
der Entwicklung und Umsetzung dieses Landeskonzeptes durch einen „Aktionsplan“ werde die neue Landeskoordinierungsstelle Frauen und Sucht aktiv eingebunden.
Frau Steffens lobte ausdrücklich das große persönliche Engagement sowie die hohe fachliche Kompetenz der
Fachfrauen aus den regionalen Arbeitskreisen Frauen und Sucht in NRW, die in 2009 das „NRW-Netzwerk
Frauen und Sucht“ gegründet haben.
Diesem Engagement sei es zu verdanken, dass trotz der schwierigen Bedingungen für die Frauensuchtarbeit seit
2006 mit diesem Netzwerk ein landesweites Forum geschaffen wurde, das einen Austausch von Erfahrungen
und die Bündelung von Kompetenzen ermöglicht. „Um die Angebote für Frauen und Mädchen mit Suchtproblematik sowie um die Prävention in diesem Bereich zu verbessern, wurde somit eine Struktur geschaffen, auf der
nunmehr aufgebaut werden kann", führte Frau Steffens weiter aus.
Frau Tödte bedankt sich sehr herzlich für die freundlichen Grußworte und lädt nun alle Anwesenden zu einem
kleinen Imbiss ein.
TOP 3: Sitzung des NRW-Netzwerkes Frauen und Sucht
Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit verzichten wir übereinstimmend auf einen ausführlichen Austausch der
Arbeitskreise, der aber in der nächsten Sitzung auf jeden Fall ganz oben auf der Tagesordnung stehen wird.
Vertieft werden:
•
die Thematik des Fachportals BELLA DONNAweb, insbesondere durch die günstige Situation, dass
Dorothea Herrmann als Administratorin noch anwesend ist. Die Möglichkeiten, die die FachGruppe des
Netzwerkes bietet, können noch deutlich arbeitserleichternder genutzt werden und erschließen sich
den Kolleginnen zunehmend – dennoch ist dieses Medium in unserem Arbeitsalltag eher fremd und
braucht noch ein bisschen Begleitung. Vereinbart werden regionale Schulungen im Umgang mit dem
Fachportal: Kathi Finke kann in Bielefeld und Sybille Teunissen in der neuen Klinik in Castrop-Rauxel
jeweils PC-Schulungsräume anbieten. Barbara Nagels klärt Möglichkeiten im Raum Düsseldorf. Martina
Tödte klärt, wie die Kosten in dem Etat der Landeskoordinierungsstelle in 2012 unterzubringen sein
können;
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Landeskoordinierungsstelle Frauen und Sucht NRW, BELLA DONNA
NRW-Netzwerk Frauen und Sucht
•
die Thematik der Strukturen in NRW, die sich mit der Landeskoordinierungsstelle Frauen und Sucht und
der neuen Landesstelle Sucht noch einmal verändert haben. Verabredet wird, dass in der nächsten
Sitzung diese Thematik aufgegriffen wird und entsprechend vorbereitet: Martina Tödte zum Thema
Politik- und Verwaltungs-strukturen, Beate Schröder zur Struktur der Wohlfahrtspflege in NRW.
Die nächste Sitzung des NRW-Netzwerkes Frauen und Sucht findet statt am
Donnerstag, 14. Juni 2012
von 9.00/10:00 bis 13:00 Uhr in den Räumen der
Landeskoordinierungsstelle Frauen und Sucht NRW, BELLA DONNA, in Essen.
Eine Einladung wird durch die Geschäftsstelle des Netzwerkes erfolgen.
Mit herzlichen Grüßen
Martina Tödte
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