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Ecolamp International Koninginnedijk 34c 5361 CW Grave UNTERSUCHUNGSBERICHT Projekt: Luftreinigung durch Ecolamp Studie : 4 x Mikrobiologische Luftuntersuchung Untersuchungsnummer Datum der Studie Auftraggeber Ansprechpartner Probennahme durch Behandelt von : : : : : : 20070209 26. Februar 2007 Ecolamp International Hans van Lieshout Herrn L. Thomassen Herrn L. Thomassen Inhaltsangabe Einleitung Luftuntersuchung ........................................................................................... 3 Normen / Grenzwerte ........................................................................................................ 4 Messresultate ..................................................................................................................... 5 Messpunkt: Raumluft Raum A ……………………………………………………………….. 6 Messpunkt: Raumluft Raum A Doppelmessung ………………………………………….. 7 Messpunkt: Raumluft in Raum A nach Positionierung der Ecolamp ....................…… 8 Messpunkt: Raumluft in Raum A nach Positionierung der Ecolamp …....................... 9 Erläuterung der Messresultate ....................................... .................... ............................ 10 Anlage ................................................................................................................................. 11 2 Einleitung der Luftuntersuchung Anlass der Forschung Mikroorganismen und ihre Ausscheidungsprodukte, die in Anlagen vorhanden sind, können in der Form von Bioaerosolen mit der Luft in die Arbeitsräume geführt werden. Die Inhalation von bestimmten Mikroorganismen und/oder ihren Nebenprodukten können Infektionskrankheiten oder allergische und/oder toxische Reaktionen verursachen. Verschmutzte und kontaminierte Luftaufbereitungsanlagen können auch Beschwerden über trockene Luft und unangenehmen Geruch verursachen. Die Nutzung und Unterhaltung der Räume selbst kann ebenfalls eine Quelle für mikrobiologische Verunreinigung sein. Tritium BV bestimmt Ihre Proben immer auf diese möglicherweise schädlichen Organismen, ungeachtet der Gesamtkeimzahl an Mikroorganismen. Die Studie zeigt einen Vergleich der Luftproben, bevor die Ecolamp platziert wurde und nachdem die Ecolamp 24 Stunden gearbeitet hat. Qualitätssicherung Tritium BV ist ein Labor für die qualitative und quantitative mikrobiologische und chemische Untersuchung von Luft, Wasser, Oberflächen und Nahrungsmitteln auf das Vorhandensein von Arten, Geschlechtern oder Familien von Mikroorganismen. Apparatur Die Luftmessung wurde mit einem „Air Sampler“ durchgeführt. Dieses Gerät entnimmt Proben einer im Voraus eingestellten Luftmenge zwischen 10 und 1000 Liter. Durch das Platzieren von verschiedenen sterilen Teststreifen für Probennahme im Gerät wird eine sorgfältige Probe der vorhandenen Luft entnommen. Mit diesen Teststreifen werden im Labor 8 oder 9 Arten Bakterien und 19 Arten Schimmel und Hefen determiniert. Gleichzeitig wird die Gesamtkeimzahl an Bakterien, Schimmeln und Hefen bestimmt. Arbeitsweise Am Tag der Untersuchung werden der Luft an einigen Messpunkten Proben entnommen. An jedem genannten Messpunkt werden zweimal 360 Liter Luft angesaugt. Die ersten 360 Liter werden über eine PCA-RODAC-Platte und die zweiten 360 Liter über eine OGYE-RODAC-Platte geleitet. Mit dem ersten Nährboden wird die Keimzahl der aeroben (Sauerstoff benötigenden) und fakultativ anaeroben (Sauerstoff liebenden) Bakterien bestimmt. Mit dem zweiten Nährboden wird die Keimzahl der Schimmel und Hefen bestimmt. Bei einer Legionella-Untersuchung wird ein dritter, legionellaspezifischer Streifen verwendet. Hierüber werden 500 Liter Luft geleitet. Sowohl im Labor als auch während der Messung wenden wir die entsprechenden Normen an. Die Untersuchung verläuft laut der NEN-EN 13098. 3 Normen / Grenzwerte Mikrobiologisch Die von Tritium BV verwendeten Grenzwerte für Räume stimmen mit den Ratschlägen des Ministeriums für soziale Angelegenheiten und Arbeitsmöglichkeiten auf diesem Gebiet überein.1 - Die Keimzahl Bakterien darf nicht mehr betragen als 500 Kolonie formende Einheiten (KbE) pro m³ pro Art *. - Die Keimzahl Schimmel und Hefen darf nicht mehr betragen als 500 KbE/m³ pro Art *. Tritium BV legt für Schimmel einige zusätzliche Richtlinien zugrunde. - - Die Keimzahl der Toxin produzierenden Schimmel (Aspergillus flavus) darf nicht mehr als 100 KbE/m³ betragen. Die Keimzahl der Toxin produzierenden Schimmel, die eine geringe Menge Sporen an die Luft abgeben (Fusarium und Stachybotrys), dürfen nicht mehr in der Luft vorkommen. Der Unterschied der Keimzahl einer bestimmten Art darf nicht mehr als 200 KbE/m³ gegenüber der Außenluft betragen. Falls in dem betreffenden Raum allergische Personen arbeiten, ist es ratsam, den Grenzwert von 100 KbE/m³ einzuhalten. Die Luft, die ein Klimaschrank liefert, muss eine möglichst niedrige Konzentration an Mikroorganismen enthalten. Ein gut funktionierender