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Antillen Bahamas, Antigua und Barbuda, Barbados, Belize, Dominica, Franz. Guyana, Grenada, Guyana, Jamaika, Puerto Rico, Montserrat, Niederländische Antillen, St. Kitts und Nevis, St. Lucia, St. Vincent und die Grenadinen, Surinam, Trinidad und Tobago, Brit. Jungferninseln Länderprofil Inhalt: 1. Allgemeine Angaben .................................................................................................................................................... 1 2. Kirchliche Situation....................................................................................................................................................... 6 1. Allgemeine Angaben 1.1. Landeskunde und demographische Daten Maßeinheit Fläche 530.822 qkm Einwohner 8.382.000 Bevölkerungsdichte 16 Einw./qkm (im ø) Bevölkerungswachstum 1,1 % pro Jahr (im ø) Indigene Bevölkerung 0,2 % aller Einw. (im ø) Afroamerikanische Bevölkerung ≈ 66 % aller Einw. (im ø) Großstädtische Bevölkerung ≈ 46 % aller Einw. (im ø) Bevölkerung unter 15 Jahren 23 % aller Einw. (im ø) Bevölkerung über 65 Jahren 9 % aller Einw. (im ø) Mit „Antillen“ ist im Sprachgebrauch von Adveniat der Bereich der Antilles Episcopal Conference gemeint, der den karibischen Raum mit Ausnahme der spanischsprachigen Territorien und Haitis umfasst. Anders gesagt bezeichnet dies die 25 politischen Einheiten, die ehemals niederländische, französische und britische Kolonien waren oder es noch immer sind: Jamaika (mit den Cayman-Inseln), die Bahamas (mit den Turks- und Caicos-Inseln), die Bermudas und die Kleinen Antillen. Weiterhin werden aufgrund ihrer Kultur auch vier Länder auf dem Festland den Antillen zugerechnet, die geographisch nicht dazugehören: Belize in Mittel- und Guyana, Surinam und Guyane in Südamerika. Im Einzelnen sind dies folgende Territorien: Anteil der Zahl der Katholiken Katholiken (in %) Territorium Sprache politischer Status seit Anguilla Antigua & Barbuda Aruba Bahamas Barbados Belize Bermuda Bonaire englisch englisch niederländisch englisch englisch englisch englisch niederländisch 2002 1981 1986 1973 1966 1981 2002 2008 100 8.000 45.000 47.000 10.000 207.000 9.000 8.000 1 12 68 15 4 76 13 74 British Virgin Islands Cayman Islands Curaçao englisch englisch niederländisch British Overseas Territory unabhängig „Status aparte“ unabhängig unabhängig unabhängig British Overseas Territory „besondere Gemeinde“ der Niederlande British Overseas Territory British Overseas Territory „Status aparte“ 2002 2002 2008 800 4.000 92.000 7 10 71 Länderprofil Antillen (Stand 21.3.11) Seite 1 Territorium Sprache politischer Status seit Zahl der Katholiken Anteil der Katholiken (in %) Dominica Grenada Guadeloupe Guyana Guyane Jamaika Martinique Montserrat St. Kitts & Nevis St. Lucia Sint Maarten St. Vincent und die Grenadinen Surinam Trinidad und Tobago Turks und Caicos Islands US Virgin Islands englisch englisch französisch englisch französisch englisch französisch englisch englisch englisch niederländisch englisch unabhängig unabhängig Département d’outre-mer unabhängig Département d’outre-mer unabhängig Département d’outre-mer British Overseas Territory unabhängig unabhängig „Status aparte“ unabhängig 1978 1974 1946 1966 1946 1962 1946 2002 1983 1979 2008 1979 41.000 54.000 380.000 58.000 86.000 112.000 282.000 400 4.000 92.000 6.000 10.000 57 53 83 8 11 4 74 8 9 60 19 9 niederländisch englisch englisch unabhängig unabhängig British Overseas Territory 1975 1962 2002 110.000 370.000 6.000 23 29 30 englisch unincorporated territory of the USA 1954 29.000 26 Die nach ihrer Fläche größten Territorien sind die „drei Guyanas“, gefolgt von Belize, den Bahamas, Jamaika und Trinidad und Tobago. Alle anderen messen weniger als 2.000 km². Nach ihrer Bevölkerungszahl sind Jamaika und Trinidad und Tobago die größten Länder. Alle anderen zählen weniger als 1.000.000 Einwohner. 