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SPARRING
Objektive Beurteilung für ein erfolgreiches Training
© 1987/2015 Martial Arts Center, Dusan Drazic · Sedanstr. 29 · 81667 München · www.martial-arts-center.de
Inhaltsverzeichnis
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Eine objektive Beurteilung
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Qualitative Fragen
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Mittel die nicht Funktionieren
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Ein Weg der zu etwas führt
o Einige Möglichkeiten
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Über den Autor
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Kontakt & Adresse
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SPARRING
Eine objektive Beurteilung
Kampfsporttrainer ertappen sich oft beim Ermahnen ihrer Schuler die Ergebnisse ihres
Sparrings durch geistige Sofortwiederholung, oder geistige Vergegenwärtigung zu
untersuchen, um Schwachpunkte herauszufinden.
Als Kämpfer müssen Sie deutlich sowohl Ihre Stärken als auch Ihre Schwächen
erkennen, damit zukünftige Übüngskämpfe Ihre Fähigkeiten verbessern.
Qualitative Fragen
Dennoch gehen Kämpfer all zu oft Übungskämpfe ohne eine klare und bewusste
Verbesserungsstrategie an. Die sich daraus ergebende Folge ist, dass viele Kämpfer
Monate- und Jahrelang mit Kampftraining beschäftigt sind, mit einem, wenn Überhaupt
dann nur sporadisch auftretenden Erfolg.
Dieses Phänomen ist vor allem bei solchen Sportarten oder Wettkämpfen
vorherrschend, dessen Leistungskriterien qualitativ sind, wie z.B. beim Turnen,
Schlittschuhlaufen und Zweikampfsportarten. Qualitativ bedeutet in diesem Fall das
Fehlen von exakten, messbaren, technischen Kriterien zur Beurteilung der Leistung.
Vielleicht ist die beste Weise dieses Konzept zu verstehen ein Beispiel eines
quantitativen Sports zu untersuchen: Olympisches Gewichtheben.
Sportler haben hier eine klare und unmittelbare Rückwirkung auf ihr Training.
Nehmen wir als Beispiel einen Sportler der 300 Pfund zweimal hintereinander Reißen
und stemmen kann. Wenn es ihm gelingt dieses Gewicht auch dreimal hintereinander
zu heben, oder mehr als 300 Pfund zweimal hintereinander zu stemmen, dann hat er
ein höheres Niveau erreicht. Ganz einfach!
Mittel die nicht funktionieren
Beim Sparring (Übungskampf) ist es jedoch ziemlich schwer festzustellen ob man sich
verbessert oder nicht. Zurzeit versuchen viele Kämpfer ihre Fortschritte auf drei Arten
zu Beurteilen:
1. Indem sie beobachten wie gut sie bei einem Wettkampf abschneiden.
2. Indem sie untersuchen wie wirkungsvoll sie beim Training über einen Mitschüler
die Oberhand gewinnen.
3. Und schließlich indem sie von ihrem eigenem subjektiven Urteilungsvermögen
Gebrauch machen
(und sich denken: " Wow! Ich fühle mich ganz schön schnell heute! " ).
Unglücklicherweise sind alle drei Methoden für gewöhnlich recht unzuverlässig.
Schließlich konnten sie den Wettkampf nur deshalb gewonnen haben, weil die besseren
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Kämpfer an diesem Tag zu Hause geblieben waren ( oder umgekehrt, Sie haben knapp
verloren, aber Sie konnten ja nicht wissen was für ein toller Kämpfer Ihr Gegner war).
Konnte es nicht sein, das der Mitschüler den Sie schließlich besiegt haben einfach
einen schlechten Tag hatte?
Die enorme Komplexität des Sparrings bewirkt, das diese Art von Untersuchungen, um
es gelinde auszudrücken, unzureichend ist.
Ein Weg der zu etwas führt
Wenn Sie versuchen dieses Problem zu lösen, dann probieren Sie dieses einfache und
vielseitige Hilfsmittel zur Beurteilung und Beurkundung des Trainings.
