Austerlitz Dietrich Klinge
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Austerlitz Dietrich Klinge
PRESSEMITTEILUNG Dietrich Klinge Austerlitz Eröffnungsveranstaltung: Sonntag, 13. Juli 2014, 15:00 Uhr, im Historischen Saal des Barockschlosses Slavkov (Austerlitz), Tschechische Republik Ausstellungsdauer: 14. Juli bis 30. September 2014 Die Stadt Austerlitz und die Galerie Terminus, München, als Hauptsponsor zeigen eine große Werkausstellung des Bildhauers Dietrich Klinge im Barockschloss Slavkov (dt. Austerlitz). Der international anerkannte Bildhauer studierte bei Meistern wie Alfred Hrdlicka und Herbert Baumann. Klinge wird seit vielen Jahren durch die Galerie Terminus vertreten, 2008 stellte er sein Werk in einer umfassenden Einzelausstellung in den Räumen der Galerie Terminus vor, einige seiner Skulpturen sind in permanenter Ausstellung zu sehen. Im Sommer 2014 werden fünfzehn Großplastiken in den Innenhöfen des Barockschlosses in Austerlitz sinnträchtig präsentiert. Gordian VII, 2007, Bronze, 254 x 122 x 148 cm (Abb. links) Gordian VIII, 2009, Bronze, 240 x 142 x 106 cm Dietrich Klinge ist für seine großen Bronzen bekannt, die er zunächst mit der Kettensäge aus Holz modelliert und dann in Bronze gießt. So weisen seine Skulpturen statt der rauen Oberfläche die charakteristische Glätte von Metall auf, ohne die Körperhaftigkeit der Holzstücke zu verlieren. Thematisch setzt sich Klinge überwiegend mit der menschlichen Figur auseinander. Alle seine Werke sind geprägt von einer archaischen Ausdruckskraft. Seine kraftvollen Schnitte mit der Kettensäge lassen Figuren entstehen, die kompromisslos individuell sind und eine würdevolle Hoheit ausstrahlen. Gleichzeitig erzählen sie aber auch von der Verletzlichkeit des Menschen. Dieses Ausdrucksspektrum macht die Skulpturen von Dietrich Klinge so geeignet für eine Aufstellung im Schloss Slavkov. Sie weisen einerseits auf grundlegend menschliches Ringen mit Sich und der Welt. Andererseits korrespondieren die Figuren mit der Geschichtsträchtigkeit des Schlosses, in dem 1805, nach geschlagener Schlacht von Austerlitz, der Friedensvertrag zwischen Österreich und Frankreich unterzeichnet und die politische Neuordnung Europas eingeleitet wurde. Für die Ausstellung und besonders in Anbetracht der historischen Bedeutung des Ausstellungsortes wählt Klinge eine paarweise Aufstellung seiner Skulpturen. Auf diese Weise gelingt es ihm, die Gegensätzlichkeit im Wesen des Menschen nicht nur innerhalb einer Figur zu thematisieren, sondern neue Spannungsverhältnisse der menschlichen Existenz zwischen Erhabenheit und Zerstörung sichtbar zu machen. So bilden etwa der männliche Gordian VII und sein weibliches Pendant Gordian VIII eine Einheit. Gordian VII ist gekennzeichnet von einem riesigen Hohlraum, denn ihm fehlt seine Körpermitte. Mit Kopf, Armen und Beinen bildet er einen filigranen Rahmen um diesen leeren Bereich. Demgegenüber lassen sich die einzelnen Gliedmaße von Gordian VIII nicht ausmachen. Sie ist ganz Kopf und Körperblock. Ihre Unerschütterlichkeit und Standfestigkeit bildet den Kontrast zur Verletzlichkeit ihres männlichen Partners. Sie schaut nach vorne in die Zukunft, bereit für Aufbau und Umsetzung von Plänen; sein Blick scheint nach innen gerichtet zu sein und verhandelt Erinnerungen und Gefühle. Obwohl sie keine Hände hat, wirkt sie tatkräftig. Seine Hände liegen kraftlos übereinander, verströmen Passivität, obwohl sie doch Basis und Ankerpunkt seiner aufrechten Haltung sind. Mit diesem Paar gelingt Klinge eine kraftvolle Aussage zur Menschheit und zum Ausstellungsort: Hier die verlorene Mitte als Sinnbild für die verlorene Unschuld im Angesicht der Schrecken der Schlacht; dort der aufs Wesentliche reduzierte Körperblock, der den Willen zum Voranschreiten beherbergt, ohne die entsprechenden Mittel für eine Umsetzung zur Verfügung zu haben. Erst gemeinsam bilden sie eine lebensfähige Einheit, die sich weder von der Vergangenheit abwendet, noch in ihr stecken bleibt. Gezeigt werden in Schloß Austerlitz 15 Großplastiken aus Bronze. Die Preise bewegen sich zwischen 60.000 und 130.000 Euro. SCHLOSS SLAVKOV Palackého nám stí 1, 684 01 Slavkov u Brna, Tschechische Republik www.zamek-slavkov.cz Öffnungszeiten: Juli/August täglich von 9:00 - 17:00 Uhr September: Dienstag - Sonntag von 9:00 - 17:00 Uhr GALERIE TERMINUS GmbH Theatinerstraße 22 (Postanschrift: Salvatorstraße 2), 80333 München Telefon +49(0) 89 - 29 61 87 · Telefax +49(0) 89 - 22 08 38 [email protected] Weitere Informationen finden Sie unter: www.galerie-terminus.de