Klimaschrank kann fast sterile Luft produzieren. Darum legt Tritium BV einen Zielwert von 50 KbE/m3 für Bakterien/Schimmel und Hefen zugrunde. Physisch Auch auf dem Gebiet von physikalischen Messungen (Temperatur, relative Feuchtigkeit und CO2Gehalt) wendet Tritium BV die Richtlinien des Ministeriums für soziale Angelegenheiten und Arbeitsmöglichkeiten an.2 - Die optimale Temperatur in einem Raum ist sehr abhängig von der Art Arbeit, der Jahreszeit und persönlichen Vorlieben. Für Büroarbeiten werden im Winter (Heizperiode) 20-24ºC und im Sommer 23-26ºC empfohlen. - Die relative Feuchtigkeit muss normalerweise zwischen 30 % und 70 % liegen. Der Zielwert liegt bei 40 % bis 50%. - Der CO2-Gehalt ist ein Indikator für das Ausmaß der Ventilation in Büros. Er darf nicht höher als 1200 ppm werden. Der Zielwert liegt unter 800 ppm. * In der betreffenden Literatur wird kein Unterschied zwischen Art, Geschlecht oder Familie gemacht. Tritium BV wendet die Norm pro „Messzeile“ an. Wie in den Messlisten zu sehen ist, besteht diese aus einer Art, einem Geschlecht oder einer Familie von Mikroorganismen. 1 Ministerium für soziale Angelegenheiten und Arbeitsmöglichkeiten, Informationen zum Arbeitsschutzgesetz Nr. 9, Biologische Arbeitsstoffe, Sdu Verlag, 2000 2 Ministerium für soziale Angelegenheiten und Arbeitsmöglichkeiten, Informationen zum Arbeitsschutzgesetz Nr. 7, Büros, Sdu Verlag, 2000 4 Messresultate Pro Messpunkt finden Sie eine Übersicht der vorgefundenen Keimzahlen schädlicher Mikroorganismen vor. Unter „nicht identifizierten Arten“ finden Sie eine Restgruppe von Mikroorganismen, deren Schädlichkeit (noch) nicht nachgewiesen ist. Die Abweichung der Keimzahl von Mikroorganismen auf den Teststreifen für Luftprobennahme beträgt höchstens 1/5 der gefundenen Keimzahl. Falls 0 angegeben ist, bedeutet das, dass weniger als 10 KbE / m3 gefunden wurden. Des Weiteren finden Sie: - den Zeitpunkt der Messung, - die Anzahl der vorhandenen Personen (ohne unsere Mitarbeiter). 5 Messpunkt Keimzahl in (Luft) : Raumluft Raum A : [KbE/m3] Bakterien Bazillusarten Enterobacteriaceae (gramnegativ) Micrococcus-Arten Pseudomonas-Arten (gramnegativ) Staphylococcus aureus Übrige Staphylokokken Thermophile Actinomyceten Mikro(Mono-/Bi-)spora-Arten Legionella-Arten (gramnegativ) Nicht identifizierte Arten Gesamtkeimzahl Bakterien Grenzwert 500 ■................................................................................................ 6 .................................................................................................... ■■■ ......................................................................................... 49 .................................................................................................... .................................................................................................... ■■............................................................................................ 31 .................................................................................................... .................................................................................................... .......................................................................... Nicht zutreffend .................................................................................................... ................................................................................................ 86 Schimmel Aspergillus fumigatus Aspergillus flavus Aspergillus niger Übrige Aspergillus-Arten Alternaria-Arten Mucor-Arten Rhizopus-Arten Penicillium-Arten (monoverticillat) Übrige Penicillium-Arten Cladosporium-Arten Fusarium-Arten Phoma-Arten Scopulariopsis-Arten Aureobasidium-Arten Chaetomium-Arten Stachybotrys-Arten Nicht identifizierte Arten Gesamtkeimzahl Schimmel Grenzwert 500 .................................................................................................... .................................................................................................... .................................................................................................... .................................................................................................... .................................................................................................... .................................................................................................... .................................................................................................... .................................................................................................... ■■............................................................................................ 28 ■■■ ......................................................................................... 