Man nennt es Beurteilungsbogen und es funktioniert folgendermaßen:
Fangen Sie damit an eine Liste angemessener Kriterien aufzustellen, (siehe Muster auf
der nächsten Seite). Sie könnte Kriterien wie z.B. Schnelligkeit, Timing, Angriffslust,
Gebrauch von Kombinationen und Treffsicherheit enthalten.
Die Zahl der Elemente die Sie verwenden, hängt von verschiedenen Faktoren wie z.B.
der Erfahrung des Kämpfers, und die Art wie Sie das Verzeichnis planen und
gebrauchen ab.
(Eine zu lange Liste würde einen Anfänger nur durcheinander bringen).
Das vorgefertigte Beispiel führt 20 Merkmale auf. Sie können aber auch weniger
wählen. Hinter jedem aufgeführtem Punkt befindet sich eine Skala von 1 bis 10.
1 weist auf eine furchtbare Leistung hin, 10 bedeutet eine phantastische Leistung.
Das Verzeichnis verfügt zusätzlich über eine Spalte in der Sie eintragen können, wie
viele Wettkämpfe Sie bestritten haben, wie schwierig sie waren u.s.w.
Das dient der Dokumentation Ihres Trainings, das später in diesem Artikel
ausgearbeitet wird. Der Kämpfer füllt sofort nach jedem Sparring solange seine oder
ihre Erinnerung noch lebendig ist, das Formular aus. Absolute Ehrlichkeit ist hierbei
entscheidend!
Bis zu diesem Punkt erscheint dieses Verzeichnis als eine subjektive Beurteilung und
das ist sie auch. Der Schlüssel um die Beurteilung objektiv werden zu lassen ist, eine
Querverweisung auf die Beurteilung von Seiten anderer, meistens auf die des Trainers,
zu machen.
Nach der Sparringsession, während der Kämpfer das Verzeichnis ausfüllt, beurteilt der
Trainer die Leistung seines Schülers auf einem anderen Formular.
Nun besitzen beide, Kämpfer und Trainer ein kostbares Mittel mit dem sie die
Leistungsmängel bekämpfen können und das dazu ausgerichtet werden kann um das
Trainingsprogramm zu verändern.
Dieses „Melding“ der Wahrnehmung des Kämpfers und die Beurteilung von
Seiten des Trainers bringt eine relativ objektive Analyse hervor.
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Wenn sowohl der Trainer als auch der Sportler einer besonderen Fertigkeit die gleiche
oder ähnliche Punktzahl zuweisen, dann kann die Beurteilung als zuverlässig
angesehen werden. Stellen sich aber bedeutsame Ungereimtheiten heraus, (der
Schüler bewertet z.B. seine Beweglichkeit mit einer 8, während der Trainer dafür nur
eine 4 vergibt), dann besitzt der Kämpfer kein genaues Urteilungsvermögen in Bezug
auf seine oder ihre Fähigkeiten. Durch dieses Vorgehen entwickeln die Kämpfer eine
bessere Erkenntnis hinsichtlich ihrer Fähigkeiten und Taktiken.
Während die vorhergehende Überlegung die grundlegenden Voraussetzungen des
Bewertungsverzeichnisses nur umreißt, so sind seine möglichen Anwendungen
unendlich.
Hier sind nur einige Möglichkeiten (für den Anfang)
•
Nach einem Wettkampf beurteilen Sie Ihren Gegner und er/sie macht dasselbe.
Auf diese Weise gewinnen Sie einen wertvollen Einblick über Ihre besten und
schlechtesten Taktiken. Ihre Gegner können in der Tat in vielerlei Hinsicht ein
besserer Maßstab ihrer Wirksamkeit sein als Ihr Trainer, da sie ja die Empfänger
ihrer Taktiken sind.
•
Lassen Sie vielleicht einmal im Monat Ihr Sparring von mehreren Personen
gleichzeitig beurteilen. In den Zahlen steckt die Wahrheit, wenn also alle
Formulare darauf hinweisen, das Sie z.B. Ihre Kicks telegraphieren (ankündigen)
wissen Sie genau woran Sie noch arbeiten müssen.
•
Lesen Sie alle Listen durch. Berechnen Sie den Durchschnitt der Punktzahlen.
