Woraus besteht ein Satz - Satzglieder und Attribute

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Woraus besteht ein Satz - Satzglieder und Attribute
Satzglieder und Attribute
Satzglieder sind kleinere Sinnzusammenhänge im Satz. Sie sind keine eigenständigen Aussagen (mit Subjekt und Prädikat), sondern sie sind Wortgruppen, die auf bestimmte Fragen die Antwort geben. Sie werden nicht
durch Kommata eingegrenzt. Es gibt nur vier verschiedene Satzglieder:
Subjekt, Prädikat, Objekt und adverbiale Bestimmung.
Leicht zu erkennen sind Satzglieder durch die Umstellprobe: Beim (zusammengesetzten) Prädikat ist es etwas schwieriger, aber die anderen Satzglieder können alle an den Anfang des
Satzes treten:
Drei siebte Klassen fahren im Juni gemeinsam in die Kasseler Jugendherberge.
Gemeinsam fahren drei siebte Klassen im Juni in die Kasseler Jugendherberge.
In die Kasseler Jugendherberge fahren drei siebte Klassen gemeinsam im Juni.
Im Juni fahren drei siebte Klassen gemeinsam in die Kasseler Jugendherberge.
Fahren drei siebte Klassen im Juni gemeinsam in die Kasseler Jugendherberge?
Dieser Satz besteht also aus fünf Satzgliedern.
Das Subjekt bezeichnet die handelnde „Person“ im Satz.
Wer oder was tut etwas? Was geschieht? Was ist?
Herr Mescher und Herr Anthes fahren mit ihren Klassen nach Berlin.
Unter solchen Bedingungen ist es nicht leicht, zufrieden zu sein.
Fließt die Donau ins Schwarze oder ins Kaspische Meer?
Gib mir sofort den Ball zurück! (Subjekt im „gib (Du)" enthalten)
Das Prädikat bezeichnet den „Vorgang“ im Satz.
Was tut er/sie/es? Was geschieht? Was wird getan? (Personalform ist doppelt unterstrichen)
Das Boot ist sehr langsam gesunken.
Der Videorecorder kann für 1085,- DM gekauft oder für 4,- DM pro Tag gemietet werden.
Ich werde pünktlich zur Stelle sein, und Du wirst es geschafft haben.
Das Objekt bezeichnet den „Gegenstand“, das „Objekt“ der Handlung.
a) Akkusativobjekt (wen oder was?): Der Ball traf die Fensterscheibe.
b) Dativobjekt (wem?): Bei der Klassenarbeit wollen wir dem Nachbarn helfen.
c) Genetivobjekt (wessen?): Sie gedachten des unerwartet vielen, nun aber versunkenen Geldes.
d) Präpositionalobjekte: Die Kinder warten auf den Nikolaus. Popal befreit von Kopfschmerz.
Die adverbiale Bestimmung beschreibt nähere Angaben zum „Vorgang“.
a) des Ortes (lokal: Wo geschieht es? wohin? woher? wie weit? usw.): Der Birnbaum stand im Garten hinter dem Haus. Bis zur Hütte der alten Jeschke waren es
nur einige Schritte.
b) der Zeit (wann? seit wann? bis wann? usw.): Nach dem Bericht der alten Jeschke
wurde Hradschek verhaftet. Er blieb bis zu seiner Freilassung hinter Gittern. Seine
Frau wartete solange.
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c) der Art und Weise (modal: wie?): Voller Argwohn beobachtete die Jeschke ihn die
ganze Zeit über. Nach seiner Freilassung betrieb sie listig seine Entlarvung.
d) des Grundes (kausal: weshalb?): Sie blieb nur wegen ihrer dumpfen Ahnungen fest
bei ihrer Meinung. Deshalb verriet sich Hradschek schließlich.
e) weitere, z.B. der Bedingung, der Folge, des Zweckes, des wirkungslosen
Grundes
Es gibt verschiedene Einschätzungen, was unter obigen Begriffen genau zu verstehen ist. Insbesondere können „Subjekt“ und „Prädikat“ unterschiedlich eng oder weit gefasst sein. In
folgendem Satz etwa
Die vielen ungeduldigen Schüler, die heute wieder den Beginn des Unterrichts kaum
erwarten können, wollen noch vor Pausenende das Schulgebäude stürmen und hoffen,
dass der Lehrer besonders pünktlich ist.
ist das Subjekt im engsten Sinn (der Kern des Subjekts) „Die Schüler“, im gebräuchlichsten
Sinn „Die vielen ungeduldigen Schüler“ und im weitesten Sinn (dann Subjektgruppe oder
Nominalphrase genannt) „Die vielen ungeduldigen Schüler, die heute wieder den Beginn des
Unterrichts kaum erwarten können“. Das Prädikat ist „wollen stürmen und hoffen“, dabei ist
die Personalform „wollen und hoffen“ der Kern des Prädikates. Im weitesten Sinn wird der
Satz in Nominalgruppe und Verbalgruppe aufgeteilt; dann gehören Objekte und adverbiale
Bestimmungen zur Verbalgruppe: „wollen noch vor Pausenende das Schulgebäude stürmen
und hoffen, dass der Lehrer besonders pünktlich ist“.
Das Attribut ist eine Ergänzung zum Subjekt oder Objekt
Es kann meist mit der Frage „Was für ein...?“ oder „Welches...?“ u.ä. bestimmt werden und
ist immer Bestandteil eines Satzgliedes. Das Attribut selbst ist also KEIN Satzglied.
Adjektivattribut:
Genitivattribut:
Präpositionalattribut:
Attributsatz:
Gabi liest ein gutes Buch.
Gabi liest ein Buch ihres Bruders.
Gabi liest ein Buch aus der Stadtbücherei.
Gabi liest ein Buch, das sie sich in der Stadt heute gekauft hat.
Selbstverständlich kann auch ein Attribut bis zur Unkenntlichkeit aufgebläht werden (und
wird leider auch):
Der neulich in Afrika, wo es noch freilebende Raubkatzen gibt, bei einer Safari ums Leben gekommene Mann hinterließ drei Kinder.
Hier wird´s natürlich beliebig schwierig: „in Afrika“ ist eine Ortsangabe - können wir sie als
adverbiale Bestimmung bezeichnen? Wenn ja, dann zum Partizip, der attributiv verwendeten
Verbform: „gekommen“ - also nicht zu einem Prädikat.
Die Apposition ist eine Form des Attributes
Ein wichtiger Spezialfall des Attributs ist die Apposition, die nachgestellte Ergänzung, die mit
Kommas abgetrennt wird - im Gegensatz zum normalen Attribut:
1. die Ruine, grau und verwittert,... (statt „die graue und verwitterte Ruine“)
2. unser Hund, ein Dackel,... (Apposition - meist das gleiche mit anderen Worten!)
3. ich sah Herrn Müller, unseren ewig satten Vereinskameraden,... (gleichen Kasus beachten!)
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