43 .................................................................................................... .................................................................................................... .................................................................................................... .................................................................................................... .................................................................................................... .................................................................................................... .................................................................................................... ................................................................................................ 71 Hefen Rhodutorula-Arten Candida-Arten Nicht identifizierte Arten Gesamtkeimzahl Hefen Grenzwert 500 ■................................................................................................ 8 .................................................................................................... .................................................................................................... .................................................................................................. 8 6 Messpunkt Keimzahl in (Luft) : Raumluft Raum A Doppelmessung : [KbE/m3] Bakterien Bazillusarten Enterobacteriaceae (gramnegativ) Micrococcus-Arten Pseudomonas-Arten (gramnegativ) Staphylococcus aureus Übrige Staphylokokken Thermophile Actinomyceten Mikro(Mono-/Bi-)spora-Arten Legionella-Arten (gramnegativ) Nicht identifizierte Arten Gesamtkeimzahl Bakterien Grenzwert 500 ■ ..............................................................................................11 ..................................................................................................... ■■■..........................................................................................55 ..................................................................................................... ..................................................................................................... ■■ ............................................................................................23 ..................................................................................................... ..................................................................................................... ........................................................................... Nicht zutreffend ..................................................................................................... .................................................................................................89 Schimmel Aspergillus fumigatus Aspergillus flavus Aspergillus niger Übrige Aspergillus-Arten Alternaria-Arten Mucor-Arten Rhizopus-Arten Penicillium-Arten (monoverticillat) Übrige Penicillium-Arten Cladosporium-Arten Fusarium-Arten Phoma-Arten Scopulariopsis-Arten Aureobasidium-Arten Chaetomium-Arten Stachybotrys-Arten Nicht identifizierte Arten Gesamtkeimzahl Schimmel Grenzwert 500 ..................................................................................................... ..................................................................................................... ..................................................................................................... ..................................................................................................... ..................................................................................................... ..................................................................................................... ..................................................................................................... ..................................................................................................... ■■ ............................................................................................40 ■■■..........................................................................................52 ..................................................................................................... ..................................................................................................... ..................................................................................................... ..................................................................................................... ..................................................................................................... ..................................................................................................... ..................................................................................................... .................................................................................................92 Hefen Rhodutorula-Arten Candida-Arten Nicht identifizierte Arten Gesamtkeimzahl Hefen Grenzwert 