Tandem Fatalities

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Tandem Fatalities
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Datum
Ort
Land
20. Oktober 1986
Ellington, CT
USA
30. Mai 1987
Pietermaritzburg
Süd Afrika
12. Juli 1987
Sandwich, IL
USA
17. Januar 1988
Australien
30. April 1988
Perris, CA
USA
08. Januar 1989
Homestead, FL
USA
31. Mai 1989
Davis, CA
USA
07. März 1990
Rom
Italien
27. Juli 1991
Montreal / Ontario
Kanada
23. September 1991
Homestead, FL
USA
03. November 1991
Zephyrhills, FL
USA
30. Mai 1992
Bückeburg
Deutschland
27. November 1992
New Cuyama, CA
USA
21. März 1993
Paso Robles, CA
USA
01. Mai 1993
Canton, OH
USA
18. Mai 1993
Myrtle Beach, SC
USA
07. August 1993
Peterborough
England
14. August 1993
Calw
Deutschland
24. August 1993
Manomee Falls, WI
USA
02. Oktober 1993
Helsinki
Finnland
20. März 1994
Paphos
Zypern
02. April 1994
Belen, NM
USA
01. Mai 1994
Vancouver
Kanada
13. Oktober 1995
Marshall, MI
USA
18. Juni 1996
Lehi, UT
USA
16. August 1996
Toulstrup
Dänemark
02. September 1996
Værløse
Dänemark
30. Januar 1997
Taupo
Neuseeland
22. Juni 1997
Umatilla, FL
USA
18. April 1998
Davis, CA
USA
08. August 1998
Kapowsin, WA
USA
09. August 1998
Kapowsin, WA
USA
19. September 1998
Kairo
Ägypten
26. Dezember 1998
Estrella, AZ
USA
21. November 2000
Nettuno
Italien
22. Juni 2002
Davis, CA
USA
22. Dezember 2002
Oahu, Hawaii
USA
2002 oder 2003
Malaysia
Malaysia
25. Juni 2003
Buttwil
Schweiz
29. Juni 2003
Albstadt
Deutschland
11. Januar 2004
Kawashima, Kazo
Japan
10. August 2004
Guam
USA
Diese Liste ist mit Sicherheit unvollständig!
Video
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Version vom 31. Oktober 1995
Update vom 31. Oktober 1996
Update vom 29. Oktober 1997
Update vom 20. Mai 1998
Update vom 28. Oktober 1998
Update vom 28. Oktober 1999
Update vom 01. November 2001
Update vom 29. Oktober 2002
Update vom 30. Oktober 2003
Update vom 05. November 2004
Tandem-Examiner - Deutscher Fallschirmsportverband e.V., Comotorstrasse 5, D - 66802 Überherrn
Tandem Fatalities
01.
20. Oktober 1986
Ausgebildeter Tandemmaster mit gültiger Lizenz
2400 Sprünge / 70 Tandems / 4. Tandem des Tages
Cessna 182, Absprunghöhe 1800 m / 6000 ft
Ellington, Connecticut, USA
Der TM vergass den rechten oberen Haken einzuhängen und verbrachte die ganze Zeit bis
zum Aufschlag mit dem Versuch dies nachzuholen. Der Drogue war noch in der Tasche, das
Release an seinem Platz, genauso der Reservegriff.
02.
30. Mai 1987
Ausgebildeter Tandemmaster mit gültiger Lizenz
1349 Sprünge / 62 Tandems / 2. Tandem des Tages
Cessna 182, Absprunghöhe 2500 m / 8500 ft
Pietermaritzburg, Süd Afrika
Normale Öffnung in 4000 ft / 1200 m. Nach der Öffnung löste der TM beide
Seitenverbindungen, hängte die RSL aus und zog die Sicherungsstifte. Anschliessend CRW
mit einem anderem Springer. Verwicklung in ca. 3000 ft / 900 m, Cutaway und
Reserveaktivierung des Solospringers OK. Tandem Cutaway bei 2000 ft / 600 m. Sofortiges
Auseinanderklappen von TM und Passagier. Der Freifall verlief unkontrollierbar unstabil bis
zum Aufschlag. Im ersten Teil des Falles versuchte der TM die Kontrolle zu erlangen und mit
dem Passagier zusammenzukommen, dann stoppte der TM alle Aktivitäten, um stabil zu
werden. Es wurde kein Versuch beobachtet die Reserve zu aktivieren.
03.
12. Juli 1987
Ausgebildeter Tandemmaster mit gültiger Lizenz
2000 Sprünge / 70 Tandems
Cessna 182, Absprunghöhe 2500 m / 8300 ft
Sandwich, Illinois, USA
Exit stabil, Drogue gesetzt, ein Solospringer (200 Sprünge) folgte dem Tandempaar und
flashte nach ca. 10 Sekunden in sie hinein, wobei der TM und wahrscheinlich auch der
Passagier bewusstlos wurden. der TM kam wieder zu Bewusstsein und zog in 200 ft / 60 m
die Reserve, welche sie im Moment des Aufschlages aufstellte.
04.
17. Januar 1988
Ausgebildeter Tandemmaster mit gültiger Lizenz
1000 Sprünge / 65 Tandems / 1 am Tag vorher, 1 am selben Tag.
LFZ unbekannt, Absprunghöhe 2700 m / 9000 ft
Australien
Das Drogue Release wurde bei 4000 ft / 1200 m gezogen. Ein Packfehler verhinderte, dass
der Drogue den Pin ziehen konnte (und damit die Öffnung des Hauptcontainers). Das
Notprocedere wurde viel zu spät eingeleitet. Das Trennkissen wurde gezogen. Der
Reservegriff wurde eine Sekunde vor dem Aufschlag gezogen. 16-19 Sekunden verstrichen
zwischen Kollabieren des Drogue und Aufschlag.
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05.
30. April 1988
Ausgebildeter Tandemmaster mit ruhender Lizenz
3750 Sprünge / 10 Tandems / das letzte 1 Jahr zuvor
Lizenzspringer als Passagier
2050 Sprünge
Twin Otter, Absprunghöhe 3700 m / 12500 ft
Perris, California, USA
Das Tandemgurtzeug hatte der TM am Morgen des Unfalls erhalten. Der TM wusste, dass er
einen Solo Sprung und einen mit einem erfahrenen Springer machen musste, um seine Lizenz
zu erneuern. Wegen des starken Windes entschied er keinen Solo zu machen. Normaler Exit
des Tandempaar. Begleitende RW Springer separierten bei 5000 ft / 1500 m . In 4000 ft /
1200 m griff der TM mit der rechten Hand zum Release ( Drogue Release ist links ) ca. 10
sec. lang, zog das Trennkissen, nahm es in die linke Hand und suchte dann weiter mit der
rechten nach dem Release. Der Freifallvideomann öffnete bei 1000 ft / 300 m. Die
Tandemreserve wurde entweder vom TM oder vom Passagier unter 100 ft / 30 m aktiviert.
