Der Unzerstörbare
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Der Unzerstörbare
Pankl, Gerold (MSa 39/2001) Der Unzerstörbare erold Pankls Rennkarriere war kurz, aber G heftig. Vor allem heftig, was die haarsträubenden Unfälle des Österreichers in den wilden Tagen der Formel-VW-Frühzeit zwischen 1966 und 1968 betraf. Jedes Rennauto, das Pankl in die Finger bekam, bewegte er am und überm Limit. Ob AustroVW- oder McNamara-F3-Rennwagen, ob BMW Alpina 2002 oder Porsche Carrera 6 – wo der stämmige Naturbursche drin sass, wurde gesiegt, oder es flogen die Fetzen. So krachte es während seiner sechs Jahre währenden Pistenpräsenz derart oft, dass auch die hartgesottenen Kumpels und Teamgefährten Niki Lauda und Helmut Marko ins Grübeln gerieten. Binnen kurzer Zeit flog Pankl in Spa und am Nürburgring «jeweils in Baumhöhe wie eine Granate» aus dem Cockpit seines VWRenners. Gurte gab’s zu jener Zeit nicht. Beide Crashs überlebte er mit Wirbelsäulenbruch, durchtrennten Muskeln, komplizierten Beinbrüchen und Prellungen am ganzen Körper. Als er schliesslich mit einem Alpina-BMW 2002 beim EM-Lauf in Brands Hatch gegen einen Erdwall krachte und «es mir dabei das halbe Gesicht weggefetzt hat», verging dem FahrschulInhaber aus Bruck in der Steiermark der Spass an der Rennerei. So zog er sich 1972 zurück, ohne einen Meistertitel erreicht zu haben. «Wie sollte ich auch? Wenns um die Wurst ging, lag ich ja immer im Krankenhaus.» Es blieben aber auch gute Erinnerungen. Etwa der Formel-VW-1300-EM-Laufsieg in Thruxton oder zwei Gesamtsiege im AlpinaBMW bei den 24 Stunden auf dem Nürburgring. Mit Pankls Rücktritt ging dem Motorsport eine schillernde Figur verloren. 62 Jahre ist der Mann jetzt alt, über den man sich einst respektvoll zuraunte, dass er weder Tod noch Teufel fürchte und unzerstörbar sei. Ruhiger ist er geworden, spielt leidenschaftlich Tennis und hat das Rauchen («80 am Tag im 15-Minuten-Takt») aufgegeben. Heute ist er Besitzer einer Schweinezuchtfarm in Ungarn (80 000 Jungferkel pro Jahr) und Herr über 1200 Mitarbeiter. Der Betrieb läuft prächtig. Das gilt auch für die «Pankl Racing Systems AG» mit Sitz in Bruck, ein Börsen-Highflyer, der Formel-1Rennställe, die DTM-Truppe von Opel und mehrere Flugzeugfirmen mit hochwertigen Präzisionsteilen beliefert. Firmenchef ist der älteste Pankl-Sohn Gerold jr. (40). Derweil droht der Senior mit sarkastischem Unterton seinen Rückzug aufs Altenteil an, «um mich endlich mal richtig auszuruhen». Verdient hätte er’s ja – nur glaubt’s ihm keiner … Triumph oder Crash: Pankl 1968 Ferkel statt Formel: Pankl heute Immer am Limit oder drüber: Gerold Pankl 1968 im Formel Super Vau