1.2. Daten zu Gesellschaft und Wirtschaft Jamaika Trinidad Guyana Surinam Belize Bruttoinlandsprodukt pro Kopf 5.300 22.420 2.580 7.640 6.080 Human Development Index 0,766 0,837 0,729 0,769 0,772 k.A. k.A. k.A. k.A. k.A. 0,455 0,403 k.A. k.A. k.A. Zugang zu Trinkwasser haben 93 94 93 92 k.A. % aller Einw. Analphabetenrate der Frauen k.A. 1 k.A. 7 k.A. % aller Frauen Analphabetenrate der Männer k.A. 2 k.A. 12 k.A. % aller Männer In absoluter Armut lebend Gini-Koeffizient Länderprofil Antillen (Stand 21.3.11) Maßeinheit US$ Seite 2 In wirtschaftlicher Hinsicht unterscheiden sich die Territorien der Antillen vor allem in Bezug auf das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf. Zum Beispiel können sich die Bermudas zu den reichsten Ländern der Welt zählen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf entspricht dort dem doppelten Pro-Kopf-BIP Deutschlands. Im Gegensatz dazu zählt Guyana zu den ärmsten Ländern Amerikas. Aus dem Blickwinkel der Problemfelder, mit denen die Antillen zu kämpfen haben, gibt es jedoch einige Gemeinsamkeiten. Alle Inselstaaten haben wirtschaftlich und strukturell mit fast gleichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Aufgrund der begrenzten Größe gibt es nur kleine Binnenmärkte, die einer Industrialisierung kaum zugänglich sind. Die Wirtschaft ist zumeist wenig diversifiziert und es gibt wenig natürliche Ressourcen. Außerdem sind diese Gebiete gekennzeichnet durch hohe Arbeitslosenquoten. Hinzu kommt weiterhin eine hohe Verwundbarkeit gegenüber Naturkatastrophen. Der Wirbelsturm Ivan (7. September 2004) beispielsweise hinterließ auf Grenada einen wirtschaftlichen Schaden von ca. 900 Mio. US$. Die Landwirtschaft und der Tourismus sind überall fast die einzigen Einnahmequellen, das heißt die Mehrheit der Exporterlöse geht auf wenige, traditionelle Produkte wie den Anbau von Bananen, Zucker und einige Gewürze wie zum Beispiel auf Grenada zurück. Daraus ergibt sich eine große Abhängigkeit von Exporten, internationalen Preis- und Marktschwankungen und ein tendenziell steigender internationaler Konkurrenzdruck. Um den Export einheimischer Produkte per Präferenzregelungen zu schützen, wurde ein Economic Partnership Agreement (EPA) zwischen Europäischer Union und dem Carribean Forum of African, Caribbean and Pacific States (Cariforum) geschlossen. Gleichzeitig ist man bemüht, eine regionale wirtschaftliche Integration zu erreichen, weshalb 2006 der Caribbean Single Market der Caribbean Community and Common Market (CARICOM) in Kraft trat, und auf höherer Ebene verständigten sich im Februar 2010 die Rio-Gruppe und die CARICOM auf die Bildung der Gemeinschaft Lateinamerikanischer und Karibischer Staaten – CELC (Comunidad de Estados Latinoamericanos y Caribeños). Die abgebildete Tabelle stellt anstelle von Durchschnittswerten die Werte der fünf nach Bevölkerungszahl wie Fläche größten Länder dar: Jamaika, Trinidad u. Tobago, Guyana, Surinam, Belize. Hierbei werden jedoch die Bahamas (aufgrund der geringen Anzahl an geförderten Projekten) und die anhängigen französischen Départements d´outre-mer (DOM) außen vor gelassen. Jamaika, als erstes der genannten Länder, hat eine seit Jahren