06.
08. Januar 1989
Ausgebildeter Tandemmaster mit gültiger Lizenz
1800 Sprünge / 650 Tandems
Cessna 206, Absprunghöhe 3100 m / 10500 ft
Homestead, Florida, USA
Normaler Droguefall bis 4000 ft / 1200 m. Wahrscheinlich folgte der TM seiner Gewohnheit
dem Passagier seinen Handhöhenmesser zu zeigen. Der Passagier hielt wohl den Arm des
TM fest. Der TM konnte sich zu spät befreien und zog in Baumwipfelhöhe die Reserve. Das
Drogue Release war noch an seinem Platz.
07.
31. Mai 1989
Ausgebildeter Tandemmaster mit gültiger Lizenz
1400 Sprünge / 50+ Tandems
Cessna 206, Absprunghöhe 3100 m / 10500 ft
Davis, Florida, USA
Der Absetz-Pilot sah noch die Drogueentfaltung. Niemand beobachtete den Rest des
Sprunges. Wahrscheinlicher Ablauf war, dass der TM das Drogue Release nicht finden
konnte. Er zog die Reserve, wobei sich der Hilfsschirm mit dem Drogue verwickelte. Er griff
zurück, fand das Drogue Release und zog es. Darauf zog er das Trennkissen. Die innere
Drogueleine war jedoch halb um den Reservebag gewickelt, was die Öffnung der Reserve
verhinderte.
08.
07. März 1990
Ausgebildeter Tandemmaster
560 Sprünge / 34 Tandems
LFZ unbekannt, Absprunghöhe unbekannt
Rom, Italien
Equipment check durch den TM am Boden und kurz vor dem Exit im Flugzeug. Normaler Exit,
Drogue und Release. Normale Hauptkappenentfaltung in etwa 3500 ft / 1000 m. Kurz nach
der Öffnung begann eine langsame Drehung, die rapide zunahm. Kappentrennung in etwa
1000-1200 ft / 300-350 m ohne Reserveöffnung. Die Nachuntersuchung ergab, dass die
RSL ausgehängt war (obwohl am Boden und im Flugzeug eingehängt und von einem 2. TM
gecheckt). Die Hauptkappe wurde mit einer gelösten Bremse gefunden, die zweite war noch
gesetzt. Der Passagier hatte noch mit beiden Händen seine Riser umklammert.
Bemerkenswert ist, dass die Frau des TM berichtete, ihr Mann hätte kurz vor dem Unfall
über ein taubes Bein und einen tauben Arm geklagt. Eine Autopsie ergab, dass der TM eine
Thrombose erlitten hatte.
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09.
27. Juli 1991
Ausgebildeter Tandemmaster mit gültiger Lizenz
2000+ Sprünge / 300+ Tandems
Cessna, Absprunghöhe unbekannt
Montreal, Canada
Beim Cessna-Exit riss der Main Container Loop, der Bag fiel heraus und hing ca. 6-8 ft / 2
m unter-halb des Tandempaares als sie auf dem Tritt standen. Der TM unterhielt sich vor
dem Exit ca. 13 sec. lang mit dem an der Strebe hängenden Videomann (Die Rekonstruktion
des Sprunges beruht auf dem Video). Es folgte ein stabiler Exit mit Drogueentfaltung in 3
sec. Der TM hat möglicherweise versucht das Primary Drogue Release zu ziehen (nicht klar
erkennbar auf dem Video, man sieht jedoch eine heftige Bewegung des linken Arms). Das
Video zeigt, dass das Primary Release während des Freifalls im Velcro war und dass es
nicht durch flatternde Seitenklappen des Main Containers blockiert / verdeckt war. Ein
Versuch das Second Release zu ziehen war nicht erkennbar. Der TM zog das Trennkissen
während des Droguefalls und löste so die Haupttragegurte, was zur Folge hatte, dass der
herausfliegende rechte Riser über die RSL die Reserve aktivierte. Der Reservehilfsschirm
verwickelte sich mit den Leinen des Hauptfallschirms. Der Videomann flog an, um zu helfen.
Seine Bemühungen waren jedoch erfolglos. Kurz vor dem Aufschlag zog der Videomann sein
Handdeploy, ergriff dann die Bridle des Tandems, um damit das Tandempaar zu
verlangsamen. 3 Sekunden vor dem Aufschlag wurde das Primary Drogue Release entweder
vom TM oder vom Videomann gezogen.
10.
23. September 1991
Ausgebildeter Tandemmaster mit gültiger Lizenz
5000+ Sprünge / 1100+ Tandems
Cessna 205, Absprunghöhe 2100 m / 7000 ft
Homestead, Florida, USA
Der stabile Exit mit sofortiger Drogueöffnung wurde von einem Flugzeugpassagier (dem
letzten Augenzeugen) beobachtet. 4000 ft / 1200 m war des TM´s normale Drogue
Releasehöhe, jedoch unbestätigt bei diesem Sprung. Es wird vermutet, dass sich aufgrund
eines unsauberen Verlaufs der weissen tubular Bridle, trotz gezogenem Release der
Hauptcontainer nicht öffnete (Der TM packte seinen Hauptschirm selbst.). Untersuchungen
ergaben, dass der Reservegriff kurz vor dem Aufschlag gezogen wurde. Aufgrund der
Gewalt mit der der Griff gezogen wurde (beschädigter Reservepin) wird jedoch vermutet,
dass er bei Baumberührung durch einen Ast herausgerissen wurde. Sowohl Reservebag als
auch der Hauptschirmbag waren ausserhalb des Containers. Vermutlich wurden beide beim
Aufschlag herausgeschleudert. Es gab keine Verwicklung zwischen Haupt- und
Reserveschirm.
11.
03. November 1991
Tandemmasterexaminer
5000 Sprünge
LFZ unbekannt, Absprunghöhe unbekannt
Zephyrhills, Florida, USA
Schulungsprung mit einem Strong Tandem. 3. Sprung des Schülers. Das Passagier Release
wurde vom Schüler gezogen. Da jedoch kein Drogue gesetzt war, erfolgte keine
Schirmöffnung. Vermutung: Herzinfarkt o.ä. des TMs.
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12.
30. Mai 1992
Ausgebildeter Tandemmaster
ca. 700 Sprünge
DO 27, Absprunghöhe 2500 m / 8500 ft
Bückeburg, Deutschland
Vorzeitige Containeröffnung beim Exit, da vermutlich die Drogue Kill Line an einer Kante /
Ecke am Flugzeug hängenblieb und dabei wohl auch den Drogue mitherauszog. Der Drogue
wurde vom TM nicht released. Der Hauptschirm wurde abgetrennt. Die RSL aktivierte die
Reserve die sich daraufhin mit dem Hauptschirm verwickelte (der war noch über das
Drogue-3-Ring mit dem Gurtzeug verbunden).