500 ■ ................................................................................................6 ..................................................................................................... ..................................................................................................... ...................................................................................................6 7 Messpunkt Keimzahl in (Luft) : Raumluft in Raum A nach Positionierung der Ecolamp : [KbE/m3] Bakterien Bazillusarten Enterobacteriaceae (gramnegativ) Micrococcus-Arten Pseudomonas-Arten (gramnegativ) Staphylococcus aureus Übrige Staphylokokken Thermophile Actinomyceten Mikro(Mono-/Bi-)spora-Arten Legionella-Arten (gramnegativ) Nicht identifizierte Arten Gesamtkeimzahl Bakterien Grenzwert 500 .................................................................................................... .................................................................................................... ■................................................................................................ 6 .................................................................................................... .................................................................................................... .................................................................................................... .................................................................................................... .................................................................................................... .......................................................................... Nicht zutreffend .................................................................................................... .................................................................................................. 6 Schimmel Aspergillus fumigatus Aspergillus flavus Aspergillus niger Übrige Aspergillus-Arten Alternaria-Arten Mucor-Arten Rhizopus-Arten Penicillium-Arten (monoverticillat) Übrige Penicillium-Arten Cladosporium-Arten Fusarium-Arten Phoma-Arten Scopulariopsis-Arten Aureobasidium-Arten Chaetomium-Arten Stachybotrys-Arten Nicht identifizierte Arten Gesamtkeimzahl Schimmel Grenzwert 500 .................................................................................................... .................................................................................................... .................................................................................................... .................................................................................................... .................................................................................................... .................................................................................................... .................................................................................................... .................................................................................................... .................................................................................................... .................................................................................................... .................................................................................................... .................................................................................................... .................................................................................................... .................................................................................................... .................................................................................................... .................................................................................................... .................................................................................................... .................................................................................................. 0 Hefen Rhodutorula-Arten Candida-Arten Nicht identifizierte Arten Gesamtkeimzahl Hefen Grenzwert 500 .................................................................................................... .................................................................................................... .................................................................................................... .................................................................................................. 