stagnierende Wirtschaft. Die wichtigsten Wirtschaftszweige sind der Tourismus, der informelle Sektor, der Export von Bauxit und die Überweisungen der Auslandsjamaikaner. Außerdem weist Jamaika eine hohe Staatsverschuldung und ein großes Handelsbilanzdefizit auf. Länderprofil Antillen (Stand 21.3.11) Seite 3 Eine Sonderstellung in der Region nehmen Trinidad u. Tobago ein. Dieses Land erlebte in den letzten 20 Jahren einen großen Aufschwung. Aufgrund der Einnahmen aus dem boomenden Energiesektor liegt das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf im regionalen Vergleich deutlich an der Spitze. Problematisch an der in den vergangenen Jahren stetig steigenden Tendenz des Pro-Kopf-Bruttoinlandsproduktes ist die hohe Exportorientiertheit der Wirtschaft und die Dominanz des Öl- und Gassektors, gemessen an seinem prozentualen Anteil an den Staatseinnahmen. Im Gegensatz zu Trinidad u. Tobago gilt Guyana trotz seiner positiven Entwicklung in den letzten Jahren, gegeben durch ein recht solides Wirtschaftswachstum, weiter als eines der ärmsten Länder Südamerikas. Das Rückgrat der guyanischen Wirtschaft wird durch den landwirtschaftlichen Sektor und die Rohstoffindustrie gebildet. Diese machen fast 60 % des Bruttoinlandsproduktes aus. Das bedeutet, dass gerade Guyana internationalen Preisschwankungen extrem ausgesetzt ist. Belize gilt als politisches und wirtschaftliches Bindeglied zwischen Mittelamerika und der Karibik. Für die Wirtschaft des Landes sind vor allem der Export von Landwirtschaftserzeugnissen und der Tourismussektor wichtig. Aufgrund der Einnahmen, die der Tourismus generiert, ist die Handelsbilanz trotz der weit auseinanderklaffenden Schere zwischen Importen und Exporten und der daraus resultierenden hohen öffentlichen externen Verschuldung insgesamt ausgeglichen. Surinam ist sehr reich an natürlichen Ressourcen, die auch einen großen Teil des Gesamtexports des Landes ausmachen und gleichzeitig 25 % der staatlichen Einnahmequellen bilden. Der Tourismus gewinnt erst langsam an Bedeutung, dafür sind die Überweisungen der in den Niederlanden lebenden surinamesischen Bevölkerung sehr wichtig für das Land. Seit Jahren entwickeln sich die Wachstumsraten positiv und auch die Wirtschafts- und Finanzkrise der letzten Jahre hat Surinam vergleichsweise gut überstanden. Daher gehört der Schuldenstand des Staates zu den geringsten in der Region. 1.3. Sozioökonomische, politische und kulturelle Gegebenheiten Die Antillen lassen sich durch ihre individuell sehr unterschiedlichen Strukturen in den Bereichen Soziales, Wirtschaft, Politik, Kultur und Kirche charakterisieren beziehungsweise unterscheiden. Ursache hierfür ist die ähnliche Vergangenheit, vor allem der kolonialen Geschichte, des Gebietes: Holländer, Franzosen, Engländer und Spanier eroberten die Inseln und, bedingt durch die Kämpfe während des 17. und 18. Jahrhunderts, wechselte deren Besatzungsmacht. Die Folgen der Kolonialisierung lassen sich bis heute nachspüren, denn die Mächte beeinflussten und prägten die Inseln auf vielerlei Art und Weise. Länderprofil Antillen (Stand 21.3.11) Seite 4 Die Bevölkerung der Antillen stellt heute eine bunte Mischung verschiedener Völker dar: Nachkommen afrikanischer Sklaven, Südamerikaner und andere. Nach Aufhebung der Sklaverei veränderte sich die Bevölkerungszusammensetzung, wobei vor allem aus Madeira, Indien, China und aus Java neue Bewohner auf die Inseln kamen. In Guyana sind 50 % der Bevölkerung indischstämmig, in Trinidad u. Tobago 40 %. Die eingeborene Bevölkerung ist auf den