Begleitumstände: -Flugtag, -1. Exit aus DO 27, -1. Exit unter 3000m, -3. "echter" Passagier.
13.
27. November 1992
New Cuyama, California, USA
Ausgebildeter Vector Tandemmaster ohne Strong Rating
Sprungzahl unbekannt
LFZ unbekannt, Absprunghöhe unbekannt
Unfall mit Strong Tandem System. Der Drogue wurde normal gesetzt. Der TM konnte weder
das 1. noch 2. Release finden (die -für Strong Procederes unüblich- beide am TM Gurtzeug
befestigt waren). Die Reserve wurde zu spät aktiviert, öffnete aber sofort. Allerdings war
die Aufprallenergie noch so hoch, dass die Passagierin tödliche Verletzungen erlitt und der
TM diverse Frakturen. Der TM hatte vorher bereits 4 Sprünge mit dem Strong Tandem
gemacht, auf das er vom Besitzer des Systems eingewiesen worden war (Kein Strong
Examiner !).
14.
21. März 1993
Ausgebildeter Tandemmaster
1800+ Sprünge / 280+ Tandems
Cessna 182, Absprunghöhe 3100 m / 10500 ft
Paso Robles, California, USA
Stabiler Exit. Der Drogue wurde laut Zeugenaussagen stabil gesetzt. Zuschauer vom Boden
sagten aus, das Tandempaar hätte während des Droguefalls gedreht. Es wurden keine
"radikalen" Bewegungen beobachtet. Weder Haupt- noch Reserveschirm wurden vor dem
Aufschlag geöffnet. Spätere Untersuchungen des Gurtzeugs ergaben diverse Packfehler: 1)
das Drogue Riser 3-Ring war falsch gesetzt, sodass der Loop mit dem grossen Ring
befestigt war und daher soviel Zug auf das Release Kabel kam, dass ein Auslösen
unmöglich wurde. 2) der Haupschirm wurde ohne Leinencheck gepackt. In den Fangleinen
fand man später eine "Vorwärtssalto" Verdrehung. 3) der Reserveschirm-Slider war
unkorrekt gelegt.
Nur das Second Release zeigte später "Pull" Spuren. Alle anderen Griffe waren noch an
ihren Plätzen.
Der TM hatte dieses Gear nicht selbst gepackt. Die Drop Zone konnte auch nicht
nachvollziehen, wer der Packer war. Fest steht, dass der TM einen unvollständigen
Gearcheck durchführte und später keine Notmassnahmen einleitete.
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15.
01. Mai 1993
Ausgebildeter Tandemmaster mit gültiger Lizenz
1650 Sprünge / 265 Tandems
Cessna 182, Absprunghöhe 3000 m / 10200 ft
Canton, Ohio, USA
Der TM setzte während des Steigfluges zwei Sprungschüler ab. Dive Exit des Tandems in
3000 m / 10200 ft. Sofort nach dem Exit verlor der Absetz-Pilot das Tandempaar aus den
Augen. Es gab keine weiteren Zeugen. Spätere Untersuchungen ergaben: der Drogue war
gesetzt, das Primary Drogue Release war gezogen, der Trenngriff war gezogen, der
Reservegriff war noch an seinem Platz, der RSL-Schäkel war gebrochen, der linke Connector
war offen und beschädigt, der rechte sehr lose.
Der Hauptschirm war nicht geöffnet/entfaltet. Der Container war jedoch geöffnet und
mehrere Fangleinenschläge hatten sich gelöst. Ein Unfallzeuge (älterer erfahrener Springer)
war vor dem Notfallwagen am Unfallort. Er sagte folgendes aus: " Die Kevlar Drogue Bridle
war um den linken Fuss/Bein des Passagiers gewickelt als ich zum Unfallort kam. Ich sah
wie ein Sanitäter den Drogue packte und damit die Bridle vom Bein des Passagiers abzog."
Die Kevlar Bridle wurde genauestens untersucht. Es wurden Spuren von Haaren und Haut ca.
6 ft unterhalb des Drogue Chute gefunden. Gerichtsmedizinische Untersuchungen haben
dieses bestätigt. Es wird angenommen, dass eine Drogue Bridle Verwicklung diesen Unfall
verursacht hat, da der Container zwar geöffnet war aber der Hauptschirm sich nach dem
Release nicht entfaltete. Ob der linke Connector im LFZ eingehängt wurde bleibt ungewiss.
Der Passagier war 6´5´´ gross und wog 225 pounds. Der TM war 6´ gross und wog 190
pounds.
16.
18. Mai 1993
Ausgebildeter Tandemmaster mit gültiger Lizenz
500-700 Sprünge / 15 Tandems
Cessna 182, Absprunghöhe unbekannt
Myrtle Beach, South Carolina, USA
Bei der Exitaufstellung bemerkte der TM, dass sich sein Hauptcontainer geöffnet hatte. Er
versuchte zurück in das Flugzeug zu kommen, doch als er sich dazu umdrehte fiel der Main
Bag aus dem Container. Daraufhin sprang der TM und setzte den Drogue ordnungsgemäss.
Der Absetz-Pilot sah nur die ersten Sekunden des Sprunges. Es gab keine weiteren
Augenzeugen.
Untersuchungen ergaben, dass der Reservehilfsschirm und die Bridle mit dem Hauptschirm
verwickelt waren. Der Hauptschirm war noch mit dem Hauptcontainer durch das Drogue-3Ring verbunden. Beide Releasegriffe waren noch an ihrem Platz. Trenngriff und Reservegriff
waren gezogen. Der Reserveschirm war noch in seinem Bag.
Der TM, obwohl noch sehr "frisch", wurde an seinem Sprungplatz aufgrund seiner Kompetenz
und Einstellung sehr geschätzt. Er hatte ausser AFF alle Berechtigungen.
17.
07. August 1993
Ausgebildeter Tandemmaster mit gültiger Lizenz
Sprungzahl unbekannt
LFZ unbekannt, Absprunghöhe unbekannt
Peterborough, England
Es gab keine Zeugen ausser derer im Flugzeug. Spätere Untersuchungen ergaben, dass der
Drogue gesetzt war. Jedoch konnte der TM das Drogue Release nicht ziehen, da kein
Original Releasekabel verwendet wurde sondern ein Kabel aus schwarzem, sehr harten
Plastik. Dieses war geknickt und gebrochen. An der Bruchstelle war es am Loop
hängengeblieben. Der TM versuchte bis zum Aufschlag das Release zu ziehen. Er betätigte
keinen Reservegriff.
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18.
