Tennengauer Nachrichten

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Tennengauer Nachrichten
MEINUNGEN
20./ 21 . J U NI 2 01 2
Te nn eng au e r N ac hr ich te n
51
GRÜSSGOTT
Dankbarkeit
EGBERT
PIROTH
röm.-kath. Pfarrer
St. Andrä
W
er wache Sinne hat
und ein Ohr, das zu
hören vermag, kann
in dieser Jahreszeit etwas
Wunderschönes erleben. Am
frühen Morgen, wenn es
sachte anfängt Tag zu werden, oder am Abend in der
Dämmerung singt wieder eine Amsel. Zuoberst auf einem Kastanien- oder Lindenbaum oder auf einem Hausgiebel sitzt sie und singt und
singt, wie sie’s kann und wie
ihr ums Herz ist: froh und selig und frei. Ich kann mich
darüber freuen.
E
rgreifend ist es für mich
immer, wenn es regnet
und die Amsel trotzdem
unverdrossen ihre Melodien
singt. Warum singt wohl so
eine Amsel in den Morgen
oder in den Abend oder in
den Regen hinaus? Warum?
Wozu? Gewiss sitzt die Amsel nicht deshalb auf dem
Dachgiebel, um für mich zu
singen; sie weiß ja wohl gar
nicht, dass sie so schön singt.
Sie wird singen, weil es ihr
gut geht und weil sie sich ihres Lebens freut. Hat nicht
Jesus selbst gesagt: Betrachtet die Vögel des Himmels?
Ich kann mir gut denken, dass
auch wir, Sie und ich, einmal
im Himmel so selbstvergessen wie eine Amsel auf dem
Dachgiebel nach Herzenslust
singen und jubeln aus lauter
Freude, dass wir da sind und
dass es uns so gut geht.
I
ch schlage vor: Wenn Sie die
nächste Amsel singen hören, halten Sie ein wenig inne und hören Sie zu. Vielleicht kommt Ihnen der Gedanke, dass Sie sich mehr
freuen sollten, da zu sein,
auch wenn es in Ihrem Leben
regnet, und Gott Danke zu
sagen.
Fit im Tennengau – Aktionstag in Scheffau
Yoga, Beachvolleyball, Qi Gong, Tennis, Nordic Walking und Lauftechniktraining – beim „Fit im Tennengau“Workshop in Scheffau war kürzlich garantiert für jeden was dabei. Die wunderschöne Kulisse des Harrbergsees war Treffpunkt des Bewegungsworkshops, der im Zuge des Sportunion-Projekts „Fit im Tennengau“ gemeinsam mit dem USV Scheffau organisiert wurde. Interessierte hatten die Möglichkeit, kostenlos verschiedene Sportarten auszuprobieren und sich von der Apotheke Abtenau zum Thema „Mehr Leistungsfähigkeit
und bessere Regeneration“ beraten zu lassen. Die Besucher dürfen sich auf eine Fortsetzung freuen: Im
Herbst starten in Scheffau wöchentlich stattfindende Kurse – Yoga wird dabei sicher auf dem Programm stehen. Ziel des „Fit im Tennengau“-Projekts ist es nämlich, niederschwellige Bewegungsmöglichkeiten für Erwachsene anzubieten und aufzuzeigen, wie vielfältig die Sportunion-Vereine im Tennengau aufgestellt sind.
Weitere Infos unter: ☛ www.fit-im-tennengau.sportunion.at und ☛ www.scheffau.tv
Bild: SW/SPORTUNION
AUSGESPROCHEN WEIBLICH
40 Jahr’, graues Haar ...
von Birgit Kaltenböck
M
ama, wie du ausschaust! Jetzt wird’s
höchste Zeit, dass du wieder mal zum
Friseur gehst“, mokiert sich Mademoiselle Tochter über meine Haarpracht. Zugegeben, der letzte Besuch beim Coiffeur liegt schon
wieder über sechs Wochen zurück und da sind
sie: die „paar“ grauen Haare am Haupt. Auch der
Partner ließ kürzlich ein „Schatzi, du hast aber
schon viele graue Haare“ von sich, was mich gar
nicht amüsierte und ihm einen „Ich werde dich
gleich töten“-Blick bescherte. Eingeschnappt erfolgte auf den Fuß der hastige Griff zum Telefon
und die Anwahl der Friseurnummer, gespeichert
unter den Favoriten versteht sich. „Bitte, ich
brauch’ so schnell wie möglich einen Termin zum
Grauabdecken.“ Endlich auf dem Friseursessel
Platz genommen, beginnt das Verwöhnprogramm fürs Haupt. Die Farbe ist schnell ausgesucht, schon wird der Cappuccino serviert, dazu
ein Glas Wasser. Es folgt der Small Talk mit netter Friseurin über Wetter, Urlaubspläne & Co.
Darüber hinaus liegt ein Stapel hochinteressan-
ter Ausgaben von „Frau mit Herz“, „Neue Post“
etc. bereit; zwar kein literarischer Erguss, jedoch
gehört dieses unbedarfte Blättern zum Aufenthalt in Sachen Schönheit ebenso dazu wie die
„unbedingt notwendige“ Pflegespülung mit natürlichen Wirkstoffen nach hoffentlich erfolgreicher Tönung.
Z
eit genug steht frau ohnehin zur Verfügung,
der Aufenthalt im Studio wird „all inclusive“ – schneiden, föhnen, Wimpern färben,
Augenbrauen zupfen – mit zwei Stunden anberaumt. Männer – falls noch Haare vorhanden –
sitzen nur eine Viertelstunde auf dem Stuhl: Kein
Waschen nötig, lediglich präzises Anlegen der
Haarschneidemaschine – und, ratzfatz, sind die
„Federn“ ein paar Millimeter kürzer und wieder
in Fasson. Abdecken von grauem Haar ist hier
kein Thema, wirkt „mann“ doch ganz sexy in Silbergrau. Eine maßlose Ungerechtigkeit, die sich
natürlich auch aufs Geldbörsel auswirkt.
Was meinen Sie? [email protected]