Inseln fast vollständig ausgerottet worden, abgesehen von einem kleinen Rest der Kariben auf Dominica. Auf dem Festland (das heißt in den drei Guyanas und Belize) konnten sie sich ins Innere zurückziehen, überlebten in größerer Zahl und konnten ihre Kultur weitgehend wahren. In Belize leben auch die Garinagu, Nachkommen von ursprünglich aus St. Vincent stammenden Kariben und Schwarzen. Eine zahlenmäßig kleine Gruppe, die allerdings ein außerordentliches Gewicht im Handel und der Wirtschaft überhaupt hat (auch in den katholischen Gemeinden), sind die so genannten „Syrer“, zumeist Libanesen, die Ende des letzten und in diesem Jahrhundert einwanderten. Das Gebiet ist daher auch gekennzeichnet durch eine Vielfalt an Sprachen. Entstanden ist diese aufgrund der Bevölkerungsbewegungen, die im Laufe der Geschichte stattgefunden haben. Es existieren heute rund zwei Dutzend gesprochene Sprachen: 1. die der einstigen Kolonialmächte, 2. die der existierenden Mischsprachen und 3. die Sprachen der indigenen Bevölkerung auf dem Festland. Nach ihrem politischen Status aufgeschlüsselt handelt es sich insgesamt um 13 meist kleine, unabhängige Staaten und 12 abhängige Territorien. Zu den 12 abhängigen Territorien zählen sechs britische Kolonien: Anguilla, Bermuda-Inseln, Cayman-Inseln, Virgin Islands, Montserrat sowie Turks u. Caicos, drei französische Départements: Guyane (Französisch-Guayana), Martinique, Guadeloupe (mit St. Barts und St. Martin) und drei niederländische Besitzungen: Aruba, Curacao (beide mit einem „Status aparte“) sowie die Nederlandse Antillen. Zu den Nederlandsen Antillen gehören Bonaire, Saba, Sint Maarten und Sint Eustatius. Länderprofil Antillen (Stand 21.3.11) Seite 5 2. Kirchliche Situation 2.1. Statistische Daten/Kirchliche Verhältnisse 2008 Getaufte Katholiken zum Vergleich: 1998 2.197.000 2.478.000 26 % 31 % Firmungen je 10.000 Katholiken 88 112 Jurisdiktionen 21 20 Pfarreien 466 485 Weltpriester 308 299 Ordenspriester 338 455 92 63 Ordensfrauen 937 1.227 Ordensbrüder 281 150 14.293 18.150 1 2 29 47 Kirchliche Schulen 552 641 Wohlfahrtseinrichtungen 169 207 Anteil an der Bevölkerung Ständige Diakone Katecheten Priesterseminare Seminaristen 2.2. Landesspezifische kirchliche Herausforderungen In kirchlicher Hinsicht gehört das Gebiet, das für Adveniat als Antillen bezeichnet wird, zur Antilles Episcopal Conference (AEC). Aufgrund der historischen und kulturellen Gemeinsamkeiten wurde das Gebiet in einer Bischofskonferenz zusammengefasst (entspricht dem ehemaligen niederländischen, britischen und französischen Herrschaftsgebiet in der Karibik, wie es bis 1962 bestand). Die konfessionelle Zugehörigkeit entsprach der kolonialen Herrschaft. Fast alle Inseln wechselten mehrfach, wenn nicht gar vielfach die Herrschaft. Für den „status confessionis“ ausschlaggebend war in der Regel der Besitzstand in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Der Großteil der Antillen war und ist – aus katholischer Warte – Diaspora. Diese Grundgegebenheit unterscheidet die Antillen vom katholisch geprägten Lateinamerika. Trotz der Entwicklungen, die die katholische Kirche dort im Laufe des 19. Jahrhunderts zu durchleben vermochte, war ihr Einfluss auf die Gesellschaft, die Kultur und die Politik in diesem und im 20. Jahrhundert nicht annähernd so stark wie in Lateinamerika. 