14. August 1993
Ausgebildeter Tandemmaster mit gültiger Lizenz
4416 Sprünge / 287 Tandems
DO 27, Absprunghöhe 2500 m / 8200 ft
Calw, Deutschland
Ca. 5 Sekunden nach dem Exit stabiles Setzen des Drogue. Der TM machte mit der linken
Hand einen Scheingriff zum Drogue Release. Danach griff er mit der rechten Hand zur Kill
Line, öffnete dabei den Hauptcontainer und zog den Bag heraus. Nach Feststellen der
Störung zog er Trennkissen und Reservegriff. Die Bags und Fangleinen beider Schirme
verwickelten sich daraufhin. Das Drogue Release wurde bei späteren Untersuchungen noch
an seinem Platz gefunden und konnte ohne Mühe gezogen werden.
19.
24. August 1993
Manomee Falls, Wisconsin, USA
Ausgebildeter Tandemmaster mit gültiger Lizenz (Strong)
3380 Sprünge / 64 Tandems
Cessna 182, Absprunghöhe unbekannt
Dive Exit, kurzfristig unstabil, dann stabil Drogue gesetzt. Während des Droguefalls löste
sich der Main Bag aus dem Container. Der TM trennte ab und zog den Reservegriff. Die
Reserve verwickelte sich daraufhin mit dem Hauptschirm. Beide Drogue Releasegriffe waren
später noch an ihrem Platz.
20.
02. Oktober 1993
Ausgebildeter Tandemmaster mit gültiger Lizenz (Strong)
800 Sprünge / 10 Tandems
Twin Otter, Absprunghöhe unbekannt
Helsinki, Finnland
Dies war das erste "scharfe" Tandem des TM. Bereits während seiner Bodenübungen wurde
bemerkt, dass er bei den Scheingriffen zum Drogue den linken Ausgleichsarm ausgestreckt
liess. Der Exit war stabil (Tandempaar wurde von Videomann begleitet). Als der TM zum
Drogue griff machte er wieder keine Ausgleichsbewegung. Wahrscheinlich spürte er ein
leichtes Abkippen, entschied sich den Drogue nicht zu ziehen und nahm wieder eine normale
Freifallposition ein. Die schlechte Körperhaltung des Passagiers jedoch, zusammen mit der
des TM , liess das Paar auf die Seite kippen wo es sofort schnell zu drehen begann (2
Umdrehungen pro Sekunde !). Der Drogue wurde nie gesetzt, kein Griff wurde gezogen.
Erwähnenswert ist noch, dass der TM bei diesem Sprung Freestyle Handschuhe trug.
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21.
20. März 1994
Nicht lizensierter Tandemmaster ohne bekannte Ausbildung
ca. 550 Sprünge in 10 Jahren
PC 6, Absprunghöhe 3800 m / 12500 ft
Paphos, Zypern
Der griechische TM hatte keine bekannte Ausbildung erhalten sondern sich wohl
autodidaktisch mit erfahrenen Springern "ausgebildet". Er fungierte an diesem Tag sowohl
als Load Organizer, Sprunglehrer für ca. 50 Static Line Erstspringer und Flugtagorganisator
als auch als TM und stand dementsprechend unter enormen Stress.
Nach Zeugenaussagen erhielt der Passagier ein nur unzureichendes Briefing. Weder TM noch
Passagier trugen bei diesem Sprung Sprungbrillen. Der Passagier trug eine übergrosse
Sprungkombi, während die des TM eher eng war. Der Passagier war nicht ausreichend
festgeschnallt. Der Freifall war sehr unstabil. Der Passagier konnte sich unter dem TM
"frei" bewegen. Der TM setzte frühzeitig den Drogue, konnte aber später das Release nicht
finden. Er zog wohl frühzeitig das Trennkissen und suchte dann offensichtlich bis zum
Aufschlag weiter nach dem Release. Dabei gab er seine Freifallposition fast vollständig auf
und geriet offensichtlich in Panik. In ca. 600 m Höhe griff er mit beiden Händen nach hinten
und öffnete den Hauptcontainer durch Ziehen an der Verbindungsleine zwischen
Droguebefestigung und Verschlusspin. Der Drogue war zu diesem Zeitpunkt immer noch
nicht released. Spätere Untersuchungen ergaben, dass die Reserve voll funktionsfähig
gewesen wäre. Der Sprung wurde von einem begleitenden Videomann aufgezeichnet.
Erste "Fatality" mit einem Galaxy Tandem.
22.
02. April 1994
Belen, New Mexico, USA
Ausgebildeter Tandemmaster mit gültiger Lizenz (Strong)
1400 - 2000 Sprünge in ca. 20 Jahren / 25 Tandems / 2. Tandem des Tages
Cessna 182, Absprunghöhe 2500 m / 8500 ft
Passagierin war Teilnehmerin eines "Angst-Überwindungs-Seminars". Das ausführliche
Briefing der 9er Gruppe mit Fotos und Video fand am Abend vorher statt.
Der Steigflug verlief normal und das Tandempaar sprang bei 2500 m / 8500 ft ab. Geplante
Öffnungshöhe 1400 m / 4500 ft. Zeugen im Flugzeug bestätigen, dass der Passagier
komplett angegurtet war. Der Pilot sah den Absprung und berichtet, dass sich das Paar
nach einer Rolle stabilisierte. Das Letzte was er sah, war dass das Paar langsam aber
stabil rechts drehte während die TMin nach dem Drogue griff. Später fand man den Drogue
noch halb in seiner Tasche, das Release war gezogen. Die Reserve war aktiviert, hatte aber
nicht genug Zeit zur vollständigen Öffnung. Beim Aufschlag waren die Fangleinen der
Reserve gerademal gestreckt.
Die TMin hatte mehrmals Schwierigkeiten den Drogue zu setzen. Daraufhin liess sie sich
vom Hersteller (Strong) eine neue Tasche aufnähen. Die nächsten Sprünge verliefen
problemlos. Offensichtlich hatte sie jedoch bei diesem tödlichen Sprung wieder
Schwierigkeiten.
Ein anderer Bericht resümiert, dass die TMin durch die sehr schlechte Körperposition ihrer
Passagierin extrem abgelenkt war und schliesslich das Höhenbewusstsein verlor.
23.
01. Mai 1994
Ausgebildeter Tandemmaster mit gültiger Lizenz
2000+ Sprünge / 800 Tandems
Cessna 206, Absprunghöhe 3000 m / 10000 ft
Vancouver, Canada
Cutaway einer Störung der Hauptkappe. Keine Reserveaktivierung. Die RSL war irgendwie
deaktiviert. Der kleine Ring der den RSL-Ball mit dem Schäkel verbindet war verbogen. Die
RSL war jedoch beim Besteigen des Flugzeuges intakt und ordnungsgemäss eingehängt.
Beobachter am Boden sagten später sie hätten Schreie gehört nachdem der Hauptschirm
abgetrennt worden war. Es ist allerdings nicht bekannt was oder durch wen gerufen wurde.
Der Reservegriff war noch an seinem Platz.
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24.