Nun besitzen Sie eine knappe Übersicht über Ihre Tendenzen, sowohl über die
Positiven wie auch über die Negativen. Versuchen Sie während des darauf
folgenden Monats Ihre Schwachpunkte zu bekämpfen. Berechnen Sie
anschließend den Durchschnitt der vorläufigen Zeitspanne.
Haben Sie sich verbessert?
•
Wenn Sie einmal die Gebiete herausgefunden haben in denen Sie noch üben
müssen, dann heben Sie zwei oder drei dieser Merkmale während eines Monats
in dem es sich lohnt Bewertungsbögen zu erstellen hervor. Das wird Sie daran
erinnern sich bei Ihren Übungskämpfen so lange auf diese Fähigkeiten zu
konzentrieren, bis Sie sich darin verbessern.
•
Verwenden Sie den Beurteilungsbogen, um Ihr Training zu dokumentieren. Das
ist entscheidend, um im Training Erfolg zu haben.
Bis jetzt bemühen sich nur sehr wenige darum.
Wenn ich Sie frage wie viel Geld Sie auf der Bank haben, dann bin ich mir sicher,
dass Sie mir meine Frage beantworten können.
Wenn ich Sie aber jetzt frage wie viele Minuten Sie im letzten Monat mit Sparring
verbracht haben, dann wissen Sie es wahrscheinlich nicht. Eine grundlegende
Voraussetzung, um Fähigkeiten zu verbessern ist, mehr Zeit damit zu verbringen sie
zu üben.
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Wie können Sie Ihr zukünftiges Training planen wenn Sie nicht einmal wissen wie
lange Sie sich mit ihnen beschäftigen. Kämpfer sollten wenn möglich während einer
Standard-Rundenlänge, wie z.B. von 2 oder 3 Minuten Ihre Übungskämpfe
austragen. Auf diese Weise kann der Trainingsumfang den Bedürfnissen des
Kämpfers angepasst werden.
Autor
Dusan Drazic, Jahrgang 1961
Kung Fu Lehrer (Ving Tsun), TKD 4. Dan, Nahkampfausbilder,
Stuntchoreograph, Berater
Trainiert seit 1970 die verschiedensten Kampfkünste und eröffnete das Martial Arts
Center 1987 in München. Gründung des RSD Systems (Real Self-Defence) 1988 und
Entwicklung eines mehrteiligen Kursprogramms für Frauenselbstverteidigung.
Weitere Fähigkeiten und Kenntnisse:
Judo, Karate, Jeet Kune Do Concepts, Wing Kido Kai, Kobudo, Eskrima / Kali, Pencak
Silat, Kickboxen, Kyusho Jitsu, Chin Na, versch. Meditationstechniken, alternative
Heilmethoden.
Als Tanzlehrer und Tanzsporttrainer (ADTV) mit über 28.000 Unterrichtsstunden und
weit mehr als doppelt so viel zufriedenen Schülern jeder Altersklasse, verfügt er über
pädagogische Erfahrung, die man in seiner Arbeit, Hilfestellung und Umgang mit
Menschen sofort spürt.
Kontakt
Martial Arts Center
c/o Dusan Drazic
Sedanstr. 29
81667 München
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Beurteilungsbogen
Datum:
Name:
Alter:
Trainingsjahre:
Anzahl der Kämpfe:
Bedingungen:
Sparring ‡
Wettkampf ‡
Wettkämpfe und Sparrings
Merkmale
Beispiel: 1 = furchtbar, 10 = fantastisch
Intensität (1 bis 10)
Beispiel: 1= sehr leicht, 5= mittel, 10= sehr hart
Wachsamkeit
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
Kampfverlauf
Entspannung
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
Angriffslust
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
Konter
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
Kombinationen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
Treffsicherheit
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
Präzision
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
Schnelligkeit
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
Augenkontakt
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
Angriffe
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
Beweglichkeit
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
Timing
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
Verteidigung
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
Krafteinsatz
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
Selbstkontrolle
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
Distanzgefühl
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
Strategie
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
Finten
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
Ausdauer
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
Gesamteindruck
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
Bemerkungen
Gesamtzeit
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