1945 gab es vier politische Einheiten, entsprechend den vier Kolonialherren, und ähnlich überschaubar war deren kirchliche Organisation. Heute zeigt sich im Bereich der AEC ein ganz anderes Länderprofil Antillen (Stand 21.3.11) Seite 6 Bild, politisch wie kirchlich. Die Mehrzahl der einstigen Kolonien ist unabhängig. Dies bewirkte jedoch eine politische Zersplitterung, denn die Kolonien wollten sich, selbst in regionalen Strukturen, nicht wieder unterordnen. Daher ist die 1957 gegründete AEC heute eine der wenigen verbleibenden institutionellen Klammern in diesem Territorium. Nach der politischen Unabhängigkeit wurde jeder junge Staat, jedes selbst verwaltete Gebiet zu einem Bistum erhoben. Die Entfaltung der hierarchischen Struktur und die Vermehrung der Jurisdiktionen war nicht das Ergebnis erfolgreicher Mission, sondern ein Tribut an die politische Zerrissenheit. Inzwischen gibt es fünf Erzbistümer und 14 Bistümer. Wenn eine Jurisdiktion so klein ist wie die meisten der AEC-Antillen, die Katholiken eine Minderheit sind und die Nachbargemeinde durch das Meer getrennt ist, ist es mühsam, Pfarreien zu gründen, die nötigen Gebäude zu errichten, ein Zusammengehörigkeitsgefühl zu wecken und die Gemeinden zusammenzuhalten. Das insulare Bewusstsein der Abgrenzung spart die Kirche nicht aus. Bis zur Entlassung in die Unabhängigkeit waren die katholischen Ortskirchen der Antillen nicht bloß karibisch, sondern eben auch britisch, französisch und niederländisch, und die Bischöfe sowie die erste Generation ihrer Nachfolger zur Zeit des II. Vatikanums verstanden sich eher als aus Europa (bzw. Nordamerika) stammende Missionsbischöfe denn als Sprecher einer jungen karibischen Kirche. Im weiteren Verlauf nahm der Einfluss der einstigen Kolonialmächte ab und der der Vereinigten Staaten von Amerika auch im kirchlichen Leben, im Gottesdienst und in der Frömmigkeit zu. Nicht anders als in Lateinamerika verdankt sich die Mission in der Karibik vor allem den Orden. Die meisten Jurisdiktionen waren einem oder mehreren Orden beziehungsweise Kongregationen zugeordnet und innerhalb dieser wieder einer bestimmten Provinz. In den AEC-Antillen entstanden kaum autochthone Kongregationen. Nennenswerte Ausnahmen sind die Franciscan Missionary Sisters of Our Lady of Perpetual Help of Jamaica und die Missionaries of the Poor. Die Berufungen zum Ordensleben waren in den AEC-Antillen jedoch nie zahlreich. Die Zahl der einheimischen Priester, mit Ausnahme von Trinidad, ist in den AEC-Antillen sehr gering. Das einzige dort existierende Priesterseminar (gegründet 1943) wurde im Mai 2010 aufgrund fehlender Seminaristen geschlossen. Die dort wirkenden Priester kommen vor allem aus Indien, den Philippinen und Afrika. Jedoch ist die Zusammenarbeit der angeworbenen Priester und der Laien gekennzeichnet durch die Problematik der generellen kulturellen Unterschiede und das Erbe der kolonialen demokratischen Traditionen. Die Ökumene hat eine, aus lateinamerikanischer Warte, kaum vorstellbare Intensität und Qualität: 1973 wurde der Caribbean Council of Churches (CCC) gegründet, in Trinidad und Jamaika gibt es anglikanisch-katholische Simultankirchen und das Territorium ist ebenfalls durch eine gute interreligiöse Zusammenarbeit gekennzeichnet. Länderprofil Antillen (Stand 21.3.11) Seite 7 Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern Lateinamerikas war die katholische Kirche in den AECAntillen nie Teil des Establishments. Das half ihr, die wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse aufmerksam-kritisch wahrzunehmen und sich einzumischen. Andererseits wird sie jedoch von ihren Schwestern in Lateinamerika und dem CELAM kaum wahrgenommen. Autoren: Michael Huhn und Franz Hellinge Länderprofil Antillen (Stand 21.3.11) Seite 8