13. Oktober 1995
Marshall, Michigan, USA
Ausgebildeter Tandemmaster mit gültiger Relative Workshop Lizenz
1100 - 1300 Sprünge / 370+ Tandems / 100 im letzten Jahr / 6. Tandem des Tages
Cessna 182, Absprunghöhe 3000 m / 10000 ft
Stabiler Dive Exit. Der Hauptcontainer öffnete sich unbeabsichtigt. Der Drogue wurde
gesetzt. Es entwickelte sich eine Hufeisenstörung. Die Unfalluntersuchung ergab, dass der
Trenngriff betätigt wurde. Die Reserve wurde ebenfalls aktiviert. Keines der beiden Drogue
Releases wurde gezogen. Der Reservehilfsschirm incl. Bridle verwickelte sich mit dem
Hufeisen.
Das FXC-Tandem 12000 aktivierte wahrscheinlich erst nach der Reserveaktivierung durch
den TM.
Das Verschlussloop war intakt. Übermässige Bewegung während des Steigfluges und beim
Exit war vermutlich die Ursache für die vorzeitige Containeröffnung. Ein Pincheck vor dem
Exit hätte diese wohl verhindert.
Der TM war 14 Jahre im Sport, seit 4 Jahren TM, hatte Crosstraining auf Racer Elite und
Strong Tandem innerhalb der letzten zwei Wochen, er war CPL-Pilot auf dem Weg zum ATPL.
25.
18. Juni 1996
Lehi, Utah, USA
Tandemmasterkandidatin für Strong-Rating
765 Sprünge / 3 Tandems / 3. Tandem des Tages
Tandemmasterexaminer als Passagier (lizensiert für RWS & Strong)
ca. 14000 Sprünge / ca. 4000 Tandems
Cessna 182, Absprunghöhe 2700 m / 9000 ft
Exit normal. Beim Droguesetzen verknoteten sich Drogue und Droguebridle ca. 1 - 1,5 m vom
Tandempaar, sodass der Drogue nicht öffnen konnte. Die Tandemmasterkandidatin reagierte
auf diesen kollabierten Drogue im Schlepp wahrscheinlich indem sie die Reserve aktivierte.
Das Passagier Drogue Release wurde ebenfalls gezogen - ob vor oder nach der
Reserveaktivierung ist jedoch unklar. Es wird vermutet, dass zuerst der Reservegriff
gezogen wurde. Reservehilfsschirm und -Bridle verwickelten sich mehrfach (11x) mit der
Drogue Bridle. Daraus ergab sich schliesslich eine Reserve-Hauptschirm-Verwicklung.
Das Gurtzeug war mit Examiner Trenn- und Reservegriffen ausgestattet. Beide
Reservegriffe wurden gezogen; der Griff des Examiners wurde ca. 70 m vom Aufschlagpunkt
gefunden. Beide Trennkissen wurden in ihren Halterungen gefunden. Das Cypres feuerte
mutmasslich nach der manuellen Reserveaktivierung.
26.
16. August 1996
Toulstrup, Dänemark
Ausgebildeter Tandemmaster ohne gültige Lizenz (RWS Lizenz abgelaufen seit
Feb.´92)
2800 Sprünge / 181 Tandems
PC 6, Absprunghöhe 4000 m / 13000 ft
Der norwegische TM (war in Norwegen gegrounded) und sein deutscher Passagier hatten
zunächst einen normalen Sprungverlauf. Nach dem Releasen des Drogues entstand ein
Baglock mit 19 Fangleinenverdrehungen. Die Reserve wurde vom TM zwischen 550 - 800 m
aktiviert (das Cypres feuerte ebenfalls, jedoch nach der Aktivierung durch den TM). Der
Reservehilfsschirm flog durch die Haupttragegurte, sodass der Freebag ca. 2 m unterhalb
des Hauptschirmbags zwischen den rechten und linken Fangleinenbündeln gefangen wurde
und nicht abgezogen werden konnte. 1-2 m Fangleinen der Reserve waren ausgeschlauft.
Dann erst trennte der TM den Hauptschirm ab. Daraus resultierte nun die endgültige
Verwicklung von Haupt- und Reserveschirm.
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Tandem Fatalities
27.
02. September 1996
Værløse Air Force Base, Dänemark
Ausgebildeter Tandemmaster mit gültiger dänischer Tandemlizenz
1200 Sprünge / ca. 400 Tandems
Cessna 182 / Absprunghöhe 4000 m / 13000 ft
Nach dem Exit hatte der TM Probleme den Drogue zu setzen. Nach 15-17 Sekunden gelang
es ihm dann doch. Dabei zog er auch unbeabsichtigt an der Bridle und öffnete so den
Hauptcontainer. Der Hauptschirmbag wurde herausgezogen. Der Videomann sah diesen ca.
0,5-1 m über dem Container floaten. Nach 45-50 Sekunden zog der TM den Reservegriff. Der
Reserve Freebag verfing sich zunächst mit der Drogue Bridle. Schliesslich trennte der TM
den Hauptschirm ab und zog auch das Drogue Release (Trenngriff und Release wurden in
den Händen des TM gefunden). Dadurch konnte sich die Reserve teilweise öffnen. Bag und
Fangleinen des Hautpschirmes verwickelten sich mit den Reservefangleinen unterhalb des
Sliders der weit oben blieb. Das Tandempaar schlug mit der halbgeöffneten und
schnelldrehenden Reserve in einen 7 m hohen Baum. Der Passagier überlebte den Unfall.
Der Reserve Freebag wurde ca. 1 km entfernt gefunden. Das Cypres feuerte aufgrund der
geringeren Fallrate nicht.
28.
30. Januar 1997
Ausgebildeter Tandemmaster mit gültiger Lizenz
2700+ Sprünge / 930 Tandems / 3. Tandem des Tages
Cessna 402 / Absprunghöhe 2700 m / 9000 ft
Taupo, Neuseeland
Der TM setzte den Drogue der sich nicht öffnete. Beobachter schätzen, dass das Drogue
Release dann zwischen 1200 m / 5000 ft und 1500 m / 2800 ft gezogen wurde, und der
Hauptschirm sich bei ca. 750 m / 2500 ft bis 850 m / 2800 ft öffnete. Die lange
Öffnungsstrecke erschien aufgrund des verminderten Droguewiderstandes natürlich. Zu
diesem Zeitpunkt hatte das Tandempaar entweder eine Fehlöffnung oder die Reserve öffnete
unbeabsichtigt. Daraufhin trennte der TM sofort den Hauptschirm ab. Zunächst löste sich
jedoch nur der rechte Tragegurt. Die rechte Hälfte der Kappe kollabierte und die Reserve
schoss durch die Leinengruppen des linken Tragegurtes. Dabei löste sich auch dieser und
rutschte an den Reserveleinen hoch bis zur Kappe, sodass sich die Reservekappe nicht
öffnen konnte. Die linke Seite des Hauptschirms blieb halb geöffnet und am Tandem durch
die Tragegurt-Reserve-Verwicklung hängen. Das Tandempaar drehte nach links bis zum
Aufschlag.