0 8 Messpunkt (Luft) : Raumluft in Raum A nach Positionierung der Ecolamp Keimzahl in : [KbE/m3] Bakterien Bazillusarten Enterobacteriaceae (gramnegativ) Micrococcus-Arten Pseudomonas-Arten (gramnegativ) Staphylococcus aureus Übrige Staphylokokken Thermophile Actinomyceten Mikro(Mono-/Bi-)spora-Arten Legionella-Arten (gramnegativ) Nicht identifizierte Arten Gesamtkeimzahl Bakterien Grenzwert 500 ..................................................................................................... ..................................................................................................... ■ ................................................................................................8 ..................................................................................................... ..................................................................................................... ..................................................................................................... ..................................................................................................... ..................................................................................................... ........................................................................... Nicht zutreffend ..................................................................................................... ...................................................................................................8 Schimmel Aspergillus fumigatus Aspergillus flavus Aspergillus niger Übrige Aspergillus-Arten Alternaria-Arten Mucor-Arten Rhizopus-Arten Penicillium-Arten (monoverticillat) Übrige Penicillium-Arten Cladosporium-Arten Fusarium-Arten Phoma-Arten Scopulariopsis-Arten Aureobasidium-Arten Chaetomium-Arten Stachybotrys-Arten Nicht identifizierte Arten Gesamtkeimzahl Schimmel Grenzwert 500 ..................................................................................................... ..................................................................................................... ..................................................................................................... ..................................................................................................... ..................................................................................................... ..................................................................................................... ..................................................................................................... ..................................................................................................... ..................................................................................................... ..................................................................................................... ..................................................................................................... ..................................................................................................... ..................................................................................................... ..................................................................................................... ..................................................................................................... ..................................................................................................... ..................................................................................................... ...................................................................................................0 Hefen Rhodutorula-Arten Candida-Arten Nicht identifizierte Arten Gesamtkeimzahl Hefen Grenzwert 500 ..................................................................................................... ..................................................................................................... ..................................................................................................... ...................................................................................................0 Erläuterung der Messresultate 9 Im Anschluss finden Sie eine Erläuterung der von Tritium BV durchgeführten Untersuchungen. Im Anhang finden Sie eine kurze Beschreibung des Beschwerdemusters und der Herkunft der untersuchten Mikroorganismen. Falls aus einem Klimaschrank Proben entnommen wurden, finden Sie vorne im Anhang auch einen Hygienetipp. Raumluft in Raum A: Bevor das Gerät platziert wurde, ist eine leicht erhöhte Keimzahl von verschiedenen Mikroorganismen zu sehen. Gleichzeitig haben wir in diesem Raum eine erhöhte Keimzahl von Schimmeln vorgefunden. Die Keimzahlen sind nicht alarmierend hoch, allerdings wäre es gesünder, wenn diese Keimzahlen niedriger wären. Besonders die Schimmel können Beklemmungserscheinungen verursachen. Nachdem das Gerät 24 Stunden in dem Raum gearbeitet hat, ist die erhöhte Keimzahl der Mikroorganismen (inklusive der Schimmel) beinahe verschwunden. Ich hoffe, Ihnen mit diesem Bericht geholfen zu haben. Mit freundlichem Gruß Tritium BV L. Thomassen 10 Anlage Bakterien Bazillusarten: 1 Sind allseits vorhanden; im Boden, in der