Anleitung zur Haar-Probennahme - für medizinische und forensisch

Transcription

Anleitung zur Haar-Probennahme - für medizinische und forensisch
Präanalytik-Information
Anleitung zur Haar-Probenahme
Für die Bestimmung von Drogen und Ethylglukuronid in Haaren,
für medizinische und forensisch-toxikologische Zwecke, z.B. für eine MPU.
Hintergrund:
Generell werden Kopfhaare des Hinterkopfes untersucht. Kopfhaare wachsen etwa 1 Zentimeter pro
Monat. Ein Haarabschnitt von z.B. 3 cm entspricht daher einem Wachstumszeitraum von etwa
3 Monaten. Mit einer Haaranalyse lassen sich daher Informationen über das Konsumverhalten in
diesem Zeitraum gewinnen.
Wenn die Kopfhaare sehr kurz sind und dadurch nicht genügend Material zusammenkommt, können auch Haare anderer
Körperregionen wie der Achselhöhlen untersucht werden (für MPU-Zwecke nur in bestimmten Fällen). Eine Zuordnung von
Haarabschnitten zu Wachstumszeiträumen ist dann jedoch nicht möglich.
Allgemein:
Bei Gewinnung einer Haarprobe werden im Bereich des Hinterkopfes Haarbündel von der Stärke
eines Bleistiftes mit einem Faden fixiert und diese dann unmittelbar über der Kopfhaut abgeschnitten.
Das Fixieren der Haare mit einem Faden ist zwingend notwendig, denn die Haare müssen als Bündel
erhalten bleiben und das wurzelnahe Ende muss erkennbar sein. Die Haarbüschel müssen stets in
vollständiger Länge in das Labor geschickt werden.
Auch wenn lediglich ein älterer Abschnitt untersucht werden soll, muss das gesamte Haar abgeschnitten werden. Der zu
untersuchende Abschnitt muss deutlich auf dem Anforderungsschein vermerkt werden, z.B. „Abschnitt 3-6 cm analysieren!“.
Für MPU-Zwecke muss der Proband vorher abklären, welche Haarlänge untersucht werden soll. In der Regel ist es sinnvoll,
Haarabschnitte von 3 cm (EtG) bis maximal 6 cm Länge (Drogen) zu untersuchen. Eine Haaranalyse ergibt dann ein
Ergebnis für die letzten 3 bzw. 6 Monate. Zudem ist eine Rückstellprobe zwingend erforderlich, weshalb je Parameter jeweils
zwei Haarstränge benötigt werden.
Durchführung:
1. Mindestens einen, besser aber zwei Haarbüschel (Forensik: stets zwei Haarbüschel)
von ca. 5 mm Durchmesser am Hinterkopf zu einem Strang formen und
kopfnah mit einem elastischen Bindfaden fixieren
(umwickeln und fest verknoten).
2. Haare unmittelbar an der Kopfhaut abschneiden
(max. 1-2 mm dürfen stehen bleiben!).
3. Haarstränge in die Mitte einer Alufolie (ca. 30 x 20 cm) legen und den Faden
(nicht die Haare selbst!) mit Tesafilm auf der Alufolie fixieren.
4. Auf der Alufolie die Position der Haarspitzen und Haarwurzeln kennzeichnen.
5. Alufolie so falten, dass ein rechteckiges Päckchen von ca. 13 x 7 cm resultiert
und darauf Namen des Probanden und das Entnahmedatum vermerken.
6. Gefaltete und beschriftete Alufolie in einen Briefumschlag stecken.
WICHTIG: Auf dem jeweiligen Anforderungsschein eindeutig mitteilen, welche Abschnitte untersucht
werden sollen (Forensik/MPU: nur spezielle Probentüte u. spezieller Auftragsschein zulässig!).
Jeder separat untersuchte Abschnitt bedeutet eine separate Analyse der angeforderten Parameter.
Stand 09/2016
Labor Lademannbogen MVZ GmbH
Professor-Rüdiger-Arndt-Haus · Lademannbogen 61– 63 · 22339 Hamburg · Telefon/-fax (040) 5 38 05-0/-125 · www.labor-lademannbogen.de
Geschäftsführer Priv.-Doz. Dr. T. Brinkmann · Ärztlicher Leiter Dr. med. A. Lämmel · Handelsregister HRB 108320, Amtsgericht Hamburg
USt-IdNr. DE 267 981 794 · Bankverbindung Commerzbank, IBAN DE96 2004 0000 0420 0226 00, BIC COBADEFFXXX