Ob die RSL hier eine Rolle spielte ist nicht sicher. Alle Griffe ausser dem Reservegriff
waren gezogen. Das Tandem-FXC hat aufgrund der zu geringen Fallrate nicht aktiviert. Der
Drogue hatte ungefähr 30 Sprünge. Der Hauptschirm war fast ein Jahr alt. Die 3-Ringe
zeigten leichte Verformungen. Die Tragegurte überschritten ihre empfohlene
Lebenserwartung um mehr als das Dreifache (2000 Sprünge) und waren in extrem
schlechten Zustand.
29.
22. Juni 1997
Ausgebildeter Tandemmaster mit gültiger Lizenz (Strong)
7500+ Sprünge / 3000+ Tandems in 19 Jahren
Cessna 208 Caravan / Absprunghöhe 4000 m / 13000 ft
Umatilla, Florida, USA
In ca. 1500 m / 5000 ft releaste der TM planmässig den Drogue. Im folgenden
Öffnungsverlauf riss der linke Haupttragegurt und aktivierte die Reserve über die RSL
während der rechte Tragegurt noch eingehängt blieb. Die Reservekappe verwickelte sich mit
der drehenden Hauptkappe. Der TM zog daraufhin den Trenn- und den Reservegriff. Der
Hauptschirm konnte sich jedoch nicht mehr von der Reserve lösen. Vor dem Aufschlag mit
der halbgeöffneten Reservekappe schien sich der TM so unter seinen Passagier zu
manövrieren, dass er die Wucht des Aufpralls abdämpfte und der Passagier mit Frakturen
und Prellungen überlebte.
Das Tandemsystem war jünger als 3 Jahre, in gutem Zustand und nicht überlastet. Die
Haupttragegurte waren nur 1 Jahr alt und schon mit den stärkeren Dreiringen ausgestattet.
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Tandem Fatalities
30.
18. April 1998
Davis, California, USA
Ausgebildeter Tandemmaster mit gültiger Stunts Adventure Equipment Lizenz
2500 Sprünge / 1500+ Tandems
Cessna 182, Absprunghöhe 2700 m / 9000 ft
Der Hauptcontainer öffnete sich unbeabsichtigt. Der Drogue wurde gesetzt. Es entwickelte
sich eine Hufeisenstörung. Die Unfalluntersuchung ergab, dass keines der beiden Drogue
Releases gezogen wurde. Der Trenngriff wurde betätigt. Die Reserve wurde ebenfalls
aktiviert bevor das Cypres feuerte. Die Verwicklung von Drogue und Reservehilfsschirm
verhinderte das Lösen der Bags vom Tandempaar. Weder Hauptschirm noch Reserveschirm
wurden aus ihren Bags gezogen.
Es gab ein Bodenvideo.
Ein Bluttest des TMs bei der Autopsie ergab einen Alkoholspiegel von 0,4 %o, der wohl auf
ein Antiallergikum zurückzuführen ist. Restspuren von Marihuana waren ebenfalls
nachweisbar, was hier jedoch irrelevant zu sein schien.
31.
08. August 1998
Kapowsin, Washington, USA
Ausgebildeter Tandemmaster mit gültiger Relative Workshop Lizenz
ca. 1100 Sprünge / 62 Tandems
Twin Otter, Absprunghöhe 3800 m / 12500 ft
Das Tandempaar trennte den scheinbar funktionstüchtigen Hauptschirm in etwa 1000m /
3200 ft ab, und verwickelte sich dann mit Leinen der sich öffnenden Reserve. Das Tandem
schlug mit einer teilweise geöffneten, rotierenden Reserve auf. Der Tandemmaster starb an
inneren Verletzungen. Die Passagierin überlebte schwer verletzt.
Die Unfalluntersuchung ergab, dass sich die Passagierin möglicherweise während des
Lockerns der Freifallstabilisatoren an Trenn- und Reservegriff festhielt, und so
versehentlich den Trenngriff zog. Der linke Freifallstabilisator war ausgehängt und auf etwa
3/4-Länge gezogen. Der Rechte war eingehängt, festgezogen und die Überlänge war
gesichert. Die Reserve wurde entweder durch die RSL oder vom TM aktiviert. Der
Reservegriff wurde in der Hand des TM gefunden.
32.
09. August 1998
Kapowsin, Washington, USA
Ausgebildeter Tandemmaster mit gültiger Relative Workshop Lizenz
ca. 1700 Sprünge / 180 Tandems
Twin Otter, Absprunghöhe 3800 m / 12500 ft
Im Endanflug überflog das Tandem die Asphalt-Landebahn. In ca. 30-60m / 100-200 ft
wurde der Hauptschirm von einer thermischen Tubulenz erfasst, so dass 1/3 der Kappe
einklappte. Der sofortige Versuch des TM den Fallschirm durch 30% Bremse gerade zu
halten und zu stabilisieren war nicht erfolgreich. Das Tandempaar schlug nach 2 vollen
Rotationen auf. Der Passagier starb an seinen Verletzungen; der TM erlitt schwere innere
Verletzungen aber überlebte.
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Tandem Fatalities
33.
19. September 1998
Kairo, Ägypten
Tandemmaster in "Phase II" seiner Strong Enterprises Tandemmaster-Ausbildung
1500 Sprünge / 9 Tandems
Tandemmaster mit gleichem Ausbildungsstand als Passagier
1850 Sprünge / 5 Tandems
Mil MI-17, Absprunghöhe 3600 m / 12000 ft
TM-Ausbildungssprung des ägyptischen Militärs. Nach einem unstabilen Absprung warf der
TM den Drogue (ebenfalls unstabil), so dass sich der Drogue am rechten Bein des
Passagiers verfing. Versuche die Verwicklung zu lösen waren erfolglos. Beide Drogue
Releases wurden gezogen; der Trenngriff wurde ebenfalls aktiviert. Der Reservegriff wurde
nicht gezogen; man fand ihn aus seiner Halterung gelöst. Das Cypres war nicht
eingeschaltet worden. Der erfahrene Passagier war nicht mit Examiner Trenn- und
Reservegriffen ausgerüstet.
34.