Luft und im Wasser. Können nur bei Menschen mit geschwächter Widerstandskraft Infektionen verursachen. Können bei „gesunden“ Menschen Irritationen verursachen. Enterobacteriaceae: 1 Sind im Allgemeinen Darmbewohner bei Menschen und Tieren. Sind ein Indikator für Fäkalverunreinigung und damit für Hygiene. Einige Arten sind auch bekannt für ihre Säuren- und Gasproduktion wie den Gestank von „faulen Eiern“. Beim Absterben werden Endotoxine frei, die zu einigen Beschwerden führen können. Micrococcus-Arten: 1 Gehören zur normalen Hautflora von Menschen und Tieren. Führen nur selten zu Infektionen und dann nur bei geschwächter Widerstandskraft. Können Irritationen in der Nase, an den Schleimhäuten und den Augen verursachen, vor allem beim Tragen von Kontaktlinsen. Pseudomonas-Arten: 1 Sind (Topf-)Erde- und Wasserbewohner. Verursachen vor allem bei verminderter Widerstandskraft Krankheit. Infizieren vor allem Brandwunden, aber verursachen auch Augen- und Ohrinfektionen. Beim Absterben werden Endotoxine frei, die zu einigen Beschwerden führen können. . Staphylococcus aureus:1 Ist pathogen (krankheitserregend). Manche Menschen können Träger sein, ohne selbst krank zu werden. Kann Erreger von Wundinfektionen, Hautinfektionen, Furunkel, Lungenentzündungen, Bronchitis, Ohrenentzündung und Augenentzündung sein. Wird durch Menschen und Tiere verbreitet. Kann Toxine in Nahrungsmitteln produzieren. Wird in Artikel 4.84 des Arbeitsschutzerlasses zu der Gruppe Mikroorganismen gerechnet, die bei Menschen eine Krankheit verursachen können, aber von der es unwahrscheinlich ist, dass sie sich unter der Bevölkerung verbreitet und gegen die eine wirksame Behandlung vorhanden ist. Übrige Staphylokokken: 1 Kommen auf der Haut von Menschen und Tieren vor. Können Irritationen in der Nase, an den Schleimhäuten und den Augen verursachen, vor allem beim Tragen von Kontaktlinsen. Thermophile Actinomyceten: 2, 3 Entwickeln sich bei Temperaturen über 50 °C, können dadurch in einer Heizungsanlage gedeihen. Sie können eine allergische Reaktion verursachen, die „Farmer's Lung“ oder „Befeuchterlunge“. Das Krankheitsbild zeigt Fieber, Appetitmangel, Husten, Beklommenheit und später Lungenschädigungen. Micro(mono-/bi-)spora: 2, 3 Verursachen dieselben Beschwerden wie thermophile Actinomyceten. Sie können allerdings auch bei niedrigeren Temperaturen wachsen. Gedeihen zwischen 20 °C und 60 °C. 11 Legionella-Arten:* Legionella pneumophila ist der Erreger von Legionärskrankheit und Pontiacfieber (auch Legionellen-Pneumonie genannt). Die Symptome der Legionärskrankheit sind: Lungenentzündung, Fieber, Kopfschmerzen, Husten, Diarrhoe und Bauchschmerzen. Die Zeit zwischen der Ansteckung und ersten Krankheitssymptomen beträgt 2 bis 10 Tage. Legionella pneumophila kommt in 14 Arten vor. Typ 1 ist am aggressivsten und die Krankheit ist in 15 % der Fälle tödlich. Falls sofort die richtigen Antibiotika verabreicht werden, ist die Krankheit gut behandelbar. Legionellen-Pneumonie ist eine weniger ernsthafte Form. Die Inkubationsperiode beträgt 1 bis 2 Tage. Die Symptome gleichen der Grippe und sind weniger gefährlich. Die Beschwerden können oft ohne Behandlung vorübergehen. Legionella micdadei kommt neben Legionella pneumophila am häufigsten vor und kann ebenfalls Lungenentzündung und grippeähnliche Symptome verursachen. Weil diese für mehrere Antibiotika empfänglich ist, verläuft die Krankheit oft weniger schwerwiegend. Legionella species Neben den bereits genannten Arten sind noch ungefähr 40 Arten bekannt, davon ist die Hälfte in der Lage, Lungenentzündung und /oder Legionellen-Pneumonie zu verursachen. Eine Infektion entsteht durch Einatmen von feinen Tröpfchen, die Legionella-Bakterien enthalten. Diese Tröpfchen können von kontaminierten Duschen, Kühltürmen, Luftbefeuchtern und Wasserhähnen stammen. Kühltürme haben ein großes Verbreitungsgebiet, das geht aus einem Fall in Amerika hervor. Hier waren in einem Radius von 3 km rund um einen Kühlturm, in dem 1.000.000 KbE/Liter Legionellen vorgefunden wurden, 29 Menschen erkrankt. Die Risikogruppen sind ältere Menschen, Raucher, durch Erkrankungen wie Diabetes, Krebs und Aids geschwächte Menschen sowie Menschen, die Medikamente zur Unterdrückung des Immunsystems verwenden. Eine Infektion von Wassersystemen mit Legionella-Bakterien findet schon durch das Wachstum einer einzigen Bakterie statt, die mit dem Leitungswasser mitgekommen ist. Das Wachstum findet bei einer Temperatur zwischen 25 °C und 45 °C statt, vor allem an Stellen, wo das Wasser längere Zeit steht. Über 62 °C sterben sie ab. Falls irgendeine Art Legionella nachgewiesen wird, weist das auf Umgebungsbedingungen hin, unter denen die Legionella-Bakterie gut wachsen kann. Dann sind Maßnahmen notwendig. Schimmel Aspergillus fumigatus: 2, 3 Erreger von Lungenmykose (Aspergillose) oder allergischer Bronchopneumopathie (auf Aspergillus-Antigen) mit Asthma bronchiale. Kann vor allem bei geschwächter Widerstandskraft oder