26. Dezember 1998
Ausgebildeter Tandemmaster mit gültiger Lizenz (Strong)
2700+ Sprünge / 1000+ Tandems
Cessna 182, Absprunghöhe 3300 m / 11000 ft
Estrella, AZ, USA
Das Tandem wurde von 2 Videoleuten begleitet. Um die Öffnung des Tandemhauptschirmes
zu filmen, flog ein Videomann etwas höher und zu nah am Tandempaar. Im Öffnungsverlauf
kollidierte er deshalb mit dem Hauptschirm und mit dem Tandempaar. Beim Aufprall
beschädigte der Videomann die Zellen 6 und 7 sowie den rechten Stabilisator und schlug TM
und Passagierin bewusstlos. Er selbst blieb dabei unverletzt. Das beschädigte Tandem
wechselte zwischen langsamen Rechtsdrehungen und "Ausleveln" hin und her. Es machte so
8 Drehungen bevor es hart aufschlug. TM und Passagierin wurden bewusstlos aufgefunden.
Letztere wurde vom an der Kollision beteiligten Videomann wiederbelebt, verstarb aber an
einem Riss der Aorta während der Operation im Krankenhaus. Der TM blieb mit "weniger
schweren" Verletzungen im Krankenhaus. (Der Videomann hatte 1000+ Sprünge und etwa
100 Tandemvideosprünge.)
35.
21. November 2000
Nettuno, Italien
Ausgebildeter Tandemmaster mit gültiger Lizenz (Strong & Jump Shack)
2000+ Sprünge / 4. Tandem des Tages
PC 6, Absprunghöhe 3600 m / 12000 ft
Das Tandem wurde von einem Videomann begleitet. Normaler Sprungverlauf bis zur
ungewöhnlich tiefen Öffnungshöhe von 1000 m / 3500 ft. Der TM unternahm einen
erfolglosen Versuch, das erste Drogue Release zu ziehen. Danach zog er direkt den
Reservegriff. Das Passagier Drogue Release war am TM Harness befestigt. Es wurde kein
Versuch unternommen, das Passagier Drogue Release oder den Trenngriff zu ziehen. Bei der
Reserveöffnung verwickelte sich der Drogue mit der Reserve, so dass diese sich langsam zu
drehen begann. In etwa 250-300 m / 1000 ft beschleunigte sich die anfangs langsame
Drehung kontinuierlich in eine schnelle Rotation. Der Passagier wurde durch den harten
Aufschlag sofort getötet. Der TM überlebte zunächst, erlag dann aber vier Tage später im
Krankenhaus seinen inneren Verletzungen.
Erste "Fatality" mit einem Elite Tandem.
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Tandem Fatalities
36.
22. Juni 2002
Ausgebildeter Tandemmaster mit gültiger Lizenz (RWS Sigma)
900+ Sprünge / 15 Tandems
Skyvan, Absprunghöhe 3900 m / 13000 ft
Davis, CA, USA
Das Tandem wurde von einem Videomann bis zur Hauptschirmöffnung begleitet. Der Sprung
verlief normal bis zur Öffnungshöhe. Im Öffnungsverlauf sorgte ein Spannungsknoten in der
rechten Center-B-Leine für eine Punktbelastung. Daraufhin rissen beide Center-A/B-Leinen
unterhalb der Verzweigung und die Hauptkappe (Precision Aerodynamics "Icarus 365")
begann zu rotieren. Beim Abtrennen und Reserve Ziehen kippte das Tandempaar kopfüber. Im
Verlauf der Reserveöffnung verfing sich die linke A-Leine mit der Center-Flap des
Containers. Die Reserve ("TR-375" ebenfalls von Precision Aerodynamics) hatte dann eine
Fangleinenverdrehung mit einer eingezogenen linken Vorderkante und begann ebenfalls nach
links zu rotieren. Der TM versuchte erfolglos erst das Paar auszudrehen, und später die
Drehung durch Ziehen der Steuerleine trotz der Verdrehung zu stoppen. Der Aufprall
erfolgte mit ungefähr einer Umdrehung pro Sekunde. Der TM und der Passagier wurden
durch den harten Aufschlag schwer verletzt. Bei der Notoperation aufgrund von inneren
Verletzungen starb der Passagier an einem diabetischen Schock.
37.
22. Dezember 2002
Dillingham Field. Oahu, HI, USA
Ausgebildeter erfahrener Tandemmaster mit gültiger Lizenz (RWS)
4284 Sprünge / ? Tandems,
40-50 Tandems in den letzten 90 Tagen, 15 Tandems im letzten Monat
Cessna 402-A mit Cargo Door, Absprunghöhe 2700 m / 9000 ft
Beim Absprung des Tandempaares (letzter Exit) sah der Absetz-Pilot “etwas Weisses“. Nach
genauerer Beobachtung schien das Paar im normalen Droguefall. Zwischen 500 und 1000 m
beobachtete man “etwas Buntes“. Die Untersuchung ergab, dass sich Reserve-Bridle und
Drogue Bridle 5x miteinander verwickelt hatten. Der Hauptschirm-Bag war ausserhalb des
Containers und Teile des Hauptschirmes aus dem Bag. Die meisten Leinen waren noch
eingeschlauft. Der Reserve-Bag war ausserhalb des Containers, Teile des Reserveschirmes
aus dem Freebag. Die Reserve-Leinen waren ausgeschlauft, mit Ausnahme der beiden
letzten Schläge, die den Freebag geschlossen hielten. Alle Griffe waren gezogen und
konnten (mit Ausnahme des Reservegriffes) am Unfallort gefunden werden. Die RSL war
deaktiviert. Beide Loops waren intakt, das Drogue-Doppelloop verloren. Das CYPRES hatte
gefeuert. Die weitere Unfalluntersuchung ergab, dass sich der Drogue bereits an der
Flugzeugtür gelöst hatte und das Tandem aus der Tür zog (Die Unfalluntersucher gehen
davon aus, dass beim Vorrutschen die Drogue Kill Line an etwas im Flugzeug hängenblieb,
den Drogue herauszog und womöglich auch den Hauptcontainer öffnete.). Das Tandempaar
überschlug sich daraufhin mehrfach, wobei sich die Drogue Bridle 4x um das linke Bein des
TM wickelte und sich an dessen Tevas verfing. Es gelang dem TM nicht diese Verwicklung zu
lösen. Auf die so entstandene Notsituation reagierte der TM in dem er den Reservegriff zog.
Es ergab sich die oben beschriebene Verwicklung beider Verbindungsleinen. Der TM zog dann
alle übrigen Griffe, in einem letzten Versuch die Situation zu klären.
38.
? 2002/2003
Militär-Tandemmaster und -Passagier (Tandem Vector mit Tandem-FXC)
? Sprünge / ? Tandems
? LFZ, Absprunghöhe ? m / ? ft
Malaysia
Tandemsprung des Militär von Singapur. Aufgrund besonderer Wetterbedingungen aktivierte
das FXC erst in “Baumgipfelhöhe“ die Reserve, die dann noch bis zur Leinenstreckung kam.
Zum Sprungablauf sind derzeit keine weiteren Informationen verfügbar.
Tandem-Examiner - Deutscher Fallschirmsportverband e.V., Comotorstrasse 5, D - 66802 Überherrn - Seite 13 von 15
Tandem Fatalities
39.