bei Anwendung von Antibiotika sehr ernsthaft verlaufen. Kann auch Ohren- und Hornhautentzündungen verursachen. Erreger von Lungenmykose (Aspergillose) oder in den Bronchien von allergische Bronchopneumopathie (auf Aspergillus-Antigen) mit Asthma bronchiale. Ist auch Erreger der „Farmer's Lung“. Das ist eine allergische Reaktion mit Fieber, Appetitmangel, Husten und Beklemmung, später können Lungenfibrose (Zunahme von Bindegewebe in der Lunge) und Emphysem (bleibende Überblähung der Lunge durch verringerte Elastizität) entstehen. Kommt vor allem in der Erde vor. Wird in Artikel 4.84 des Arbeitsschutzerlasses zu der Gruppe Mikroorganismen gerechnet, die bei Menschen eine Krankheit verursachen können, aber von der es unwahrscheinlich ist, dass sie sich unter der Bevölkerung verbreitet und gegen die eine wirksame Behandlung vorhanden ist. 12 Aspergillus flavus: 2, 3 Produziert in Nahrungsmitteln einen Krebs erzeugenden und giftigen Stoff. Kann Aspergillose und allergische Bronchopneumopathie (auf Aspergillus-Antigen) mit Asthma bronchiale in weniger ernsthafter Form als Aspergillus fumigatus verursachen. Auch eine allergische Reaktion ist möglich. Kommt vor allem in der Erde vor. Aspergillus niger: 2, 3 Kann Aspergillose und allergische Bronchopneumopathie (auf Aspergillus-Antigen) mit Asthma bronchiale in weniger ernsthafter Form als Aspergillus fumigatus verursachen. Kann auch Ohrenentzündungen und allergische Reaktionen verursachen. Wächst vor allem auf pflanzlichen Abfällen. Übrige Aspergillus-Arten: 2, 3, 4 Können allergische Beschwerden verursachen. Alternaria-Arten: 2, 3, 4 Können allergische Beschwerden wie Niesen, tränende Augen, eine laufende Nase und asthmatische Beschwerden verursachen. Mucor-Arten: 3, 4 Können allergische Beschwerden verursachen. Leben meist als Saprophyt, aber können bei verminderter Widerstandskraft Lungen- oder Nasenhöhlen-Infektionen verursachen. (Ein Saprophyt lebt ausschließlich auf organischem Abfall.) Rhizopus-Arten: 3, 4 Können allergische Beschwerden verursachen. Leben meist als Saprophyt, aber können bei verminderter Widerstandskraft Lungeninfektionen oder Infektion der Nasenhöhle verursachen. Penicillium-(monoverticillat)-Arten: 2, 3, 4 Das sind Penicillium-Arten, die zur Monoverticillat-Gruppe gehören. Dazu gehört Penicillium frequentans, das der Erreger einer Allergie ist. Diese Allergie heißt Suberose. Ihre Symptome sind Atmungsprobleme. Kommen auf Pflanzen- und Obstresten, Papier, Kork und Holz vor. Übrige Penicillium-Arten: 2, 3, 4 Geben selten Anlass zu Irritationen oder Allergien. Cladosporium-Arten: 2, 3, 4 Können allergische Beschwerden wie Niesen, tränende Augen, eine laufende Nase und asthmatische Beschwerden verursachen. Saprophytäre Schimmel, die dunkle Flecken auf feuchtem Putz, Papier und Pflanzenblättern verursachen können. Fusarium-Arten: 3, 4 Können allergische Beschwerden verursachen. Bilden ein Toxin in Nahrungsmitteln. Können möglicherweise auch Toxin an die Luft abgeben. Phoma-Arten: 2, 4 Können allergische Beschwerden verursachen mit Niesen, tränenden Augen, einer laufenden Nase und asthmatischen Beschwerden. Kommen auf pflanzlichen Abfällen vor. 13 Scopulariopsis-Arten: 3 Wandeln feste in gasförmige Stoffe um. Falls im Nährboden gefährliche Stoffe vorkommen, können auch die Gase (sehr) schädlich sein. Keine allergischen Beschwerden bekannt. Kommen auf pflanzlichen Abfällen vor, aber auch auf Tapeten und Putz. Aureobasidium-Arten: 2 Können eine Allergie verursachen. Verursachen Beschwerden wie Niesen, tränende Augen, eine laufende Nase und asthmatische Beschwerden. Chaetomium-Arten: 4 Können allergische Beschwerden verursachen. Aus unseren eigenen Studien geht hervor, dass diese Schimmel vor allem Hautirritationen wie Ekzeme verursachen können. Stachybotrys-Arten: 4 Kommen auf Pflanzen und Gräsern vor und produzieren ein Toxin. Inhalation oder Absorption dieses Toxins durch die Haut können u. a. die folgenden Beschwerden verursachen: Hautausschlag vor allem in den Achseln und Luftwegsentzündung. Hefen Rhodutorula-Arten: 2 Können eine Allergie verursachen. Kommen auf pflanzlichen Abfällen vor. Candida-Arten: 1, 2, 3 Sind Erreger von Entzündungen in Mund und Lungen. Meist sind diese Hefen schon in sehr geringen Mengen auf den Schleimhäuten vorhanden, bevor eine Infektion entsteht. 1 2 3 4 5 6 Koneman E.W., Allen S.D. et al, Colar Atlas and textbook of diagnostic microbiology. J.B. Lippincott Company, Philadelphia, Pennsylvania, 1992 Wessels J.G.W., Leven met schimmels, Pudoc Wageningen, 1985 Dart R.K., Stretton R.J., Microbiological aspects of pollution control. Elsevier Amsterdam, 1977 Emmons C.W., Binford C.H. et al, Medical mycology, Lea & Febiger, Philadelphia, Pennsylvania, 1977 Teeuw K.B., Sick Building Syndrome, the role of airborne microrganisms and endotoxin, Addix, Wijk bij Duurstede, 1993 Ministerie van Sociale Zaken en Werkgelegenheid, Arboinformatie nr 9 Biologische Agentia, Sdu Uitgevers, 1998 14