25. Juni 2003
Ausgebildete Tandemmasterin mit gültiger Lizenz (Atom)
1023 Sprünge / 39 Tandems, davon 14 in 2003
Cessna 206 Soloy, Absprunghöhe 3500 m / 11500 ft
Buttwil, Schweiz
Der Tandemsprung verlief normal bis zur Hauptschirmöffnung. Zeugen beobachteten eine
stark drehende Hauptkappe oder Fehlöffnung, die erst scheinbar unter Kontrolle gebracht
werden konnte, dann aber in Bodennähe erneut zu rotieren begann. Ursache hierfür könnte
ein Einklappen von 1-2 Aussenzellen gewesen sein. TM und Passagier wurden beim Aufschlag
schwerst verletzt. Der Passagier starb noch an der Unfallstelle, die TM in der folgenden
Nacht im Krankenhaus.
40.
29. Juni 2003
Albstadt, Deutschland
Ausgebildeter Tandemmaster mit gültiger Lizenz (DFV/Paratec)
? Sprünge / ? Tandems
Cessna 206 Soloy, Absprunghöhe 3200 m / 11000 ft
Der Tandemsprung verlief normal bis zur Öffnungshöhe. Während der Fallschirmöffnung riss
die rechte Zusatzsteuerleine und die Vorbremsung der rechten Hauptsteuerleine löste sich
vermutlich. Der TM versuchte den Hauptschirm abzutrennen, zog aber den Trenngriff nicht
vollständig heraus, so dass sich das Dreiring-System des linken Tragegurtes nicht öffnen
konnte. Die RSL aktivierte nun die Reserve. Die Reserve-Bridle verwickelte sich derart mit
dem Hauptschirm, dass die Reservekappe zunächst nicht freigegeben werden konnte. Das
CYPRES feuerte (die Reserve war allerdings bereits manuell aktiviert). Im weiteren Verlauf
befreiten sich die Reservefangleinen und Reservekappe aus dem Freebag. Dabei kam es zu
einem Fangleinenüberwurf mit 2 D-Leinen der Reserve, bei der der Slider blockiert und der
mit der Drogue-Bridle verwickelte Freebag eingeklemmt wurden. Die Reserve konnte sich so
nicht öffnen. Es gelang dem TM noch den Hauptschirm vollständig abzutrennen, was die
Verwicklung aber nicht mehr lösen konnte. Der resultierende Aufprall tötete TM und
Passagierin auf der Stelle.
41.
11. Januar 2004
Kawashima, Kazo, Japan
Ausgebildeter Tandemmaster mit gültiger Lizenz (RWS Sigma)
+ 1000 Sprünge / 38 Tandems, davon 10 mit dieser Ausrüstung
Cessna 208 Caravan, Absprunghöhe 3800 m / 12500 ft
Es gibt keine Beobachtungen zum Exit oder Drogue-Setzen. Offensichtlich wurde der Drogue
gesetzt. Im Sprungverlauf wurden Trenn- und Reservegriff gezogen (wobei die Reihenfolge
unklar ist). Das CYPRES feuerte (die Reserve war allerdings bereits manuell aktiviert).
Scheinbar wurde keines der beiden Drogue Releases betätigt. Drogue-Bridle und Freebag
verwickelten sich miteinander. Der resultierende Aufprall tötete TM und Passagierin auf der
Stelle. Es stellt sich die Frage nach dem Unfallhergang, wobei 2 Varianten wahrscheinlich
sind. Variante 1: Der TM hatte eine Verwicklung mit der Drogue-Bridle und betätigte deshalb
kein Drogue Release, sondern direkt den Reservegriff oder Trenn- und Reservegriff. Die
zweite Variante ist aufgrund der Art der Verwicklungen die Wahrscheinlichere. Das
Tandempaar geriet in einen unkontrollierbaren Spin während des Droguefall, was den TM
veranlasste die Reserve zu aktivieren, um Abhilfe zu schaffen. Die resultierende Verwicklung
wollte er womöglich durch das Ziehen des Trenngriffes beheben.
Tandem-Examiner - Deutscher Fallschirmsportverband e.V., Comotorstrasse 5, D - 66802 Überherrn - Seite 14 von 15
Tandem Fatalities
42.
10. August 2004
Ausgebildeter Tandemmaster mit gültiger Lizenz (RWS Sigma)
+ 1850-5000? Sprünge / + 550-3000? Tandems (Angaben von 2001)
PAC 750 Xcellarator, Absprunghöhe 3700 m / 12500 ft
Guam, USA
Der Tandemsprung verlief bis zur Öffnungshöhe normal. Während der Hauptschirmöffnung
ergab sich ein Baglock, bei dem sich ein seitlicher Gummi nicht löste. Ohne vorher
abzutrennen aktivierte der TM oberhalb der CYPRES-Auslösehöhe die Reserve. Der Reserve
Freebag verwickelte sich so stark mit den Fangleinen des Hauptschirmes, dass der Reserve
Bag ober- und unterhalb eingewickelt war und die Reserve nicht frei kam. Schliesslich kam
der Hauptschirm aus dem Bag, konnte sich aber nicht öffnen, da die Leinen bis unter die
Kappe eingedreht/eingewickelt waren. Zuletzt wurde noch der Trenngriff betätigt. Das
Tandempaar schlug nahezu ungebremst auf.
Der TM trug während des Sprunges eine “Handrücken-Kamera“.
Recherchiert, zusammengefasst und z.T. übersetzt von Frank Carreras
Quellen:
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Tandem Fatalities von AIRTEC
Tandem News Letter vom RELATIVE WORKSHOP
DFV Unfallinformation vom August ´93
Tandem News von STRONG ENTERPRISES
Ausbildungs- und Referenzbuch für Tandempiloten
von M. Stromeyer, H. Ostermünchner, V. Wiswesser
Parachutist by USPA, Incident Reports
RWS Tandem Course Notes von Bill Booth
Skydiving Magazine
DFU, Dansk Faldskærms Union, Unfallberichte von Hans Larsen
Blue Sky Magazin, Unfallberichte
Fallschirmsportmagazin, Unfallberichte
Internet Information von Tom Buchanan, u. A.
Unfallinformation des RELATIVE WORKSHOP
Unfallinformation von STRONG ENTERPRISES
Unfallinformation der USPA
Unfallbericht von Daniele Camponeschi
Unfallinformation von Ray Ferrell
Unfallinformation von Curtis Whaley
Fallschirmunfall-Untersuchungs-Protokoll von Donat Curti
Sachverständigengutachten von Hans Ostermünchner
Diverse Internet Information
Internet Information auf www.dropzone.com
Nachdruck und Vervielfältigung - auch auszugsweise - unter Quellenangabe erlaubt!
Um Anregungen und Ergänzungen wird gebeten, insbesondere zu bisher "unbekannten"
Daten.
(c/o Frank Carreras, FAX # 0177 - 99 77 55 747 / [email protected])
© DFV e.V. Oktober 1995, 1996, 1997, 1998, 1999, 2001, 2002, 2003, 2004
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